[2er RPG] Killer Instinct

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • John brummte zustimmend. Und anders als Vincent, hielt er sich auch an sein Wort. Er hörte auf, sich Gedanken zu machen und versuchte zu schlafen. Der Herzschlag des Polizisten unter seinem Ohr und die vielen Medikamente in seinem Kreislauf machten das recht einfach. Es dauerte nur wenige Minuten, bis er eingeschlafen war.
      Eine Stunde später wurde er aber geweckt, als ein Arzt auftauchte. Der Mann wollte nur die Monitore checken und hatte versucht, leise zu sein angesichts der Situation, aber John hatte ein empfindliches Gehör. Er hob den Koof und beobachtete den Arzt, der entschuldigend lächelte und flüsterte, er solle ruhig weiterschlafen, das tue ihm gut. Der Arzt trollte sich aus dem Zimmer, zog aber den Vorhang vor der großen Glasscheibe zu, damit die beiden etwas Privatssphäre hatten. Als er gegangen war, legte John den Kopf wieder auf Vincents Brust, schlief aber nicht wieder ein. Er hörte lieber zu, dem regelmäßigen Schlagen von Vincents Herz. Dieses Geräusch hatte er schon immer gemocht. Der Arzt war intelligent genug gewesen, um das nervige Piepsen auszuschalten. Die Maschinen waren nun leise.
      Nach ein paar Minuten richtete sich John vorsichtig auf und griff sich seine Krankenakte. Er wollte wissen, was mit ihm los war und was man mit ihm machte. Mit dem Klemmbrett in der Hand, lehnte er sich wieder zurück. Die Ärzte hatten eine genaue Evaluation seiner Verletzungen vorgenommen. Es war, als lese John eine Zusammenfassung von Vincents Abschlussarbeit in seinem speziellen Kunstkurs. Ihm gefiel, was er las.


    • Nachdem Vincent sicher war, dass John eingeschlafen war, konnte auch er sich endlich entspannen und schloss seine Augen. Es dauerte nicht lange bis er in einen tiefen, traumlosen Schlaf gefallen war.
      Er merkte nicht einmal als der Arzt das Zimmer betrat und John Minuten später damit beschäftigt war, seine eigene Krankenakte zu lesen. Erst das Rascheln als John umblätterte weckte Vincent ein wenig und er öffnete vorsichtig die Augen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er lang geschlafen hatte.
      "Du wolltest schlafen...", wiederholte er zum dritten Mal und ignorierte die Müdigkeit die er schon so gewohnt war. Stattdessen richtete er sich ein wenig auf und warf ebenfalls einen Blick auf die Akte. Er wusste nicht recht, was er von Geschehenem halten sollte und er hatte bisher auch keine Zeit gehabt darüber nachzudenken. Er war sich aber ziemlich sicher, dass er sich bei John nicht entschuldigen brauchte.
      Vielleicht war jetzt wo sie Beide nicht mehr einschlafen würden der richtige Zeitpunkt um John mitzuteilen was passiert war, nachdem er auf Vincents Sofa zusammen gebrochen war. Er griff also in seine Hosentasche und hielt John die Visitenkarte hin die Marcus ihm gegeben hatte.
      "Zwei Agents haben mich besucht nachdem ich wieder zu Hause war und haben mir Fragen über dich und den Puppenspieler gestellt.", begann er seine Erklärung darüber, wer Marcus und Andrew eigentlich waren. Er wusste ja selbst nicht viel über sie, oder die Organisation für die sie arbeiteten. Aber er wusste, dass Marcus Bruder ein Serienmörder war, der mehr oder weniger frei herum laufen durfte und Vincents Tür eingetreten hatte.
      Nachdem er erklärt hatte wer sie waren, erläuterte er John die Situation und den Grund der fehlenden Polizisten um sein Krankenhausbett.
      "Er sagte, wenn ich die drei Fragen mit Ja beantworten kann, dann soll ich da anrufen." Fragend blickte er John an um seine Meinung zu erfahren, bevor er selbst etwas dazu sagen wollte.
    • "Ich habe geschlafen", entgegnete John ohne auszusehen; seine Lektüre war äußerst interessant.
      "Wenn ich mir das so ansehe, dann muss ich zugeben, dass du Talent hast. Ich meine, das war dein erstes Mal richtiger Folter. Deine Schnitte sind äußerst präzise und gerade. Nicht zu tief, angesichts der Situation gut platziert... ein geborener Meister."
      Er wandte den kopf und küsste Vincent auf die Wange.
      "Gut gemacht, mein Hübscher."
      Er legte die Akte neben dem Bett auf den Nattisch und hörte Vincent bei seinen Ausführungen zu. Es ergab alles einen Sinn, wemm man es auf diese Weise zusammenfügte, ja.
      "Und jetzt fragst du mich, wie du antworten sollst?"
      John legte Vincent eine Hand an die Wange, beugte sich vor und küsste ihn liebevoll.
      "Mein Hübscher, das musst du wissen. Kannst du mir vertrauen? Ich habe dich gefoltert, dich über wichtige Informationen im Unklaren gelassen, dich gekidnappt und wieder gefoltert. Allerdings habe ich dir zweimal das Leben gerettet und dich gehen lassen. Ich habe dich nie angelogen. Ich kann dir diese Frage nicht beantworten. Wärst du in der Lage, mich umzubringen, wenn ich gegen die Regeln verstoße? Das kann ich dir nicht sagen. Kann ich auf der richtigen Seite stehen? Für mich gibt es keine Seite. Mir geht es um meine Kunst. Sie ist moralisch unvertretbar für die Gesellschaft und wird deswegen als böse angesehen. Mir stellt sich daher die Frage: wenn mir meine Subjekte von der Regierung vorgegeben werden, ist meind Kunst dann noch böse? Die einzige Antwort, die ich dir geben kann, ist diese: ich werdd dir folgen. Wie auch immer du dich entscheidest, ich werde da sein. Immer."


    • Johns Lob hatte einen seltsam wohligen Effekt auf Vincent, den er irgendwo nicht wahrhaben wollte, aber die Grenze verschwamm wie alles Andere mehr und mehr und es war Vincent egal. Er begrüßte das sogar. Deswegen war die folgende Frage auch schwerer, als sie vor ein paar Monaten gewesen wäre.
      Vor ein paar Monaten, ja selbst noch vor ein paar Wochen hätte es für Vincent keine bessere Lösung geben können. John würde nicht mehr, oder nur kontrolliert töten, in seiner Nähe sein und Vincent konnte Menschen helfen. Aber jetzt war das anders und auch John stellte die falschen Fragen. Es gab hier ja nicht nur ein Ja oder Nein, es gab so viele Möglichkeiten die Vincent durch den Kopf schwirrten.
      "An einem vorläufigem Ja ist nicht zu rütteln... ich lasse nicht zu, dass du wieder ins Gefängnis kommst.", erklärte Vincent bestimmt und schmiegte seine Wange ein wenig mehr an Johns Hand. "Ich vertraue dir, ich weiß nicht ob das naiv von mir ist, aber das ist mir egal. Ob ich dich töten könnte? Ich weiß es nicht, aber in all der Zeit wollte ich es nie..." Vincent war womöglich ein wenig zu ehrlich zu John, aber zum ersten Mal fühlte er sich auf gewisse Weise frei und als konnte er alles sagen und zugeben, egal was es war. Gegenüber John konnte er das sowieso schon immer, aber zum ersten Mal akzeptierte er es selbst. Und woran hatte er es gemerkt? Daran dass John weg war... er war nicht mehr bei ihm gewesen und auch nicht mehr oder weniger jederzeit erreichbar im Gefängnis. Und Vincent hatte das fast unerträglich gefunden. Entschlossen nahm Vincent Johns Hand und sah ihn fest an.
      "Ich möchte nicht, dass du dich verstellen musst, das Versprechen das du mir gegeben hast, ist jetzt sowieso aufgehoben, aber ich habe auch nie darauf bestanden. Ich denke ich weiß wer du bist und wer wärst du ohne deine Kunst? Ein 'Ja' ist nur ein Wort... ein Mittel zum Zweck."
    • John lächelte sanft. Vincent hatte es begriffen. Er hatte die gesellschaftlichen Fesseln, genannt Moral, beinahe hinter sich gelassen.
      "Ich vertraue dir, Vincent", flüsterte er und küsste den Polizisten liebevoll und innig.
      Er würde ihm folgen, nicht nur, weil er keine andere Wahl hatte. Er hatte es versucht, aber sein Weg führte ihn immer wieder zu Vincent zurück, als habe er ein eigenes Gravitationsfeld, das nur auf ihn wirkte. Er wollte sich nicht dagegen wehren. Es war okay.
      "Mein Leben liegt in deinen Händen", sagte er, als er den Kuss löste.
      Vorsichtig legte er den Kopf wieder auf Vincent Brust ab, machte es sich bequem so gut er konnte. Die Medikamente ließen langsam nach, er spürte es deutlich. Aber er würde nicht nach dem Morphium-Knopf greifen. Noch nicht. Allerdings war er auch nicht dumm und er würde ihn früher oder später nutzen.


    • Vincent wusste nicht woher diese Gefühle immer kamen, wenn er in Johns Nähe war. Der Killer hatte den Polizisten in der Hand und er wusste das selbst, aber er hatte aufgehört sich dagegen zu wehren. Er konnte nicht sagen wann diese seltsame Beziehung begonnen hatte und auch nicht woher diese Anziehung kam die sie füreinander empfanden. Nach dem Kuss, nachdem sich Vincent wie ein frisch verliebter Teenager fühlte seufzte er lächelnd. "Sag das nicht... du bist immer derjenige mit dem Plan...", erwiderte er und legte erneut seinen Arm um John, vorsichtig. Das subtile hin und her Rutschen von John zeigte Vincent deutlich, dass er keineswegs schmerzfrei war. Vincent kannte das nur zu gut.
      Er würde die Nummer auf der Karte später anrufen und sehen was passierte. Er würde sehen was das für Einschränkungen oder Freiheiten das für sie bedeutete und er würde sehen wie lange er John bitten konnte sich ruhig zu verhalten. Womöglich konnten sie sogar schon bald fort, John hatte für solche Fälle vorgesorgt... Im Moment aber ging es darum ihn am Leben und in Freiheit zu wissen.

      Nachdem John es doch wieder irgendwie geschafft hatte einzuschlafen, wobei Vincent das eher der Erschöpfung zusprach, stand er langsam und leise auf. Er konnte nicht schlafen, wie immer, das hatte sich nicht geändert.
      Er schob vorsichtig die Tür des Krankenzimmers auf und trat nach draußen auf den Gang. Er schloss die Tür leise wieder, bevor er sein Handy hervor holte und die Nummer auf der Karte wählte. Vermutlich sollte er sich bei Marcus für all das bedanken.
    • "Ja?", meldete sich eine raue, dunkle Stimme am anderne Ende der Leitung.
      Michael ohne Nachnamen, zumindest kannte den keiner, war eine Klasse für sich. Er konnte dein bester Freund sein, oder dein schlimmster Alptraum. Es gab nur wenige Menschen, die von Natur aus eine solche Autorität austrahlten wie dieser Mann.
      Der Mann wusste, wer da anrief. Niemand hatte seine Nummer außer denen, die auch einen Namen in seinem Smartphone hatten. Und er gab sie aich nicht einfach so raus, seine Mitarbeiter ebenfalls nicht. Sie hatten zu viel Angst. Marcus hatte angefragt, Michael hatte sich die Akten angesehen, Berichte gewälzt und eine Entscheidung getroffen.
      "Vincent Kane... Sie haben also drei Antworten für mich?"


    • Vincent war nervös, noch nervöser als tatsächlich jemand abhob und noch nervöser, als er die Stimme am anderen Ende der Leitung hörte. In seinem Kopf formte er sofort ein Bild vor seinem geistigen Auge, er stellte sich den Mann vor dem diese Stimme gehörte. Er hatte früher kein Problem damit mit Menschen zu sprechen, als Polizist auch ziemlich blöd wenn es so war, aber das letzte Jahr hatte er so abgekapselt gelebt, dass er manchmal aufgeregt war, wie an seinem ersten Schultag.
      "Ja ich schätze....", begann Vincent und unterbrach sich. Er musste sicher sein, nein er war sicher, dass er Ja als Antwort geben wollte. "Ich meine, ja. Zu allen drei Fragen." Diese Organisation war ihm irgendwie ein wenig unheimlich und erinnerten Vincent an Agenten Filme wie Mission Impossible oder James Bond. Im geheimen agierende Agenten, nur ein Name und eine Nummer. Der Kerl wusste genau wer da anrief, das war alles sehr seltsam und womöglich war es ein Grund zur Sorge...
    • "Wundervoll. Dann werden wir uns schon bald kennenlernen. Sie sollten packen. Hier in Washington wartet eine schicke Wohnung auf Sie. Um Mr. Crichton werden wir uns kümmern. Bis auf Weiteres ist Andrew Ihr Ansprechpartner."
      Michael legte auf, ohne eine weitere Reaktion abzuwarten. Ein bisschen enttäuscht war er schon. Er hatte seine gewohnte Rede über Schafe und Wölfe nicht halten dürfen. Aber das konnte ja noch kommen. Für's Erste hatte er einige Telefonate zu führen, um den Transport und die Unterbringung eines weiteren Serienkillers zu regeln. Der Generalstaatsanwalt würde begeistert sein!

      "Also haben Sie Ja gesagt?"
      Eine rethorische Frage, aber sie eröffnete das Gespräch. Marcus lehnte ein paar Meter entfernt mit verschränkten Armen an der Wand.
      "Gute Entscheidung."


    • Das Gespräch wurde prompt beendet und irgendwie fühlte Vincent sich als hätte er gerade einen Deal mit dem Teufel abgeschlossen. Seine Gedanken und sein Gemütszustand nervte ihn selbst schon, weil er alles immer sofort negativ auffasste. Washington also...

      Vincent blickte zu Marcus und steckte sein Handy weg. "Ich schätze Sie hätten John auch einfach festnehmen lassen können. Oder ihn erschießen. Wieso haben Sie nicht?", fragte er ernst. Er verstand nicht was ihn dazu bewegte John und ihm selbst zu vertrauen. Womöglich sah er einfach Ähnlichkeiten zwischen ihnen, aber in Wahrheit kannte er Vincent nicht. Sie hatten ein wenig Zeit miteinander verbracht, aber nichts privates ausgetauscht und wenn überhaupt wusste Marcus, dass Vincent an John hing, mehr als ihm gut tat. Reichte es, dass er alles dafür getan hatte den Puppenspieler zu fangen? Im Endeffekt hatte er nicht wirklich Erfolg damit gehabt, er hatte noch nie Erfolg mit einem Serienkiller Fall gehabt, wenn man es genau nahm.
    • "Sie haben eine einzigartige Sicht auf die Welt. Sie sehen das Böse und das Gute, wissen aber auch, dass es da keine Grenze gibt. Sie haben sich diese Erkenntnis mit Blut erkauft. Und Schmerzen. Das ist praktisch Einstellungskriterium bei uns. Wenn es nach allen anderen geht, dann säßen Sie jetzt im Knast wegen Beihilfe und Ihr Lover lebenslänglich. Wahlweise hätte er einen Unfall gehabt, oder in diesem Fall: Hilfe wäre nicht rechtzeitig eingetroffen. Aber es geht nicht nach allen anderen, sondern nach dem eigensinnigen Willen meines Chefs. Dem ich bewiesen habe, dass es unter den richtigen Umständen möglich ist. Wer kennt ein Monster besser als ein Monster? Sie hatten die richtige Idee, als Sie Crichton haben ermitteln lassen. Sie hatten nur nicht die richtige Leine. Was auch immer zwischen Ihnen läuft - und das geht mich nichts an - es ist diese einzigartige Dynamik, die sie zu einem besseren Ermittler machen wird. Das ist der Grund, warum ich meinem Chef Bescheid gegeben habe. Und Sie wussten, dass es keine andere Möglichkeit gab, Crichton das Leben zu retten. Was sie jederzeit tun würden."
      Marcus stieß sich von der Wand ab und kam näher. Er suchte gezielt den Blick des anderen Mannes.
      "Lassen Sie sich eines sagen, Kane. Er ist immer noch ein Monster. Wenn er Mist baut, ist das ein Scheißhaufen in Ihrem Wohnzimmer. Man geht davon aus, dass Sie sich um Ihre Scheiße kümmern und sie entsorgen. Wenn Crichton auch nur halb so viel empfindet wie Sie, dann wird er nichts tun, was Sie in diese Lage bringen könnte. Aber das müssen Sie ihm sagen. Immer und immer wieder."


    • Alles was Marcus sagte kam Vincent nur halb wahr vor, außer dass Vincent viel gelitten hatte und es immer noch tat. Aber es war nicht Vincent gewesen der John ermitteln ließ, es war sein Chef gewesen, der Vincents Schwäche für den Killer ausgenutzt hatte und es war sein Chef gewesen der dafür bezahlt hatte. Vincent hatte zwar auch dafür bezahlen müssen, aber er sah die Zeit mit John mittlerweile nicht mehr als schlecht an, selbst als er ihm ein Messer in die Schulter gerammt hatte. Unbewusst fuhr er mit der Hand an die Stelle die immer noch nicht ganz verheilt war, wurde aber unterbrochen als Marcus auf ihn zukam. Augenkontakt... eines der furchtbaren Dinge die er irgendwie nicht mehr richtig hin bekam.
      Vincent fiel nichts anderes ein als Fragen, die er aus Höflichkeit und Respekt nicht stellen wollte. Er würde sich ebenso wenig in Johns Angelegenheiten einmischen wie er in Vincents.
      Aber Marcus hatte unrecht. Wenn Vincent wirklich etwas für John empfand, dann konnte er ihn nicht seines Wesens und seiner Persönlichkeit berauben. Sei es weil er ihn wirklich mochte und seinetwegen so dachte, oder weil Vincent Angst hatte ihn zu verlieren und dass er einfach erneut ohne ihn verschwand. Er würde es ihm sagen so lange es nötig war um ihn am Leben zu halten und keine Sekunde länger. Vincent sprach aber nichts davon aus und war froh über seine mittlerweile schon ganz schön langen Haare, die seine Augen ein wenig verdeckten und als kleiner Schutz fungierten.
    • Marcus musterte den anderen Mann noch einen Augenblick, dann ließ er ihn in Ruhe.
      "Nur ein gut gemeinter Rat. Aber Sie sind ja jetzt Andrews Zuständigkeitsgebiet. Entschuldigen Sie mich, ich muss meinen Bruder davon abhalten, eine Krankenschwester zu töten."
      Marcus ging, diesmal endgültig. Er würde nicht zurück ins Krankenhaus kommen.

      John wurde in regelmäßigen Abständen von einem Arzt besucht. Er war jung, aber kompetent. Am zweiten Tag halfJohn ihm spgar beim lernen für seine baldige Abschlussprüfung. Der Killer selbst war brav und hielt sich an die ärztlichen Anweisungen. Er spielte mit, wenn das Pflegepersonal die Verbände wechselte, machte die leichte Physiotherapie-Aufgaben für seinen Arm und nahm seine Medikamente. Die Schmerzmittel hatte er runterschrauben lassen mit der Begründung, er habe eine hohe Schmerzgrenze und wolle keine Abhängigkeit riskieren. Ein Wunsch, dem die Ärzte nachkamen. Es dauerte nur Stunden, da war er schon Lieblingspatient der gesamten Schwesternschaft der Intensivstation, zweier Physiotherapeuten und eines Assisstenzarztes im letzten Lehrjahr. Dieser Anzugtyp von dieser Organisation kam vorbei und erklärte ihm die neuen Spielregeln. Nicht allzu kompliziert. Es würde sicher Spaß machen, beim Arbeiten nicht auf die eigene Deckung achten zu müssen. Ganz zu schweigen davon, dass er endlich was für seinen Kopf zu tun bekam, das ihn auch reizte.

      "Mein Hübscher, ich bitte dich. Jetzt guck nicht so niedergeschlagen. Es ist doch alles gut. Du darfst weiter Polizist sein, ich darf weiter Künstler sein."
      John rutschte aus dem Bett und tapste zu Vincent hinüber, der in einem Sessel saß. Ohne zu zögern ließ er sich auf den Schoß des Polizisten sinken und legte ohm die Arme um den Nacken.
      "Und du musst dich nicht mehr verstecken."
      Er küsste Vincent innig, dann lehnte er seine Stirn gegen die des anderen Mannes.
      "Lächle. Für mich", flüsterte er.


    • Vincent sah Marcus hinterher und war sicher, dass Francis und John zwei nicht vercleichbare Fälle waren, aber es ging ihn wie gesagt nichts an. Er ging also zurück zu John um noch ein wenig Zeit mit ihm zu verbringen, bevor er nach Hause musste um zu packen. Viel musste er ja nicht mitnehmen, außer die Kleidung die er besaß und womöglich eine Zahnbürste. Nichts in seiner Wohnung hatte noch einen sentimentalen Wert für ihn.

      Vincent flog also nach Washington, obwohl ihm nicht wohl dabei war John alleine zu lassen. Es war zwar nicht lange und er hatte nicht viel zu befürchten, aber trotzdem wäre er am Liebsten geblieben. Er würde aber bald nachkommen.
      Vincent kümmerte sich also um die Formalitäten und ihre neue Wohnung bis auch John nachkommen würde.

      Vincent saß auf seinem neuen Lieblingsplatz. Ein großer Sessel der vor einem großen Fenster stand von dem aus man über die Stadt blicken konnte. Vincent mochte die Aussicht und nachdem die Albträume immer noch nicht nachgelassen hatten, saß er oft hier und blickte nach draußen. Manchmal schlief er dann auch auf dem Sessel ein.
      Vincent machte sich um so viele Dinge Sorgen und auch obwohl er sich mit so vielem abgefunden hatte und so vieles akzeptiert hatte, plagten ihn Nachts Albträume an die er sich nach dem Aufwachen schon nicht mehr erinnern konnte.
      Er wandte sich zu John um als dieser aus dem Bett kroch und zu ihm herüber kam. Nachdem er sich auf Vincents Schoß gesetzt hatte legte der Polizist seine Arme um ihn. John hatte recht und Vincent konnte den Kuss gut gebrauchen. Danach rang er sich tatsächlich ein Lächeln ab und schloss seine Augen. Er drückte John ein wenig mehr an sich.
      "Ich weiß... solange es für dich in Ordnung ist... ist es das such für mich...", erklärte Vincent obwohl ihn auch noch etwas ganz anderes beschäftigte. Obwohl sie durchaus Zeiten hatten in denen sie sich gut unterhalten konnten und sich gemocht hatten, das hier war gänzlich neu. Es fühlte sich so... normal an und Vincdnt wusste nicht ob das gut war. Was wenn es John langweilig wurde... wie lange bis er es hier nicht mehr aushielt? Im Moment war es aber eher Vincent der die Normalität ni ht auszuhalten schien.
      Er ließ eine Hand über Johns Brust wandern... er hatte die Augen geschlossen, aber er kannte jeden Schnitt auf den Millimeter genau. Bald würden sie überhaupt nicht mehr zu sehen sein...
    • John beobachtete Vincents Finger. Die Schnitte auf seiner Brust verheilten gut, aber noch war er komplett eingewickelt. Beinahe alles hatte genäht werden müssen. nur sein Oberschenkel nicht, dort hatte man mit kpnstlicher Haut gearbeitet und das würde wohl auch am längsten brauchen, umnzu verheilen.
      "Wenn du dein Werk bewundern willst, dann komm mit ins Bad und hilf mir mit dem Verbandswechsel."
      Er stand auf und schlenderte davon, nur mit einer Flanellhose bekleidet. An seinem Knöchel war eine elektronische Fußfessel befästigt worden. Noch durfte er nur in dieser Wohnung rumhängen, ein Arzt würde Ende der Woche kommen und die Nähte überprüfen. Sobald die drausen waren, würde man John einen subkutanen Peilsender und Killswitch verpassen; eine kleine Kapsel mit hochdosiertem Nervengift, dass innerhalb von einer Minute lähmte und binnen fünf Minuten zum Tod führte. Effektiv, wenn man einen Serienkiller unter Kontrolle bringen wollte.
      Im Badezimmer legte sich John seine Werkzeuge zurecht: Wundsalbe, Desinfektionsmittel, Gaze, eben alles, was er so brauchte. Seltsam, dachte er, dass es kaum einen Unterschied zwischen Verletzen und Heilen gab. Nur das Werkzeug war anders.


    • Vincent nickte und folgte wenig später John ins Badezimmer. Die Wohnung hier war geräumig und modern eingerichtet. Vincent fühlte sich hier aber irgendwie noch nicht wie zu Hause... irgendwas fehlte, etwas persönliches vielleicht.
      John hatte bereits alles hergerichtet und Vincent drängte John sanft zum hinsetzen. Er kniete sich vor ihn auf dem Boden und nahm den ersten Verband ab. Für einen Moment betrachtete er die Naht, bevor er anfing die Wunde vorsichtig zu reinigen.
      "Ich gehe nachher einkaufen... willst du etwas bestimmtes?", fragte Vincent in Ermangelung eines anderen Themas. Solange John noch nicht wieder gesund war, musste auch er noch nicht arbeiten, nur Andrew hatte ihm kurz das Büro gezeigt. Es war aber kaum jemand dort gewesen. Nur ein Kerl namens Stan und eine ältere Frau, die nur ein kurzes Hallo gemurmelt hatte. Andrew meinte sie hätten auch noch mehr Sonnenscheinchen im Team, die würde er dann noch kennen lernen. Er wollte aber nichts vorweg nehmen.
      Andrew war nett, kein Zweifel und er hatte Vincent mit den Formalitäten geholfen und ihm ein wenig die Stadt gezeigt. Vincent war trotzdem nervös die anderen zu treffen. Serienkiller Vergangenheit hin oder her, nicht jeder war mit einem zusammen. Obwohl Vincent sich nicht wirklich traute das zu sagen, er und John hatten nie darüber gesprochen und jetzt war er mehr oder weniger gezwungen in dieser Wohnung zu bleiben. Er vermisste die Zeiten auf Johns kaltem Metalltisch...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Earinor ()

    • John setzte sich auf dem Rand der Badewanne und ließ Vincent machen. Der Polizist achtete penibel darauf, nicht noch mehr Schaden anzurichten. John war das egal. Die Schmerzmittel hatte er beinahe komplett abgesetzt. Hin und wieder warf er eine Ibuprophen ein, wenn sein Bein zickte, besonders über Nacht.
      "Einen Penny für deine Gedanken", sagte er, als er Vincent so beobachtete.
      Er beobachtete ihn derzeit viel, fast qie damals. Aber dieses Mal konnte sich Vincent frei bewegen und versteckte sich auch nicht mehr vor ihm. Es war beinahe eine Verhaltensstudie.
      "Immerzu siehst du in die Ferne, sogar jetzt. Ich bin genau hier, Vincent."
      Er legte dem Polizisten die Hände an die Wangen und zwang ihn, ihn anzusehen.
      "Rede mit mir. Ich weiß, woran du denkst, aber es ist jetzt anders. Wenn du etwas willst, dann musst du es auch sagen."
      Das hier war noch nicht vorbei. Das Spielbrett hatte sich geändert, aber nicht das Spiel. Sie hatten bloß das nächste Level erreicht.


    • Vincent reinigte die Nähte gründlich, aber vorsichtig, während er versuchte seine Gefühle in Worte zu fassen. Er fühlte Johns Hände an seinen Wangen und sah ihn an. Seufzend holte er Luft, wusste aber nicht recht was er sagen sollte.
      "Es ist einfach... eine neue Situation und ich weiß nicht recht wie ich damit umgehen soll... Versteh mich nicht falsch, ich bin froh, dass du hier bei mir bist, aber..." Er machte eine kurze Pause um zu überlegen. Es waren so viele Dinge die ihn beschäftigten. "Ich möchte einfach für dich, dass du du selbst sein kannst. Hier drin zumindest... Und ich..." Und da war sie wieder. Die Stimme in seinem Kopf die meinte zu wissen was Vincent fühlen durfte und was nicht. Es war verrückt... er war verrückt. Aber wen kümmerte das? Wann hatte John zuletzt ein Messer in der Hand gehabt? Durch Fleisch geschnitten? Vincent hing solchen Gedanken oft nach in letzter Zeit und er hatte Angst dass diese eintönige Normalität ihn wieder weiter von John wegzerren würde. Dass die Mauer namens Vernunft wieder aufgebaut werden würde und das wollte er nicht. "Bitte halte mich davon ab wieder durchzudrehen weil ich nicht weiß was ich denken soll.", flehte er fast schon und griff nach Johns Hand. Er drückte sie fester an seine Wange und wandte dann seinen Blick wieder ab.
    • John lächelte sanft und küsste Vincent auf die Stirn.
      "Ich kann dir nicht vorschreiben, was du denken sollst. Aber ich kann dir sagen, dass du dir um mich keine Sorgen machen musst. Ich freue mich auf diese Arbeit. Schöne, neue Welt. Mal sehen, wie es laufen wird. Es ist eine Sache, den großen Francis Ackerman zufrieden zu stellen. Er tötet bloß, hin und wieder spielt er eines seiner Spiele. Aber ich nehme mir das Recht heraus zu sagen, dass ich komplizierter bin. Mir geht es nicht nur um den Tod. Ich möchte ihn darstellen, nicht nur erleben. Ich töte langsam znd qualvoll, genau darum geht es mir. Und ich bin gespannt zu sehen, wie diese rechtschaffenen Menschen versuchen wollen, das im Griff zu behalten. Entweder schaffen sie es und ich - wir - haben unseren Platz in dieser Welt gefunden. Oder sie scheitern und ich habe Material für ein wahres Meisterwerk. Ich denke, mit diesem Andrew fange ich an. Er ist so schön flexibel..."
      Ein blutrünstiges Glitzern trat in Johns Augen. Es war das Monstef in ihm, dass sich gerade vorstellte, was er alles tun könnte. Aber er wollte das hier wirklich ausprobieren. Ein bisschen Frieden wäre zur Abwechslung ganz nett, wenn er ehrlich war.
      Als Vincent mit seiner Brust und seiner Schulter fertig war, stand John auf und zog die Hose aus, damit sie sich um seinen Obetschenkel kümmern konnten. Provokativ, wie er war, hatte er natürlich keine Unterwäsche an.


    • Vincent machte weiter damit Johns Körper zu versorgen und sah erst wieder auf als er Andrew erwähnte. Wieder einmal wusste er nicht, auf wessen Seite er stehen sollte, dabei dachte er, er hätte das in den Griff bekommen. Er hörte Marcus und Francis Worte, wie sie ihm gesagt hatten e müsse John im Zaum halten. Aber John hatte sich selbst besser im Griff als Vincent und er hatte bereits beschlossen, dass er ihm folgen würde. Auch wenn John darauf bestand, dass Vincent dieses Mal die Richtung angab.
      Auf einmal lächelte Vincent und beschloss nicht mehr so niedergeschlagen zu sein. "Ich schätze, wenn ich mich an deinen Keller gewöhnen konnte, dann kann ich mich auch hiermit arrangieren."
      Er sah zu wie John seine Hose auszog und nun völlig nackt vor ihm stand. Vincent lehnte sich nach vorne um die Narbe auf Johns Hüfte zu küssen, bevor er sich um Johns Oberschenkel kümmerte. Ein gewisses Maß von Stolz zeigte sich immer wieder, wenn er Johns Körper betrachtete, während ein anderer Teil in ihm sich entschuldigen wollte. Wenn Vincent aktiver gewesen wäre, dann wären sie nun vielleicht ganz woanders. Aber wie es so schön hieß 'Hätte, Würde, Wollte', es war nicht so passiert und nun waren sie hier. Und John war zufrieden damit, also sollte es Vincent auch sein.
      Nachdem der Oberschenkel auch versorgt war, gab Vincent John noch einen Kuss, bevor er anfing alles wieder an seinen Platz zu räumen. So vieles davon kam ihm aus dem Keller bekannt vor, aber die Messer fehlten. Apropos Messer...
      "Ich habe das Messer nicht mehr, dass du mir gegeben hast...", murmelte er feststellend und erinnerte sich daran wo er es hingelegt hatte, als sie in dem Lagerhaus mit dem Puppenspieler waren. Dann, als hätte er gerade eine Erkenntnis gehabt, drehte er sich ruckartig zu John um, der immer noch nackt vor ihm stand. Er ließ seinen Blick über Johns Körper schweifen.
      "Du hast mich dafür gelobt.", er deutete auf John, "Aber es ist nicht perfekt. Was hätte ich besser machen können? Was hättest du getan...?"