[2er RPG] Killer Instinct

    • John wusste worauf er sich hier einließ. Wenn es einer wusste, dann er. Für ihn war die Kunst des Folterns zu einer Wissenschaft geworden. Er wusste, wie man den meisten Schmerz mit einem Minimum an Schaden verursachen konnte und umgekehrt. Es kam nicht nur auf die Anatomie des Subjektes an, sondern viel mehr auf den richtigen Druck an den richtigen Stellen, das Timing, der Umgang mit dem Subjekt war wichtig. Wenn Vincent ein bisschen aufgepasst hatte, wusste er das. Er würde nicht die meisterhaftesten Ergebnisse erzielen, dazu brauchte es Übung. Aber er hatte Spielraum. Wenn er nur aufgepasst hatte...
      John gab sich große Mühe, nicht zu sehr zu zucken oder zu zittern, damit Vincent möglichst präzise arbeiten konnte. Wenn er abrutschte könnte das Ganze hier in einem Desaster enden.
      Wobei sich John keine Mühe gab, war die Selbstkontrolle der Stimme. Er schrie nicht unbedingt, aber er machte dem Schmerz Luft. Als Sadist sollte der Puppenspieler das genießen. Es kam kein weiterer Kommentar von dem Mann, also funktionierte es wohl wie geplant. Und Vincents Kommentar zu dem, was er tat, gab John die Hoffnung, dass der Polizist tatsächlich von ihm gelernt hatte.

      Der Puppenspieler hatte einiges an Werkzeug, schließlich hatte er sich am Meister der Folter orientiert. Johns gesamtes Set war als Beweismaterial für dessen Prozess katalogisiert worden und der Puppenspieler hatte das als Einkaufsliste verwendet, nachdem er die Datei in seine Finger bekommen hatte. Er hatte alles da, was damals in Johns Keller gewesen war und mit einem Fingerdeut machte er den Polizisten darauf aufmerksam. Unter seiner Maske leckte er grinsend über seine Zähne, als biete man ihm ein Festmahl.


    • Vincent folgte mit dem Blick wohin der Puppenspieler deutete. Er hatte gehofft, er müsse das Werkzeug erst besorgen und hätte lieber 15 Minuten an der Kette gehangen, als das hier zu tun. Vincent holte das Werkzeug näher an den Tisch heran und richtete diesen gerade. Er ließ sich nicht allzu viel Zeit dafür, der Puppenspieler sollte nicht merken, dass Vincent nur Zeit schindete. Vincent war sich auch nicht sicher, ob er weiter mit ihm sprechen sollte, oder ob er Johns schmerzerfülltes Stöhnen genießen wollte.
      Er betrachtete den Schnitt den er von Johns Sternum aus einen kleinen Bogen über sein Schlüsselbein beschrieb und überlegte was er tun konnte um John möglichst lang am Leben und wach zu halten, ohne ihn zu sehr zu verletzten.
      Wenn Vincent an den Schmerz dachte, den er gefühlt hatte, als John ihm an dieser Stelle das Zeug gespritzt hatte, zog ein unangenehmer Schauer über seinen Körper, aber er überredete sich trotzdem nach einer Nadel zu greifen. Er sah John noch einmal an fest an und blickte in seine blauen Augen. Er hätte sich gerne für das hier entschuldigt, aber sagte nichts, als er die Nadel langsam in den Schnitt führte und anschließend nicht entfernte, sondern fixierte. Der Schnitt war nicht tief oder groß, er würde ihn definitiv nicht umbringen. Aber Vincent kannte den Schmerz und im Gegensatz zu ihm, musste John ihn nun eine längere Zeit lang aushalten.
      "Jede Bewegung, jedes Zucken, jedes Luft holen, jedes Schlucken bereitet ihm Schmerzen.", erklärte Vincent mit weniger gespieltem Enthusiasmus als vorhin, da er sich den Schmerz selbst gut vorstellen konnte. Aber er zwang sich sein Mitgefühl für John nicht zu zeigen und sah zum Puppenspieler auf, der Lucy immer noch festhielt, aber ihr zumindest nichts tat. Vincent dachte über Johns Opfer nach, über ihre Verletzungen. Er konnte nicht einfach quer durch die Bank alles durch probieren, vieles erforderte viel zu viel Präzision und Wissen und John konnte sterben, wenn Vincent auch nur einen kleinen Fehler machte.
      Sein letztes Opfer war an den Puppenspieler gerichtet, er hatte der Frau vor Vincents Augen Teile der Haut entfernt. Irgendwie schaffte er es gerade sich selbst in eine Art Apathischen Zustand zu versetzen, zumindest konnte er gerade darüber nachdenken, ohne das ihm Übel wurde. Er hatte zugesehen und wusste wie es funktionierte und der Schaden würde nicht allzu groß sein, also war das sein nächstes Projekt an John, während er hoffte dem Puppenspieler wurde nicht langweilig.
      Vincent suchte sich willkürlich Johns Oberschenkel aus, um einen quadratischen Schnitt zu beginnen, um nachher die Haut vom Körper zu trennen. Die Fläche war nicht sonderlich groß und Vincents Hände zitterten weniger, als er erwartet hatte, während er versuchte den Puppenspieler in ein Gespräch zu verwickeln. Vielleicht lenkte es Vincent auch selbst davon ab, was er hier tat.
      "Wenn John nicht gekommen wäre, wäre dann mein Kopf die Krönung deines Meisterwerks oder hattest du mit mir etwas Anderes vor?", fragte er ihn, als würden sie gerade zusammen beim Tee sitzen.
    • John zwang sich zu atmen. Einfach nur atmen. Er war nicht groß in Sachen Meditation, aber er hatge seine Tricks, um seinen Körper ruhig zu halten. Er nutzte gerade alle, während sein Nervensystem in Flammen stand. Einfach nur atmen...

      "Du warst nur der Köder. Als ich Jonathan aus diesem Haus geholfen habe, wollte er dich unbedingt mitnehmen. Er wollte nicht auf dich verzichten."
      Der Puppenspieler schubste Lucy beiseite, die durch ihre Fesseln nicht viel Bewegungsfreiraum hatte. Drei große Schritte und er war bei Vincent, hielt ihm die Klinge an den Hals, hatte aber keinerlei Intention, die Waffe zu benutzen.
      "Was findet er bloß an dir? Du bist ein Risiko. Und dann bist du auch noch ein Cop. Aber du bist nicht untalentiert. Er hat dich gut trainiert."
      Er machte wieder einen Schritt zurück und betrachtete John, ließ seine Hand beinahe schon liebevoll über Johns Arm gleiten.
      "Der Schüler übertrifft den Meister...", murmelte er, dann warf er Vincent einen beinahe schon angeekelten Blick zu.
      Er trat zurück, ging vor Lucy in die Hocke und hob sie hoch. Mit wenigen Bewegungen hängte er sie an den Haken in der Decke, wo zuvor Vincent gehangen hatte.
      "Weiter. Ich will wissen, was das Prestige-Projekt zu bieten hat."


    • Vincent sah auf, als der Puppenspieler Lucy zu Boden warf und versuchte weiterhin ruhig zu bleiben. Kurz darauf hielt er in seiner Bewegung inne und unterbrach seine Arbeit an Johns Körper, als der Puppenspieler auf ihn zu kam und ihm sein Messer an den Hals drückte. Er wich ein wenig nach hinten und biss die Zähne zusammen, während er sich überlegte, ob er dem Mann das Messer abnehmen konnte, oder ob es sicherer war darauf zu vertrauen, dass die zwei Agents sie hier fanden.
      Die Chance war vertan als der Puppenspieler sich wieder von ihm entfernte und John anblickte. Den folgenden Blick, der Vincent zugeworfen wurde, konnte er absolut nicht verstehen, je länger er hier war, desto mehr hatte er das Gefühl, er konnte sein gesamtes Profil über den Haufen werfen. Wieso John? Wieso war er hinter ihm her und hatte er ihn von Anfang an töten wollen? Weil er eine Konkurrenz darstellte? Weil er von der Presse mehr Anerkennung bekommen hatte? Und wieso störte es Vincent so verdammt sehr, dass dieser widerliche Mann die Frechheit besaß, John zu berühren, egal auf welche Weise. Es jagte ihm fast einen Schauer über den Rücken.
      Er sah zu wie der Puppenspieler Lucy an den Haken hängte und langsam gingen ihm die Ideen an 'Projekten' auf Johns Körper aus, die mehr oder weniger ungefährlich waren. Zumal er mit seiner vorherigen Tätigkeit noch nicht einmal fertig war.
      Zu gerne hätte Vincent den Puppenspieler gebeten Lucy gehen zu lassen, aber er wollte ihn nicht verärgern.
      Vincents Blick glitt zu Johns Händen, die er nur anfassen wollte, wenn er keine andere Wahl mehr hatte, dann über seinen Brustkorb... aber ihm wirklich die Rippen zu brechen konnte ebenso schief gehen. Außerdem wusste er nicht wie viel John ertragen konnte, der kaum einen Mucks von sich gab. Sehnen wollte er auch nicht verletzen, Muskeln ebenso wenig und es gab zwar noch genügend Nervenknoten, aber das wurde dem Puppenspieler bestimmt schon jetzt langweilig. Aber er hatte nicht viel Zeit zu überlegen und wenn er präzise war, würde John noch Wochen überleben können, so wie Vincent in seinem Keller. Er hoffte also, dass das was John ihm damals als erstes angetan hatte, das Letzte war, das Vincent hier und heute tun musste.
    • Marcus war außer sich. Andrew konnte ihn kaum zurückhalten und schickte ihn raus an die frische Luft, während er das Wegwerfhandy checkte. Ihr IT-Experte Stan machte sich sofort an die Arbeit, aber die Zeit war knapp. Der Puppenspieler arbeitete präzise nach Zeitplan und er hatte den neuen gerade veröffentlichen lassen. Es war überall in den Nachrichten: Um Mitternacht würde er sein neues Werk enthüllen; er würde die Arbeit der Polizei erledigen und den unfähigen Polizisten bestrafen, der den Diamond-Killer hatte entkommen lassen. Es war klar, was das hieß. Sie hatten etwa sechs Stunden, um den Puppenspieler, den Diamond-Killer und Vincent zu finden...



      John atmete gegen den Schmerz an. Vorsichtig, bedacht, jeder Atemzug so ruhig wie möglich. Er beobachtete Vincent, war stark für ihn. Er sah die Blicke des Polizisten und ermutigte ihn, weiterzumachen.
      Als sich die Möglichkeit bot, gab er ihm einen weiteren Tipp: "Orientiere deine Schnitte an den Knochen. Male ein Skelett in meine Haut. Frage nach Salz oder Alkohol. Foltern hat mot Schmerz zu tun, nicht mit körperlicher Verstümmelung."


    • Vincent tat was John ihm mitteilte. Er bat um Salz oder Alkohol, wobei der Puppenspieler mit Ersterem nicht dienen konnte und Zweiteres in der Tasche war die er Vincent gezeigt hatte. Der Polizist wusste nicht wie lange er schon hier war, das hätte ihm vielleicht ein bisschen damit geholfen einzuschätzen, wie lange er noch durchhalten musste. Er ging im Kopf durch was er alles getan hatte und versuchte eine Zeitschätzung abzugeben, während seine Hände wie von selbst neue Schnitte über Johns Körper zeichneten. Seine Gedanken fingen an zu wandern, zu ganz absurden Dingen, vielleicht um sich abzulenken. Und er merkte wie aufgeregt er war, das Denken fiel ihm schwer und John musstd ihm schon zwei Mal helfen Zeit zu schinden. Ob John enttäuscht war...?
      Vincents Blick fiel auf das Unendlichkeitssymbol, das John sich selbst und Vincent an der selben Stelle eingeritzt hatte. Wenn er gewust hätte, dass sie wirklich all die Zeit über verbunden geblieben waren...
      Nachdem die banale Denkerei vorbei war und Vincent gerade damit beschäftigt war den Alkohol an der Stelle mit der fehlenden Haut zu nutzen, meldete sich sein Gehirn langsam zurück.
      Und wenn die Agenten sie finden würden? Was dann? Sie würden John festnehmen, oder ihn vielleicht sofort erschießen und Vincent war sich inzwischen bewusst, dass er Beides nicht zulassen konnte. Aber konnte John aufstehen und entkommen? Wie konnte Vincent ihm helfen? Wenn ef mit ihm gehen würde, dann wäre es wohl wirklich aus mit ihm als Polizist... oder als normaler Bürger. Ein Drittes Ml kaufte ihm keiner eine Entführung ab. Aber wäre das so schlimm?
      Und wenn er John einfach nur helfen würde? Vielleicht landete er selbst im Gefängnis, das war ihm aber zumindest im Moment egal. Genauso egal wie die Möglichkeit hier zu sterben, durch wessen Hand auch immer.
      Johns schmerzerfülltes Keuchen und seinen Blick blendete Vincent im Moment völlig aus, ebenso wie den Puppenspieler und Lucy. Er hätte es anders womöglich nicht ertragen.
    • Vincent hatte aufgepasst, dass musste man ihm lassen. Aber es war zu schnell, zu viel auf einmal. John konnte spüren, wie jeder weitere Schnitt, jede weitere Spülung mit Alkohol an seinen Kräften zehrte. Er verlor zu viel Blut, sein Nervensystem war überlastet. Er versuchte nachzudenken, aber seine Gedanken waren träge und langsam.
      Er hielt Vincent am Handgelenk fest, ala sich ihm die Möglichkeit bot. Er wollte mit dem Puppenspieler reden. Das ging nur, indem er Vincent aufhielt, den Prozess störte. Sich wehrte.
      Es funktionierte und der Puppenspieler verließ seinen Beobachtungsposten.
      "Hey", sagte John, bevor der andere Killer Vincent irgendwas tun konnte, "wozu die Eile? Du bist besser in diesem Job... als zuzusehen, wie ein Amateur... zu schnell arbeitet..."
      Sprechen war anstrengend. Nicht nur die eingeschränkte Atmung, auch die schwammigen Gedanken machten ihm zu schaffen.
      Der Puppenspieler grinste.
      "Ich habe einen Abgabe-Termin einzuhalten", antwortete er.
      In einer flinken Bewegung entwendete John Vincent das Skalpell. Der Puppenspieler bemerkte es nicht.
      "Weißt du, was dein Fehler ist?", fragte John und lächelte zurück.
      Er durchschnitt die Fessel an seinem Handgelenk, richtete sich halb auf und rammte das Skalpell in das Auge des Puppenspielers. Der ging schreiend auf die Knie und ließ sein eigenes Messer fallen.
      "Du glaubst, du bist besser als ich, lässt dich aber von Emotionen leiten."
      John öffnete die Fessel an seiner anderen Hand und an seinen Füßen. Der Puppenspieler zog sich an der Liege wieder auf die Beine, das Skalpell im Auge, sein Messer wieder in der Hand. Er kochte vor Wut, doch John ignorierte das, ebenso den Schmerz in seinem Körper. Er baute ganz auf das Adrenalin, das er seinen Körper auszuschütten zwang, als er sich mit einem Roundhouse-Kick vom Tisch schwang und den Puppenspieler wieder zu Boden schickte.
      "Schnapp dir deine Freundin und hau ab", rief er Vincent zu, "Mach schon!"

      Vierundzwanzig Stunden später famnd man das neuste Werk des Diamond-Killers. Es war eine Kollaboration von ihm und dem Puppenspieler: aus allen bisherigen Opfern hatte der Puppenspieler eine Art Frankensteins Monster geschaffen, der Kopf hatte bisher gefehlt; John hatte den Kopf des Erschaffers verwendet und ihm als finalen Hohn den Diamanten in die Stirn geritzt. Er hatte nicht die Kraft für eine theatralische Darstellung gehabt. Stattdessen hatte er der Polizei einen anonymen Tip gegeben, wo sie die Leiche finden konnten.

      Noch am gleichen Tag wurde bei Vincent eingebrochen. Mit seinen zittrigen Händen brauchte John ewig, um das Schloss zu knacken. Er wusste, dass es riskant war, herzukommen. Vincent würde sicher überwacht, seine Wohnung vielleicht beobachtet. Aber er wusste nicht, wohin er sonst sollte. Fliehen, ja. Eine seiner Scheinidentitäten annehmen. Aber er konnte nicht. Es zog ihn hierher. Zu Vincent.
      Er ließ die Tür offen stehen und scjleppte sich zum Sofa, wo er glücklich zusammenbrach. Wenn er scjon sterben musste, dann wenigstens umgeben von Vincent, seinem Polizisten...


    • Vincent schreckte hoch als er am Handgelenk gepackt wurde und John ihn ansah. Kurz darauf kam auch schon der Puppenspieler herüber, Vincent hatte nicht vor sich zu wehren. John drehte das Skalpell geschickt aus Vincents Hand, der einen kleinen Schritt zurück machte, während er quasi zwischen zwei Wölfen stand die sich gegenseitig zerfleischen wollten. Über Johns Agilität war er überrascht, aber nicht übermäßig. Er konnte nur zusehen, wie er sich dem Puppenspieler entgegenstellte und fragte sich, warum er selbst nichts versucht hatte, vielleicht hätte er es früher beenden können. Aber er wollte Lucys und auch Johns Leben nicht riskieren.
      Deshalb zögerte er auch kurz, als John ihm auftrug mit Lucy zu verschwinden. Doch ein Blick zu ihr verriet ihm, dass sie am Ende war. Er lief zu ihr hinüber und holte sie von dem Haken. Sie stammelte Vincent solle ihr Oberteil nehmen um die Wunde zu verbinden und er nickte, brachte sie aber erst einmal nach draußen.
      Dort schleppte er sie noch ein Stück weiter von dem Lagerhaus weg, bevor er sie hinsetzen ließ und die Wunde ordentlich verband. Danach nahm er sie hoch und trug sie einfach, ihm ging es schließlich gut, bis auf dass seine Wange ein wenig schmerzte, aber das war nichts, was er nicht aushalten konnte.

      Sie brauchten eine Weile bis sie endlich jemanden fanden der sie mit in die Stadt nehmen konnte und vor dem nächsten Krankenhaus absetzte. Während Lucy versorgt wurde, wartete auf Vincent - schon wieder - eine lange Befragung, bei der er mehr oder weniger ehrlich war. Er war sachlich, was natürlich einige Einzelheiten nicht beleuchtete. Wie oft musste er die Polizei noch anlügen? Und spätestens Marcus und Andrew konnten sich zusammen reimen, was wirklich passiert war.
      Lucy sollte erst später befragt werden, der Umstand, dass sie ebenfalls bei der Polizei war, verhalf ihr zu einer gewissen Schonbehandlung. Die Verletzung war nicht so schlimm, sodass sie am selben Tag noch nach Hause durfte. Vincent begleitete sie und half ihr erst einmal in die Badewanne. Er blieb solange bis ihre Schwester kam und sich um sie kümmern konnte.
      "Vincent... gehst du etwa...?", fragte sie zögernd und sah ihn mit ihren Rehäuglein an.
      "Ja... ich... muss mich umziehen..."
      "Ich habe sicher irgendwo etwas was dir passt."
      "Nein schon gut. Ruh dich einfach aus."
      "Wir sehen uns... ja?" Es klang mehr wie eine Frage, als eine Aussage und Vincent brummte nickend eine Zustimmung, bevor er sich auf den Heimweg machte. Er wusste nicht wie viel Zeit vergangen war und ständig machte er sich Sorgen um John. Die lange Zeit im Krankenhaus, die Befragung und die Zeit die er bei Lucy verbracht hatte, bis ihre Schwester einen Flug gekriegt und hergekommen war. Vincent hatte sicher seit Stunden nicht mehr geschlafen.
      Was John getrieben hatte in der Zeit und ob er noch lebte wusste Vincent nicht.

      Als er sich zu seinem kleinen Apartment nach oben geschleppt hatte, war er sofort alarmiert, und zog seine Waffe, die ihm aus irgendeinem Grund gelassen wurde. Gleichzeitig war er irgendwie genervt - in der Situation ein äußerst unpassendes Gefühl - weil er nicht einfach seine Ruhe haben konnte. Aber es sah wohl weder dem Puppenspieler, noch John ähnlich, die Tür offen stehen zu lassen.
      Als Vincent näher kam entdeckte er schon etwas Blut und nachdem er einen vorsichtigen Blick in die Wohnung warf, sah er John auf seinem Sofa.
      Sofort trat Vincent schnell ein und schloss die Tür sorgfältig hinter sich, seine Waffe legte er einfach auf den nächstbesten Schrank an dem er vorbei lief und eilte zu dem Killer hinüber. Kurz kam ihm in den Sinn, dass das genauso eine Falle hätte sein können, aber im nächsten Moment war ihm das schon wieder egal. John sah furchtbar aus, seinetwegen und Vincent musste erst einmal prüfen ob er noch atmete. Das tat er. Aber Vincent war kein Arzt und er war auch nicht so erfahren, oder belesen wie John, aber einen Krankenwagen zu rufen wäre ebenfalls Johns Untergang. Ebenso gefährlich war es, würde er hier bleiben. Vincent war gelinde ausgedrückt überfordert mit dieser Situation, legte John aber erst einmal vernünftig hin, bevor er sich ins Bad beeilte und an Medikamenten und Verbandszeug alles holte, was er so daheim hatte. Vor Allem bei Zweiterem war die Ausbeute eher mager, aber er musste mit dem arbeiten was er hatte und John davon abhalten zu verbluten.

      "John... was machst du hier...?", murmelte Vincent eher zu sich selbst nachdem er die tiefsten Wunden verbunden hatte und nun damit beschäftigt war Johns Arme zu reinigen. Er wusste ja wo er ihn verletzt hatte und wie, aber was der Puppenspieler vielleicht noch angerichtet hatte nicht und Johns Hände und Arme waren voller Blut. Wessen auch immer das war. Was machte er selbst eigentlich gerade? Und warum fragte er sich so etwas immer wieder, obwohl er die Antwort bereits kannte.
      Kurz blickte er zu Johns schlaffem Gesicht auf und ärgerte sich, dass er sich schon wieder wünschte, John würde ihm einfach sagen was er tun sollte. Der Killer wusste immer eine Antwort... und er hatte Vincent gerettet, während er lieber auf Johns Kosten abwarten wollte.
      "Es tut mir Leid...", murmelte er, verärgert über seine eigene Schwäche.
    • Es war seltsam. John wusste nicht, ob er halluzinierte oder ob Vincent wirklich gekommen war, um ihm in seinen letzten Minuten beizustehen.
      "Vincent...?", fragte er in den verschwommenen Raum hinein und versuchte die Hand zu heben.
      Er wollte ihn ein letztes Mal berühren, noch einmal die Wärme seiner Haut spüren. Er fand Vincents Hals, konnte den aufgeregten Puls des Mannes spüren.
      "Du bist hier..."
      Im nächsten Moment flog die Tür auf und ein Gigant trat ein, gefolgt von Marcus und Andrew, die zwei Sanitäter und einen Notarzt dabei hatten. Marcus sah ziemlich grumpy aus, der große Mann grinste. Die Sanis schoben Vincent beiseite, legten John auf den Boden und machten sich daran, sein Leben zu retten.
      "Kane! Mitkommen!", forderte Marcus und verließ die Wohnung wieder.
      Draußen auf dem gang ging er wie ein Tiger im Käfig einige Schritte auf und ab, ehe er dicht vor Vincent stehenblieb.
      "Was haben Sie sich dabei gedacht?! Einfach loszuspazieren?! Das da drin könnten Sie sein!"
      Er knirschte mit den Zähnen und ging noch eine Runde. Er wollte nichts tun, was er später bereute.
      "Tun Sie mir einen Gefallen und warten Sie damit, uns alle über den Haufen zu schießen, um ihrem psychopathischen Lover aus dem Knast zu helfen, ja? Sie kennen nicht das ganze Bild. Warten Sie. Mehr will ich gar nicht. Ich weiß, sowas fällt Ihnen schwer."
      Mehr Zähneknirschen. Dann seufzte er und plötzlich zog er Vincent in eine feste Umarmung. Andrew hätte wahrscheinlich gesagt, es sei eine Kombination aus Freude, den Polizisten lebend gefunden zu haben, Heimweh, weil Marcus seine Familie vermisste, Marcus' Schuldgefühle, die er hatte wenn jemand zu Schaden kam dem er hätte helfen können, und die Tatsache, dass Marcus nicht der beste im Zwischenmenschlichen war.
      Marcus ließ Vincent los, sah ihn ernst an, dann ging er. Er rief den Namen Francis und der große Mann, der die Tür so hart eingetreten hatte, dass sie nur noch in einer Angel hing, folgte ihm mit großen Schritten wie ein Schoßhündchen.

      John brachte man in ein Krankenhaus. Überraschenderweise waren kkeine Polizisten anwesend. Nur Marcus, dieser Francis und Andrew. Vincent ließ man auch zu dem Serienkiller.
      John hatte es gerade so geschafft. Das meiste Blut an ihm war nicht sein eigenes gewesen, aber Vincent hatte ganze Arbeit geleistet. Er hatte nichts großes verletzt, der Alkohol hatte die Wunden gereinigt. Vieles würde sogar ohne größere Narben verheilen. Der allgemeine Blutverlust war es gewesen, der John beinahe den Garaus gemacht hätte. Das und die Tatsache, dass sich der Killer mit Adrenalin am Laufen gehalten hatte, um sein letztes Meisterwerk zu vollenden. Sein Herz hatte das nicht wirklich gut verkraftet.
      Jetzt lag John in einem Privatzimmer auf der Intensivstation und erholte sich davon. Er schlief. Marcus stand mit vor der Brust verschränkten Armen vor dem Zimmer und starrte den Killer an, neben ihm stand dieser Francis.
      "Ich will Ihnen jemanden vorstellen, von dem Sie sicher schon gehört haben", sagte er zu Vincent und wandte sich ihm zu, "Das hier", er deutete auf seinen komischen Freund, "ist Francis Ackerman, jr."
      Francis hob lächelnd die Hand: "Hi."


    • John wachte tatsächlich auf und hob seine Hand. Vincent, halb erleichter halb besorgt, griff danach und drückte sie fest. Im nächsten Moment flog die Tür auf und Vincent schreckte hoch. Seine Waffe lag zu weit weg und den Riesen der da in seiner Tür stand wollte er auch nicht verärgern.
      Er machte müde Platz und nachdem Marcus ihn nach draußen zitierte folgte er, mit einem kurzen Blick auf seine Pistole.
      Nachdem er auf dem Gang stand blickte er auf den Boden und beobachtete im Augenwinkel wie Marcus hin und her tigerte. Er blickte auf als er plötzlich an ihn heran trat und kam sich vor wie in der Schule, wenn er ärger gemacht hatte.
      Wenn das da drinnen er gewesen wäre, wäre Vincent das auch wesentlich lieber gewesen.
      Noch einmal auf und ab und Marcus stand wieder dicht vor ihm. Er sollte warten? Das hatte er die letzten Stunden genug gemacht, aber er konnte den halbtoten John kaum hier heraus schleppen ohne ihm endgültig den Gar auszumachen.
      Die plötzliche Umarmung allerdings verwirrte Vincent zutiefst und er stand einfach nur da, ohne zu wissen was er denken oder tun sollte.

      Im Krankenhaus saß Vincent etwas eingeschüchtert von den drei Herren an Johns Bett und blickte ihn besorgt an. Es hatte keinen Sinn mehr so zu tun als würde er nichts für John empfinden.
      Langsam blickte er auf als Marcus das Wort ergriff und ließ seinen Blick dann noch ein wenig höher wandern.
      "Ich weiß, das soll der Anfang einer Erklärung sein, aber ich hätte jetzt einfach gerne direkt die Erklärung.", erklärte Vincent mit einem leicht misstrauischen Blick zu dem Serienmörder. Aber wer war er zu urteilen?
    • "Die Erklärung ist, dass ich für eine Behörde arbeite, die es mit den Regeln micht so genau nimmt, wenn das Ergebnis das richtige ist. Die Erklärung ist, dass unter den richtigen Umständen auch ein Monster auf der richtigen Seite stehen kann", kam es von Marcus.
      Francis legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter, als er etwas lauter wurde. Marcus seufzte.
      "Sie müssen sich drei Fragen stellen, Vincent: Glauben Sie, Ihr Lover könnte auf der richtigen Seite stehen? Können Sie ihm vertrauen? Und haben Sie die Eier, es zu beenden, wenn er Mist baut? Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten können dann haben wir einen Job für Sie."
      Er reichte Vincent die Visitenkarte seines eigenen Chefs. Es stand bloß ein Vorname -Michael - und eine Telefonnummer darauf.
      "Und nur damit Sie es wissen: Ich habe diese Fragen mit Ja beantwortet, um meinem Bruder das Leben zu retten. Und ich bin bereit, es auch zu beenden, wenn er aus der Reihe tanzt."
      Damit ließ Marcus den Polizisten allein, Francis aber blieb. Der Gigant musterte Vincent für einen Augenblick.
      "Sie sind gern Polizist", sagte er dann und wandte seinen Blick John zu, "aber er hat Ihre Weltanschauung verändert und jetzt wissen Sie nicht mehr, was Gut und was Böse ist."
      Er lachte, es war ein leises, tiefes Lachen, eigentlich ein schöner Klang.
      "Mein Bruder kämpft mit der gleichen Frage. Männer wie Jonathan Crichton und ich tun das nicht. Wir folgen unserem inneren Hunger wie Raubtiere. Gut und Böse spielt dabei keine Rolle. Aber für Sie tut es das. Sie werden nie aufhören, Ihre Moral zu hinterfragen, glauben Sie mir. Aber das ist gut so. Denn wenn Sie aufhören zu fragen, sind Sie genauso ein Monster wie wir."
      Francis folgte nun seinem Bruder und Vincent blieb gänzlich allein mit John zurück. Im Raum herrschte Stille bis auf das regelmäßige leise Piepen des Herzmonitors, der Jonathans Werte überwachte.


    • Vincent nahm die ominöse Karte entgegen und war froh, dass er sich diese drei Fragen nicht sofort beantworten musste. Was war das für eine Organisation in dessen Kreise er da geraten war? Marcus verließ den Raum und Vincent sah zu seinem Bruder auf und folgte seinem Blick zu John, der so friedlich aussah. Vincent hatte ihn noch nie schlafen gesehen... niemals. Er versuchte zu reflektieren was er gerade gehört hatte und war froh, als er endlich ein wenig alleine war und vor Allem in Ruhe.
      Vorsichtig griff er nach Johns Hand die neben ihm auf dem Bett lag und nahm sie in seine. War er wirklich gerne Polizist? Wollte er Menschen helfen? Wenn er darüber nachdachte nicht, aber er hatte sein Pflichtbewusstsein selbst bemerkt, als es darauf ankam... seine Empathie. Und wenn er die Gelegenheit hatte zu Helfen, dann ergriff er sie, Marcus hatte recht, Warten lag ihm nicht.
      Aber wollte er das? War das der richtige Weg zu leben? Wieso es nicht 'einfach' haben wie John oder Francis Ackermann. John war kein Monster in Vincents Augen, zumindest nicht mehr. Und wenn er diese Fragen mit Ja beantwortete, müsste er dann nicht John dazu zwingen einen Teil von sich aufzugeben, oder zumindest zu unterdrücken? Konnte er das? Wollte Vincent das?
      Konnte Vincent John vertrauen? In gewisser weise ja, zumindest glaubte Vincent das. Könnte John auf der richtigen Seite stehen? Er könnte, aber ob er wollte war eine andere Sache, würde es ihn zerstören? Vielleicht. Und Vincent war es nicht mehr so wichtig, dass John aufhörte zu töten, wie er es ihm versprochen hatte. Im Gegenteil. Er fühlte sich schlecht, weil er ihn dazu gedrängt hatte dieses Versprechen zu machen.
      Und konnte Vincent John töten, wenn es darauf ankäme? Angenommen er wollte es wirklich... er war sich nicht sicher. Er wollte sagen ja, aber wenn er ehrlich war, konnte er es vermutlich nicht.
      Vincent ließ seinen Kopf auf das Bett neben Johns Hand sinken und schloss die Augen. Er wollte nicht nachdenken, er wollte einfach nur dass John aufwachte, er wollte seine Stimme hören und in seine Augen sehen... er brauchte ihn einfach.
    • Dieses Piepen war anstrengend. Hypnotisch, aber nervig. Es riss John aus einer angenehmen Tiefe. Aber wieso? Er hatte fesr damit gerechnet, dort nicht mehr rauszukommen. Zu sterben.
      Als er die Augen aufschlug starrte er eine hässliche, pseudo-weiße Decke an. War er in einem Krankenhaus?
      Er spürte etwas Warmes neben sich und schielte hinunter. Vincent...
      John hob die Hand, die so schwer war wie nie - und aus der ein Schlauch ragte - und legte sie dem Polizisten auf den Kopf.
      "Du machst dir doch nicht etwa Sorgen um mich, mein Hübscher?", krächzte er heiser.
      Sein Hals war trockener als der australische Outback. Außerdem war es anstrengend, die Worte zu formen, sowohl im Kopf, als auch akustisch.


    • Vincent schreckte hoch, als etwas seinen Kopf berührte und er öffnete schlagartig die Augen. Er war wohl eingeschlafen und sah nun, dass das Ding auf seinem Kopf zu Johns Arm gehörte.
      "John...", seufzte Vincent erleichtert als er seine Stimme hörte und in seine Augen blicken konnte. Er richtete sich auf und nahm Johns Hand von seinem Kopf und in seine - Vincents - Hände. Natürlich machte er sich Sorgen, aber es tat gut sich und andere deswegen nicht belügen zu müssen. Vincent konnte sich wohl daran gewöhnen...
      Johns Stimme war kratzig und schwach, aber er würde es überleben, genauso wie Vincent überlebt hatte.
      "Es tut mir Leid... ich wünschte ich könnte sagen, ich lasse dich ebenso wenig sterben wie du mich, aber... das hier ist nicht mein Verdienst... Egal, wir reden später darüber." Vincent richtete sich auf und wäre John am Liebsten um den Hals gefallen, nichts was er normalerweise tat, egal ob es John war oder jemand Anderes, aber die letzten Tage waren einfach verrückt gewesen. Gleichzeitig wusste er aber auch nicht wie man sich um seinen Serienkiller 'Lover' - wie Marcus es bezeichnet hatte - angemessen kümmerte.
      "Brauchst du etwas? Ein Glas Wasser vielleicht?", fragte er unnatürlich aufgeregt für seine Verhältnisse und biss die Zähne zusammen. Die Situation war neu und ungewohnt.
    • John lachte. Vincent konnte damit umgehen, gefolgert zu werden, aber nicht an der Seite eines Krankenhausbettes zu sitzen.
      Er rutschte ein bisschen zur Seite und klopfte neben sich auf das Bett.
      "Du siehst furchtbar aus. Du hast nicht genug geschlafen, oder?", sagte er.
      Eine unterschwellige Aufforderung, sich zu beruhigen.
      "Mir geht es gut. Dank dir. Jetzt komm her und ruh dich aus. Du hast es dir verdient, mein Hübscher."
      Er schlug die Decke zurück und bedeutete Vincent erneut, sich neben ihn zu legen. Selbstverständlich war das auch Eigennutz. Er wollte kein Glas Wasser, auch wenn das vielleicht angeraten wäre. Alles, was er wollte, war Vincent neben sich zu spüren und zu wissen, dass es ihm gut ging.


    • Vincent atmete kurz durch und versuchte seine Aufgeregtheit in den Griff zu bekommen, während er sich neben John auf das Bett setzte.
      "Immer sagst du mir, wie furchtbar ich nicht aussehe...", murmelte er seufzend, während er sich langsam neben John nieder ließ, als wäre der zerbrechlich, aber zum Ersten Mal ohne Zweifel oder Schuldgefühle. Zumindest hatte er keine Schuldgefühle dabei, sich neben John zu legen und vorsichtig einen Arm um ihn zu legen. Er achtete darauf ihm nicht weh zu tun und seinen Körper zu schonen. Immer noch hatte Vincent jede Verletzung vor Augen mit der John gerade zu kämpfen hatte. Aber die Schmerzmittel waren bestimmt stark... vermutlich nichts worüber John sich übermäßig freute.
      Vincent drückte seine Stirn leicht gegen Johns Wange und fügte noch murmelnd hinzu: "Du solltest dich mal sehen..." Außerdem... seit John Vincent kannte, hatte er ihn maximal einmal ausgeschlafen gesehen, das war also sozusagen Vincents Standardgesicht.
    • "Wenn ich dir sage, wie wunderschön du bist, dann hörsr du nicht auf mich, wenn ich sage, du sollst schlafen", gab John zurücknund kuschelte sich an den Polizisten.
      Er schob ein Bein zwischen Vincents und legte seinen Kopf auf dessen Brust ab.
      "Ich für meinen Teil werde genau das jetzt tun", sagte er und schloss die Augen.
      Vincents Herzschlag war sehr viel angenehmer als das Piepen, das seinen eigenen begleitete.
      "Wie geht es deiner Freundin?", fragte John nuschelnd.
      Sie interessierte ihn überhaupt nicht. Aber er hatte gesehen, dass siw Vincent etwas bedeutete. Er wusste nicht, ob er das mochte, aber Vincent war wichtiger. Wenn also die Gesundheit dieser Freundin wichtig für Vincents seelisches Wohlbefinden war, konnte John es ertragen, sie am Leben zu lassen. Gerade so. Sollte sie ihm Vincent aber wegnehmen, würde der Killer keine Zurückhaltung üben.


    • Es war angenehm Johns warmen Körper zu spüren... er war so kalt gewesen dort in seiner Wohnung und beruhigte Vincent zu wissen, dass es ihm ein wenig besser ging. Nachdem John sich an ihn gekuschelt hatte, legte Vincent seine Arme um ihn und drückte ihn sanft an seine Brust, sein Kinn legte er sanft auf Johns Kopf ab. Trotzdem machte John ihn wie immer ein wenig nervös, aber es war irgendwie ein angenehmes Gefühl.
      "Wolltest du nicht schlafen...?", fragte Vincent, nachdem John nach Lucy gefragt hatte, gab ihm aber trotzdem eine Antwort. "Es geht ihr den Umständen entsprechend gut... ihre Schwester ist bei ihr." Und vermutlich würde Vincent sie nicht wieder sehen... er hatte schon genug angerichtet und alleine zu sein funktionierte besser für ihn. Alleine mit John...
      Vincent hatte einige Fragen, wieso John das 'Kunstwerk' fertig gestellt hatte... wie er das angestellt hatte. Warum war er nicht gleich zu Vincent gekommen? Oder hatte sich anders Hilfe gesucht...? Aber darüber konnten sie ebenfalls später sprechen. Vincent strich sanft durch Johns gefärbtes Haar und betrachtete wie es durch seine Finger floss.
      "Du solltest sie wieder dunkel tragen..."
    • "Eine große Wahl habe ich jetzt ja nicht mehr", gab John zurück.
      Vicent hatte bloß die Frage über diese Lucy beantwortet. Er hatte nicht drumherum geredet. Mochte er sie vielleicht doch nicht? Zu viele Gedanken schwirrten in Johns Kopf herum und die Medikamente, die man ihm gab, machten das Denken schwer.
      "Es wundert mich, dass da draußen keine Polizisten stehen und dass ich nicht am das Bett gekettet bin. Das ganze Krankenhaus habt ihr jedenfalls nicht abgeriegelt. Also: werde ich klammheimlich umgebracht oder hat der Präsident den Verstand verloren und mich begnadigt?"


    • "Du hast eine Wahl...", murmelte Vincent und schmunzelte ein wenig.
      "Nochmal zur Erinnerung... du wolltest schlafen.", erklärte der Polizist - oder Ex-Polizist? - erneut und befand das Thema 'Johns Zukunft' gerade zu kompliziert für sie Beide. John war am Ende seiner Kräfte und vollgepumpt mit Medikamenten und Vincent war müde.
      "Du gehst nicht ins Gefängnis... und du wirst auch nicht ermordet. Versprochen." Vincent meinte es so wie er es sagte, egal ob er die Nummer auf der Karte anrufen würde ode nicht, er ließ John nicht ins Gefängnis gehen, das stand fest.
      "Jetzt ist es aber an der Zeit, dass ich dir ausnahmsweise sage du sollst dir vorerst keinen Kopf machen und dich ausruhen. Ich erkläre dir später was passiert ist..."
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