[2er RPG] Killer Instinct

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Mit besorgtem Blick ließ sich John auf die Bettkante sinken. Er musterte seinen Polizisten. Selbstverständlich sah dieder nicht unbedingt gut aus, das erwartete auch niemand. Zur Sicherheit legte er Vincent das Handgelenk an die Stirn. Kein Fieber, das war das Wichtigste.
      "Natürlich. Willst du was essen? Ich kann dir was Schonendes für den Magen machen, wenn du möchtest."
      Er machte sich ernsthaft Sorgen um den anderen Mann.
      John wechselte alle Verbände mit äußerster Vorsicht, kümmerte sich um den Polizisten mit solcher Sorgfalt, dass es kaum vorstellbar war, dass er dafür verantwortlich war.
      "Ich habe dir doch gesagt, du sollst die Schulter schonen. Sie selbst wieder einzuränken war auch nicht deine beste Idee", erklärte John.
      Er befühlte die Schulter, um sicherzugehen, dass alles da war, wo es sein sollte. Zeitgleich massierte er die überspannten Muskeln ein wenig. Dann machte er einen Bewegungstest mit dem anderen Arm. Es funktionierte noch alles, das war gut. Vincent würde nur Zeit brauchen, um zu heilen.

      "Ich muss ein paar Dinge erledigen, kommst du allein klar? Ich werde nur etwa zwei Stunden weg sein. Und bitte... ich weiß, dass du mich aufhalten willst. Aber mit diesen Verletzungen kannst du mich nicht bekämpfen. Du würdest dir nur selbst schaden. Das will ich nicht."
      Er küsste Vincent liebevoll auf die Stirn, dann verließ er das Zimmer, schließlich das Apartment.

      Als er am Abend wiederkam, war seine Laune besser, weniger bedrückt. Er verstaute ein paar Einkäufe und summte dabei fröhlich vor sich hin.
      "Vincent, mein Hübscher? Ich hab dir die aktuellen Ermittlungen für den Puppenspieler mitgebracht. Ich leg sie dir zu den anderen Akten, ja?"


    • Vincent nickte dankend, als John ihm etwas zu Essen anbot, ließ dann aber erst einmal seine Untersuchung über sich ergehen. Er war nicht gerade begeistert davon, dass der Killer seine Schultern herumdrehte, die ohnehin schon weh taten, aber er wusste dass er das nicht aus sadistischen Gründen tat. John sah so besorgt um Vincent aus, dass der Polizist erneut ratlos war, er wusste nicht was seine Motive waren und vor Allem nicht, was er von Vincent wollte. Warum war er noch am Leben?

      Nachdem John im etwas zu Essen und zu Trinken bereit gestellt hatte, entschuldigte er sich für die nächsten zwei Stunden. Vincent wollte lieber nicht wissen was er erledigen wollte und irgendwie war er enttäuscht, dass John ihn alleine ließ. Das vollkommen unlogische Gefühl nervte Vincent und er schüttelte den Gedanken so gut es ging beiseite. "Ich hab dir schon gesagt, dass ich heute bestimmt nichts versuchen werde...", versicherte er dem Killer noch einmal und sah ihm hinterher, als er das Zimmer verließ. Vincent aß und trank erst einmal was John ihm gezaubert hatte, er war ein unglaublicher Koch. Aber wie Vincent schon angemerkt hatte, der Killer war ein Perfektionist und das in jedem Bereich seines Lebens.

      Irgendwann wurde Vincent im Bett zu langweilig und er quälte sich ins Wohnzimmer. Es war erfrischend seinen Körper unter Kontrolle zu haben, andererseits konnte er sich trotzdem nicht wirklich viel bewegen. Er ließ sich auf die Couch fallen, die John wieder zurück vor den Fernseher gestellt hatte und schaltete eben diesen ein. Dann suchte er sich die bequemste Position die er finden konnte und sah sich einfach an was gerade lief. Hauptsache es hatte nichts mit John, dem Puppenspieler oder sonst einem Killer oder der Polizei zu tun.
      So döste er die nächsten zwei Stunden auf der Couch, schlief immer mal wieder für einige Minuten ein und sah dann wieder zu was auf dem Bildschirm passierte.

      Vincent hatte gerade geschlafen als John die Tür herein kam. Er vermied es weiterhin sich zu bewegen, merkte aber an der langsam untergehenden Sonne, dass es Abend sein musste. "Das waren aber mehr als zwei Stunden...", bemerkte Vincent müde und änderte seine Position ein wenig. Viel Auswahl hatte er dabei sowieso nicht gerade, er konnte nicht auf de Seite liegen, wie er es gern tat, weil beide Seiten schmerzten. Ihm blieb eigentlich nur am Rücken zu liegen, die Beine hatte er ausgestreckt und er hatte sich eine Decke übergeworfen.
      Vincent sah zu wie John in seinem Blickfeld auftauchte und die Akten um weitere Hinweise erweiterte. Vincent hatte sich noch nichts davon angesehen... Vielleicht sollte er einen Killer nach dem Anderen ausschalten und da er bei John in eine Sackgasse geraten war...
      Dann war John wieder verschwunden und werkelte wohl in der Küche, den Geräuschen nach die Vincent vernehmen konnte.
      "Wieso bist du so gut gelaunt...?", fragte Vincent dann vorsichtig weiter, seine Stimme wurde von der Decke, der Couch und den Polstern um ihn herum ein wenig gedämpft.
    • "Ich bin auch nur ein Mensch, weißt du? Manchmal habe ich auch gute Laune. Und ich muss nicht immer jemanden dafür umbringen", erklärte John, als er in wohnzimmer zurückkam und sich neben Vincent auf das Sofa setzte.
      "Aber ich will dich an meinem Glück teilhaben lassen."
      Er reichte dem Polizisten die Ausgabe einer mittelprächtigen Zeitung. Sie war aufgeschlagen auf einer Seite, die halb von dem Gesicht einer gewissen Journalistin eingenommen wurde. Der Artikel ließ verlauten, dass sie an einem neuen Buch arbeite und Dinge über den berüchtigten Diamond-Killer veröffentlichen würde, die niemand wisse.
      "Und bevor du fragst, warum ich mich darüber freue: ich weiß es nicht. Vielleicht weil endlich Dinge klargestellt werden, die die ganze Welt über mich denkt. Vielleicht ist es aber auch winfach nur mein Ego, das sich geschmeichelt fühlt."
      Er streckte sich und ließ sich zur Seite sinken, sodass sein Kopf auf Vincents Schoß lag und seine Beine über die Armlehne baumelten.
      "Wie geht es dir?", fragte er und sogleich war die Freude aus seiner Stimme verschwunden und durch ehrliche Besorgnis ersetzt, "Du siehst besser aus."


    • "Ich hab die meiste Zeit geschlafen...", brummte Vincent immer noch ein wenig verschlafen. "Es geht mir besser schätze ich." Vincent hielt immer noch mit der linken Hand die Zeitung hoch und las nun den Artikel. Eigentlich wunderte es ihn, dass das Buch nicht mehr propagiert wurde, jetzt wo John wieder auf freiem Fuß war.
      "Das ist die Journalistin die das erste Buch über dich geschrieben hat. Die, die wir besucht haben...", stellte Vincent fest, faltete die Zeitung mit einer Hand in der Mitte zusammen und legte sie beiseite auf den Tisch. "Hast du damals schon gewusst, dass du frei kommen würdest? Was hast du damals zu ihr gesagt, ich weiß, dass da mehr war als ich mitbekommen habe." Vincent war zwar die ganze Zeit dabei gewesen, aber dir Journalistin wurde nach irgendeiner Aktion von John noch nervöser als sie ohnehin schon war.
      "Ich schätze jetzt wo du frei bist und weiter mordest, wird sie sich nicht trauen etwas zu schreiben was dir nicht passt." Vincent seufzte. Er hatte das andere Buch schon nicht gelesen, es war ein Bestseller gewesen. Aber Vincent hatte sich absichtlich von solchen Geschichten distanziert, er wollte auch gar nicht wissen wie er in dem Buch abschnitt.
    • "Wer weiß schon was sie schreiben wird? Ich hab ihr in ihrem Büro bloß eine kleine Information gegeben, die sie gut verwenden kann. Ich kann nichts dafür, dass die Menschen Angst vor mir haben. Naja, theoretisch schon, aber da war schon immer diese grundlegende Angst."
      John seufzte und schloss die Augen. Virsichtig griff er nach Vincents Hand und führte sie zu seinen Lippen.
      "Ich wusste nicht, dass ich frei kommen würde. Es war eine spontane Entscheidung. Der Puppenspieler hat es mir angeboten. Och habe mich in dem Augenblick entschieden, als wir zusammen im Bett lagen."
      Er legte Vincents Hand auf seiner Brust ab, über seinem Herzen.
      "Du solltest ihn wirklich suchen, weißt du? Ich habe zwar die Möglichkeit, ihn zu kontaktieren, aber ich weiß nicht, wo oder wer er ist", gab John schließlich zu, "ich werde dir gern helfen. Ich habe gerade etwas Zeit, weißt du?"


    • Vincent durchfuhr immer noch ein Schauer, wenn er Johns Haut berührte. Seine Hände waren weich und zarter als man von einem Killer erwartete. Sein Herzschlag war wie immer ruhig und es hatte Vincent damals immer geholfen selbst ruhig zu werden. Es war etwas gleichmäßiges, starkes, das von John ausging. Auch wenn er ein Monster war und Vincent da unten gefoltert hatte, bis dieser wortwörtlich gestorben war, so war seine starke und ruhige Ausstrahlung ein konstanter Anker, an dem Vincent sich festhalten konnte.
      "Du weißt nicht wer er ist?", fragte Vincent überrascht und versuchte heraus zu finden, ob John ihn verarschte. Womöglich wollte er nur Vincents Aufmerksamkeit auf etwas anderes als sich selbst lenken.
      "Wieso willst du mir dabei helfen? Er hat dir da raus geholfen, oder geht es darum, dass er in letzter Zeit mehr Ruhm eingesackt hat als du?", fragte Vincent misstrauisch weiter und ließ seine Hand langsam wieder von Johns Brust gleiten. Er richtete sich ein wenig auf und ignorierte den Schmerz in seinem Oberkörper so gut es ging. Ihm wurde klar, dass seine Antwort vielleicht als Stichelei rüber kam und deswegen winkte er ab und nahm seine Frage zurück. "Vergiss es. Ein Killer weniger auf den Straßen würde mich schon glücklich machen..." Oder war gar das der Grund für Johns Taten? Nein, Blödsinn. John tat alles was er tat, nur für sich und bestimmt nicht für Vincent, obwohl er sogar für ihn ins Gefängnis gegangen war...
      "Ich denke ich habe heute schon genug geschlafen, gib mir bitte die neuen Akten die du gebracht hast...", bat er den Killer. "Woher hast du die eigentlich?"
    • "Berufsehre", antwortete Bohn knapp mit schelmischem Lächeln.
      Er setzte sich auf und holte alle Akten, die er so hatte auftreiben können.
      "Polizeiserver sind nicht gerade gesichert wie Fort Nox, mein Hübscher. Bezahlt man der richtigen Person die richtige Menge isr es ganz leichgät an Akten zu kommen. Du wärst überradcht, wie viele an euren Ermittlungen teilhaben."
      Er setzte sich wieder neben Vincent und reichte ihm die neuste Akte, die er heute erst mitgebracht hatte. Sie enthielt den Oduktionsbericht der gefundenen Teile und weitere Informationen zum Verschwinden des Bürgermeisters.
      "Ich kenne ihn wirklich nicht. Ich habee ihn auf einem Pre-paid Telefon angerufen, ee hat mir die Mittel bereitgestellt, um zu verschwinden. Das einzige, was ich über weiß ist, wie seine Stimme durch ein Telefon klingt und dass er ein bisschen kleiner als ich ist. Naturblond, ich habe seine Augenbrauen gesehen. Niemand denkt an die Brauen beim Haarefärben."
      John wackelte mit seinen Augenbrauen - die perfekt blondiert waren.


    • Vincent schlug die Akte auf und sah sich die Bilder gezwungenermaßen an. Sein Magen wollte immer noch nicht so recht, nachdem was er mit ansehen musste, aber es war wesentlich besser geworden. "Was hast du ihm damals gesagt John? Über den Zeitungsartikel. Ich weiß dass der Text doppelt verschlüsselt war, aber ich habe mir nicht die Mühe gemacht die Anzeige zu entschlüsseln. Und ich wäre wesentlich schneller, wenn du es mir einfach sagst.", fragte Vincent nach. Er wollte wissen ob John seinen Aufenthaltsort preisgegeben hatte, vielleicht noch mehr Informationen. Oder ob der Puppenspieler das Haus alleine gefunden hatte, ob er die selben Mittel benutzt hatte wie John, oder ob er vielleicht anders an solche Informationen kommen konnte. Vincent hatte aus welchen Gründen auch immer für einen Moment in betracht gezogen, es handle sich bei dem Killer ebenfalls um jemanden von der Polizei. Aber er hatte absolut keine Beweise dafür und es war nur ein Gefühl, weswegen er den Gedanken weit hinten in seinem Gehirn abspeicherte, aber beschloss sich nicht darauf festnageln zu lassen.
      Noch einmal blickte er auf die Fotos des Tatorts und zog eine Augenbraue nach oben. "Sind das alle Bilder?", fragte er und drehte eines davon auf den Kopf. Da war mehr, als einfach nur verstreute Leichenteile, aber der Winkel stimmte nicht ganz...
    • "Ich hab ihm gesagt, wo ich bin. Dann kam er vorbei und hat mir das Angebot gemacht."
      John hatte Vincent noch nie wirklich angelogen. Er hatte ihm nicht immer alles erzählt, aber er hatte nie gelogen. Und das tat er auch jetzt nicht. Er hatte keinen Grund dazu. Er brauchte Vincent.
      "Ich weiß nicht, ob das alle sind. Das sind zumindest alle, die in der digitalen Akte auf den Servern des Departments liegen. Wiesl, was siehst du?"
      Neugierig lehnte sich John über Vincents Arm - ohne ihn dabei zu berühren - und schielte auf das Bild. Auch ihm fiel auf, das etwas daran nicht stimmte, aber er scjob es auf den Sinkel, in dem das Bild aufgenommen wurde. Wieder hatte keiner daran gedacht, das Gesamtwerk festzuhalten. Aus diesem Grund braite John Skulpturen. Die waren kompakter und man verstand leichter, dass alles zusammengehörte. Der Puppenspieler verließ sich auf ein fotografisches Talent, das Kriminaltechniker nicht besaßen. Die wollten immer alles in Nahaufnahme.


    • Johns Antwort bestätigte nicht gerade Vincents Gefühl, im Prinzip hatte er keine Spur. Auch nicht wenn er die Kunstwerke des Killers verstehen würde.
      "Wiesl...?", fragte Vincent etwas verärgert nach, er hoffte John würde diesen Spitznamen nicht etablieren wollen. Es reichte ihm schon, wenn er ihn 'Vinny' nannte.
      Vincent sah noch einmal die Fotos durch und sah sie genau an, zwei die fast den Winkel hatten den er sehen wollte, legte er nebeneinander auf den Tisch. "Da ist ein anderes Bild... wenn der Winkel richtig wäre...", murmelte Vincent zu sich selbst. "Aber ich kann es nicht erkennen... die Polizei denkt vermutlich immer noch, die Teile würden zufällig in der Gegen herum liegen." Vincent ärgerte sich darüber, was für Stümper bei der Polizei arbeiteten, obwohl er ja strenggenommen selbst auch immer noch Polizist war. "Wenn der Puppenspieler auf einer zweiten Ebene arbeitet... vielleicht auch auf einer dritten. Hast du einen Stadtplan John?"
      Während er auf den Stadtplan wartete, nahm sich Vincent auch die anderen Akten und suchte die Bilder heraus, die seiner Meinung nach am Besten zeigten, was der Puppenspieler sich gedacht hat. Vincent war immer schon ein Chaot gewesen, vermutlich das genaue Gegenteil von John, weswegen der Couchtisch auch schnell mit aufgeschlagenen Akten und losen Zetteln befüllt war.

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    • (Wiesl war ein Tippfehler xD es sollte Wieso heißen xD)





      John sprang auf und verschwand kurz. Selbstverständlich hatte er einen Stadtplan, auch wenn er den eigentlich auswendig kannte. Er hatte in weiser Voraussicht ein paar dinge für Vincents Ermittlungen besorgt, die er selbst normalerweise nicht brauchte.
      Als er zurückkehrte, hatte er nicht nur den Plan, sondern auch einen Notizblock, Post-Its und diverse Materialien zum Schreiben dabei. Der Anblick des Couchtisches war verstörend, jedoch nicht wegen der abgebildeten Leichenteile auf den Fotos. Das Chaos, das Vincent binnen weniger Minuten verursacht hatte, war beängstigend. Aber John sagte nichts. Aus eigener Erfahrung wusste er, dass Denkprozesse unglaublich unterschiedlich sein konnten.
      Anstatt also seinen Unmut über die Unordnung auszudrücken, sagte er: "du kannst das Ganze auch ins Esszimmer verlagern. Der Tisch würde sich sicher freuen, mal als Tisch benutzt zu werden."
      Ein zweifelhafter Versuch, lustig zu sein. Humor zählte nicht zu Johns vielen Stärken.
      Er ließ Vincent arbeiten und machte sich daran, ihm einen Smoothie zu machen. Er vergaß gern, zu essen, da halfen diese Shakes. Sie fluteten den Körper mit Nährstoffen, waren leicht verdaulich und lenkten nicht ab, sofern man sich nicht aufs Trinken konzentrierte. John stellte sicher, dass Vincent die Flasche neben sich bemerkte, ehe er ihn in Ruhe ließ und einfach nur fasiziert dabei zusah, wie der Polizist dachte. Er sah verdammt gut aus, während er das tat. Ansonsten war John bloß der Assistent. Er befolgte Vincents Aufforderungen, holte ihm Dinge, brachte Dinge weg, sortierte Dinge. Sie arbeiteten in beinahe perfekter Symbiose.


    • Vincent war kein großer Fan davon aufzustehen, sein Körper fühlte sich einfach nicht so an, als könnte er viel umher laufen. Trotzdem sammelte er die Akten mit einem Arm zusammen und schleppte sie zum Esstisch. Es war ein Wunder, dass er dabei nichts verlor und auf dem Boden zu verteilen, aber er schaffte es alles sicher zum Tisch zu bringen.
      Als ihm John all die Dinge brachte bedankte er sich abwesend und breitete die Karte auf dem Tisch aus. Er blätterte noch einmal jede Akte um und nahm was er brauchte heraus. Den Rest warf er unter den Tisch um mehr Platz zu haben. Er sah sich noch einmal jedes Tatortfoto genau an und versuchte sich an die zu erinnern, an denen er war. Er hatte so viele Ideen und die Ablenkung tat ihm gut, auch wenn er ab und zu seinen Arm nach etwas ausstreckte, nur um zurück zu zucken, weil er vergessen hatte, dass er verletzt war. Ab und zu bat er John ihm etwas zu reichen, nahm aber auch Rücksicht auf seine Wunde.
      Das Getränk bemerkte er abwesend und nahm ab und an einen Schluck.
      "Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet ergeben die Leichenteile Konturen, oder Muster.", stellte Vincent nach einer Weile fest und ordnete die Bilder zum wiederholten Male auf dem Stadtplan an. "Ich glaube sie könnten zusammen mehr Sinn ergeben... aber die Fotos sind Mist und ich glaube bisher fehlen noch einige Teile. Ich weiß nur nicht recht wie der Kopf der den Fluss runter gespült wurde da rein passt..." Er markierte den Weg den der Kopf zurück gelegt hatte, leider wusste er nicht wo genau das Körperteil in den Fluss geworfen wurde.
      Leider sagte ihm das nicht wirklich viel über den Mörder. Womöglich hatte er etwas mit Kunst zu tun, aber John war schließlich auch kein Chirurg.
      "Er verarscht die Polizei... er versucht möglichst viel Aufmerksamkeit auf seine Arbeit zu lenken, die keiner versteht. Ich könnte mir vorstellen dass das Ganze ein einziger, riesiger Hinweis auf seine Identität ist und er ist sich sicher, dass ihn keiner verstehen wird..." Das war Vincents Schlussfolgerung nach einigen Stunden. Er hatte noch immer keine Spur darauf wer dieser Mann sein konnte - gar keinen. Aber er wusste jetzt worauf er achten musste. Aber er konnte der Polizei nichts davon sagen, nicht weil er hier fest saß. Würden sie davon Wind bekommen, dann war es möglich dass der Killer sein Muster änderte und Vincent müsste von vorne anfangen.
      "John, was sagst du dazu?", fragte er den Killer neben sich, John hatte ebenfalls schon angefangen den Puppenspielrr zu verstehen.
    • "Hm."
      John trat hinter seinen Polizisten und betrachtete dessen Werk.
      "Du hast Recht, wenn du sagst, dass deine Kollegen keine Fotografen sind. Die Aufnahmen sind furchtbar. Aber..."
      Er drehte ein paar der Bilder und nutzte sein Verständnis für die Arbeit des Puppenspielers. Leise kicherte er, als er es Begriff.
      Er schob die Bilder beiseite und drehte den Stadtplan um. Aus dem Kopf heraus markierte er auf der detaillierteren Seote des Planes den Fund jedes einzelnen Leichenteils, nicht nur den allgemeinen Fundort. Sofort begann Vincents These Gestalt anzunehmen.
      "Er spielt Verbinde die Punkte", ließ John den anderen Mann an seinen Gedanken teilhaben, "Jeder Fundort ergibt einen Buchstaben. Bisher nur Konsonanten, aber ich bin mir sicher, dass das ein Name ist. Du hast also recht: einen noch größeren Hinweis auf seine Identität kann er uns nicht geben."


    • Vincent sah zu was John mit dem Plan trieb und konnte es nicht glauben. "Ich dachte nicht, dass er es so weit gehen würde uns einen Namen zu geben, andererseits könnte da auch irgendetwas anderes stehen. So oder so haben wir zu wenige Informationen um etwas damit anfangen zu können. Wir müssen wohl warten bis er weiter mordet...", und das gefiel Vincent überhaupt nicht, zumal John auch nicht aufhören würde. Er blickte kurz auf das verletzte Bein des Killers und fragte sich wie gut oder schlecht er ihn erwischt hatte. Ihm wäre nicht aufgefallen dass er humpelte, aber er hatte auch nicht wirklich darauf geachtet. Vincent blickte wieder auf den Tisch, der ein einziges Durcheinander war, genauso wie der Boden unter und rund um den gläsernen Esstisch.
      Kurz blickte er auf und nach draußen. Die Aussicht war etwas ganz Besonderes und Vincent fragte sich, warum John nicht früher schon hier gewohnt hatte... und wie er sich das leisten konnte.
      "Ich werde aufräumen.", beschloss der Ermittler schließlich, er wusste, dass John die Unordnung wahnsinnig machen würde. Er machte sich gleich daran die Akten wieder zu sortieren.
    • "Nein, nein, nein, nein, nein. Ich mach das schon."
      John sammelte die Akten vom Boden ein und legte sie auf den Tisch. Er bekämpfte den Drang, sie alphabetisch ordnen zu wollen. Den stechenden Schmerz in der Nähe seiner Hüfte ignorierte er dabei. Er legte den Stapel an den Rand des Tisches, den Rest ließ er so liegen, um Vincents Arbeit nicht zunichte zu machen.
      "Es war nur geraten. Ich weiß nicht, was er schreibt, aber er plant es ziemlich genau. In zwei Ebenen sogar. Vorort hat das Gebilde seine ganz eigene Ästhetik. Und wenn man die Funorte der Teile markiert erhält man ein anderes Muster. Er denkt viel mehr über das Ablegen nach, als über den eigentlichen Mord. Das ist relativ unspektakulär. Dann zerteilt er die Leichen, behält ein Teil und der Rest ist die Arbeit. Anders als bei mir. Bei mir ist alles Arbeit."
      Seufzend betrachtete Bohn den Stapel. Er wusste, dass Vincent es nicht gutheißen konnte, was John in seiner Freizeit so machte und dass er nur ungern zuließ, dass dee Puppenspieler weiter mordete. John wollte wirklich helfen, aber er hatte dem Polizisten alles gegeben, was er wusste. Das Einzige, was er run konnte war, den Hunger in Schach zu halten und sich um Vincents Verletzungen kümmern.
      "Hast du Hunger?", fragte John.
      Er musste seine Hände beschäftigen, sonst drehte er noch durch. Er war es einfach nicht gewohnt, nutzlos zu sein.




      @Earinor


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    • Vincent ließ John machen, nachdem er ihn mit ganzen fünf Neins aufhielt. Die Ablenkung hat Vincent gut getan, einerseits hatte die Arbeit ihn von seinen Schmerzen abgelenkt - wobei er sich auch immer noch weigerte Tabletten dagegen zu nehmen - und andererseits wurde er auch von seiner Situation abgelenkt. Mit John hier alleine zu sein, gefangen, nichts dagegen tun zu können, wenn John mordete, die Gedanken machten ihn fast wahnsinnig.
      Jetzt fiel ihm erst auf, dass er besser etwas vorsichtiger gewesen wäre und seine Schulter hätte mehr schonen sollen, andererseits wollte er nicht nur faul herum sitzen, während John die Wohnung aufräumte.
      "Vielleicht hat er dir nicht geholfen, damit von sich abgelenkt wird. Vielleicht freut er sich, dass das FBI in der Stadt ist, eine Behörde mehr der er auf der Nase herum tanzen kann.", überlegte er laut und stand langsam auf.
      "Was zu essen klingt gut... ich hab heute noch nichts herunter gebracht." Vincent bewegte sich selbst schon mal in Richtung Küche. "Soll ich dir helfen? Die Beschäftigung tut mir gut... " John ging es vermutlich ähnlich, er wirkte ein wenig nervös. Vincent fragte sich ob es daran lag, dass er Vincent heute das Mittel nicht verabreicht hatte, aber er glaubte nicht, dass John angst vor Vincent hatte, vor Allem nicht in diesem Zustand. Vielleicht störte ihn sein unvollendetes letztes Werk. Aber Vincent konnte nur spekulieren und er wollte John nicht fragen.
    • John lächelte.
      "Warst du wirklich so vertieft in deine Arbeit, dass du es nicht mitbekommen hast? Ich habe dir einen Smoothie gemacht, weil ich weiß, dass du vergisst zu essen. Von der Nährstoffseite her hast du dich heite gesünder ernährt als in den letzten Wochen."
      Der Serienkiller tänzelte beinahe schon in die Küche. Er bezweifelte, das Vincent eine besonders große Hilfe sein würde, aber er hatte Recht: er brauchte die Ablenkung. John musste dafür sorgen, dass Vincent nicht den Verstand verlor. Nicht völlig jedenfalls.
      Er achtete darauf, Vincent nur Aufgaben zu geben, die dessen Zustand nicht verschlimmerten. Was auf ziemlich langweiliges Zeug und einen langsamen Vorgang des Tischdeckens beschränkt war. Aber schlussendlich brachte John ein nettes kleines Abendessen auf den Tisch im Wohnzimmer.
      "Wie geht es dir? Ehrlich. Du nimmst die Schmerzmittel nicht. Hast du Angst, sie könnten dir den Verstand vernebeln? Ich kann dir was vesorgen, was den Rausch unterbindet, wenn dir das lieber ist."


    • "Ich habe nichts festes herunter gebracht.", korrigierte Vincent seine Aussage und folgte John in die Küche. Dieser gab ihm den Auftrag den Tisch zu Decken und ließ ihn nicht einmal alles auf einmal zum Tisch tragen, weswegen es länger dauerte, als es hätte müssen. Aber es war besser als nichts zu tun, abgesehen davon glaubte Vincent, dass John ihn auch unter anderen Umständen nicht wirklich mitarbeiten hätte lassen. Er wusste nicht genau woher das Gefühl kam, aber vermutlich wollte John alles in einer bestimmten Größe geschnitten haben, außerdem war er ein guter Gastgeber... wenn man von der Geiselnahme absah.
      Als das Essen fertig war saßen die Beiden am Tisch. Es roch wie immer gut, aber Vincents Appetit ließ zu wünschen übrig, trotzdem begann er zu essen.
      "Darum geht es nicht John. Ich hab von dir und im Krankenhaus so viele Medikamente bekommen, ich will es einfach vermeiden, noch mehr in mich hinein zu pumpen. Die Schmerzen sind nicht so schlimm, abgesehen davon achte ich so besser auf mich.", erklärte er sich und sah John einen Moment lang an. "Machst du dir Sorgen? Wieso? Solange ich nicht sterbe, bevor du mit mir fertig bist, dürfte doch alles für dich in Ordnung sein."
    • John seufzte. Er konnte Vincents Standpunkt nachvollziehen, aber es frustrierte ihn ein wenig, dass der Polizist immer noch so wenig von ihm hielt.
      "Ja, ich mache mir Sorgen. Ich weiß nicht warum. Ich weiß nicht, warum ich dir damals das Leben gerettet habe, ich weiß nicht, warum ich so an dir hänge, ich weiß nicht, warum ich mir die Mühe mache. Logisch betrachtet bist du bloß ein Hindernis. Ich habe weniger Zeit für meine Arbeit, du bringst zusätzliche Ausgaben mit dir, die mich auffliegen lassen könnten, du bist ein verdammter Polizist! Ich weiß nicht, warum ich die Dinge tue, die ich tue. Ich weiß nicht, warum ich diesen Hunger empfinde, der mich zum Töten zwingt. Als Kind wünschte ich mir oft, normal zu sein. Ich habe die anderen Kinder beobachtet und wusste, dass ich nicht war wie sie. Aber ich fand nie raus warum. Sicher, irgendwas stimmt mit meiner Körperchemie nicht, aber warum? Wegen einer Mutation? Warum sind meine Gene mutiert? Warum, warum, warum? Ich habe mich damit abgefunden und aufgehört zu fragen. Ich habe es akzeptiert und angefangen, damit zu arbeiten. Wenn ich nicht sein kann wie alle anderen, dann bin ich eben ich selbst. Vielleicht braucht das Gute in der Welt ja Böses wie mich, um richtig zu funktionieren. Vielleicht ist das der Grund, warum ich so an dir hänge. Vielleicht bist du das Gegengewicht auf meiner Waage und ich bin das auf deiner. Wer weiß das schon. Ich sicherlich nicht und Theologen diskutieren schon seit Jahrhunderten darüber. Hiob. Ohne das Böse kann man das Gute nicht erkennen, nicht wahr?"
      Er spürte, dass er sich in Rage redete, also stoppte er, faltete die Hände vor dem Gesicht und biss sich selbst in den Daumen. Impulskontrolle... er durfte nicht wütend werden. Dann verlor er die Kontrolle. Kontrolle, die er über Jahre hinweg aufgebaut hatte. Er fürchtete, Vincent würde das Ziel seiner unkontrollierbaren Wut werden, sollte es soweit kommen. Das durfte er nicht zulassen. Er musste sich beruhigen.


    • Vincent hatte darauf spekuliert John ein wenig aus der Reserve zu locken, zumal der Killer sich zumindest die letzten Tage äußerst komisch benommen hatte. Es war nicht sein typisches Flirten - oder was es auch war - gewesen, dass er seit Vincent ihn im Gefängnis besucht hatte immer wieder angefangen und das Vincent sowieso lange als Maske abgetan hatte. Aber vielleicht war es keine Maske gewesen, die den Killer, den Psychopathen in ihm verstecken sollte, vielleicht interpretierte Vincent aber auch gerade zu viel in die Sache hinein. Tatsache war, dass Vincent John noch nie so erlebt hatte, er hatte noch nie erlebt wie er die Kontrolle über sich verloren hatte und nicht die Ruhe selbst war und abgesehen davon, irritierte ihn das was er sagte noch wesentlich mehr. Ja was sagte er da überhaupt? Vincent war bei diesem Ausbruch regelrecht der Mund aufgeklappt und seine Hand hatte mit der Gabel mitten in der Luft gestoppt. Abgesehen von dem Monolog gerade, sah John auch jetzt nicht aus wie er selbst, so wie er gerade da saß. Der Ermittler besann sich langsam wieder und holte Luft um etwas zu erwidern, aber er wusste einfach nicht was er sagen sollte. Wie reagierte man auf sowas? Ehrlich... vermutlich, aber Vincent wusste ja nicht einmal was er denken sollte. Was hatte er an sich, dass diesen Killer so anzog und wieso freute sich ein kleiner Teil in Vincent über Johns Aussage. Irgendwas in ihm wollte immer glauben, dass John etwas für ihn empfand, dass er ihn deshalb gerettet hatte, deshalb mit dem Puppenspielerfall helfen wollte, aber er hatte es als verrückte Idee abgetan, an der vermutlich nichts dran war. Jetzt aber sah die Sache ganz anders aus.
      Aber selbst wenn, was spielte das schon für eine große Rolle im Angesicht dessen, dass Vincent gegenüber ein Killer saß, der niemals aufhören würde zu morden, der ihn zwei Mal entführt hatte, der seinen Partner getötet hatte und so knapp davor war auch Vincent zu töten. Ein Mann der Vincent über Tage gefoltert hatte, der es auch jetzt tat und wenn es wahr war was John eben gesagt hatte, wieso hatte er Vincent zusehen lassen wie er diese Frau gefoltert hatte?
      Was zur Hölle war die richtige Reaktion auf das hier? Vincent saß schon zu lange da, ohne etwas zu sagen, aber ihm fehlten schlichtweg die Worte. Für einen kurzen Moment fragte er sich ob er John unterschätzte, ob das vielleicht alles nur gespielt war, um irgendetwas zu erreichen, aber die Chancen dafür ordnete Vincent als sehr gering ein.
      "John ich...", begann Vincent schließlich und wusste immer noch nicht was er von der Sache halten sollte. "Ich... weiß ehrlich nicht was ich darauf sagen soll..."
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