[2er RPG] Killer Instinct

    • "Weniger Skrupel? Andrew ist praktisch Pazifist. Mexican Standoff, keiner der Schützen kann verfehlen, beide hassen sich, er will es trotzdem diplomatisch regeln. Das Messer steckt schon in der Brust, er will immer noch reden. Er wird Ihnen helfen, aber er wird Sie die gesamte Zeit über daran erinnern, dass das eine dumme Idee ist und es Sie umbringen könnte. Aufhalten wird er Sie aber nicht, dafür haben meine Schnappsideen schon zu oft funktioniert."
      Marcus leerte den Kaffe in Rekordzeit.
      "Wo wir gerade vom Teufel sprechen. Der Gute ist aufgestanden. Macht wahrscheinlich gerade sein Yoga. In etwa einer Stunde sollten wir arbeitsfähig sein. Denken Sie dran, dass Sie ab heute unseren Verbindungsoffizier spielen. Wir sind nur Unterstützung aus dem Justizministerium. Das ist wichtig, verstanden? Hab keine Lust auf noch so einen Vortrag von meinem Boss..."


    • "Hm... ", trotzdem hatte er vermutlich nicht gezögert, als er den Killer seine Schwester gefunden hat. Ziemlich seltsame definition von Bluthund... so hatte Andrew die Organisation jedenfalls beschrieben.
      "Vielleicht sollte ich auch damit anfangen...", seufzte Vincent. "Yoga meine ich, er wirkt sehr ausgeglichen." Im Gegensatz zu Marcus und Vincent. "Und machen Sie sich keine Sorgen. Es war meine Idee, ich werde den Plan durchführen und wenn was passiert war es meine Schuld. Ich erwarte auch keine übermäßige Unterstützung, nur jemanden der ein Auge auf meinen Rücken hat, während din psychopatischer Killer versucht da ein Messer rein zu stecken. Ich will ihn schnappen, Sie sollten zumindest sehen wer mich angreift, sollte es funktionieren.", bestätigte er noch einmal und blickte auf Marcus Tasse. Sein Kaffeekonsum dürfte tatsächlich noch höher sein als Vincents eigener.
      "Wenn er seinem Muster treu bleibt und ich keinen Fehler gemacht habe, dann zeigt er sich mir vermutlich sogar bevor er versucht mich umzubringen...ich frage mich ob ich ihn erkennen kann."
      Vincent geübelte ein wenig um sich von seiner Neugier Marcus betreffend abzulenken. Was war seine Geschichte? Was hat er durch gemacht und wie hat er darauf reagiert? Wie sah sein Leben jetzt aus? Abgesehen davon dass er einen dreizehjährigen Sohn hatte. Ob er den Killer geschnappt hatte der aus ihm gemacht hatte wer er heute war?
    • "Ich glaube nicht, dass den irgendwas aus der Ruhe bringen kann. Sie gesagt, er verhandelt lieber, als zur Waffe zu greifen. Wenn er dabei 'ne Waffe am Kopf hat kann das schon ziemlich beeindruckend sein."
      Niemand von ihnen hatte noch alle Latten am Zaun. Es war praktisch eine Qualifikation, die man mitbringen musste, um den Job zu kriegen. Für ihre Arbeit musste ma ja aber auch verrückt sein.
      "Kommen Sie, wir haben viel Arbeit vor uns. Sie haben eine Rede zu schreiben."
      Marcus bezahlte mit großzügigem Trinkgeld und stand auf. Er ließ dem Polizisten die Wahl, ob er mit zum Hotel wollte oder wo auch immer sonst, sagte ihm aber auch, dass sie so gegen neun selbst im Revier aufschlagen wollten. Man musste ja immer so tun, als sei man der unbeteiligte Schlipsträger. Marcus trug nie Krawatte. Jemanden damit zu erwürgen war zu leicht.

      Im Hotel trank Marcus noch einen Kaffee, um damit eine Kopfschmerztablette runterzuspülen. Mehr Frühstück brauchte er nicht. Andrew war gerade dabei, seinen Anzug anzuziehen.
      "Ich hoffe, du ziehst dich noch um, mein Lieber."
      Marcus seufzte und zog sich sein T-Shirt über den Kopf - einige üble Narben enthüllend - und verschwand kurz in seinem Schlafzimmer. Mit einem schwarzen Hemd anstelle des schwarzen Shirts kam er dann wieder. Er warf sich die Lederjacke über. Für mehr Schick war er nicht zu haben. Und er ging nie ohne seine Waffe und ein zusätzliches Messer aus dem Haus.


    • Vincent kam mit zum Hotel und setzte sich inzwischen mit Papier und Stift um an der Rede zu arbeiten, während die Agenten sich fertig machten. Andrew trug wieder einen Anzug, Marcus war auch besser gekleidet als Vincent. Das ganze Theater interessiertr ihn einfach nicht mehr. Andrew schien wirklich nicht glücklich über den Plan als er davon erfuhr und warf Marcus einen für Vincent nicht zu deutenden Blick zu. Vincent versicherte ihm dass es allein seine Idee war und er Marcus angerufen hatte. Der Agent kommentierte das mit 'Toll, noch einer mit verrückten Plänen.'.
      Nachdem die beiden fertig waren stand auch Vincent wieder auf. Die Beiden kümmerten sich darum die Pressekonferenz zu ermöglichen - wie auch immer. Andrew war außerdem eine große Hilfe. Er hatte eine ganz andere Sichtweise wenn er Täterprofile erstellte. Vincent schaffte es sich in die Killer hinein zu versetzen, er konnte verstehen warum sie taten was sie taten, wieso sie es gern taten und was sie daran am meisten faszinierte und ihr Ziel war. Das war aber au h gleichzeitig sein größtes Problem und der Grund warum John es mit ihm so einfach hatte. Andrew war sehr viel analytischer und distanzierter bei der Sache.
      John wurde von Vincent nicht eingeweiht, eigentlich hatte er kaum Zeit an ihn zu denken, außerdem musste er sowieso warten bis der Killer ihn anrief und nicht umgekehrt. Außerdem wollte Vincent sich das nicht ausreden lassen.
    • John war schwer beschäftigt. Über diverse Off-shore Konten shoppte er sich dumm und dämlich. Zeitgleich bewies er erstaunliches handwerkliches Talent, während er alles vorbereitete. Diesmal war es wieder ein Keller. Aber er gab sich mehr Mühe, wollte dass alles perfekt war. Es würde ein großartiges Ereignis werden. Gleich drei wundervolle Dinge würden geschehen, wenn alles so lief, sie er es haben wollte. Für gewöhnlich war das der Fall. Johns Perfektionismus war unübertreffbar.

      "Es ist faszinierend, wie präzise du ohne Pläne arbeitest", bemerkte seine neue Mitbewohnerin.
      John tippte sich kurz gegen die Schläfe und lächelte ohne aufzusehen.
      "Alles hier drin. Weniger Beweise, um die ich mir Gedanken machen muss."
      "A prospo. Wie begeht man das perfekte Verbrechen?"
      Sie hatten Notizblock dabei und machte fleißig Notizen.
      "Man muss einfach nur auf Details achten. Das macht die Polizei auch, also muss mn nur besser darin sein, als sie. Außerdem sollte man allein arbeiten. Je mehr Menschen beteiligt sind, desto größer die Fehlerwahrscheinlichkeit. Ich arbeite immer allein. Man kann eben niemandem trauen."
      "Ist das nicht einsam? Immer allein, niemandem seine Geheimnis anvertrauen? Niemand zum reden?"
      "Ich bin Psychopath, meine Liebe. Ich funktioniere nicht wie andere Menschen. In vielerlei Hinsicht funktioniere ich besser in dieser Welt. Ich stehe über den Dingen, funktioniere autonom und lasse mich nicht von Emotionen beeinträchtigen, weil ich keine habe. Ich immitiere bloß."


    • Die Pressekonferenz fand noch am selben Tag statt, Vincent war nervös, aber Andrew redete ihm gut zu. Er sollte einfach keine Fragen beantworten, das hatte er auch nicht vor. An seiner Person gab es genug öffentliches Interesse, aber er hatte noch nie ein Interview gegeben, seit er im Krankenhaus aufgewacht war. Er hatte noch gar nicht realisiert, wie bekannt er in der Stadt eigentlich war, es war nicht schwer genügend Journalisten zusammen zu trommeln.
      Vincent kannte den Puppenspieler, er musste nichts auswendig lernen, oder auf irgendwelche Notizen schauen. Er hatte mit Andrew die Feinheiten ausgearbeitet und er wusdte genau was er wie sagen musste um den größtmöglichen Effekt zu erwirken. Nach dem Aussprechen der Herrausforderung ging er sofort nach draußen, ohne auch nur noch ein Wort zu sagen. Auch an seinen Kollegen schlängelte er sich einfach stumm vorbei und ging nach draußen um sich einen ruhigen Platz zu suchen. Seine Hand griff nach der Zigarettenschachtel in seiner Tasche. Er rauchte eine. Er fragte sich ob der Puppenspieler heute vielleicht sogar anwesend war... er war sich jedenfalls sicher, dass es funktioniert haben musste. Es hieß also jetzt abwarten.
      Er wusste nicht was ihn nervöser machte, nicht zu wissen ob es funktioniert hatte, oder die Tatsache dass er zum dritten Mal von einem Killer erwischt werdrn konnte.

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    • Marcus hatte sich unter die Menschen bei der Pressekonferenz gemischt. Er war ein besseres Gesichtserkennungsprogramm als jede Software. Entsprechend erledigt war er, als er am Abend im Hotel auf die Couch fiel. Er sollte seinen Sohn anrufen. Oder seinen Lebensgefährten. Stattdessen fischte er das Smartphone aus seiner Tasche und rief seinen Bruder an.



      John hatte die Pressekonferenz mit wachsender Sorge verfolgt und die Menge nach dem Puppenspieler abgesucht, so weit es die Kamerawinkel es ihm erlaubt hatten. Als die Konferenz vorbei war, rief er sofort Vincent an. Seine Mitbewohnerin ließ er allein im Wohnzimmer zurück.
      "Vincent? Bist du in Ordnung?", fragte er gleich nachdem der Polizist abgenommen hatte, "Wie geht's dir? Große Reden sind nicht dein Ding und du bekommst immer Lampenfieber. Du hast geraucht oder?"
      Jonathan seufzte und zügelte sich selbst ein bisschen.
      "Entschuldige, ich bin aufdringlich."


    • Als das Handy läutete, dass John ihm gegeben hatte, holte er es hastig hervor. Es war nicht die übliche Uhrzeit, aber er hatte damit gerechnet, dass John sich bei ihm melden würde. Vincent warf noch schnell die Zigarette auf den Boden und trat sie aus, bevor er den Anruf entgegen nahm. Johns Stimme klang besorgt und er redete sich um Kopf und Kragen. Der Puppenspieler hatte nun wohl noch einen Menschen mehr, der hinter ihm her war. Zumindest glaubte Vincent nicht daran, dass John zulassen würde, das Vincent etwas passierte.
      "Große Reden waren mein Ding... es war halb so wild. Ich musste keine Fragen beantworten, also war alles okay.", antwortete er. Früher war er gern im Rampenlicht gestanden, er hatte sich oft ausgemalt, wie er der Presse präsentieren würde, dass er den Diamond-Killer geschnappt hatte, aber nachdem er aus Johns Keller entkommen waren, hatte sich das geändert. Journalisten stellten so viele Fragen, auf die er keine Antwort hatte, oder die er nicht beantworten wollte, weil sie Dinge verraten konnten, die keiner zu wissen brauchte.
      Kurz überlegte Vincent, ob er die Zigarette leugnen sollte, aber John wusste wenn er log, also versuchte er es gar nicht.
      "Die Zigarette war notwendig... es war nur eine." Vincent kam sich vor, als würde er schon viel zu lange hier herum stehen, weswegen er sich langsam auf den Heimweg machte. Der Puppenspieler musste sich ihm erst präsentieren, bevor er ihn töten würde, das dachte Vincent zumindest. Deshalb machte er sich noch nicht allzu große Sorgen und würde dem Killer am nächsten Tag eine passende Gelegenheit einräumen.
      "Das ist der sicherste Weg ihn zu schnappen, der mir einfällt. Er hat uns Datum und Ort seiner Morde und seiner Werke hinterlassen un trotzdem konnten wir ihn nicht finden. Jetzt muss er zu mir kommen."
    • John massierte sich den Nasenrücken und ließ sich auf die Bettkante sinken.
      "Mach bloß nicht wieder eine Gewohnheit daraus. Immerhin ist das das einzig Gute, was dir die Zeit in meinem Keller eingebracht hat."
      Er seufzte und ließ sich nach hinten sinken.
      "Ich habe leider nur die sensationshungrigen Kameraeinstellungen gesehen, die alle aus dir bestanden. Gesehen habe ich ihn 7n der Menge nicht. Wenn du mir die Aufnahmen von euren Sicherheitskameras besorgen kannst, helfe ich dir gern. Wie er aussieht, weiß ich und wenn ich ehrlich bin, habe ich keine große Lust, dass er mich mit seinem finalen Kunstwerk in den Schatten stellt."
      Er sah auf das Display, als das Telefon in seiner Hand vibrierte. Er lächelte.
      "Unser gemeinsamer Freund lässt ausrichten, dass er dich live gesehen hat und deine Herausforderung annimmt."


    • Vincent blieb bei Johns Worten einige Zeit still. Das einzig Gute, das ihm die Zeit im Keller eingebracht hatte? Wieso wollte er dem widersprechen? "Du bekommst die Aufzeichnungen...", bestätigte Vincent und zögerte kurz. "Geht es wirklich nur um das Rampenlicht?" Der Polizist wollte wieder und wieder glauben, dass John etwas an Vincent lag und wenn es nur etwas egoistisches und kindisches war. Er wollte was er fühlte behalten... dabei ging es aber nicht um Vincent, sondern nur um John. Ein seufzen entwich ihm und wenig später bekam Vincent die Bestätigung, dass es funktioniert hatte. Der Puppenspieler rechnete also auch mit John, wenn er also auf den Aufzeichnungen zu sehen war, dann nur wenn er es wollte. Vincents Hand glitt an seine Waffe, der Puppenspieler war zweifellos intelligent und Vincent wusste nicht ob der Plan gut ausgehen würde. Er entschied sich gleich umzudrehen um die Aufzeichnungen zu besorgen. "Wie soll ich dir die Aufnahmen übermitteln?"
    • "Das Rampenlich ist ein guter Grund, aber nicht der einzige", antwortete John nur kryptisch.
      Er musste kurz an seine neue Mitbewohnerin denken. Sie durfte die Aufnahmen nicht sehen, sonst wüsste sie, dass er jemanden bei der Polizei hatte. Es war kein schwerer Gedankensprung zu Vincent.
      "Ich schicke dir eine E-mail Adresse, an die kannst du die Dateien senden. Bitte sei vorsichtig. Der Puppenspieler ist gut. Sehr gut. Und außer mir hat keiner das Recht, dein Leben zu beenden."
      Er beendete das Gespräch und legte das Telefon neben sich auf den Nachttisch. Das Ganze warf seinen Zeitplan völlig über den Haufen. Und Vincent brachte es auch noch in Gefahr! Er musste sich jetzt beeilen, um rechtzeitig fertig zu werden und seinen Polizisten vor einem grausamen Schicksal zu bewahren. Und John ließ sich nicht gern hetzen.


    • Vincent hatte keine Chance mehr zu antworten und steckte das Handy wieder ein. Er seufzte, weil John immer entschied, wann ein Gespräch zu Ende war und wann nicht, doch beschäftigte sich nicht weiter damit. Stattdessen ging er zurück ins Revier um die Aufnahmen zu besorgen und schickte sie wie vereinbart an die Email Adresse, die John ihm gegeben hatte.
      Anschließend machte er sich wieder auf den Weg zurück nach Hause. Es war spät und im Revier waren ihm im Moment zu viele Menschen. Deshalb verschwand er schnell wieder, bevor er irgendwelche Fragen beantworten musste. Zu Hause angekommen merkte er wie müde er war und er konnte gerade nicht viel mehr tun als abwarten. Er war sich sicher, der Puppenspieler wollte sich vorher zeigen und dazu würde Vincent ihm am nächsten Tag die Gelegenheit geben, mit Marcus Hilfe. Mittlerweile wusste er, dass er sich jedes Gesicht einprägen konnte, selbst wenn Vincent es vergessen würde. Es würde ein anstrengender und lauter Tag mit vielen Menschen werden. Etwas worauf weder Vincent, noch Marcus laut Vincents Vermutung scharf waren. Aber der Agent wollte den Killer ebenso gern fangen wie Vincent. Für den Moment aber legte er sich ins Bett. Seine Waffe in Griffweite, ebenso wie Johns Messer. Er versuchte zu schlafen, schaffte das aber nur bedingt.
    • Marcus sah sich die Sicherheitsaufnahmen der Außenkameras des Police Departments achtmal an. Er musterte jedes Gesicht, sogar die der Presse und der Passanten, die nur kurz geguckt hatten. Spomtan erkannte er niemanden wieder. Also sah er sich auch die Aufnahmen aus dem Museum an und glich die schlechten Aufnahmen mit denen von der Pressekonferenz ab. Nichts. Zwölf Kaffeetassen und eine Stunde Schlaf später hatte er nichts vorzuweisen.
      "Bitte sag mir, dass du geschlafen hast", grüßte Andrew ihn am nächsten Morgen, bevor er auf den Balkon ging und sein Yoga machte.
      "Ich hab geschlafen."
      "Wie lange?"
      "Keine Ahnung. Ne Stunde vielleicht."
      Andrew beugte das Knie und hielt eine perfekte Kriegerpose.
      "Wenn das so weitergeht bin ich verpflichtet, das Mary zu erzählen, das weißt du. Sie wird dir wieder Pillen verschreiben."
      "Ich weiß."
      "Und Logan wird dafür sorgen, dass du sie auch nimmst."
      "Wird er nicht. Dylan macht das. Logan hat mich nie gezwungen."
      "Dann eben so."
      Andrew änderte die Pose und hob nun sein Bein einer Ballerina gleich über den Kopf und bog den Rücken durch, um es zu halten. Marcus erinnerte das an eine riesige Steinschleuder.
      "Du hasst Pillen und wenn du nicht endlich schläfst, musst du wieder welche nehmen, so einfach ist das."
      "Ich schlafe nachher im Auto."
      "Bei den Kaffeemengen? Wir werden alle zwei Meter für eine Pinkelpause anhalten müssen."


    • Vincent hatte nicht geschlafen, überhaupt nicht. Er machte sich viel zu früh auf den Weg zum Treffpunkt mit den Agenten, er wollte einfach nicht mehr zu Hause herum sitzen. Seine Waffe hatte er griffbereit und er hätte nicht gedacht, dass ihn dieser ganze Plan so aufwühlen würde. Jeder Mensch der ihm entgegen kam und etwas länger betrachtete machte ihn nervös, zum Glück war es für die meisten Menschen zu früh. Dass er eine ehrliche Angst verspürte musste wohl heißen, dass er doch noch am Leben hing, ob das nun ein Trost war, war eine Frage die Vincent sich nicht beantworten konnte.

      Den restlichen Tag beging er recht normal. Er ging zur Arbeit, zu Mittag etwas essen und Abends sogar einkaufen, der Puppenspieler hätte also Gelegenheit gehabt sich ihm vorzustellen, doch Marcus Bilanz fiel negativ aus. Am nächsten Tag spielten sie dasselbe noch einmal, nebenbei stellten sie erfreut fest, dass es bisher kein nächstes Opfer zu geben schien. Vielleicht war ihm die Person egal und Vincent würde ein besseres nächstes Ziel abgeben. Das widerrum hieß, dass der Puppenspieler bald zuschlagen musste, wenn er seinem Plan treu bleiben wollte.

      Am nächsten Morgen machte Vincent sich wieder früh auf den Weg. Im Diner angekommen setzte er sich an den Tisch in der Ecke, wo er schonmal mit Marcus gesessen hatte. Gleich wurde ihm ein Kaffee gebracht, den hatte er auch nötig. Essen konnte er jetzt nichts. John hatte auch nichts gefunden. Als Vincent einen Schluck von seinem Kaffee machte fiel es ihm erst auf. Auf der Serviette unter seiner Tasse stand etwas. Eine Adresse. Vincent sah sich sofort um, doch außer ihm und der Bedienung waren nur zwei Trucker in dem kleinen Diner. Es war wohl zu spät in der Küche nachzusehen.
      Womöglich hatte der Puppenspieler keine andere Möglichkeit gesehen, er musste Marcus und Andrew bemerkt haben oder zumindest einen Plan vermuten. Vielleicht ging er einfach auf Nummer sicher oder bisher waren alle Opfer so dumm sie Vincent und machten sich auf den Weg dorthin. Er konnte nicht riskieren, dass der Puppenspieler wieder verschwand und er gab zu, dass es nicht um die Opfer oder Gerechtigkeit ging. Es ging Vincent einzig und allein um sich selbst, er brauchte diesen Sieg, diese gute Tat. Es war dumm, ja, aber er würde sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.
      Er glaubte daran, dass er ihn alleine schnappen konnte, oder zumindest solange aufhalten bis Marcus und Andrew auftauchen würden. Klar wusste Vincent wie so eine Aktion das letzte Mal geendet hatte, aber er würde es besser machen.
      Er holte das Handy aus der Tasche das John ihm gegeben hatte und legte es auf die Serviette, bevor er den Kaffee bezahlen ging und das Diner verließ.

      Er nahm ein Taxi zu der Adresse und kam vor einer lebhaften Straße. Er hatte etwas anderes erwartet und ging die 5 Stufen zur Tür hinauf. Hier hatten sich mehrere Partein eingemietet, darunter ein Psychotherapeut und ein Kieferorthopäde. Er betrachtete die Tafeln bis er seufzend den Kopf schüttelte. "Eine Schnitzeljagd...?", murmelte er zu sich selbst.

      Nach etwa einer Stunde durch die Stadt fahren - und es war trotzdem erst halb 5 Uhr morgens - und 4 Hinweise später, die nicht alle offensichtlich waren und teilweise mkt John zu tun hatten, stand er am Rand der Stadt vor einem verfallenen Haus. Sowas hatte er sich schon eher vorstelmen können. Er sah auf seine Uhr, in eineinhalb Stunden wollten sie sich im Diner treffen, vielleicht beschloss Marcus aber such früher hinzugehen. Er beschloss aber vorerst vom worstcase auszugehen. John rief immer erst Abends an, aber vielleicht schafften sie es trotzdem Kontakt aufzubauen. Zu zweit sollten sie mit den Rätseln mindestens so schnell sein wie Vincent. Das hieß trotzdem, dass er höchstens in zwei Stunden mit ihnen rechnen konnte. Aber der Puppenspieler war ein Narzist und würde sich ein Gespräch nicht entgehen lassen. Vincent trat also ein, seine Pistole im Anschlag.
    • Was der Polizist nicht wusste war, dass er nicht allein war. John hatte alles über den Haufen geworfen, was er so geplant hatte, und war Vincent seit dem Interview beinahe ununterbrochen gefolgt.
      Als Vincent nun also das alte Lagerhaus betrat, war er mit gleich zwei Serienkillern konfrontiert.
      "Du hättest nicht herkommen sollen, John", ertönte eine klare, ruhige Stimme aus den du klen Tiefen des Lagerhauses.
      Die Drohung in dieser Aussage war unüberhörbar.
      "Dein kleiner Freund hatte strikte Anweisung, allein zu kommen. Du weißt, was ich jetzt tun muss."
      John ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und trat neben Vincent.
      "Versuch es ruhig. Aber niemand außer mir wird diesen Mann umbringen", gab John genause entspannt zurück, wie die Drohung ausgesprochen wurde.
      Im nächsten Augenblick abee spürte Kohn einen Stich im Hals. Ein Blick zu Vincent verriet ihm, dass auch dieser mit einer Madel aus einem Beräubungsgewehr getroffen wurde.
      Gut gespielt, dachte er, ehe seine Beine nachgaben und er zu Boden sackte.

      Als er wieder zu sich kam, stand die Welt Kopf. Buchstäblich. Ein Versuch enthüllte, dass John am Hand- und Fußgelenken, sowie am Hals an einen kippbaren Tisch gefesselt war. Eindeutig von ihm kopiert.
      "Es ist schön, dass sich mein Kopf so bereitwillig in meine Obhut begibt", ertönte die Stimme wieder, diesmal aber näher und klarer.
      "Ich stehe nicht auf der Liste", entgegnete John.
      "Ich weiß. Aber das sechste Opfer existiert nicht mehr. Der gute Herr ist vor sechs Wochen an einem Herzinfarkt verstorben. Ich habe mir bloß seine Identität geborgt. Ich kann mein Meisterserk doch nicht ohne den Meister beenden."
      "Sagt der ältere von uns beiden."
      John hatte nicht viel Spielraum, aber er sah sich trotzdem um. Er fand Vincent ihm gegenüber an einer Kette baumeln, die an der Decke befestigt war. Der Puppenspieler hatte ihm Schuhe und Shirt ausgezogen, genauso wie ihm, John. Für einen Augenblick ergötzte sich John am Anblick der Diamanten-Narbe auf Vincents Brust, die gerade am Ausheilen war.
      "Vincent, mein Hübscher, Zeit aufzuwachen."
      Eine Figur trat aus dem Schatten hinter Vincent.
      "Ich finde es faszinierend, was du aus ihm gemacht hast. Er hat keine Ahnung mehr, was richtig und was falsch ist."
      John lachte. Die Figur spielte mit dem Messer, dass er dem Polizisten gegeben hatte.
      "Du irrst dich. Er weiß ganz genau, was was ist. Ich habe ihm lediglich eröffnet, dass richtig und falsch ebenso wie Schönheit im Auge des Betrachters liegen."
      "Ach ja? Dann wird der gute Vincent hier ja sicherlich kein Problem damit haben, etwas Böses zu tun, um jemand bösen zu stoppen. Entweder das, oder ich töte seine kleime Freundin hier."
      Die Figur zog eine Frau in den Lichtkegel. John hatte sie noch nie zuvor gesehen, wusste aber, dass der Puppenspieler seine Hausaufgaben machte.
      "Also ja, Vincent, du hübscher Polizist. Wach auf."
      Der Puppenspieler schlug Vincent mit der Faust ins Gesicht. John knirschte mit den Zähnen. So unelegant würde er nie vorgehen.


    • In der Lagerhalle herrschte völlige Dunkelheit und Vincents Augen brauchten einen Moment um sich an die Finsternis zu gewöhnen. Wie als Willkommensgruß ertönte eine Stimme, die aber nicht Vincent begrüßte, sondern John. Der Polizist wandte seinen Blick zur Seite, doch bevor er fragen konnte wie John hierher gekommen war, oder was er hier zu suchen hatte, spürte Vincent einen kurzen Stich an seinem Hals. Seine Hand glitt noch wie von selbst an die Stelle, erreichte diese aber nicht mehr, bevor Vincents Körper erschlaffte und er zu Boden fiel.

      Das Erste das Vincent spürte war ein dumpfer Schmerz der sich von seinem Jochbein aus ausbreitete und langsam öffnete er die Augen. Er brauchte einige Sekunden um zu realisieren was passiert war. John war ihm irgendwie gefolgt und jetzt hatte der Puppenspieler ihn wohl geschnappt, was er ja ursprünglich auch so geplant hatte. Was er nicht geplant hatte war, dass John auch geschnappt wurde und Vincent war sich nicht sicher, ob Marcus und Andrew sie hier ohne Johns Hilfe finden konnten.
      Vielleicht hatte John einen Plan B, oder das hier war sein Plan, aber Vincent bezweifelte es. Diese Gedanken rasten durch seinen Kopf, bevor seine Augen überhaupt die schwarzen Flecken aus seinem Sichtfeld geblinzelt hatten und bevor der Schmerz in seiner Schulter einsetzte, da die Wunde dort noch nicht richtig verheilt war. Er sah John als Ersten, Vincent hätte ihn überall wiedererkannt, da half auch nicht, dass seine Augen sich erst an das grelle Licht gewöhnen mussten. Dann est fiel Vincents Blick auf die Einzige Person, die in all der Zeit immer für ihn da war, die ihn nie mit Fragen gelöchert hatte, sondern ihn einfach in allem Unterstützt hatte und ihm vor Allem geholfen hatte nach der Sache in Johns Keller wieder einigermaßen in die Bahn zu finden. Sie war es die auf dem Revier dafür gesorgt hatte, dass Vincent in Ruhe gelassen wurde und auch wenn sie dachte, dass Vincent es nicht gemerkt hatte, er wusste wie oft sie ihn vor seinen Kollegen verteidigt hatte.
      Die Ruhe die Vincent eben noch ausgestrahlt hatte, die ihn selbst überrascht hatte, fiel in Sekundenschnelle von ihm ab.
      "Lucy...!", rief er und versuchte gleichzeitig, obwohl er wusste, dass es sinnlos war, sich irgendwie los zu reißen, was nur darin resultierte, dass seine Schulter sich anfühlte, als könnte sie jeden Moment von seinem Körper reißen.
      "Vincent...", murmelte sie mit Tränen in den Augen, doch gleichzeitig voller Hoffnung. Sie glaubte daran, dass Vincent sie retten konnte und er hatte nicht vor sie zu enttäuschen.
    • "Herzallerliebst", meinte der Puppenspieler.
      In weiser Voraussicht hatte er sein Gesicht verhüllt und trug passenderweise die Maske einer dieser gruseligen Marionetten aus alten Zeiten.
      "Nochmal, damit es auch unser Ehrengast mitbekommt: Du, mein Lieber Detective, wirst den gefürchteten Diamon-Killer umbringen. Als Dank lasse ich deine Freundin hier und dich am Leben. Weigerdt du dich, werde ich Lucy in kleine Scheiben schneiden, während du zusiehst. Eine leichte Entscheidung, nicht wahr? Ich lasse dich sogar dein eigenes Messer benutzen."
      Der Puppenspieler schob das Messer auf Höhe von Vincents Schritt in dessen Hosenbund. Dann ging er zurück zu Lucy, zerrte sie auf einen Stuhl und postierte sich dahinter. Mit einem Knopfdruck löste sich der Haken der die Kette hielt und Vincent fiel die zehn Zentimeter, die ihn vom Boden trennten.
      "Tick tack, Detective. Und dass du mir den Kopf nicht anrührst. Den brauche ich noch."
      Als Motivationshilfe schnitt der Puppenspieler mit einem Skalpell Lucys Kieferknochen entlang. Sie schrie selbstverständlich und weinte auch wieder. John kam nich umhin zu seufzen. Die Arbeit des Puppenspielers war bei weitem nicht so ausgereift, wie er erwartet hatte.


    • Vincent sah den Puppenspieler an, die Maske war irritierend, aber er versuchte sich auf seine Stimme zu konzentrieren. Sie wurde von der Maske gedämpft, aber er musste die Stimme kennen. Die kalte Klinge an seiner Haut ließ ihn zurück zucken, während er fieberhaft überlegte was er tun sollte und viel Zeit hatte er nicht dafür. Die Ketten lösten sich so plötzlich, dass er auf den Boden stürzte und sich erst wieder aufrappeln musste. Er war verwirrt, er wusste nicht wie das in das Schema des Puppenspielers passte, warum er so eine dramatische Inszenierung vorbereitet hatte. Warum sollte er John töten und Vincent leben lassen? Wenn er Vincent zeigen wollte, dass er intelligenter und besser war als der Polizist, dann musste er Vincent dieses Spiel verlieren lassen. Würde er ihn wirklich gehen lassen? Oder wusste er über die Beziehung zwischen Vincent und John bescheid. Vincent wusste nicht ob er ihn töten konnte.
      Lucy begann zu schreien und Vincent musste an die Frau denken, die John vor seinen Augen umgebracht hatte, John hatte es verdient zu sterben, er hatte so viele Leben beendet, noch viel mehr Leben zerstört...
      Vincent nahm das Messer und trat auf John zu, während er versuchte Lucys Schreie zu ignorieren. Sein Herz raste und es fühlte sich an als hätte ein Felsen auf Vincents Brust gelegen. Er war entschlossen John zu töten und Lucy zu retten, aber mit jedem Schritt wurde diese Entschlossenheit weniger und als er schließlich vor John stand konnte er ihn nur anstarren. Was konnte er tun außer John zu töten? Würde er es nicht tun, wären sie vermutlich alle 3 tot und auf diese Situation war Vincent nicht vorbereitet. Es warf sein Profil des Puppenspielers völlig über den Haufen und er wusste nicht wie er ihn beschäftigen sollte, wie er Zeit schinden konnte. Er wusste nicht einmal wie lange sie schon heir waren und ob sie immer noch in der Lagerhalle waren. Er wusste nicht ob sie irgendjemand finden würde.
      Vincent sah in Johns blaue Augen, das Blau, das immer für ihn da gewesen war, der einzige Lichtblick in nicht nur Tagen voller Dunkelheit, es waren mittlerweile Monate. Er wusste er dachte nicht rational, aber konnte er ihn wirklich töten? Er dachte er kannte den Puppenspieler... genauso wie er dachte John gekannt zu haben. Und das hatter nun davon, schon wieder. Und wenn er falsch gelegen hätte und gestorben wäre? Dann hätte er es verdient, aber nicht Lucy. Sie war der freundlichste, netteste Mensch den Vincent jemals getroffen hatte. Er konnte sie nicht sterben lassen...
      Ihre Schreie brannten sich in sein Gehirn, in seine Seele hätte er an sowas geglaubt. Die Hand die das Messer hielt zitterte merklich. Er zwang sich durchzuatmen und nachzudenken. Er betrachtete den Tisch auf dem John gefesselt war. Wenn er ihn los bekam, dann hatten sie eine realistische Chance, selbst Lucy hätte eine. John war gut mit Messern.
    • "Vincent."
      Johns Gesicht zeigte keinerlei Emotion. Egal, was der Polizist tun würde, John hätte gewonnen. Entweder, Vincent erkannte die Schönheit des Todes, die Macht, die er verleihen konnte. Oder Vincent zerbrach an seinem Versagen und würde sich an ihn lehnen, ihn brauchen, um alles wieder gerade zu rücken. Allerdings hatte John nicht vor, hier heute zu sterben. Also musste er vor allem eines tun: Zeit gewinnen. Vincents von Emotionen vernebelter Verstand brauchte ein bisschen Hilfe, um es zu bemerken, aber das war kein Problem. Und danach hätte er den Polizisten vielleicht noch sehr viel besser in der Hand...
      "Vincent, komm her."
      Als sich der Polizost vorbeugte, flüsterte John in sein Ohr: "Er ist Narzisst, ja. Aber er ist auch ein Sadist. Du weißt, wie es geht. Mach es langsam, schinde Zeit, indem du sein Ego streichelst. Ich weiß, dass du Spuren für deine neuen Freunde hinterlassen hast. Alles, was wir brauchen, ist Zeit. Wenn du es gut machst, wird er sogar von Lucy abgelenkt. Jetzt mach. Ich vertraue dir."
      War er wahnsinnig, weil er gerade jemanden ohne Erfahrung aufgefordert hatte, ihn zu foltern? Vielleicht. Aber vielleicht war er auch gerade der Held der Stunde? Es war völlig belanglos. Alles, was zählte, war genug Zeit zu schinden, bis die Kavalerie antanzte.
      "Mach schon!", befahl der Puppenspieler energisch und zog Lucys Kopf an den Haaren nach oben, setzte die Klinge unter ihrem Kinn an.


    • Vincent beugte sich zu John vor und hörte ihm zu. Er hatte Recht, aber konnte er ihn wirklich foltern? Noch dazu musste er es langsam anstellen, aber es war jedenfalls die Beste Alternative die er im Moment hatte. Er drehte sich zu der wimmernden Lucy um, deren Bluse schon voller Blut war, als der Puppenspieler ihn aufforderte John endlich umzubringen.
      "Du brauchst nur den Kopf richtig?", fragte Vincent schnell um ihn aufzuhalten Lucy etwas anzutun. Er musste sich beruhigen und zwang sich seine Stimme ruhiger zu halten. Er hatte John überlebt, zwei Mal, er würde auch das hier überleben und diesmal ohne jemanden zu verlieren. "Er hat mehr verdient als einfach nur zu sterben, es wäre Schade um den Rest seines Körpers.", begann Vincent und sah in die kalten Augen der Maske des Puppenspielers. "Ich kenne jedes Einzelne seiner Werke, so wie du. Um zu beweisen wer der Bessere von euch Beiden ist, wäre es nicht passend den Rest seines Körpers zu einem Kunstwerk zu machen das besser ist als alles was er jemals gemacht hat? Und sein Kopf wird die Krönung deines Kunstwerks." Er sah zwar das Gesicht des Puppenspielers nicht, aber er sah dass er zögerte und zumindest nicht abgeneigt war. Aber Vincent musste ihn weiter beschäftigen. "Du willst, dass ich ihn töte? Kein Problem, aber er sollte vorher ein bisschen leiden." Vincent trat an John heran und betrachtete seinen Körper, einige Narben hatte Vincent ihm ja schon verpasst. Der Polizist legte das Messer bei Johns rippen an, wie er es damals gemacht hatte. "Das Erste was John bei mir gemacht hatte war, meine Rippen frei zu legen und präzise zu brechen. Die restliche Zeit habe ich nicht mehr atmen können, ohne Schmerzen zu haben. Die Narben sieht man noch." Vincent deutete auf seinen nackten Oberkörper und drückte dann das Messer in Johns Haut, schnitt durch sein Fleisch. Er schaffte es erstaunlich ruhig zu bleiben, womöglich weil er sich selbst gerade dazu überredete, dass John das hier mehr als verdient hatte. "Das Messer ist scharf, aber kein Skalpell, ich schätze er hat Pech." Nachdem der Puppenspieler aufgehört hatte mit Lucys Tod zu drohen, aber Vincent immer noch keine Reaktion von ihm bekam redete er weiter. "Er hat gesagt ich solle Schreien, das würde helfen. Nur dass sich bei jedem Luft holen die gebrochenen Rippen in meine Lunge gebohrt haben. Ich bin mir nicht sicher, ob wir das mit diesem Messer richtig testen können, aber ich kann ihn zumindest weiter vorbereiten." Er richtete sich auf und sah den Puppenspieler wieder an. "Was auch wirklich schmerzhaft war, war das hier." Vincent riss das sterile Pflaster das immer noch über der Wunde klebte von seinem Körper und deutete auf den langen Schnitt der bei seinem Schlüsselbein anfing. "Es sieht aus wie ein kleiner Schnitt, aber am Ende befindet sich ein Nervenbündel, da hat er mir eine Nadel rein gejagt. Er denkt er ist intelligenter als du, will das mit seinem Anatomischen Wissen beweisen, aber wir können ihm zeigen, dass das nichts wert ist. Jeder kann tun was er tut, solange er das richtige Werkzeug hat." Vincent hoffte er hatte den Puppenspieler soweit, dass er ihm einen Vorschlag unterbreiten konnte, untermalte sein Vorhaben allerdings und zog die Klinge durch Johns Körper, wie er es nur vor wenigen Tagen gemacht hatte
      Natürlich war Vincent damit weit nicht so präzise wie John, aber von seiner Position aus sah der Puppenspieler das nicht und es interessierte ihn vermutlich auch nicht wirklich. Hauptsache es tat weh und das tat es, da bluffte Vincent nicht.
      "Jetzt fehlt nur noch etwas Spitzes das wir ihm hinein jagen können. Also. Was hast du an Werkzeug da?"
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