[2er RPG] Burning Desire

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Es erstaunte Julia ein wenig, mit welcher Leichtigkeit Carson Platz für ihre Sachen schaffte und dadurch seinen eigenen Raum aufgab. "Und es stört dich wirklich nicht, dass mein Zeug jetzt überall herum steht?", fragte sie vorsichtig, während sie ein Paar Bücher in das Bücherregal im Wohnzimmer stellte. "Wir müssen nicht alles auspacken. Du musst nicht mit Gewalt einen Platz dafür finden, nur um mir einen Gefallen zu tun." Julia ahnte, dass ihr Einwand ein wenig zu spät kam, da sie inzwischen schon einen Großteil der Kisten ausgepackt hatten, trotzdem war sie bereit sich einzuschränken, wenn Carson sich so wohler fühlte.
      Doch anstatt sich zu beklagen, erinnerte er sich sogar noch an sein Versprechen und erkundigte sich nach dem Befinden von Alexander Creek. Manchmal wusste Julia wirklich nicht, womit sie einen so wunderbaren Freund verdient hatte. "Das ist eine Erleichterung. Ich hoffe er ist vernünftiger als manch andere Männer und hört auf das, was der Arzt ihm sagt.", sagte sie scherzhaft zu ihrem Geliebten und gab ihm dann einen kurzen Kuss auf die Wange.

      Trotz Julias Einwand verbrachten sie die nächsten Stunden weiterhin mit dem Ausräumen der Kisten. "Ich wohnen nun also wirklich hier...", stellte die junge Frau leise fest, während sie sich im Wohnzimmer umsah. Es überraschte sie etwas, wie gut ihre Sachen sich hier einzufügen schienen. Beinahe war es so, als würden sie hierher gehören. Ein leichtes Lächeln legte sich auf Julias Lippen, als sie realisierte, dass sie nun nie wieder nach Hause fahren und die Woche allein in ihrer Wohnung verbringen musste. Ihr Platz war nun hier an Carsons Seite und es gab keinen Ort, an dem sie lieber wäre.

      Julia wollte gerade damit beginnen die Pappstapel etwas zusammen zu packen, damit sie weniger Platz einnahmen, als Carson einen Anruf erhielt. Mit einem Mal war die Ruhe vorbei. "Zieh sofort Schuhe an." Einen Moment lang sah Julia ihren Freund irritiert an, gehorchte dann aber und ging artig in die Gaderobe, um sich ihre Turnschuhe anzuziehen. Da sie noch immer eine Jeans und ein einfaches T-Shirt trug, hätten schickere Schuhe nicht dazu gepasst. Und aus Carsons aufgeregten Tonfall schloss die Blondine, dass das im Moment wohl ihr kleines Problem war.
      Erst als Carson verkündete, dass er gerade im Begriff war Onkel zu werden, verstand Julia, wieso er auf einmal so dängelte. Ein warmes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. "Dann sollten wir uns wirklich beeilen.", stimmte sie zu und griff nach ihrer Handtasche. "Vergiss aber den Teddy nicht."
    • Carson stürmte zurück nach oben ins Schlafzimmer und holte den Teddybären. Dann ergriff er Julias Hand und zusammen sausten sie hinunter in die Tiefgarage. Er war so in Eile, dass Austin nicht hinterherkam, als er begriff, dass sein Boss den Tower verließ. Carson fuhr heute selbst. Kaum hatten sie die Garage erreicht, blinkten die Lichter eines silbernen Chevrolet Camaros auf. Carson sprang hinter das Lenkrad und wartete nicht, bis Julia sich angeschnallt hatte. Er legte den Gang ein und fuhr losnin Richtung Krankenhaus. Austin fuhr ihnen hinterher, allerdings wesentlich entspannter.

      Im Krankenhaus ließ man ihn sofort durch. Der gesamte Davis-Clan war anwesend. Nur Chloe fehlte, dafür facetimte sie gerade Onkel Charles.
      "Da ist er ja! Carson! Hier drüben!"
      Er begrüßte fix alle, mit einer kurzen Umarmung. Chase war völlig aufgelöst und konnte sich auf nichts konzentrieren.
      "Der Kleine hat ganz schönes Timing. Wir sind heute Vormittag erst aus New York zurückgekommen", erklärte Carson.
      "Ach, du warst in New York, Cousin?"
      Cooper, mit seinem schmierigen Grinsen, kam gerade um die Ecke. Er war wohl auf dem Klo gewesen. Oder eine rauchen. Aber Carson besann sich darauf, dass das hier weder der Ort, noch die Zeit war, sich mit Cooper anzulegen.
      "Geschäftsessen im Verlag. Du weißt scbon, der erfolgreiche da, der mir gehört."
      Gut, okay, ein bisschen musste er doch sticheln. Onkel Charles bedachte beide mit einem warnenden Blick.
      Dann wandte er sich an Julia: "Schön, dass du auch da bist."


    • Julia blieb ein wenig unschlüssig einen Schritt hinter Carson stehen. Sie kannte die Familie noch nicht gut genug, um sie mit einer Umarmung zu begrüßen, deshalb beließ sie es bei einem freundlichen Lächeln. Doch allgemein schienen alle im Moment zu aufgeregt zu sein, um sich um Höflichkeiten zu sorgen. Und Julia konnte das nur zu gut nachvollziehen.
      Als sich Cooper zu ihrer kleinen Gruppe gesellte, griff Julia automatisch nach Carsons Hand. Es ging ihr dabei weniger darum, dass sie ihren Freund zurück halten wollte, sondern vielmehr suchte sie unbewusst Schutz bei ihm, da sein Cousin ihr ein wenig unheimlich war.
      Letztendlich war es Charles, der dafür sorgte, dass die beiden Streihähne sich zusammen rissen und er war auch der erste, dem Julias Anwesenheit aufzufallen schien. Die junge Frau lächelte schüchtern, als er sie begrüßte. "Ich hoffe, es ist in Ordnung, dass Carson mich mitgebracht hat.", sagte sie, da sie sich immer noch etwas fehl am Platz fühlte.
    • Julia wurde von allen empfangen, als sei sie Teil der Familie. Cooper hielt sich zurück, was dämliche Kommentare von der Seite anging. Und dann begann das Warten. Es kam jedem vor wie eine Ewigkeit, in Wahheit vergingen etwa zwanzig Minuten. Dann kamm eine junge Frau aus dem Kreissaal und rief den Vater hinein. Kurz darauf durfte auch der Rest der Familie eintreten.
      Chase hatte einen Arm um seine Gattin gelegt, die den neusten Davis-Spross in den Armen hielt. Sie sah völlig fertig aus, aber da war so ein Leuchten. Es war in ihren Augen, aber es schien ihr auch aus jeder Pore zu kommen. Ihr Lächeln war ansteckend.
      "Darf ich euch Charlette vorstellen?", sagte Chase, der wohl gerade versuchte herauszufinden, ob er in Ohnmacht fallen, lachen oder weinen sollte.
      "Happy Birthday, Kleines."
      Carson setzte den Teddy in das Bettchen, das für die Kleine vorgesehen war. Er war hin und weg von dem kleinen Mädchen. Als er den Blick von ihr zu Julia hob wurde ihm klar, dass er das auch haben wollte.


    • Julia hielt sich im Hintergrund, während die Familie ihr neues Mitglied begrüßte. Erst als sich alle ein wenig beruhigt hatten, traute sie sich an das Bett zu treten. "Herzlichen Glückwunsch.", sagte sie und lächelte warm. Einen Moment lang betrachtete sie das kleine Mädchen, das trotz der vielen Menschen im Raum völlig still und entspannt in den Armen ihrer Mutter lag. Julia hoffte, dass dies so bleiben würde - schon allein den Eltern zu liebe. Die Kleine wirkte so klein und zerbrechlich, dass Julia nicht wagte sie anzufassen. Doch sie war sich nicht, dass aus ihr einmal ein wunderschönes Mädchen werden würde.
      "Der Name ist wirklich hübsch.", gab sie zu. Sie hatte diesen Namen noch nie gehört, doch Julia musste zu geben, dass er einen schönen Klang hatte und natürlich wunderbar in das Davis'sche Namensschema passte. Für den Bruchteil einer Sekunde schoss ihr durch den Kopf, dass sie vermutlich auch einen Kindernamen aussuchen musste, der mit C begann, wenn sie und Carson eine Familie gründeten. Doch sie erschreckte sich selbst so sehr über diesen Gedankengang, dass sie ihn sofort wieder vertrieb. Nein, dazu war es wirklich zu früh.
    • Die Hebamme scheuchte die Familie kurz darauf aus dem Zimmer, damit Mama, Papa und Baby sich ausruhen konnten. Außerdem wollte der Kinderarzt noch einen Blick auf die Kleine werfen.
      Carson wurde noch anhänglicher, ob nun wegen Cooper oder wegen dem allgemeinen Glück, das durch die Luft wabberte. Er ließ Julias Hand gar nicht mehr losnund wann immer er konnte, nahm er sie in die Arme und drückte sie an sich. Die ganze Familie hatte sich in ein Cafè auf der gegenüberliegenden Straßenseite gedrängt, um dem Krankenhauspersonal nicht auf die Nerven zu gehen. Chloe hatte aufgelegt, um bei der nächsten Gelegenheit einen Flug zu erwischen.
      "Da geht die Nachricht, dass Julia bei mir eingezogen ist, ja richtig verloren", ließ Carson irgendwann in das Gespräch einfließen. Sofort richteten sich alle Augen auf die beiden, Coooer tat so, als ob er das ignorierte und tippte weiter am Handy herum.
      "Ihr seid zusammengezogen? Wann das denn?", fragte Claire.
      "Letzte Woche. Während wir weg waren, wurde Julias Zeug ins Penthouse gebracht."
      "Ins Penthouse? Junge, warum denn da hin? Du brauchst ein Haus, wenn du eine Frau hast! Ich habe da ein hübsches Anwesen-"
      Claire vernichtete ihren Bruder mit einwm Seitenblick.
      "Da können wir ja später drüber reden."
      "Ist schon gut, Mom. Das Penthouse reicht uns für den Augenblick."
      Julia zu Liebe ließ er unter den Tisch fallen, dass er ihr tatsächlich einen Heiratsantrag gemacht hatte.


    • Julia war sehr froh darüber, dass Carson nicht mehr von ihrer Seite wich. Manch einer hätte seine anhängliche Art vielleicht als störend empfunden, doch der jungen Frau war das im Moment sehr recht. So fühlte sie sich in dem Krankenhaus nicht mehr ganz so verlassen und verunsichert. Und auch Coopers forschende Blicke konnte sie inzwischen sehr gut ignorieren. Sie würde diesen Mann wohl niemals verstehen - und sie wollte es auch gar nicht.

      Sobald sie im Cafe saßen, wurde die Stimmung wesentlich entspannter und Julia schaffte es sogar, über einen von Charles Scherzen zu lachen. Das änderte sich jedoch schlagartig wieder, als Carson erwähnte, dass sie zusammen gezogen waren und sich auf einmal die Aufmerksamkeit aller Anwesenden am Tisch auf sie richteten. Unbewusst zog Julia leicht den Kopf ein. Sie glaubte sich daran zu erinnern, dass seine Mutter vor ein paar Wochen auf die Idee ihres Sohnes gar nicht begeistert reagiert hatte und auch jetzt sah sie nicht glücklich aus. "Wir brauchen wirklich nicht so viel Platz, pflichtete sie der älteren Frau bei, um Charles sowie Carson möglichst schnell wieder von der Idee abzubringen, ihnen ein Haus zu kaufen. Sie mochte das Penthouse sehr und fand es im Moment völlig ausreichend. In einem großen Haus hätte sie sich nur einsam gefühlt, während Carson unterwegs war.
      Sie griff unterm Tisch nach der Hand ihres Freundes, da sie das Gefühl hatte, nun seine Nähe mehr denn je zu brauchen. Auch wenn alle aus seiner Familie bisher sehr nett zu ihr gewesen waren, war sie immer noch eingeschüchtert. Und dabei wollte sie nichts lieber, als die Annerkennung von Carsons Familie. Sie würde ihnen wohl noch beweisen müssen, dass sie es wert war an seiner Seite sein zu dürfen.
    • "In dem Haus hättedt du deinen eigenen begehbaren Kleiderschrank. Dann müsstest du dir keinen mit Carson teilen", versuchte Charles zu locken.
      Er war eben Immobilienmarkler durch und durch. Carson lachte und nippte an seinem Milchkaffee.
      "Ich habe ihr Platz gemacht! Wofür hälst du mich?"
      "Für sehr gut erzogen, ich hab ja genug Arbeit reingesteckt."
      Claire zwickte ihren Bruder in den Ellenbogen und er entschuldigte sich bei ihr. Sie überging das Ganze mit einem Lächeln. Cooper schnaubte leise.
      "Würdest du das Telefon mal weglegen? Du bist selten genug bei deiner Familie."
      Widerwillig wie ein Teenager gehorchte Cooper seinem Vater und legte sein Smartphone auf den Tisch. Sein Blick glitt über Julia, dann zu Carson. Er sagte nichts. Carson behielt ihn im Auge wie ein Raubtier seinen Rivalen.
      "Dankeschön. Wie läuft's mit dem Label?"
      Charles zeigtee ehrliches Interesse an seinem Sohn, obwohl er wusste, dass Cooper nicht besonders begabt war. Immerhin zahlte er die meisten Rechnungen für seinen Sohn. Coooer erzählte von mittelprächtigen Bands, deren Alben sicherlich nur von Szeneleuten und Hardcore-Fans gekauft wurden. Carson erkannte allein in der Erzählung gravierende Fehler in Coopers Geschäftsmodell. Aber er schwieg. Wenn jetzt den Mund aufmachte, würde er nur die Stimmung ruinieren.
      "Ich glaube, ich gehe mir mal die Kuchentheke ansehen. Will sonst noch jemand was?", fragte er und stand auf.
      Wie von selbst zog er dabei Julia mit sich auf die Füße. Er würde nicht den Fehler machen, sie allein mit Cooper zu lassen. Dass seine Mutter und sein Onkel anwesend waren, würde den nämlich nicht stoppen.
      Zusammen mit Julia ging er zur anderen Seite des Raumes, wo allerhand Kuchen in einer Vitriene ausgestellt waren.
      "Such du aus", sagte er, "ich nehme das Gleiche."


    • Artig folgte Julia Carson durch das Cafe, bis sie vor der Kuchentheke zum stehen kamen. "Deine Mutter scheint nicht besonders glücklich darüber zu sein, dass wir zusammen wohnen.", sprach sie leise das aus, was sie schon seit einigen Minuten dachte. "Ich kann es ihr nicht mal übel nehmen. Meinst du, sie gewöhnt sich mit der Zeit an den Gedanken." Kurz sah sie über ihre Schulter zurück zu dem Tisch, an dem die anderen Anwesenden sich unterhielten. Dann wandte sie ihre Aufmerksamkeit aber schnell wieder der Theke zu. "Ich möchte so gerne, dass sie mich mögen, weißt du.", gab sie leise zu und lehnte ihren Kopf gegen Carsons Schulter.
      Es tat gut diese Sorgen einmal laut auszusprechen, auch wenn sich dadurch natürlich nichts an ihnen änderten. Trotzdem schaffte Julia es nun sich auf die vielen Torten und Kuchen zu konzentrieren. Sie zog die Mundwinkel nach unten, da diese Auswahl für ihren Geschmack eindeutig zu groß war. Aber dann fiel ihr Blick auf einen Caramell Cheescake und ihre Entscheidung war gefallen. Sie hatte nicht vergessen, wie gerne ihr Freund Karamell mochte. "Ich möchte ein Stück von dem Kuchen.", sagte sie an Carson gewandt und lächelte zu ihm hinauf.
    • "Sie mögen dich doch. Meine Mutter ist nur... skeptisch. Die taut schon noch auf. Aufhalten kann sie uns ja nicht."
      Carson lehnte sich vor und stützte sich auf seinen Knien ab, um einen besseren Blick in die Vitriene werden zu können.
      "Den da?"
      Mit glänzenden Augen sah Carson das Schild. Er bestellte zwei Stück von dem Caramel Cheesecake, ein Stück Erdbeertorte für seinen Onkel und zwei langwrilige Kaffees für Cooper und seine Mutter. Die Kaffees würden gleich gebracht werden, den Kuchen balancierte er gekonnt auf einem Arm. Wie ein Kellner servierte er die Kuchenstücke. Er richtete Julias Stuhl, dann setzte er sich neben sie.

      Sie verbrachten noch eine Stunde in dem Cafè, bis sie sich alle sicher waren, dass sie keinen der drei im Krankenhaus heute noch sehen würden. Die Zeit reichte allerdings, um weitere peinliche Kindergeschichten zum Besten zu geben, glücklicherweise hauptsächlich über Chase.
      Es wurde debattiert, noch gemeinsam zu Abend zu essen, aber Claire wsr zu müde für ein Restauran und Carson hatte auch keine große Lust, nach der Auspackaktion ins öffentliche, hochklassige Leben zurückzukehren. Er hatte natürlich nicht geduscht, da die Nachricht so überraschend gekommen war. Man einigte sich darauf, es auf ein anderes Mal zu verschieben.

      Am nächsten Morgen kehrte der Alltag zurück. Carson hatte verhältnismäßig lange geschlafen, stand um sechs aber schon im Anzug in der Küche und trank seinen zweiten Kaffee, während er die Nachrichten sah. Die Börsenkurse sahen gut aus und es gab soweit keine Überraschungen. Da Carson versprochen hatte, sich an einigermaßen normale Arbeitszeiten zu halten, unterhielt er sich noch einen Augenblick mir Ricardo übee den Garten, die Familie un den Speiseplan der kommenden Woche. Er wollte wissen, was Julias Vorlieben und Abneigungen waren und dergleichen, da er ja jetzt für zwei kochen musste.
      Um sieben ging Carson hoch ins Schlafzimmer und weckte Julia mit einem Kaffee bewaffnet.
      "Schatz, aufstehen. Du musst zur Arbeit."
      Er wartete, bis sie richtig ansprechbar war. Er reichte ihr den Kaffee und drückte ihr einen Kuss auf die Schläfe.
      "Denk dran, Jake nicht zu vergessen, wenn du das Haus verlässt. Ich glaube, er fühlt sich ein bisschen vernachlässigt", scherzte er.
      Er bleib noch ein paar Minuten, dann musste er aber wirklich ins Büro. Dana hatte seinen Kalender vor New York ausgedünnt, aber jetzt begann der Ernst seiner Arbeit wieder. Termin jagte Termin, Besprechung kagte Besprechung. Carson wusste, dass es momentan ein wenig geballter war, weil er alles vernachlässigt hatte. Es würde sich alles wieder einpendeln, das dauerte nur ein paar Tage. Um aber nicht in seine aöten Muster zu fallen, hatte er Dana angewiesen, ihn ab sechs rauszuwerfen, damit er spätestens um sieben wieder oben war.


    • Der nächste Morgen begann für Julia wie gewöhnlich und doch fühlte es sich anders an. Vielleicht war es die Tatsache, dass sie nach dem Aufwachen ein paar ihrer persönlichen Sachen im Raum entdeckte. Dankbar nahm sie Carson die Kaffeetasse ab und lächelte ihn an. Die Vorstellung, dass sie nun hier lebte, war immer noch ein wenig seltsam für sie, aber nicht unangenehm.
      Sie unterhielt sich noch ein wenig mit Carson, bis er letztendlich zur Arbeit musste und es auch für sie Zeit zum Aufstehen war. "Hab einen schönen Tag.", sagte sie, bevor sie sich mit einem kurzen Kuss von ihm verabschiedete und ins Bad verschwand. Am liebsten hätte sie ihm noch gesagt, dass er sich nicht überarbeiten sollte, doch sie wusste, dass Carson auf diesen Wunsch nicht hören würde. Er machte das ja immerhin nicht bewusst.

      Wie versprochen ließ Julia sich von Jake zur Arbeit fahren, wo sie freudig empfangen wurde. Die Frauen waren froh sie nach ihrem Urlaub endlich wieder zu sehen und vor allem Leah wollte alle Details über ihre Reise nach New York und natürlich auch den Umzug wissen. "Du wohnst jetzt wirklich mit Carson Davis zusammen? Oh mein Gott, ich wette er hat eine unglaublich schicke Wohnung. Du musst sie mir unbedingt mal zeigen... oder Fotos mitbringen." Julia hatte nur mit dem Kopf geschüttelt, da sie gegen den Redeschwall der anderen nicht ankam. Trotzdem konnte sie das Lächeln nicht von ihrem Gesicht wischen.
      Es kehrte erst wieder ein wenig Ruhe ein, als Andrew auf der Arbeit ankam und sich zu ihnen gesellte. Auch er war an Julias neuer Wohnsituation interessiert, hielt jedoch die anderen Frauen davon ab zu persönliche Fragen zu stellen oder Gerüchte zu verbreiten. "Ach übrigens", begann er, nachdem er sich einen Kaffee aus der Küche geholt hatte. "Wir haben eine Wohnung mit deinen Möbeln eingerichtet. Ich dachte, es freut dich vielleicht, dass sie nun jemand anderem helfen. Du könntest sie dir ansehen, wenn du willst. Aber du musst natürlich nicht." Er zuckte leicht mit den Schultern. Julia nickte, tatsächlich war sie froh, dass man ihre Sachen nicht einfach auf den Sperrmüll geworden hatte.
      Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug. Julia ließ sich auf den neusten Stand bringen und merkte zum ersten Mal, dass ihr die Arbeit wirklich gefehlt hatte. Zwischendurch schrieb sie Carson die eine oder andere SMS. Egal wie viel sie zu tun hatte, ihre Gedanken wanderten automatisch immer wieder zu ihrem Freund.

      Um halb Sieben brachte Jake Julia wieder zurück in das Penthaus, wo Ricardo gerade begonnen hatte das Abendessen vorzubereiten. Er begrüßte die Blondine überschwänglich. Julia erkundigte sich kurz nach seinem Tag, bevor sie ins Bad verschwand, um sich frisch zu machen. Danach machte sie es sich im Wohnzimmer gemütlich, um auf Carson zu warten.
    • Dana informierte ihren Chef darüber, dass er seinen Hintern aus dem Büro bewegen sollte, um sechs. Um viertel vor sieben verließ er das Büro und nahm den Aufzug nach oben.
      "Hallo, Schatz", grüßte Carson seine Freundin, als er das Jackett über die Lehne legte.
      Kurz darauf beugte er sich über die Lehne und küsste Julia auf die Wange.
      "Wie war dein Tag?"
      Er schlenderte ind Küche, um zu sehen, was Ricardo so zauberte. Es roch wundervoll. Aber der Koch war bei weitem nicht so attraktov wie Juliana, also kehrte erschnell zurück ins Wohnzimmer und ließ sich neben sie auf die Couch fallen. Er lockerte seine Krawatte und löste schließlich den Knoten und die oberen Knöpfe seines Hemdes, wie er es immer tat. Er legte eine Hanf auf Julias Oberschenkel und seinen Kopf auf ihre Schulter, während er den Blick über die Regale und vor allem deren Inhalt schweifen ließ. Es war ein schönes Bild, Julias Sachen hier zu sehen.
      "Hab ich dir eigentlich schon einmal gesagt, dass ich dich liebe?"


    • Julia drehte den Kopf, sobald sie hörte, dass sich die Wohnungstür öffnete. Natürlich wusste sie bereits, wer um diese Uhrzeit in das Appartement kommen würde, trotzdem legte sich ein Lächeln auf ihre Lippen, als sie Carson erkannte. "Hallo. Schön, dass du da bist.", gab sie zurück.
      Nachdem ihr Freund sich neben sie auf die Couch gesetzt hatte, lehnte Julia ihren Kopf gegen seien und strich ihm mit der freien Hand durch das Haar. "Willkommen zu hause.", sagte sie leise und kicherte dann. "Irgendwie ist es schön, dass ich das jetzt sagen kann. Ist es albern, dass mich das so sehr freut?" Kurz schwieg sie, während sie Carson zuhörte. "Ich höre das gerne immer wieder.", scherzte sie, bevor sie den Kopf hob und ihm einen Kuss auf die Schläfe gab. "Ich liebe dich auch."

      Einige Zeit lang saßen sie einfach nur schweigend nebeneinander und genossen die Nähe des anderen, bis Ricardo verkündete, dass das Essen fertig wäre. Es gab Tortellini mit einer Gemüsesoße. Kurz hatte Julia ein schlechtes Gewissen dem Koch gegenüber, da er sie ständig fragte, was sie gerne essen wollte und sie sich nicht entscheiden konnte und deshalb immer nur vage Antworten gab. Sie fragte sich, ob er wohl unterfordert war. Aber das freundliche Lächeln des Kochs ließ sie ihre Sorgen erst einmal vergessen.
      "War deine Arbeit sehr anstrengend?", fragte sie Carson, nachdem sie auf ihrem Stuhl Platz genommen hatte und ihr hübsch angerichtetes Essen begutachtet hatte.
    • "Es hat sich ein bisschen was angestaut, aber nichts, was ich nicht hinkriege", antwortete Carson.
      Als er den Blick seiner Freundin bemerkte, lächelte er breit.
      "Keine Sorge, ich werde mich nicht überarbeiten. Ich hab's heute doch auch pünktlich raus geschafft. Ich verspreche dir, dass ich immer zum Abendessen zu Hause sein werde, sofern nicht überraschend etwas passiert oder ich auf Geschäftsreise bin."
      Er griff quer über den Tisch und ergriff Julias Hand, als würde das sein Versprechen noch untermalen.

      Nach dem Essen zog sich Carson um. Hemd und Anzughose wichen seinem bequemen Schlafanzug bestehend aus dunkelblau karrierten Flanellhosen und einem cremefarbenem langarm-Shirt aus dem gleichen Material. So ließ er sich im Wohnzimmer auf die Couch fallen. Sein Blick ruhte auf dem Fernsehregal.
      "Weißt du, der Teddybär-Schlüsselanhänger aus New York macht sich irgendwie richtig gut neben der Schneekugel aus Schweden", bemerkte er vollkommen zusammenhanglos.
      Der kleine, silberne Bär saß neben dem Plastikteil, als gehörten sie zusammen. Und es gefiel ihm, dass der Bär von Julia war und neben etwas stand, was ihm seine Mutter mitgebracht hatte. Tatsächlich war es sein erstes, sinnlos kitschiges Geschenk gewesen, dass er jeh bekommen hatte. Er war sieben Jahre alt gewesen und seine Mutter war von Filmdreh zurückgekommen. Damals hatte er sich noch mit seinem Vater verstanden. Damals war das Leben noch in Ordnung gewesen...


    • Während Carson in den oberen Bereich des Appartements verschwand, blieb Julia im Wohnzimmer zurück. Sie unterhielt sich noch etwas mit Ricardo - vor allem, um sich für das köstliche Essen zu bedanken. Der Koch war gerade dabei die letzten Töpfe in die Spülmaschiene einzuräumen, als Julia Schritte auf der Treppe hörte. Ricardo grinste nur und machte eine nickende Kopfbewegung in Richtung Wohnzimmer, um der jungen Frau zu signalisieren, dass sie ihren Abend lieber mit ihrem Geliebten verbringen sollte, als mit ihm. Und das sah Julia genauso.
      04ee993a40ec04f5359e5161bd64626f.jpg
      Kurz blieb sie neben der Couch stehen und folgte Carsons Blick. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, da es sie sehr freute, dass der Geschäftsmann ihr kitschiges Geschenk zu mögen schien. Auch wenn es nur eine Kleinigkeit war. Und noch schöner war der Gedanke, dass es nun neben etwas stand, was Carson mit seiner Familie verband. Und sie hoffte, dass sie eines Tages genauso gut zu der Familie passen würde, wie dieser kleine Teddy zu der Schneekugel.

      "Du hast Recht. Ich mag es, dass sie nebeneinander stehen.", stimmte sie zu und trat dann um die Couch herum. Kurz zögerte sie, bevor sie sich auf Carsons Schoß setzte, anstatt neben ihm Platz zu nehmen. Dabei setzte sich sich aber seitlich hin, so dass sie Carson immer noch ansehen und ihren Kopf gegen seine Schulter lehnen konnte. "Vielleicht kommen mit der Zeit ja noch ein paar Souvenirs dazu.", sagte sie leise, während sie sich an ihn schmiegte.
    • Er lehnte seinen Kopf nach hinten an die Rückenlehne der Couch und schloss die Augen halb.
      "Du kannst eine Liste machen. Schreib alle Ort auf, die du sehen möchtest. Wir fahren oder fliegen hin, machen ein bisschen Urlaub und besorgen uns hübschen Kitsch für das Regal. Wir können Chase was mitbringen, meinen Onkel zumüllen und Andrews Büro damit überfluten."
      Er kicherte leise bei dem Gedanken daran. Sie waren ein glückliches Paar, grinsten üyber beide Backen znd überreichten billigen Urlaubsmüll und die anderen lächelten verlegen. Eine wundervolle Vorstellung.
      "Schneekugeln, Schlüsselanhänger, kleine Figuren, Aschenbecher, Wackelköpfe... so viele Möglichkeiten!"
      Wieder lachte er. Wer hätte gedacht, dass sein Leben mal so aussehen würde? Er sicherlich nicht. Nicht nach dem Betrug seiner Ex. Danach hatte er gedacht, sein Leben bestehe aus Arbeit bis zum Herzinfarkt. Aber so gefiel es ihm besser.
      Aus halb geschlossenen Augen betrachtete er Julia. Wie immer stach ihm ihre unglaubliche Schönheit in die Augen. Er wusste, dass sie nicht so über sich selbst dachte, aber für ihn war das die Wahrheit. Genauso wie das warme Gefühl, das sich jedesmal in seiner Brust ausbreitete, wenn er an sie dachte, oder das Kribbeln in seinen Fingerspitzen, wenn er sie berührte.
      Er griff nach ihrer Hand, die auf seiner Brust lag. Er küsste ihre Fingerspitzen, ihre Handfläche, ihr Handgelenk. Er spürte ihren kräftigen Herzschlag an seinen Lippen. Ein beruhigendes Gefühl. Nach dem Zwischenfall hatte er das mit seiner Mutter oft gemacht. Er hatte sie umarmt oder ihre Hand auf eine Weise gehalten, die es ihm erlaubte, ihren Herzschlag zu spüren. Das machte er mit allen, die ihm wichtig waren. Ee brauchte einfach einen physischen Beweis dafür, dass sie am Leben waren.
      Er legte ihre Hand auf seine Schulter und lehnte seinen Kopf gegen Julias Brust. Ein wunderschönes Geräusch.


    • Julia schloss die Augen, während sie ihren Kopf auf Carsons ablegte und sich in seine Umarmung lehnte. Es war so entspannend einfach nur schweigend zusammen zu sitzen und auf einmal schienen alle Verpflichtungen und Sorgen unendlich weit entfernt zu sein. Alles war unwichtig, so lange sie nur bei Carson sein konnte. Irgendwann hörte sie, dass Ricardo sich verabschiedete und die Tür des Appartements hinter sich schloss, doch sie beachtete ihn nicht.
      "Wir füllen die ganze Wohnung mit kitschigen Souvenirs und Erinnerungen.", sie kicherte leise bei den Gedanken. "Ich mag den Gedanken." Sie hob leicht den Kopf, um Carson einen Kuss auf den Scheitel zu geben. "Ich habe manchmal noch ein schlechtes Gewissen, weil ich einfach so in dein Reich eindringe und mich hier einrichte. Aber gleichzeitig gefällt es mir sehr, dass ich ein Teil deines Lebens sein darf.", gab sie zu und lächelte sanft. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals wieder so denken würde."
      Julia ließ ihre Augen durch den Raum wandern, bis er wieder an der Schneekugel hängen blieb. "Du hast mein Leben wirklich besser gemacht. Vielen Dank."
    • Carson gab eine Art freudiges Knurren von sich und warf Julia neben sich auf die Couch. Breit grinsend ragte er über ihr auf.
      "Es ist unser Reich, Julia. Du kannst dich hier so breit machen, wie du willst."
      Er beugte sich vor und küsste sie liebevoll. Auch ihren Hals bedeckte er mit Küssen, ehe er sich neben seine Traumfrau sinken ließ und sie in seine Arme zog.
      "Kaum zu glauben, dass ich ein Leben vor dir hatte. Kaum zu glauben, dass das erst vor ein paar Monaten war", lachte er, "es fühlt sich an, als kenne ich dich schon seit Ewigkeiten. Und es war niemals anders als jetzt."
      Carson konnte sich nicht erinnern, ob er übrrhauot schon einmal auf eine solche Weise glücklich gewesen war. Die Art von der man wusste, dass einfach alles richtig war und man sich um nichts Gedanken machen musste, weil einfach alles passen würde, egal was man anfing.


    • Julia lachte leise, als sie auf einmal mit dem Rücken auf den weichen Polstern der Couch landete und Carson zu ihr hinab blickte. "Ich mag deine Wohnung. Ich muss mich hier nicht breit machen."; gab sie grinsend zurück, lehnte sich dann aber zu ihm, um ihm einen kurzen Kuss geben zu können. "Trotzdem danke."
      Einen Moment lang lag sie still in den Armen des Mannes, den sie liebte, und ließ seine Worte auf sich wirken. "Es fühlt sich so an, als hätte ich mein Leben bisher nur verschwendet. Erst jetzt ist alles so, wie es sein soll.", sagte sie nachdenklich. Der Gedanke kam ihr nicht zum ersten Mal, trotzdem war es seltsam ihn laut auszusprechen. Sie legte einem Arm um Carsons Taille, damit sie etwas näher an ihn heran rutschen konnte. "Kaum zu glauben, wie anders alles noch vor ein paar Monaten war."
      Erneut schwieg sie einige Minuten lang. Sie genoss Carsons Wärme, die auf sie über zu springen schien. Hier in seinen Armen war sie sicher, niemand konnte ihr etwas tun.

      "Sag mal...", setzte sie an, nachdem sie einige Zeit lang mit sich selbst gerungen hatte. Es fiel ihr nicht leicht die nächsten Worte auszusprechen. "Möchtest du meine Eltern kennen lernen?"
    • Carson döste vor sich hin, wohlwissend dass er das genießen musste, bevor morgen der Arbeitswahnsinn von Neuem begann. Julias Frage riss ihn aus diesem friedlichen Zustand.
      "Gern. Wenn du mich ihnen vorstellen möchtest. Aber du musst nicht."
      Er strich ihr sanft über die Wange. Da sie bisher nicht viel von ihrer Familie erzählt hatte, hatte Carson geglaubt, sie spielen keine Rolle in ihrem Leben. Zumindest keine, die groß genug war, um neuen Freund nach Hause mitzunehmen. Daher hatte er es nie angesprochen.
      "Stopp mich, wenn ich wieder zu viel plane. Ich könnte einen Tisch in einem meiner Restauranrs reservieren lassen. Wenn sie von außerhalb kommen, können sie auch gwrn in einem meiner Hotels übernachten. Oder wir gehen zu ihnen, das ist auch ein Möglichkeit."
      Er stoppte sich selbst, als er merkte, das Julia weit weniger enthusiastisch war.
      "Ich überlasse das dir. Ich bin glücklich, wenn ich Teil deines Lebens sein darf, ob deine Eltern dazugehören oder nicht. Und wenn sie mich nicht mögen, dann kannst du immer noch angeben, dass dein Freund ein reicher Sack ist."
      Lächelnd küsste er Julia auf die Wange.
      "Sie dürfen sogar ins Penthouse, wenn du möchtest. Austin wird mich hassen", kicherte er leise.