[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Sie hatten beide die Abmachung umgangen, sich nichts zu schenken, denn innerlich wussten sie, dass ihre Situation und ihre Beziehung die eine oder andere kleine Aufmerksamkeit genießen wird. Er hatte sich vielleicht zu viele Gedanken gemacht und war wie so oft überfordert mit so vielen Emotionen, die er ihr gegenüber empfand. Aber eine zierliche Halskette mit einem Anhänger erschien ihm richtig in diesem Moment. Er hatte noch genug Geld übrig gehabt und auch wenn ihm noch das Haus anlastete, so konnte er für Naira nichts günstiges finden, dass seine Gefühle besser ausgedrückt hätte. Andere Menschen hätten wohl geschrien, ein Lied oder ein Gedicht hätte es getan. Selbst ein selbstgemachtes Geschenk. Aber Victor war a, nie so kreativ gewesen, b, konnte er nicht dichten, geschweige denn singen und c, es war nicht sein Fall einfach. Das wollte er nicht machen.
      Ihre abwechselnden Blicke konnte Victor erst nicht einschätzen. Sie waren prüfend und er hoffte inständig, dass sie es ihm nicht an den Kopf warf, weil er nun glaubte alle Probleme mit Geld und wertvollen Geschenken reinwaschen zu können. Doch stattdessen lächelte sie ihn an und wollte die Kette direkt umhaben. Er erwiderte das Lächeln in einem erleichterten Ton, bevor er nickend um sie herum trat und die Kette aus ihren Händen nahm. Ihre Haare strich er sanft zur Seite, soweit er es musste und legte ihr die Kette an, kämpfte aber ein wenig mit dem Verschluss, da dieser so klein war und seine Hände wohl nicht die fein motorischen Werkzeuge waren.
      Als er es geschafft hatte, trat er zurück und fuhr sich durch die Haare.
      "Ich hoffe sie gefällt dir...Ich...dachte nur es sei angemessen um...Das klingt bestimmt doof...", Victor verhaspelte sich in seiner Erklärungsnot und atmete noch einmal tief durch, damit er neu anfangen konnte: "Einfach um einen Schlussstrich zu ziehen für dieses Hin und Her das wird zuvor hatten und...wahrscheinlich auch um meinem Kopf die Ruhe zu geben, dass es...wirklich nun...Du und ich heißt."
      Vorischtig legte der Rothaarige eine Hand auf ihre Schulter, schnappte sich dann sein fast leeres Rotweinglas, bevor er zu Spike sah: "Das Geschirr können wir ja liegen lassen...Das erledige ich morgen. Sollen wir aufs Sofa? Ausklingen lassen den gesamten Tag, die Woche...?"
      Victor war in seinem Kopf sogar bereit sie auf den Armen zur Couch zu tragen, doch er war sich nicht ganz sicher ob er sie wieder so anfassen sollte oder ober überhaupt auf seinen Beinen stehen konnte, denn die Geschenke hatten ihm weiche Knie verschafft.
    • Naira O’Connor

      „sie ist wirklich schön“, bestätigte Naira und gab die Kette ihrem Partner ab, damit er sie ihr umlegen konnte. Ihr Herz schlug mal wieder viel zu schnell und die Aufregung war ziemlich groß, aber es fühlte sich alles sehr schön an, fast zu schön um wahr zu sein.. Victors Worte brachten die Frau fast zum weinen, da merkte sie klar und deutlich, dass in ihr doch eine sensible Frau steckte, aber sie blinzelte sie einfach weg und betrachtete die Kette um ihren Hals. Sie war lange nicht mehr glücklich gewesen, aber jetzt.. jetzt war sie es. Und die Kette passte auch noch so gut zu ihr. So etwas hatte sie einfach nicht erwartet, wenn sie ehrlich war

      Victor schlug vor auf die Couch zu gehen, in Nairas Augen eine sehr gute Idee, sie könnten noch ein wenig Zweisamkeit genießen.. die Dunkelhaarige stand auf und betrachtete für einen Moment ihren Partner, bevor sie ihn sanft am Kinn zu sich zog, um ihren Lippen auf seine zu legen. Es war ein sanfter Kuss, aber er bedeutete ihr viel, sie steckte all die Gefühle in ihn hinein, vor allem die Dankbarkeit. „Danke, Victor..“, hauchte sie ihm entgegen, als der Kuss vorbei war und einen Moment lang sah sie ihm in die Augen, mit einem Lächeln auf den Lippen. Das fühlte sich alles zu schön an, vielleicht war es nur ein Traum und sie würde bald aufwachen, aber es war besser als der Streit zuvor. Es musste sich natürlich alles einpendeln, sie müssten beide lernen, miteinander umzugehen und eine Beziehung zu führen, aber das würde alles noch kommen.
      „Der Grinch läuft vermutlich, das wäre doch der perfekte Film für dich“. Naira neckte den Rothaarigen ein wenig, stupste mit ihrem Zeigefinger seine Nase an, bevor sie sich auch umdrehte, um zur Couch zur laufen. Es war schwierig, die Krücke war im Schlafzimmer liegen geblieben, aber es war kein Problem. „Der ist genauso mürrisch wie du, sollte Dir also gefallen!“. Es war rauszuhören, dass sie es nicht ernst meinte, aber nur bei ihm konnte sie so sein, wie sie es gerne wollte.
      Die dicke Decke lag bereits auf dem Sofa, Naira machte es sich gemütlich ehe sie ihrem Freund andeutete, sich zu ihr zu legen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es hätte ihn nicht gewundert, wenn seine Ohren feuerrot geleuchtet hätten. Ja, sie schaffte es ihn in Verlegenheit zu bringen, dass er rot wurde und dass er nicht mehr gerade denken konnte. Selbst seine sonst so distanzierte Art hatte sich gewandelt in einen offeneren und gesprächigeren Victor. Eine Tatsache, die ihm auffiel und gefiel.
      Ihr kurzer Kuss ließ ihn also rot werden und es ganz warm ums Herz haben. Das gefiel ihm und wenn er das immer bekam, wenn er ihr eine "Kleinigkeit" schenkte, dann wollte er es so beibehalten. genug ausreden, um genau das zu tun gab es ja wie Sand am Meer. Wie die Teenager konnte man es auf die Spitze treiben und selbst das 2 Wöchige feiern, als wäre es ein Ding der Unmöglichkeit so lange zusammen zu sein. Dummerweise stieg Victor bereits jetzt aus...War ihre Beziehung erst seit dem er sie gefragt hatte oder seit ihrem ersten Mal? Oh...Er war verwirrt und wenn man den Klischees Glauben schenken durfte, denn ein wenig Wahrheit steckte immer in ihnen, war das keine Frage, die man seiner Freundin stellen durfte. Victor entschied sich den Kopf später über solche Dinge zu zerbrechen und folgte Naira rüber auf das Sofa, die ihn liebreizend damit aufzog, dass es Parallelen gab zwischen ihm und dem Grinch.
      Grummelnd zog Victor eine Schnute: "So schlimm ja?" Doch dann schnaubte er nur selbst belustigt. Es stimmte vielleicht ein wenig, nur hasste er eben Weihnachten nicht so sehr, wie das grüne Monster in dem Film.
      Er ließ sich neben Naira auf das Sofa fallen und zog die Decke mehr über sie, als über sich. Ihm war nicht großartig danach sich zu zudecken, denn das gute Essen hielt warm und auch so war die Wohnung mehr als ausreichend gewärmt.
      Stattdessen rutschte er runter und ergab sich dem Programm, dass Naira ihnen da aufhalste. Der Grinch...Ein Weihnachtsklassiker, den man sich immer wieder ansehen konnte.
      Victor trank den letzten Schluck aus dem Glas und statt es abzustellen, behielt er es in der Hand. In der Hälfte des Films nickte er weg und landete dadurch auf Nairas Schulter. Sie hatten sich eine gute Mütze Schlaf verdient, auch wenn es besser gewesen wäre, Naira wohl den Vortritt hierbei zu lassen, denn mit ihrem Bein sollte sie sich definitiv ausruhen.
    • Naira O’Connor

      Der Grinch war einer ihrer Lieblingsfilme, besser als das eigentliche Programm zu den Feiertagen.. Kevin allein Zuhaus Teil eins bis Hundertfünfundsiebzig, übertrieben gesagt, Sissi oder die ganzen anderen Filme über Weihnachten. Warum sah man sich zu Weihnachten Filme über Weihnachten an?! Der Grinch war wenigstens noch witzig und nicht so übertrieben, wie die anderen.
      Victor legte sich zu der Dunkelhaarigen hin, die gerne ganz nah an ihn rutschte. Sie brauchte die Wärme und die Nähe, schließlich durfte sie diese auch haben, ohne ein schlechtes Gewissen zu kriegen, sie waren immerhin ein Paar und da lernte sie ihren Partner von einer ganz anderen Seite kennen, einer liebevolleren, sanften Art.. Naira griff kurz zu ihrer Kette, hielt sie fest und strich drüber, das könnte ihr Lieblingstick werden, mit so einem Geschenk hatte sie einfach nie gerechnet..
      Nach der Hälfte des Films war Victor komplett weggetreten, da musste die Frau schon ein wenig schmunzeln. Sie nahm ihm das Glas aus der Hand und stellte es hinter sich auf die kleine Kommode ab, damit es nicht kaputt gehen konnte. Ihre Hand wanderte dann automatisch zu seinem Kopf und dem roten Haar, fuhr da durch und kraulte den Mann ein wenig. Ein Lächeln war auf ihren Lippen zu sehen, es war wirklich schön.. der Hund zwischen ihren Beinen, ihr Freund an ihrer Schulter und ein gelungenes kleines Weihnachtsfest.. so könnte es immer sein, wie sie es empfand..
      Irgendwann zum Ende des Films schlief auch Naira ein, während sie ihren Kopf an ihren Partner anlehnte. Sie hatte sich ein wenig an ihn gekuschelt, ohne das Bein zu sehr zu belasten und machte sich nicht einmal die Mühe den Fernseher auszuschalten, er tat es von selbst irgendwann mitten in der Nacht. Morgen könnten sie noch ein wenig zur Ruhe kommen, dann war es sicherlich kein Problem wieder zur Arbeit zu gehen, immerhin konnten sie beide nicht lange zuhause aushalten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Mitten in der Nacht wachte Victor wieder auf und stöhnte entnervt, weil sein Arm eingeschlafen war. Draußen war es dunkel, nur der Schnee gab einem die falsche Hoffnung, dass es bereits morgens war. Der Fernseher war aus und Naira lag, soweit er es ihr wohl erlaubt hatte, neben ihm auf dem Sofa...Ob sie jemals wieder in ihrem Bett schlafen würden statt vor dem Fernseher einzuschlafen, fragte er sich und stand für den Moment auf. Victor versuchte so vorsichtig wie möglich zu sein und sie nicht zu wecken. An sich hätte er sich locker noch ein wenig dazu legen können, doch ein Blick auf die Uhr verriet ihm, dass sowieso nur noch zwei Stunde übrig war, also entschied er sich wach zu bleiben. Er brauchte nicht noch mehr Schlaf, denn er bekam mehr als sonst und mit denen hatte er auch schließlich überlebt.
      Diese zwei Stunden verbrachte er damit endlich einmal eine Dusche wieder zunehmen und seinen Bart und die Haare in Ordnung zu bringen. Spike, der ebenfalls mit ihm wach geworden war, saß weiterhin neben seinem Frauchen, das noch schlief. Sie würden ihn heute noch raus bringen und den typischen Alltag genießen von Arbeit, Hund mit zur Arbeit nehmen und sich Kopf darüber zerbrechen wo zum Teufel eigentlich ihre Zielperson war...Thomas...
      "Na fröhliche Weihnachten auch an dich, Arschloch...", brummte Victor, fuhr noch einmal durch die Haare und ging dann rüber in die Küche, wo er anfing die gestrigen Sachen vom Tisch zu räumen und zur Spüle zu bringen. Einen Teil davon packte er sogar ein. Man lebte...aber diese Art von Arbeit früh morgens hatte er lange nicht mehr verübt. Selbst das leise sein gelang ihm nur mehr oder minder und mit der Kaffeemaschine war es mit der Ruhe sowieso dahin. Spike bewegte sich und kam in die Küche, um sein Fressen von Victor abzuholen und Naira durfte auch schon bald wach sein...
    • Naira O’Connor

      Es war eine angenehme Nacht für die Frau gewesen, auch wenn sie schmerzen hatte, höllische Schmerzen. Naira hatte aufgrund des Weins keine Schmerzmittel eingenommen, das bereute sie natürlich in der Nacht, irgendwann hatte sie sich aber daran gewöhnt und konnte bis zum Morgen durchschlafen. Geweckt wurde die Frau nicht von Victor, der sich fertig machen wollte, sondern von der Kaffeemaschine, die ihr andeutete, dass es bald soweit war. Ein Seufzen entfuhr ihr und sie kuschelte sich in die Bettdecke ein, ihr Hund hatte auch seinen Platz verlassen. Die Dunkelhaarige hörte, wie der Tisch abgeräumt wurde und für einen Moment bildete sich ein Lächeln auf ihren Lippen. Es war schön aufzuwachen und nichts tun zu müssen, weil es jemand anderes für sie tat, in diesem Falle Victor. Vielleicht war die Beziehung gar nicht dem Untergang geneigt?
      Gute viertel Stunde vor dem Wecker erhob sich die Frau und streckte sich ein wenig, ihr Bein meldete sich wieder. Irgendwie schaffte sie es in die Küche zu Victor und lehnte ihren Kopf an seine Brust, bevor sie die Augen schloss. „Holst du mir bitte das Schmerzmittel runter“, murmelte sie und blieb so stehen, sie würde sich nicht auf die Zehspitzen stellen, um alles runter zu holen und vielleicht noch das Bein zu sehr zu belasten, sie ließ es lieber den großen Mann machen, an dessen Brust ihr Kopf noch immer gelehnt war. „Danke, dass du aufgeräumt hast..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte kein großes Vergnügen mit Aufräumarbeiten, deswegen war sein Haus wohl noch immer mit Umzugskartons gefüllt statt mit einer schönen warmen Atmosphäre die einem erlaubte mal wirklich einziehen zu können. Hm...Allein bei dem Gedanken an sein Haus musste er sich in den Hintern beißen...Er hätte nicht sein ganzes Geld wegschmeißen und ein Haus kaufen sollen, dass er eh nicht benutzen wollte. Es war einfach ein Impuls gewesen. Ein dummer noch dazu.
      Spike schaufelte sich sein Trockenfutter rein und war der brave Hund, der er immer war. Sogar als Naira aufwachte und in die Küche tapste. Ihr Wachwerden hatte Victor mitbekommen und war darauf gefasst sich wieder sozial zu betätigen. Noch war sein Akku dafür gefüllt...Er hatte nur die dumme Vorahnung, dass er schon bald wieder leer laufen würde und nichts mehr für die Beziehung tat. Einzig und allein hoffte er, dass die Energie reichte bis Naira auskuriert war mit ihrem Bein.
      Überraschenderweise kam die junge Detective auf ihn zu und umarmte ihn, den Kopf auf die Brust gelehnt und wohl noch sehr verschlafen. Sie murmelte etwas von Schmerztabletten und er schaffte es diese sogar zu holen, ohne sie groß von sich zu schieben. Stattdessen hielt er sie sogar selbst noch einmal fest, damit sie nicht fiel oder dergleichen.
      "Die kannst auch unten liegen lassen...Wenn ich mal nicht da sein kann, erreichst du sie.", sagte er und holte noch im selben Atemzug ein Glas Wasser für Naira.
      "Und keine Ursache..."
      Dadurch, dass er bereits einige Zeit wach war, konnte er nicht mehr viel mit einem guten Morgen anfangen. Stattdessen fühlte es sich für ihn an wie mitten am Tag und so wollte er es an sich auch handhaben, natürlich mit einer Prise Rücksicht auf seine neue Freundin.
      Victor lotste sie zu einem Sitzplatz und brachte ihr auch sogleich ein Omelette und Kaffee mit dem Glas Wasser und den Schmerzmitteln. Dann setzte er sich ihr gegenüber mit dem Frühstück und ebenfalls einem Kaffee.
      "Wir sollten in einer halben Stunde los. Die Straßen scheinen frei zu sein, also wird Ramirez uns wohl erwarten im Revier."
      Er sprach ruhig und ausgeschlafen, gleichzeitig wieder verfallend in seine ernste Art, weil sie eine Sache noch ansprechen mussten, bevor es zurück in den Dienst ging: "Wie...willst du das am Arbeitsplatz handhaben mit uns beiden? Ich..", er stopfte sich eine Gabel mit Essen in den Mund, hielt dabei den Kopf gesenkt, weil das Thema so früh am Morgen doch unangenehmer sein könnte: "Ich meine nur...es ist nicht gern gesehen und...ich frage nun lieber...bevor ich mir zu viele Gedanken machen werde."
    • Naira O’Connor

      Sie hätte einfach mal nichts tun können, immerhin hatte Victor für alles gesorgt und auch wenn es ihr nicht so gut ging konnte sie darüber Lächeln. „Du bist ein Schatz“, entgegnete Naira kurz und griff zunächst zu den Schmerzmitteln, als Victor ihr alles bereit gestellt hatte. Eine doppelte Dosis, damit es den Arbeitstag über reichte, nun musste sie sich nur noch eine viertel Stunde gedulden, dann würde es ihr besser gehen. Sie spülte die Tabletten mit reichlich Wasser, bevor sie mit dem Kaffee ein wenig nachhalf. Eigentlich hatte die Frau überhaupt keinen Hunger, aber es roch richtig gut und wenn sie nicht jetzt aß, dann würde sie den ganzen Tag nichts essen und nur noch weiter abnehmen. Sie seufzte innerlich, griff aber zu der Gabel und nahm ein Stück von dem Omlett in den Mund. Es war gar nicht schlecht, darin war der Mann scheinbar schon geübt und ihr Magen freute sich über etwas zu Essen.
      Naira blickte auf, als ihr Partner mit ihr sprach, aber die Antwort war für sie klar. „Arbeit und Privates wird getrennt.. während der Arbeitszeit sind wir Partner und klären den Fall auf, was wir danach machen sollte keinen interessieren, außer uns beide“. Es klang vielleicht ein wenig schroff, aber sie lächelte warm, um ihre Worte sanfter zu gestalten, bevor sie noch weiter aß. „Du brauchst dir keine Gedanken zu machen, du bleibst bei der Arbeit weiterhin ein Arschloch und ich bleibe weiterhin der noch größere Arschloch“. So nett war Naira nun wirklich nicht,aber ihre Kollegen waren sich dessen bewusst. Das Schmunzeln auf den Lippen bildete sich dennoch.. „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, wir kriegen das hin, wir haben alles andere auch schon hingekriegt.. aber kein Wort zu Ramirez bezüglich meines Beins.. das könnte mich den Kopf kosten“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • So besorgt Victor auch war, er konnte es dennoch verstehen, wenn sie beide unterschiedlicher Meinung gewesen wären. Ramirez hatte sie beide im Krankenhaus gesehen, ihre sogenannte Wiedervereinigung und sie hatte Victors Eifersucht auf Alex in dem kurzen Barbesuch mitbekommen dürfen. Die Frau hatte ihre Sporen als Captain nicht von irgendwoher und würde wohl Eins und Eins zusammenzählen, egal ob die beiden es nun wollten oder nicht.
      Es war aber gut zu hören, dass Naira der gleichen Meinung war, wie Victor und sich damit einverstanden erklärte, dass sie es nichts und niemandem sagten. Dabei waren ihre Worte direkt und nicht so umschreibend, wie Victor es manchmal veranlasste zu handeln, wenn es um Gefühle ging.
      Ihr Schmunzeln erwiderte er dennoch: "Wir streiten uns jetzt nicht darüber wer der größere Arsch ist, einverstanden?"
      Es war zwar eine schwere Frage gewesen und ein heikles Thema, dennoch waren sie ja erwachsene. Eine Tatsache auf die er öfter plädieren und sich auch so verhalten sollte. Das Omelette schmeckte ganz passabel seiner Meinung nach, man konnte ja nicht viel dabei falsch machen und es hatte sich zu dem einzigen Frühstück entwickelt, dass er wirklich machen konnte, nebst Zerealien und Milch, wobei er die nicht mochte.
      Über die Sache es Ramirez zu erzählen willigte Victor ein: "Ich will meinen auch behalten und so lange deiner dran ist, solange behalte ich meinen..."
      Sie aßen schließlich zu Ende und Victor machte sich dann nach dem letzten Schlucken Kaffee daran den Rest abzuräumen und in die Spülmaschine zu stellen, damit sie laufen konnte, während sie auf der Arbeit waren.
      Mit dem Gedanken dies sei nun das letzte und erste Essen gewesen, dass sie heute zu sich nehmen werden, kam Victor der Gedanke essen mitzunehmen...Essen mitnehmen...Nein. Das war nicht sein Stil und verriet zu viel über ihre Beziehung, wenn denn nicht schon das ständige gemeinsame Anfahren in Nairas Wagen nicht genug war.
    • Naira O’Connor

      Das Schmunzeln wurde noch größer, als Victor darauf einging, was die Frau gesagt hatte. „Einverstanden, auch wenn ich gewonnen hab, entgegnete Naira und nahm noch ein Stück des Omlettes zu sich. Es war eine lockere Atmosphäre, vielleicht lag es auch daran, dass Naira die lockerere von beiden war, was Gefühle anging, aber auch Victor taute scheinbar langsam auf, er wurde von Wort zu Wort spürbar lockerer.
      Das Frühstück war gegessen, da trank die Frau noch den Kaffee langsam auf. Sie brauchte ihn, um den morgen zu überstehen, danach würde es nur besser werden. „Ich zieh mich noch um“, sprach sie, stellte die leere Tasse zurück auf den Tisch und erhob sich langsam. Sie hatte die Sachen von gestrigen Abend noch an, damit wollte sie nicht zur Arbeit, außerdem konnte die Dunkelhaarige einen Blick auf die Wunde werfen. Mit viel Mühe kam Naira auch in ihrem eher kälteren Schlafzimmer an, dafür ließ sie die Tür auf, so zog die Wärme aus dem Wohnzimmer rein, jedenfalls hoffte sie es.
      Ein Blick auf die Bandage bestätigte der Frau, dass alles so langsam in Ordnung zu sein schien, wenigstens das machte keine Probleme mehr. Naira drängte sich in eine Jeans rein, wobei sie so viel abgenommen hatte, dass sie gar nicht so eng war, und griff zu einem Hemd, wie es sich in ihrem Beruf gehörte. Die Haare verschwanden in einem Zopf, offen störten sie sie nur bei der Arbeit, das größere Problem wären die Schuhe, in welche sie sich reindrängen musste, aber alles würde sie irgendwie hinkriegen.
      „Wir müssen die Sachen aus der Hütte heute noch einmal genauer in Betracht ziehen“, sprach sie und kam aus dem Schlafzimmer, um sich die Schuhe zu nehmen. An ihrem Hals war die Kette zu sehen, die der Rothaarige ihr geschenkt hatte, es war wie der Ring an ihrem Finger, der zeigen sollte, dass sie vergeben war. „Und wir schmeißen alles rein, was wir bisher haben, vielleicht gibt es neue Ideen“. Die Schuhe waren irgendwann angezogen, die Jacke kein Problem, sie musste nur die Treppe bewältigen. „Willst du mit Spike mal vorgehen? Ich brauche ein wenig länger“. Ihre Augen suchten den Augenkontakt, denn wenn Eide die Wohnung verlassen würde, müssten sie Abstand haben..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Das Abräumen war schnell erledigt und er kümmerte sich nur noch schnell um sich, zog die Schuhe an und legte die Jacke sowie den Autoschlüssel mit dem Geldbeutel bereit. Dann nahm er Spike auch ohne ein weiteres Wort an sich und balgte ein wenig mit diesem, der nun weniger verschlafener wirkte, weil er etwas fressen durfte und nun es wohl kaum erwarten konnte hinaus zu gehen.
      Naira kam schließlich auch und kämpfte mit ihren Schuhen, bevor sie ihn ansah. Er leckte sich kurz über die Lippen und sah zurück in die Wohnung, bevor er seufzend an sie heran trat. Er musste sich seinen Gefühlen ergeben, um eine Beziehung aufrecht zu erhalten, das wusste er. Es war nur so schwer...Er zog sie an sich und küsste sie kurz, dann griff er nach der neuen Jacke und zog sie sich an. Mehr als Jeans und Hemd trug er ebenfalls nicht, aber was hatte er auch anderes zu bieten. Der Job war alles und was der job sagte was getragen werden musste, das trug er dann auch.
      Mit Spike an seiner Seite ging er voran aus der Wohnung. Ab hier waren sie nur noch Kollegen und beide mussten sich daran halten. So schwer konnte das ja nicht sein, wie es in Filmen und Erzählungen von anderen immer heißt...Man muss sich ja nur zusammenreißen. Und Alex sollte ihm aus dem Weg gehen sonst rutscht ihm noch ein Kommentar heraus.
      "Wenn du dich bereit fühlst für die Hütte fahren wir noch einmal hin, vielleicht kommen wir an einen Geländewagen vom Revier, dann brauchen wir deinen nicht kaputt machen und fahren bis dorthin.", schlug Victor auf dem Weg nach unten vor. Auch wenn er schneller sein konnte, er ließ sich Zeit, um in ihrer Nähe zu bleiben. Nur Spike rannte voraus und wartete hechelnd darauf, dass man ihm die tür in die Freiheit öffnete. Womit ihm Victor herzlich half. Kaum war die Tür einen Spalt offen, verzog sich der Hund in den Schnee und kontrolliert wie üblich sein Revier.
      Victor blieb unten an der Türe stehen und wartete auf Naira, dass sie ebenfalls durch konnte.

      "Nehmen wir Alex mit zu der Hütte...er hat schließlich als Teammitglied ein Recht darauf."
    • Naira O’Connor

      Ihr Partner lief tatsächlich nicht wirklich voraus, er ließ den Hund zwar nach draußen, aber er blieb bei Naira und sprach sogar mit ihr. Diese hatte zwar mit dem Treppensteigen ein Problem und eine Beschäftigung, aber die Ablenkung seitens des Rothaarigen war gar nicht so schlecht. „Wir kriegen sicher einen Wagen von dem Revier zur Verfügung“, bestätigte die Frau und kam irgendwann auch unten an. Sie seufzte,holte dann tief Luft und hielt sich einen Moment an dem Geländer fest. Ihr Partner hielt ihr die Tür offen und für einen Moment hatte sie Mitleid mit sich selbst, dass es sie so getroffen hatte, aber es war nur ein Moment.. „Und wir nehmen ihn auch mit, er hat es verdient“, auch das bestätigte die Frau und verließ den Flur durch die ihr offen gehaltene Tür, um in die Kälte zu laufen. „Aber mal gucken ob er überhaupt auftaucht.. letztes Jahr hat er sich aus Mitleid besäuft und ich musste ihn am Kragen zum Revier zerren, weil Ramirez natürlich mich fahren ließ“. Naira verdrehte die Augen und sah kurz zu ihrem Partner, bevor sie den Hund zu sich pfiff. Spike lief zu seinem Frauchen und sprang in den Wagen, denn die Frau hielt ihm die Tür offen, bevor sie selbst auf den Beifahrersitz kletterte. Die Schmerzmittel fingen an zu wirken, ihr ging es mit einem Schlag deutlich besser. „Ich hoffe, der Tag ist schnell vorüber“, murmelte sie kopfschüttelnd und sah aus dem Fenster. „ich habe keine Lust auf diese ganzen Weihnachtsgrüße..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein wenig war Victor doch überrascht, dass sich Alex ins Mitleid gesoffen hatte. Selbstmitleid war eine trügerische Falle, der man nicht entkommen konnte, egal wie diszipliniert oder selbstbewusst man sein wollte. Früher oder später erwischte einen etwas, dass einen hinunterzog und nicht mehr aufstehen ließ. Alex schien nicht so anders als Victor...Nur hielt er sich besser auf den Beinen und in seinem Job wie es schien. Wenn man von den Aufgaben und der Gewinnchance der Fälle absah...Victor konnte wenigst darin sagen, dass er ein guter Detective war. Wenigstens in einer Sache besser sein als Alex. Na ja, und natürlich, dass er nun Naira abbekommen hatte. Ein dummes Grinsen stahl sich auf seine Lippen und er senkte den Kopf zu Boden. Vielleicht sollte er nicht so ein Arsch sein in diesem Fall.
      "Dann wird uns wohl nichts anderes bleiben ihn zu holen, wenn Ramirez der Meinung sein wird...", Victor nahm sich die Zeit draußen und begutachtete den Wagen, der unter einer guten Lage an Schnee stand. Er konnte locker mit dem Meter an Schnee auf der Decke fahren, der Fahrer hinter ihm wäre aber wohl weniger erpicht, wenn ihm das alles beim Runterfallen die Sicht nehmen wird.
      Trotz der warmen Jacke lief ihm der kalte Schauer über den Rücken, als er anfing den Wagen frei zu kratzen damit wenigstens Naira sich mit dem Hund in den warmen Wagen setzen konnten, den er dann zeitig anließ.
      Den größten Haufen an Schnee strich er mit seinen Armen von dem Jeep und kam selbst an seine Grenzen, als er versuchte das Dach zu befreien. Nach 5 Minuten sinnlosem Probieren setzte er sich rein und schüttelte den Kopf.
      "Keine falschen Hoffnungen hegen, das lernt man als Detective zuerst.", erwiderte Victor noch ihre letzten Worte über die Hoffnung und dass der Tag schnell vorbei gehen wird.
      Dann fuhren sie endlich los und Victor ignorierte die Lichthupen, die ihm der Fahrer hinter ihm gab, weil wie erwartet die Ladung Schnee vom Dach geweht wurde und damit die Sicht nahm.
    • Naira O’Connor

      „Mhmmm“,murmelte Naira nur, als Victor ihr entgegnete, dass sie Alex wohl holen musste. „Dann wird er ja noch denken, dass es mir wichtig ist..“. Das wollte sie ganz bestimmt nicht, immerhin war sie nun in festen Händen und das sollte auch so bleiben. „Aber wenn sie es so will, müssen wir da wohl durch“. Na, so schlecht fing es zwischen den beiden wohl nicht an, bisher hielt sich Naira genauso zurück, wie bisher, es fehlte nur noch die schlechte Laune von Victor, dann würde sich nichts verändern.
      Der Rothaarige fuhr los und die Frau lehnte sich ein wenig zurück, schloss die Augen noch für einen Moment. „Die Hoffnung stirbt immer zuletzt“,betonte die Frau und sah noch einmal zu ihren Partner, um ihn ein wenig anzugrinsen. „Aber ich weiß doch selbst, dass es heute echt scheiße sein wird..“.

      Die beiden brauchten nicht lange, bis sie an Revier ankamen, sie waren dieses Mal sogar mit die ersten, die dort ankamen. Naira stieg aus und ließ ihren Hund hinten auch raus, bevor sie ihren Schal ein wenig höher zog, damit ihr Gesicht nicht erfrieren konnte. Ein wenig langsam kam sie dann letztendlich in dem Gebäude an, wurde aber sofort von der Hitze, die sich innen drin befand überwältigt. Ein Baum stand in der Mitte des Flures, geschmückt und mit künstlichen Geschenken, irgendjemand hatte sich wohl viel Mühe gegeben. Ohne groß was zu sagen lief die Frau in ihr Büro, die Frau am Empfang war noch nicht da gewesen, sie zog ihre Jacke aus und stellte die Heizung ein wenig runter. Spike legte sich auf seinen Stammplatz, fing auch an an seinem Knochen zu kauen.
      „Das ist ja süß...“, murmelte Naira, als sie das kleine Geschenk auf dem Schreibtisch entdeckte. Ramirez hatte sich wohl für jeden mühe gegeben, kurz wurde es der Frau warm ums Herz.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor sah aus dem Augenwinkel zu ihr, als sie sagte, sie wisse wie schlecht der Tag verlaufen wird. Er gab nur eine kurze Geste von sich, die so viel bedeutete wie: Ich sag's dir ja. Dann fuhren sie still an diesem frühen Morgen weiter bis zu dem Revier. Die Straßen waren größtenteils geräumt, ihnen fuhr ein Winterdienst auf der anderen Spur entgegen und es wirkte so still und idyllisch. Fast schon zu schön um war zu sein. Noch hielt der Traum eines normalen Lebens an für Victor. Noch war seine Laune aber auch auf einem Höhepunkt. Wie lange er sich bei dieser Laune halten konnte, konnte und wollte er nicht sagen. Es konnte jederzeit soweit sein, dass es daneben ging. Das wichtigste wäre nur, dass Naira nicht in seiner Nähe dann war, sondern jemand anderes an dem er seinen Frust und die Laune auslassen konnte. Sie hatte schließlich mehr als genug schon erlebt.

      Der Parkplatz des Reviers war noch nicht so befüllt. Es waren kaum Kollegen da und innerhalb des Gebäudes herrschte die Sahara. Da hatte es wohl jemand nötig gehabt, sie so hoch zu stellen. Je nach Zeitpunkt wäre Victor damit sogar einverstanden gewesen. Zum Beispiel während seiner Erkältung, aber jetzt war ihm das ebenfalls zu viel. Die dicke Jacke hatte ihn nicht einmal die Kälte durchkommen lassen, was natürlich nur für die Qualität dieser spricht und ihn zufrieden ließ.
      Victor lief nach hinten durch zum Büro und wurde nicht wie Naira zuerst mit dem Geschenk auf dem Schreibtisch begrüßt, sondern hauptsächlich von den vielen lose hängenden Enden ihres Falls, die Alex fein säuberlich sortiert und hingehängt hatte. Naira und Victor hatten damals nur ergänzt gehabt. Es war nicht so, als sei die Wand leer...Sie war nur nicht das was er sehen wollte. Es brauchte einen roten Kreis, ein Ziel...eine Antwort wieso das alles geschah. Es tat im Kopf weh wieder, zu wissen, dass sie nicht voran kamen.
      Die Jacke hing Victor auf und trat dann an seinen Platz an dem sich auffälligerweise kein kleines Geschenk befand. Sollte es so sein, dass er noch viel zu frisch war für das Revier, dass man ihn beschenken konnte, dann wäre er damit einverstanden. Aber das Naira eins bekam...
      Im selben Moment kam Alex zu aller Überraschung ins Büro. Er trug seinen Pullunder und das Hemd, dessen Ärmel er sich hochgekrempelt hatte. Er sah nicht ganz frisch aus, aber er schien sich hierher getragen haben, in dem Wissen, dass jemand ganz besonderes wieder bei ihnen war. Victors Laune sank wieder, allein beim Anblick, doch die zwei Männer begrüßten sich und wünschten sich still ein frohes Weihnachten.
    • Naira O’Connor

      Stehen war für die Frau sehr anstrengend, deshalb setzte sie sich in ihren Bürostuhl und betrachtete das Päckchen. Es war ein wenig größer als eine Faust, hatte aber sonst nichts auffälliges, außer das rot schimmernde Papier, in welches es gepackt war. Das Alex dazu trat war ihr sehr recht, sie musste so seinen Hintern nicht aus seiner Wohnung rausholen, darauf hatte sie nämlich noch weniger Lust, als auf das Revier an den heutigen hat.
      „Morgen Alex“, sprach Naira eher beiläufig und sah nur kurz hoch, denn sie stellte das kleine Geschenk wieder auf den Schreibtisch hin und allzu viel Aufmerksamkeit wollte sie dem Mann nicht schenken. Sie blickte dennoch in die Runde der Männer. Die beiden waren sich so ähnlich, der eine nur ein wenig größer als der andere und die Haarfarben passten vielleicht nicht zueinander, aber wenn man sie nach ihrem Charakter verglich, waren sie sich Ähnlicher, als sie es glaubten..
      „Wollen wir einfach anfangen und es hinter uns haben?“, fragte sie knapp, immerhin würde es ihre Laune ziemlich senken, wenn sie wieder einmal über Thomas nachdenken würde. Da wurde es der Frau wirklich übel, sie hoffte aber darauf, das Frühstück im Magen zu behalten. Ihr Telefon war die letzten Tage aus, eine Nachricht wurde ihr damit also erspart, aber sie hatte das unwohle Gefühl, dass es bald viel schlimmeres gab, als nur eine schlechte Nachricht von dem Psychopathen, hinter dem sie her waren.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

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    • Alex hatte Naira ein breites Lächeln zu geworfen und natürlich ganz groß fröhliche Weihnachten gewünscht, die Naira wohl nicht hören wollte, aber sie bekam es und Alex machte da keinen Hehl daraus, dass er es nur an sie gewandt sagte. Victor ließ er außen vor und beachtete ihn nicht, wie er in seiner wie sonst immer kritischen Haltung ihn begutachtete und gefühlt sinnlos ins Nichts starrte. Er hatte zwar Respekt vor der Arbeit des anderen, die er bereits hinter sich hatte, aber von Tag eins auf an, war Victor ihm suspekt gewesen. Ihre erste Begegnung bestand schließlich nur daraus, dass er ihn ansah und dann ruckartig verschwunden war mit einem blassen Gesicht. Alex war ja kein Geist und kein Krimineller vor dem Mann Angst haben musste.
      dem Blonden entging nicht das Naira das Geschenk bei Seite schob und stattdessen vorschlug mit der Arbeit zu beginnen. Victor war natürlich vorne dabei und stimmte dem ganzen zu. Ihm wäre es schließlich auch lieber, wenn sie heute schnell fertig werden mit allem und ein paar Schritte weitergehen konnten.
      "Natürlich...", antwortete Alex mit mehr Motivation als alle zusammen hier im Raum haben durften. Er ging zu seinem Platz über, nahm einen Stapel an Papieren und teilte ihn in drei. Zwei davon verteilte er an je eins an Naira und eins an Victor.
      "Ich habe alles noch einmal zusammengefasst was wir haben...Unsere heißeste Spur wird wohl oder übel die Jagdhütte Draußen im Wald sein, wo du mit deinem Vater oft warst. Das letzte Mal wurde sie genutzt von einem Gewissen Johnsson.", ein älterer Mann, der dort mit einem alten Freund Jagen geht. Der Freund wurde aber nicht eingetragen."
      Victor kratzte sich am frisch gestutzten Bart: "Das sind...gute Neuigkeiten...Hast du die Anschrift von ihm?"
      "Ja, habe sein Gesicht auch gleich durch die Datenbanken gejagt. Er hat aber eine Lupenreine Weste, würde ich schon sagen. Nicht einmal ein Ticket fürs Falschparken oder sowas...", Alex verschränkte nun seinerseits die Arme.
      Victor schob sich hoch: "Ich such Ramirez und hol uns den Geländewagen, damit wir loskönnen...Da wir aufpassen müssen holt Schutzwesten."
      Damit ging er aus dem Raum und ließ die beiden zurück, um Ramirez in ihrem Büro aufzusuchen. Langsam hatte sich tatsächlich das Revier gefüllt und zwischen den blauen Uniformen blickte auch hier und da noch ein Weihnachtspullover hindurch.
    • Naira O’Connor

      Die neue Spur war nicht schlecht, die drei konnten sicherlich noch einmal zur Hütte fahren und auch den Mann befragen, wobei Naira der Name des Mannes nichts sagte. Sie kannte sehr viele in Anchorage, sehr sehr viele, hauptsächlich aufgrund ihres Vaters, aber dennoch sagte ihr dieser Name gar nichts. Nun, vielleicht gehörte der Mann zu den Leuten, mit denen Naira normalerweise keinen Kontakt hatte, aber sie würde es ja früher oder später sehen..
      Die Dunkelhaarige sah ihrem Partner nach, der aus dem Raum rausging und sie mit ihrem Lieblingskollegen alleine ließ. Innerlich seufzte die Frau kurz, aber sie erhob sich, sie wollte nach ihrer Weste schauen. „Wie war dein Abend gestern?“, warf Alex in den Raum rein, aber Naira ließ sich nicht aufhalten, sie lief aus dem Raum raus, er folgte ihr aber. „Ganz in Ordnung, die Ente war lecker“, antwortete sie eher beiläufig, während sie in einem der kleineren Lagerräume nach ihrer Weste suchte. Alex fand sie vor ihr, reichte sie ihr aber und lehnte sich gegen den Rahmen während seine Augen nicht von der Frau wichen. „Warst du alleine ?“,kam als nächstes, während Naira sich die Weste anzog. „Nein. Und wie hast du ihn verbracht?“. Es war der erste Moment, in welchen ihre Augen den Mann musterten. Sie konnte sofort erkennen, was er letzte Nacht genau gemacht hatte, der Alkohol war wahrscheinlich sein Begleiter gewesen. Der Mann strich sich ein wenig unsicher durch die Haare, aber er antwortete nicht, die Antwort war also tatsächlich klar. „Ist die neu..?“, kam es letztendlich aus seinem Mund und er deutete mit einer knappen Handbewegung auf die Kette an Nairas Hals, aber sie beantwortete die Frage nicht, es hatte ihn einfach nicht zu interessieren. „Ist meine Jacke zurück?“, fragte sie stattdessen, da nickte der Mann aber nur und ließ ihr den Platz, damit sie durchgehen konnte. Mit den Schmerzmitteln konnte die Frau richtig gut laufen, trotzdem achtete sie auf jede kleine Bewegung, sie wollte definitiv nicht übertreiben.
      Die Jacke ihres Vaters war wieder zurück gewesen, Naira griff danach und umhüllte sich mit ihr, sie war für den Wald deutlich wärmer und besser geeignet, als die Winterjacke die sie eigentlich hatte. Spike bewegte sich aus dem Körbchen zu seinem Frauchen, welche mit dem Gewehr in der Hand auf die beiden Männer wartete. Sie zündete sich draußen eine Zigarette an, während ihr Hund die Runden drehte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Captain Ramirez saß wie so oft an ihrem Schreibtisch und war vergraben ihren Papierunterlagen. Victor beneidete sie nicht um ihren Job, auch wenn der Titel eigentlich eine ganz gute Beförderung wäre für einen Detective...
      "Ah, guten Morgen Parker. Sie und Naira sind auch endlich angekommen?", fragte sie freundlich und rieb sich die Augen. Sie schien verschlafener, als die letzten Male, die er sie gesehen hatte. Victor nickte nur knapp und sah sich im Raum um, als würde es ihm helfen herauszufinden warum sie so müde war, doch es war alles wie sonst auch immer.
      "Ich habe nur die letzte Nacht damit verbracht mich von den Kindern loszureißen und meinem Mann, damit wir im Revier eine halbwegs angenehme Zeit haben können. Man muss sich in solchen Zeiten anstrengen, wenn man überleben will.", Ramirez sah nicht nur müde aus, sie klang auch danach. Also kein Grund unfreundlich zu sein.
      "Ich ... Ja, es sieht gut aus. Danke, Captain.", Victor richtete ein wenig die Schultern und verwies dabei auf den Eingang des Reviers, wo die meisten im offenen Büro saßen und arbeiteten. Es sah wirklich gut aus, nur konnte er es auch nicht wirklich beurteilen, ob es die Stimmung der Menschen wirklich heben würde, wenn sie den leuchtenden Baum vor der Nase hatten. Vor allem nicht, wenn ein Sträfling durchgehen musste zu den Verhörräumen.
      "Nun, Sie sind bestimmt nicht umsonst hier.", Ramirez lenkte wieder auf den eigentlich Grund, weswegen Victor überhaupt da war.
      "Wir werden rausfahren zu der Hütte, die wir das letzte Mal gefunden haben. Alex schien etwas gefunden zu haben und Naira ist bereit sich alles noch einmal anzusehen...Dafür werden wir einen der ausgerüsteten Geländewagen brauchen vom Revier."
      "Natürlich."
      Victor stützte, dass Ramirez ihnen so einfach den Wagen überlassen wollte. Doch sie schickte ihn nach dem Freibrief zurück zu einem anderen, der sich um das Inventar kümmerte und um den Fuhrpark der Polizei. Dort konnte er sich eintragen und einen der Schlüssel bekommen. Dann ein kurzer Abstecher zu den Schutzwesten, bevor er mit der neuen Jacke über den Schultern Naira und Alex draußen vor der Türe fand, während Spike sich in einem Schneehaufen verbuddelte.
      Victor klimperte mit den Schlüsseln: "Dann wollen wir mal los, mh?"
      Alex nickte einverstanden und war wohl der einzige, der sein gegenüber wahrnahm, denn Victor ignorierte es gefließenhaft. Es war nicht die beste Gruppendynamik, die man haben konnte, andererseits war es nicht gerade so, dass sie Alex dabei haben wollten.
    • Naira O’Connor

      Die Kälte war bestimmt für einige unerträglich, aber für Naira war sie in der dicken Jacke ihres Vaters fast nicht spürbar. Ihre Hände litten ein wenig, aber es war es ihr trotzdem wert eine Zigarette anzuzünden und ihre Lungen mit dem tödlichen Rauch zu füllen. Alex gesellte sich irgendwann zu der Dunkelhaarigen und ihrem Hund, er wagte es dieses Mal nicht einmal zu erwähnen, dass die Frau seiner Träume rauchte, er behielt es einfach still für sich, dies war die deutlich bessere Variante. Er wollte keinen Streit an einem solchen Feiertag auslösen, er war aber darauf gespannt wie sie wohl auf sein Geschenk reagieren würde.
      Victor gesellte sich irgendwann zu den beiden, er deutete mit den Schlüsseln an, dass er wohl einen Wagen bekommen hatte. Die Frau warf ihren Stümmel weg und pfiff ihren Hund zu sich, der im Schnee verstecken spielte. Die drei bekamen einen der neueren Wagen, die sich das Revier zugelegt hatte. Ein dunkelblauer Amarok stand auf dem hinteren Parkplatz des Reviers, man sah dem Wagen an, dass er neu war. „Mit so etwas kann man doch fahren!“. Die Frau hatte ein Fable für große Geländewagen, was unter anderem auch der Grund dafür war, dass sie selbst einen fuhr, der andere Grund waren sicherlich die Weggegebenheiten.. selbstverständlich ließ die Frau zunächst ihren Hund hinten rein, bevor sie sich nach vorne setzte, sie brauchte Platz für ihr Bein, Alex konnte dafür ruhig hinten sitzen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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