[2er RPG] Cold, Lonely and Freezing

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    • Es waren Momente in denen Victor liebendgerne die Wohnung verlassen hätte. Damals, als er noch ein Weiberheld war und jedes Wochenende rausging, um sich zu bespaßen, kam es nicht selten vor, dass er dann auch in der Wohnung einer Frau auftauchte, deren Namen er sich nicht mehr gemerkt hatte. Es hatte ihn allerhöchstens interessiert, ob ihre Unterwäsche zu ihrer Bettwäsche passte. Meistens fand er dies sogar heraus. Doch die Morgen darauf, waren gespickt mit traurigem und benommenen Schweigen. Hier und da war er manchmal einfach gegangen und hatte eine kurze Nachricht hinterlassen. Keine Nummer, kein Name. Das reichte so. Aber heute...Dann, wenn auch er einfach erwachsener geworden ist, bekam er Schwierigkeiten mit einer einzigen Frau. Sie schwiegen sich zum größtenteil an. Warum mussten sie auch eine Party mit Alkohol für jeden schmeißen. Es hatte ihm gut getan nichts mehr getrunken zu haben.
      Müde fuhr sich Victor über den Nacken und sah auf seinen Teller runter. Der Hunger hielt sich in Grenzen, aber wenn er heute arbeiten wollte oder musste, dann brauchte er wenigstens ein wenig Energie, die ihm half dabei überhaupt das Haus zu verlassen.
      Er erwiderte mit einer kurzen Geste das Guten Appetit und schnitt sich ein Stück vom Spiegelei ab, das er sich dann in den Mund schob. Der Geruch von Rauch und Nikotin stand noch in der Luft. Auch wenn Naira am Fenster rauchte, so blieb ein kleiner Teil an ihr und ihren Klamotten hängen. Victor sah von seinem Teller auf und musterte ihren müden Blick. Es war wie eine Berufskrankheit, mit der er die Emotionen anderer Menschen lesen konnte ohne danach fragen zu müssen.
      Meistens würde er auch fragen, doch dieses Mal ließ er es sein und schüttelte nur den Kopf. Es reichte, wenn sie einfach rausgingen und zur Arbeit fuhren. Dort würde sich ein Dialog schon einrichten. Dann wenn es auch nötig wurde. Victor nahm sich heraus nicht den Abend und die Nacht der kleinen Wiederkehrfeier zu besprechen. Auch nicht, dass sie schon wieder miteinander geschlafen haben. Das Schicksal und die Gefühle konnten nun wirklich Arschlöcher sein.

      Als er fertig war, nahm er sich seinen Teller und stellte ihn ins Spülbecken, wusch sich kurz die Hände und sah zu Spike, der gehorsam wartete. Der Hund war ein Fall für sich. Sie hatte sehr viel Training mit ihm absolviert oder er war einfach vom Charakter her so ein ruhiges Tier. Dies oder das andere, es machte keinen Unterschied, dass der Hund ohne zu Jaulen immer auf sein Frauchen wartete und an ihrer Stelle war. Victor lehnte sich an die Theke und verschränkte wie immer die Arme vor der Brust, dabei sah er zu Boden. Wenn man es sich recht überlegte, war ja eigentlich Spike der Retter. So wie es Naira ihm erzählte hatte, hätten sie vielleicht ohne den Hund und dessen Intelligenz gar nicht überlebt.
    • Naira O’Connor

      Die Dunkelhaarige war sich langsam nicht mehr sicher, wen sie denn wirklich mit ihrem Schweigen bestrafte, sich selbst oder ihren Partner.. es schien fast so,als würde es Victor gar nicht stören, dass sie nicht miteinander sprechen, aber wenn Naira ehrlich war, dann war es auch er und sein Verhalten, die daran Schuld waren. Sie hatte nämlich keine Ahnung, warum sein Verhalten immer weiter abrutschte und warum sie darunter leiden musste. Am liebsten hätte Naira etwas gesagt, aber Victor wollte bisher nicht sprechen, da sah die Dunkelhaarige auch keinen Grund drinnen.
      In voller Ruhe aß die Detective ihr Frühstück auf und ließ sich nicht davon hetzen, dass ihr Partner schon fertig war. Es war vollkommen in Ordnung was er gekocht hatte, auch nichts allzu kompliziertes, aber das brauchte die Dunkelhaarige, ein wenig mehr Kraft. Sie trank den Kaffee auf in Ruhe, bevor sie sich erhob und ins Wohnzimmer marschierte. Natürlich ließ sie alles stehen und liegen, immerhin sollte sie weniger machen und mehr Hilfe annehmen, aber ihr ging es noch um viel mehr. Die Gefühle stauten sich dadurch noch weiter, doch sie bekam den Mund noch immer nicht auf.
      „Wollen wir raus?“,fragte Naira ihren Hund, der sich wahnsinnig darauf freute, raus zu kommen. Er wedelte mit dem Schwanz und drehte sich um seine eigene Achse. „Ich nehme dich gerne raus“. Sein Frauchen setzte sich auf die Couch, um dem Hund das Geschirr anzuziehen, hinknien oder bücken war nicht drin.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Und so schweigten sie bis an ihr Lebensende, dachte sich Victor leise in seinem eigenen Kopf. er konnte wohl kaum ignorieren, dass ihre Beziehung einen heftigen Schlag erlitt, wenn man es sich von außen ansah. Victor erkannte es, hatte aber wohl kaum den Anstand etwas zu sagen und zu zugeben was in ihm vor sich ging. Dabei wäre es doch so einfach...Damals war es einfach. Vielleicht hing er einfach zu sehr in seiner Vergangenheit fest und ließ es nicht zu, dass diese ihn endlich losließ...Aber wie konnte er seinen Ex-Partner einfach so fallen lassen, nach allem was geschehen war. Nach allem woran er sich immer noch die Schuld gab?
      Victor seufzte. Naira war bereits fertig gewesen und ins Wohnzimmer gegangen, um sich dem Hund zu widmen. Dass sie ihren Teller und den Becher auf dem Tisch liegen ließ, wäre ihm nicht weiter aufgefallen, wenn er nicht wüsste, dass sich Naira das nicht nehmen ließe es wegzuräumen. Victor hob den Blick an und musterte das allein gelassene Geschirr, bevor er sich dazu bewegte es überhaupt zu übernehmen. Eile war nicht mehr an der Tagesordnung. Sie brauchten sich nicht großartig beeilen. Auch wenn Captain Ramirez anderer Meinung gewesen wäre. Die Medien saßen ihnen nun wie kreisende Geier im Nacken und um eine öffentliche Meinung kam das Präsidium nicht mehr herum. Sie mussten sich melden. Victor fiel auf, dass ier nicht einmal wusste, ob es hier eine PR-Abteilung gab, die sich um dergleichen zu kümmern hatte.
      Stillschweigend räumte Victor alles an Geschirr fort und wusch es sogar ab, bevor er sich zu den beiden anderen gesellen konnte, die beinahe ohne ihn die Wohnung verlassen hätte. Kurz kontrollierte er, ob er alles hatte. Die Schlüssel waren das wichtigste. Auch das Handy und der Geldbeutel. Doch alles schien am rechten Fleck zu sein, weswegen er knapp nickte und dann darauf wartete hinauszugehen. Sie sollten direkt nach dem Spaziergang mit Spike in den Wagen springen und losfahren. Sonst könnten sie die Wiederübernahme des Falls vergessen.
    • Naira O’Connor

      Es war schon merkwürdig, wie sehr sich Naira verändert hatte, seit ihr Partner in die Stadt gezogen war. Vielleicht lag die Veränderung auch an dem Unfall und dem kaputten Bein, vielleicht entwickelte es sich auch schleichend und keiner hatte etwas ahnen können? Sie selbst konnte es jedenfalls nicht, Naira hätte nie gedacht genauso negativ wie Victor selbst zu werden.
      Naira hatte bis auf ihren Haustürschlüssel und das Portemonnaie nichts mitgenommen, die Frau brauchte immerhin nichts mehr. Die Waffe trug sie zwar noch immer an ihrem Körper, aber bei der Vorstellung diese zu benutzen graute es ihr und das Bein fing wieder an zu schmerzen. Spike lief frei neben ihr, eine Leine hatte der Hund seit sehr langer Zeit nicht mehr, Naira vertraute vollkommen darauf,dass er sich benahm. „Zehn Minuten!“,rief die Dunkelhaarige draußen, als ihr Hund zum pinkeln ins verschneite Gebüsch lief. Bald war wieder Frühling und die Kälte würde ein wenig abnehmen.. bald war auch Weihnachten und Sylvester, ein weiteres Jahr würde um sein. Ein weiteres Jahr würde sie Weihnachten alleine verbringen, vielleicht würde sie auch ihren Partner fragen..
      Naira lehnte sich in Ruhe an die kalte Mauer an und steckte die Hände in die Tasche, um den Husky zu beobachten, der sich im Schnee wälzte. Ihr lag so vieles auf der Zunge, aber so richtig wollten die Worte nicht aus ihr heraus, auch als sie den Mund dafür öffnete. Deshalb blieb sie stumm weiter stehen..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor ließ den beiden ihre Ruhe und stand abseits von ihnen. Sein Blick lag auf der Straße, die man gerade freiräumte von dem Schnee. Sowas gab es Brooklyn selten. Meistens war der Schnee bereits verfahren und matschig, bevor er überhaupt 10 Minuten hatte liegen können. Die Straßen waren ständig befahren. Eine Räummaschine in diesen Ausmaße wäre wohl kaum dort vor den wütenden Taxifahrern verschont geblieben. Oder all den Businessmännern und Frauen, die schnell eilend zum Flughafen mussten und dabei auf die grandiose Idee gekommen sind mit dem eigenen Wagen zu fahren. Victor steckte die Hände in die Hosentaschen. Nach all der Zeit konnte er sich ein wenig an die Kälte hier gewöhnen. Sie war nicht angenehm, aber sie war vorhanden und man koexistierte nebeneinander. Mehr verlangte Victor von niemandem. Man sollte ihn hinnehmen. Ihn und seine Kargheit, ihn und seine Launen, die keiner einschätzen konnte. Seufzend raffte er sich noch einmal kurz die Haare, als er wieder von der Maschine abließ und den Blick die Straße entlang schweifen ließ. Manche Menschen standen bereits auf dem Weg zur Arbeit an den Bushaltestellen. Sie vertraten sich die Beine, starrten auf ihr Hand, in die Zeitung oder...Victor richtete sich aufmerksam auf. Ein Mann mit einer Mütze tief ins Gesicht gedrückt, wandte den Blick von ihm ab und hob das Buch wieder vor die Nase. Er war zu weit weg, als dass er ihn hätte erkennen können. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in ihm aus und er sah wieder zu Naira. Als sie ihre Wohnung das erste Mal betraten war sie durchwühlt gewesen von jemandem und sie beide hatten einen Verdacht. Sie waren seit Wochen nicht mehr alleine und dabei störte es Victor weniger, dass der Irre sie bei allen persönlichen Liebeleien gesehen hat. Was den Detective eher verstörte war, dass er sich nur einmal gemeldet hatte...Nur, einmal von dem Naira ihm erzählt hatte. Er musterte die junge Frau, die an der Hauswand lehnte, um ihr Bein zu entlasten und dabei zu sah, wie ihr Hund endlich seine wiedergewonnene Freiheit genoss. Victor hätte sie fragen müssen, doch heute Morgen hielt er es für eine dumme Idee. Später im Revier wäre es angebrachter.
      Nach 10 Minuten bewegte er sich wieder. Die Füße kribbelten, das Blut floss wieder durch sie hindurch und sie wurden wärmer. "Wir sollten aufbrechen...", teilte er Naira mit und lief auf den Wagen zu, den er an der Seitenstraße parkte.
    • Naira O’Connor

      Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie beobachtet wurden, viel mehr versank Naira in ihren Gedanken und versuchte alles zu ordnen. Nicht nur ihr Bein war ein Problem, es gab da noch den Victor und die SMS, die Naira in der Nacht bekommen hatte. Am Morgen hatte sie das Handy wieder angeschaltet und sich die Nachrichten durchgelesen, gleich aber wieder gelöscht. Natürlich dachte die Dunkelhaarige nicht daran, ihr Partner würde in ihrem Telefon schnuppern. Es war viel mehr für ihre eigene Psyche gedacht, denn aus dem Kopf war auch aus dem Sinn.
      Schon wieder vibrierte das Handy, aber im gleichen Moment wollte Victor gehen und dieses Risiko wollte die Frau nicht eingehen. Sie nickte nur kurz und pfiff nach ihrem Hund, bevor sich alle drei auf dem Weg zum Auto machten. Sicherlich, es wäre schlauer gewesen ihren Partner zu involvieren, aber wenn er seine Gefühle ihrbezüglich schon nicht in den Griff bekam, wie sollte sie dann von ihm erwarten, dass er die Probleme bezüglich des Mörders hinkriegen würde?
      Im Auto setzte sich Naira auf den Beifahrersitz und schnallte sich stumm an, nachdem ihr Hund Platz im hinteren Teil des Wagens nahm. Eine zweite SMS kam hinterher, doch noch immer schaute sie nicht hin,viel mehr beobachtete sie im Seitenspiegel einen Mann an der Bushaltestelle. Vielleicht täuschte es die junge Frau, vielleicht auch nicht, aber er kam ihr bekannt vor.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Die Aufmerksamkeit eines Menschen konnte nicht ewig andauern und je höher der Stressfaktor wurde, desto weniger konnte sich jemand konzentrieren. Dabei war es so einfach seinen Stresslevel in den Griff zu bekommen. Zumindestens für ihn. Ein Süffisantes Lächeln lag ihm auf den Lippen, als er wieder hinter seinem Buch hervor schaute. Das Handy, dass er wieder in die Tasche steckte, tätschelte er leicht, solange sein Blick die zwei beobachtete. Sie stiegen wieder in den selben SUV ein aus dem er sie damals geholt hatte. Auch wenn er nie eine Antwort bekam von ihr, so wusste er doch, dass er sie in der Zange hatte. Er hielt sie fest und zermürbte langsam ihren Verstand. Sie würde büßen für den Fall und für die Flucht,ja sogar für seine Hunde, die er nun nicht wieder bekommen konnte.
      Als der Bus kam, sah er diesen nur an, ließ die Menschen an sich vorbei gehen und einsteigen. Manche nuschelten, wie unerhört es von ihm war einfach im Weg stehen zu bleiben. Doch das interessierte ihn nicht. Sie wussten ja nicht, wer er war. Die dummen Lämmer. Als der Bus wegfuhr, hob er den Blick und sah die Hauswand hinauf. Er wusste wo sie wohnte, wusste wie sie roch...Er würde es nicht vergessen und schon bald, nachdem er genug gespielt hätte, würde er sich auch dazu bewegen wieder näher zu treten. Raus aus dem Schatten indem er sich hielt.


      Victor startete den Motor und fuhr los. Das Vibrieren des Handys war ihm entgangen, auch wenn es wohl laut genug wäre. Er war weiterhin beschäftigt mit den Gedanken, wie er mit ihr reden könnte. Vielleicht war es sogar viel besser, wenn er tatsächlich mal den Mund aufmachte und es ansprach...Sie konnten nicht so weiter machen. Sie waren erwachsene Menschen...nun, wenigstens einer von ihnen.
      Sofern sie alle saßen, fuhr er aus der Parklücke und den bekannten weg rüber ins Präsidium.
      "...", stumm stieg er aus, ließ die Wagentür zufallen und ließ Spike raus, während Naira aus ihrem Platz rauskletterte.
      Alex traf um die selbe Zeit wie sie ein und zog sich die Dicke Windjacke zurecht, als er aus dem Wagen fiel. Victor gab ein Murren von sich. Als wäre er ein Hund, der einen anderen in seinem Territorium roch.
      "Hey, guten Morgen!", rief er rüber, jedoch nur an Naira, denn Victor strafte er mit einem gleichgültigen Blick und einem Nicken, das wohl ausreichen sollte. Victor erwiderte nichts. Er konnte ihn nicht leiden und kaum hatte er geglaubt, dass ihn dieses Gesicht nicht interessieren sollte und er sich beruhigen konnte, fing sein Herz an schneller zu klopfen. Er war es, dem er die Schuld geben musste für die letzte Nacht. Nur wegen ihm hatte sich Victor dazu begeben mit Naira zu schlafen. Sonst würde sie es mit ihm tun...Er war sich sicher, egal was sie dazu sagte.
    • Naira O’Connor

      Tief atmete sie mehrmals durch, denn das Gefühl, ihr Hals würde sich noch mehr zuschnüren war groß. Nairas Erinnerungen kehrten zurück, sie sah ihren Peiniger, wie er sie angrinste..ihr eine Ohrfeige gab.. Sie bekam keine Luft, obwohl sie atmete, der Sauerstoff kam einfach nicht an, aber eine Panik unterdrückte sie. Es war nicht gut, jetzt vor Victor so eine Nummer zu schieben. Ihre Fingernägel gruben sich dezent in ihr kaputtes Bein, der Schmerz gab ihr das Gefühl, wieder auf dem Boden der Tatsachen zu stehen.
      Am Revier angekommen stieg Naira aus, ohne wirklich auf Victor zu achten. Sie war nicht mehr sauer oder böse, sie war einfach nur vollkommen überfordert mit allem, was auf ihren Schultern lastete.
      „Morgen“,sagte Naira kurz zu Alex, doch sie half lieber ihrem Hund aus dem Auto und griff auch zu ihrem Handy, um die Nachrichten zu sehen. Es waren Fotos von ihrem Hund..von ihr, wie sie an der Wand stand.. von Victor, der sie ansah. Ihre Kehle schnürte sich wieder zu.
      „Es war echt lustig gestern! Das müssten wir wiederholen! Findest du nicht?“,fragte Alex und stellte sich zu ihrer Seite, da nahm die Dunkelhaarige das Handy wieder weg. Er sollte ganz sicher nichts sehen.
      „Naja, es war ok“,verbesserte sie ihn und sah zu dem Blonden kurz hoch, bevor sie zu ihrem Hund sah, der sie an dem Hosenbund zog. „Aber ich denke, wir werden erwartet“. Sie folgte ihrem Hund in das Revier, auf ein Kaffekränzchen hatte sie keine große Lust. Vor allem nicht mit Alex und auch ganz sicher nicht mit Victor. Männer waren nur eine Enttäuschung für die Dunkelhaarige, vor allem aber ihr Partner.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor fuhr sich durch das Gesicht und dann in den Nacken, um den Kopf nach hinten zu legen. Das Ansprache ging bereits eine halbe Stunde und die Stimmung im Revier war grauenvoll. Die Luft war so dick, dass Victor das Bedürfnis bekam das Fenster aufmachen zu müssen. Dummerweise war es kalt und windig draußen. Auf der Uhr zeigte sich 6:15. Es war viel zu früh am morgen, auch wenn er weniger seinem Schlaf nachweinte. Es war eher die Stille, die er auf den Straßen nicht genießen konnte.
      Sich vornüberbeugend stützte sich Victor mit den Armen über den Tisch und warf Ramirez wieder einen Blick zu, den sie nur erwiderte. Sie konnte ihm sehr wohl die Stirn bieten und das würde sie machen. Er und Naira würden darum kämpfen müssen, wenn sie den Fall wieder bekommen wollten.
      "Ich habe euch schließlich nicht zum Kaffee eingeladen, Johnson.", knurrte der Captain in Richtung eines anderen Polizisten, der sofort den Mund hielt und das nächste Gähnen wohl unterdrücken würde.
      "Wir hatten so einen Fall schon lange nicht mehr...Und wir haben gesagt, dass wir alles daran tun ihn nicht an die Medien zu lassen. Nun haben wir keine andere Wahl. Wir brauchen Fortschritt und wir brauchen eine Person, die sich vor die Kamera stellt und das werden nicht O'Connor oder Parker sein."
      Victor verzog in dem Moment nicht das Gesicht. Vor die Kamera bekamen ihn keine Zehn Pferde und eine Meinung wollte er auch nicht dazu abgeben. Er war einfach niemand der gerne log...Na ja, zu mindest nicht wenn es einen Fall anging.
      Ramirez sah durch die Gruppe an Polizisten. Die meisten erwiderten ihren Blick noch nicht einmal.
      "Jetzt müssen wir es schaffen, dass wenigstens der Unfall mit den Detectives nicht aufgedeckt wird und ihr kennt diese Aasgeier. Sie werden an alles rankommen wollen, was ihr ihnen auch nur ansatzweise anbieten werdet."
      Victor nickte. In Brooklyn hatte es keine 10 Minuten gebraucht und man musste hoffen, dass man noch vor der Kavallerie der Medien ankommen konnte, bevor diese sich auf die Leichen stürzten.
    • Naira O'Connor

      Sie saßen alle an dem großem Tisch im Versammlungsraum,wobei man allen gut ansah, dass sie viel lieber Zuhause in ihrem Bett liegen würden. Alle wussten bescheid über das, was im Fernsehn gezeigt wurde und keiner fühlte sich dafür zuständig. Naira konnte genau sagen, wer für das alles zuständig war, aber sie war sich nicht sicher, ob sie es laut aussprechen sollte. Generell war die Dunkelhaarige ziemlich zurückgezogen und sah sich die Unterlagen vor ihrer Nase an. Ramriaz hatte für sie alle Zeitungsausschnitte ausgedruckt, die über diese Geschichte berichteten, aber Naira las es nicht durch, sie starrte das an. Noch immer saß der Schock über die Fotos tief, sie wurden wirklich beobachtet, es war keine bloße Einbildung. Der Kerl wollte sie haben, er wollte spielen, aber wie weit würde er gehen? Was würde er sich noch alles überlegen?
      "Ich finde, es würde mehr Vertrauen zurückbringen, wenn Naira es machen würde.. Die Menschen werden ihr schon allein wegen dem Nachnamen mehr trauen, als sie es uns tun", warf Alex in das Gespräch rein und ließ die Dunkelhaarige aufsehen. Sie beobachtete ihn für einen Moment, bevor der Blick zu dem Captain glit. Sie wollte sich ganz sicher nicht vor die Kamera stellen, ihre Nerven waren genug strapaziert.. Außerdem, Thomas wollte es mit sicherher. Er wollte, dass sie es genauso tun würde, wie es ihr Vater tat.
      "Das ähnelt alles viel zu sehr dem Fall von vor sieben Jahren..", entgegnete einer der Kollegen, der sich zurückgelehnt hatte. "Da hat O'Connor auch zu den Menschen gesprochen und es hatte was gebracht!".
      "Ich bin aber nicht mein Vater..", sprach Naira und schüttelte den Kopf, bevor sie wieder zu den Zeitungsausschnitten sah. Ein Gemurmel fing im Raum an, aber sie war es gewöhnt, während das Thema ihres Vaters wieder aufgegriffen wurde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Es wurde unruhig in der Gruppe. Man fing an zureden sobald das Thema O'Connor im Raum gelandet war. Sie sprachen von Vertrauen und Überzeugungskraft. Das Victor nicht lachte. Naira war nirgends in der Nähe, um dergleichen ausstrahlen zu können und wenn es nach ihm ging, dann konnte sich Alex den Vorschlag sonst wohin stecken.
      Seine Gedanken manifestierten sich in seinem Blick, den er dem Kollegen zuwarf, er ihn aber versuchte zu ignorieren.
      "Das ist eine dumme Idee. Damit werfen wir Naira den Wölfen vor.", warf Victor endlich ein. "Sie ist nicht bereit dazu und ich werde es nicht zulassen.", den letzten Teil hätte er am liebsten auch gesagt, doch er blieb still, denn der nachdenkliche Blick des Captains ließ ihn verstummen. Sie haderte wohl mit sich, ob sie den Fall wieder an die beiden zurückgeben sollte oder nicht. Alex kam darin nicht weiter, egal was für ein guter Detective er sein mochte. So einen Fall konnten meistens doch auch nur die Leute lösen, die direkt damit zu tun hatten. So dachte Victor indem Moment, schüttelte aber wiederum den Kopf und senkte den Blick daraufhin. Aus dem Augenwinkel sah er Naira an, die die Zeitungsartikel anstarrte. War er zu harsch ihr gegenüber den Tag gewesen? Sie sah niedergeschlagen aus und bedrückt. Etwas stimmte nicht. Er sollte später mit ihr reden, um zu sehen, ob alles in Ordnung war.
      Wieder erhob Ramirez die Stimme: "Wir werden O'Connor nicht den Medien vorwerfen. Ich werde es übernehmen...Keiner von euch scheint reif genug oder tief genug im Fall zu sein, um alles beantworten zu können. Und Parker und O'Connor halten wir daraus.", sie nickte. Wenigstens in diesem Punkt gab es ein Aufatmen, denn keiner wollte so recht vor die Kamera und von den penetranten Fragen der Journalisten gelöchert werden. Ihr Captain schien dafür aber wie gemacht. Sie war ruhig und konnte die ein oder andere Frage souverän umschiffen.
      "Haltet eure Aufmerksamkeit weniger auf die Medien von Anchorage. Wir müssen versuchen den Mörder so schnell wie möglich zu fassen. Nachdem Vorfall, der uns eine Menge Wind beschert hatte, ist alles durcheinander gekommen und der Mörder hat es geschafft zu entkommen und sich irgendwo zu verstecken.", Victor hatte das Wort ergriffen und war dabei aufgestanden. Die Hände lagen auf dem Tisch und er spielte Autoritätsperson: "Auch wenn wir noch nicht offiziell Fälle übernehmen dürfen..."
      Ramirez unterbrach ihn sofort mit einer kurzen Handbewegung: "Ihr werdet den Fall nicht übernehmen, es gibt genug andere Leute..."
      "Wir sind die einzigen die ihn kennen."
      "Das macht es nicht besser Parker. Persönliche Verwicklungen in einem Fall neutralisieren euch als mögliche Detectives an diesem Fall zu arbeiten."
    • Naira O'Connor

      Sie blieb nach ihrem Satz sitzen und starrte die Bilder auf den Zeitungsausschnitten weiter aus. So recht war sich die Dunkelhaarige nicht sicher, was sie denken sollte, immerhin wurde sie von dem Kerl gestalkt, hinter dem sie her waren. Sollte sie nicht lieber einfach etwas sagen? Vielleicht würde es bei dem ganzen Fall ja etwas bringen, vielleicht würde es aber auch alles nur verschlechtern, immerhin hatte Thomas einige Asse in den Ärmeln.
      Ihre Aufmerksamkeit galt wieder dem Treffen, als sich ihr Partner erhob und mal das Wort übernahm. So eifrig hatte sie Victor noch nie gesehen und aus einem gewissen Grund fing ihr Herz für einen Moment an zu rasen. Ihre Herz war einfach ein Verräter, so einfach war das und noch einfacher war die Tatsache, dass sie den Fall nicht zurück kriegen würden. Damit rutschte Naira noch viel tiefer, als sie bisher war, sie war an einer gewissen Grenze bis zur tiefgründigeren Problemen. DIe Verzweiflung war groß, aber ihr rationales Denken war noch nicht ganz verschwunden. In einem kurzen Augenblick fiel ihr eine Möglichkeit ein, die Sperre zu umgehen.
      "Nicht ganz..",erhob Naira das Wort und zog damit die komplette Aufmerksamkeit auf sich. Ein wenig unsicher fühlte sie sich schon, es war fast so als hätte man ihr das Selbstbewusstsein ausradiert. "Wir sind hinter einem Mörder her.. Es gibt aber keinerlei Beweise dafür, dass der Kerl, der uns festgehalten hatte dieser ist.. Ja, er ist ein Mörder, er hatte es mir zugegeben, aber er hat keinen Mord gestanden, hinter dem wir jetzt aktuell her sind.. Bis wir also genug Beweise haben, um es ihm vorzuwerfen und nach Möglichkeit auch einen gerichtlichen Beschluss einzuholen, kannst du uns nicht aufgrund von persönlicher Verwicklungen aus dem Fall ausschließen. Wir können immer noch daran arbeiten und wenn wir ihn suchen ohne, dass du als Captain darüber bescheid weiß, bist du fein raus". Kurz schluckte Naira, während sie den Blick mit dem Captain hielt. "Und wenn es dir nicht ausreicht.. es gibt sicherlich einen Richter in den Staaten, der dem zustimmen und dich damit freisprechen wird..".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor hatte zwar die Initiative ergriffen, die er sonst lieber sein ließ, doch seine Worte prallten an einer funktionstüchtigen Mauer ab. Ramirez wusste genau welche Karten ihr Revier auf der Hand hatte und welche das Gericht nutzen wird, um sie zu verklagen und auch von Rang zu degradieren. Ihm fiel es schwer neue Worte zu finden, mit denen er ihr entgegnen konnte. Damals wäre ihm nichts lieber als das gewesen. Manchmal war es besser einen Fall liegen zu lassen und es einem anderen in die Hände zu drücken. Doch hier...Sein Blick fiel auf Alex, der gemütlich in seinem Stuhl sich zurücklehnte und mit einem Kugelschreiber zwischen den Fingern der rechten Hand spielte. Nein, dem wollte er dergleichen nicht überlassen. Victor hatte das Gefühl, dass der Typ nicht ganz Grün hinter den Ohren war und so jemandem überließ man keinen Mörder.
      Ihm fiel dennoch nichts ein und so blieb er stumm stehen und war überrascht, als er Naira hörte. Sie stand ebenfalls auf und ihre ersten Worte hätten einen Protest in ihm ausgelöst. Er verstand nicht warum sie urplötzlich die Vermutung aufstellte, der Typ wäre nicht der Mörder, all der Opfer gewesen, die sie in den letzten Monaten fanden. Er hatte es ihr gegenüber zugegeben. Aber dann verstand er nach und nach was genau sie im Schilde führte. Es klang nicht dumm. Die Spannung wich aus seinen Schultern und er sah zu ihr und dann zum Captain, der ebenfalls einen Schritt weichen musste.
      Sie verstanden worauf Naira hinaus wollte und das zeigte wieder wie klug sie doch in Wahrheit war. Eine Eigenschaft, die nur wenigen wirklich zustand. Victor nickte und sah wieder zurück zu Naira.
      "Sie hat recht. Wir haben tatsächlich keine Beweise. Es könnten zwei Mörder sein und wir hatten das Pech einem von ihnen auf den Leim zu gehen.", er unterstrich Nairas Theorie.
      "Lassen Sie uns an dem Fall weiter machen, je schneller desto besser. Wenn...", Victor dachte einen kurzen Moment nach und hob erst danach den Blick wieder, "Wenn meine Partnerin soweit ist, dann werden wir den Fall wieder annehmen und Fortschritte vorweisen."
      Aus der Ecke hörte man Alex einen Protest schnauben. Er hätte mit dem Seitenhieb wohl rechnen müssen. Das Alphatier-Gehabe zwischen den beiden Männern war noch lange nicht aus und Victor war zwar kein aktives Tier, aber sicherlich eins das wusste, wie mein Territorium verteidigte.
    • Naira O'Connor

      Ihre Lippen bildeten ein Lächeln, als es ruhiger im Raum wurde und alle über ihre Worte nachdachten. Naira hätte nicht gedacht, dass Victor noch einmal das Wort erheben würde, geschweige denn, dass er sie unterstützen würde. Sie hatte ihn ganz anders eingeschätzt, oder vielleicht hatte er sein Verhalten eingesehen und wollte es so wieder gut machen. Ein leises Seufzen verließ ihre Lippen, als sie ihm zuhörte und ihn ansah. Natürlich war sie bereit wieder richtig zu arbeiten, man musste ihr nur etwas zum anfassen geben.
      "Wie lange bist du noch gesperrt?",höre Naira ihren Captain fragen und sah zu ihr rüber. Sie setzte sich, um nicht weiterhin stehen zu müssen. "Dreiundzwanzig Stunden..", antwortete die Dunkelhaarige, obwohl sie sich ganz sicher war, dass Ramirez genau wusste, wie lange ihre Sperre noch ging. Sie wollte sie verlängern lassen, aber scheinbar bekam Naira doch die Möglichkeit wieder zu arbeiten.
      "Ich will regelmäßig ärzliche Berichte auf meinem Schreibtisch liegen haben.. Ohne Wenn und Aber..", kam es vom Captain und Naira nickte mit einem breiten Schmunzeln auf den Lippen. "Willkommen zurück, Schnewittchen".
      Sie wäre am liebsten aufgesprungen, um sich zu freuen, aber ein Blick zu Victor und ein Lächeln reichte. Selbst der Ärger war in diesem Moment verflogen.. Was so eine kleine Erleichterung alles anstellen konnte..
      "Danke..",kam es von der Dunkelhaarigen und sie sah zu ihrem Captain noch einmal, die selbst sehr zufrieden war. Naira bekam das Gefühl nicht los, als hätte Ramirez auf diese Idee gewartet, um den Fall endlich wieder zurückgeben zu können. Naira und Victor waren ihre besten Leute..
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor setzte sich erst wieder hin, als das Urteil gefallen war. Sie waren wieder im Spiel, auch wenn es nicht mit ganz rechten Dingen zu ging, denn sie nutzen eine graue Zone, um sich wieder auf den Fall konzentrieren zu dürfen. Kein Problem für Victor, er hatte schon schlimmeres mitbekommen und das rangierte sehr weit oben, beim Bezahlen von Spitzeln in Gangs.
      Zufrieden nickte Victor. Er konnte den Fall den anderen nicht geben, er und Naira waren die einzigen, die gut genug waren dafür. Dabei durfte Victor nicht einmal mit Alex darüber streiten, denn er wusste nicht, wie er arbeitete und was er auf die Beine stellen konnte. Nairas Worte halfen ihm dabei nur sehr wenig. Victor glaubte nach wie vor, dass Naira nichts dagegen hätte, etwas mit dem Blondschopf anzufangen. Doch alle Eifersucht bei Seite...Sie waren die einzig richtigen.
      Auch Ramirez wirkte zufrieden mit der Entscheidung und, als sei eine falsche Entscheidung von ihren Schultern genommen worden.
      "Dann willkommen im Dienst...", grummelte Alex leise in Victors Richtung, doch das ignorierte der rothaarige. Er wollte nicht mit ihm reden und er musste das auch nicht wirklich.
      Der Captain sah noch einmal auf einen der Zeitungsartikel und wurde still. Sie dachte nach über ihre Entscheidung und über die Tatsache ihre beiden verletzten Detectives wieder mit dem Fall zu betrauen.
      "Ihr werdet aber nicht alleine arbeiten...", erklärte sie, "Ich will, dass ihr Alex mitnehmt und jede erdenkliche Kraft, die ihr brauchen werdet, um das Arschloch dran zu kriegen."
      Victor schluckte und sah den Captain an. Mit Alex arbeiten...großartig. Da brummte sie ihm etwas auf.
      "Und ich möchte, dass ihr euch benehmt...Professionalität ist angesagt. Von allen von euch und wenn die Presse...das geht nun an alle, wenn die Presse euch versucht am Montag zu erwischen: Ihr antwortet nichts, rein gar nichts. Euer Freund ist der Satz: Wir möchten nicht spekulieren."
    • Naira O’Connor

      Nun es gab eine positive Sache an dem Tag, die auch nicht mit der Tatsache zerstört werden konnte, dass sie nun mit Alex zusammenarbeiten mussten. Es war etwas länger her, seit Naira zuletzt mit dem Blonden zusammengearbeitet hat und sie hatte es gar nicht so schlimm in Erinnerung. Der Grund dafür, weshalb die beiden keine Partner mehr waren lag in Alex Gefühlen für die Dunkelhaarige. Sie konnte so nicht mit ihm arbeiten und sich schon gar nicht normal mit ihm unterhalten, es störte sie einfach massiv.
      Naira nickte kurz, als der Captain über die Presse sprach. Die Dunkelhaarige und ihr Partner würden wohl am begehrtesten sein, wer wollte nicht ein Interview mit den beiden, die von dem möglichen Mörder festgehalten wurden.
      „Ihr seid entlassen“,hörte man noch vom Captain, bevor sie sich erhob und ihre Sachen einsammelte. Naira blieb noch sitzen, sie blickte wieder einmal zu den Zeitungen, um in Ruhe nachdenken zu können. Es war ein Ding, wenn die beiden jetzt mit Alex arbeiten würden, ein Ding welches so gar nicht gut ausgehen würde. Sie wusste genau von der Eifersucht, die Victor ihr auf und nach der Feier deutlich gemacht hatte, aber so recht konnte sie ihn nicht einschätzen. Würde er nüchtern genauso sein? Was war sein Problem?
      „Wie lang ist es nun her?“,hörte Naira und sah aus dem Augenwinkel den Blonden, der sich zu ihr setzte.
      „Zweieinhalb Jahre“, antwortete Naira und sah nicht von der Zeitung auf.
      „Ah.. fühlt sich gut an, wieder Partner zu sein..oder?“,fragte er selbstbewusst, wie auch sonst immer.
      „Ja, ich kann mich kaum zurückhalten vor Begeisterung..“,murmelte die Dunkelhaarige mit einem hörbaren, sarkastischen Unterton. „Es gab einen Grund, warum ich nicht mehr mit dir arbeiten wollte, vergiss es nicht“.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Victor senkte den Kopf und verschränkte wie immer die Arme vor der Brust. Grummelnd nuschelte er ein paar Gedanken in seinen Bart hinein, die keiner sonst entziffern konnte. Aber das war auch gut so. Sie fingen anzupacken und die meisten von ihnen würden wohl zurück unter ihre Decke klettern und den Sonntag dazu nutzen, um auszuschlafen. Eine Tatsache die Victor verwehrt blieb. Nun, da sie einen neuen Partner hatten, würde Victor nicht ruhen können und erst recht nicht wenn er Alex neben Naira sah. Seine Nackenhaare stellten sich direkt auf, da war der Typ nicht einmal in seiner Nähe.
      Seufzend beugte sich Victor vor und hielt sich die Arme über den Kopf, um ein wenig Ruhe in sich zu bringen. So schwer es sich auch gestaltete. Er konnte es ja wohl kaum zugeben, dass da die Eifersucht mit gewaltigen Schlägen an die Türe hämmerte. Vor allem Naira gegenüber durfte er es nicht zugeben. Vielleicht war es klug zu mimen, dass sie allerhöchstens Freunde mit gewissen Vorzügen waren? Ob das wirklich so war...Victor erinnerte sich kaum an die Worte, die er von sich ließ, wenn er betrunken war. Da konnte er auch nicht recht sagen, was er Alex an den Kopf geworfen hatte, außer dass er ihm drohte.

      Victor stand nach einigen Minuten auf. Der Raum war leer geworden und auch Captain Ramirez hatte sich verabschiedet. Doch statt nach Hause zu gehen, nahm sie ihr Handy zur Hand und telefonierte. Dabei ging sie in Richtung ihres Büros.
      Er sah ihr noch nach, bevor sein Blick auf die zwei fiel, die noch im Raum verblieben. Alex hatte sich direkt zu Naira gesetzt. Auch wenn Victor es ihr geben wollte, dass sie genervt genug aussah, dass selbst er ablassen würde für den Moment, es gefiel ihm nicht wie Platzeinnehmend Alex da saß und zufrieden mit der Beorderung des Captains war. Er stellte sich sogar hin und reichte Victor die Hand, als dieser näher gekommen war. Victor sah sie einen guten Moment im Stillen an, bevor er sie ergriff und sich kaum Gedanken bei der Stärke machte, die er auf die Hand des anderen ausübte.
      "Dann wollen wir zusehen, dass das was wird."
      Victor grummelte und sah zu Naira runter, entledigte sich der Hand des anderen: "Denk nicht zu lange darüber nach. Soll ich dich heim bringen?"
    • Naira O’Connor

      Wie dankbar doch Naira war, als Victor zu den beiden dazu stößte und Alex von ihr ablenkte. Sie war viel zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt,oder wollte es jedenfalls sein, da störte sie der Blondschopf nur. Sie sah sich noch immer die Zeitung an, fokussierte ein Bild mitten im Zeitungsartikel, auf dem ein angebilcher Zeuge zu sehen war. Etwas fiel ihr auf.. ein Schatten hinten im Bild, ein Mann mit einer Kapuze auf den Kopf, der dreckig grinste. Es war kaum zu sehen, aber nachdem die Dunkelhaarige es gesehen hat auch kaum mehr zu übersehen. Er war wirklich überall und er verfolgte alles auf Schritt und Tritt..
      Naira sah auf, als Victor sie ansprach und musterte ihn für einen Moment. Den Kampf der beiden Rivalen hatte sie dabei komplett ausgeblendet gehabt. „Ja, ich denke es ist besser.. bis morgen sieben Uhr darf ich sowieso nicht arbeiten .. das nimmt der Captain immer sehr ernst“, antwortete sie und erhob sich langsam. Ihr Hund, der derweil neben ihr geschlafen hatte und sich von der ganzen Situation nichts machte, erhob den Kopf wieder und sah zu seinem Frauchen. „Komm, lass uns heim gehen“,sagte die Dunkelhaarige. Ihr Husky erhob sich sofort freudig, er wollte wieder raus an die frische Luft.
      „Morgen Punkt sieben Uhr hier“,gab Naira an und sah ihren neuen alten blonden Partner an. Mit einem Nicken verließ sie dann den Raum, im Revier hielt sie bis morgen sowieso nichts.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Naira aus dem Revier und wieder nach Hause zu bringen, hatte weniger den Grund gehabt, dass sie noch nicht arbeiten durfte. Er wollte sie nur nicht so gerne in der Nähe des Speichelleckers haben. Er kannte die Vorgeschichte und wie Victor es auch einschätze, war er immer noch hinter Naira her. Er würde nicht aufgeben.
      Mit einer knappen Verabschiedung ließen die beiden den anderen mit einer Anweisung stehen und verließen das Gebäude. Was auch immer er noch machen wird, sei ihm überlassen. Victor strich ihn wieder aus seinen Gedanken und kümmerte sich lieber darum über den Fall nachzudenken, die Morde, die ihnen bereits vorliegen und die Tatsache, dass sie die letzten Wochen eigentlich nie alleine waren. Nicht nur war der Fakt beunruhigend, dass sie den Mörder haben laufen lassen, es war mehr die Tatsache, dass dieser sich herausnahm wirklich spielen zu wollen. Er forderte das Revier heraus und die zwei Detectives.

      Draußen atmete Victor auf und ließ den Kopf einmal kreisen, damit die Halswirbel knackten und sich wieder die Spannung daraus löste. Mit einem kurzen Klick öffnete sich bereits der Wagen, doch er sah dem Hund an, dass sie wohl noch ein wenig draußen bleiben sollten. Wenigstens für Spike. Vielleicht täte die frische Luft, aber auch Naira gut.
      "...", wortlos trat er an den Wagen und steckte den Schlüssel ins Zündschloss, schob sich aber wieder raus und kam zurück, um sich gegen die Front des großen Geländewagens zu lehnen. Direkt vor ihnen befand sich eine Hauptstraße, die meist nur so von Autos befahren war, doch an einem Sonntag war es still um sie herum. Nachdenklich schürzte Victor die Lippen und raufte sich dann die Haare.
      Alex verließ tatsächlich nicht das Revier nach ihnen. Was auch immer er machte, er schien sich wohl am Riemen zu reißen und entweder er wartete da drin, bis sie endlich weg fuhren, was Victor jedoch nicht glaubte, oder er setzte sich bereits an den Fall und sortierte für sie noch einmal alle Akten. Letzteres würde Victor sogar gefallen.
    • Naira O'Connor

      Der Hund tobte draußen im Schnee und vertrieb sich ein wenig die Beine. Er hatte lang genug dadrinnen gelegen und brauchte diese Bewegung, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Auch Naira tat die kühle Luft gut, denn sie vertrieb ihre bösen Gedanken aus dem Kopf. Nun drehte sich in ihrem Kopf nicht mehr alles nur um Thomas und um die Nachrichten, die heute morgen auf ihrem Handy waren, nun drehten sich die Gedanken um Victor und um sein Benehmen. Sie sah auf und betrachtete den Rohaarigen kurz, um sich ihre Worte im Kopf zurecht zu legen. Eigentlich wollte die Dunkelhaarige gar nicht mit ihm reden, aber irgendwie war die Stimmung immer angespannter und für den Fall, war es auch besser, wenn alles bei Seite gelegt wurde. Nun, Naira würde es sicherlich nicht stören, aber wahrscheinlich ihren Partner, denn bisher hatte sie genau so ein Bild von ihm.
      "Victor?",fragte Naira und stellte sich zu ihrem Partner an die Front des Wagens. "Ich glaube wir müssen reden..",kam es kurz darauf und sie seufzte leise. Sie betrachtete den Eingang des Reviers, die anderen waren schon alle gegangen, nur noch Alex und der Captain waren im Revier. "Ich habe keine Ahnung, was ich getan habe, aber irgendetwas habe ich anscheinend getan, sonst würdest du dich nicht wie ein Vollidiot aufführen". Sie kreuzte die Arme vor der Brust und sah ihren Partner kurz von der Seite an. "Würdest du mir also bitte sagen, was mit dir los ist? oder was ich getan habe?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
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