[2er RPG] Killer Instinct

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    • John war überrascht angesichts des plötzlichen Interesses seines Polizisten. Positiv überrascht, hatte er die letztem Tage doch stets damit verbracht zu grübeln. Richtig oder Falsch plagte den anderen Mann, das war ihm an der Nasenspitze anzusehen.
      "Du willst wirklich die Kunst des Folterns erlernen?", fragte John dennoch skeptisch.
      Er musste sicher sein, dass Vincent bereit war. Wenn nicht, dann könnte das alles zerstören, was John bisher geleistet hatte. Und noch schlimmer, er könnte die Chance verspielen, Vincent jemals so weit zu bringen.
      Er machte einen Schritt auf den Polizisten zu, nahm dessen Hände und sah ihn lange an. Dann lächelte er.
      "Bring eine Schweinshachse mit. Eine große, schön intakt, frisch von einem Metzger. Und wir brauchen mindestens ein Bowie-Messer. Ich zeige dir, wie man richtig mit so einem Messer umgeht. Selbstverständlich steht es dir frei, mehrere Messerarten auszuwählen."
      Er küsste den Polizisten lange, innig und feucht. Seine Hände wanderten an Vincents Hüften entlang zu dessen Hintern.
      Dann, ohne ein weiteres Wort, ließ er Vincent allein im Badezimmer stehen. Er schnappte sich noch einen Bademantel, bevor er den Raum verließ. Auf dem Weg ins Wohnzimmer warf er sich den über, dann ließ er sich auf die Couch sinken und verlor sich in einem Buch über die Trägödie der Familie Ackerman.


    • Johns skeptischer Ton war ungewohnt, es hatte etwas das Vincent unbekannt war. Ein kurzes Nachdenken von John, sonst schien er immer als wüsste er alles über den Polizisten. Der Killer nahm Vincents Hände und sah ihn an, ohne dass einer von Beiden etwas sagte. Vincent zeigte sich entschlossen. Er konnte nicht weiter zwischen zwei Welten leben, es würde ihm nie besser gehen, wenn er sich nicht auf eine Seite einließ. Und er hatte sich entschieden welche Seite das sein sollte.
      Ein Grund mehr warum er wegen seines ersten offiziellen Arbeitstages nächste Woche nervös war und weswegen ihn das hier beunruhigte.
      Vincent wollte seinen Worten gerade Nachdruck verleihen, als John ihm zuvor kam und ihn anschließend küsste. Sein warmer Atem, seine weichen Lippen und seine Hände raubten ihm für einen Moment fast den Verstand. Dann, verließ John einfach den Raum und Vincent brauchte einen Moment um seine Gedanken zu sammeln. Er würde John niemals wirklich verstehen können...
      Vincent nahm sich noch einen Augenblick, bevor er ins Schlafzimmer ging um sich umzuziehen. Dann machte er sich auf den Weg, verabschiedete sich noch kurz von John und verließ die Wohnung.

      Es war kalt und Vincent vergrub seine Hände in einem Mantel und sein Gesicht in seinem Schal. Aber er mochte es, viel mehr als Sommer und Hitze. Um zu bekommen was John wollte, musste er heute woanders einkaufen und er kannte sich in der Stadt noch nicht richtig aus, weswegen er ein wenig durch die Gegend schlenderte und die Stadt erkundete.
      Auf seiner therapeutischen Wanderung auf der er es irgendwie schaffte seine Gedanken auf die Stadt und die Leute zu richten, landete er in einer kleinen Seitengasse mit einem alten Buchladen. Aus irgendeinem Grund zog es ihn hinein. Er hatte sich nie viel für Bücher interessiert. Klar, er hatte Bücher gelesen, aber es war eher etwas was er aus Langeweile getan hatte, oder weil er es musste.
      Der Buchladen war alt und scheinbar leer. Der Besitzer war vielleicht hinten irgendwo, aber Vincent steuerte gleich eines der Regale an. Es schien als standen mehr als doppelt so viele Bücher in einem Regal, als darin Platz hatte und Vincent musste unwillkürlich daran denken, dass John dieser Laden sicher gefallen würde. Alte Ausgaben von allen möglichen Büchern, einige Autoren sagten sogar Vincent etwas, er zog allerdings ein Buch mit schlichtem braunen Einband hervor. Es hatte nicht allzu viele Seiten und der Autor kam Vincent auch nicht bekannt vor. Kurzes Blättern reichte schon um Vincent endgültig zu überzeugen es John mitzunehmen. Und selbst er gewann dem Geruch der alten Seiten etwas ab.
      Wie auf Stichwort kam der Besitzer - ein älterer, dicklicher Mann mit grauen Haaren - aus dem Nebenraum zurück in den Laden. Vincent bezahlte und macht sich auf den Weg weiter einzukaufen.

      Vollgepackt mit Lebensmitteln, Messern und der kleinen Überraschung die Vincent John mitgebracht hatte, sperrte er die Wohnungstür auf, wobei ihm fast alles aus der Hand gefallen wäre. Er trat ein und warf die Tür mit seinem Fuß zu, bevor er die Einkaufstüten schnell in der Küche abstellte und anfing alles einzuräumen. Auf einmal kam er sich blöd vor, dass er John ein Geschenk mitgebracht hatte und er wusste nicht recht wie er es ihm geben sollte, ohne wie ein verliebter Idiot rüber zu kommen. Er seufzte, wieso machte er sich eigentlich immer so viele Gedanken? Früher hatte er so etwas nie getan. Er schnappte sich also das Buch und hielt es, womöglich etwas kindisch, hinter seinem Rücken, als er ins Wohnzimmer trat. John las noch und Vincent ließ sich neben ihm auf die Couch fallen.
      "Ich habe einen Laden entdeckt, der dir bestimmt gefallen hätte und...", begann Vincent und zog das Buch kurz und schmerzlos hinter seinem Rücken hervor. "Ich kenne mich nicht wirklich aus mit Büchern... wow das klingt ziemlich dumm, aber naja. Ich hoffe es gefällt dir." Vincent machte eine nachdenkliche Pause. "Ist das zu kitschig?"
    • John beschäftigte sich beinahe ausschließlich mit seiner Lektüre. Er wollte wissen, mit wem er es zu tun hatte, sollte er tatsächlich auf Ackerman treffen. Wobei er sich auch nicht zu schade war, direkt zu fragen. Aber das wollte er dann dich schon von Angesicht zu Angesicht machen, der Höflichkeit wegen.
      Wenn John sich auf etwas konzetrierte, dann war er kaum davon abzulenken. Er hatte keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, als Vincent wieder zurück war. Er sah auf, als sich der Polizist neben ihn setzte.
      "Kitschig?", fragte er erstaunt, legte sein Buch weg und nahm das entgegen, das Vincent ihm reichte.
      Er beäugte es einen kleinen Augenblick, dann lächelte er freudig. Es war kein 'das hast du gut gemacht' - Lächeln. Es war ein ehliches Lächeln, beinahe wie bei einem Kind, das ein Weihnachtsgeschenk öffnete.
      "Du hast das originale Tagebuch des leitenden Ermittelnden im Acid-Bath-Murder-Fall gefunden? Das nennst du kitschig? Das war einer der brutalsten Serienmord-Fälle in der Geschichte Londons! Gut, John George Haigh war nicht unbesingt kreativ in seiner Tötungsweise, aber in den Verhören hat er sich angestellt... Ich bin gespannt, was der Inspector dazu zu sagen hat. Ich konnte mal einwn Blick in Haighs Memoiren werfen. Faszinierender Kerl. Hat bist zuletzt auf Geisteskrank plediert, um dem Galgen zu entgehen."
      John war eindeutig hin und weg von diesem Fund. Nicht nur seine innere Leseratte war entzückt, sondern auch der Antiquitätenhändler. Er hatte diesen Job geliebt...


    • Vincent war mehr als überrascht über Johns freudiges Gesicht, er hatte ihn seines Wissens nach noch nie so gesehen. Es lag etwas Unschuldiges darin, obwohl das Thema alles andere als das war. Vincent lächelte schief und seufzte leise.
      "Ach.. das war wohl mehr ein Glückstreffer.", erklärte Vincent und beäugte das Buch, über das John sich so freute. Es machte ihn selbst glücklich, dass er John etwas Gutes tun konnte und das Gefühl kam ihm fast schon fremd vor. Er glaubte ein wenig mehr daran, dass das hier funktionieren konnte, was auch immer sie daraus machen würden.
      "Wir gehen dort hin, wenn du endlich hier raus kannst. Auch wenn ich mir dann etwas Anderes Suchen muss zu Weihnachten, Geburtstag..." Vincent lachte leise und sah ihn Johns blaue Augen, die gerade strahlten. Der Polizist lehnte sich zurück und zog John mit sich, damit er auf seiner Brust liegen konnte und zwischen seinen Beinen saß.
      "Na los, schlag das Buch auf.", lächelte er und legte die Arme um John. "Vielleicht hätte ich auch ein Tagebuch schreiben sollen damals..."
    • "Du kammst immer noch deine Biografie anfertigen. Der Mann, der Überlebte."
      John kicherte leise, machte es sich bequem und schlug das Buch auf. Für sein Alter war es gut erhalten. Kaum zu glauben, dass es einfach in irgendeinem Buchladen gestanden haben sollte. Sowas fand man in Museen oder bei Sammlern in der Glasvitriene.
      "Wo auch immer du das herhast: der Eigentümer hat keine Ahnung", erklärte John, während er die uninteressanten Teile überflog.
      Der gute Inspector hatte sehr ausführlich Tagebuch geführt, die Ermittlungen begannen aber erst etwa nach der Hälfte des Buches. Mit einem Gedanken im Hinterkopf schlug John auf die letzte Seite. Und seufzte entnervt auf, als er den Gedanken bestätigt sah.
      "Da ist nur die Ermittlung drin, nie Verhöre sind im nächsten Tagebuch", jammerte er, "da wird's doch erst richtig interessant."
      Was ihn micht daran hinderte, zurück zur Mitte zu blättern und sich in den privaten Gedanken des Inspectors zu dem Fall zu verlieren. Aber nach einer halben Stunde wurde das langweilig. Außerdem brannte John noch eine andere Frage unter den Nägeln.
      Er drehte sich zwischen Vincents Beinen um und sah zu ihm hinauf.
      "Hast du mir nur dieses Buch mitgebracht?", fragte er und schob Vincents Shirt ein paar Zentimeter hinauf, um die Haut direkt über der Gürtellinie küssen zu können.


    • "Der Mann, zwei Serienkiller überlebte und dann mit einem zusammen gezogen ist... wäre ein korrekter Titel.", lächelte Vincent und langsam konnte er über die Situation sogar lachen. Blut und Schmerz waren Voraussetzung für den Eintritt bei der Shephard Organisation? Da hatte Vincent vielleicht sogar einen Vorsprung gegenüber seinen zukünftigen Kollegen.
      Vincent sah über Johns Kopf hinweg in das Buch, indem er erst einmal nur blätterte.
      "Ich habe dafür 5$ bezahlt, ich schätze das war es wert." Lächelnd lehnte er sein Kinn an Johns Kopf, während der ganz nach hinten blätterte. "Vielleicht haben wir Glück und die anderen Teile liegen dort auch noch wo herum. Es dauert aber bestimmt ewig bis wir da alles durchgesehen haben." John schien trotzdem zufrieden und Vincent las ein wenig mit ihm. Es dauerte aber nicht lange, bis John das Buch wieder zuklappte und sich umdrehte. Vincent blickte zu ihm hinunter.
      "Und eine Schweinshachse und eine Auswahl an Messern.", antwortete Vincent auf Johns Frage und lächelte. "Wie du wolltest."
    • John schnurrte vorfreudig.
      "Ich zieh mir nur noch schnell ein paar Hosen an", verkündete er und sprang auf - natürlich nur auf das gesunde Bein.
      Wenige Minuten später stand er in der Küche und betrachtete Vincents Auswahl.
      "Du hast ja ein ganzes Jagdgeschäft geplündert", stellte er erfreut fest und drehte eine der größeren Klingen in der Hand.
      Damit drehte er sich auf dem Absatz zu Vincent um und deutete mit der Spitze auf ihn.
      "Was willst du zuerst lernen? Unterschiedliche Messer erfordern unterschiedliche Techniken. Außerdem knn man damit mehr anstellen, als nur drauf los zu schneiden. Ich kann dir vieles beibringen. Allerdings musst du nebenher Anatomie pauken. Meine Kunst lernt man nicht über Nacht. Ich habe Jahre des Rumprobierens gebraucht, um so gut zu werden. Der Pupoenspieler war nichts gegen mich. Schlampige Arbeit. Hat schnell getötet und alles post mortem erledigt. Langweilig. Uninteressant. Wenn man es am Lebenden Objekt macht, ist das waa ganz anderes und man muss auf sehr viel mehr achten als nur eine gerade Schnittführung. Maximaler Schmerz bei minimalem Schaden lautet der erste Grundsatz bei meiner Arbeit. Ohne lebendes Objekt kann ich dir das nur auf theoretischer Ebene beibringen. Aber du darfsr sicher zusehen, wenn ich woeder arbeite. Immerhin musst du auf mich aufpassen."
      Er zwinkerte Vincent frech zu und wandte sich dem großen Stück Schweinefleisch zu.
      "Wir könnten Messerwerfen... damit du ein Gefähl für dein Werkzeug bekommst...", dachte John laut nach.
      Er hielt das Bowei-Messer über seine Schulter, Griff in Richtung Vincent. Sie würden leicht anfangen: entferne alle Fettstränge mit minimalem Verlust an umliegendem Fleisch und mit so wenig Schnitten wie möglich. Der Polizist sollte sie laut zählen.


    • Erneut war John begeistert und sprang regelrecht auf, während Vincent sich auch langsam aufrichtete und in die Küche begab. Die Messer hatte er vorerst noch nicht weg geräumt, damit John seine Auswahl betrachten konnte. "Sollte Andrew mir hinterher spionieren, habe ich wohl was zu erklären...", murmelte Vincent Schulter zuckend. Dass John im nächsten Moment ein Messer auf ihn richtete, beeindruckte Vincent erstaunlich wenig. Kein zurück zucken, keine Angst, obwohl sich doch ein leichtes Kribbeln in seinem Magen ausbreitete. Hätte Vincent vorher schon etwas von John gelernt, hätte er dem Killer wohl einen langwierigen Heilungsprozess erspart... andererseits hatte er es immer noch besser getroffen als Vincent damals. Selbst wenn man nur die ersten paar Stunden in Betracht zog. Aber zusehen und Akten wälzen hatte wohl auch ein wenig geholfen. Auch seine Anatomie Kenntnisse waren schon auf einem höheren Stand als bei den Meisten Durchschnittsbürgern, immerhin hatte er ein Jahr lang... nein länger... versucht John und seine Arbeit zu verstehen.
      "Messer... werfen...?", fragte Vincent etwas verwirrt, während er John das Messer aus der Hand nahm und das Fleisch vor sich auf dem Tisch ansah. Er fühlte sich ein wenig überfordert, aber anstatt sich zu beschweren, machte er sich Gedanken darüber wie er das Problem am Besten angehen konnte. Da war aber auch ganz schön viel Fett...
      Es war klar in welche Richtung er schneiden musste und auch, dass er wenn er es richtig anstellte vermutlich in einem durch schneiden konnte. Er fragte sich ob es eine gute Idee war nur mit der Spitze zu schneiden, um der Wölbung des Fleisches besser folgen zu können und möglichst wenig davon mit zu entfernen. In seinem Kopf legte er sich theoretisch den ersten Schnitt zurecht, leider musste er feststellen, dass die Realität anders aussah und Fett und Fleisch sich anders verhielten als er erwartet hatte. Aber er gab sein Bestes, obwohl er sich vorkam wie ein Kind, das noch nie ein Messer in der Hand gehabt hatte.
      Er ließ sich Zeit und nachdem er fertig war, trat er selbstkritisch einen Schritt zurück, um John beurteilen zu lassen, was er da fabriziert hatte. Es hatte ihn jedes Mal geärgert, wenn er noch einmal ansetzen musste, weil er ein Stückchen übersehen hatte...
    • John beobachtete jede Bewegung seines Polizisten mit Argusaugen. Es erregte ihn, das zu sehen und sich vorzustellen, wie sie zusammen an einem lebenden Subjekt arbeiteten.
      "Nun, da ist definitiv noch Luft nach oben", merkte er an, als Vincent fertig war.
      Er schrieb sich auf, wie viele Schnitte der Polizist gebraucht hatte, mitsamt Datum. Mit der Zeit würde es besser werden.
      Er nahm Vincent das Messer ab und trat an das große Stück Fleisch heran.
      "Das Schöne an einem so großen Stück ist, dass noch alles da ist, wo es hingehört. Du hast jetzt das Fett entfernt. Weiches, wobbliges Zeug. Komm her."
      John machte einen gezielten Schnitt das Schweinebein hinunter und schob die Haut auseinander.
      "Steck deine Hand hinein. Du wirst unterschiedliche Schichten spüren. Da ist das normale Fleisch, Muskeln, Sehnen, der Knochen. Es ist ungewohnt am Anfang, aber eigentlich fühlt es sich ganz gut an."
      Man brauchte ein bisschen Kraft, um da durch zu kommen.
      "Irgendwann wirst du wissen, was was ist, bloß durch fühlen", erklärte John und schob Vincent wieder beiseite.
      "Aber jetzt habe ich Hunger und Lust auf Steak."
      Lächelnd nahm er ein Küchenmesser zur Hand und startete mit gezielten Bewegungen, das Fleisch zu zerteilen. Er schnitt alles zu: Steaks, Geschnetzeltes, sogar ein paar Filets. Er kannte sich nicht nur mit menschlicher Anatomie aus.
      "Du solltest anfangen, deine neuen Freunde zum Essen einzuladen. Wir werden eine Menge Fleisch übrig haben..."


    • "Wie viele Schnitte brauchst du dafür?", fragte Vincent nach, während er John dabei zusah in das Fleisch zu schneiden. Er folgte seinen Anweisungen, fühlte das Fleisch und den Knochen, wobei er nicht unbedingt unterscheiden konnte was davon nun Muskelgewebe war und was nicht. Mit der Hand war es aber weniger leicht durch all das Gewebe zu kommen. John schob Vincent wieder beiseite und schnitt alles zurecht. Elegant und ruhig wie immer. Vincent schlug das Herz bei dem Anblick schneller, angenehm schneller. Das legte sich aber schnell wieder.
      "Einladen...?", fragte er etwas verunsichert nach, während er zum Waschbecken hinüber ging um das Blut von seinen Händen zu waschen. Als er seine Hände so vor sich sah, musste er daran zurück denken, wie er John gefoltert hatte und er brauchte einen Moment um sich wieder zu besinnen, was er eigentlich tun wollte.
      "Ich glaube nicht... dass irgendjemand begeistert sein wird mit uns zu essen...", stellte er murmelnd fest und er selbst war auch nicht gerade scharf darauf.
    • "Dann nimm es mit, mir ist das egal. Aber ich werde nicht an Gewicht zulegen, nur weil wir die Beine von Schweinen auseinander nehmen."
      Er legte zwei Steaks beiseite, ehe er weiter machte. Mit geschickten Bewegungen entfernte er die Sehnen und das Muskelgewebe.
      "Je nach Beschaffenheit brauche ich einen Schnitt pro Linie. Muskeln sind leichter zu entfernen, weil sie nicht so verstreut sind, dafür sitzen sie fester. Sehnen sind am leichtesten. Man muss nur Anfang und Ende finden, das lösen und fertig."
      Während er erklärte, tat er die entsprechenden Arbeitsschritte. Es war so leicht wie die Erklärung dazu. Zumindest war es das für ihn. Vincent würde noch lange üben müssen.
      "Wenn du Fett entfernen kannst, kannst du die Kleinarbeit. Wir starten mit dem Schwersten, um uns Arbeitsschritte zu sparen. Danach kannst du alles entfernen, mit nur ein wenig Übung. Außerdem wäre es Verschwendung, wenn du jetzt schon an den Muskeln rumscheiden würdest."
      Es dauerte nur etwa eine halbe Stunde und das Bein des Schweinesbestand beinahe nur noch aus dem Knochen. John holte ein paar Tupperdosen aus den Schränken und packte alles sortiert weg.
      "Noch ein Vorteil diese Unterrichts: ich komme in den Genuss deiner Kochkünste."
      Lächelnd deutete er auf die beiden Steaks, die er ausgelassen hatte.


    • Der Gedanke jeden Tag in das kleine Büro zu fahren gefiel Vincent immer noch nicht besonders, im Revier hatte er den Luxus gehabt, wenigstens in Ruhe gelassen zu werden und seit damals hatte er auch keinen neuen Partner gehabt. Das Büro war nicht sehr groß und meistens nicht einmal voll, da kam er um ein Gespräch hier oder da wohl nicht herum. Wenn er Essen mitbrachte bekamen sie vielleicht noch den Eindruck Vincent wäre daran interessiert... vermutlich war es aber weniger schlimm als er sich das alles gerade vorstellte. Er konnte sich nur einfach nicht vorstellen in einen mehr oder weniger normalen Alltag zurück zu kehren.
      Seine Gedanken lenkten ihn ein wenig ab und er hörte John nur halb zu. Er machte ihm in der Küche Platz wenn er an ihm vorbei musste, bis nur noch zwei Steaks auf der Küchentheke lagen.
      "Was? Kochkünste? Du meinst was ich mir in zwei Monaten beigebracht habe...?", fragte Vincent verwirrt nach. Er konnte nicht wirklich gut kochen, er hatte nichts besseres zu tun gehabt, weil er nicht schlafen konnte und vermutlich hätte er noch schlimmer ausgesehen, wenn er weiter nur von Fertigessen gelebt hätte. Und er wusste, dass John gutes Essen schätzte. Aber nachdem er sich schon so viel Arbeit angetan hatte...
      "Na schön. Dann setz dich hin während ich das Essen fertig mache.", lächelte er und holte einn Topf heraus.

      Es dauerte eine Weile, aber Vincent schaffte es etwas vernünftiges herzurichten. Vincent hoffte nur, dass er das Stake gut hinbekommen hatte, das würde er aber erst wissen, wenn sie es angeschnitten hatten. Dazu gab es Rosmarinkartoffeln. Der Tisch war schon gedeckt und Vincent stellte die zwei Teller mit dem noch heißen Essen ebenfalls dazu.
      Vincent setzte sich und sah John an. "Vielleicht hast du recht... Damit, dass ich meine neuen Kollegen einladen sollte. Ich sollte wohl mit ihnen auskommen und sie müssen sich auch an dich gewöhnen." Vincent machte eine kurze Pause und blickte auf seinen Teller. "Aber du musst mir beim Kochen helfen, ich weiß du kannst das besser als ich."
    • "Gerne doch. Ich will unbedingt diesen Francis kennenlernen. Kennst du seine Geschichte? Faszinierend. Ich habe - wie jeder andere auch - gedacht, er sei gestorben. Wobei ich die langweilige Story mit der Verkehrskontrolle schon etwas absurd fand. Jahrelang hat er sich vor aller Augen versteckt und dann soll er so einen Fehler machen."
      John grinste, beinahe so wie zu dem Zeitpunkt, als Vincent ihm das Buch geschenkt hatte. Hätte er nicht so eine Leidenschaft für Schmerz und Tod, könnte er sicherlich den Unterricht für die Verhaltensanalyse des FBI schmeißen. Oder irgendeinen Historiker-Job machen. Dokus liebten gute Mordgeschichten.
      "Ich kann dir auch kochen beibringen, wenn du möchtest. In der Küche sind wir ja zumeist dann schon. Und du müsstest nicht einmal lügen, wenn dich deine Kollegen fragen, was du so machst. Ganz allein hier drin. Mit einem Serienmörder, der einen Narren an dir gefressen hat."
      Provokativ schnappte er mit den Zähnen nach Vincent, obwohl er am anderen Ende des Tisches stand. Elegant ließ er sich auf den Stuhl sinken. Selbst beim essen waren seine Schnitte präzise. Er war eben ein Meister seines Fachs.


    • Vincent dachte an den riesigen Mann zurück der seine Wohnungstür aus den Angeln getreten hatte, mit ihm, Marcus und Andrew im Raum kam sich Vincent ziemlich klein vor. Was hatte er noch einmal zu ihm gesagt? Er würde seine Moral nie ablegen, kein Monster sein wie John und Francis. Ob er recht hatte? Im Moment war es vermutlich besser so, obwohl John selbst wusste was von der Gesellschaft als 'Richtig' angesehen wurde und was nicht.
      Vincent konnte jedenfalls noch nicht viel über den Mann sagen, außer das was sowieso jedem Bekannt war.
      Er lächelte John nun an, nachdem er den Weg aus seinen Gedanken gefunden hatte und schüttelte schmunzelnd den Kopf.
      "Ich glaube, Lügen hat in diesem Umfeld nicht wirklich viel Sinn. Und vermutlich würden die Anderen denken ich Lüge, wenn ich sage du bringst mir das 'Kochen' bei."
      Interessiert sah Vincent zu wie John sich ein Stück des Fleisches abschnitt und in den Mund steckte. "Schmeckt es?", fragte er nach während er sich erst jetzt etwas davon in den Mund schob. Er war aber was Essen betraf nicht sehr wählerisch.
      "Was meinst du, wann ich sie einladen sollte? Denkst du es kommt überhaupt wer? Außer Andrew, der viel zu nett ist..."
    • "Ich habe diese Truppe noch nicht wirklich kennengelernt. Ivh kann dir nicht sagen, we kommt oder wer nicht. Ich kann sie nicht einschätzen. Noch nicht. Sie sind gut darin, schwer durchschaubar zu sein, aber Menschen sind Gewohnheitstiere, irgendwann kann man jeden lesen. Noch ein Grund, warum ich mehr Zeit mit ihnen verbringen will. Ich mag es nicht, mich in Kreisen zu bewegen, die ich nicht vollständig kenne. Vor allem, wenn die einen Killswitch für mich haben."
      John aß ungerührt weiter. In seinem Kopf betrachtete er aber das Puzzle, zu dem ihm noch dutzende Teile fehlten.

      Marcus Williams - ?
      Andrew Gallagher - ?
      Frank Ackerman, jr. aka Francis - talentierter Serienkiller, kein Angstempfinden, vielseitig, spielt gern Spiele
      Michael - Chef der Shepherd Organization, lässt Serienkiller für sich arbeiten
      Shepherd Agent 3 - weiblich, ?
      Shepherd Agent 4 - männlich, ?
      Shepherd Agent 5 - IT-Experte, Tattoos von Videospielen, ?

      Diese Liste war äußerst dürftig. John fühlte sich damit nicht wohl - soweit er Emotionen fühlen konnte. Er brauchte mehr Informationen, möglichst bevor er ein vollständiger Sklave dieser Organisation wurde. Da er bis zu diesem Zeitpunkt aber die Wohnung nicht verlassen konnte, musstem die Agenten eben zu ihm kommen. Vielleicht schaffte er es ja auch, ein Gespräch mit Ackerman zu führen, vorausgesetzt der vierriet irgendetwas.
      "Habe ich das eigentlich richtig mitbekommen, dass Ackerman der Bruder von Agent Williams ist?"
      Das könnte ein Problem darstellen. Diese ganze Dynamik im Team musste John aich noch weiter analysieren. So viel Arbeit...


    • Vincent war sich nicht sicher wie John das alles meinte, oder er wollte es nicht wissen. Wie auch immer. "Ich denke wenn ich Andrew anrufe, kümmert er sich schon darum, dass ein paar Leute vorbei kommen.", erklärte Vincent lächelnd, während er weiter aß. John schien ein wenig in Gedanken versunken, vermutlich dachte er über die Organisation nach.
      "Hm? Ja, sie sind Geschwister. Williams machte den Eindruck, als müsse er ständig darauf achten, dass sein Bruder nicht mordete, vielleicht übertreibt er aber auch.", gab Vincent seine Beobachtung preis, aber viel hatte er ja nicht mit ihnen zu tun gehabt und seine Gedanken waren zu dem Zeitpunkt eher auf etwas Anderes gerichtet gewesen.
      "Aber sein Bruder scheint auch nicht nur zu tun was die Organisation von ihm will, weil er nicht sterben will. Und ich denke du bist der Beste Beweis dafür, dass Serienkiller keine Einzelgänger sein müssen. Egal in welcher Form so etwas auftritt." Vincent sah von seinem Teller auf und lächelte John an. Die Situation war immer noch seltsam und ungewohnt, aber nicht schlecht.
    • "Wir sind also keine Einzelgänger? Partnerschaften funktionieren nie besonders lange in meinem Metier. Ich hatte nie vor, mit dem Puppenspieler zu arbeiten. Er war bloß ein Mittel zum Zweck seiner eigenen Niederstreckung."
      John zuckte mit den Schultern und überschlug die Beine. Ihm war langweilig auf so vielen Ebenen, dabei hatte er so viel zu tun. Vor allem aber brauchte er Bewegungsfreiraum.
      Er seufzte. Dann stand er auf und ging um den Tisch herum.
      "Vincent, mein Hübscher", sagte er und lehnte sich auf die Schultern des Angesprochenen.
      Seine Arme strichen über Vincents Oberkörper, bis John seine Hände in Vincents Hosentaschen schieben konnte.
      "Ich fürchte, du musst mich ein bisschen ablenken. Meine Gedanken drehen sich in unlösbaren Kreisen, die zu keinem... sagen wir 'gesundem' Ergebnis führen. Irgendeine Idee?"
      Er küsste die kleine Stelle Haut direkt vor Vincents Kragen, dann biss er hinein, vielleicht ein bisschen zu fest, um zärtlich zu sein.


    • "Das war ja auch auf mich bezogen...", murmelte Vincent und seufzte innerlich. Das war genau was Vincent befürchtete, dass die 'Partnerschaft' oder was auch immer es war auch mit ihm nicht lange halten würde. Wie lange bis auch Vincent John langweilte? Jetzt wo er sich nicht mehr gegen ihn wehrte, sondern Teil seines Lebens sein wollte. Aus freien Stücken.
      Vincent sah zu wie John um den Tisch herum ging und seine Arme um ihn schlang. Ihn durchzog dasselbe Gefühl wie immer. Ein warmes, fast schon heißes Kribbeln das von seiner Brust ausging. Ein Gefühl bei dem er immer noch nicht feststellen konnte ob es ein positives oder negatives war. Es konnte genauso gut Angst wie Lust oder Liebe sein. Es hatte sich nichts verändert, nur dass Vincent entschieden hatte es als positiv aufzunehmen und wenn er ehrlich war, war ihm der Ursprung auch egal. Es fühlte sich gut an.
      Er zuckte leicht zusammen als John zubiss, hatte aber nichts dagegen, im Gegenteil. Seine Gedanken schweiften zu den Messern die er mitgebracht hatte und er konnte sich ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen.
      "Keine 'gesunden' Ideen. Aber ich habe ja auch nicht vor in nächster Zeit schwimmen zu gehen, wenn du verstehst was ich meine." Vincent drehte seinen Kopf um John ansehen zu können. Er war sich nicht sicher, ob dem Killer bewusst war wie sehr sich Vincent nach seinem Skallpell sehnte. Die letzten Tage waren ziemlich ereignislos und normal gewesen, bis auf die Tatsache, dass Vincent mit John im selben Bett schlief. Wobei, Schlaf konnte man das kaum nennen.
      Trotzdem hatte Vincent auch vorbehalte soetwas auszusprechen, John schien nicht sicher wie gut er sich unter diesen Umständen unter Kontrolle halten konnte.
      "Oder wir verlagern das Gespräch einfach ins Schlafzimmer.", lächelte er um das Thema wieder zu wechseln. Das Buch hatte John leider nicht lange beschäftigt.
    • "Badezimmer", flüsterte John seinem Polizisten ins Ohr und ging schon einmal vor, "wenn du spielen willst, bring Spielzeug mit."
      Im Bad streckte sich Kohn und sah sich kurz um. Es war schön geräumig, ein reiner Spielplatz.
      Er zog die Teppiche beiseite und machte fleißig Platz auf den Fliesen. Die Teppiche landeten einfach in der Wanne, die brauchten sie sowie so nicht. Jetzt musste er nur noch überlegen, was er tun wollte. Er musste sich zurückhalten, immerhin konnte er Vincent nicht einfach ins Krankenhaus schicken. Allerdings wollte er auch Spaß haben und Vincent... er musste auch zufriedengestellt werden. Eine empfindliche Balance zwischen Schmerz und Extase... das würde lustig werden. Und dass Vincent das Spielzeug aussuchte, brachte eine extra Note hinein.


    • Ein Schauer durchzog Vincents Körper und er lächelte. Während John voraus ging, sammelte Vincent hastig die Teller ein und stellte sie in die Abwasch. Dort ließ er nur für ein paar Sekunden Wasser über das dreckige Geschirr laufen. Er würde sich später darum kümmern, jetzt wollte er John nicht warten lassen und er konnte es selbst in Wahrheit auch nicht abwarten.
      Nachdem das erledigt war und Vincent kurz seine Hände gewaschen hatte, machte er sich daran etwas auszusuchen und zu John zurück bekommen. Er war vielleicht nicht gerade einfallsreich, als er mit einigen Nadeln und einem Skalpell zurück kam. Aber er wusste, dass John damit am präzisesten arbeiten konnte und kleine, weniger sichtbare Wunden verursachen konnte. Es machte ihm zwar nichts aus wieder ein Messer in seiner Schulter stecken zu haben - die immer noch nicht ganz verheilt war - aber er wollte die kommende Woche keine Fragen beantworten müssen, oder diesen Deal vorzeitig gefährden.
      Im Badezimmer betrachtete er den kahlen Fliesenboden und konnte sich gut vorstellen, wie kalt und hart er sein würde. Er freute sich. Ohne etwas zu sagen, entledigte Vincent sich seiner Kleidung. Er hatte überlegt ob das Oberteil oder die Hose reichten, aber dann dachte er an den Keller zurück und da hatte er auch nichts an gehabt. Vielleicht freute er sich gerade etwas zu sehr und seine Klamotten fielen vielleicht etwas zu schnell zu Boden.
      "Danke John...", murmelte er und drückte ihm einen Kuss auf den Mund, bevor er sich brav auf die kalten Fliesen legte.