[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Das Archiv war nicht gerade der beste Ort an dem man seinen Morgen verbringen mochte. Er kam die Treppe runter und durfte erst einmal nach dem Lichtschalter suchen und als er diesen fand, funktionierte die Altersschwache Lampe auch nur mit einem Zögern. Sie flackterte ständig und machte es einem schwierig überhaupt richtig sehen zu können. Erst dann trat Victor zwischen die Regale, die alles andere als hübsch waren. Kein Revier machte es einem angenehm hier unten zu arbeiten und es gab diejenigen...
      Victor ging durch die Reihen und suchte nach O'Connor. Finden konnte er ihn zwar nicht direkt, verbrachte aber die Zeit damit die Kisten, die ungefähr in das Jahr passten, in dem er arbeitete. Er suchte die Kisten durch, verfluchte die ein oder andere Spinne beim auftreten und konnte schließlich genau die Akten finden, die sie nun brauchten.
      Victor strich so viel Spinnenweben wie möglich ab, bevor er sich diese griff und dann mit ihr nach oben verschwand. Keiner hatte auch nur den Anschein gemacht in den letzten Jahren diese Kiste anrühren zu wollen. Sie war brechend voll mit Indizien.
      Victor brachte sie zurück zu den beiden in den Konferenzraum. Wobei Alex immer noch abhanden war. Denn dieser stand etwas verloren vor der Kaffeemaschine und sah die schwarze, nicht wirklich schmeckende Flüßigkeit an. Naira zeigte keinerlei Ambition mit ihm reden zu wollen und wie es schien, war jedes nachbohren nicht hilfreich. Ganz im gegenteil, er verschlimmerte alles.

      Victor sah, dass Naira die Zeichnung entfernt hatte und stattdessen nun das Bild eines Mannes darauf zu finden war. Nachdem er die Kiste auf den Tisch gelegt hatte, stellte er sich neben sie und besah sich das Foto mit verschränkten Armen. "Warum sehen Mörder alle gleich aus..."
      Es war eine rein rhetorische Frage, die er nicht beantwortet haben wollte, "Gibt es einen IT-Spezialisten...Der das Gesicht durch die Datenbank jagen kann. Damit will ich mich nicht beschäftigen...oder kann das ...Alex machen?", Victor sah auf, als dieser pünktlich zur rechten Zeit durch die Türe getrottet kam.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte sich an den Tisch vor der Tafel gelehnt und das Bild angestarrt, welches sie an die Tafel geklebt hatte. Er war widerlich und erinnerte sie zu sehr an das Geschehen in der Hütte, er war das Problem, welches sie alle hatten und genau das war wahrscheinlich das, was er wollte.
      Naira sah auf, als sie Schritte hörte und musterte zunächst ihren Partner, bevor ihr Blick auf die Kiste fiel, die er mit sich hatte. Sie war verstaubt und auch wenn die Aufschrift auf der Seite verblasst war wusste Naira genau, was für eine Kiste es war. Irgendwann sollte die Zeit kommen, in der sie sich damit auseinandersetzen musste, aber noch war sie definitiv nicht gekommen. Ihre Augen hefteten sich auf die Kiste, bis Victor ihre eine Frage stellte und sie zu ihm sah. „Ich weiß nicht, ob es Alex machen kann“, antwortete die Dunkelhaarige und sah kurz zu dem Blonden, bevor sie sich erhob und sich auf ihren vorherigen Platz setzte. Ihr Hund erhob seinen Kopf, aber es war noch nicht die Zeit um mit ihm rauszugehen, auch wenn es eine willkommene Abwechslung gewesen wäre..
      Die Frau öffnete wieder ein paar der Bücher und durchforstete sie nach einigen Theorien, über Mörder und deren Verhalten. Sie erhoffte sich etwas passendes zu finden, auch wenn sie ganz genau wusste, wie wenig es bringen würde. Auch die Zeitungsartikel lagen vor ihr ausgebreitet und versuchte ihre Augen nicht in Richtung der Kiste zu bringen, die sich auf dem Tisch befand.. ganz gefährlich, Victor.. ganz gefährlich..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor schnaubte. Naira war nicht gut auf ihn zu sprechen und dabei konnte er nicht mal sagen wieso. Klar, er konnte es sich schon zusammenreimen. Am liebsten tippte er immer noch auf Alex, dessen Anwesenheit ein Dorn im Auge war. Doch es konnte auch gut möglich der Stress sein, den sie hatte. Von einen Tag auf den anderen zur Arbeit, weil sich ihr Mörder gemeldet hat. Sie taten genau das, was er wollte und damit rannten sie direkt in die Arme des Wahnsinnigen. Victor blieb vor der Wand stehen und musterte das Bild und das eingekreiste Gesicht.
      Alex kam hinzu und trug den Duft von warmen Kaffee mit sich. Er stellte sich neben Victor und sah sich das Gesicht an. Seine Frage wer das war, war schnell beantwortet, die Frage von Victor widerrum ließ ihn unzufrieden zu dem Detective sehen. Er trug ihm nämlich auf, das gesicht durch die verfügbare Datenbank von Alaska zu jagen und ihnen bescheid zu geben, wenn er jemanden fand.
      "Du willst mich ja nur loswerden...", grummelte Alex und Victor sah ihn daraufhin zwar ernst an, erwiderte aber nichts.
      Die Tür ging zum Konferenzraum auf und Captain Ramirez trat ein. Sie fuhr sich theatralisch über die Stirn und pustete aus, als sie merkte, wie dick die Luft doch in dem Raum war: "Es sind Minusgrade draußen und hier drin fühlt es sich an, würde man im Ofen hocken.", sie brachte kaum Lockerung in die Situation. Alex wandte sich ab und ging sich seinen Laptop holen, mit dem er arbeitete und mit dem er Zugriff auf alles hatte.
      Ramirez trat an Naira heran und legte ihr vorsichtig eine hand auf die Schulter, als sie die Kiste bemerkte. Victor war dann derjenige, der sich ohne weitere gedanken die Kiste an sich riss und dann in eine eigene Ecke am großen Tisch verzog, um sich um den Inhalt darin zu kümmern.
      "Gibt es einen Grund warum die Kiste von Detective O'Connor hier ist?", fragte ramirez an Victor gewandt, der erst zu der Tafel sah und schnell eins und eins zusammenzählte um zu antworten: "Es ist der einzige Mordfall gewesen in Anchorage...Einer der noch aus diesem Jahrhundert ist. Ich vergleiche gerne Fälle, um zu sehen welche Dinge bereits abgeklärt sind für uns und welche wir noch in Angriff nehmen müssen...um keine Ecke zu vergessen in der wir schnüffeln müssen..."
      Ramirez hob eine Augenbraue, beugte sich dann aber leicht zu Naira und wollte sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigen.
    • Naira O’Connor

      Es dauerte nicht lange, da erschien auch der Captain wieder. Sie sah seh erschöpft aus, dass könnte man auch gut nachvollziehen, schließlich war sie gerade alleine gegen die Meute gezogen und hatte das scheinbar auch gut überstanden. Was Naira aber störte war die Kiste auf dem Tisch, die Victor an sich riss. Er öffnete sie sogar und damit schnürrte sich Nairas Kehle noch weiter zu, sie bekam kaum noch Luft.
      „Ich glaube, der keine Racker muss raus..“, stellte Ramirez fest und auch wenn sich der Hund noch nicht beschwerte, seine Besitzerin musste aus dem Raum raus und das nutzte der Hund sehr gerne. Es machte sie fertig, wie viele Gefühle zusammen kamen, während nur diese Kiste auf dem Tisch stand. Naira warf einen kurzen Blick zu Victor, bevor sie sich ihre Jacke schnappte und mit dem Captain und dem Hund zusammen aus dem Revier nach draußen ging. Draußen war es definitiv kälter, der Schnee fing auch wieder an, die Reporter hatten sich aber alle verzogen. Während der Hund im Schnee tobte nahm sich die Dunkelhaarige ihre Zigaretten aus der Jackentasche und bot zunächst ihrer Chefin eine, bevor sie selbst zu einer griff. „Du hast sie ja gut vertrieben“,stellte Naira fest und zündete beiden jeweils die Zigarette an. Ein tiefer Zug genügte, um die Gefühle wieder zu beruhigen.
      „Wenn du dich nicht bereit dazu fühlst, musst du mit mir reden“,sprach Ramirez, nachdem sie selbst einen Zug genommen hatte und sah besorgt zu Naira. Die beiden kannten sich schon viel zu lange, als das sie die Gesichter der anderen nicht lesen könnten. „Ich sehe doch, wie sehr es dich bedrückt, dass er diese Kiste rausgeholt hat..“. Naira schüttelte kurz den Kopf und zog noch einmal, die beiden gingen von dem Eingang weg und spazierten auf den hinteren Parkplatz zu, um sich zu wärmen. „Ich kriege das hin.. es ist nur..“. „Nur was?“. „Ich hätte nicht gedacht, dass es sofort in einem Kreuzverhör enden würde.. ich habe nicht umsonst mein Verhör damals abgelehnt.. ich werde nichts zu dem verschwinden meines Vaters sagen, selbst wenn die Jungs noch so viele Parallelen finden, wie sie wollen“.
      „Kann ich dir eine Frage stellen, die du mir ehrlich beantwortest?“,fragte Ramirez nach einer etwas längeren Pause. Beide Frauen griffen zu einer weiteren Zigarette, um die Nerven zu beruhigen. Jeder war angespannt, jeden nahm die Situation mit.
      „Nur zu“,murmelte Naira, sie wusste wie sehr sie Ramirez trauen konnte und wie viel sie für sie schon gemacht hatte.
      „Hatte er sich noch einmal gemeldet?“.
      Die Dunkelhaarige seufzte laut und nahm einen tiefen Zug der Droge, doch sie sagte zunächst nichts. „Hat Thomas versucht Kontakt mit dr aufzunehmen?!“. „Ja, hatte er“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte nicht eingeschätzt, dass sie solche Probleme hatte mit den Erinnerungen an ihren Vater. Er hätte sich auch denken können, dass da mehr dahinter steckte, als "nur" ihr verschwundener Vater, die Geschichte ging tiefer und ob Naira es wollte oder nicht.
      Er sah ihnen noch nach. Dass sie wegen ihrem Hund raus wollte, konnte nicht sein. Spike hielt es locker aus einige Stunden sich nicht zu bewegen und einfach nur in die Gegend zu starren. Ein guter Hund.
      Alex grummelte, als er wieder in das Zimmer herein kam und nur Victor vorfand: "Wo ist Naira denn hin?".
      Victor verwies mit einer kurzen Handbewegung nach draußen, mehr wollte er ihm auch nicht sagen. Sollte er sich doch zusammenreimen wo sie war. Gefühlt rannte Alex auch der Detective nur hinterher. Aber war Victor nicht genau so. Er sah auf von den Unterlagen, die er aus der Kiste gefischt hatte und beobachtete den anderen, wie er sich an seinen auserkorenen Platz setzte, den Laptop, der wie aus dem letzten Jahrhundert aussah, an den Strom anschloss und dann loslegen wollte. Doch bevor er das konnte, musste er sich wohl 5 Minuten damit begnügen dem Ladebildschirm des Systems beim Arbeiten zu zu sehen.
      Warum sah der Typ nur so aus, wie sein Ex-Partner. Sie waren sich so ähnlich in einigen Punkten, dass es sogar gruselig wurde. Bevor Alex ihn beim Starren erwischen konnte, senkte Victor wieder seinen Kopf und blätterte durch die erste Anlage. Nichts. Der Name stand drauf, das Jahr...Man hatte angefangen zu sichten was man bereits gefunden hatte, aber man wollte es wohl nicht zu Ende bringen. Die Obduktion der damaligen Leiche war allerhöchstens hingeschmiert...
      "Dr. Atkinson...", las Victor den Namen des Gerichtsmediziners vor, woraufhin Alex nur stumm nickte: "Alter Kerl. Hat einige Jahre noch hier gearbeitet, ist aber schon lange in Rente gegangen. Vielleicht 2 Jahre oder 3 Jahre nachdem ihr Vater verschwunden war.
      Victor hatte das zwar nicht gefragt, aber er war auch nicht böse, über die neuen Informationen zu diesem Mann.
    • Naira O’Connor

      Keine drei Minuten lagen zwischen der Frage und dem Betreten des Konferenzraumes. Die Stimmung war gekippt, nachdem Naira die Frage beantwortet hatte, sie hatte die Zigarette auch hingeworfen und sich auf den Weg zurück gemacht. „Warum hast du mir nichts gesagt?“,fragte Ramirez, die der Dunkelhaarigen gefolgt war. „Was hätte es geändert?“, war Nairas Gegenfrage, nachdem sie den Konferenzraum betrat und die Jacke und den Schal auszog. Sie hatte sich beruhigt und es ging ihr deutlich besser, als zuvor. Scheinbar war sie der Droge doch verfallen..
      „Es hätte alles geändert“, antwortete der Captain und blieb hinter Naira stehen. „hätte es nicht..es ist eine unterdrückte Nummer von einem Wegwerghandy.. ich bin nicht blöd.. ihr hättet mich nicht mehr normal leben lassen“. Naira drehte sich zu ihrer Chefin um, um ihr in die Augen zu sehen. „Kaffee?“,fragte die Dunkelhaarige mit einem sanften Lächeln und ergriff ihre Tasse, um an Ramirez vorbei in die Küche zu gehen. „Du darfst dir nicht alles erlauben!“,rief ihr der Captain zu und zog sich die Jacke aus, bevor sie Naira in die Küche folgte. „Aber ich bin nicht dumm“, entgegnete die Dunkelhaarige, die gleich vier Tassen Kaffee machte. „Aber jetzt ist das Thema vorbei“.
      Eine der Tassen drückte sie ihrer Chefin, die anderen nahm sie mit, um den beiden Herren auch was zu geben. Sie hatte schon eine Idee, wie sie das ganze überstehen würde, einfach genug rauchen gehen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor sah nicht auf, als man den Raum betrat und die zwei Frauen über etwas zu diskutieren schienen. Er hatte sich in den Unterlagen verloren, genau so sehr wie Alex ebenfalls anfing zu arbeiten und dabei die Datenbanken nach dem Bild durchforstete. Kurz darauf sprang er auch auf, nahm das Foto mit und ging es mehrmals kopieren in verschiedenen Einstellungen. Er schaffte es das Foto zu vergrößern und nur ihren vermeintlichen Täter darauf zu haben. Das Bild war schließlich verpixelt, aber mit einigen Programmen, konnte man es halbwegs scharfstellen, so dass man die Gesichtszüge erkannte.
      Als er wieder zurück kam und das neue Bild an die Wand heftete, sah er es sich noch einmal genauer an: "Seltsam...", Alex schrieb einige Sachen auf und setzte sich dann wieder an seinen Laptop, um weiter zu machen.
      Als Naira wiederkam und der betörende Duft von Kaffee im Raum stand, blickten sogar beide Männer auf. Als wären sie Welpen gewesen, die den lieben langen Tag nichts gegessen hatten und nun das Rascheln der Futterdose wahrnahmen.
      Victor bedankte sich bei ihr und senkte den Kopf wieder zu den Papieren vor sich. Jede Obduktion nahm er auseinander und legte sie breit ausgefächert hin. Auch die Raumdurchsuchungen und alle Hinweise die überhaupt festgestellt werden konnten, legte er auf erst auf dem Tisch aus, merkte aber schnell, dass nicht genug Platz sein würde. also fing er an die weiße Wand hinter sich zu nehmen und die einzelnen Blätter aufzuhängen. Sie brauchten einen Hinweis...Wenn es ihr Vater war mit dem das Ganze zu tun hatte, musste es auch mit dem Fall zu tun gehabt haben. Weswegen sonst, war er verschwunden?
      Victor verschränkte die Arme. Warum hatte Thomas die Briefe mitgehen lassen...und was stand in ihnen...Victor schnappte sich die Tasse und nahm einen kräftigen Schluck. Das war wieder arbeiten. Das war ihm um einiges lieber. Wieder die schlaflosen Nächte, die Überstunden, die man trieb...Herrlich. Dann musste man nicht mehr über andere Dinge nachdenken.
      Auch alex bedankte sich für den neuen Kaffee und schenkte ihr ein Lächeln, dabei stand er auf und verwies auf das Bild, dass sie vorhin aufgehängt hatte. Daneben hing nun das vergrößerte von dem Gesicht von Thomas.
      "Fällt dir was auf? Ich habe das Gefühl er starrt direkt in die Kamera..."
    • Naira O’Connor

      Sie setze sich wieder auf ihren Stuhl hin und erblickte die Unterlagen vor sich. Naira hatte nun einen ganz anderen Blickwinkel auf das alles, scheinbar tat ihr die Droge besser, als sie sollte. Die Konzentration war im vollen Gange vorhanden und die Frau hatte Lust zu arbeiten. Sie nahm sich eine Karte der Umgebung von Anchorage und markierte die Orte, an denen die Leichen gefunden waren, dazu den ungefähren Standort der Hütte, in welcher die beiden gefangen gehalten wurden. Sie wollte mögliche Orte finden, an denen er sich noch verstecken könnte, dafür kamen auch die verlassenen Gebäude in Frage. Alle wurden nach und nach eingezeichnet, dafür eignen sich die Informationen aus dem Internet, in Verbindung mit allen möglichen Theorien zu Mördern.
      Als Alex mit Naira sprach hob sie den Kopf und sah zu der Tafel. Ihre Kehle schnürte sich wieder zu, als sie diesen Blick erkannte, der sie direkt anstarrte.
      „Na, Puppe?“, hörte sie seine Stimme in ihrem Kopf und schloss für einen Moment die Augen. Sie würde ihn finden. „Ich sagte ja, er spielt mit uns“. Die Dunkelhaarige sah noch einen Moment zu den Bild, bevor sie sich den blonden Kollegen ansah. „Ich nehme an, die Hütte wurde durchsucht und es wurde so gut wie nichts gefunden?“,fragte sie. Ihr Kollege nickte kurz, um es zu bestätigen. „Ich glaube, es wäre gut noch einmal hinzufahren“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex sah sie skeptisch und bemitleidend an.
      "Willst du da wirklich wieder hin?", er machte sich augenscheinlich Sorgen um sie und in diesem Moment war er der einzige, der sich um sie Sorgen machte. Denn Victor wühlte alleine in den Akten herum und teilte nicht mit was er fand, wobei das wohl an Nichts grenzte.
      Alex' Sorge war aber begründet. Dem mann entging wenig, was seine ehemalige Freundin angeht und ehrlich gesagt, hatte er seinen Blick auf sie nie geändert. Er legte die Hände zusammen und sah sich die Karte an, die sie angefertigt hatte. Ein großer roter Punkt markierte die Hütte, in denen sie gefangen waren. Alex hatte zwar gelesen und mitbekommen was man alles gefunden hatte, aber nichts davon war anscheinend von Wichtigkeit gewesen: "Wir haben die ganzen Listen noch. Alles wurde mehr oder weniger katalogisiert und na ja. Das Blut was wir fanden war von dir. Das war alles.", berichtete er noch was er wusste von dem Aufschrieb und seufzte laut. Es wäre wohl klug gewesen hin zu fahren. Auch Victor musste man mitnehmen, auch wenn dieser es nur ungern täte. Es war nicht das Problem zu sehen, wo er bewusstlos wurde und wo er am Ende aufgewacht war. Das Problem lag ganz deutlich darin, den dunklen Fleck auf dem Holzboden zu sehen, der nicht mehr entfernt werden konnte und sich gänzlich eingesaugt hatte in dem selbstgebauten Zwinger.
      Victor fuhr sich durch das Gesicht und grummelte. Sein Blick schweifte im raum umher und er sah die Karte, die Naira angefertigt hatte. Sofort kam ihm eine Sache und er ging noch einmal durch alles durch. Sie hatten noch zwei weitere Orte, die er eintragen konnte. Ein Kartenhäuschen nahe einer Naturattraktion und der Fundort neben dem selben See bei dem sie die erste Leiche gefunden hatten. Victor stutzte. Er hatte sich an den beiden vorgedrängelt und die Punkte eingetragen.
      Alex sah ihn missmutig an und schenkte Naira einen entschuldigenden Blick, als müsse er sich für den anderen Kerl in dem Raum entschuldigen. War wohl eher ein Versuch seinerseits auf einen grünen Zweig mit ihr zu kommen.
      Victor sah sich die Karte an. Die Punkte lagen wahllos in der Gegend und man konnte kaum eine Verbindung ziehen und dass der Typ gerne Menschen erfrieren ließ, das war hier wohl kaum sonderbar. Alaska war scheiße kalt.
      "Wir müssen zu allen Orten noch einmal...", nuschelte Victor und sah dann zu Naira auf, wohl in der Hoffnung, sie hätte seine Worte nicht gehört. Er hatte zumindest ihren Vorschlag vorhin nicht mitbekommen, weil er sich in seinen Gedanken verloren hatte.
    • Naira O’Connor

      „Natürlich will ich da noch einmal hin.. warum nicht? Schließlich hattet ihr bei der Durchsuchung keine Ahnung, was ihr suchen solltet!“,entgegnete Naira und runzelte die Stirn ein wenig. Sie war sich sicher, etwas in der Hütte finden zu können, etwas musste Thomas da hinterlassen haben, wenn er nicht vielleicht zurückgekehrt war. Er wusste immerhin nicht, dass die beiden Detectivs wieder ihre Arbeit aufgenommen hatten, wie sollte er es auch erfahren haben?
      Naira betrachtete die Karte noch einmal, während Victor sich erhob und sich zwischen die beiden drängte. Es störte die Frau nicht großartig, sie brauchte auch den entschuldigenden Blick von dem Blonden nicht, es war doch alles in Ordnung. Sie sah sich aber die Karte mit den neuen Punkten an, es ergab wirklich keinen Sinn.. was führte der Mann also in Schilde?
      „Das ist eine gute Idee!“, stellte Naira fest, als ihr Partner mit seiner Idee kam und hob die Augenbraue, um Alex deutlich zu machen, dass er recht hatte. „Sag ich ja.. ich wollte zwar nur zu der Hütte zurück, aber es könnte nicht schaden sich mal alles anzusehen.. gerne auch die Orte, die uns der anonyme Anrufer genannt hatte.. es ist ein Spiel und irgendwo hatte er sicherlich etwas versteckt, was wir finden sollen..“.
      Sie lehnte sich gegen den Tisch und kreuzte die Arme vor der Brust. „Mein Auto steht draußen, wir könnten von mir aus sofort los“. So konnte sie noch eine rauchen und ein wenig rauskommen. Irgendetwas hatte er sicherlich versteckt, aber sie würde ihn nicht fragen.. sie hatte sich selbst versprochen keinen Kontakt mehr zu ihm aufzunehmen.. am Nachmittag wollte die Dunkelhaarige auch das Telefon und die Nummer wechseln.. sicher ist sicher.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alex verzerrte das Gesicht. Recht hatte sie ja damit, dass sie keine Ahnung hatten. Trotzdem waren sie Polizisten und hatten ihren Job doch recht gut gemacht. So war Alex zu mindestens der Meinung gewesen. Victor, der sich zwischen die beiden gedrängt hatte, um an die Karte zu kommen, bekam Nairas Zustimmung. Sie mussten noch einmal an jeden Ort hin und auch wenn Victor nicht erwartete, dass er etwas fand, wenn sie an die Ticketbude kamen, so konnten sie immer noch von der Hoffnung leben irgendetwas zu finden. Ihr Mörder war so durchdacht in seinen Morden, dass man sich gut vorstellen konnte, er hat Hinweise für sie hinterlassen. Vorerst mussten sie diesen auch hinterher rennen. Ob sie nun wollten oder nicht.
      Victor richtete sich auf, warf Alex einen kurzen Blick zu und verschränkte die Arme vor der Brust: "Dann fahren wir los?...Ich komme gleich wieder...Ich...seh euch draußen.", Er verließ den Raum und ließ die beiden wieder alleine zurück. Gemeinsam mit ihnen in einem Raum zu sein, war ja kein Problem, aber mit beiden gleichzeitig zu arbeiten, machte ihm Probleme. Er konnte sich nicht auf beide gleichzeitig konzentrieren, und bekam das Gefühl nicht los, dass er fehl am Platz sein mochte. Egal was Naira ihm sagte, egal was Alex für sie war.

      Sein Weg führte ihn direkt in die Männertoilette, wo er erst einmal auf einen anderen Kollegen warten musste, dass er es verließ, bevor er sich erschöpft über das Spülbecken lehnte. Das war eine Achterbahnfahrt. Nun mussten sie los und zurück an die Stelle an der er sie fast verloren hatte. Er ließ das kalte Wasser laufen und schöpfte sich beide Hände voll, um es direkt ins Gesicht zu klatschen und über den Nacken laufen zu lassen. Der erste Gedanke an Alkohol fiel, doch noch musste er sich zusammen reißen. Noch...Noch war es nicht soweit.
    • Naira O’Connor

      Sie seufzte leise, als Victor aus dem Raum verschwand und die beiden allein ließ. Naira konnte es nicht ganz verstehen, was mit dem Rotschopf los war, es lag sicherlich nicht nur an der Arbeit und an dem Fall, aber das schob sie wieder zurück und konzentrierte sich lieber auf die Arbeit. Sie musste ihre Gefühle einfach in den Griff kriegen.
      „Dann lass uns gehen“,murmelte Naira und faltete die Karte, um sie in die Tasche stecken zu können. Es war noch recht früh, aber wenn sie alle Orte heute besuchen wollten mussten alle drei schnell los. Sie nahm noch einen letzten Schluck ihres Kaffees und atmete tief durch, bevor sie gehen wollte, aber Alex hielt sie noch für einen Moment auf. „Was ist?“,fragte die Dunkelhaarige, deren Augen direkt in seine blauen sahen. „Denkst du, wir könnten vielleicht heute Abend was ...zusammen machen?“. Die Frau musste mehrmals blinzeln, als die Frage in ihrem Kopf ankam, aber sie wusste nicht wirklich, was sie drauf antworten sollte. Nun, vielleicht wusste sie doch, was sie sagen wollte, aber nicht wie..
      „Ich glaube, wir sollten uns erstmal auf die Arbeit konzentrieren“,sagte sie dann knapp und ergriff ihre Jacke, um nach draußen zu laufen. Ihr Hund folgte ihr sofort, während der Blonde scheinbar ein wenig verletzt zurück blieb, er hatte doch was anderes erwartet. Ein wenig enttäuscht folgte er seinem Ruf und verschwand ebenfalls auf der Männertoilette, während sich Naira ganz in Ruhe eine Zigarette anzündete. Sie wartete am Wagen auf beide Herrschaften, da konnte sie in Ruhe ihrer Sucht nachgehen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Sie hätte es möglicherweise besser formulieren sollen, denn auch wenn Alex es vorerst als Ablehnung hinnahm, war es keine direkte. Er konnte sich an der Hoffnung festkrallen, dass es an einem anderen Tag klappen wird und sie dann wieder zusammen sein könnten? Es stand in den Sternen und entfernte sich noch weiter, solange Victor da war. Seit dem der Kerl aufgetaucht ist, war es unmöglich geworden Naira von ihm loszuwerden...Dabei war der Typ seltsam.

      Victor ließ sich Zeit und wusch sich noch einmal kräftig das Gesicht, bevor er es trocknete und mit Schwung das Papier in den Mülleimer warf. Dabei verfehlte er und flog auf den Boden. Grummeln sah es Victor einen Moment an und ließ es dann liegen.
      Er wollte gerade raus, als die Tür aufging und es stand kein geringerer als Alex, der ihn überrascht ansah, aber dann in eine traurige Miene verfiel. "Aus dem Weg...", maulte er und wollte an Victor vorbei, doch dieser ließ sich nicht so einfach bei Seite schieben. Stattdessen war er es, der mit einem kräftigen Schubser den anderen traf und bei Seite schob, um aus den Toiletten zu verschwinden und seine Jacke aus dem Konferenzraum zu holen. Alex kommentierte es nicht. Doch es machte ihre Beziehung zueiannder auch nicht unbedingt besser.

      Als er sich seine Jacke nahm, warf er einen letzten Blick auf ihre ersten Hinweise. Sie waren kaum ein paar Stunden da und es sah bereits chaotisch aus. Er sah noch das Foto aus dem Augenwinkel, ignorierte und versuchte nicht den Blick ihres Täters aufzufangen. Schnell verließ er das Revier und tauchte noch vor Alex an dem Wagen auf, wo Naira stand und ihre Zigarette rauchte. Wieder. Er trat an sie heran und sah über den Wagen hinweg. Wirklich Gefallen fand er nicht daran den kalten Rauch an ihr zu riechen, aber sie waren erwachsene...Er selbst hatte nichts dagegen eine Rauchen zu wollen und gerade als er sich dazu entschied nach einer zu fragen, sprang Alex heran und schürzte unzufrieden die Lippen: "Du rauchst ja schon wieder...", stellte er sinnloser Weise fest, was Victor widerrum mit einem Augenverdrehen kommentierte und in den Wagen steigen wollte.
    • Naira O’Connor

      Es war vielleicht nicht ganz Weise zu rauchen, die Nebenwirkungen dessen waren sehr groß und vor allem sehr schlimm.. aber noch unüberlegter war es, viel zu rauchen und dazu zog es Naira ungemein. Es war ein halt, den sie gefunden hatte, eine Balance zwischen den ständigen Nachrichten und Anrufen von Thomas, den schlechten Launen und blöden Fragen von Alex, der Arbeit die sie überforderte und Victor. Es lenkte sie einfach komplett von dem Rotschopf ab, es dämmte ihre Gedanken und Gefühle, die sie für ihn hatte, auch wenn sie keineswegs negativ waren.. aber es brauchte so viel Kraft, um sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
      Als Naira den Kopf hoch hob sah sie ihren Partner aus dem Augenwinkel kommen. Ein leichtes Lächeln bildete sich auf ihren Lippen, es war ihr viel lieber mit ihm alleine zu sein, als mit Alex. Der Blonde war nämlich so.. unheimlich. Sie wollte auch gerade dazu was sagen, da tauchte er natürlich auf. „Und?“,fragte die Dunkelhaarige direkt und mit einem unzufriedenen Ton, dazu runzelte sie ihre Stirn ein wenig. Einen weiteren Kommentar ersparte sie ihm, ihre Laune war natürlich nun wieder im Keller, deshalb pfiff sie nach ihren Hund und ließ ihn hinten einsteigen, bevor sie sich auf den Beifahrersitz setzte. Kurz musste sie durchatmen, das Bein zog wieder ordentlich, aber eine Ablenkung war schnell gefunden, denn Naira spielte an ihrem Navi herum, um die Koordinaten des ersten Ortes einzutippen. Der Ort der ersten Leiche.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor ließ Alex nicht die Zeit um vorne einzusteigen und das Steuer zu übernehmen. Wenn der fuhr, wollte Victor nicht hinten drin sitzen. Naira konnte sowieso noch nicht Autofahren, auch wenn sie es bereits einige Male versucht hatte. Also war es nur logisch, wenn er sich ransetzte und den Motor startete. Die Schlüssel hatte ja sowieso er.
      Alex fragte nicht, auch wenn es ihm aufgefallen war. Ihm waren einige Dinge aufgefallen, die ihm missfielen, die mit der Anbändelung der beiden zu tun hatte. Er vermisste Naira noch immer und auch wenn sie sich zwei Jahre lang durch nicht sprechen konnten, war er niemand der einfach so abließ. Seine Mutter hatte ihm beigepflichtet hartnäckig an seinen Träumen zu arbeiten.

      Victor dagegen...Er ließ es geschehen und machte sich Sorgen, dass es zu was kam. Dass er nicht genug war, nicht bereit dafür und doch wohlwissend, dass sie zur Zeit die einzige war, der er trauen konnte.
      Dem Navi folgend war die erste Fahrt für die vier doch recht einfach. Vor allem für Victor. Es war der Fundort des ersten Opfers für ihren Fall. Hier hatte es noch keine Probleme gegeben. Es war lediglich die Sicht auf eine eingefrorene Wasserleiche unterhalb der Eisschicht, die ein bizarres Gefühl in einem hinterließ.
      Den Wagen parkte Victor in der nächsten Nähe, um überhaupt in den Park zu kommen und diesen schnell zu durchqueren. Dann stieg er aus, hielt aber inne und sah zu Naira, deren Bein sicherlich nicht gesund genug war, um so viel zu laufen: "Du packst das heute?", fragte er leise durch den Wagen hindurch und nickte in die Richtung ihres Beins. Sollte sie übertreiben würde es keine gute Wirkung haben, weder für sie noch für die Reha.
      Alex stieg derweil aus und ließ auch Spike raus dabei, da sie gemeinsam die hintere Bank einnahmen.
    • Naira O’Connor

      Sie war sehr wohl in der Lage dazu, Auto zu fahren aber sie wollte nun ungern vor Alex eine Diskussion mit Victor führen, in der sie beleidigt weggehen, oder Victor wehtun würde. Bei diesem Gedanken sah sie zu seiner Nase, aber man sah zum Glück nichts, das hätte nämlich noch definitiv gefehlt..
      Die Dunkelhaarige ignorierte die Blicke von hinten und dachte sich ihren Teil dazu, Alex sollte sie einfach in Ruhe lassen,aber anscheinend verstand er es nicht wirklich. Sie musste es ihm irgendwie aus dem Kopf schlagen,aber zunächst war was anderes wichtiger..
      Victor hielt nicht gerade nah an dem Ort des Geschehens, aber es war wohl näher auch nicht wirklich möglich. Der Schnee war immer noch hoch und es würde bis Abend sicherlich noch viel mehr fallen. Es wäre alles deutlich einfacher,wenn Nairas Bein nicht wäre, aber das hatte selbst sie vergessen. Ein besorgter Blick ihres Partners und sein Einwand brachte sie erst dazu, dahin zu sehen. „Ich denke, ich schaffe das.. wenn nicht, kannst du mich ja tragen“,entgegnete sie mit einem warmen Lächeln und zwinkerte ihrem Partner zu. Kurz darauf stieg sie auch aus dem Wagen und musste feststellen, dass der Kälteschlag ihrem Bein gut tat. Dennoch lief sie um das Auto und öffnete den Kofferraum, um eine Gehhilfe rauszuholen. Es war unangenehm, auf so etwas angewiesen zu sein, aber es entlastete das Bein um ein Vielfaches. Noch brauchte sie es nicht, konnte es aber in der Hand halten. „Hoffentlich finden wir die Stelle wieder“,murmelte sie, bevor sie hinter den Jungs her ging.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Ein warme Welle nahm den Detective ein, als sie ihm zu zwinkerte und meinte er könnte sie ja tragen. Da hatte sie recht. Er hätte es ihr angeboten, wenn der Fall kam. Aber so einfach von ihr überrascht zu werden damit, ließ ihn doch aus der Spur fahren. Victor kratzte sich am Bart und schloss den Wagen ab, sofern alle draußen waren und alles aus dem Wagen geholt hatten was sie brauchten.
      Alex hatte zum Glück noch die Karte mitgenommen und schlug sie auf. Victor ließ ihn auch vorausgehen und kümmerte sich mehr darum den dünnen Mantel so aufzustellen, dass ihn der Schnee und auch der kalte Wind in Ruhe ließen. Er brauchte nicht krank werden, auch wenn ihn das wohl kaum von der Arbeit abhalten wird.
      Alex führte sie zu der ungefähren Stelle hin. Das Eis war noch immer Zentimeter dick bei den Temperaturen und der Schnee lag recht weit hoch, im Gegensatz zu dem auf dem Gehweg, den sie hier her nehmen konnten. Nun standen sie im Schnee, vor eingefrorenem Wasser und hatten nichts weiter als weiß vor der Nase. Victor seufzte genervt und sah sich ein wenig um.
      "Das wird wohl nichts hier...", gab er schon von vornherein von sich, sah sich aber vorerst nach einigen Schuhabdrücken um, die er vielleicht zufällig im Schnee finden konnte. Doch es war bereits so lange her, er bezweifelte etwas finden zu können. Vor allem hie rnicht. Er tippte persönlich mehr auf die Ticketbude und sein Haus.
    • Naira O’Connor

      Die Kälte dämmte ihren Schmerz im Bein und Naira schaffte es recht gut, zum Eis zu laufen. Natürlich würde es keine Spuren mehr geben, warum sollte es auch? Schließlich waren Wochen seit dem ersten Mord vergangen, aber es war für etwas anderes sicherlich hilfreich. „Ja, aber vielleicht bringt es etwas noch einmal alles zu rekonstruieren“, widersprach die Dunkelhaarige und sah zu ihrem Partner nach oben. Sie drückte ihm ihre Gehhilfe in die Hand und schob die beiden Herren mit einer Handbewegung nach hinten. Sie brauchte Platz..
      Naira umkreiste die Stelle, in der die Leiche gefunden wurde und drückte den Schnee damit weg. „Wenn wir annehmen, dass das auch wirklich die Stelle ist, an der die Tochter des Bürgermeisters gefunden wurde.. und alle nötigen Informationen betrachten.. haben wir noch immer keine Ahnung, wie der Mistkerl sie hier drunter gekriegt hat.. aber ich hatte damals mit den Herren gesprochen, die sich um so etwas kümmern.. und er musste die Leiche irgendwo an einer der Ecke Unterwasser gepackt haben.. der Strom unter dem Wasser zog die Leiche vermutlich bis zu dieser Stelle..“. Sie machte eine Pause und sah sich um, der See war groß, viel zu groß. „Er wollte aber, dass die Leiche gefunden wird..er ist also jeden Tag hier aufgetaucht und hat sie gesucht.. oder er war an einem Tag hier.. das komische war nämlich, der Schnee war weggeschoben, deshalb hatte der Angler die Leiche gefunden“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hielt ihre Krücke fest und sah sie argwöhnisch an. Wenigstens konnte die Frau anpacken und wusste, wie man einige Männer unter ihre Fittiche bekam, damit sie einem gehorchten. Brav sahen Victor und Alex ihr dabei zu, wie sie den Schnee bei Seite schaffte. Alex half ihr ein wenig, wusste aber nicht recht was sie haben wollte, also beließ er es am Ende dabei einfach nur zu zu gucken. Victor dagegen nickte bekräftugend. Ihr Mörder wollte dass die Leiche auftauchte und dass sie gefunden wurde.
      "Aber das hieße auch, dass er, nachdem die Leiche unter dem Eis war, verfolgt hat, um sie dann an einem bestimmten Tag zu finden und die Menschen darauf anzusetzen es zu melden.", Victor verschränkte die Arme und plusterte sich ein wenig auf. Trotz des Extra-Gewichts, dass er mit sich trug, konnte er nicht gerade sagen, dass ihm wärmer deswegen geworden ist. Der Winter in Alaska war kalt...Kälter als die in Brooklyn, was nicht faszinierend war, sondern logisch. Trotzdem erfüllte ihn das nicht gerade mit Zufriedenheit.
      "Es blieb auch noch zu klären, warum er gerade sie genommen hat. Schließlich hätte es jedes andere weibliche Opfer in der Nähe getan, um die Polizei darauf anzusetzen und somit auch uns."
      Alex verzog das Gesicht und grübelte darüber nach: "Wenn wir davon ausgehen, dass er euch haben wollte, was wir schließlich immer noch nicht bestätigen können. Klar, hier und da gibt es Anzeichen darauf."
      Victor sah zu ihm rüber und dann zu Naira. Hätten sie nicht einfach alleine gehen können. Das wäre um so viel einfacher gewesen als mit Alex im Schlepptau. Seine eigene Professionalität litt darunter, weil er sich ständig von dem Typen ablenken ließ.
    • Naira O‘Connor

      Naira seufzte und schüttelte den Kopf. Der Blonde zweifelte an ihrer Theorie, das brauchte die Dunkelhaarige definitiv nicht, konnte er nicht einfach im Auto sitzen bleiben? Er sollte helfen und nicht stören.. Ihr Blick glitt zu Victor, der sie ebenfalls nicht begeistert ansah, die beiden waren einfach ein eingespieltes Team und verstanden sich gut. Der Blonde störte einfach alles..
      „Alex,sei mal bitte still.. ich kann nicht denken, wenn du an meine Theorien nicht glaubst“, murmelte die Dunkelhaarige und schüttelte noch einmal den Kopf. „Wir hatten damals einige Infos zu der Tochter gehabt, aber als wir der Spur nachgehen wollten, gab es den zweiten Mord.. die Frau des ehemaligen Bäckers.. aber wir müssten überlegen, warum er ausgerechnet die Tochter des Bürgermeisters wollte..“.
      Sie sah sich ein wenig um und betrachtete den Wald, der am See angrenzte. Was war Thomas Idee gewesen? „Was ist, wenn er damit Druck aufbauen wollte? Der Bürgermeister ist nicht gerade die ruhigste Person.. ich erinnere mich daran, wie er ausgerastet ist.. vielleicht wollte er, dass auch die Presse früher handelt..“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."