[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Ein wenig hatte er Angst gehabt vor ihrer Antwort, doch sie fiel milderer aus, als er es gedacht hätte. Sie war schon immer irgendwie netter zu ihm gewesen. Trotz des Schlags oder eben der Schläge, die er doch hier und da mal verdiente, um abzulassen. Er wollte sich sogar noch im selben Moment dafür entschuldigen, dass er so etwas überhaupt fragte, doch sie antwortete und mit einer Begründung, die ihm nicht in den Kopf gekommen wäre...Sie mochte ihn. Aber mit Alex konnte sie ja auch gut. Seufzend registrierte er, wie sie sich neben ihn setzte. Der Drang ihre Hand zu nehmen und einfach nur festzuhalten kam hoch. Nicht weil sie sagte, sie mochte ihn. Sondern weil diese Umgebung alles andere als angenehm für ihn war. Immer wieder schossen die Bilder der Nacht in der Hütte zu ihm vor. Eine dunkle Kammer. Naira, die blutend neben ihm hockte und das Bewusstsein bereits verloren hatte.
      Victor fehlte die Luft und er griff ohne weiter nach zu denken nach ihrer Hand, um sie zu drücken. Zu wissen dass sie da war und um zu wissen, dass sie tatsächlich lebte. Es bedarf wohl tatsächlich einer dunklen Kammer und einem ausweglosen Weg, um Gefühle aus dem Mann herauszukitzeln, ohne dass er jedes Wort zweimal bedenken wollte oder wegließ.
      Spike legte sich zu ihnen. Es beruhigte Victor. Er wusste von zwei Wesen auf dieser Welt, dass er vor ihnen keine Angst haben musste.
      Um sich abzulenken, lehnte er den Kopf nach hinten und dachte über ihr Gesagtes noch einmal nach. Währenddessen hielt er weiterhin ihre Hand. Nickt dass sie Händchen hielten. Er hielt einfach nur ihre Hand komplett in seiner. Aber es war ein ungewöhnlicher Anfang.
      "Er war schlimmer als ich? ...In den meisten Fällen würde ich es bestätigen. Der Typ ist unmöglich...Aber...Was hat er getan?", fragte er, mit dem Hintergedanken, dass er daraufhin dem Blonden wohl kein Wörtchen mehr sagen können wird ohne eine Drohung mit auszusprechen.
    • Naira O’Connor

      Ihr eigener Herzschlag rauschte ihr in den Ohren, während sie versuchte leise ihre Atemübungen zu machen. Naira wollte nicht, dass Victor irgendetwas von ihrer Panik mitbekommen würde, sie wollte sich ihm ganz sicher nicht schwach zeigen, sie hasste ihre eigene Schwäche. Aber das war sicherlich auch eine der Sachen, auf die Thomas stolz war, er verbreitete Angst und Panik, ohne dass er überhaupt in der Nähe war, es reichten vollkommen die Erinnerungen an ihn.
      Die Dunkelhaarige versuchte sich mit etwas abzulenken, um den Gedanken keinen Futter geben zu können, um sie quasi zu ersticken, aber das Problem löste sich von selbst, als Victor nach ihrer Hand griff und sie festhielt. Ihr wurde es sofort im ganzen Körper warm und ihr Herz beschleunigte die Arbeit, aber dieses Mal wegen der Aufregung, die dadurch in ihr stieg. Wollte er sie beruhigen? Er hatte doch nicht gespürt, dass sie Panik hatte, oder?
      Während Naira versuchte ihren Körper ein wenig zu beruhigen, um in Ruhe neben Victor sitzen zu können stellte er ihr die nächste Frage. Am liebsten hätte die Frau geseufzt und einfach geschwiegen, aber nun stellte der Rothaarige seine Fragen zu offen, wie sonst nur selten.
      „Ah..“,murmelte die Dunkelhaarige und schloss ihre Augen, auch wenn es um sie herum so dunkel war. Die lehnte ihren Kopf ebenfalls gegen die Wand an, bevor sie sich dazu entschloss diesen auf Victors Schulter zu legen. So war es deutlich gemütlicher... „Er ist sehr besitzergreifend“,fing sie an und musste fast schon lachen, Victor war es doch auch.. nur auf eine andere Art und Weise. „Wir haben zusammen gearbeitet.. da war nichts mehr, aber er schien es nicht zu verstehen.. anfangs war es noch süß, dass er mich morgens abholte, mich nach Hause fuhr und mit mir Essen ging, aber irgendwann wurde es immer schlimmer.. er war so zwanghaft eifersüchtig, auch wenn ich nie etwas getan habe, was uns außerhalb der Grenze katapultieren würde.. wir haben nur zusammen gearbeitet..“. Sie machte eine Pause und laut zu seufzen, als würde es helfen zu vergessen... „Er bat mich um eine Chance, die er auch gekriegt hat.. ich wollte es aber langsam angehen, ich war mir selbst noch nicht ganz sicher was ich fühlte und was nicht, aber es ging ihm scheinbar nicht schnell genug.. Ich musste ständig an seiner Seite sein und ich lasse nicht einfach über mich herrschen.. er stalkte mich, wenn ich dann alleine raus war.. schreib mir Tonnen an Nachrichten und rief mich auch genauso oft an.. er durchsuchte meine Mails, meine Nachrichten.. meine Briefe selbst.. also habe ich einen Schlussstrich gezogen und eine Versetzung gefordert.. die habe ich nicht bekommen, aber dafür hielt mir Ramirez ihn von dem Hals.. auch wenn sie sich nicht vorstellen konnte, dass er zu so etwas in der Lage ist.. aber er ließ auch nicht danach locker.. bis er so weit ging, dass ich ihn zwei Jahre lang ignorierte.. ich rede erst seit kurzem wieder mit ihm...“. Sie ließ bewusst ein Detail der Geschichte aus, um Victor nicht noch weiter unnötig zu belasten, er hatte schon genug Hass auf ihn.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und ein Pfeil schoss ihm direkt durchs Herz. Victor konnte nicht anders, als kräftig durchzuatmen, um der Situation die nötige Ruhe zu verleihen. Sie waren wie Teenager, kaum in der Lage auf die Gefühle in ihrer Brust zu reagieren. Er hätte es ihr direkt sagen sollen, hätte mit ihr reden sollen, sie küssen sollen...Sollen...Er tat es nicht. Victor rührte sich keinen Zentimeter, als sie ihren Kopf auf seine Schulter legte und dabei erzählte, warum sie Alex mehr hasste als Victor. Ihre Beweggründe waren verständlich. Alex Ansehen in Victor fiel um das hundertfache in den Keller. Davor hötte er mit ihm vielleicht noch gearbeitet und ihm das eine oder andere zugetraut, aber diese Erzählung, ließ ihn nun anders denken. Alex war wirklich ein Arschloch. Zuerst hatte er ja gedacht, es mochte nichts Schlimmes sein, er sei einfach nur aufdringlich gewesen, doch es war schlimmer geworden für Naira und Victor wollte an sich nicht mehr hören. Er brummte unzufrieden: "Das hilft mir nicht dem Typ den Kopf nicht umdrehen zu wollen...Klingt als hätte er es verdient.", erwiderte Victor und drückte dabei sanft die Hand von Naira, die er sich selbst auf den Schoss gezogen hatte. Die Beine angewinkelt nahm er ihre Hand nun in beide. Sie sollte nicht gehen, nicht fliehen vor ihm, egal wie eifersüchtig er wurde. Stalken kam ihm aber nicht in den Sinn. Nie hatte er eine Frau so sehr begehrt, dass er sie nicht mehr atmen ließ. Aber das waren Gedanken und Gefühle, die ein Mörder ebenso haben konnte, wie ein krankhaft besessener Mann.
      "Genau deswegen ist er ein guter Detective gewesen...Er konnte die Mörder verstehen, oder?", das war eine harsche Anschuldigung, doch Victor konnte nicht anders. Seine Meinung über den Detective war sowieso sehr gering und ihn nun als Mann mit mörderischen Gedanken hinzustellen oder jemanden, der solche Züge aufwies, das fiel ihm leichter jetzt.
      "Warum hat man dich nicht versetzt?", setzte er weiter an. Es war ein guter Moment, um mit den Fragen weiter zu machen, solange sie sie ihm beantwortete.
    • Naira O‘Connor

      Es gab einige Sachen, die Naira von sich aus hasste und eine davon war definitiv Eifersucht. Vielleicht lag es an Alex, der viel zu oft eifersüchtig war und deshalb ihr gezeigt hat, dass es nur schlimme Seiten der Eifersucht gab.. vielleicht war es aber auch etwas ganz anderes, was sie mit sich trug, ganz ganz tief in ihrem Kopf vergraben. Doch wenn die Dunkelhaarige ehrlich war, dann empfand sie Victors Eifersucht schon fast als süß und ihr Herz freute sich sogar darauf, dass er Gefühle für sie hatte, denn wenn er sie nicht hätte, dann würde er doch nicht eifersüchtig sein, oder?
      Sie hatte nichts zu Victors Worten gesagt, aber ihr Herz beschleunigte wieder einmal die Arbeit, als er ihre Hand nun sogar mit zwei Händen hielt. Es brauchte wirklich nur eine dunkle Kammer, um Victors Gefühle aus ihm rauszukitzeln. Naira nahm sogar ihre zweite Hand und legte sie dazu, es lenkte sie von allen bösen Gedanken und Erinnerungen ab.
      „Mhmm.. ich weiß nicht.. wobei ich ihm einiges zutrauen würde“,antwortete die Frau , als ihr Partner eine Theorie aufstellte. Sie wusste sehr wohl, was sie ihm zutrauen konnte, aber es war genug Salz in der Wunde.. sie wollte Victor nicht noch weiter aufregen. Die nächste Frage kam und damit der nächste Seufzer, der viel mehr mit der Antwort zu tun hatte als mit der Frage. „Ramirez wollte mich nicht gehen lassen.. es war nicht lange her, seit mein Dad weg war und sie dachte,es würde mich alles nur überfordern und ich würde an einem anderen Ort nicht gut überwacht werden können.. sie hatte Angst man würde mich irgendwann in einer verwahrlosten Wohnung alleine finden.. am besten noch tot..“. Sie haderte selbst mit sich, Victor auch eine Frage zu stellen, aber womöglich wäre diese ein wenig zu privat, doch andererseits stellte er ihr auch sehr private Fragen.. „Victor?“,fragte die Dunkelhaarige vorsichtig und öffnete die Augen, auch wenn es immer noch dunkel war. „Wirst du mir irgendwann verraten, warum du hier wirklich bist? Ich glaube wohl kaum,dass man sich diese Einöde freiwillig antut, ich würde ja am liebsten selber wegkommen, wenn ich könnte..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • War er etwa soweit, sich wirklich mit ihr so sehr zu befassen, dass sie Dinge über sich, ihr Leben und ihre Vergangenheit wissen wollten? Er nahm die zweite Hand von Naira einfach hin. Er mochte es sogar, sie halfen sich gegenseitig in einer so unangenehmen Situation und während Naira ihm erzählte und antwortete, konnte er sich dadurch ablenken von all den Gedanken, die auf ihn zuströmten. Es gab mehr Fragen, die er hatte. Auch bezüglich ihres Vaters und sie als Tochter, bezüglich ihr als verletzbare Person. Victor hätte sagen können, dass er es gut fand, dass man sie hier behalten hatte. Aber die Beziehung zu Alex machte das ganze nicht sehr rosig, außerdem wäre es wohl zu egoistisch gewesen, den Gedanken in den Mund zu nehmen.
      Victor fiel ein, dass er ins Archiv hatte gehen wollen, um sich die Akten ihres Vaters zu holen. Denn sein Fall klang interessant genug, dass man ihn aufrollen oder einfach nur einsehen konnte. Da sprach letztlich der Detective aus ihm, der Interesse an so Kleinigkeiten nun einmal hatte. Der wohl einzige Fall neben ihrem, der einen Mord mit sich gebracht hatte.
      Victor starrte in die Dunkelheit vor seinen Füßen. Ihre Frage kam in diesem Moment nicht unerwartet. Eines Tages musste sie sie ihm stellen und so sehr er es ihr auch nicht sagen wollte, wenn das was werden sollte, musste es mit offenen Karten gespielt werden.
      Trotzdem ließ sich der Amerikaner Zeit bevor er überhaupt eine Antwort aus sich herausbringen wollte.
      "Ich bin auch nicht freiwillig hier...Ich wurde Zwangsversetzt, nachdem ich in Brooklyn gut ein Jahr lang suspendiert worden bin...Man glaubte nicht, dass man mich wieder in der selben Stadt und dem selben Revier lassen konnte. Alaska ist...meine Prüfung zur Resozialisierung.", seine Worte waren bedacht gewählt. Sie stimmten. Das war der Gedanke hinter seiner Versetzung nach Anchorage. Aber was der Grund war für all den Mist, den ließ er noch weg. Er musste nicht wieder von ihm reden, wenn er ihn gerade so vergessen konnte. Er wollte nicht über ihn reden...Nicht jetzt, wenn er ihre Hand hielt. Nach dem er ihre Frage beantwortet hatte, wurde er still und ruhig. Ihre Frage warf ihn zurück zu der Zeit in Amerika.
    • Naira O‘Connor

      Sie hätte niemals gedacht,dass er ihr ihre Frage wirklich beantworten würde, zumal sie mehr davon ausging, er würde ihr böse werden, doch Naira irrte sich. Victor konnte also auch wirklich anders und nicht nur immer so, wie er sich zeigte, von der wahrlich schlechten Seite.. wie es andere vielleicht sagen würden.
      Die Frau schwieg nachdem sie ihre Antwort hatte, so etwas hatte sie sich zwar gedacht, aber das aus seinem Mund zu hören war schon irgendwie hart. Ihr Mitgefühl stieg wieder mal und sie wurde sich dessen bewusst, dass er etwas schlimmes durchleben musste, wenn er suspendiert war, niemand wurde es einfach so.. da fiel ihr aber das erste Treffen der beiden wieder ein.. sie hatte Victor schon einmal heimlich trinken sehen, vielleicht war das der Grund dafür?
      „Resozialisierung?“,fragte die Dunkelhaarige und betrachtete die Umrisse deren Hänse, die auf Victors Schoß lagen. „In Alaska?“,kam dann ein wenig ungläubig hinterher. „Also ich bin jetzt nicht der Meinung, dass du das dringend nötig hast.. du bist ein guter Detectiv, bisher hätte ich nie ein Grund dafür gehabt zu sagen, dass du resozialisiert wirst.. also jetzt bin ich wirklich.. baff“. Sie wollte die angespannte Stimmung, die in dem Eaum herrschte wieder brechen, damit vor allem Victor nicht in Vergangenheit wühlen musste. Wenn es um ihn ging, war sie so.. Aufopferungsvoll.. sie ging sogar so weit, dass sie ihre Finger ineinander verschränkte, um dem Rotschopf zu zeigen, dass sie für ihn da war.
      „Ist denn der Unterschied zu dem ‚wahren‘ Amerika wirklich so groß? Zugegeben, ich habe zwar nicht hier meine Schule beendet, damit vieles gesehen, was nicht mit Alaska zu tun hat, aber als Detectiv habe ich dort nie gearbeitet.. es gibt da sicherlich so viele Fälle auf einmal, da gehört unser in den Kindergarten ,oder?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alaska mochte nicht seine Heimat sein und er wird auch nach Amerika zurückgehen, wenn er es nur durfte. Einzig und allein der Gedanke an Naira ließ ihn stutzen bei dem Vorhaben. Er wusste darum, dass sie gern von hier verschwinden wollte. Andererseits sagte sich das immer so leicht. Am Ende wollte keiner gehen und man wollte in seiner kleinen Heimat bleiben. Sie war einem lieb geworden mit all ihren kleinen Fehlern und Verschrobenheiten.
      Victor grummelte. Er hatte nach all der Zeit mit ihr als Partnerin erst jetzt erklärt warum er hier war. Hieß auch, dass Naira schon damals nicht nach seiner Akte gefordert hatte und auch der Captain nichts über die Lippen hat kommen lassen. Das waren Eigenschaften und Haltungen, die man selten in einem Revier mitbekam, wenn es um Vorfälle wie Victors ging. Er wollte auch nicht weiter darauf eingehen, denn auch Naira forderte das nicht von ihm. Sie nahm es hin, fand es belustigend ihn resozialisieren zu wollen. Doch so war es, so nahm es Victor hin und zuckte lediglich mit den Schultern, ob sie es nun sah in der Dunkelheit oder nicht.
      "Es ging...um den Job.", setzte er noch hinzu, wollte aber nicht weiter über all die dran hängenden Abhängigkeiten reden. Es reichte, wenn sie es im Groben wusste.
      Ihr nächster Versuch ihn von den schlimmen Gedanken abzuwenden, ließ ihn schmunzeln. Gut, dass es dunkel war, so konnte man sich sowas noch erlauben ohne gleich schief angesehen zu werden.
      "Brooklyn war und ist es auch immer noch, härter als Anchorage. Hier scheint ejder mit allem einverstanden zu sein...In Brooklyn...kannst du als Detective erwarten mindestens 5 eigene Fälle zu haben, die du jonglieren musst.", Victor sprach ein wenig stolz über seine damalige Arbeit, schließlich war er auch gut darin gewesen. Nur danach wurde es immer schwerer.
      "Aber Mord bleibt Mord und...Thomas kommt aus keinem Kindergartenbuch...Er weiß was er tut...das ist unser größtes Problem."
      Und damit waren sie wieder zurück bei ihrem alten Thema. Kaum hatten sie es angesprochen knarzten Scharniere und das Eisen zu ihrer Rechten. Die Tür ins innere des Präsidiums bewegte sich und altersschwachem Krächzen. Sofort stellte sich Victor auf und ließ dabei die Hände von Naira fast schon ruckartig los. Das würde noch genug Zeit in Anspruch nehmen, bis er es auch wirklich der Außenwelt zeigen konnte, dass er mit ihr glücklich war.
      Aufgemacht wurde die Tür von Captain Ramirez und einem Helferlein, die beide überrascht hinter die Tür in den dunklen Gang blickten.
    • Naira O’Connor

      „Fünf Fälle?“,fragte sie ungläubig und musste den Kopf dafür heben, denn sie konnte es wirklich nicht glauben, dass man fünf Fälle auf einmal bearbeiten konnte. „Niemals!“. Es war sogar recht gut, dass sie den Kopf gehoben hatte, denn kaum war die Tür auf sprang Victor schon total ruckartig auf und ließ sie komplett los. Er hätte ihr sicherlich wehgetan, hätte sie den Kopf da gelassen, aber Naira reagierte nur mit einem Seufzen darauf. Sie selbst stand nicht auf, denn sie hatte kein halt um sich herum und mit dem schmerzenden Bein wäre es auch gar nicht so einfach, aber noch scherte sich niemand darum, weshalb sie sitzen blieb. Wenn sie dann aufstehen müsste, würde ihr sicherlich irgendjemand schon helfen.. zur Not ihr Hund.
      „Ich wusste, ich hätte die Tür schon viel früher entfernen lassen sollen“,murmelte Ramirez, bevor sie eine Taschenlampe von ihrem Helferlein nahm und reinleuchtete. „Ich hatte es dir ja gesagt“,lachte Naira dagegen kopfschüttelnd und lehnte den Kopf an die Wand. „Aber jetzt hast du es ja getan“. Sie schüttelte den Kopf mit einem Schmunzeln auf den Lippen und sah wieder zu ihrem Captain. „Aber schlaue Idee von hier reinzugehen.. wenigstens wurdet ihr nicht gesehen!“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie standen noch da und schauten sich gegenseitig an, bis Victor sich endlich wieder keine Gedanken darüber machte, dass man die beiden hat Händchen halten gesehen. Dann erst drehte er sich um und hielt Naira die Hand hin um ihr aufzuhelfen. Diesen Moment nutzte Captain Ramirez um die Stirn zu runzeln und Victor anzusehen, dann warf sie Naira einen vielsagenden Blick mit einem Nicken in seine Richtung zu. Sie war eine Frau und so vorurteilhaft das auch war, sie spürte, dass da etwas war. Kaum zu Schweigen von der Aktion in der Bar, die Victor und Alex fast angezettelt hätten, wenn sie nicht dazwischen gegangen wäre. Naira konnte ihr nichts vorspielen und erst recht nicht ein Amerikaner, der glaubte, den sterbenden Schwan mimen zu können. Wobei...sie wollte nicht zu hart zu ihm sein. Seine Akte hatte er gelesen und der Grund für seine Versetzung hierher, war deutlich umschrieben worden.
      "Also gut, kommt da erst mal raus und bleibt so gut es geht von dem Eingang fort.", erklärte sie dann und ließ sie erst einmal im Revier gänzlich ankommen.
      Victor hatte Naira soweit aufgeholfen, dass sie wieder alleine gehen konnte und ließ sie als erste durch gehen. Im Gegensatz zu seinen ersten Tagen erschien das Revier nun, als hätte jemand jedem einzelnen Feuerameisen in die Unterwäsche geworfen. Sie wuselten von einer Stelle zur nächsten, das Papier raschelte, die Telefone klingelten. Es war laut im Revier und man versuchte die Presse mit zwei stummen Polizisten am Eingang davon abzuhalten hinein zu kommen.
      Victor beobachtete die Szene vorne am Eingang. Früher oder später, wird die Presse erkennen, dass sie da waren. Vorerst war es also egal, dass er offensichtlicherweise in ihre Richtung sah.
      Ihr Captain nickte: "Ja, das sind die Geier von Anchorage. Wohl nicht ganz so anders, wie in Amerika, was?"
      Victor grummelte und zuckte dann lediglich mit den Schultern.
      "Also dann, willkommen zurück Detective Parker, Detective O'Connor. Sie haben einen Haufen zu erledigen. Ihr Kollege ist bereits im Büro und sortiert die Anlagen für euch, damit ihr wieder einen sanften Start haben werdet...Nur so eine Redewendung, mh?"
      Ramirez verabschiedete sich mit einem Lächeln und straffte ihre Uniform, bevor sie Karteikarten aus der Tasche zog und noch einmal durchging. Sie wollte sich wirklich den Geiern zum Fraß vorwerfen.
    • Naira O’Connor

      Er half ihr also doch aufrunden sie musste nicht ihr restliches Leben auf dem kalten und dreckigen Boden verbringen, wie die zuvor gedacht hatte. In voller Ruhe klopfte sich Naira den dreck von den Klamotten weg und richtete diese auch, um nicht auszusehen, als hätte sie die letzen Tage draußen in der Wildnis verbracht. Sie ignorierte die Blicke von Ramirez ganz bewusst, auch auch Victors Anspannung, ihr war es wirklich egal was andere über sie dachten, schließlich waren sie beide erwachsen und auch wenn sie zusammen arbeiteten, es gab kein Recht welches dagegen sprach, solange es nicht ihre Arbeit vernachlässigen würde und das würde es definitiv nicht.
      Die Dunkelhaarige ging vor, als ihr Partner sie vorgelassen hatte und lockte mit einem Geräusch auch ihren Hund ihr hinterher. Die Szene vor der Tür ignorierte sie genauso sehr wie das Verhalten des Rothaarigen, sie wollte ganz sicher nicht erkannt werden, dann würden sie sie nie wieder in Ruhe lassen, vorerst. Die Frau marschierte in das neue gemeinsame Büro, den Versammlungsraum, und ließ sich auf einen der Stühle fallen. Sie seufzte, spürte den Blick ihres Kollegen sehr deutlich. „Dir auch einen guten Morgen“, sprach der Blonde und schmunzelte ein wenig, bevor er sich wieder den Papieren widmete. „Ja, dir auch guten“,murmelte Naira und atmete noch einmal tief durch, bevor sie Alex über die Schulter sah. Sie war definitiv noch nicht bereit, aber das musste ja keiner wissen.. „Was hast du bisher raus?“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war noch ein wenig angebunden an die Presse draußen, sah auch Ramirez zu, wie sie die ersten Schritte auf sie zu machte und diese, aufgrund der Glastüren direkt wussten, dass sie ihre Kameras auf sie zu richten hatten. Der Captain musste schließlich etwas wichtiges zu verkünden haben. Victor hoffte sie würde ihnen nichts sagen, auch wenn er sich doch sicher sein konnte, sie würde nichts auch nur ansatzweise der Presse verraten. Trotzdem blieb das Misstrauen, dass er gegenüber allen Leuten entwickelte.
      "Also gut, ...", sagte er sich dann und wendete sich an die Türe hinter der sich ihr neues großes Büro befand, welches ihnen helfen sollte, alles an Materialien sichten und zu können. Als er eintrat sah er Naira erst am Tisch, dann erblickte er Alex, der zufrieden dreinblickte und eine Akte sauber auf einen Stapel legte. Auch wenn er Victor nicht leiden konnte, nickte er ihm respektvoll zu.
      Victor erwiderte er es nur gezwungenermaßen und mit der Erinnerung, er solle sich nicht so anstellen. Sie waren erwachsen und eigentlich sprach nichts gegen Alex. Er arbeitete und das gefiel Alex und dessen Nummer war nicht in Nairas Handy mehr gespeichert. Natürlich konnte es sein sie log ihn an...Aber würde sie das tun?
      Victor schnaufte und ging erst einmal um die Tische herum, um sich die Stapel anzusehen. Derweil erhob Alex seine Stimme und zeigte mit offenen Armen auf die Papierstapel: "Ehrlich gesagt, wart ihr ja nicht so lange weg und bis ich mal drin war, da habt ihr euch bereits für den Dienst wieder gemeldet. Also dann...Unser Mörder hat ein vorläufiges Profil. Mann, weiß, etwa zwischen 1,80 und 1,90 groß. Ich schätze er wird zwischen 35 und 50 sein. Aber er ist fit."
      Victor nickte bei den Informationen, während er sich selbst eine der Stapel schnappte und anfing ihn zu durchforsten. Es waren die Obduktionen der ersten Opfer. Er wollte sich lieber in den makaber faktisch dargestellten Verletzungen verlieren, als in Alex erfundene Inkompetenz, die er immer noch finden wollte.
      Alex setzte dabei weiter fort: "Er wird wohl eine Vorliebe für Erfrierung haben, denn egal welches der 2 Opfer, sie waren noch vor allen anderen Sterbearten erfroren."
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte schwer, als Alex nur das vorstellte, was sie alle schon kannten. Naira war schlecht gelaunt, sie wollte es auch nicht verbergen, aber den Grund wollte sie verbergen, und dieser befand sich mit im Raum und war rothaarig. Es passte ihr nicht, wie peinlich sie ihm war und wie sehr er es verbergen wollte, dass er Gefühle hatte. Doch die Dunkelhaarige würde ihn genau das geben, was er wollte.. sie würde sich in Arbeit stürzen. „Das heißt du bist nicht weiter gekommen“,stellte Naira fest und lehnte sich ein wenig zurück. Sie musste nun ungerne in den alten Akten wühlen, da würde nichts zusammen kommen, ganz sicher. Naira hatte schon eine Idee, was sie stattdessen machen wollte und das war definitiv produktiv.
      Sie erhob sich von ihrem Stuhl und befahl ihrem Hund sitzen zu bleiben, bevor sie das Zimmer verließ. Sie lief sturr stracks in ihr eigentliches Büro, um kurz in Erinnerungen zu schweben, doch die bösen Gedanken vertrieben alle guten und Naira dachte daran, was sie eigentlich tun wollte. Ein großes Regal stand in dem Büro, voll mit Büchern und anderen Kram, das meiste gehörte ihrem Vater. Die Dunkelhaarige nahm sich mehrere der dicken Wälzer raus und stapelte sie auf dem Tisch, sie nahm auch gerne einige Unterlagen ihres Vaters, bevor sie es gerade mal so in den Versammlungsraum schaffte. Irgendetwas würde sicherlich dabei sein, was nützlich sein könnte.. „Ich habe meine Beschäftigung für heute“,kündigte sie an.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor war sich zwar nicht dessen bewusst, das Naira es auch öffentlich schon handhaben wollte, stempelte ihre urplötzlich schlechte Laune auch ab, als den Fehler von Alex. Er und seine Anwesenheit konnte einen einfach nur stören. Hin und wieder warf er dem anderen einen Blick zu und merkte wie ähnlich er seinem ehemaligen Partner war. Sein Charakter, bis auf das was er nun heute von Naira erfuhr. Sein blondes Haar und dieses dumme entschuldigende Lächeln, dass er aufsetzte, wenn man ihn tadelte.
      Victor sah zu Naira, die nicht zufriedener wirkte, durch die wenige Arbeit, die der andere hatte erledigen wollte. Und gerade als er sich erklären wollte, ging sie aus dem Zimmer. Victor seufzte und schüttelte den Kopf. Eine Frau im Team zwischen zwei Männern, die was mit ihr hatten, konnte sehr anstrengend werden.
      Alex warf auch Victor einen Blick zu und sah dann wieder siene Stapel an, die er fein säuberlich sortiert hatte. Fast schon so, als hätte er gerne dafür auch noch ein Kompliment oder ein Lob. Victor würde es ihm nicht geben. Diese Arbeit war selbstverständlich um richtig arbeiten zu können. Als Naira wieder kam und dabei schwere Bücher mit sich schleppte, die laut auf den Tisch knallten, sagte Alex: "Ich hätte dir auch helfen können. Dafür bin ich schließlich hier."

      Victor sah die Bücher an, die sie mitgebracht hatte und dachte nach, lehnte sich dann aber zurück und sah vom weiten auf die Obduktionszettel, blätterte achtlos darin herum und versuchte zu denken. Sie waren nicht alleine gewesen, als sie Nairas Wohnung betreten haben. Er hatte aber nichts hinterlassen und sie hatten es auch nicht der Polizei gemeldet. Das war dumm von ihnen. Trotzdem stand Victor nun auf und schnappte sich den Whiteboardmarker mit dem er anfing eine Tabelle und einzelne Begriffe nieder zu schreiben, um überhaupt etwas fest zu halten, dass sie sichtbar auch verwenden konnten. Dazu schrieb er den Verdacht, dass ihre Entführung und die Verletzungen tatsächlich Thomas sein konnten und auch der Fakt, dass man in Nairas Wohnung eingebrochen war, schrieb er auf die Tafel.
      Alex hatte ihm nachdenklich zu gesehen und sah dann rüber zu seiner ehemaligen Partnerin, die grübelnd sich in den Büchern vertiefen wollte. Er wollte sie nicht stören, wusste um ihre Wut und die Ignoranz, die sie an den Tag legen konnte, wenn man sie strapazierte: "Hat sie das gemeldet?", fragte Alex und verwies dabei auf den Einbruchspunkt. Victor verzog nur das Gesicht. Das hatten sie versäumt.
      "Es steht sowieso nicht fest, ob diese Sachen alle zusammenhängen. Wir müssten sie theoretisch einzeln behandeln...", brummte Victor nachdenklich und verschränkte die Arme.
    • Naira O’Connor

      Letztendlich wusste sie selbst nicht, was sie so wütend machte. Victor hatte recht damit, nichts von ihren Gefühlen nach außen hin zu zeigen, gleichzeitig hatte Naira das Gefühl er würde sich schämen.. es war die Arbeit, die sie überforderte, die Dunkelhaarige war definitiv nicht dazu bereit wieder zu arbeiten, aber würde sie es jemals sein? Würde ihre Mentalität jemals soweit sein, dass sie nicht ständig an die Hütte und an ihn denken musste?
      Sie vertiefte sich in die Arbeit, blätterte die Seiten der Bücher vor ihr durch und suchte nach Anhaltspunkten. Ihr entging es,dass Victor was an die Tafel schrieb, sie wurde sich dessen bewusst, als Alex über die sprach. Erinnerungen schossen ihr in den Kopf, wie sie die Wohnung fand.. die Nachricht.. sein Duft überall in ihrem Schlafzimmer.. er hatte in ihrer Unterwäsche gewühlt..
      „Ihr vergesst, dass ich euch hören kann“, murmelte Naira und blickte zuerst zu Alex, bevor ihre Augen über Victor hinweg zu der Tafel gingen. Warum erzählte sie nicht, dass Thomas sie stalkte? Er war ihr immer so nah.. aber er war so klug, er würde sich nicht schnappen lassen. „Er war definitiv in meiner Wohnung.. es gab keinerlei Spuren für einen Einbruch, er hatte meine Schlüssel.. und da ich nicht wollte, dass man unnötig in meiner Unterwäsche schnüffelt habe ich es nicht gemeldet.. er hat was gesucht, es aber nicht gekriegt“. Ihre Augen fokussierten das Wort an der Tafel, bevor sie wieder zu den Büchern sah. Es würde sehr schwierig werden..
      „Er hat sie misshandelt, bevor er sie tötete.. das hatte er genauso mit mir vor.. er liebte es, wer sie sich wehrten und er sie dafür bestrafen wollte.. aber sie sind willkürlich ausgewählt worden.. er wollte aus irgendeinem Grund an mich und Victor“. Wobei sie sich langsam denken konnte, warum er sie wollte.. Victor war nur nebenbei da.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Victor fühlte sich nicht schlecht, über seine Partnerin zu reden, während sie einfach in ihren Büchern rumkramte. Sie konnte zu hören und reagieren und das tat sie ja letztendlich auch. Er sah zu ihr zurück, ignorierte den unzufriedenen Blick und nickte einfach nur, als sie dann davon erzählte, dass Thomas etwas gesucht hatte. Er hatte etwas gesucht, aber was konnte er selbst nicht sagen und außerdem...So wie Naira dreinblickte, wirkte es immer noch, als würde sie die Hälfte nicht aussprechen wollen.
      Doch es war Alex der sich meldete und aufmerksam spielen wollte: "Du siehst aber nicht so aus, als sei es damit vorbei...Wir hätten dir Schutzmänner abstellen können oder dergleichen.", schlug er vor, wohl wissend, dass diese Idee verrückt war, "Na ja, oder zu mindestens hättest du es definitiv melden sollen.", warf Alex ein und beugte sich über den Tisch: "Du meinst er hat was gesucht, aber nicht gefunden...Und er hat sich bis jetzt nicht bei dir gemeldet?"
      Victor horchte bei der Frage auf und versuchte nicht zu auffällig zu ihr zu sehen. Das ist eine Frage, die er immer wieder hatte stellen wollen, es aber nicht getan hatte. Sie war wichtig...Die Antwort könnte ihnen einiges an Zeit ersparen und wenn, was sie ja noch nicht wussten, Thomas immer noch hinter ihnen her war...
      Victor schrieb ein Fragezeichen hin und verband es mit dem Einbruch. Sie wussten nicht was er gesucht hatte. Zu mindest 2/3, die sich in dem Raum befanden, konnten es sich kaum vorstellen.
    • Naira O’Connor

      Alex war nicht blöd,er verstand sofort, wie er weiter nachhaken konnte, um mehr Informationen aus der Dunkelhaarigen rauszubekommen, aber sie selbst machte dicht und ließ sich keinerlei Panik anmerken. Für so etwas hat ihr Vater sie trainiert. „Die wittern deinen Schmerz! Und sie wittern deine Panik!“, hatte er ihr immer wieder eingetrichtert.
      „Wird das etwa ein Kreuzverhör?“, fragte sie und verdrehte die Augen. Sie würden beide nicht locker lassen, Alex nicht jetzt und von Victor könnte sie sich vielleicht nachher was anhören können. „Er hat meine Unterwäsche durchgewühlt..“, murmelte die Dunkelhaarige und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, bevor sie die Arme vor der Brust kreuzte. Die Jungs konnten noch nichts mit der Information anfangen, noch nicht.. „Ich habe dort meine Briefe aufbewahrt.. von meinem Vater.. als er verschwundenen ist hat er die ersten paar Wochen Briefe geschrieben, wovon keiner weiß und das habe ich dort aufbewahrt. Und siehe da, sie sind weg..“. Naira hielt Alex Blick stand, sie würde jetzt definitiv nicht einknicken und den Jungs vor allem nicht die ganze Wahrheit sagen. Sie blickte kurz zu Victor, ihr Vater hatte sie gut darauf trainiert, den Menschen lügen als Wahrheit zu verkaufen. „Er hatte mir eine Nachricht hinterlassen.. ‚Schicke Unterwäsche.. hoffentlich gefällt sie ihm..‘“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex war verwirrt, aber dennoch froh darüber zu sehen und zu hören, dass sie ihm mehr sagen konnte und wollte. Nur das was sie sagte, ließ ihn die Stirn runzeln. Er hatte über ihren Vater gehört, war aber nicht Teil des Teams und des Reviers gewesen, als der große O'Connor, den man hier gerne anpries, noch gearbeitet hatte. Sofort schnappte sich Alex den Stift von Victor ohne sich dabei über die Nähe zu diesem zu beschweren. Er kannte keine Privatsphäre oder gar das Konstrukt davon. Victor war nicht begeistert, trat aber auch keinen Schritt weg, sondern schaute zu, wie der andere versuchte seine Tabelle zu befüllen und den Namen O'Connor dazu schrieb, sowie Briefe. Dann sah er fragwürdig zu Naira zurück, als sie die letzte Nachricht erwähnte, die sie anscheinend erhalten hatte. Schicke Unterwäsche?...Das wusste Alex, doch das war keiner der Momente in denen er ihr das sagen sollte. Victor dachte nicht weiter darüber nach. Auch er war sich dessen bewusst, hielt aber den Mund in dem Moment. Er empfand die Entscheidung als klüger.
      Fragend sah Alex Naira an: "Hoffentlich gefällt sie ihm? Wieso? Hat der Einbrecher etwa welche mitgenommen?", fragte Alex noch einmal nach, wobei er wohl nicht ganz verstanden hatte, das Naira die volle Nachricht damit ausgesprochen hatte. Trotzdem wandte sich Alex an die Tafel und schrieb auch die ominöse Nachricht auf die Tafel. Das alles sammelte sich in einer Ecke.
      "Es ist sonderbar...es passt gefühlt nicht zu den anderen Fällen die wir haben. Gut möglich, dass es zwei verschiedene Täter sind?", warf Alex in den Raum und schickte damit Victor stumm an seinen Platz zurück, wo er noch einmal die Akten öffnete, die mehr oder minder ein Transkript der Interviews der Nahestehenden beinhalteten.
      "Nein...keiner von ihnen bekam Nachrichten oder wurden überfallen...", Victor lehnte sich in dem Stuhl zurück und sah wieder zu Naira, die bedrückter nicht hätte sein können. Auch wenn sie eine gute Detective war und ihre Emotionen besser im Griff behielt, als die Männer im Raum, konnte Victor ihr ansehen, dass sie noch immer nicht alles gesagt hatte.
      "Was hat dir dein Vater in den Briefen geschrieben?"
      Es war wieder Alex der sie fragte. Er hatte wohl kein Problem damit in ihrer Vergangenheit herumzubohren. Sie war hier zum Arbeiten, also sollte sie sich auch darauf gefasst machen, dass man in den alten und neuen Wunden bohren würde.
      Victor beäugte das Ganze nur skeptisch und dachte sich seinen Teil vorerst dazu.
    • Naira O’Connor

      Ihr Blick sagte all das, was sie sich dachte und was sie fühlte.. mit ihren vor der Brust gekreuzten Armen war sie ein harter Brocken, der eine Mauer um sich gebaut hat, die Alex gerne brechen wollte, dich dazu würde es nicht kommen. Naira beobachtete, wie der Blonde alles auf die Tafel schrieb und musste sich zurückhalten, um nicht laut loszulachen, er war manchmal wirklich schwer von Begriff. „Nein, er hat meine Unterwäsche nicht mitgenommen..“, antwortete die Dunkelhaarige und ließ den Blick nicht von dem Blonden. Es fühlte sich wie ein Kreuzverhör an, wobei sie natürlich jeder Zeit aussteigen konnte, sie war beiden keine Rechenschaft schuldig.
      „Ihr versteht es immer noch nicht, oder?“,fragte die Dunkelhaarige letztendlich und seufzte laut. Die erhob sich um an die Tafel zu gelangen und ergriff den Stift. Sie strich einiges weg, entfernte vieles und schrieb auch einiges dazu. Am Ende entstand fast schon ein Kunstwerk, in dem in der Mitte ein Wort stand: ‚Plan‘ mit einem Fragezeichen dahinter. Erinnerungen an das Gespräch mit Thomas im Wohnzimmer kamen wieder hoch. Sie hörte ihn wieder sprechen. „Er hat sie beide umgebracht.. er hatte sich so gut über mich und über Victor informiert, er ließ kaum ein Detail aus unseren Leben aus... er wollte uns am Ende haben, warum auch immer..darauf war er fokussiert.. und dafür gab es beide Morde, um Aufmerksamkeit zu bekommen.. dass das Auto mitten in dem scheiß Gewitter zum stehen blieb war ein reiner Zufall, ich erinnere mich nämlich zu gut an sein Gesicht, als Victor uns vorgestellt hatte.. er wusste alles über uns, aber nicht, wie wir aussehen, weil die Akten im System keine Bilder enthalten.. die Frage ist nicht, wer die erfordert hat und warum.. die Frage ist, was will der Typ von mir,welche Rolle spielt Victor darin und was will er von meinem Vater?“.
      Naira sah noch einmal zu Alex, um ihm den Stift in die Hände zu drücken. „Und mein Vater schrieb mir, dass du ein arschloch bist“. Sie machte auf dem Absatz kehrt und lief aus dem Raum raus,um sich Kaffee zu holen. Alex ging zu weit, deutlich zu weit.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor blickte auf. Naira hatte sich die Mühe gemacht, um ihr beider Kunstwerk auseinander zu nehmen und alle Informationen darauf zu schreiben, die nur sie auch hatte wissen können. Wobei sich Victo sicherlich an ihre Erzählung erinnerte, wie Thomas mit ihr gesprochen haben soll. Wie er ihr alles erklärt hatte, bevor er glaubte sie umbringen zu können. Der Rothaarige kratzte sich am Bart und sah sich die Verbindungen zwischen den Fakten an. Es hing alles zusammen und ihre Arbeit hier befand sich auf einem sehr sehr gräulichen Rot...Wenn es rauskäme, dass sie in Gefangenschaft des Mörders waren und nun voller Emotionen noch immer daran arbeiteten, dann konnte er sich nur zu gut vorstellen, was es für einen Aufschrei geben würde.
      Er nickte stumm. Thomas wollte sie haben. Er hatte die Aufmerksamkeit genossen: "Das passt mit der Presse nun zusammen...Wir gingen davon aus, dass Er derjenige ist, der die Presse mit Informationen zu unserem Fall füttert. Wegen ihm haben wir die Meute vor der Türe stehen.", setzte Victor noch hinzu und sprach zum ersten Mal mit professionellem Ton zu dem neuen Partner. Alex nickte nur und brauchte eine Weile, um sich all die neuen Konstellationen der Fakten einprägen zu können und vor allem zu verbinden. Es war kein logisches Kunststück, aber er ließ sich auch Zeit. Es blieben noch so viele Fragen übrig.
      Als Naira mit guter Antwort auf Alex Frage die Tür hinter sich zu schlug, musste Victor dumm grinsen, "Verdient.", schnaubte er und sah sich noch einmal die Bücher an, die Naira mitgebracht hatte. Der Fall ihres Vaters war wichtiger geworden, als er es sich vorgestellt hatte und damit verließ auch er den Raum und machte sich in das Archiv eine Etage tiefer. Wo er sich durch die staubigen Akten wühlen wollte. Alex ließ er dabei zurück, der erst ahnungslos dann mit einem zufriedenem Grinsen im Gesicht den Stift ansah. Naira spielte immer schwierig, dachte er sich und drehte den Deckel des Stifts in der Hand umher. Statt alleine im Zimmer zu versauern, ging er auch raus und stellte sich zu Naira an den Kaffee automaten um sich auch einen rauszulassen nach ihr. Im Großraumbüro war es noch immer am Wuseln, aber es wurde ruhiger und wie es schien hatte die Presse angefangen ihre Plätze aufzuräumen und zu gehen. ramirez hatte sie wohl mit einer zufrieden stellenden Stellungnahme abgespeist.
      "Tut mir leid, wegen gerade eben.", sprach Alex sie ruhig an und lächelte schwach in ihre Richtung.
    • Naira O’Connor

      Ihre Hände zitterten, während sie auf den Kaffee wartete. Sie sah ihn vor sich, ihn mit dem Glas Whiskey in der Hand, mit dem dreckigen Grinsen im Gesicht.. es war ein Fehler wieder zur Arbeit gegangen zu sein, aber Alex würde es alleine nicht hinlegen, ganz bestimmt nicht.
      Naira holte tief Luft, als sie Schritte hörte und nahm ihre Position wieder ein, ihr Kaffee war fertig. „Spar es dir“,sagte sie kurz und knapp und nahm sich ihre Tasse, um wieder zurück zu gehen. Sie hatte kaum zwei Schritte gemacht, da hielt der Blonde sie auf, indem er ihren Arm fest hielt. Sie sah in seine Augen, aber wirklich viel erwartete sie nicht, weshalb sich die Dunkelhaarige leicht losriss und in den Konferenzraum wieder zurück lief. Das Kunstwerk an der Tafel war viel zu offensichtlich, Ramirez durfte kein Wort davon erfahren, auch nicht, dass scheinbar Nairas Vater mit involviert war. Schnell griff die Frau zu dem Schwamm und machte die Tafel sauber, die beiden Herren wussten, was Naira drauf geschrieben hatte, das reichte vollkommen.
      Nach der Tafel widmete sich Naira mit ihrer Aufmerksamkeit den Zeitungsartikeln, denn in der Besprechung am Tag zuvor war ihr etwas aufgefallen, Thomas war auf einem der Fotos zu sehen. Er hatte sich auch noch nicht gemeldet gehabt, das Telefon war komischerweise stumm. Was hatte er vor? Worauf wartete er? Scheinbar war die Frau deutlich ruhiger, wenn er sie belästigte, dann wusste sie aber, dass er sie nur beobachtete und nichts vor hatte..
      „Hab ich dich..“,murmelte sie und grinste leicht, als sie ihn auf einen der Fotos von der Presse erkannte. Sie ergriff einen Stift und umkreiste das Gesicht, welches im Hintergrund zu sehen war. An der Tafel hing die Dunkelhaarige das Bild drauf und schrieb sorgfältig alle Informationen auf, die sie zu Thomas hatten. Vielleicht würden sie ihm so besser finden und alles besser zuordnen. So langsam beruhigten sich auch ihre Gedanken bezüglich der Erinnerungen an ihn.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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