[2er RPG] Burning Desire

    • Carson schüttelte lächelnd den Kopf und rollte sich auf Julia, während er sie in einen langen Kuss zog.
      "Ich hab dir doch gesagt, dass du mir nackt gefällst", raunte er und zog eine Linie von Küssen über ihr Schlüsselbein, "Himmel, Julia, nichts ist so schön wie du."
      Er richtete sich wieder auf und befreite sich von seiner Flanellhose. Jetzt waren sie beide nackt und bloß wie all die Gefühle, die immer noch in diesem Raum steckten.
      Er legte seinen nackten Körper auf Julias und machte es sich zwischen ihren Schebkeln bequem. Vorsichtig schiebt er ihre Beine noch weiter auseinander, bis die Spitze seines Geschlechts ihre warme Spalte streifte und auf Einlass wartete. Er sah ihr in die Augen, um sicherzugehen, dass sie es auch wollte. Anscheinend schon. Mit einem langsammen, himmlichen Stoß schob er sich in sie hinein, bis nur noch sie da war und er, gemeinsam. Zusammen. Vereinigt.
      Er liebte sie langsam und bedächtig. All die Wildheit, die er sonst kaum zurückhalten konnte, ist weg. Er könnte sie überall nehmen, aber das hier, das war etwas anderes. Das hier war eine erneute Bestätigung, sein Versprechen an Julia. Er würde sie immer beschützen. Das Ringen in seinem Gesicht verriet es, während er immer und immer wieder in sie hineinstieß und ganz sichergehen wollte, dass sie zuerst kam.
      Er küsste sie, verschlang sie mit Lippen, Zunge und Zähnen. Seine Hüften bewegten sich schneller und schneller, er stieß immer härter und tiefer zu.
      "Komm für mich", stöhnte er heiser zwischen zwei Küssen.


    • Julia lächelte zu Carson hinauf, als er sich wieder zu ihr legte. Sie hatte seine Reaktion erwartet und ausnahmsweise war sie diesmal nicht davon überrumpelt, sondern fühlte sich glücklich, da er trotz dem, was sie ihr erzählt hatte, noch immer so liebevoll mit ihr umging. Bereitwillig öffnete sie ihre Schenkel, damit er eine bequeme Position finden konnte. Ihre Hände strichen seinen nackten Brustkorb hinauf und legten sich schließlich um seinen Hals, damit sie ihn an sich ziehen und ihre Küsse noch vertiefen konnte. Allein die Art, wie Carson sie ansah und wie er sie küsste, ließ sie feucht werden. Noch nie hatte jemand solche Gefühle in ihr ausgelöst und sie beschloss, dass er der einzige war, der ihren Körper markieren und für sich beanspruchen durfte.
      Als Carson endlich in sie eindrang konnte sie das leise Stöhnen nicht zurück halten, das sich in ihrer Kehle bildete. Sie hatte das Gefühl, dass sie eins mit ihm geworden war und ihm so nah sein konnte, wie sie es sich gewünscht hatte. Es gab nun nichts mehr, was zwischen ihnen stand. Keine Kleider, aber auch keine Geheimnisse. Er nahm sie so an, wie sie war und allein diese Erkenntnis sorgte dafür, dass Julia sich fallen lassen konnte. Wie von allein begannen ihre Hüften sich zu heben, damit sie Carson entgegen kommen und ihm noch tiefer in sich hinein lassen konnte. Ihre Hände strichen seinen Rücken hinab, nur um wenig später wieder ihren Weg nach oben zu suchen und sich in seinen Haaren zu vergraben. Sie bekam nicht genug von diesem Mann.
      Julia wusste nicht, wie lange sie so unter Carson gelegen und ihn geliebt hatte. Als seine Bewegungen schließlich schneller und seine Küsse fordernder wurden, konnte Julia die Wärme spüren, die in ihr Aufstieg. Sie wusste, dass sie nicht mehr lange durchhalten würde, und als Carson dann auch noch "Komm für mich", sagte, war es um sie geschehen. Ihre Rücken hob sich von der Madratze, sie warf den Kopf nach hinten und stöhnte auf, als ein Orgasmus ihren Körper durchfuhr, der so stark war, dass er sie zum Zittern brachte. Sie öffnete ihre Beine etwas weiter und ihre Lippen fanden wieder die von Carson. Leise stöhnte sie, während sie sich enger an ihn presste und die letzten Wellen des unglaublichen Gefühls genoss.
    • Er schob seine Hände unter ihren rücken, als sie kam. Dann setzte er sich auf und zog sie auf seinen Schoß. Er war kurz nach ihr gekommen, hart und tief in ihr. Sie fühlte sich einfach viel zu gut an. Er küsste sie begierig wollte sie gar nicht mehr loslassen.
      Ein gedämpftes Klingeln unterbrach die gemeinsame Stille. Für einen Augenblick ignorierte Carson das Geräusch und küsste Julia auf den Hals, dann aber lehnte er sich rüber zu seinem Nachttisch und holte sein Handy aus der Schublade.
      "Davis?", meldete er sich geschäftlich.
      Als würde er nicht gerade in einer wundervollen Frau stecken und das Kribbeln seines Orgasmus in allen Gliedmaßen spüren.
      Er schwieg und hörte zu, brummte hin und wieder zustimmend. Seine freie Hand allerdings wanderte in Julias Nacken und massierte ihn sanft. Sein Gesichtsausdruck war versteinert, typisch geschäftlich eben.
      "Dann rufen Sie da an und besorgen Sie mir diesen Termin! Mittwoch. Um elf. Entweder er nimmt das, oder er bekommt keinen. Ich hab noch drei andere, die den Termin gern wahrnehmen würden. Ist nicht mein Problem. Er will die siebzehn Millionrn habeb, also soll er gefälligst auch Zeit für denjenigen haben, der ihm das Geld geben will."
      Ohne weiter Umschweife legte Carson auf und schrieb noch schnell eine Nachricht, ehe er sein Handy auf den Nachttisch zurück warf.
      "Bitte entschuldige. Normalerweise arbeite ich an einem Sonntag nicht, aber manchmal muss es dann doch sein."


    • Julia saß ganz still auf Carsons Schoß, während sie langsam wieder zur Atem kam und der Schleier, der ich über ihre Gedanken gelegt hatte, sich langsam wieder verzog. Der sachliche Tonfall, mit dem ihr Partner sein Telefon beantwortete, trug eindeutig dazu bei, dass sie schneller wieder in der Realität ankam, als sie es normalerweise nach so einem Orgasmus getan hätte. Da sich ihre Glieder aber immer noch etwas weich anfühlten, legte sie ihren Kopf auf Carsons Schulter und versuchte nicht zu kichern, damit sie sein Telefonat nicht störte. Trotzdem war die Situation, in der sie sich befand, etwas bizarr.
      "Bitte entschuldige. Normalerweise arbeite ich an einem Sonntag nicht, aber manchmal muss es dann doch sein." Sie konnte an Carsons Stimme hören, dass es ihm wirklich leid tat. Deshalb schüttelte sie nur den Kopf und gab ihm einen kurzen Kuss auf die Wange. "Das ist schon in Ordnung. Ich weiß wie wichtig dein Job ist. Du muss da keine Rücksicht auf mich nehmen. Ich mache mir nur Sorgen, dass du dich nicht entspannst." es war ein seltsames Gefühl so ein normales Gespräch zu führen, während sein bestes Stück noch in ihr steckte. Sie überlegte, ob es vielleicht unbequem für ihn war und sie aufstehen sollte, aber so wie sie Carson bisher erlebt hatte, könnte es auch genau den gegenteiligen Effekt haben, wenn sie sich jetzt bewegte...
      "Es klingt als hättest du viel zu tun. Bist du nächste Woche viel unterwegs?" Sie ließ ihre Hände ein wenig nach oben wandern, so dass sie ihm durch das dunkle Haar fahren konnte. Sie wusste zwar, wieso er die Farbe nicht mochte, doch sie fand sein Haar unglaublich schön. Gerne hätte sie ihn gefragt, ob sie sich in der nächsten Woche sehen konnten, aber sie wusste, dass das vermutlich unmöglich war. Sie hatte während des Gespräches schon herausgehört, wie ausgebucht Carson war. Sie würde sich also gedulden müssen. "Falls du mich wieder besuchen möchtest, kannst du wirklich vorher bescheid sagen, damit ich früher Feierabend mache. Du könntest auch auf der Arbeit vorbei kommen, aber dann darfst du dich nicht wundern, wenn Leah dir seltsame Fragen stellt." Kurz überlegte Julia, ob sie nicht einen Zweitschlüssel für ihre Wohnung machen sollte, damit Carson dort auf sie warten konnte, aber dann beschloss sie, dass es ihm dort vermutlich zu eng und ungemütlich wäre.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Enija ()

    • "Ach, das ist bloß wieder ein kleiner Eigentümer einer Firma, der denkt, er könne mich unter Druck setzen, indem er einen engen Terminplan vorgaukelt. Der Mann hat diese Woche nur zwei andere Termine und einer davon ist ein Essen mit der Familie."
      Carson war gern vorbereitet und er kannte den Terminplan seiner Handelspartner meistens.
      "Sein Problem ist nur, dass ich dieses Projekt fertig bekommen will. Er macht sich rar? Ich engagiere einen anderen. Er kann glücklich sein, dass ich ihm das Angebot gemacht habe. Klar, es sind nur siebzehn Millionen, aber für so eine Firma ist das ein Großauftrag."
      Er strich Julia eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte sie sanft an.
      "Ich quatsche zu viel. Ich bin nicht mehr untersegs als sonst. Die meisten Termine sind in der Stadt und ansonsten Bürozeug."
      Er küsste sie sanft auf die Nasenspitze, dann hob er Julia vorsichtig von sich und setzt sie neben sich auf das Bett.
      "Ich särde gern vorbei kommen. Ich hab dir doch gesagt, dass ich deine Freunde kennenlernen will. Aber als Mann vor einem Frauenhaus zu lauern ist wohl nicht sonderlich angebracht."
      Noch während er das sagte, bildete sich ein Plan in seinem Köpfchen. Austin musste etwas für ihn in Erfahrung bringen, aber das sollte nicht sonderlich schwer zu finden sein.


    • Julia lächelte ein wenig gequält. Sie würde sich wohl nie daran gewöhnen von was für Geldsummen Carson sprach, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. "Ich glaube für jeden außer dir, wäre es ein Großauftrag.", gab sie leise zurück, auch wenn das vermutlich nicht ganz der Wahrheit entsprach. Für sie waren solche Beträge nun einmal außerhalb ihrer Vorstellungskraft. "Aber es ist nicht nett von ihm, dass er sowas an einem Sonntag besprechen will.", fügte sie hinzu, nachdem sie es sich neben Carson bequem gemacht hatte. Automatisch zog sie die Beine ein wenig an den Körper an, da ihr nun ein wenig kalt war. Sie vermisste die Körperwärme von ihrem Partner.
      "Vielleicht sollte ich duschen und was anziehen.", überlegte sie und legte dabei leicht den Kopf zur Seite. "Oder hast du da etwas dagegen?" Sie warf Carson ein freches Grinsen zu, um zu zeigen, dass sie ihn nicht um Erlaubnis fragte. Obwohl sie ihm zu liebe auch weiterhin nackt geblieben wäre. Zumindest so lange er keinen Besuch bekam.
    • Dieses Lächeln machte ihn fertig.
      "Führe mich nicht in Versuchung, Weib", sagte Carson theatralisch und stürzte sich auf Julia, im sie mit hauchzarten Küssen zu bedecken.
      Doch dann rollte er sich von ihr und ließ sie ziehen. Er sah ihr nach und biss sich auf die Unterlippe bei dem Hintern. Er könnte einfach mitgehen, aber das würde wohl nur wieder ausarten. Vielleicht würde er was zu Essen machen?
      Als Julia im Bad verschwunden war, schlüpfte Carson wieder in seine Flanellhosen und ging runter in die Küche. Auf dem Tresen lag eine Notiz von Ricardo, die er heute morgen gar nicht bemerkt hatte. Er schmunzelte, warf den Zettel weg und schielte in den Kühlschrank. Der Halbitaliener hatte es sich nicht nehmen lassen und seinem Chef zur Beziehung gratuliert, indem er ihm einen kleinen Kuchen gebacken hatte. Die Essenspläne fielen also flach und Carson schnappte sich stattdessen die kleine Backware, mit der er zurück nach oben ins Schlafzimmer kam. Doch dort stoppte er nicht. Stattdessen schob er die Schiebetür zum Pool auf, wandte sich nach rechts und erklomm die Stufen nach oben in den Dachgarten. Der Kuchen landete auf dem Kaffeetisch, dann eilte Carson zurück und füllte die Kakaotassen noch einmal auf. Er liebte seinen Garten. Autoren hatten wirklich Fantasie und wenn man das mit Carsons Konto kombinierte... In der ganzen Stadt gab es nur diesen Dachgarten und wenn er es richtig im Kopf hatte, dann gab es in New York auch nur einen - die Voröage für diesen. Der in New York war sogar größer, weil er soch über die gesamte Dachfläche der dazugehörigen Wohnung erstreckte. Carson hatte hier nur sein Schlafzimmer, das Bad und den kleiderschrank zur Verfügung gehabt, da das zusammen kleiner war als Wohn- und Esszimmer mitsamt Küche. Dafür hatte er einen Pool über dem Esszimmer.
      Er wartete unten auf dem Bett sitzend auf seine Blondine. Er wollte ohr den Garten umbedingt zeigen! Allerdings war es draußen recht kühl, was der Höhe und der Jahreszeit geschuldet war. Daher hatte er sich aich noch einen Wollpulli übergeworfen uns war in ein paar bequeme Slipper geschlüpft.


    • Da Julia - wie so oft - keine Anziehsachen eingepackt hatte, musste sie sich auf die Kleider verlassen, die Carson bei ihrem letzten Besuch hier deponiert hatte. Die Auswahl war natürlich nicht groß, so dass sie sich am Ende für ein einfaches T-Shirt und eine Jeans entschied. Es war sicher nicht so bequem wie eine Trainingshose, aber zumindest war sie bekleidet und würde eine kurze Pause vom Sex haben. Eine Pause, in der sie sich hoffentlich etwas regenerieren konnte. Julia warf einen Blick in den Spiegel und stellte fest, dass ihr Lippen sich von allein zu einem Lächeln gehoben hatten. Am Anfang war sie von Carsons ständigen Annäherungsversuchen genervt und verunsichert gewesen. Aber seit sie wusste, was er für sie fühlte, konnte sie dieses Benehmen als Kompliment verstehen und sich sogar darüber freuen, wie er auf sie reagierte. Und dass er verdammt gut darin war, schadete auch nicht...
      Mit einem Kopfschütteln wandte Julia den Blick ab und stieg in die riesige Dusche. Das warme Wasser war angenehm auf ihrer Haut und die junge Frau schloss einen Moment lang die Augen. Lediglich der Gedanke, dass Carson auf sie wartete, sorgte dafür dass sie nicht die Zeit vergaß.

      Eine halbe Stunde später kehrte eine frisch geduschte und vollständig bekleidete Julia mit geföhntem Haar ins Schlafzimmer zurück. Als sie Carson auf dem Bett sitzen war, war ihr erster Impuls sich bei ihm zu entschuldigen, da er anscheinend auf sie gewartet hatte. Aber sie schaffte es sich zurück zu halten und ging stattdessen und gab ihm einen Kuss auf die Oberseite des Kopfes, sobald sie vor ihm stand. "Du hast dich nicht gelangweilt oder?", fragte sie, da es nicht so aussah als hätte sie Carson bei irgendetwas gestört.
    • Carson tat so, als denke er nach, damn grinste er und schüttelte den Kopf.
      "Ich habe mir vorgestellt, mit dir unter der Dusche zu sein", er stand auf und küsste Julia richtig, "allerdings habe ich davon abgesehen, es in die Tat umzusetzen, sonst hätte die Dusche ihren Zweck verfehlt. Komm. Ricardo hat uns ein Geschenk da gelassen."
      Er ergriff Julias Hand und verschränkte seine Finger mit ihren. Er führte sie hinauf in den Garten. Es war nicht so spektakulär wie der in New York, aber er hatte immerhin einen kleinen Pavillon hier oben und zwei Liegesrühle zum entspannen zwischen den Beeten mit Blumen, Gemüse, Kräutern und Obst. Ricardo liebte es hier oben auch, denn als Koch stand er auf frischd Zutaten. Es war fast gruselig, wie liebevoll er sich um die Pflanzen kümmerte, die Carson nicht eine Woche am Leben erhalten könnte.
      Den Kuchen und die heißen Schokoladen hatte er unter dem Pavillon auf den Kaffeetisch gestellt. Julia trug nur ein T-Shirt, daher holte Carson aus der Sitzbank eine leichte Decke, die er ihr um die Schultern legte.
      "Er freut sich für uns", erklärte Carson den Kuchen von Ricardo und reichte Julia eine Kuchengabel.
      Das Ding war nicht unbedingt groß, das mussten sie nicht aufteilen. Im Zweifelsfall futterte Carson das allein und verbrachte dann die nächste Woche so viel Zeit wie möglich im Fitnessstudio.


    • Mit großen Augen sah Julia sich um. Sie hatte den Dachgarten noch nie richtig gesehen und es verschlug ihr förmlich die Sprache. "Es ist wunderschön.", mehr als ein leises Flüstern brachte sie nicht heraus, als hätte sie Angst die friedliche Stimmung zu zerstören. Die Stadt schien auf einmal unendlich weit entfernt zu sein.
      Erst als sie eine warme Berührung an ihrer Schulter spürte, schaffte Julia es sich von dem Anblick loszureißen und zu dem Mann zu sehen, der ihr gerade eine Wolldecke umgelegt hatte. Dankbar lächelte sie ihn an. "Es ist, als wäre man hier in einer ganz anderen Welt.", stellte sie fest. Eine Welt, in der nur Carson und sie existierten... Julia musste zugeben, dass der Gedanke sehr reizvoll war.

      "Hast du Ricardo gesagt, dass ich deine Freundin bin? Oder hat er sich seinen Teil gedacht, nachdem er mich halbnackt in deiner Wohnung getroffen hat?" fragte sie, während sie die Gabel in die Hand nahm und sie Carsons Aussage ganz verstanden hatte. Sie wusste nicht genau, wann der Geschäftsmann dazu Zeit gehabt haben könnte, doch sie wusste, wie geschickt er im Organisieren von Dingen war, weshalb sie inzwischen kaum noch etwas wunderte. Trotzdem fühlte es sich seltsam an diese Frage zu stellen. Bisher hatten sie und Carson nie über ihre Beziehung gesprochen und es war ungewohnt für Julia, sich als die Freundin des Mannes zu bezeichnen. Eigentlich war sie sich nicht einmal sicher, als was Carson sie sah. Doch er hatte gesagt, dass er sie liebte. Das war definitiv ein gutes Zeichen.
      "Auf jeden Fall sieht es sehr lecker aus." letztendlich sorgte ihr hungriger Magen dafür, dass Julia ihre Gedanken beiseite schob, sich stattdessen an den Kaffeetisch setzte und ihre Gabel in den Kuchen stach.
    • "Dieses Puzzle hat er ganz allein zusammengesetzt, ich bin unschuldig. Der Kuchen war auch seine Idee."
      Carson grinste und schob sich ein Stück des kleinen Kuchens in den Mund. Natürlich war es Karamell! War er wirklich so berechenbar? Nein, er war einfach nur ein Junkie, der seine Sucht nicht versteckte.

      Für eine kleine Weile genoss er die Ruhe hier oben mit Julia zusammen. Der Davis atower war so hoch, dass der Lärm der Straße nicht bis zu ihnen hinauf in den Garten reichte. Julia hatte recht: es war wirklich wunderschön hier oben. Autoren hatten wirklich ein Talent dazu, die märchenhaftesten Orte zu kreiren.
      Carson legte einen Arm um Julia und lehnte seinen Kopf gegen ihre Schulter. Über der Stadt hingen ungewöhnlich viele Wolken. Sie würden wohl endlich etwas Regen bekommen. Spätherbst eben, da konnte es auch mal in San Francisco regnen.
      Es war vorbei mit der idyllischen Ruhe, als man die ersten Blotze in den Wolken sehen konnte.Carson nahm die leeren Tassen und den Kuchenteller mit nach unten. Auf dem Weg durch sein Schlafzimmer bemerkte er das Blinken seines Smartphones, ignorierte es aber. Es war Sonntag, da störte man Carson Davis nicht.
      Keine zwanzig Minuten später allerdings änderte sich das. Er saß mit Julia friedlich Wohnzimmer, genoss seine freie Zeit mit der Frau, die er liebte. Das wilde Klopfen an der Tür zum Penthouse störte diese Ruhe. Verwirrt erhob sich der Geschäftsmann von der Couch. Vor der Tür standen Chase und Austin. Der Linebacker wirkte zerknirschter als sonst und Chase unglaublich abgehetzt. Zuerst dachte Carson, etwas mit Angelica oder dem Baby stimmte nicht, doch dann wäre Chase sicherlich nicht persönlich gekommen.
      "Was ist los?", fragte Carson.
      Chase drückte sich nur an ihm vorbei ins Wohnzimmer, grabschte nach der Fernbedienung und schaltete auf einen Nachrichtensender um.
      "...Feuerwehr vor Ort. Wie es zu der Explosion kommen konnte, ist noch unklar. Die beiden betroffenen Lagerhäuser wurden erst vor zwei Tagen von Davis Industries gekauft. Laut Berichten sollten hier morgen Umbauarbeiten beginnen, um die leeren Gebäude zum neuen Firmensitz einer Kickstarterfirma auszubauen. Derzeit liegt uns noch keine Stellungnahme von Davis Industries vor-"
      Chase schaltete den Ton aus und wandte sich seinem Cousin zu, der die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Carsons angespannte Kiefer malten aufeinander. Vorbei war es mit der Ruhe und Gelassenheit seines Sonntages.
      "Ich versuche schon seit zwei Stunden, dich zu erreichen. Mittlerweile stapeln sich die Reporter vor deinem Tower. Austin hat mich durch die Tiefgarage reingeholt."
      "Was ist passiert?"
      Von dem liebevollen Carson war keine Spur mehr. Er war jetzt wieder ganz Geschäftsmann, auch wenn die Jogginghosen und der Wollpulli das nicht unbedingt unterstrichen. Workaholic eben.
      "Deine neuen Lagerhäuser sind in die Luft geflogen. Ein Feuer wurde nicht gemeldet, erst der Knall der Explosion. Verletzt wurde keiner, es war nur Baumaterial drin. Aber die Gebäude waren an nichts abgeschlossen . Kein Wasser, kein Strom und vor allem: kein Gas. Noch wissen die Medien das nicht."
      Das konnte doch nicht wahr seim! Nicht schon wieder!
      "Was rät mir mein Anwalt?", fragte Carson.
      "Das, worüber du gerade nachdenkst. Die brauchen einen Knochen, also geben wir ihnen einen. So wenig Infos wie möglich, deine Leute kümmern sich drum, das Übliche eben."
      Carson nickte und ging sich umziehen. Chase fuhr sich durch die blonde Mähne und ließ sich neben Julia auf die Couch sinken. "Hey. Tut mir leid, dass ich dich so ignoriert habe. Ist gerade alles ein bisschen stressig."
      Der Kameramann drehte die Kamera auf die meterhohen Flammen, die die Lagerhäuser verschluckten. Sie waren nicht mehr zu retten, daher konzentrierte sich die Feuerwehr darauf, die umliegenden Gebäude zu schütze und die Flammen daran zu hindern, überzuspringen.
      "Ich muss dich auch bitten, hier zu bleiben. Das Image der Firma würde darunter leiden, wenn morgen in allen Zeitungen von der neuen Flamme des beliebtesten 'Junggesellen' die Rede ist und dass er sich lieber mit dir vergnügt, anstatt sich um seine Firmen zu sorgen. Nichts für ungut."


    • Mit großen Augen sah Julia auf den Bildschirm des Fernsehers. Sie bemerkte gar nicht, dass Chase den Ton wieder ausstellte. Die Bilder der Explosion und die Löschversuche der Feuerwehr brannten sich in ihren Kopf und die Tatsache, dass hier etwas zerstört wurde, was Carson gehörte, machte alles irgendwie noch schlimmer. Der einzige Trost war, dass es keine Verletzten gegeben hatte. Trotzdem verstand die junge Frau nicht, wie so etwas passieren konnte. Ein Gebäude flog nicht einfach in die Luft, sogar ihr naiver Verstand hatte das bereits begriffen.
      Erst als sich das Sofa neben ihr ein wenig nach unten senkte, schaffte Julia es ihren Blick von den bewegten Bildern abzuwenden und zu Chase zu sehen. Sie hob kurz die Augenbrauen, da sie nicht verstand, wieso er sich bei ihr entschuldigte, schüttelte dann aber nur den Kopf. "Unter den Umständen kann ich das völlig verstehen." Erneut wanderten ihre Augen zum Fernseher, aber der Bericht zeigte noch immer die Ausmaße des Schadens, die das Feuer anrichtete. Es war beängstigend.

      "Ich muss dich auch bitten, hier zu bleiben. Das Image der Firma würde darunter leiden, wenn morgen in allen Zeitungen von der neuen Flamme des beliebtesten 'Junggesellen' die Rede ist und dass er sich lieber mit dir vergnügt, anstatt sich um seine Firmen zu sorgen. Nichts für ungut." Zum zweiten Mal holte Chases Stimme sie in die Realität zurück. Julia blinzelte einmal, es dauerte einen Moment bis sie die Bitte des Mannes ganz verstanden hatte. Doch dann nickte sie artig. "Das ist schon in Ordnung.", antwortete sie, obwohl ihr die Aussage eigentlich nicht besonders gefiel. Doch sie musste zugeben, dass der blonde Mann recht hatte. Sie hatte Carson an diesem Wochenende ziemlich in Beschlag genommen...
      "Ich rufe nachher meinen Chef an und melde mich krank.", beschloss sie, da ihr klar wurde, dass sie keine wirkliche Wahl hatte. Sie wollte nicht, dass Carson wegen ihr schlecht dastand oder leiden musste, deshalb fügte sie sich, ohne auch nur zu versuchen Widerworte zu geben. Und obwohl sie ein schlechtes Gewissen hatte, da sie Andrew anlügen musste, wusste sie doch, dass die Wahrheit zu viele neue Fragen aufwerfen würde, die sie nicht erklären konnte - oder nicht erklären durfte.
    • "Du rufst niemanden an", kam es von Cardon, der im teuren Markenanzug steckend dke Treppe aus seinem Schlafzimmer herunterkam.
      Er fuhr sich mit den Hönden ein paarmal durch die dunklen Haare, um sienin Form zu bringen. Er hatte sich in der kurzen Zeot sogar rasiert.
      "Ich regle das. Und ich erde nicht zulassen, dass meine Firmenprobleme dein Leben beeinträchtigen. Austin wird dich morgen pünktlich zur Arbeit bringen."
      Chase erhob sich, verabschiedete sich knapp und mit entschuldigendem Gesichtsausdruck von Julia und ging schon einmal vor zur improvisierten Pressekonferenz. Carson beugte sich über die Rückenlehne der Couch und küsste Julia auf den Scheitel.
      "Das wird nicht lange dauern, versprochen. Ich bin gleich wieder da."
      Zusammen mit Austin machte sich Carson auf den Weg nach unten. Sein Sicherheitspersonal hatte ganze Arbeit geleistet und niemanden in die Lobby des Towers gelassen. Die beiden Davis und der Linebacker hielten auf die Glastüren zu und ließen keinen Zweifel an ihrer Position. Dank Austins Leuten wichen die Reporter zurück in den Regen, der endlich fiel, und ließen Carson damit Platz. Man stellte ein kleines Podest unter die schmale Überdachung vor dem Eingang des Davis Tower bereit, damit der Firmeneigentümer auch gut zu sehen war.
      Alle Kameras und Mikrophone wurden auf Carson gerichtet, als dieser auf das Podest stieg. Die vielen Fragen, die ihm entgegen geworfen wurden, verstummten, als er die Hönde hob. Es herrschte von jetzt auf gleich gespenstiges Schweigen, das nur vom leisen Rauschen des Regens und dem ein oder anderen Auslösegeräusch einer Kamera durchbrochen wurde.
      "Ich werde mich kurzfassen und keine Fragen beantworten", stellte er gleich zu Beginn klar, "heute um elf Uhr siebenundvierzig ist ein Teil der zwei Lagerhäuser, die Davis Enterprises am Freitag käuflich erworben hat, explodiert. Bis jetzt weiß ich nicht mehr als Sie über diese Angelegenheit. Aber ich versichere Ihnen, dass mein Sicherheitspersonal eng mit der Polizei zusammenarbeiten wird, um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen. Für den Augenblick sollten wir alle dankbar sein, dass es keine Verletzten gegeben hat."
      Das Gebrüll an Fragen kehrte zurück, als sich Carson von dem Podest entfernte.
      "Mr. Davis! Stimmt es, dass das nicht der erste Zwischenfall dieser Art ist?"
      Carson knirschte mit den Zähnen, ging aber weiter. Wenn er jetzt stehen blieb oder gar antwortete, dann würde das nur negative Folgen haben. Sie hatten ein Statement gewollt, sie hatten eines bekommen. Er wollte jetzt den Rest seines Sonntages genießen und sich erst morgen damit beschäftigen. Austin würde die Lage erdt einmal in den Griff bekommen wollen, bevor es an die Aufräumarbeit ging.

      "Ich will Tommy an der Sache dran haben. Er soll sich morgen bei mir melden. Und wehe, die schicken die Brandermittlung rekn, bevor die nicht alle eime Verschwiegenheitsklausel unterzeichnet haben!"
      Chase hing schon am Telefon, als Carson seine Befehle gab. Der Anwalt nickte und ließ seinen Cousin wieder in Ruhe.
      Carson ging zu Julia und schloss sie in seine Arme. Er hob den Kopf nur, um sie stürmisch zu küssen.
      "Kein Wort über das alles", forderte er und vergrub seine Finger in ihrem weichen, vollen Haar, "das sit Arbeit undnich will jetzt nicht an Arbeit denken."
      Ein weiterer Kuss filgte. Er schob Julia langsam nach hinten, bis er nach der Fernbedienung angeln konnte, um die Glotze auszuschalten. Alles, was er wollte, stand gerade vor ihm.


    • Julia sah den Männern besorgt hinterher, als diese das Apartment verließen. Doch da es nichts gab, was sie tun konnte, konzentrierte sie sich wieder auf den Fernseher, auf dem noch immer ein aufgeregter Reporter von dem Unfall erzählte. Und schon wenige Minuten später schwang die Kamera herum und zeigte ein Podest, das vor dem Eingang des Davis-Towers aufgestellt worden war und hinter das in diesem Moment Carson trat. Er trug einen strengen Ausdruck auf dem Gesicht, während er sich knapp und sachlich zu dem Vorfall äußerte. So ernst die Lage auch war, musste Julia doch zugeben, dass der Geschäftsmann dabei unglaublich gut aussah... vielleicht war sie aber auch ein wenig voreingenommen.

      Nachdem Carson wieder im Tower verschwunden war, brach das Bild des Reporters ab und die Nachrichten zeigten stattdessen wieder Aufnahmen der noch immer brennenden Lagerhallen. Eine Sprecherin berichtete kurz über den Stand der Löscharbeiten und begann zu spekulieren, ob es sich um einen Anschlag handelte und dieser vielleicht nur einer von vielen sein könnte. Julia zog die Augenbrauen zusammen. Die letzte Frage, die der Reporter Carson hinterher gerufen hatte, hatte sie stutzig gemacht. Sie hoffte sehr, dass es sich nur um üble Gerüchte handelte und ihr Freund nicht in Gefahr war. Sie wollte nicht, dass ihm etwas geschah.
      Aber bevor Julia sich noch weiter sorgen konnte, öffnete sich die Tür und der - noch immer gutaussehende - Geschäftsmann trat ein. Er wirkte noch immer angespannt, aber sein Blick wurde etwas sanfter, als er auf Julia zukam und sie küsste. Automatisch lehnte die junge Frau sich in seine Umarmung und schlag ihre Arme um seine Taille, damit sie ihm noch etwas näher sein konnte. Es war beruhigend, dass er trotz all dieser schrecklichen Ereignissen noch unversehrt bei ihr war.
      "Kann ich irgendwas tun, damit es dir besser geht?", fragte sie, nachdem er ihre Lippen für einen Moment lang frei gelassen hatte und sie wieder zu Atem gekommen war. Er wollte zwar nicht, dass sie mit ihm über den Vorfall sprach, doch trotz allem würde sie gerne etwas tun, damit er sich entspannte. Aber sie hatte inzwischen gelernt, dass sie nicht einfach die Führung übernehmen sollte... und gerade jetzt war es sicher eine schlechte Idee Carson die Kontrolle zu nehmen. "Weißt du, ich hätte nichts dagegen etwas länger bei dir zu bleiben.", gab sie nach einer kurzen Pause zu.
    • "Dann zieh doch hier ein", sagte Carson und küsste Julias Hals.
      Er meinte das vollkommen ernst, auch wenn sie einander erst seit einigen Wochen kannten. Wenn Julia nicht beinihm war, dachte er beinahe pausenlos an sie. Wenn sie zu ihm ins Penthouse zog, könnte er sie jeden Tagen sehen, jeden Abend mit ihr einschlafen, jeden Morgen mit ihr aufstehen. Für den Augenblick gab er sich damit zufrieden, sie in seinen Armen zu halten und zu wissen, dass die bei ihm war.
      Er küsste sie noch einmal, dann zwang er sich von ihr los und lockerte die Krawatte und öffnete die oberen Knöpfe seines Hemdes. Er versuchte gar nicht erst, Julia von seiner spontanen Idee zu überzeugen. Er wusste, dass er sie hier haben wollte. Das Angebot war nicht zeitlich begrenzt.


    • Julias Augen weiteten sich und diesmal lag es nicht an der sanften Berührung von Carsons Lippen an ihrem Hals.
      Er wollte, dass sie bei ihm einzog? Einfach so? "Ähm... eigentlich meinte ich damit, dass wir vielleicht doch auf Chase hören sollten und ich erstmal hier bleibe...", setzte sie zögerlich an. Ursprünglich wollte sie nur, dass Carson sich wegen ihr keine Umstände machte und seinen Fahrer zwang sie morgen zur Arbeit zu fahren. Auf die Idee, dass sie hier dauerhaft leben könnte, was sie gar nicht gekommen und sie kam ihr auch jetzt noch ein wenig absurd vor. Sie konnte doch nicht einfach nach ein paar Wochen mit jemandem zusammen ziehen. Oder?
      Einen Moment lang schloss sie die Augen, um die zwiespaltigen Gefühle, die in ihr tobten, zum Schweigen zu bringen. Sie musste eindeutig lernen direkter zu sein...

      "Carson, ich liebe dich. Und ich möchte mit dir zusammen sein", es fühlte sich immer noch ungewohnt an, diese Worte auszusprechen, aber Julia meinte das sehr ernst. "Nur wenn ich mit dir zusammen ziehen würde, hätte ich das Gefühl, dass ich dich ausnutze, weil ich nichts beitragen kann. Es ist egal wie reich du bist, es kommt mir irgendwie falsch vor auf deine Kosten zu leben." Sie biss sich auf die Unterlippe. "Das klingt für dich vermutlich kindisch. Tut mir leid."
    • Ein warmes Gefühl breotete sich in ihm aus, als Julia diese zauberhaften Worte aussprach.
      "Ich liebe dich auch. Und deshalb lass mich dir sagen, dass das überhaupt nicht kindisch ist. Im Gegenteil. Ein Kind würde jedes meiner Angebote annehmen und sich nichts dabei denken. Mittlerweile weiß ich ja, dass ich beindir ein bisschen... penetranter sein muss. Sieh es so: wenn du es dir anders überlegst, weißt du ja, wo du mich findest."
      Mit einem Lächeln, dass er wahrscheinlich bei jeder seiner 'freundschaftlichen' Geschäfte einsetzte, entledigte sich Carson seines Jacketts, das er ordentlich faltete und über die Couchlehne legte. Man konnte ganz genau sehen, dass Kilometer zwischen dem Geschäftsmann Mr. Davis und dem schwerreichen, Süßigkeiten liebenden Carson lagen.
      Er öffnete die Manschettenknöpfe des Hemdes und krämpelte die Ärmel bis zu den Ellenbogen hoch. Er schenkte Julia noch ein charmantes Lächeln, ehe er in die Küche marschierte. Irgendwann musste man ja auch essen und wenn man mal so auf die Uhr sah, dann bemerkte man, dass von dem kostbaren Sonntag nicht mehr viel übrig war.


    • Es fiel Julia unglaublich schwer standhaft zu bleiben, wenn Carson sie so charmant anlächelte und sich gleichzeitig sein Jacket auszog. Sie war sich sehr sicher, dass er genau wusste, was er mit ihr anstellte und ein kleiner Teil von ihr hasste sich selbst, weil sie sich so von diesem Mann um den Finger wickeln ließ. Aber ihre Angst, sich zu schnell auf etwas einzulassen und die selben Erfahrungen zu machen wie in ihrer letzten Beziehung, hielt sie zurück.
      Insgeheim wunderte es sie ein wenig, wie schnell er das Thema fallen ließ. Normalerweise ließ er nicht locker, bis er seinen Willen bekommen hatte und Julia hatte beinahe schon damit gerechnet, dass er ihr anbieten würde, als Gegenleistung jeden Tag nackt in seinem Bett auf ihn zu warten... oder etwas in dieser Art.

      Aber heute verhielt er sich erstaunlich artig und verschwand stattdessen in der Küche. Die junge Frau folgte ihm, nachdem sich ihre Verwirrung etwas gelegt hatte. "Kochst du?", fragte sie, als sie hinter Carson zum Stehen kam. Sie sah den Mann vorsichtig an, um sich davon zu überzeugen, dass er wirklich nicht sauer auf sie war. "Darf ich dir helfen?"
    • "Noch koche ich nicht, aber ja, das ist der Plan", antwortete Carson und fischte einige Utensilien aus einem der Hängeschränke.
      Wenn er kochte, folgte er immer einem kmaren Plan, den er auch nie abänderte. Erst die benötigten Küchenutensilien, dann die Zutaten, die alle so verarbeitet wuren, dass sie nur noch hinzu gegeben werden mussten und das eigentliche Kochen folgte dem Prinzip: Basis, Aufbau, würzen, wobei die Basis sowohl aus Geschmacksträgern, als auch aus dem, was am längsten dauerte, bestand.
      "Du kannst gern helfen", sagte Carson, als er ddn Kühlschrank plünderte, "aber sei gewarnt: angeblich soll ich ein Tyrann in der Küche sein."
      Er grinste, wusste aber irgendwo in den Tiefen seines Verstandes, dass das stimmte. Gutes Esden konnte eben nur durch Disziplin entstehen.
      Er versuchte, seine Anweisungen nicht wie Befehle klingen zu lassen. Er versuchte es wirklich und es funktionierte. Am Ende hatten sie eine perfekte Paella, die Carson sogar kunstvoll auf zwei Tellern arrangierte.
      "Und? Bin ich ein Gordon Ramsey?", fragte er scherzhaft, als er mit den Tellern ins Esszimmer an den Tisch kam. Zum Essen gab es einen dreitausend Dollar Wein, einfach nur weil Carson konnte.


    • Julia lächelte etwas, auch wenn Carson das nicht sehen konnte, da er seine ganze Aufmerksamkeit gerade dem Kühlschrank widmete. "Wir haben schon einmal gekocht und du hast mich nicht aus der Küche geworfen. Ganz so schlimm kann es also nicht gewesen sein." Es war eindeutig hilfreich, dass Julia anstandslos Befehle befolgte, da sie das so gewohnt war. Wäre sie etwas sturer, hätten sie sich damals vielleicht gestritten. Aber daran wollte die junge Frau ihren Partner wirklich nicht erinnern, da sie einfach froh war, dass sie bei ihm sein durfte. "Ich finde es schöner, wenn wir etwas zusammen machen, als wenn du mich die ganze Zeit bedienst." Vermutlich klang es etwas ironisch, da Carson derjenige war, der sich von seinen Angestellten umsorgen ließ.
      Während des Kochens fühlte Julia sich ein wenig wie eine Krankenschwester im OP, die dem Oberarzt seine Utensilien reichen durfte. Aber obwohl ihre Rolle bei dem Zubereiten des Essens nur klein war, freute sich, dass Carson ihre Hilfe überhaupt annahm. Und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen.

      "Die Sachen, die ich kochen kann, können damit wirklich nicht mithalten. Vielleicht sollte ich deinen Koch um Nachhilfeunterricht bitten.", scherzte sie, während sie das Besteck auf den Tisch legte, während Carson die elegant angerichteten Teller dort abstellte. "Und ich würde jederzeit wieder mit dir kochen, wenn du mich lässt.", sie lächelte den Mann an und nahm dann Platz. Das Essen roch einfach zu gut. Trotzdem wartete sie, bis auch Carson saß und sie ihm einen guten Appetit gewünscht hatte. Egal wie hungrig sie war, diese Angewohnheit würde man ihr so schnell nicht abgewöhnen.
      "Wenn ich dich vorhin richtig verstanden habe, bleibe ich diese Nacht noch?", griff sie das auf, was Carson gesagt hatte, bevor er zur Pressekonferenz verschwunden war. Sie wusste, dass sie den Vorfall nicht mehr ansprechen durfte, aber dieses Detail war doch sicher in Ordnung... "Ich finde es schön, dass wir noch etwas Zeit zusammen haben." erneut lächelte sie, bevor sie sich eine Gabel mit Paella in den Mund steckte.