[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

    • Victor lehnte sich wieder zurück in das Sofa, noch immer ein wenig schlaftrunken und beobachtete Naira, wie sie ihre Pizza aß. Es wurde ihm ein wenig peinlich, dass er sie einfach so davon abgehalten hatte...Für nichts als Schlaf. Das hätte er wo anders tun können.
      Er wehrte sich nicht, als ihm ein enttäuschter Seufzer über die Lippen kam: "Ja...irgendwie...denke ich.", entgegnete er mit dem Blick auf den schwarzen Bildschirm des Fernsehers gerichtet. Was gäbe es schon besseres als auf dem Schoß einer Frau einzuschlafen und dabei zu hoffen, dass sie einen nicht von der Kante stieß...

      "Iss....brauchst du etwas?", mit der Frage schob er sich vom Sofa auf die Beine und ging ein paar Schritte. Selbst sein Gang war noch schwer und ein wenig benommen. Es mochte nicht alles vom Schlaf herrühren. Wahrscheinlich auch ziemlich von dem Kater der ihn auf nüchternen Magen traf und er beäugte die Pizza: "Wie...kann man denn Ananas auf Pizza haben...", grummelte Victor und steckte die Hände in die Hosentaschen. Er musste ein wenig in der Gegend herum stehen, um den Kreislauf wieder auf Vordermann zu bringen und überhaupt wieder fließendes Blut in sein Gehirn zu bekommen, denn an diesem mangelte es wohl sehr stark in den letzten Tagen.
      "Kann ich ein Stück haben?", fragte er schließlich, denn während er nur ansatzweise schlaftrunken war, konnte er sich für die niederen Triebe entscheiden, die seinen Körper zusammen hielten. Etwas Essen, Trinken und dann wieder in Ordnung werden mit der Welt. Aber er nahm sich auch nicht einfach so ein Stück an diesem Abend. Naira musste es ihm schon erlauben. Er hatte sie abgehalten vom Essen, nur weil er dachte er solle sich auf sie legen. Vielleicht war es nun an der Zeit mit ihr zu reden...Ruhig, empathisch...Wenigstens einen Versuch konnte er darin starten.
    • Naira O’Connor

      Sie bemerkte eine kleine Enttäuschung in seiner Stimme, aber Naira hatte das Gefühl, als wäre es nicht richtig, es anzusprechen. Es konnte auch nur eingebildet sein, immerhin war Victor gerade wach geworden, er brauchte sicherlich einen Moment um wieder wach zu werden, deshalb sprach sie ihn nicht drauf an, sondern biss in ihr Stück Pizza. Ihre Augen beobachteten den Mann, wie er sich streckte und wie er auch rumlief, irgendwie machte ihr Herz dabei einen kleinen Freudesprung, es hatte sich durch den Streit einiges geändert. „Ich hätte gern etwas zu trinken, wenn es geht“, bat die Frau, als ihr Partner sie danach fragte und lächelte sanft. Es fiel ihr sichtlich schwer, so etwas auszusprechen, anstatt aufzustehen und selbst etwas zu holen, aber ihr Gehirn warnte sie, sie wollte es nicht riskieren.
      Ihr Lächeln wurde ich viel breiter, als der Rothaarige nach einem Stück fragte, ja es hatte sich einiges geändert. „Ich habe keine Ahnung, ich dachte ich würde heute einfach mal was anderes probieren.. aber ich kriege niemals eine ganze auf, also nimm dir ruhig soviel du magst!“. Das waren viele Worte auf einmal, aber das taten normale Menschen normalerweise doch, oder? Mit einem Lächeln lehnte sich die Frau wieder zurück und schon das gesunde Bein auf dem Sofa unter das kranke, um ein wenig anders zu sitzen. Naira betrachtete ihren Partner noch immer, er strahlte plötzlich so eine Ruhe aus, die er zuvor nicht ausgestrahlt hat. Vielleicht hatte er sich einfach endlich beruhigt?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es hätte alles auch komplett anders werden könne. Hätte...Vieles hätte anders enden können. Zwischen ihm und dieser Welt, ihm und ihr und allgemein die ganze Situation um Thomas und seine Spielchen, die er da trieb. Aber, und das hatte Victor nun lernen müssen. Solche Dinge fanden immer einen Weg zu einem, ob nun auf langer oder kurzer Sicht, sie fanden einen und dann geschah es wieder.
      Nachdem sie ihm erlaubte ein Pizzastück zu nehmen, quittierte er ihr breites Lächeln mit einem stummen Nicken. Dann ging er mit diesem im Mund rüber in die Küche und holte einfach eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank und zwei Gläser.
      "Wir müssen anfangen uns um uns zu kümmern...", war dann sein Anfang, als er die Flasche auf den Tisch stellte und mit einer Hand darum kämpfte die Flasche aufzumachen, weil die andere noch immer die Pizza hielt.
      Doch dann nahm er einfach die Pizza in den Mund und hielt sie so fest, um die Flasche aufzubekommen und ihnen beiden etwas von einzuschenken. Sie beide waren weder mental noch physisch in guten Verfassungen und dass ihnen das noch keiner vorgeworfen hat, war wirklich ein Wunder. Bei Victor mochte es ja egal sein, weil der kleine Bauchansatz den er besaß war irgendwann normal, das kam eben mit dem Bürojob und mit dem Alter...Aber Naira...Er sah sie an und atmete tief durch. Dass sie immer vom Sex in riesige Diskussionen und Streits verfallen mussten war keine gute Angewohnheit. Aber dabei hatte er gesehen wie dünn sie war oder geworden ist. Nicht, dass es ihm groß aufgefallen war.
      "Würde dich ja gern auch noch dazu zwingen die ganze Pizza zu essen...Aber die Ananas...", meinte er trocken und verwies auf die verbleibende 3/4 Pizza auf dem Tisch.
    • Naira O’Connor

      Ihre Augen ließen den Mann nicht los, der aus der Küche was zu trinken mitbrachte, aber sie sahen dann doch wo anders hin, als er anfing darüber zu sprechen, was ihm wichtig war. Ja, sie müssten anfangen sich mehr um sich selbst zu kümmern, sowohl physisch als auch psychisch, aber so einfach würde es sicherlich nicht werden. Immerhin hatten Wochen dazu geführt, dass sie so wurden, es würde auch bestimmt Wochen dauern, bis es wieder annähernd normal werden würde.
      „Du hast recht“, sprach die Dunkelhaarige und lehnte sich vor, um nach einem der Gläser zu greifen. Mit dem Glas lehnte sie sich auch zurück und betrachtete ihren Partner, sie hatten dringend eine Auszeit nötig. Viele Worte waren seinerseits nicht nötig, damit Naira verstand, was ihr Problem war. Ja, sie war dünn geworden, sogar sehr dünn, aber sie gab sich doch schon die Mühe nicht weiter mit dem Gewicht zu fallen. Sie seufzte und betrachtete die Pizza.. „Der Arzt hat auch schon drauf angedeutet, dass ich sehr mager bin..“,murmelte sie und beugte sich doch noch einmal vor, um ein weiteres Stück zu nehmen. „Aber ich denke, es ändert sich nicht, solange wir nicht fertig sind .. oder solange sich nicht etwas ändert, ich werde aber nichts ändern, wenn du der Meinung bist es nicht zu müssen..“. Es war hart, aber ehrlich und dennoch erhob Naira ihren Blick wieder. Das war sicherlich das erste Mal, dass beide so ehrlich und so direkt über etwas wichtiges miteinander sprachen... „Ich glaube..“, sie machte eine Pause, um die richtigen Worte zu finden. „Es müsste damit anfangen, dass wir uns einig werden.. über alles einig werden.. die ständigen Diskussionen führen nur dazu, dass noch mehr Stress auf uns zukommt, als es notwendig ist..“. Sie meinte damit wirklich alles, auch das, was zwischen ihnen war und wie sie es nennen wollten... aber auch der Fall müsste geklärt werden, sie hatten sich einiges zu sagen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Nichts was sie sich in nächster Zeit vornehmen mussten war einfach und nichts davon würde einfacher werden. Selbst wenn sie sich dazu entschlossen an einem Strang zu ziehen nahm es vielleicht den Stress für ein paar Tage, doch er würde wiederkommen. Darin war sich Victor klar und während er auf dem Pizzastück kaute, fühlte er sich wieder ein wenig schlecht damit, dass er ihr Gewicht ansprach. Wirklich empathisch war das nicht, schließlich hatte Naira mit viel wichtigerem zu kämpfen, als ihrem Gewicht. Er war okay damit, ihm war es egal wie dick oder dünn sie war. Aber wenn sie wirklich beide gar nichts mehr essen, dann fielen sie beide vom Stock, was keinesfall die Idee war. Auch ihre Meinung, dass sich bis zum Ende ihres Falls nichts ändern würde, konnte er sehr gut nachvollziehen und nickte nachdenklich. Dabei sah er auf den Boden und nahm dann das Wasserglas und trank es auf einmal aus.
      An ihrer Fortsetzung hätte er sich fast verschluckt. Langsam steltle Victor das Glas wieder auf den Tisch und sah sie nicht minder irritiert an für wenige Sekunde. Auch wenn ihm danach war einen schlechten Witz zu reißen und ihre Worte auf sein Gewicht zu projizieren, wusste er sehr gut, dass sie über andere Dinge sprach. Er musste es anpacken. Er konnte nicht ewig trinken. Nicht während der Arbeit, nicht hier zu Hause und er konnte nicht bei jedem kleinen bisschen sagen, dass das eine Rechtfertigung dafür war.
      "Ja...Es muss in Ordnung kommen...", willigte er nach einer Bedenkzeit leise ein. Er würde den Alkohol in den ersten Monaten vermissen, wenn nicht sogar über viel zu lange Zeit hinweg, dass er sich überhaupt fragen musste, ob er jemals von diesem wegkäme.
      Schließlich kam sie aber auf ein sehr wichtiges Thema zu sprechen. "Einig werden...", wiederholte Victor, schob sich das letzte Bisschen der Pizza in den Mund und rieb sich die Hände danach an der Hose ab, bevor er sie wieder ineinander verschränkte.
      "Du hast recht...Wir dürfen nicht mehr streiten und...dazu brauche ich...die Gewissheit...was...", er schnappte kräftig nach Luft, um sich auf seine Forderung einzustellen, die ihm nicht sehr leicht fiel. Aber gefühlt bekam er nichts einfach hin, nur weil er sich auch so anstellen wollte: "Was...sind wir nun?", unsicher glättete er sich die Haare im Nacken.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte bedenken, nachdem sie das aussprach, was beide genau zu tun wussten, denn die Reaktion von ihrem Partner war eindeutig. Zu gerne hätte Naira die Stimmung gelockert, das Gespräch auf einen anderen Tag geschoben, am liebsten nie wieder angesprochen, aber das war nicht richtig. Es war nicht richtig ständig alles aufzuschieben und hoffen, dass es nicht mehr dazu kommen würde, aber in Wahrheit würde es immer wieder kommen, es würde immer wieder zum Streit führen und letztendlich würde es höchstwahrscheinlich immer wieder gleich enden, damit meinte sie aber sicherlich nicht die Gewalt von Victor. Da war sich die Dunkelhaarige sicher, er würde seine Hand nicht mehr gegen sie heben.
      Naira seufzte, als Victor es endlich aussprach, aber es fühlte sich gar nicht besser an, das Thema zu behandeln. Es lag vielleicht an der Zurückhaltung der beiden, oder an dem Problem, dass sie ihre Gefühle immer nur verschlossen hielten, es war schwierig sie wieder rauszuholen. Sie seufzte und schüttelte leicht den Kopf, bevor sie das Stück Pizza in den Karton legte, so war es ihr einfacher zu sprechen. „Ich habe keine Ahnung Victor“, antwortete die Frau ehrlich und sah von dem Karton zu ihrem Partner. Sie wollte noch vieles andere sagen, aber es kam nicht wirklich aus ihr raus, sie versuchte es auf eine andere Art und weise: „wir müssten mal vielleicht darüber sprechen, was wir sein wollen, denn ich glaube nicht, dass man das zwischen uns gerade irgendwie benennen kann..“. Ja, sie versuchte es, sie bemühte sich das Gespräch voran zu bringen, aber es war schwierig. Es forderte sehr viel Mut, Mut den Naira so gar nicht hatte. Sie senkte den Blick wieder.. „Ich finde es schön, wenn du bei mir bist..“. Ihre Mundwinkel verzogen sich ein wenig nach oben. „Ich würde gerne deine Nähe haben, ohne letztendlich ein schlechtes Gewissen zu bekommen..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victors innerliches Kind war bereit die Sachen zu packen und fort zu rennen. Er musste sich das hier nicht antun. Er konnte gehen, er war Manns genug den Schwanz einzuziehen und fort zu laufen, wie jeder andere, bei dem es auch nur ein wenig brenzlig wurde. Problem hier war...er würde sie spätestens auf der Arbeit wieder sehen. Er würde sich spätestens, wenn er aus der Türe raus war, Sorgen um sie machen und wie sie es mit ihrem Bein über die Runden schaffen konnte.
      Victor wusste genau, dass seine Hand im Nacken eine einfache Reaktion auf Unsicherheit und Angst war. Er konnte es nur nicht sein lassen, letztlich war er auch nur ein Mensch, der mit Konsequenzen leben musste, die ihm das Leben aufgebahrt hatte.
      Naira sprach das Thema direkter an und konnte sich wenigstens, auch wenn sie es wahrscheinlich nicht so sah, mitteilen. Er hätte nicht einmal geschafft, zuzugeben, dass sie ein guter Grund war, warum er die letzten Wochen kaum was getrunken hatte. Gleichzeitig war sie der einzige Grund dass er trinken wollte. Victor versuchte zu gerne seine Unzulänglichkeiten auf andere zu verschieben.
      Ein wenig gab es ihm ein warmes Gefühl, dass sie sagte, sie wolle in seiner Nähe bleiben, weil er ihr gut tat.
      Victor musterte immer noch den Boden vor sich, atmete noch einmal durch, um Kraft für seine Antwort zu finden und streckte dann einfach die Hand nach ihrer aus, um sie zu halten. Erst zaghaft, wie dafür fragend, ob er durfte. Dann nahm er sie einfach.
      "Ich..denke dann sollten wir...es versuchen."
      Diese Worte waren nicht weise gewählt, aber sie sprachen aus was sie beide wollten. Eine Beziehung zum anderen, eine Bindung auf die sie sich verlassen konnten, wenn sie nach Hause gingen.
      "Versuchen wir...zusammen zu sein?", er sah skeptisch hoch, als würde sie ihm noch im selben Moment eine Ablehnung erteilen.
    • Naira O’Connor

      Es folgte nach ihren Worten wieder ein Moment der Stille. Naira war es schon zwar gewohnt, aber es war dieses Mal kaum auszuhalten. Sie wollte endlich eine Antwort haben, eine Reaktion von ihrem Partner, die ihr wenigstens die Richtung zeigen konnte,in welche sie sich beide bewegten. Ihr Herz hämmerte laut gegen ihre Brust, sie war schon soweit sich wieder aus dem Gespräch zu ziehen und einfach wegzulaufen, das würde deutlich einfacher werden, aber als Victor ihre Hand ergriff wusste die Dunkelhaarige, dass es keinen Sinn hatte wegzulaufen. Er war immerhin auch da geblieben und er sprach es so direkt an, dass Naira die Worte wegblieben. Zum einen war es der erste Moment, in dem Victor ihr so offen und ehrlich etwas sagte, ohne sich in einem Streit zu befinden, zum anderen war es seine Frage an sich, die ihre Wangen rot färben ließ. Sie war eine starke unabhängige Frau, aber so eine einfache und simple Frage brachte sie konplett aus dem Konzept. Gefühle waren einfach nicht ihr Ding, jedenfalls so ein offenes Gespräch darüber.. Naira ermahnte sich in ihren Gedanken immer wieder dazu, zu atmen, aber alles in ihrem Körper streikte. Die Mundwinkel verzogen sich zu einem breiten Lächeln und ihr Kopf nickte einfach, ohne alles zu der Frage abzuwägen. Nun, letztendlich wollte sie es, sie wollte fast nichts lieber als das und so fiel sie ihm um den Hals, wohl wissend, dass sie auf das Bein aufpassen musste. „Dann versuchen wir es einfach..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Er hätte nicht gedacht, dass sie ihn so überfallen würde. Es war schließlich nur eine einfache Frage, aber sie fiel ihm an den Hals und er, nachdem er sich fangen konnte, legte die Arme um sie. Er hatte sich verliebt und nun mussten sie es einfach nur zugeben. Endlich...Verdammt sie waren alt genug.
      "Gut..."
      Victor legte den Kopf auf ihre Schultern und drückte sie sanft an sich, bevor er wieder vorsichtig losließ und dem immer anhaltenden Wunsch nach einem Kuss nachgab. Er drückte ihren Kopf am Kinn sanft hoch, um sie zu küssen. Nur kurz, aber es war wie ein Siegel auf ihre beider Worte. Ab nun hatte er wenigstens die Bestätigung, dass sie...ein Paar waren. Egal welche Umstände und egal wie viel sie sich bereits angetan hatten, nun konnten sie offen darüber reden. Zu mindestens miteinander.
      Es fühlte sich zwar besonders an und eine Last fiel Victor von den Schultern, doch als er sie so ansah und ihr Gesicht musterte, merkte er schnell, wie unbesonders es auch sein konnte und wie normal. Sie haben eine normale Sache, die Durchschnittsmenschen innerhalb von Wochen, wenn nicht sogar Tagen oder gar Abenden schafften.
      "Das...hört sich nun...dumm an...", Victor sah sie immer noch an, "Aber...es ging leichter als ich erwartet habe..."
    • Naira O’Connor

      Es fühlte sich so an, als würde endlich all die Last, die auf Ihren Schulter lag einfach abfallen und sie komplett frei von den Sorgen wäre. Es tat ihr gut, dass Victor ebenfalls seine Arme um sie legte und die Umarmung erwiderte, es tat ihr aber noch viel besser, dass er sie wieder küsste. Gott, sie fühlte sich wie ein Teenie, der gerade zum ersten Mal liebte, aber leider war es auch so. Die Beziehung zu Alex war etwas komplett anderes und die Frau konnte sagen, sie hatte ihn nicht geliebt. Doch dann kam ihr die Frage auf, wie führte man überhaupt eine Beziehung? Was musste sie beachten und was musste sie tun? Es wäre doch viel einfacher, wenn sie es wenigstens wüsste..
      „Ich hatte es mir auch deutlich schwieriger vorgestellt“, sagte Naira und blickte nach oben, in die Augen ihres.. nun.. Freundes. Sollte sie ihm nicht einfach sagen, dass sie keine Ahnung davon hatte, wie sie sich verhalten und was sie tun sollte? Würde das alles dann nicht einfacher werden? Sie beschloss es wann anders zu machen, sie würde sonst nur den Moment kaputt machen, den sie hatten. Einen recht schönen Moment.
      Naira gähnte leicht und fuhr mit ihren Fingern wieder durch Victors Haare. Ihre Lieblingsbeschäftigung seit kurzem. „Wollen wir schlafen gehen?“,fragte sie, mit einem Lächeln auf dem Mund. „Oder das Gespräch wenigstens ins Bett verschieben? Ich bin echt müde“. Es waren auch viele Ereignisse für nur einen Tag, aber es würde ja auch noch besser werden. Morgen würde schließlich alles anfangen.. dann war Weihnachten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Wenigstens war er mit seinen Gedanken nicht alleine, denn auch Naira teilte mit, dass sie es für schwerer erachtet hatte.
      "Wahrscheinlich weil wir uns schon...kennen...", schlussfolgerte er dann daraufhin und seufzte leise, als sie mit ihren Fingern wieder durch seine Haare fuhr. Es war ein angenehmes Kribbeln, die Sanftheit besänftige sein Gemüt und nahm die Spannung aus den Schultern.
      Sie hätten vielleicht das ganze besser besiegeln können, aber ihre Umarmung und sein Kuss waren mehr als er gerade brauchte und so zuckte er auch nur noch mit den Schultern, als sie vorschlug ins Bett zu gehen.
      "Gefühlt haben wir einen...sehr großen Batzen an Arbeit sehr einfach erledigt...Wenn es doch bloß immer so einfach wäre...", seufzte Victor und stand auf, trank noch Wasser bevor er Naira ansah und musterte, bevor er mit seinen Händen unter sie reichte, um sie hoch zu heben. Sie war nicht schwer, auch wenn er aus der Übung war. Er konnte sie ins Bett bringen ohne verschnaufen zu müssen. Und der einzige Grund warum er das machte war wohl lediglich das Gefühl ihr ein besseres geben zu können. Sie sollte sich nicht gezwungen fühlen von ihm zu etwas. Sie musste es aus eigenem Antrieb schaffen wollen und er, er konnte ihr als Sprungbrett dienen. Damit war er einverstanden.
      "Vorsicht...", er manövrierte sie seitlich durch die Schlafzimmertür und ließ sie auf dem Bett wieder liegen, um ein kleines Nachtlicht anzumachen. "Weißt du...", er hockte sich neben das bett um seinen Kopf neben sie zu betten. Nicht, dass er da sitzen bleiben wollte, aber er wollte noch ins Bett, bevor er sich dazu legte, "das könnte alles an Arsch gehen...wenn keiner von uns schafft dem anderen...den Sinn des Ganzen vorzuhalten. Und....das wiederum...macht uns zu einem explosivem Fass...", er zuckte etwas mit den Schultern, schnaufte und wollte dann wieder aufstehen. Er wollte es einfach nur gesagt haben, weil ihm danach war. Das Thema war wichtig und da er den schwierigsten Teil bereits hinter sich hatte, konnte er über alles andere ein wenig besser reden.
    • Naira O’Connor

      Es war eine große Überraschung, als Victor seine Hände unter ihren Körper packte und sie somit hochhob, damit hätte Naira sicherlich nicht gerechnet. Sie fühlte sich so locker und leicht, es war ein wirklich angenehmes Gefühl mal auf den Händen getragen zu werden. Ihre Hände hielten sich an seinem Nacken fest, während ihre Augen nur zu ihm sahen. Es war schon merkwürdig, es würde sich jetzt sicherlich einiges ändern, aber nur zum guten, wie es Naira empfand..
      Sanft landete sie auf ihrem Bett und richtete die Decke, damit es gemütlicher wurde. Sie erwartete eigentlich, dass Victor sich neben sie legte, aber er setzte sich auf den Boden und legte nur seinen Kopf auf das Bett, da legte sie die Hand in seine Haare und strich wieder einmal drüber. „Findest du es so nicht interessant?“,fragte sie sanft und lächelte sogar. „Wenn der Fass explodiert,dann ist es halt so.. Aber ich denke,wir kriegen das hin“. Er erhob sich wieder, da nahm die Frau die Decke auf der anderen Seite zur Seite und klopfte auf den leeren Platz. „Komm zu mir..“. Es war merkwürdig, aber Naira fühlte sich um einiges freier.. sie konnte so endlich das aussprechen, was sie sonst immer nur dachte. „ich denke, wir kriegen das hin.. oder wir vermasseln es, aber ich halte eher am ersteren fest.. immerhin, ging es bisher auch irgendwie“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Auch wenn Naira Hoffnung hatte, dass alles irgendwie schon seinen richtigen Laufen haben wird und sie sich nicht die Köpfe einschlugen, konnte Victor nicht so recht ihre Meinung teilen.
      "Interessant wird es...wenn ich bei der Polizei stehe und erklären muss, dass mich die kleine Naira O'Connor verschlagen hat...", er schmunzelte leicht, ließ sich die sanften Streicheleinheiten gefallen, bevor er aufstand.
      "Wir müssen daran arbeiten...Zu...Normalen Menschen werden, auch wenn wir das höchstwahrscheinlich nicht einmal dürfen. Wir sind Detectives...Normal ist bei uns glaube ich sogar...das hier.", er berührte seine Schulter, die immer noch leise vor sich hin nölte, als würde sie sich nicht richtig fühlen. Doch sie schmerzte nicht, da knackte nichts und er konnte den Arm noch vollends bewegen. Hoffte er...Wirklich ausprobiert hatte er es ja nicht den Arm zu heben.
      "Ich komm gleich...", Victor berührte knapp ihre Hand und schlich dann aus dem Zimmer um ins Bad zu gehen, um wenigstens eine kurze Dusche unter heißem Wasser zu nehmen. Gerade mal 5 Minuten stand er unter diesem und genoß die Tatsache, dass sich sein Kopf auf das Rauschen selbst konzentrierte und nicht auf die sonstigen Gedanken, die um seinen Kopf schwirrten.
      Dann kam er wieder mit der Flasche Wasser und den Zwei Gläsern. Eins davon trank er gleich aus, stellte alles auf dem Nachttisch bei Naira hin und kletterte schließlich vom Fußende ins Bett, um sich mit dem Gesicht ins Kissen zu legen. Nun war er auch wieder zurück zu den Shorts, die er unter seiner Jeans trug.
      "Versuchen wir es...", Victor suchte nach ihrer Hand und zog sie ein bisschen zu sich, über ließ es aber ihr, wie nah sie gehen konnte ohne sich in eine ungemütliche Position zum Schlafen zu bewegen.
    • Naira O’Connor

      Sie fing an zu lachen und schüttelte den Kopf sanft. „Victor.. als könnten wir zu normalen Menschen werden“, sprach sie und seufzte dann schließlich. „Niemals.. wirklich.. wenn wir normal wären, könnten wir den Job nicht machen“. Diese Meinung hatte sie oft vertreten, wenn man ihr sagte, dass sie komisch war. Ja, dies war sie tatsächlich und für viele war es nicht verständlich, aber wenn sie normal wäre, dann wäre alles sicherlich anders gelaufen, auch ihre Beziehung zu Victor. Diesem sah die Frau auch nach, seufzte dann auch als er raus war, ihre Gedanken waren sofort wieder im Kopf laut. Wie sollte das alles nur funktionieren..? Natürlich, es würde sicherlich das meiste immer noch so laufen, wie bisher und bei der Arbeit würde sich nichts ändern, jedenfalls für Naira nicht, aber es würde abends immer jemanden geben, der sie in den Arm nehmen könnte oder den sie in den Arm nahm. Sie konnten sich so Halt und Kraft geben, ohne Bedenken zu haben und könnten auch ihren Drängen nachgehen.. wie gerne sie doch einfach seinen Arm um sich spüren würde.. das würde ihr vollkommen reichen.
      „Das klingt ein wenig wie ein Experiment“,murmelte Naira, als ihr Partner sich zu ihr legte und sie zu sich zog. Sie legte sich auf die gesunde Seite, um ihn anzusehen und ihm durch die Haare zu streichen. „Wir müssten morgen noch einkaufen fahren.. oder du, wenn ich es nicht mit meinem Bein hinkriege“. Sie legte ein wenig Decke um den Mann, bevor auch die Dunkelhaarige ihren Kopf auf dem Kissen ablegte und die Augen schloss. Es fühlte sich gut an, ihm so nah zu sein, ihr Herz erfreute sich daran. „Gute Nacht, Victor...“
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ihr Lachen hatte ihm wenigstens ein Lächeln auf das sonst so grimmige Gesicht zeichnen können. Er konnte nicht viel sagen über sich, außer dass er mindestens genau so unnormal war, wie man Naira nachsagte. Sie konnten auch nicht anders, denn dann wären sie wohl einfache Police Officer geblieben. Beide in ihrer kleinen Welt lebend, mit einer kleinen Familie, die sie so halbwegs ernähren konnten und ohne weitere Probleme.
      Victor grummelte leise und drückte das Gesicht ins Kissen. Er konnte weiterhin kaum durch die Nase atmen, also war das kurze Luft anhalten im Kissen nicht besonders anstrengend, wenn man sich daran gewöhnt hatte. Dann atmete er wieder auf und sah sie neben sich liegen, die Decke über ihn streifend. Wie oft er sich so eine Situation damals gewünscht hatte, aber nie bekam, weil er zu stur war, weil er geglaubt hatte, dass es cooler sei ein einsamer Wolf auf den Straßen New Yorks zu sein.
      "Nein, du bleibst morgen daheim. Du ruhst das Bein aus....sonst reißt Ramirez erst mir den Kopf ab und dann dir im Nachhinein. Oder andersherum, je nachdem wem sie zu erst die Schuld in die Schuhe schieben möchte.", erwiderte Victor mit rauer Stimme. Seine Hand hielt noch immer ihre und dann schloss er die Augen.

      Am nächsten Morgen bewegte sich Victor nicht aus dem Bett. Er lag nur da und besah sich das Gesicht der hübschen Frau neben sich. Die dunklen Schatten unter den Augen waren ihm egal. Die blasse Haut war wunderschön und das Haar umrandete ihr schlafendes Gesicht. Victor bewegte sich keinen Zentimeter, auch wenn er ins Bad wollte, um sich fertig zu machen oder wenigstens das Nötigste zu erledigen.
      Heute würde er einiges erledigen müssen und er wusste auch, dass er sich auf große Menschenmassen freuen durfte, die drängelnd versuchten ihre Einkäufe zu erledigen, um trotz des Sturms ein üppiges Weihnachtsessen zu haben.
    • Naira O’Connor

      Es passte ihr nicht, dass er sie zuhause lassen sollte, auch wenn Naira ganz genau wusste,dass er recht hatte. Jede einzelne Zelle ihres Körpers wehrte sich danach, zuzustimmen außer ihr Herz und dieses Mal gewann es auch und nicht ihrer sture Kopf. „Du hast recht“, entgegnete sie dann und auf ihren Lippen bildete sich ein sanftes Lächeln. Sie schloss die Augen wieder. „Sie würde mich vermutlich zuerst umbringen, sie weiß wie stur ich bin, du würdest erst im Nachhinein die Schuld kriegen..“. Die Vorstellung einer wütenden Ramirez drängte sich in den Kopf hinein, aber die Dunkelhaarige schaffte es diesen Gedanken weit zu verdrängen, um an etwas viel schöneres zu denken: an Victor.

      Die Nacht war anstrengend gewesen.. mehrmals war Naira wach und verfluchte die Gedanken, die sie plagten. Es waren Erinnerungen an die Hütte, an ihren Vater und diesen Bären. Sie waren nicht vollständig, brachten eine gewisse Unruhe mit sich, fast schon eine Angst, aber da war ihr Ritter auf dem weißen Pferd sofort zur Not. Es reichte, dass Victor sie mehr oder weniger unbewusst an sich drückte, es half ihr durch die Nacht.
      Früh am Morgen hatten sie die Gedanken dann irgendwann verlassen und der Schlaf überkam die Frau. Wie lange war es her, seit dem sie so richtig tief durchschlafen konnte? Sie bemerkte nicht einfach, dass Victor wach war und schon gar nicht, dass er sich irgendwann aus dem Bett erhob. Es war noch viel zu früh, wie Naira es fand und außerdem genoss sie den Gedanken, dass sie dieses eine Mal zuhause bleiben durfte.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Naira schlief immer noch neben ihm, selbst als er sich überreden wollte, dass er sich nie an ihr satt sehen könne. Seine Gedanken wurden aktiver, er wacher und er dachte an den letzten Tag. Ausgeschlafen war er bestimmt nicht. Sein Kopf dröhnte noch, sein Körper schrie nach einer guten Verpflegung und sein Herz verkrampfte bei dem Gedanken, dass sie nicht aufwachen musste, um ihr Bein zu schonen.
      Mit diesen Gedanken schob er sich leise und vorsichtig aus dem Bett, um aufzustehen. Er achtete dadrauf sie nicht zu wecken, schnappte sich die Kleidung, die er brauchte und verließ das Zimmer. Die Tür ließ er leise ins Schloss fallen und wanderte erst ins Bad und dann in die Küche. Nun war er auch wieder in seinen üblichen Klamotten, von denen er gefühlt hunderte Variationen gekauft hatte. Hemden, Unterhemden, Jeans...Mehr brauchte ein Mann nicht, der nur halbwegs versuchte wie ein Detective auszusehen. Einen Schlips trug er nicht, den brauchte er weder, noch wollte er ihn wirklich tragen. Es konnte gefährlich werden und das Argument, sie seien nicht mehr in den 60ern hatte ein sehr großes Gewicht.
      Er machte sich nur einen Tee und wollte Brot und Butter holen, aber selbst das Brot war nicht Anwesend in dieser Wohnung. Darüber wütend zu sein wäre dumm, er schrieb es sich lediglich auf.
      "War schon Monate lang her, dass ich selbst einkaufen ging und eine richtige Liste hatte...", brummelte der rothaarige mit dem Blick in den doch recht mager bestückten Kühlschrank. Aber was haben sie schon die letzten Tage gegessen. Eigentlich gar nichts...
      Nach einer Stunde aufwachen und was anderes am Frühstücken und Naira war noch immer nicht wach, ging er aus der Wohnung. Es war früh genug, um hoffentlich den ersten Ansturm an Einkäufern zu überleben und zu umgehen. Außerdem musste er den Abstecher zu dem Juwelier machen. Es war kein großes Geschenk und doch bedeutete es sehr viel. Zu mindestens für ihn...Er wollte damit sich Entschuldigen und er wollte irgendwo auch seine Gefühle ausdrücken für sie...

      Im Supermarkt stand er gut eine halbe Stunde allein an der Kasse an, bis die verschlafene und durchgefrorene junge Kassiererin die Produkte über das Band der vielen ungeduldigen Leute zog. Victor beschwerte sich nicht. Sein Gehirn war wieder am Arbeiten und er dachte sogar ein wenig über Thomas nach. Er konzentrierte seine "Angriffe" hauptsächlich auf Naira und Victor bekam sie nur teilweise ab. Er war lediglich ein Kollateralschaden, der keinen interessierte.
      Der Teddybär, der im Kleiderschrank lag und sie so seltsam angestarrt hatte, hatte er genutzt um sich in ihren Kopf einzunisten. Die Wildtiere auf ihrem Weg waren Hinweise...Die ersten Opfer waren auch nur Kollateralschäden und bis heute konnte man nicht recht sagen warum genau diese. Unter anderem die Tochter des Bürgermeisters und sie konnten nichts dagegen tun. Sie haben es noch immer nicht aufgelöst. Nur aufgrund von Glück schafften sie es, dass nicht zu viel nach draußen an die Medien kam. Thomas machte ihnen aber selbst da einen Strich durch die Rechnung...Er war nicht dumm...Oh Nein...
      "Sir...Das macht 53, 14 Dollar...", "Hm?", Victor riss sich aus den Gedanken und bezahlte mit seinem Geld. Was er da alles gekauft hatte, konnte er nicht recht ausmachen. Aber nachdem er auch einige Zeit vor den Kühltruhen verbracht hatte, um nach einem Rezept zu suchen, dachte er sich dass das schon irgendwie reichen wird.

      Beim Juwelier nahm er die längliche Box, eingekleidet in dunkelblauen Samt mit sich und bezahlte einen üppigen Preis dafür. Doch er fand es nur gerechtfertigt und gab dieses Geld lieber aus für Naira, als für sich. Auch wenn ihm der Gedanke durch den Kopf zog, wie viel billigen Fusel er damit wohl hätte kaufen können. Schließlich fuhr er noch zu einer Tankstelle, um den Wagen zu füllen und erst dann kehrte er mit 3 vollen Tüten in die Wohnung von Naira zurück. Derweil hatte es angefangen zu schneien und er brachte diesen Neuschnee mit in die Wohnung. Aber dankd er Anstrengung, die ihm die Puste genommen hatte die Treppen hoch zu kommen, war ihm recht warm.
    • Naira O’Connor

      Sie öffnete ihre Augen, als sie die Tür ins Schloss fallen hörte. Alle andere ab Geräuschen war Naira meistens unwichtig während sie schlief, wichtiger war ihr die Tür. Vielleicht war es die Angst, Thomas könnte sich Zugang zu ihrer Wohnung verschaffen vielleicht auch nur ihre eigene Paranoia.. aber jeder hatte seine Macken.
      Sie musste nicht neben sich schauen um zu wissen, dass Victor nicht neben ihr lag, ihre Gedanken gingen in zwei Richtungen: die einen wussten, dass er einkaufen gefahren war die anderen wollten ihr weiß machen, dass Victor sie verlassen hatte, aber damit hielt sich die Frau nicht lange auf, sie stand auf, um die Gedanken in Schach zu halten. Je länger sie im Bett bleiben würde, desto eher würden die Gedanken gewinnen, eine Ablenkung tat ihr gut. „Guten morgen Spike..“, begrüßte sie ihren Hund und beugte sich runter, um den Husky zu begrüßen. Freudig wedelte dieser mit seinem Schwanz, er hatte scheinbar schon was zu Essen gekriegt.. „Na, hat Victor sich schon um dich gekümmert?“. Der Hund gab einen Laut von sich, um es zu bestätigen, folgte seinem Frauchen dann in die Küche. Naira fiel sofort auf, dass Victor gefrühstückt hatte, er war wirklich nur einkaufen gefahren, jetzt konnten sich die Gedanken an seine Flucht verabschieden.

      Es dauerte einige Zeit, bis Victor wieder zurück kam und Naira die Tür wieder hörte. Sie hatte sich in dieser Zeit in Ruhe angezogen, die vielen Haare hoch gesteckt und in der Küche alles das vorbereitet, was sie zum Vorbereiten des Essens brauchte. Selbst eine Zigarette an dem offenen Fenster war drin, die Frau konnte sich nur schlecht von ihr trennen, es war zu einer Sucht geworden.
      Nachdem die Tür wieder und schloss fiel und die Dunkelhaarige die Schritte aus dem Flur hörte blickte sie aus der Küche zu dem Rothaarigen. „Guten Morgen! Ich dachte schon, du würdest nie wieder kommen.. so viel wie heute noch einkaufen fahren!“. Das Lächeln auf ihren Lippen war herzlich, es war schön, dass Victor tatsächlich nur einkaufen gefahren war. „Ich bin gespannt, was du alles eingekauft hast“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Schwer schnaufend bahnte sich Victor den Weg mit den drei schweren Tüten rüber in die Küche und hievte sie hoch auf die Theke, damit jeder von ihnen, auch Naira in dem Fall, einfacher an die Käufe heran kommen konnte. Die Tatsache, dass er sich geweigert hatte einfach zwei Mal zu Laufen, hörte man seinem Atem nun an. Wer musste schon zwei Mal laufen, wenn man es auf Anhieb schaffen konnte?
      Bevor er antwortete, nahm er sich stumm ein Glas, füllte es mit Wasser und trank es in einem Zug wieder leer, bevor er es auf die Theke stellte und sie ansah. Wäre ein kurzer Begrüßungskuss nicht angebracht? Fuck...Er wusste es nicht, wie er isch verhalten durfte.
      Unzufrieden sah er zu den Einkäufen und entspannte sich ein wenig.
      "Ja...es kommt mir vor, als bereiten die sich alle auf eine Apokalypse vor...Wobei...", Victor legte den Kopf schief und zog die Schultern an: "Habe gehört, dass Verwandte und Familie meistens genau das darstellen, wenn sie aufeinander treffen.", er schmunzelte sogar ein wenig und musterte die drei Tüten.
      Noch ein wenig ließ er sich Zeit bevor er versuchen wollte durch die Menge an gekauften Utensilien und Vorräten, die er nicht einmal hätte einordnen können, auszupacken.
      Schließlich stand er auf und bevor er sich den Sachen zu wandte, kam er näher an Naira heran und schenkte ihr einen kurzen und knappen Kuss.
      "Ich muss ehrlich zu geben...ich habe selbst keine Ahnung was ich da gekauft habe...Aber eine Ente ist dabei.", erklärte er und lenkte gleichzeitig von seinem irgendwie seltsamen Versuch ab eine gewisse Normalität zwischen sie zu bringen ohne dabei total zu übertreiben.
    • Naira O’Connor

      Er war angespannt und das konnte Naira Victor auch ansehen, aber sie hielt sich zurück und beobachtete ihn einfach. Um ehrlich zu sein, auch sie hatte keine Ahnung, wie sie sich zu verhalten hatte, aber die Frau nahm es eher locker und versuchte es auf sich zukommen zu lassen, denn wer bestimmte schon, was man in einer Beziehung zu tun und zu lassen hatte? Es gab ja keine vorgeschriebenen Regeln, deshalb nahm sie es locker.
      „Ich habe meine Familientreffen auch alle als eine Apokalypse in Erinnerung“, entgegnete die Dunkelhaarige auf den Kommentar ihres Partners hin und schmunzelte selbst bei der Erinnerung, an das letzte Treffen ihrer Familie. Das war ein wenig länger her, aber es artete komplett in einer Art Apokalypse aus, nachdem zwei Parteien den Streit anfingen. „Aber du hast es ja geschafft“. Ein Lächeln schenkte sie dem Mann noch, dann drehte sich Naira zu den Einkäufen und packte schon einmal die ersten Sachen aus, die sich ganz oben befanden. Der Kuss von Victor kam ein wenig unerwartet, machte sie sogar etwas verlegen, aber sie widmete sich dem Einkauf weiter.
      „Hauptsache du hast die Ente.. aus dem Rest, werde ich schon was zaubern können.. zur Not durchforste ich die alten Rezepte meiner Großmutter.. die konnte aus allem ein leckeres Essen zaubern“. Es war ja schon super, dass er überhaupt einkaufen gefahren war und drei volle Tüten einkaufen mitgebracht hatte, sein Engagement überraschte die Frau. Vielleicht war Victor wirklich kein so schlechter Mann? Er war jedenfalls ziemlich angespannt..
      Naira legte dem Rothaarigen ihre Hand sanft auf die Schulter und strich drüber, bevor sie zu ihm hoch sah. „Entspann dich, Victor.. wir haben frei, es ist Heilig Abend und wir sind zu dritt.. es braucht weder Stress noch irgendwelche Anspannung.. und wenn die Ente nichts wird, dann gibt es halt eben die von denn Asiaten drei Häuser weiter“. Sie lächelte breit, grinste schon fast bevor sie weiter aus den Tüten auspackte und alles genauestens prüfte, was Victor da überhaupt mitgebracht hatte. Es sah doch gar nicht so schlecht aus!
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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