[2er RPG] Killer Instinct

    • Man mochte es kaum glauben, aber John verhielt sich normal. Er vermisste seine Antiquitäten ein wenig, aber dagegen half ein Besuch im Kunstmuseum. Unter dem Radar zu fliegen hatte den ein oder anderen Vorteil.
      Gegen Abend machte er einen Spaziergang im Park. Er legte den Akku in sein neues Wegwerfhandy, schob die SIM-Karte hinein und wählte die Nummer des Klapphandys, das in Vincents Besitz verweilte.
      "Hallo, mein Hübscher. Wie war dein Tag?", fragte er entspannt.
      Im Park war nicht mehr viel los. Hier und da war ein Jogger unterwegs, eine Frau älteren Jahrgangs führte ihren kleinen, fetten Hund aus, weiter hinten lagerten ein paar Jugendliche. John schlenderte über die Kieswege und ließ sich in einem abgeschiedeneren Teil auf einer Bank nieder, während er den Worten Vincents lauschte.
      "Antibiotika sagst du? Als ob ich nicht auf Hygiene achten würde."
      Er schüttelte den Kopf. Nicht aufregen, sagte er sich, Ärzte hatten keine Beispiele für seine Arbeit. Keine lebenden zumindest.
      "Ich schätze mal, dass du niemandem verraten willst, dass wir noch in Kintalt stehen? Schade eigentlich. Hätte ein bisschen Würze in meinen Alltag gebracht. Wobei es auch ganz nett ist, wenn ein Ausflug ins Museum das Highlight des Tages ist."
      Er beibachtete, wie eine Krähe mit der Verpackung eines Schokoriegels kämpfte.
      "Hast du das Messer bei dir? Es ist ein Jagdmesser, das russische Militär verwendet sie serienmäßig. Die Klinge ist so gefertigt, dass sie kaum nachgeschliffen werden muss. Du kannst damit sogar Knochen zerschneiden..."


    • Vincent hob ab als das Handy läutete und lehnte sich auf seiner Couch ein wenig zurück. Er erzählte John von seinem Tag, als wäre es ganz normal, aber solange er noch mit ihm in Kontakt blieb, konnte er ihn vielleicht irgendwann finden. Er hörte, dass er irgendwo draußen war, aber das schränkte das Gebiet nicht unbedingt ein.
      "Wenn ich ihnen sage, dass wir in Kontakt stehen, werde ich es schon bald nicht mehr tun, außerdem würde das FBI mir andauernd im Nacken sitzen und ich kann meine Ermittlungen gegen den Puppenspieler nicht gefährden.", erklärte er und rieb sich ein wenig seine Schläfen. Er schlief nicht viel und wenn, dann nicht gut, das zollte seinen Tribut.
      Vincent hätte den Kommentar über das Museum fast überhört, notierte diese Information aber in seinem Gedächtnis.
      "Das Messer hab ich bei mir, wie du gesagt hast. Aber wieso brauche ich es?", fragte er und holte es hervor. Er klappte es mit seiner freien Hand auf und betrachtete es ein wenig, sah ich die Klinge an. Man konnte Knochen damit schneiden? Worauf wollte John schon wieder hinaus?
      "Ich habe übrigens den Verdächtigenkreis eingegrenzt und ich habe mir 'Urlaub' genommen. Ich komme trotzdem an alle Akten, ich bekomme also was ich will und keiner geht mir auf die Nerven...", erzählte er weiter. "Es sind trotzdem noch viel zu viele Personen, ich bin nicht unbedingt sehr viel weiter gekommen." Vincent machte eine kurze Pause und klappte das Messer wieder zu. "Hältst du dich trotzdem an die Regeln? Ich schätze würdest du wieder morden, könntest du es nicht lange geheim halten..." Er konnte nicht leiden, wenn ein Tod umsonst war und niemand das entstandene Kunstwerk betrachten konnte, das dachte Vincent zumindest.
    • "Selbstverständlich halte ich mich an mein Versprechen. Du würdest es wissen, wenn ich wieder jage. Natasha war die letzte."
      John schloss die Augen und stellte sich vor, wie Vincent das Messer in den Händen hielt.
      "Ich halte mich solange daran, wie du es tust. Was hast du über unseren Freund herausgefunden, dass du den Kreis einengen konntest?"
      Er ging nicht weiter auf das Messer ein. Er wollte vorerst nur wissen, dass Vincent es bei sich trug. Der Polizist sollte wich daran gewöhnen, eine andere Funktion hatte es noch nicht. Irgendwann würde er gar nicht mehr daran denken, es würde zu einem Teil von ihm werden. Dann erst war er bereit für den nächsten Schritt.
      "Wovor hast du am meisten Angst, Vincent?", fragte John aus dem Blauen heraus.
      Er lehnte sich auf der Parkbank zurück und überschlug die Beine. Die Krähe hatge nun Konkurrenz bekommen und die zwei Vögel stritten sich um das letzte Bisschen des Schokoriegels, das noch in der Folie steckte. John beobachtete sie, beobachtete ihren Kampf.


    • Vincent hörte weiterhin zu und versuchte auf jedes Detail zu achten, das ihn vielleicht näher an John heran brachte.
      "Keine Sorge, ich suche nicht nach dir...", bestätigte er die Abmachung, zumindest suchte er nicht aktiv.
      "Er hat den ersten Vokal hinterlassen... ein A, falls es dich interessiert.", war Vincents Antwort und er stand langsam von seiner Couch auf um zum Fenster hinüber zu gehen. Die Straße war ruhig, kaum ein Auto fuhr vorbei, dann hob er seinen Blick und fragte sich, ob John in der Nähe war, als er so über die Stadt blickte. Sein Apartment war bei weitem nicht so groß und geräumig wie Johns und er hatte auch nicht so einen guten Ausblick. "Außerdem hat er bei dem letzten Mord einen Fehler gemacht... er musste jemanden schmieren, oder er ist eben doch bei der Polizei, oder vielleicht in der Politik. Ein Anwalt... vielleicht, ich weiß es nicht, es sind nur Vermutungen und ich muss erst ein paar Leute befragen." Es wusste außerdem immer noch niemand was Vincent wusste, von den Buchstaben die der Killer hinterließ. Er konnte einfach nicht zulassen, dass das heraus kam und der Puppenspieler sein Spielchen deswegen einstellte.
      Johns nächste Frage überraschte Vincent und er antwortete eine ganze Weile nicht.
      "Ich... weiß es nicht.", begann er und setzte sich auf die Fensterbank. Es war erstaunlich wie ruhig er im Gegensatz zu den letzten Monaten war, obwohl er weder sicher, noch psychisch geheilt war. Zumal er es irgendwo genoss Johns Stimme zu hören.
      "Ich habe die Behörden angelogen... was dich betrifft und was das betrifft was passiert ist. Und es ist nicht nur die Polizei, immerhin ist wegen dir das FBI in der Stadt und ich musste mehr als eine Frage beantworten. Ich glaube ich habe keine Einzige wahrheitsgemäß beantwortet. Außerdem ermittle ich mehr oder weniger heimlich gegen den Puppenspieler und halte Informationen zurück, die zu seiner Festnahme führen könnten. Wenn auch nur ein Bruchteil dessen auffliegt... aber ich schätze das meintest du nicht mit deiner Frage." Vincent hätte jetzt gerne Johns Gesicht gesehen, er stellte sich vor, wie er ihn mit seinem sanften Lächeln ansah, das meist nur ein perfides Grinsen verstecken sollte... obwohl er John glaubte, dass er zumindest ab und zu ein echtes Interesse an Vincent hatte.
      "Wovor hast du am meisten Angst?", fragte er nach einer kurzen Pause und fummelte eine Packung Zigaretten aus seiner Hosentasche. Er spielte damit in seiner Hand herum... sie war offen, aber er hatte keine einzige geraucht, seit er sich das Zeug vor ein paar Tagen gekauft hatte. Früher war er ohne eine regelmäßige Zigarette fast wahnsinnig geworden, aber es war nur weiteres Gift, das seinen Körper zerstörte. Als er daran dachte, dass John ihn wahrscheinlich rügen würde wie ein Kind, wüsste er davon, musste Vincent ein wenig lächeln und steckte die Zigaretten wieder ein.

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    • "Das ist es ja. Ich habe keine Angst", antwortete John, "ich weiß nicht, wie sie sich anfühlt. Ich weiß, wie sie aussieht. Ich habe sie schon oft gesehen. Ich habe sie schon bei dir gesehen."
      Eine der beiden Krähen hatte den Kampf lautstark gewonnen und machte sich nun mit dem Müll davon, während die andere nach einer neuen Nahrungsquelle zu sichen Begann. Der Kampf war kurz und bedeitungslos für John gewesen, aber er wusste, dass er hier vielleicht den Todeskampf einer verhungernden Krähe mitangesehen hatte. Machte das die andere Krähe zum Mörder?
      "Wir reden morgen wieder, mein Hübscher", beendete John das Gespräch schließlich.
      Er nahm Akku und SIM-karte wieder aus dem Gerät und zerbrach die Karte. Die beiden anderen Teile schob er in die Jackentaschen.

      Er schlenderte entspannt durch den Park zurück, machte noch ein paar Einkäufe und verschwand dann von den Straßen. Seine neue Tarnidentität war ein Grafikdesigner, der die Wohnung von einem Freund übernommen hatte. Die Leute schöpften also keinen Verdacht, wenn er keinen geregelten Tagesablauf hatte oder überhaupt nicht auftauchte. Er arbeitete einfach von zu Hause aus. Noch dazu waren seine Nachbarn von der Sorte, die keine Ahnung von Technik hatten.
      Auch wenn John versprochen hatte sich zu benehmen und niemandem zu schaden, hatte er doch einiges zu tun. Die Arbeit lenkte ihn auch gut von seinem Hunger ab.





      Sie hatten das Geböude den ganzen Tag lang beobachtet, Marcus hatte die Alte des Polizisten ausgiebig studiert. Jetzt, kurz nach Sonnenuntergang - die Wolken hatten dieses ominöse grau-blau angenommen - stieg er aus dem schwarzen Landrover und marschierte über die Straße. Sein blonder Partner war ebenfalls dabei, um ihn an seine Manieren zu erinnern.
      Sie klopften bei Detective Vincent Kane.
      "Detective Kane? Ich bin Special Agent Marcus Williams, das ist mein Partner Special Agent Andrew Foster. Wir sind vom Justizministerium und hätten da ein paar Fragen. Dürfen wir reinkommen?"
      Vor Vincent standen zwei großgewachsene Männer. Marcus war muskulös, das sah man ihm an, aber er wirkte nicht wie einer dieser Bodybuilder. Er war wesentlich besser proportioniert. Er hatte schwarzes Haar und genauso dunkle Augen, wie es schien. Sein Partner war das exakte Gegenteil: der Blonde war einen Kopf größer als Markus, kratzte sicher an der zwei Meter Marke, war aber eher schlank gebaut. Seine Augen wirkten mit ihrem satten Braun fast zu dunkel für die blasse, Sommersprossige Haut.
      Die beiden hielten selbstverständlich ihre Ausweise in die Höhe, damit sich der Polizist von ihrer Identität überzeugen konnte.


    • Vincent wollte noch etwas erwidern, aber John legte auf und war damit wieder verschwunden. Ob er auch keine Angst gehabt hatte, als Vincent damals fast gestorben war? Oder war das eher Sorge darüber, dass sen Kunstwerk nicht vollendet wurde. Wenig später, wie auf Stichwort, klopfte es bei Vincent an der Tür.
      Er erwartete keinen Besuch, weswegen er sofort misstrauisch wurde und das Handy, das John ihm gegeben hatte, hinter den Sofakissen deponierte, während er zur Tür ging. Seine Wohnung war in wenigen Tagen wieder zu einem heillosen Durcheinander geworden, aufräumen hätte zu lange gedauert, abgesehen davon, dass er selbst immer eine Weile suchen musste, bevor er etwas gefunden hatte.
      Er öffnete also zügig die Tür und blickte in die Gesichter zweier Männer die Vincent beide überragten. Wenig später wurden ihm ihre Dienstmarken präsentiert und Vincent inspizierte sie kurz.
      "Natürlich.", murmelte Vincent und öffnete die Tür nun ganz um die Beiden eintreten zu lassen. Eben noch hatte er mit John über seine Ängste geredet und nun waren zwei Special Agents hier. Er konnte nur hoffen, dass sie hier nicht zu sehr herum schnüffelten und alles, was ihnen bei was auch immer helfen konnte, im allgemeinen Chaos das herrschte unterging.
      Vincent schloss hinter den beiden Herren die Tür und deutete auf einen kleinen Tisch, der in der Mitte seiner Wohnküche stand. Er marschierte an ihnen vorbei und räumte den Tisch schnell von einigen Zetteln, Briefen und Rechnungen frei, die er kurzerhand auf den Couchtisch deponierte, auf dem Kram, der dort schon herum lag.
      "Geht es um den Diamond Killer? Ich habe eigentlich schon alle Fragen auf dem Revier beantwortet.", erklärte er währenddessen und sah die Beiden an als er mit der Aufräumaktion - wenn man es so nennen konnte - fertig war. "Kann ich Ihnen einen Kaffee, oder ein Glas Wasser anbieten?" Seine Stimme klang möglicherweise etwas unfreundlicher als erhofft, aber wer war schon erfreut darüber, in seiner Wohnung befragt zu werden. Genau genommen hatten sie ihm ja noch nicht gesagt worum es ging, aber viele Möglichkeiten gab es da nicht. "Es wäre mir lieber gewesen, Sie hätten vorher angerufen."
    • Marcus wollte etwas flappsiges erwidern, aber er biss sich selbst auf die Zunge. Stattdessen sah er sich in der Wohnung um. Er konnte nichts untypisches erkennen. Einfach nur ein Polizist, der dich Urlaub hatte aufzwingen lassen, aber immer noch seiner Arbeit nachging. Marcus kannte dieses Gefühl.
      "Wir wissen von Ihrer Aussage, aber wir haben noch ein paar Fragen, die bisher nicht gestellt wurden", erklärte Andrew.
      Beide Männer nahmen das Angebot für einen Kaffee an.
      "Sie haben ihn Diamond-Killer genannt", begann Marcus, "warum? Sie hatten bisher nie Probleme, ihn beim Namen zu nennen. Er hat Sie praktisch nicht angefasst, obwohl Sie beinahe die gleiche Zeit in seiner Gewalt verbracht haben. Sie waren weder dehydriert noch unterernährt. Ich will wissen, wie Ihr Tagesablauf aussah."
      Marcus' emotionsloser Blick bohrte sich in den Detective. Er redete nie lange um den heißen Brei herum. Deswegen war Andrew hier. Er war einfühlsamer, laut ihrem Chef. Marcus hatte keine Zeit für diesen Quatsch.


    • Vincent nickte und schaltete die Kaffeemaschine ein. Es war kein besonders teures Modell, weswegen der Kaffee auch nur durchschnittlich schmeckte, wenn überhaupt. Er holte zwei Tassen aus einem der Küchenschränke während er antwortete. "Er ist unter dem Namen Diamond-Killer wesentlich bekannter, deshalb.", erklärte er knapp und das war nicht gelogen. Aber Vincent glaubte, dass der Kerl etwas anderes implizieren wollte und das gefiel Vincent nicht.
      "Und ich würde nicht sagen, dass er mich 'praktisch nicht angefasst' hat, vielleicht wollen Sie sich selbst ansehen, wie es aussieht wenn einem ein Messer in die Schulter gestoßen wird, oder was passiert, wenn man wortwörtlich Salz in eine frische Wunde streut.", Vincent drehte sich um, um dem Mann ins Gesicht zu schauen, der ihm hier Dinge zu unterstellen versuchte. Sein Blick war ausdruckslos und hatte etwas beängstigend hartnäckiges an sich, was Vincents Puls ein wenig in die Höhe schnellen ließ. Der Polizist drehte sich also dankbar um, als der Kaffee fertig war, um ihn einzuschenken und die Tassen am Tisch abzustellen. Dabei konnten sie ruhig beobachten, wie Vincent seine linke Schulter immer noch möglichst wenig belastete.
      "Aber ich schätze Sie spielen darauf an, dass mir dieses Mal keine Knochen gebrochen wurden und mein Körper nicht ganz so übersät ist von Schnittwunden. Was Unterernährung und Dehydrierung angeht, Johnathan hat auch damals dafür gesorgt, dass ich immer genug zu Essen und zu Trinken hatte, nur fehlte mir am Ende eben die Kraft dafür. Er will, dass seine Opfer möglichst lange am Leben bleiben, damit er fertig bringen kann, was er sich vorstellt.", vermutlich wollten die Agenten keine Spekulationen und Analysen von ihm hören, aber er brauchte Zeit um zu überlegen, was er antworten sollte. Würde er sich in irgendetwas verrennen, dann wäre es vorbei. Dann konnte er nur hoffen, dass sie keine Beweise hatten, immerhin war das hier nicht einmal ein gültiges Verhör.
      "Johnathan hat mir anfangs jeden Tag 2 Spritzen verabreicht, ich habe keine Ahnung was genau das war und offensichtlich hat man im Krankenhaus auch nichts mehr finden können. Nachdem er mir das Messer in die Schulter gerammt hatte, habe ich mich noch schlechter gefühlt als ohnehin schon, dann hat er auf das Zeug verzichtet.", erklärte er und setzte sich an den Tisch. "Es sollte wohl dafür sorgen, dass ich nicht versuchte zu verschwinden. Ich war diesmal nicht angekettet, aber das hat mir nicht viel genützt. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Ich habe ihn nie lange gesehen, keine Ahnung was er genau getan hat, ich schätze er hat seinen Mord an dieser Frau geplant und durchgeführt. Ich habe davon in der Zeitung gelesen." Vincent merkte wie seine Hände zitterten und legte sie lieber auf seinem Schoß ab, damit es nicht so offensichtlich war. Aber von seinem Kidnapper zu erzählen, durfte ihn wohl ein wenig aufregen.
      Er wusste eigentlich gar nicht, warum er sich in so viele Lügen flüchtete. Aber er wollte nicht davon erzählen, dass er mit John zusammen an einem Tisch gegessen hatte und auch nicht, dass er von Natascha wusste und dass John ihn alles mit ansehen hatte lassen. Er hatte Angst sie würden denken, John war noch mehr in Vincents Psyche eingedrungen als eh schon... dabei war es offensichtlich wahr. Er musste ihnen etwas anderes geben, das die Beiden zufrieden stellen würde.
      "Er hat mir aktuelle Zeitungsartikel des Puppenspielers gegeben und mich ermitteln lassen. Er hat gesagt er wüsste nicht wer er sei, vielleicht wollte er es heraus finden, oder es war nur Beschäftigungstherapie für mich, keine Ahnung."

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    • An sich war an dieser Aussage nichts falsch. Es machte alles Sinn, es gab eine logische Abfolge der Ereignisse, es passte zur Akte der Zielperson und zu den bisherigen Aussagen des Detectives. Trotzdem passte sie Marcus nicht. Irgendwas war faul an der ganzen Sache. Er hatte die Überwachungsvideos der Besuche im Gefängnis gesehen. Die Minute ohne überwachung, die man Crichton zugesprochen hatte... es nagte an Marcus. Er wollte wissen, was da zwischen den beiden lief. Er wusste, dass man eine enge Bindung zu Killern aufbauen konnte, gerade wenn sie fixiert auf dich waren. Sie waren wie Katzem, die tote Mäuse nach Hause brachten und gelobt werden wollten.
      "Er hat die Medikamente also weggelassen, weil Sie ihn darum gebeten haben? Wieso?"
      Sein aufmerksamer Blick huschte erneut durch die Wohnung.
      "Und was wissen Sie über den Puppenspieler, was Sie der Polizei nicht mitteilen?"


    • Vincent hätte sich denken können, dass die Sache mit den Medikamenten zu interessant war, als dass sie sie einfach ignorieren würden und er setzte schon zu einer Antwort an, als Agent Williams ihm noch eine Frage an den Kopf donnerte. Vincent biss sich auf die Zunge und versuchte seinen Puls zu kontrollieren, der mehr und mehr in die Höhe zu steigen versuchte. Sein Mund war trocken und im Augenblick hatte er am meisten Angst, seine Körpersprache könnte ihn verraten. Als er antwortete, schaffte er es trotzdem einen neutralen Ton, mit einer Mischung aus Langeweile und Ärger darüber schon wieder so viele Fragen gestellt zu bekommen, zu erreichen.
      "Wie gesagt, die Medikamente sollten nur dafür sorgen, dass ich mich ruhig verhalte. Nach der Verletzung gab es keinen Grund mehr für die Medikamente, ich hätte nichts ausrichten können, selbst wenn ich gewollt hätte. Ich kann meinen linken Arm immer noch kaum belasten und die Wunden auf der rechten Seite sind auch nicht gerade angenehm.", erklärte er und folgt dem Blick des Agenten, der immer mal wieder durch die Wohnung schweifte. "Er hat das Zeug glaube ich selbst zusammen gemischt, sonst wäre er leichter zu finden, aber es ist trotzdem ein Risiko die Materialien dafür zu besorgen, oder? Ich bin kein Chemiker, aber wenn das FBI hinter mir her wäre, würde ich möglichst wenig Spuren hinterlassen wollen." Und das obwohl John ein ganzes Penthouse gemietet hatte... 'Hiding in plain sight', Vincent hätte nicht gedacht, dass das so gut funktioniert. Obwohl er es ja damals auch gemacht hatte, da wusste aber auch noch niemand wie er aussah.
      "Ich weiß nicht viel über den Puppenspielerfall, zumal ich die letzten Wochen auch keinen Zugang zu den Tatorten hatte. Ich schätze Sie beide verstehen, dass ich mich weiter damit beschäftige, zu Hause herum zu sitzen und nichts zu tun liegt mir nicht. Dass der Puppenspieler mit Johnathan kommuniziert hat, müssten sie aus meinen Berichten wissen und ich habe einfach nur das Gefühl, dass der Puppenspieler und Johnathan vielleicht noch zu Anderen Gelegenheiten, nach meiner Entführung miteinander Kontakt gehabt haben könnten. Wenn nicht zuletzt durch das letzte Opfer des Diamond-Killers, aber das ist recht offensichtlich. Das ist das einzige, das ich 'weiß', aber es ist mehr ein Gefühl, eine Vermutung und wenn ich damit zu meinen oder ihren Kollegen marschiere, dann wird mir kaum jemand zuhören. Ich will mir nicht vorwerfen lassen, ich würde alles auf ihn zurück führen, weil ich so lange in seiner Gewalt war." Vincent klopfte sich innerlich selbst auf die Schulter, das klang plausibel. Es war unglaublich wie viel er aber über jedes Wort nachdachte und sich manchmal rechtzeitig stoppen musste, bevor er ein falsches Wort benutzte. Ein John hier, Aussagen über seine Gedanken dort und die Beiden würden noch misstrauischer werden. Es machte ihn nervös genug, dass sie sich in seiner Wohnung aufhielten.
    • Marcus sah zu Andrew. Der blinde Riese signalisierte, dass sie dem Mann glauben konnten. Marcus war nicht zufrieden, aber mehr würden sie wohl erstmal nicht aus ihm rausbekommen.
      "Na schön."
      Marcus setzte sich und trank einen großen Schluck Kaffee. Er hatte ewig nicht geschlafen.
      "Ich will ehrlich sein: Wir wollen Sie benutzen, um an Jonathan Crichton ranzukommen. Er ist besessen von Ihnen. Wenn jemand an ihn rankommt, dann Sie. Und wir denken, dass der beste Weg, an ihn ranzukommen über den Puppenspieler führt. Crichton wird ihn jagen, um Ihnen zu gefallen. Wie auch immer Sie in Kontakt mit ihm stehen, informieren Sie ihn über alles im Puppenspieler-Fall. Wir stellen Ihnen bessere Ressourcen als das Police Department und Sie werden keine Probleme mit Ihren Vorgesetzten bekommen, weil Sie arbeiten. Haben wir einen Deal?"


    • 'Na schön' klang wie das Ende einer Befragung eines Kindes darüber, wie denn das Fenster kaputt gegangen war. Vielleicht war Vincent aber auch nur empfindlich. Was dann folgte hatte Vincent nicht erwartet.
      "Das letzte Mal als jemand versucht hat über mich an Johnathan heran zu kommen, wurde ich zum zweiten Mal entführt. Als ich selbst versucht habe an ihn heran zu kommen, damals als ich gegen ihn ermittelt habe, wurde ich ebenfalls entführt.", begann Vincent sichtlich nicht über den Vorschlag erfreut. Aber wieso eigentlich? Irgendwas an ihm wollte nicht, dass die Agents John auch nur einen Schritt näher kamen. Aber wieso eigentlich nicht? Es war seine Chance John zu finden, ohne wirklich gegen ihn zu ermitteln und er konnte den Puppenspieler fangen, zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen. Dennoch fühlte er sich, als würde er John damit betrügen, sein Gewissen war mit der Sache nicht einverstanden. Er wusste, dass das Unsinn war... zumindest in den Grenzen der 'normalen' Gesellschaft.
      Normalität ist ein banales Konstrukt dessen, was wir Gesellschaft nennen. Er konnte Johns Worte in seinem Kopf widerhallen hören.
      Keine Angst, keinen Schmerz, keinen Wahnsinn. Einfach nur ich. Da kannst du vergessen, wie Simon dich ausgenutzt hat. Wie die Medien auf dir rumgeritten sind. Du kannst die Schmerzen vergessen, die ich dir bereitet habe. Du kannst das alles durch etwas anderes ersetzen, etwas besseres. Ich werde nicht urteilen. In meiner Welt ist alles in Ordnung. Genau das passierte gerade wieder, wieso hatte ihn John zurück in diese 'normale' Welt geworfen und ihn alleine gelassen?
      Etwas anderes lenkte Vincent von seinen Gedanken ab. Wie kamen die zwei überhaupt auf die Idee, er hätte noch Kontakt zu John? Und wenn sie das glaubten, wieso war er dann nicht in einer Zelle? Jetzt noch darauf zu reagieren wäre unnütz, durch sein Schweigen hatte er die Theorie schon längst bestätigt.
      "In Ordnung.", entschied er schließlich. Es blieb ihm nicht wirklich eine Wahl und er wollte John ja selbst finden. Er hatte nur noch nicht entschieden, ob er John von diesem Treffen berichten sollte, wenn er das nächste mal anrief. "Von welcher Organisation sind sie noch gleich?" Auf den Dienstausweisen war keine besondere Bezeichnung, aber die Befugnisse schienen das Department zu überschreiten. Simon Dwayne hatte das Gesetz schon ordentlich gebogen um in Bewegung zu setzen was passiert war, aber diese Typen setzten noch einen drauf. Er fragte sich wer sie waren.
    • Marcus antwortete nicht. Er hatte schon mehr als einmal Ärger mit seinem Chef bekommen, weil er kein Problem damit hatte, offen herumzuposaunen, dass er praktisch tun und lassen kommte, was er wollte. Also war es Andress Job, das zu erklären.
      "Wir sind vom Justizministerium. DiDiinnere Sicherheit ist unser oberstes Ziel. Individuen wie Jonathan Crichton oder der Puppenspieler stören diese innere Sicherheit."
      Marcus rollte mit den Augen und gähnte innerlich. Jetzt klangen sie wirklich nach einem Ministerium. Vielleicht könnte er endlich ein bisschen schlafen, wenn Andrew ihm eine Gute Nacht Geschichte erzählte.
      Marcus schlug sich selbst auf die Knie, stand auf, leerte die Kaffeetasse und reichte dem Detective eine Visitenkarte mit seiner Mobilnummer drauf.
      "Wir haben uns im Tempest Hotel einquartiert. Kommen Sie morgen um zehn, Zimmer 712."
      Und weg war er. Er verließ die Wohnung, schob sich einen Kaugummi in den Mund und ging hinaus in die kühle Nacht.
      Andrew sah ihm nach, entschuldigte sich für das Verhalten seines Partners und ging dann ebenfalls.


    • Die innere Sicherheit? Damit war wohl Vincents Sicherheit ziemlich egal. Er nahm die Karte entgegen und begleitete zumindest den blonden Agenten zur Tür. Hinter ihm schloss er eben diese und ihm fiel ein Stein vom Herzen als sie weg waren, obwohl er das Gefühl hatte, sie wussten jede Einzelheit über ihn. Er sah noch einmal die Visitenkarte an und musste bemerken, was für ein Klischee das nicht war, ihn morgen in irgendein Hotel zu bestellen. Ob er dort Papiere und einen Ausweis bekam? Vielleicht wurde er auch einfach verkabelt... Vincent war sich sicher, John würde das sofort wissen.
      Vincent ging zum Fenster und sah zu, wie die zwei Agenten in ihren Wagen stiegen und davon fuhren. Selbst das Auto war ein einziges Klischee und der Polizist kramte das Handy hinter den Sofakissen hervor. Sie hätten auch gleich mit dem 'Angebot' rausrücken können.
      Er wusste immer noch nicht genau, was er John erzählen sollte, oder ob er überhaupt etwas sagen sollte. Der Gedanke ihn zu hintergehen gefiel ihm ebenso wenig wie der Gedanke die Agents an der Nase herum zu führen. Vielleicht sollte er sich einfach auf den Puppenspieler konzentrieren.
      Vincent ging dann auch relativ bald ins Bett.

      Am nächsten Tag machte er sich auf den Weg zum Hotel. Er war etwas spät dran und drängte sich an einigen Menschen vorbei um in den Lift zu hüpfen. Eingeklemmt wie eine Sardine in der Dose fuhr der Fahrstuhl nach oben, in den 7. Stock. Das Hotel war alles anderes als billig, die Regierung schmiss mal wieder mit Geld um sich um ein mysteriöses Ermittlerteam zu unterhalten, Vincent kam sich vor wie in einem schlechten Agentenfilm.
      Das Handy das John ihm gegeben hatte, hatte er zu Hause gelassen, versteckt - in dem paranoiden Glauben, die beiden Agenten könnten Andere vorbeischicken um Vincents Wohnung auf den Kopf zu stellen und möglicherweise zu verwanzen. Er wusste, dass John nicht erfreut sein würde, wenn Vincent nicht abhob, aber normalerweise rief er nicht um so eine Uhrzeit an. Außerdem war das alles nur in Johns Interesse und selbst wenn er das Handy mit hätte, er konnte vor den Beiden Agenten unmöglich abheben.
      Als der Fahrstuhl auf der richtigen Etage hielt, zwängte Vincent sich nach draußen und fand durch die Beschriftung an den Wänden schnell das richtige Zimmer. Er war furchtbar nervös, hauptsächlich weil er keine Ahnung hatte, was von ihm erwartet wurde. Und nach einer kurzen Überwindungspause klopfte er an. 10 Minuten später, als er hätte erscheinen sollen.
    • Andrew öffnete die Hotelzimmertür. Er sah aus wir ein stinknormaler Typ, nur etwas zu groß für den Rest. Er ließ den Polizisten ein.
      Eingerichtet hatten sie sich hier ein an Minority Report erinnerndes Büro. Die Vorhänge waren zugezogen, das Sofa und der Couchtisch waren beiseite geschoben, um Platz zu machen für Einen großen Bildschirm, den sie auf einen neuen Tisch gestellt hatten, in den ein weiterer Bildschirm eingelassen war. Marcus lehnte über dem Tisch, wischte in regelmäßigen Abständen über den Bildschirm, und wirkte hochkonzentriert. Er kaute nicht einmal auf seinen Kaugummis herum.
      "Kaffee?", fragte Andrew, ganz der freundliche Gastgeber.
      Auf dem stehenden Bildschirm waren haufenweise Bilder von Orten, Opfern, Tatorten, Verdächtigen, John. Hin und wieder tauchten neue auf, manchmal vefschwanden welche, immer nachdem Marcus auf dem unteren Bildschirm herumwischte.
      Keinen der beiden Agenten schien die Verspätung zu stören.
      Von jetzt auf gleich verschwanden die meisten Bilder von dem Bildschirm. Sie wurden ersetzt durch Johns Akte und Tatortfotos von Natasha.
      "Was können sienuns darüber sagen?", brach Markus sein Schweigen und deutete auf den Bildschirm.
      Kein Hallo, keine Höflichkeiten, direkt zum Kern der Sache. Andrew strafte ihn dafür mit einem seiner Blicke. Er hatte für jede Situation den passenden. Dieser sagte aus "Musste das jetzt sein?"


    • Vincent betrat das Zimmer und war erst einmal baff. Die Einrichtung des Zimmers half nicht gerade dabei, sich weniger wie in einem Agentenfilm zu fühlen. Eigentlich dachte er das FBI sei hinter John her, aber diese Typen waren nicht vom FBI... Innenministerium... was sollte das alles? Und wieso arbeiteten gleich zwei Organisationen an Johns Festnahme?
      Die Frage nach dem Kaffee registrierte Vincent erst gar nicht, als er auf den Bildschirm sah und alles darauf sehr gut wiedererkannte. Er hatte sich fast jeden Tag mit diesen Akten beschäftigt.
      Der andere Agent - Vincent glaubte sein Name war Marcus - sprach ihn nun an und Vincent sah zurück auf den Bildschirm. Leichen - wie auch immer aussehend - störten ihn normalerweise nicht besonders, aber Natascha war etwas anderes. Er musste zusehen wie sie gequält wurde und wie sie starb. Ihm wurde heiß, als hätte er Fieber, aber er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, sah an den Bildern vorbei und tat nur so als würde er auf den Bildschirm schauen. Er wusste was dort zu sehen war, er brauchte es nicht noch einmal sehen.
      "Offensichtlich eine Nachricht oder ein Geschenk an den Puppenspieler.", war seine knappe Antwort, ehe er lieber zu Andrew hinüber sah. "Ich dachte ich bin hier um an dem Puppenspieler Fall zu arbeiten? Beziehungsweise mir irgendwelche Genehmigungen und Formulare abzuholen. Verschwiegenheitserklärungen und was auch immer." Vincent vergrub seine Hände in seinen Hosentaschen und stand immer noch bei der Eingangstür, er hatte nicht wirklich Interesse daran weiter einzutreten.
      Er fragte sich ob das als 'gegen John ermitteln' galt, wenn ja und er fand etwas darüber hinaus, konnten sich diese Kerle ihren Plan sowieso abschminken. Er hielt seinen Blick möglichst fern von den Tatortfotos auf dem Bildschirm und sah sich stattdessen ein wenig im Raum um. Sie hätten wenigstens ein wenig Licht herein lassen können, um nicht ganz so unheimlich zu wirken.
    • Marcus registrierte jedes Zucken des Polizisten. Er wusste, dass der Mann nicht auf den Bildschirm sah, sich unwohler fühlte, als er sollte. Er machte sich eine Notiz für später.
      "Wir sparen uns den Papierkram", entgegnete Marcus und wandte sich wieder dem Bildschirm zu.
      Er tippte wieder auf dem Tisch herum und nun tauchten detailreiche Fotogragien der Puppenspieler-Tatorte auf. Sie waren besser als die Fotos der Polizei. Hunderte Fotos von Schaulustigen. Das letzte Bild, das auftauchte, war eine digital bearbeitete Version, die ein 3D-Modell des Tatortes bildete.
      "Was glauben Sie, sagt uns der Puppenspieler hier? Er sieht sich selbst als Künstler, die verpassen ihren Werken gern Bedeutung. Was ist Ihre Theorie?"
      Wieder legte sich Marcus' Blick auf den Polizisten, schien ihn praktisch zu durchleuchten. Die seltsamen Augen des Mannes hatten etwas gruseliges an sich, wenn sie so fokussiert waren.


    • Vincent sah zurück auf den Bildschirm und erkannte die Tatorte des Puppenspielers. Vincent überlegte kurz ob er seine Erkenntnisse teilen sollte, er glaubte nicht, dass diese zwei Kerle irgendwas an die Presse leiten würden - oder sonst jemanden. Die Sorgen die ihn also bisher davon abgehalten hatten, waren hier fehl am Platz.
      "Abgesehen davon, dass seine Tatorte etwas kunstvolles an sich haben, geht es ihm aber um seinen Intellekt, nicht seine künstlerische Seite. Ich habe etwas entdeckt, dass ich bisher niemandem gesagt habe, weil ich nicht wollte, dass die Presse davon Wind bekommt.", erklärte er und trat langsam ein wenig näher an den Tisch heran. Marcus Blick bohrte sich in ihn hinein, weswegen er eher zögerlich näher kam, er hatte aber nicht vor sich von diesem Mann einschüchtern zu lassen.
      "Können Sie einen Stadtplan öffnen?", fragte er und als Marcus ihm Zugang dazu gab, trat Vincent den letzten Schritt heran. "Darf ich...?", fragte er, ehe er eines der Tatortfotos aufmachte und die Fundorte auf der Karte markierte, wie John es gemacht hatte, währenddessen erklärte er. "Es geht ihm darum zu zeigen, dass er intelligenter als die Polizei ist. Er versteckt an jedem Tatort einen Buchstaben und das auch noch ziemlich offensichtlich. Er tanzt der Polizei und den Journalisten auf der Nase herum. Ich glaube er hat John geholfen zu entkommen, vielleicht gerade um noch mehr Aufmerksamkeit auf die Stadt zu lenken. Jetzt tötet er auch noch vor der Nase des FBI, sagt ihnen wie sie ihn finden können, aber alle übersehen, dass er sein Werk wortwörtlich unterschreibt." Er trat einen großen Schritt zurück als er fertig war und ließ Marcus und Andrew urteilen. "Beim letzten Opfer hat er den ersten Vokal versteckt. Aber es könnten noch immer über 1000 Namen sein und selbst mit Namen müsste man den Kreis der Verdächtigen erst mehr eingrenzen. Vielleicht schreibt er auch keinen Namen, sondern nur etwas wie 'Haha ihr Idioten'. Aber ich glaube nicht, dass sich jemand für so etwas so viel Mühe machen würde und ich bin sicher, dass ihm die Anerkennung wichtig ist."
    • Da war er. Der kleine Riss in der Rüstung des Polizisten. John. Nicht Jonathan, nicht Crichton, nicht der Diamond-Killer. John.
      Marcus schluckte das runter, bloß eine weitere Notiz. Jetzt ging es erst einmal um den Puppenspieler-Fall, der Rest war bloß eine Menschenhatz. Stattdessen richtete sich seine Aufmerksamkeit auf die Buchstaben, die Vincent hatte entstehen lassen. Marcus' überaktives Hirn begann sofort, Namen durchzugehen. Er wusste, es war sinnlos, vor allem, als die beliebtesten Namen Amerikas auftauchten.
      "Das ist herausragend!", bemerkte Andrew, der immer für ein Lob zu haben war.
      Marcus fragte sich nicht selten, wie der Mann so positiv bleiben konnte.
      "Ich bin nicht besonders scharf drauf, noch mehr Leichen zu finden, nur um einen Namen zu kriegen", sagte Marczs und rief die aktualisierte Liste des Killers auf.
      Auf einer seite des Bildschirms war die Liste mir den verbliebenen Namen, auf der anderen Seite die Opfer - unter anderem der Bürgermeister - mit Fundort, fehlendem Körperteil, Todeszeitpunkt und letztes Lebenszeichen. Ein weiterer Klick rief die möglichen Identitäten der nächsten Opfer auf. Es schien kein genaues Muster zu geben. Bis Marcus mit einem Wisch die neuen Profile sortierte.
      "Er zielt auf Personen ab, die für die Stadt arbeiten, zumindest in dieser Runde."
      Ein weiterer Blick von Andrew: "halt die klappe!"
      "Demnach sind das die wahrscheinlichsten Ziele des Killers. Morgen ist der nächste Termin. Sie haben die Wahl: hängen Sie sich mit mir an das nächste Ziel oder warten Sie auf den Anruf und sehen sich den neuen Fundort an?"


    • Vincent fühlte sich von Marcus ein wenig herrausgefordert, abgesehen davon dass er das Gefühl hatt er konnte ihn absolut nicht leiden. Zusätzlich war da sein Blick, der schien als würde er alle von Vincents Lügen durchschauen.
      "Glauben Sie sie können ihn auf frischer Tat ertappen? Er hat den Mord am Bürgermeister angekündigt und trotzdem ist er jetzt tot. Wir wussten sogar wo er die Leiche ablegen würde und er wurde nicht dabei gesehen. Und das obwohl die Leichenteile nicht zufällig herum liegen, er platziert sie gewissenhaft. Dieses Mal kennen wir das Ziel nicht, wie stellen Sie sich vor ihn zu erwischen?", fragte Vincent und sah Marcus an. Es gefiel ihm nicht, dass er auf die Erkenntnis die Vincent ihnen mitgeteilt hatte gar nicht reagiert hatte. Als hätte er das alles schon gewusst, was er nicht hatte. Und deren Motive waren ihm auch noch nicht klar. "Hinter welchem Killer sind Sie jetzt eigentlich her? Oder stehen alle auf ihrer Abschussliste?"

      (Mist! Ich hab so sehr auf Vincents Wortwahl geachtet!! XD)
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