[2er RPG] Amnesia

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    • Der Anblick der Frau beruhigte ihn, auch wenn es ihn nicht ganz entspannen ließ. Bei der Lebensgefährtin des so ruhig und freundlich erscheinendem Vampirs, hatte er sich doch etwas anderes vorgestellt. Stattdessen stand vor ihnen diese taffe Frau, die es sicherlich auch mit einigen kräftigen Typen aufnehmen könnte. Sie war schon etwas beängstigend. So konnte er es verstehen, dass Xavier nun doch eher vorsichtig seine Fragen stellte. Immerhin gab es Ja nach wie vor einen Rassenkonflikt. Und wenn der Aschblonde eine erste Einschätzung hätte geben sollen, wäre er sich sicher gewesen, dass sie voll und ganz daran beteiligt war. Ihr Selbstbewusstsein war quasi greifbar und sie war anscheinend sehr genervt von der Situation, die zwei Jugendliche bei sich in der Wohnung zu haben. Und Pseudo Krieg? Für Vannon war das alles andere als irgendeine Fehleinschätzung oder sonstiges. Ihm kam das sehr, sehr real vor! Aber er traute sich nicht, etwas gegen ihre Worte zu sagen. Schon gar nicht, nachdem er dieses Knurren gehört hatte, was ihn an einen sehr wütenden großen Hund erinnerte.
      Umso willkommener hieß er die Hand seines Freundes, welche er fest in seiner hielt, auch als sie bereits saßen. Vielleicht war sie auch sauer, weil das Bad noch zu unordentlich war. Oder weil die beiden die Betten nicht gemacht hatten. Wenn sie ein ähnliches Temperament wie der Grießgram vorweisen würde, dann könnte sowas schon verheerende Folgen haben.
      Dann stieß sie sich auch noch von der Wand ab, was den Greif kurz zusammen zucken ließ. Er hatte sich es immer gewünscht, auf neue Gestaltenwandler zu treffen. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Die Werwölfin schüchterte ihn ein, ohne dass er wirklich etwas gemacht hatte. Und wieso schnüffelte sie an den beiden. Etwas verunsichert sah er zu ihr auf. Er verstand ihr Problem mit ihm nicht. Hatte er sich falsch verhalten? Langsam legte er den Kopf schief. "Uhm . . Mein Name ist Vannon. Ich bin der Greif. Also, das haben Sie wahrscheinlich gerade festgestellt. Stört Sie irgendwas? Falls Sie Angst haben, dass ich etwas kaputt mache: Das sollte eigentlich nicht passieren. Ich bin manchmal etwas paddelig, aber nur als Greif. Und . . Diese Form werde ich sicher nicht in der Wohnung annehmen." Er war nun der Meinung, sich genug erklärt zu haben. Immerhin hatte er - noch - nichts angestellt. Sie hatte keinen Grund, ihn einfach nicht zu mögen. Immerhin war ihre Rasse auch nicht von allzu hohem gesellschaftlichem Stand. Sie sollten beide gegenseitig den selben Respekt für einander vorweisen. Auch wenn Vannon sich als Gast immer noch ein wenig besser zu benehmen hatte. Trotzdem erlaubte er sich eine Frage: "Haben Sie gesehen, wie leer die Stadt ist? Was ist passiert?"
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Der skeptische Blick der Werwolfdame verhärtete sich nur noch mehr als der junge Greif begann wie wild sich zu entschuldigen und auf Zwang versuchte die richtigen Worte zu finden. Die Wolfdame sah dafür gar keine Notwendigkeit, die kleine Unordnung im Badezimmer müsste ohnehin ihr Freund später aufräumen, und durch das Vorwarnen hatte sie nicht einmal einen Blick ins Schlafzimmer geworfen in dem das Paar normalerweise übernachtete. Nachdem sie die Brünette wieder aufgerichtet hatte nahm sie erneut einen tiefen Schluck des Bieres. Der Geruch der von ihr ausging war alles andere als üblich. Sie roch stark nach herben Parfüm, mit einer Unterstrichenen Hundenote. Vermutlich trug sie nur so viel Parfüm um von ihrem eigentlichen Körpergeruch abzulenken. Ihr stark ausgeprägtes Gebiss wirkte fast schon bedrohlich vom reinen ansehen und die tief schwarzen Augen gaben ihrem auftreten eindeutig den Rest. "Wofür entschuldigst du dich, ist doch nichts zu Bruch gegangen oder so...und das du dich selber so mit Vorurteilen betitelst ist ja fast schon ein Anzeichen von Lakaiverhalten", bei dieser aussage sah sie eher streng zu dem Blonden Vampir hinüber der etwas unsicher zur Seite blickte.
      Sie schien sich nicht wirklich für die besagte Situation zu interessieren und nahm das ganze auch nicht wirklich ernst. "In der Stadt? Ja...da ist eine Bombe hochgegangen, mitten in der Innenstadt, danach hat mit Tony sofort angerufen ich solle nachhause gehen um nach euch zu sehen, ich war sowieso bereits auf dem Heimweg", Xavier blickte diesem nur etwas skeptisch entgegen, anscheint schien die Wolfsdame nichts über irgendwelche Kriegsangelegenheiten zu wissen, viel eher ignorierte sie alles, oder sah es als Spielerei an. "Wisst ihr, diese Gerüchte mit diesem Krieg sind doch absurd, Terroranschläge und ähnliches, Gewaltverbrechen stehen an der Tagesordnung, was soll schon groß passieren?"fast schon etwas ironisch klangen ihre Worte.
    • Zu den Aussagen bezüglich der Situation wollte der Greif sich nun erst recht enthalten. Anscheinend hatte sie tatsächlich andere Ansichten. Woher diese rührten, konnte er sich nur schwer vorstellen. Klar, die Welt war schlecht, aber so viele negative Ereignisse auf einmal waren doch auch nicht normal. Das sollte selbst jemand mit solch einer verbitterten Ansicht einsehen. Doch das wollte Vannon wirklich nicht mit ihr diskutieren. Er hatte das Gefühl, als würde sie einiges auf dem Kasten haben und nur der Gedanke daran, wie sie sich in seinem Nacken verbeißen könnte, ließ ihn sich diesen murrend reiben.
      "Hören Sie, ich bin wirklich kein Lakai. Jedenfalls nicht solange ich bei Xavier bleiben kann. Ich versuche mich nur, wie es passt, in dieser Gesellschaft zu fügen." Das traf auf sie anscheinend nicht zu. Immerhin machte sie den Eindruck, als würde sie sich von niemandem etwas sagen lassen. Aber ob sie auch stolz darauf war, ihrer Rasse anzugehören? In diesem Punkt war er sich eher unsicher.
      Langsam stand er auf und ging zu einem der Fenster, um den Vorhang ganz leicht beiseite zu schieben und nach draußen zu sehen. Er konnte das Gefühl nicht wirklich beschreiben, aber es war doch eigenartig, sich als Geschöpf der Sonne bei zwei Geschöpfen der Nacht aufzuhalten. Wobei er dies eigentlich nie bei dem Blonden empfand. Wahrscheinlich löste die Anwesenheit der Werwölfin dieses Unbehagen aus.
      Die Stadt war immer noch totenstill. Er sah draußen keine einzige Person. Für einen Bombenanschlag doch auch recht merkwürdig. Versteckten sich dann alle in ihren Häusern? Doch nicht in einer solch riesigen Stadt. Der Rauch war soweit entfernt gewesen. "Wissen Sie, wo die Bombe hoch gegangen ist und ob man mehr darüber weiß?", fragte der Aschblonde nun doch weiter nach und sah wieder zu ihr. Mit dieser Frage musste er kein Statement auf ihre Sicht der Situation geben und das wäre auch besser so. Trotzdem wollte er wissen, was vor sich ging. Und im Grunde auch, warum Antony nicht auch nach Hause gekommen war. Aber das könnte ein heikles Thema sein und auf keinen Fall wollte er einen emotionalen Ausbruch - egal in welche Richtung - von Seiten der Brünetten riskieren.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Er versuchte sich also in die Gesellschaft einzufügen? Erneut hob Claudia etwas skeptisch ihre Augenbraue in die Höhe und verschränkte wieder die Arme vor der Brust ehe auch sie sich mit ihrem Bier auf dem Sofa neben Xavier nieder ließ und ein tiefes seufzen aus ihrer Kehle dringen ließ. Diese Art und Weise sich anzupassen war überhaupt nicht nötig. Sie lebten hier in Frankreich...er war also kein Lakai. Natürlich wusste sie das für einige Rassen die Gesetze dennoch sehr erschwinglich waren, doch jeder war seines Glückes Schmied. Doch so wie sich der Aschblonde gab konnte man glatt denken er war wirklich der Lakai des Blonden Vampirs, doch Xavier machte auf die Wolfsdame nicht wirklich einen guten Eindruck. Er wirkte schmächtig und still, eher wie eine Frau.
      "Neija weißt du, Lakai sein bedeutet nicht gleich vom Staat zugeteilt zu werden. Es gibt da große Unterschiede. Die Grenze zwischen Unterwürfigem Verhalten, Liebe und Freundschaft ist meist nur ein Katzensprung entfernt", danach nahm sie den letzten Schluck ihres Bieres, stellte die Grünliche Glasflasche auf den Tisch und erhob sich ehe sie sich ebenfalls zum Fenster begab und ein Stück fern von Vannon seinen Körper begutachtete. "Also...ich habe ja noch nie viel mit Greifen zu tun gehabt, aber wenn ich mir so deinen Körper anschaue würde ich schon meinen das du mehr als Reif bist", erneut musterte sie ihn.
      Das wechseln des Themas und doch wieder zurückkommend auf das Pseudokriegs Gespräch ließ die Wolfsdame etwas genervt knurren. "Zum einen...nenn mich bitte Claudia und lass das Förmliche Gerede, das habe ich in meinem Job schon genug und zum anderen ist die Bombe in der nähe vom Louvre hochgegangen. Es gibt Spekulationen über einen Terroranschlag doch so wirklich will darüber niemand reden. Doch um ehrlich zu sein...musste doch früher oder später ein Krieg beginnen, es wäre nicht der erste und zum anderen liegen die Staatsmächte so im Klinsch da ist es kein Wunder das, das ganze auf dem Rücken der streitenden Rassen ausgetragen wird", sie teilte in dieser Angelegenheit anscheint ihre eigene Meinung und dahinter stand sie felsenfest.
    • Plötzlich hatte er das Gefühl, sie würde ganz anders von ihm sprechen als zuvor. Jedenfalls hatte er keine allzu große Angst mehr vor ihr. Das bedrohliche ihm gegenüber war zwar noch da, aber der Greif war nun der Meinung, es besser einschätzen zu können. Trotzdem warfen ihre Worte in ihm wieder viel zu viele Fragen auf. Unterwürfiges Verhalten, Liebe und Freundschaft? Irgendwo hatte Vannon all dies für seinen Freund übrig. Er schielte kurz zu dem Blonden. Doch sprach die Werwolfs-Dame sicher nicht von der selben Liebe, an die er dachte. Oder waren sich diese Gefühle doch so ähnlich, dass er es vielleicht einfach nicht sah? Schnell sah er wieder nach draußen. Diese Fragen musste er sich wohl oder übel irgendwann selber beantworten. Er würde weder von Xavier, noch von Claudia, oder sonst irgendeinem eine plausible Antwort für sich finden.
      Das Ansprechen auf die Reife des jungen Greifen, ließ ihn etwas erröten. Nicht, weil er sich dachte, dass es in irgendeinem . . nun ja . . sexuellen Sinne gemeint war, sondern eher, weil er sich geschmeichelt fühlte. Er sah also schon nach einem richtigen Greif aus. Das freute ihn ungemein, allerdings brachte es auch Nachteile mit sich. Würde man die freistehenden Greifen in einen Krieg einziehen, würden sie ihn dann sicherlich nicht links liegen lassen. Der Gedanke ließ ihn sich wieder vom Fenster abwenden und neben den Vampir aufs Sofa zurück sinken lassen. Er versuchte sich wieder auf den eigentlichen Kernpunkt der Unterhaltung zu konzentrieren, auch wenn er sich innerlich immer noch wie ein kleines Kind freute. Nachher müsste er Xavier unbedingt fragen, ob er genauso dachte.
      Seine Antwort ließ etwas auf sich warten, was sicherlich nicht zur Freude der unerwartet gesprächigen Werwölfin beitrug. "Ich hab sowas schon häufiger gehört. Also, dass es irgendwann zu einem Krieg kommen musste.", begann er nachdenklich, wobei er kleine Fussel von dem Oberteil des Blonden abzupfte. Er mochte sich noch nie mit diesem Thema beschäftigen, trotzdem hatte er ein eigenartiges Interesse daran, alles über die Beweggründe zu erfahren. "Aber wieso? All dieses Gerede von wegen längste Friedensphase in der Geschichte der Länder und so. Ich war nie gut in Geschichte, auch nicht in Politik. Aber was ist das Problem unserer Staatsmächte? Ihre Länder sind reich, es gibt genug soziale Probleme in der eigenen Gesellschaft. Muss man denn so ein schusseliger Tollpatsch wie ich sein, um zu sehen, dass ein Krieg alles nur schlimmer macht? Wer sitzt denn dort oben, dass man so blöd sein kann, sich selbst und ganze Nationen in den Tod zu stürzen." Er wand seinen Blick kurz auf Claudia. "Hast du überhaupt keine Angst, dass du durch diesen Dreck von Personen getrennt wirst, die du liebst?"
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Anscheint schien der junge Greif nur selten solch "Kompliment" zu bekommen wie gerade von ihr. Es schien ihn zumindest sehr zu freuen als die Wolfsdame ihn als Reif bezeichnete. Doch alleine dies schien er wohl etwas falsch verstanden zu haben. So wie sie den Greifen einzuschätzen wusste, war er Körperlich bereits bereits so gut wie aus seinen Pubertätsjahren ausgetreten, das kannte sie von sich ebenfalls. Doch ob der Geistige Zustand den selben Level hatte wie der Körper war zu bezweifeln vor allem wenn Claudia ihm über das Thema Krieg sprechen hörte. Er war noch sehr naiv. Die Brünette blickte erneut zu Xavier als sie sich gegen die Wand lehnte. Ihr Eindruck von ihm war dagegen ganz anders. Vampire waren in ihren Augen eine verdorbene und dumme Gattung...sie manipulieren andere, Leben so lange wie sie es für richtig halten und schätzen dies nicht einmal, fügen anderen Schmerzen zu und fühlen sich Allwissend. Gut, sie musste zu geben, sie führte ja selber eine Beziehung mit einem Vampir, aber diese Verbindung zu Antony war einfach ganz anders gewesen und vor allem ganz anders zustande gekommen. Doch von ihm wusste sie mehr als genug über diese Art Wesen. Im Gegensatz zu den Gastaltwandlern und vielen anderen Gattungen gab es im Leben eines Vampirs so gut wie keine Lebensabschnitte.
      Einem Themenwechsel stand nichts im Wege und begrüßte Claudia in mancher Hinsicht sogar und nickte zustimmend. Natürlich lebten sie in der längsten Friedensphase seit dem großen Abkommen vor vielen Jahren doch irgendwann muss alles zu Ende gehen, so auch dieses Abkommen. Auch Xavier sah nun etwas schüchtern und verdutzt über die Aussage von Vannon zu ihm. "Van...ich glaube du hast das alles noch nicht ganz verstanden...", meinte er zögerlich doch sofort fiel ihm wieder die Wolfsdame ins Worte und stieß davor ein seufzen aus welches die Aufmerksamkeit wieder auf sich zog. "Wir sind hier in Frankreich, einem sehr reichen Staat. Doch andere Länder sind viel Ärmer als wir, doch um ehrlich zu sein hat das ganze mit Geld nichts zu tun. Die Naturvölker beispielsweise leben ihr Leben ohne Geld und Besitztümer, es gibt so viele verschiedene Lebewesen auf der Erde wo ein geregeltes zusammenleben möglich gemacht werden muss und die Politik ist dafür zuständig. Doch gibt es immer jemanden der mehr Macht will, mehr Geld, oder mehr Anerkennung. Natürlich sind die sozialen Schichten immer noch ein großes Problem, das Gastaltwandler immer noch als Unterwürfig gezählt werden und Reinblütige Völker wie Vampire oder Walküren die Hauptplätze der Politik belegen. Die Werwölfe haben sich wegen ihrer großen Population recht schnell Nord-Amerika unter den Nagel gerissen was nur wenige Völker geschafft haben", dem Greifen irgendetwas über Politische Regelungen vorzusetzen wäre im jetzigen Augenblick gar nicht Sinnvoll gewesen da Claudia sich denken konnte das der Aschblonde dies eh nicht verstehen würde.
      Sie atmete tief ein und lockerte den Griff um ihren Körper etwas, fuhr sich durch die Haare und lächelte leicht. "Natürlich, ich denke jeder hat Angst in solch einer Situation, doch wenn du aus einem sehr Aggressiven Verhältnis stammst siehst du viele Dinge anders. Ich habe von meinen Eltern gelernt auf mich selber aufzupassen, meine Eltern sind jetzt tot und die anderen aus meinem Umfeld hatten nie eine richtige Bindung zu mir, geschweige den ich zu ihnen. Antony ist der einzige den ich noch habe, viele Fragen sich wie eine Beziehung zwischen uns Funktionieren kann da es doch sehr untypisch ist. Doch was sowas angeht habe ich keine Angst, denn früher oder später falls wir beide so lange zusammen bleiben sollten werde ich sowieso sterben und Antony wahrscheinlich nicht. Wir Leben jeden Tag als wäre es unser letzter Gemeinsam, sind spontan und tun vieles aus Leidenschaft zueinander, einfach weil dieses Thema zu sterben so verdrängt wird von der Gesellschaft", die Worte von der jungen Dame klangen wirklich ernst, doch um Längen nachzuvollziehen. "Abgesehen davon habe ich kein Interesse daran Antony zu bitten mein Leben zu verlängern, den warum sollte ich das tun? Jedes Wesen hat eine bestimmte Zeit auf Erden und danach muss es gehen...das selbe gilt auch für unsterbliche, normalerweise sterben Vampire nicht durch Fremdeinwirkung sondern durch Selbstmord"
    • Allein die Worte des Vampirs spornten ihn an, nun wirklich zu verstehen, was da draußen in der Welt vor sich ging. Doch auch wenn sich die Brünette wahrscheinlich die größte Mühe gab, es verständlich für den Greif auszudrücken, so verstand er doch gar nichts. Schon klar, Macht spielte so ziemlich die größte Rolle in diesem Thema. Aber er fand in den Worten der Frau keine Antwort auf die Fragen in seinem Kopf. Sie hatte es doch ganz richtig gesagt: Die Naturvölker lebten glücklich. Ohne Geld und all das, was hier wohl als normal eingestuft werden kann. Wieso konnten sich nicht alle mit solch einfachen Sachen zufrieden geben? Wieso sehen sie nicht, dass sie mit ihrer Gier nach mehr bloß verlieren können? Ihm brummte der Schädel und murrend vergrub er seinen Kopf an der Schulter des Blonden, während er ihren Worten weiter Gehör schenkte. Das war zwar unhöflich, aber sie hatte selbst gesagt, dass sie dieses förmliche Gehabe nicht lag. So würde sie ihn sicher nicht dafür verurteilen, wenn er den Blickkontakt nicht zu ihr hielt. Das hatte er ja zuvor auch schon nicht wirklich getan.
      Er wusste nicht recht, wie er ihr Geständnis einschätzen sollte. War es nun gut oder schlecht, dass eine Frau mit solch einer Präsens auch Angst hatte? Wahrscheinlich gut. Er hatte oft gehört, dass Angst was ganz normales sei und einen auch schützte, oder in manchen Lagen sogar Kraft verleihen konnte. Trotzdem überraschte es ihn, dass stärkere auch vor etwas Angst haben konnten. Bestimmt hatte Xaviers Vater auch Angst um seine Familie und wusste dies bloß zu verstecken. Und Claudia zeigte ihre Angst genauso wenig, oder wusste sie zu kanalisieren. Das konnte Vannon noch nicht von sich behaupten. Und gerade in diesem Moment packte sie ihn wieder. Sie hatte Recht. Der junge Greif verdrängte den Gedanken an den Tod genauso. Aber nun, wo sie es derart direkt aussprach, musste er die Lage auch auf sich und seinen besten Freund übertragen. Ein Greif war von einem langen Leben gesegnet, wenn er nicht vorher verunglückte. Aber an die Unsterblichkeit kam er nicht heran. Er wusste, dass er früher gehen würde, als Xavier, auch wenn er viel größere Angst hatte, ihn womöglich irgendwann zu verlieren. Mit einem Murren rückte er näher an den Blonden heran. Wieso war diese Werwolfs-Dame so schlau? Sie schien einen klaren Überblick über die Welt zu haben, auch wenn Vannon gar nicht alles davon nachvollziehen wollte. Doch er beneidete sie darum, dass ihr Leben scheinbar so klar aussah und er nur vor einem Haufen stand, von dem er nichts wirklich zu verstehen mochte. War es wirklich falsch, sich unsterblich machen zu lassen, wenn es bedeutete, bei einer wichtigen Person zu bleiben? Wenn das Ende für einen Vampir Selbstmord war, dann müsste Claudia doch klar sein, dass ihr Antony höchstwahrscheinlich folgen würde. Er hob seinen Blick, aber auch nur so, dass er die Frau gerade in seinem Blickfeld hatte. "Du hast keine Angst vor dem Tod. Offensichtlich jedenfalls. Ich kann das auch nicht von mir sagen. Aber ich habe Angst, um die Leute, die mir nahe stehen. Und im Grunde ist das auch nur ein einziger, genau wie bei dir. Du sorgst dich, redest dir aber ein, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Wir haben Jäger gesehen. Selbst hier in der Stadt. Und ich habe verdammte Angst darum, eines Tages dar zustehen und zu wissen, dass Xavier tatsächlich für immer gegangen ist. Meinst du nicht, dass es Antony mit dir genauso geht? Hast du keine Angst um ihn? Du hast es selbst gesagt, dass die Werwölfe durch ihre hohe Anzahl einen ganzen Kontinent für sich gewinnen konnten. Wenn sich im jetzigen Chaos also Jäger-Vereinigungen zusammen tun, könnte das nicht genauso gefährlich werden, wie der Krieg für normale Menschen? Ich sehe einfach nicht ein, dass wir wegen der Gier höher gestellter durch etwas durch müssen, was niemand verdient hat. Ich habe auch keine Lust, jede Woche fliehen zu müssen, weil es an einem Ort zu gefährlich wird. Schon gar nicht will ich von diesen Leuten gefunden werden und von dem einzigen Wesen getrennt werden, was mir je etwas bedeutet hat. Ich will leben, wie jeder andere auch. Und da habe ich kein Verständnis dafür, einzusehen, dass die Welt nun einmal nicht so ist, wie man sich sie wünscht. Sollte das ein Werwolf an der Seite eines Vampirs nicht gerade am besten nachvollziehen können? Vielleicht bin ich jung, unerfahren und nicht gerade der hellste im Kopf, aber ich weiß, dass der Sinn im Leben darin besteht glücklich zu sein. Ein Krieg hat dort noch nie weiter geholfen. Und auch nicht irgendwelche Gesellschaftsklassen oder sonst ein Mist." Er atmete tief durch und wendete den Blick wieder ab, schloss die Augen und genoss einen Moment nur den Duft des Vampirs neben ihn. Er beruhigte sich wieder etwas, doch spürte er immer noch dieses aufgewühlte in ihm, was sich zum ersten Mal in der Gruft zuvor gezeigt hatte. Das ständige Weglaufen, Wegschauen und Unterwerfen wäre für ihn bald schon keine Option mehr. Je länger diese Umstände andauern würden, desto weiter stieg der Drang in ihm, sich dagegen zu stellen. Selbst wenn das nicht die beste Idee sein sollte.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Xaviers Blick sank immer weiter ab als sein Freund nicht aufhörte seine Meinung zu unterstreichen. Die Worte ergaben Sinn für ihn, doch das denken dahinter war mehr als Naiv und unbeständig. Schließlich konnte man in dieser Situation nicht alles auf eine Person abwälzen, natürlich war es unfair gegenüber den Zivilisten, die Politiker und Staatsmächte bekamen keine Einigung zu Stande und somit musste die Bevölkerung unter den Machenschaften leiden, auch für den Blonden war dieses denken präsent, doch auf keiner Stufe realistisch. Sie als Teil von Millionen könnten nie etwas ausrichten und selbst wenn sich eine Gruppe aufstellen würde und dagegen ankommen wollte wäre diese sofort unterlegen.
      Claudia zog die rechte Augenbraue in die Höhe und stieß erneut ein sehr tiefes und dunkles grollen aus ihrer Kehle. Natürlich bestand dieses Fünkchen von Angst auch in ihr. Jeder musste sich Angst eingestehen egal wie sehr er es versuchte zu verdrängen, nur wenige konnten damit Leben mit der Emotionslosigkeit gesegnet zu sein, nicht Materiell denken zu müssen oder gar an Pflichten im Leben zu suchen. Der Sinn hinter Krieg fehlte schon seit Anbeginn der Völkerbildung. Krieg war nie eine Lösung, weil es immer jemanden geben würde der Gewinnen oder Verlieren würde, doch eine wichtige Sache würden alle verlieren. Jeder konnte irgendwie getötet werden und Claudia war es bewusst das Werwölfe nicht gerade zu den Rassen zählte die unbesiegbar waren. Doch umso länger die Brünette dem jüngeren zuhörte umso mehr schlich sich doch ein leichtes lächeln auf ihre Lippen. Das anschmiegsame Verhalten des Greifen gegenüber des Vampirs löste doch einige Bekannte Dinge in ihr aus. Die Spannung zwischen den beiden ähnelte ihrem Gefühl zu Antony stark. All die Sachen die Vannon aussprach kamen der Wolfsdame mehr als bekannt vor, doch mehr als Realistisch zu denken blieb einem in der heutigen Zeit nicht mehr. Positives denken war für die Wolfsdame einfacher gesagt als getan, den warum sollte man Dinge verdrängen oder diese Schön reden.
      "Auf diese Frage hat Denkbar keiner eine Antwort, Krieg hatte nie Sinn. Weder heute, noch früher. Wir können nur hoffen das er glimpflich anfängt, verläuft und aufhört und dies so schnell wie möglich. Ich bin weder Allwissend noch bin ich Emotionslos und besitze keine Ängste. Natürlich habe ich Angst um Tony, ich will ihn auch nicht verlieren genauso wie er denkbar mich nicht verlieren will. Doch wenn etwas passieren sollte was unvorhersehbar ist wird es so sein und keiner von uns beiden wir das aufhalten können. Ihr beide seit noch Jung, dein Freund steht noch am Anfang seines langen Lebens und du musst lediglich überbrücken", sie ging hinüber zum Sofa und ließ sich ebenfalls auf diesem wieder nieder und lehnte sich nach hinten. "Warten wir doch einfach die Situation ab, ich kann euch nur an Herz legen das ihr euch von Leuten des Staates fern haltet, größtenteils wegen der Adoptionsgeschichte...verschwendet eure Gedanken nicht zu sehr an das was sein könnte, wenn ihr fliehen müsst, flieht aber tut es gemeinsam. Erfahrungen im Leben sammelt man nach und nach und nicht alle auf einmal und jetzt würde ich sagen beenden wir das Thema...ich glaube sowieso das dein Blonder Kumpan ein klein wenig eingeschüchtert ist von der ganzen Sache...ich lass euch mal ein wenig allein während ich Duschen bin", daraufhin erhob sich die hübsche Wolfsdame und ging ins Badezimmer wo sie wie erwähnt eine warme Dusche nahm.
      Wie Claudia bereits erwähnt hatte war Xavier wirklich recht still gewesen und traute sich kaum etwas dazu zu sagen. Zum einen Stimmte er dem Aschblonden in jedem Wort zu, doch andererseits musste er zugeben das die Werwölfin recht hatte in ihren genannten Gründen. Immer noch mit gesenkten Blick schmiegte er sich nun ebenfalls an den Arm des Greifens und rutschte immer weiter in sich zusammen. „Sie hat Recht...wir haben gar keine Wahl. Wenn wir weiterhin fliehen müssen, dann müssen wir das tun...zusammen“, murmelte er recht leise und fast schon nuschelnd. Auch er teilte diese Meinung. Seine Eltern waren zusammen, Claudia und Antony hatten einander und er hatte Vannon...und hoffte inständig das sich dies nicht mir nichts, dir nichts ändern würde und die Regierung oder sonst wer ihm Vannon wegnehmen würde.
    • Liebend gerne hätte der Aschblonde in diesem Fall einmal weiter diskutiert, aber es würde wohl niemandem etwas bringen, wenn er einen Werwolf unnötig auf die Palme brachte. Obwohl er meinte, erkannt zu haben, dass sie eine gewisse Sympathie für ihn und seine Meinung entwickelte. Das konnte allerdings auch einfach Einbildung sein.
      Mit einem Seufzen zog er den Blonden auf seinen Schoss, um ihn besser im Arm halten zu können. Das sollte ja okay sein, solange sie alleine waren. "Kann schon sein, dass wir fliehen müssen. Es bleibt gar nichts anderes übrig. Frustrierend ist es trotzdem.", brummte er leise. Irgendwie hatte die ganze Situation auch etwas ironisches. Immerhin war es der Krieg, der ihn länger bei seinem Freund zu halten schien. Ansonsten wäre er schon in der Ausbildung und wer weiß, wie oft er dort noch den Vampir zu Gesicht bekommen hätte, auch wenn seine Familie ihn aufgenommen hatte. Er fing wieder an mit den Haaren des Vampirs zu spielen und dachte über Claudias Worte nach. Er wusste, dass die Leute vom Staat im Moment seine größten Feinde waren. Man konnte überhaupt nicht sagen, wofür sie ihn brauchen würden, aber für irgendwas fanden die herrenlosen Greifen momentan sicher Verwendung und das waren wohl nicht die schönsten Arbeitsbedingungen. Und die Sache mit dem Sammeln von Erfahrung verwirrte ihn bloß noch mehr. Sicher, es klang sehr einleuchtend, aber Vannon kam sich immer vor, als hätte er schon jetzt viel weniger Erfahrung als die meisten anderen in seinem Alter. Und genau das machte ihn jetzt so nervös. Xavier und er schienen so viele Feinde zu haben, ohne überhaupt die Gefahr von den anderen Ländern mit einzubeziehen. Innerhalb von zwei Tagen waren sie zwei verschiedenen Jägergruppen in die Arme gelaufen. Man könnte schon meinen, dass sie etwas mehr Glück verdient hatten.
      "Wie geht es dir nun überhaupt? Du siehst wieder besser aus, aber . ." Der Greif brachte seinen Satz nicht zu Ende. Er wusste ja, dass Vampire sich heilen konnten und so weiter. Und er wusste, dass sein Blut ihm wahrscheinlich schon genug geholfen hatte. Aber dennoch konnte er es nicht wirklich wahrhaben. Noch vor einer Stunde hatte er gedacht, er müsste seinen besten Freund verlieren. Auch wenn er in diesem Moment nicht gedacht hatte, das selbst zu überleben. Aber nun war es doch komisch, ihn quasi ohne einen Kratzer vor sich zu haben. Er betrachtete das weich gezeichnete Gesicht des Vampirs und murrte etwas, über dessen niedergeschlagenen Gesichtsausdruck. Ihn schien das Gespräch tatsächlich eingeschüchtert zu haben. Wie immer, wenn Vannon ihn dann aufheitern wollte, fing er an, ihn sanft zu necken, indem er an seinem Ohr herum knabberte.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Ehe sich Xavier versah saß er auch schon wieder auf dem Schoss des größeren, nachdem Claudia das Zimmer verlassen hatte um unter die Dusche zu gehen. Auch er empfand diese ganze Situation mehr als frustrierend und unnötig, doch allein kamen sie sowieso nicht gegen diese Art von Krieg an. Als der Aschblonde begann wie so oft an seinem Haar zu spielen entlockte es ihm ein leichtes lächeln ehe er sich noch ein Stück mehr an den Greifen schmiegte und ihm sanft über den Handrücken strich. Sie müssten einfach abwarten. Die junge Werwolf Dame hatte mehr als Recht mit ihren Aussagen, seine Mutter wollte ihn bestimmt nur aus Sicherheit von zuhause wegschicken und war sich sicher das Vannon auf ihn aufpassen würde. Doch fühlte er sich viel sicherer und wohler wen der Greif um ihn herum war.
      Die Frage auf sein wohl befinden ließ ein kleines nicken verzeichnen. "Mir gehts gut, mach dir bitte keine Sorgen, das mit dem Regenerieren geht nicht so schnell, aber du hast mir geholfen und das zählt", erwähnte er und musste sich ein leises lachen unterdrücken als der größere erneut versuchte sich an seinem Ohr zu schaffen zu machen. Wieder bildete sich ein leichter Rotschimmer auf seinen Wangen. Die zierliche kalte Hand des Vampirs wanderte weiter nach oben und strich nun sanft über den Arm seines Freundes und drehte sich ein Stück zu ihm um in seine Augen sehen zu können. "Ich mach mir eher Sorgen um dich, du machst dir viel zu viele Gedanken, wie das ganze im Endeffekt ausgehen wird wissen wir nicht und außerdem hast du doch selber gesagt solange wir zusammen sind wird alles gut", auch diese Meinung teilte der Vampir, die Angst und die Unsicherheit hatte zwar dennoch in seinem Kopf die Oberhand allerdings linderte der Greif bei jeder Gestik diese schrecklichen Gefühle. Er lehnte sich mit seiner Stirn gegen die wärmere seines Freundes und lächelte wieder etwas zufrieden. Sanft stupste er mit seiner Nase gegen die des anderen und sah ihm eine Weile einfach nur in die Augen. "Wenn wir fliehen müssen tun wir das einfach, ich werde nicht zulassen das die dich mir weg nehmen...falls dir was passieren sollte oder die dich Zwingen irgendwo hinzugehen dann wüsste ich nicht einmal was ich tun sollte, ohne dich macht das doch alles keinen Sinn", meinte er traurig und stieß ein leises seufzen aus seiner Kehle.
    • Für den Greif sah es eigentlich schon danach aus, als wäre der Vampir beinahe wieder fit. Das dies noch nicht der Fall war beunruhigte ihn erst recht wieder, doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Denn wie der Blonde schon kurz darauf meinte, er war dafür zuständig, die gute Laune aufrecht zu erhalten. Nicht um weiter negative Gedanken aufzubringen. Dies fiel ihm momentan eher schwer, doch von nun an wollte er sich wieder am Riemen reißen. Es brauchte nicht viel, um ein Lächeln auf die schmalen Lippen seines Freundes zu zaubern, jedenfalls für ihn nicht. Trotzdem wusste er, dass dahinter wohl weiterhin die grauen Zellen arbeiteten und über diese Kriegsgeschichte viel mehr grübelten, als er es jetzt tat. Er selbst war es, der sich vorher immer über dieses ernste Getue aufgeregt hatte, nun fing er schon selbst damit an.
      Mit einem Grinsen sah er nun in die blauen Augen des anderen. Ja, du hast recht, solange wir einander haben ist alles gut." Nun konnte er wieder die Nähe genießen, die die beiden zu einander hatten. Doch das wehrte nicht so lange. Er schaffte es nicht, sich in den Augen des Vampirs zu verlieren, weil dessen Aussage ihn völlig aus dem Konzept brachte. Ein unzufriedenes Knurren kam von ihm. Er hob sanft wieder das Gesicht seines Freundes an, um ihn wieder direkt ansehen zu können. "Sag sowas nicht. Selbstverständlich will ich genau so wenig wie du, dass irgendwas oder irgendwer uns trennt. Und ich werde auch alles machen, damit genau das nicht passiert. Aber sollte es dennoch so sein, möchte ich nicht, dass du so von deinem Leben denkst." Schon fast vorwurfsvoll sah er ihm in die blauen Augen und gab ihm eine sanfte Kopfnuss. "Sollten wir jemals so getrennt werden, verspreche ich dir, dass wir wieder zu einander finden werden! Das schwöre ich bei allem, was einem Greif heilig sein sollte. Also bleib immer stark und passe auf dein Leben auf. Denn das ist so unglaublich kostbar, selbst wenn du nicht einfach sterben kannst, wie andere Wesen." Wild wuschelte er ihm durchs Haar und grinste dann wieder. "Und jetzt sollten wir wirklich damit aufhören. Für heute gab es genug schlechte Laune, okay?" Da war wieder voll und ganz der alte Vannon.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Auch er hatte kein Interesse mehr daran auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden was sein könnte und was nicht. In ruhigen Minuten quälte sein denken ihn schon genug. Seine kalte Hand huschte stattdessen zu der warmen Wange seines Freundes und strich sanft darüber. Das Leben war unglaublich Kostbar, vielleicht sah Vannon das so, doch selbst Xavier sah in seinen jungen Jahren diese Situation ganz anders. Sein Leben war nicht kostbar, eher das des Greifen. Er verstand sowieso nicht warum solch ein edles und wundervolles Tier als Sklave gehalten wurde. Doch Anzweifeln konnte man als einzelne Person sowieso nichts.
      Doch als die Gute Laune in dem Greifen wieder hoch keimte gab der Blonde Vampir ein bestätigendes nicken von sich. Seine kalten zierlichen Finger huschten nur so über die weiche Haut. Wie sehr sehnte er sich in diesem Augenblick danach. Die kalten Lippen seiner mit den warmen des jungen Greifen zu versiegeln. Doch wusste er selber wie falsch dieser Gedanke war. Doch ihre Zweisamkeit löste immer wieder aufs neue dieses innige Gefühl nach Zärtlichkeit aus die der Vampir sich so sehnlichst von seinem Freund wünschte. Er schloss für einige Momente die Augen und hatte dennoch seine Stirn an die des Aschblonden gelehnt. Beide Hände fuhren sanft um den Nacken seines Gegenübers herum und umschlossen diesen danach sanft. "Ich finde es eine Gute Idee...und ich hoffe das wir trotzdem einfach mal Zeit für etwas Ruhe finden, nur für uns beide", raunte er regelrecht als seine blauen Augen sich wieder öffneten und ein zufriedenes lächeln auf seinen Lippen abzulesen war. Unbewusst wechselte sein Blick stetig von den goldenen Augen in die er sich hätte immer wieder verlieren können, zu den scheinbar warmen und weichen Lippen des jungen. Die Werwolfdame ließ sich anscheinend genug Zeit im Badezimmer da die Dusche immer noch hörbar angeschaltet war. Dies kam den jungen Vampir sogar gerade recht.

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    • Durch die zärtlichen Berührungen des Vampirs fühlte er sich bestätigt. Es war genug Trübsal geblasen und nun konnte es endlich wieder so sein, wie sonst, wenn sie einen Moment für sich hatten. Doch im Moment fühlte sich das alles noch intensiver an. Vannon wusste nicht genau, wieso. Vielleicht waren es die Umstände, die die beiden näher zu einander brachten, vielleicht fühlte es sich aber auch nur so neu an, weil sein Körper momentan sowieso durchzudrehen schien. Das könnte allerdings auch eine Art Reaktion auf ihre Lage sein. Oder aber seine Pubertät setzte tatsächlich ein. Viel zu spät für jedes andere Wesen, soweit er das wusste. Für Greifen aber ziemlich pünktlich. Jedenfalls fühlten sich die schmalen Finger des Blonden auf seiner Haut so gut an, dass er Gänsehaut bekam. Seine Berührungen waren so sanft, als wäre er eines der kostbarsten Geschöpfe auf dem Planeten und das fühlte sich unbeschreiblich gut an. Ein tiefes Schnurren drang aus seiner Kehle, während er nun genauso liebevoll den schmalen Rücken seines Gegenübers kraulte.
      Die Worte, oder eher der Klang dieser, ließen sein Herz schneller schlagen, ohne das er wirklich wusste, warum. Er schloss seine Arme fester um den jungen Vampir und ließ nun kaum noch einen Abstand zwischen ihnen zu. Es war fast beängstigend, wie er spürte, dass eine Hitze durch seinen Körper stieg, von der er ebenso nicht wusste, welchen Ursprung sie haben könnte. Gut, er wusste den Auslöser, doch warum das so war, wusste er nicht. Die blauen Augen des Vampirs strahlten beinahe noch schöner, als sie es sonst taten. Sie hatten nun diese Farbe, als wäre das Meer von einem Sturm aufgewühlt. Nur, dass sie nicht so dunkel waren wie sonst, wenn er wieder zu nachdenklich war. Sie strahlten tatsächlich. Doch konnte er den Blick zu ihnen nicht direkt halten, weil der Blonde immer wieder hinab zu den Lippen des Greifen sah. Nun fiel auch Vannons Blick für einen Moment auf die blassen Lippen seines Freundes. Und wieder beschlichen ihn die Vorstellung, die er bereits am See gehabt hatte. Um diesen erneut aufkommenden Drang zu unterdrücken, ihn wirklich einfach zu Küssen, musste sich der Aschblonde schon auf seine Unterlippe beißen. Wirklich besser wurde es allerdings auch nicht. "Xav. .", begann er leise und in demselben raunenden Ton, brachte jedoch keinen Satz zu Stande. Er traute sich auch nicht, ihn über dieses komische Verlangen zu fragen. Aber den Blick konnte er auch nicht mehr abwenden, von diesem so einladenden Anblick. Seine Hand, die bisher fest auf dem Rücken seines Freundes verweilt hatte, wanderte nun langsam hinauf und fuhr durch das blonde Haar. Dadurch wurde Xaviers Kopf leicht nach vorne gedrückt. Die Nasen der beiden Jungs berührten sich bereits und Vannon legte ganz leicht den Kopf schief. Sein Blut rauschte ihm schon wieder so unbeschreiblich laut in den Ohren, dass er sich nicht sicher war, ob es das überhaupt war, oder die Geräusche aus dem Bad so laut waren. Er tat es als bloße Geräusche aus dem Bad ab, was seinem Körper anscheinend den Freifahrtschein dazu gab, den Versuch zu unternehmen, die letzten Millimeter zwischen seinen Lippen und die des Vampirs endlich aus dem Weg zu schaffen.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Die warmen wohligen Hände die sich nur so schwebend über den fast schon Leichenhaften Körper des Blonden bewegten, lösten bei ihm ebenso eine leichte Gänsehaut aus die nur umso deutlicher zu spüren war. Sein Herz begann schneller zu Schlagen als üblich, auch sein Blut pumpte stärker durch seine Adern als sonst und löste so mit fast schon Schmerzen in den zierlichen Armen aus als diese sich immer noch sanft an den Greifen schmiegten. Dieser lange Wunsch nach leere in seinem Kopf war im selbigen Moment, als er sich es gerade noch innig wünschte in Erfüllung gegangen. Dies verdankte er nur ein weiteres mal seinem besten Freund. Seine Augen war so wunderschön, einfach alles zog den Vampir immer und immer wieder in dessen nähe. Diese Distanz die immer zwischen den beiden herrschte schien das erste mal in ihrem Zusammensein gebrochen zu sein. Doch ob das ganze einfach nur eine Laune, oder gar ein Resultat der kommenden und aktuellen Lage war, konnte sich leider auch der Blonde nicht beantworten. Zumindest konnte er so ehrlich zu sich sein und feststellen das ihm die Antwort sowieso egal gewesen wäre. Schon seit Monaten umspielt ein solch warmes Glücksgefühl das sonst so kalte Herz des Vampirs, seit Jahren hatte er so etwas wie einen Wunsch bekommen, diesen Wunsch auf Zärtlichkeit und genau diese bekam er gerade in diesem Moment mehr als genug als die warmen, starken Hände des Aschblonden sich langsam über seinen Rücken tasteten.
      Er spürte lediglich durch seine einfachen Berührungen wie sein Blut ebenfalls stark in Wallung war und nur so durch seine Adern strömte. Die Angst auf Abweisung schien wohl völlig unbegründet. Doch auch wenn dieser Ewig hindernde Gedanke in seinem Kopf eigentlich festen Platz gefunden hatte, ignorierte er es im jetzigen Moment vollkommen und war ebenfalls damit beschäftigt nicht sofort die Lücke zwischen ihren einsamen Lippen zu schließen. Er war keineswegs von dieser Machenschaft abgeneigt, eher im Gegenteil. Langsam begann auch er die Distanz zwischen ihren Lippen zu verringern und neigte ebenfalls den Kopf leicht zur Seite, begann flach zu Atmen und schloss langsam die Augen. Nur noch wenige Millimeter trennten sie jetzt nur noch, trennte Xavier von dem was er sich seit Ewigkeiten wünschte...doch als sich ihre Lippen schon zart Berührt hatten bemerkte anscheint keiner von beiden das die Geräusche aus dem Badezimmer verstummt waren und die äußerst erfreute Werwolfdame eben wieder ins Wohnzimmer gekommen war. Um ihre Hüften ein rotes Handtuch gewickelt, sowie ein weiteres lag auf ihrem Kopf womit sie eben noch die Zeit verbracht hatte ihre Haare zu frottieren. Sie wollte zwar sehr ungern stören, doch immerhin war es ihre Wohnung, vielleicht störte diese Anwesenheit Vannon nicht, ganz im Gegenteil zu Xavier. Dieser öffnete langsam eines seiner Augen und sah aus dem Augenwinkel die ausländisch Wirkende Dame des Hauses, schnellte nur so weg von seinem Freund rutschte auch so gleich von dessen Schoss herunter bevor sein Gesicht die Farbe einer Tomate annahm. "Macht ruhig weiter...ich wollte euch wirklich nicht stören", meinte sie fast schon kichernd, holte sich ein Bier aus der Küche bevor sie auf dem kleinen Balkon verschwand der am Wohnzimmer grenzte. Doch auch wenn sie nun wieder allein im Wohnzimmer waren, Xavier seine Finger heftig in seine Hose krallte, war die Stimmung mehr als verdorben und peinlich war ihm die Aktion ohnehin genug.
    • Schon diese leichte Berührung löste in ihm ein Feuerwerk aus. Er hätte sich nie träumen lassen, dass es sich ansatzweise so gut anfühlen würde, die kalten Lippen des Vampirs zu spüren. Doch lange hielt dieses Glücksgefühl leider nicht. Plötzlich war Xavier auf Abstand gegangen und sogar von seinem Schoss gesprungen. Etwas verwirrt und beinahe benebelt von den Gefühlen, die ihn eben ummannt haben, sah er zu der Werwölfin. Er hatte komplett verdrängt, dass die beiden hier nicht in beispielsweise seiner Wohnung waren, in der sie in jedem Fall ungestört wären. Nein, sie waren immer noch zu Gast. "Oh. .", brachte er nur leise heraus und räusperte sich. Das war tatsächlich peinlich. Zum ersten Mal war ihm etwas so richtig und mehr als peinlich. Er wand beschämt den Blick ab. Sehr freundlich, dass sie nicht stören wollte, aber das hat sie wohl gerade.
      Nun waren sie wieder alleine und vorsichtig wagte der Greif es, seinen Blick auf Xavier zu richten. Dieser war sichtlich peinlich berührt von dem Ganzen. Was hätte man anderes erwarten sollen, selbst Vannon war es unangenehm. Dann wollte der Vampir höchst wahrscheinlich gerade tief im Erdboden versinken. Er war für seine Verhältnisse tief rot angelaufen, was den Aschblonden wieder in leichte Sorge verfallen ließ. Vor allem, weil er sich noch dazu so stark in seiner Hose verkrallte. Langsam beugte sich der Größere zu ihm und war halb über ihn gebeugt. Auch nicht die günstigste Position, wenn Claudia sie so sehen würde, doch daran dachte er nun schon gar nicht mehr. Er wollte auch gar nicht den begonnen Kuss fortsetzen. Gut. . wollte vielleicht schon, doch jedenfalls dachte er gerade nicht mehr daran. Sanft stupste er die nun etwas warmen Wangen des Vampirs mit seiner Nase an und schnurrte. "Mach dir jetzt nicht so einen Kopf darüber, Xav. . Immerhin schien sie das nicht im geringsten negativ aufgefasst zu haben." Das hatte der Blonde wohl auch selbst erkannt. Aber auch wenn es für den Greif im ersten Moment selbst ein Schock gewesen war, so hatte er nun keine Probleme mehr damit, dass die Gestaltenwandlerin sie so zusammen gesehen hatte. Er konnte sich denken, dass solche Aktionen in der Öffentlichkeit gar nicht gut wären, aber Claudia war immerhin auf ihrer Seite. Und dieser kleine Ausblick darauf, wie es wäre, die Lippen des anderen auf seinen zu verspüren - so richtig - freute ihn viel zu sehr, als dass er sich für das eben geschehene entschuldigen würde. Weiterhin kam sanftes Schnurren von ihm, was schon alleine von den Gedanken an diesen Moment zuvor ausgelöst wurde. Jedenfalls bevor sie gestört wurden. Er nahm seinen Freund wieder in den Arm und vergrub sein Gesicht an dessen Nacken. Auf keinen Fall wollte er nun von seinem Freund etwas wie Abweisung erfahren. Vielleicht würde er wieder so vorsichtig und zurückhaltend werden, wie vorher. Das würde den Greifen mehr als traurig machen. Ihm waren die Momente, in denen sie sich derart nahe waren, sowieso schon zu rar. "Ich hab noch nie etwas schöneres gefühlt, wie eben gerade.", gestand der Aschblonde nun, als sein Schnurren immer noch kein Ende fand. Er fühlte sich abermals wie ein übergroßer Stubentiger, welcher die Nähe zu seinem Herren suchte.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Innerlich Verfluchte sich Xavier zutiefst das er einfach aufgesprungen war und diese wunderschöne Szenerie einfach so unterbrach. Andererseits handelte sein Körper schon fast ohne irgendwelche Vorwarnungen zugeben, er verfluchte ja sogar Claudia im folgenden Moment, konnte sie nicht einfach einige Minuten länger im Badezimmer verbringen? Sie war doch sowieso schon ziemlich lang dort drin gewesen, da kam es doch auf weitere zwei-drei Minuten auch nicht an, oder? Eine Mischung aus Traurigkeit und Wut hatte nun seine Gedanken in Beschlag genommen, die Verlegenheit mal zu schweigen die voll und ganz aus seinem Gesicht zu lesen schien.
      Vannon realisierte er im nächsten Moment nicht, doch als Claudia unweigerlich sich auf den Balkon verzogen hatte mit einer weiteren Flasche Bier waren sie nun wieder allein und die Stille breitete sich aus. Doch Stille löste bei dem Vampir noch ganz andere Dinge aus. Sein Kopf begann wieder voll und ganz zu Arbeiten und wieder drangen diese Zweifel durch seine Gehörgänge fühlbar bis hin zu seinem Gehirn. Sein Blick war herabgesenkt auf seine Hände die verkrampft auf seinem Schoss platziert waren und seine Wangen machten keinerlei Anstalt sich wieder in das blasse weiß zu verwandeln. Doch erst als der junge Greif sich wieder bemerkbar machte und ihn leicht am Arm berührte fiel ihm ein was da eigentlich gerade passiert war. Es war kein richtiger Kuss, so konnte man das nun auch nicht formulieren, doch ihre Lippen hatten sich dennoch zaghaft berührt auch wenn diese Berührung nur sehr leicht und im wahrsten Sinne nur Zaghaft war. Löste sie doch eine wahre Welle von Gefühlen in Xavier aus die er sich seit Ewigkeiten wünschte und vor allem sein Körper sich so sehnte. Sanft spürte er wieder diesen starken Arm der sich sanft seinen Weg um seinen Körper suchte und ihn schützend umschloss. Doch selbst durch die folgende Gestik war er immer noch wie benebelt. Langsam lockerten sich seine Hände und waren weniger verkrampft, sein Blick fiel zur Balkontür wo man Claudia von hinten erkennen konnte, eingewickelt in ihrem roten Handtuch. Ein sehr leises und gar sprachloses seufzen stieg ihm aus der Kehle. Als er das Schnurren vernahm zuckte die Mundwinkel des Blonden kurz auf, dennoch war dieser wundervolle und kurze Moment der Sehnsucht soeben vollkommen zerstört worden, Zerplatzt wie eine Seifenblase. Der Greif begann zu sprechen und diese Worte sollten doch eigentlich Glück auslösen, sollten ihn anspornen genau da weiter zu machen wo sie aufgehört hatten...doch die Körperliche Reaktion die sich eben in ihm abspielte war leider das komplette Gegenteil. Er konnte dies nicht erwidern, egal wie sehr er wollte. Sein Körper sprach schon längst eine andere Sprache, er lechze ja regelrecht nach den Lippen des anderen, er wollte mehr von dem anderen Spüren, würde sich sogar früher oder später dem Aschblonden völlig hingeben und ihm ebenfalls alles Preisgeben was er konnte...doch jetzt sprach sein Kopf eine andere Sprache, eine andere Sprache als sein Herz. "I-ich...Vannon, ich...", doch wie sehr er sich auch beherrschen wollte, so erhob er sich plötzlich von der Stelle, ballte seine zierlichen Hände zu Fäuste und biss sich auf die Lippen. "W-wir sollten das...sowas meine ich...lassen wir das", andere Worte fand er nicht, im Gegenteil, schnurgerade verschwand er im Schlafzimmer und schloss hinter sich die Tür. Ließ sich dort auf dem Bett nieder und bemerkte langsam aber sicher wie sein Körper Dinge zeigte die er zuvor nicht zeigte, ein ungutes Gefühl, ein Gefühl von leere durchzog seinen Körper, das so stark war das einige Tränen sich ihren Weg an seinen Wangen herab suchten.
    • Der Vampir war schneller aufgestanden, als Vannon überhaupt richtig realisieren könnte, weshalb er auch leicht nach vorne fiel. Es brauchte wie immer einen Moment, bis die Worte des Blonden wirklich an sein Gehirn drangen und er verstand, was er gerade gesagt hatte. Sowas sollten sie nicht mehr machen? Das konnte nicht sein ernst sein. Doch bevor der verwirrte Greif etwas erwidern konnte, war sein Freund auch schon in das Schlafzimmer verschwunden. "Xa. .vier?", fragte er leise und stand langsam auf. Sicherlich würde er gleich wieder aus dem Zimmer kommen und alles war nur ein Spaß. Daran glaubte er auf jeden Fall.
      Nachdem sich nach einigen Minuten immer noch nichts getan hatte, legten sich diese Gedanken allerdings und Zweifel kamen in dem jungen Greifen auf. Hatte er irgendwas falsch gemacht? Sich falsch verhalten? War vielleicht einfach alles daran falsch gewesen? Resigniert schüttelte er den Kopf. Nein, das konnte nicht sein. Niemals konnte etwas falsch sein, was sich so gut angefühlt hatte, ohne das überhaupt etwas richtiges passiert war. Vielleicht spielte sein Körper doch verrückt. Und sie waren beide nur verwirrt von dem, was geschehen war. Das wollte der Aschblonde allerdings nicht als die Wahrheit auffassen. Er raufte sich die Haare und starrte auf die Tür, hinter der Xavier verschwunden war. Allmählich verstand er nichts mehr. Was falsch und richtig war und wieso sein bester Freund ihm nun die kalte Schulter zeigte. Es fühlte sich ähnlich schlimm an, wie an dem Abend in der elterlichen Villa des Vampirs, wo sie in getrennten Zimmern geschlafen hatten. Er wusste nicht einmal mehr, wie es an dem Abend dazu gekommen war, doch er wusste, dass es ebenfalls weh getan hat. Nur war das jetzt noch viel schlimmer. Irgendwas in dem Jungen zog sich so schmerzhaft zusammen, dass er ein leises Knurren von sich gab. Er wollte zu dem Blonden ins Zimmer und sich an ihn schmiegen, ihn einfach nur im Arm halten, wie er es sonst auch tat, doch das wäre jetzt genau das, was sein Freund wohl nicht mehr wollte. Dieses schreckliche Gefühl breitete sich immer mehr in dem Körper des Greifen aus und ließ ihn beinahe blind davor werden. Seine Sicht verzog sich und das leise Knurren wurde langsam zu einem Grollen. Er wusste, das sein Körper sich verwandeln wollte. Wahrscheinlich eine reine Schutzreaktion vor dieser Angst und dem innerlichen Schmerz. Aber warum tat es überhaupt so sehr weh?!
      Vannon versuchte wirklich seine Gedanken beisammen zu halten und sich zu beruhigen, doch so ganz wollte das nicht funktionieren. Entweder, er würde sich gleich in dieser kleinen Wohnung in einen riesigen Greif verwandeln und wahrscheinlich das ganze Ding sogar zum Einsturz bringen, oder er riskierte es, die Wohnung zu verlassen und vielleicht sogar eine Runde zu fliegen. Allerdings war das viel zu gefährlich. Gerade jetzt nach dem Anschlag. Und auch wenn Xavier ihn eben auf eine gewisse Weise abgewiesen hatte, so wusste er, dass er auf keinen Fall wollte, dass sich der Aschblonde ganz von ihm entfernte. Auch wenn ihn das ein wenig beruhigte, bestand nun immer noch das Problem, dass ein Körper sich ganz und gar nicht beruhigen wollte. Er wusste, dass ein Greif sich unter starkem, körperlichen Schmerz nicht verwandeln könnte. Einen Versuch war es wert, ehe er hier alles in Schutt und Asche legte. So schleppte er sich in die Küche, nahm eines der Messer aus dem Block und zögerte für einen Moment. Dieses Grollen kam immer noch aus seiner Kehle, er hatte keine andere Wahl. Mit zusammen geknifften Augen holte er es und schlug sich die Spitze des Messers in seinen linken Handrücken. Das Grollen verstummte und wurde durch ein leises schmerzverzerrtes Jaulen ersetzt. Seine Sicht klärte sich wieder und etwas außer Atem zog er sich die Klinge wieder aus der Hand. Er griff sich ein Handtuch und wickelte es sich um die verletzte Hand, ehe er das Messer abwusch und durchatmete. Wenn Claudia wieder fertig nach drinnen kam, würde sie wahrscheinlich erstmal die komplette Krise kriegen. Doch der Greif erhoffte sich, dass sie vielleicht Rat wusste. Denn er war nun wirklich überfordert, wie er mit dem jungen Vampir umzugehen hatte. Und auch wenn solch Zweisamkeit wie eben nicht mehr von ihm geduldet werden wollte, so musste es einen Weg geben, wie sie trotzdem ähnlich wie vorher beieinander sein konnten. Er verstand immer noch nicht, was den Blonden so verunsichert hatte. Vielleicht hatte er sich wieder zu viele Gedanken gemacht.
      Unendlich vielen Dank, Saki <3
    • Langsam aber sicher keimte ein Gefühl von Schuld in dem jungen Vampir hoch. Er hatte eben seinen Freund einfach stehen gelassen, ihm regelrecht Abweisung zuteil werden lassen oder auch sogar einen Korb gegeben wenn man dies so betrachtete. Er saß einfach regungslos auf dem Bett und sah auf seine Knie die leicht zu zittern begonnen hatten. Was wäre gewesen wäre Claudia nicht ins Wohnzimmer gekommen? Hatte er einfach falsch reagiert? Natürlich hatte er das...er war einfach aufgesprungen und ins Schlafzimmer geflüchtet obwohl der Aschblonde nicht einmal irgendwas falsch gemacht hatte, eher im Gegenteil. Wie sehr der Blonde es auch leugnen wollte war das Geschehen vor einigen Minuten einfach zu erklären gewesen und vor allem dem Vampir mehr als bewusst. Er und Vannon hatten sich eben geküsst und dies verunsicherte den kleineren einfach. Auch wenn ihre Lippen sich nur Zaghaft berührt hatten, hatten sich sich berührt und dies war ihm im selbigen Moment mehr als klar geworden. Doch warum hatte er nun so reagiert? Eine Antwort hatte er dafür nicht, er hatte regelrecht Panik bekommen nachdem sie nicht mehr allein waren. Er wünschte sich nichts anderes als ganz allein Zeit mit dem Greifen zu verbringen. Er sehnte sich doch ebenfalls nach all diesen Zärtlichkeiten. Doch wie der Greif auf das Nähe suchende Verhalten reagiert hatte bestätigte Xavier doch nur erneut das keinerlei Abneigung vorhanden sein musste. Doch vielleicht war es auch einfach nur eine Phase bei seinem Freund, schließlich war er frisch in seine Pubertätszeit gekommen was man von dem Vampir nicht behaupten konnte der lediglich auf seine Volljährigkeit wartete und hoffte wenigstens eine kleine Veränderung vor seiner Unsterblichkeit feststellen zu können.
      Seine bleiche und zitternde Hand wanderte langsam zu seinem Gesicht und fuhr sich langsam über die Lippen. Sie waren sogar tatsächlich noch etwas warm und das Blut in seinen Adern hatte ebenfalls noch keine Anstalten vorgenommen sich zu beruhigen. Sein Herzschlag war weniger geworden doch das laute klopfen riss nicht ab. Er hatte etwas dummes gesagt eindeutig. Doch er vertritt immer noch die Meinung das sie so etwas lassen sollten. Im Anbetracht der Situation und im Anbetracht des Geistigen und Körperlichen Zustandes beider Jungs. Dennoch fühlte er sich schlecht solch abweisende Worte in den Mund genommen zu haben. Vielleicht irrte er sich auch einfach und sein Freund dachte genauso wie er und wollte lediglich nah bei ihm sein, doch dies war in seinem Kopf mehr als verdrängt worden.
      Einige Zeit saß er einfach still auf der Bettkante und dachte nach, starrte zu Boden. Doch sein Körper fuhr zusammen als ein lautes und eher stumpfes Geräusch wahrzunehmen war. Anscheint kam dieses Geräusch aus der Angrenzenden Küche. Dieses Geräusch klang definitiv ungesund...vielleicht war es Claudia. Doch er fragte sich wo sein Freund eben steckte, w#re er nicht schon längst nachgekommen und hätte liebevoll nach seinem Wohlbefinden gefragt? Ein Mulmiges Gefühl machte sich in seiner Magengegend breit und somit erhob er sich etwas wankend auf den Beinen vom Bett und verließ das Schlafzimmer, doch im angrenzenden Wohnzimmer war Vannon nicht mehr zu sehen. Doch das recht leise grummeln ließ auf die Küche hinweisen wo er auch vorsichtig hinein ging. Doch schon an der Tür gefror ihm sein Körper bei dem Anblick des Greifen nur noch mehr. Er weitete die Augen und sah sprachlos zwischen dem benutzten Küchenmesser und der etwas provisorisch eingewickelten Hand seines Freundes her. Hatte er sich eben wirklich das Küchenmesser durch die Hand gestoßen? "W-was...", fuhr leise über seine Lippen und entsetzten war aus seinem Gesicht zu lesen. War das eben seine Schuld? Das Blut an dem Messer...das kostbare rote Blut aus den Adern seines Freundes. Ohne das er es wirklich mitbekam quollen ihm auch schon erneut einige Tränen aus den blauen Augen als er den Anblick in der besagten Küche noch eine weile betrachtete.
    • Ihm war so, als hätte er hinter sich Geräusche gehört. Doch sie waren zu leise für das ausdrucksstarke Auftreten der Frau, vor allem, weil er mit einem Wutausbruch ihrerseits rechnete, sobald sie sehen würde, was er hier angerichtet hatte. Die Arbeitsfläche hatte sogar etwas unter seiner Messerattacke leiden müssen. Doch es war nicht Claudia. Er legte das Messer in die Spüle und drehte sich um. Wie erwartet stand der blonde Vampir dort. Vollkommen aufgelöst und mit Tränen in den Augen. Vannon sah von ihm zu seiner Hand und wieder zu ihm. "Oh. . Xav, nein, mach dir keine Sorgen! Es ist nicht weil. ." Doch da rollten bereits die ersten Tränen seine immer noch geröteten Wangen hinab und verunsichert biss sich der Greif auf seine Unterlippe. "Bitte weine doch nicht. Weißt du, mein Körper hat nur etwas komisches gemacht und wollte sich verwandeln und dann wäre alles hier kaputt gegangen und deswegen musste ich das machen. Mach dir bitte, bitte keinen Kopf!" Er hasste es wirklich seinen Freund so sehen zu müssen. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn er versucht hätte sich normal zusammen zu reißen. Doch nun machte er die Situation immer schlimmer. Schnell versuchte er seine Hand besser in diesem Handtuch einzuwickeln, doch es färbte sich bereits rot. Mist, hoffentlich war das nicht unnötig unangenehm für den Vampir. Also. . nicht unangenehmer, als die Situation sowieso schon war.
      Vorsichtig streckte der Aschblonde seine heile Hand nach der Wange des anderen aus und strich ihm die Tränen so gut es ging weg, doch es kamen weitere hinterher. Am liebsten hätte er ihn in die Arme geschlossen, doch gerade nachdem, was zuvor passiert war, wollte er nun lieber auf Nummer sicher und damit etwas auf Abstand bleiben. So war nun sogar eine ganze Armlänge zwischen den beiden Jungs. Seufzend und etwas beschämt sah der Greif auf seine verbundene Hand und betrachtete diese. Er hatte Mal wieder das Gefühl einfach unüberlegt gehandelt zu haben. Irgendwie musste es doch einfacher sein, sich selbst unter Kontrolle zu haben. Er konnte nicht richtig kämpfen und nun konnte er selbst nicht mehr richtig darüber bestimmen, wann er zu einem großen Raubtier wurde und wann nicht. Hoffentlich hätten sie noch etwas Zeit hier. Wenn Xavier Abstand brauchte, dann könnte er diesen bekommen, soweit Claudia vielleicht mit ihm trainieren würde. Vielleicht konnte Antony dafür dem jüngeren Vampir ja was zeigen. Und dann würde sich die Lage zwischen ihnen wieder beruhigen. .
      Aber das war jetzt nicht das Problem an allem. Das Problem war eher, dass er anscheinend seinen besten Freund zum weinen gebracht hatte, obwohl ihm das wichtigste war, ihn zum Lächeln zu bringen. Er sah wieder zu ihm, in seinen Augen immer noch Scham und Schuldgefühl. "Sei bitte nicht traurig. Ich möchte doch nur . . tut mir leid."
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    • Was tat sein Freund da gerade, jegliches denken über seine tat die wohl offensichtlich schien war wohl falsch, musste falsch sein. Dieses unbehagliche Gefühl in der Magengegend des jungen Vampirs ließ ihm einen regelrechten Schauder über den Rücken laufen, gerade hinauf bis sich seine Nackenhaare aufstellten und ein frieren durch seinen Körper zog. Das Küchentuch, welches um die Hand seines Freundes gewickelt war, weichte mehr und mehr auf bis es nur noch tiefrot zu sein schien. Immer wieder wanderte der kalt, blaue und leere Blick der er zugleich war, zwischen dem rot und dem Gesicht des Greifen her. Er konnte nicht glauben wie das hier gerade aussah. Doch weder er noch sein Freund schienen Worte für das geschehen zu finden, im Gegenteil Gestammel war zwischen ihnen im Raum platziert und füllte die leere keineswegs aus. Langsam aber sich begannen seine Hände zu zittern, das Blut welches eben noch durch seine Adern schoss begann immer weniger zu werden und sein Herzschlag wurde beträchtlich langsam, langsamer als ohnehin üblich.
      Er wollte nicht glauben das Vannon nun schon so weit gehen musste um sein inneres Tier im Zaum zu halten, war es nicht sogar seine Schuld gewesen das er nun mit dem Küchenmesser hier stehen musste und sich mit Schmerz und Pein seinen Drang nach Entfesslung entledigen musste. Das sich Xaviers Wangen mehr und mehr zu einer roten Farbe veränderten bekam er nicht einmal richtig mit, nur die Nässe, die kalten Tränen die sich ihren Weg herab suchten bekam er mit, doch selbst wenn er sich weggewischt hätte wäre sie sowieso erneut hervorgequollen. Langsam bemerkte er wie der größere auf ihn zukam und sanft die Hand nach ihm ausstreckte um die besagten Tränen zu beseitigen doch selbst das half nicht. Die warme Hand die erneut zärtlich über seine Wange fuhr löste nur erneut ein so wohliges und geborgenes Gefühl in ihm aus das er am liebsten damit begonnen hätte seine Hand sanft zu liebkosen und ihn danach in den Arm zu nehmen, sich um seine Wange zu kümmern und sich für die Reaktion zu entschuldigen. Doch wie sehr er sich dafür hasste so reagiert zu haben, konnte er nicht, sein Körper war in erster Linie wie gelähmt. Die Nähe die er sich so sehr wünschte selbst im jetzigen Augenblick war einfach nicht mit seinem Gewissen zu vereinbaren. Es war unangenehm, dieser Druck in Brust und Kopf ließ keinen Platzt für dieses unbekümmerte Erregte Gefühl nach dem er sich sehnte und langsam aber sich den kalten Leichenhaften Körper mit Wärme füllte.
      Nach einigen Augenblicken die der Blonde einfach Wortlos verstreichen ließ schüttelte er zaghaft mit dem Kopf und deutete auf seine Hand. "D-das sollten wir...ordentlich verbinden", er schluckte hart, ließ von dem Greifen ab um für einen Moment im Badezimmer zu verschwinden wo er zuvor einen Verbandskasten gesehen hatte. Dieser schien auch sehr gut genutzt zu werden, warum sollte der Vampir eigentlich auch gar nicht genau wissen. Mit einer weißen, recht dicken Mullbinde stand er nun wieder vor seinem Freund. Ohne wen und aber griff er nach dessen Hand und wickelte vorsichtig und zögernd die Hand aus dem nun schon triefenden Küchentuch. Doch der Anblick darunter war für den Vampir nur schmerzhafter als vorher auch schon. Die Wunde war tief und dachte gar nicht daran die Blutung von selbst zu stoppen. Das Messer war fast schon durch die ganze Hand gedrungen und nur knapp an einigen wichtigen Adern vorbeigegangen. "Warum machst du nur sowas?", fragte er eher gemurmelt und zu sich selber als Art Selbstgespräch. Zögernd führte er die warme Hand des größeren an seinen Mund um diese von dem laufenden Blut zu befreien. Als Xavier durch das leichte saugen an der Wunde das Blut für einige Momente daran gehindert hatte sich seinen weg nach draußen zu bahnen wickelte er seine Hand recht fest die besagte Mullbinde und befestigte diese mit einer kleinen Gummiklemme. "Mach das nicht, ich, das ist meine Schuld, es tut mir Leid. Hör auf dich andauernd bei mir zu entschuldigen", seine Tränen waren den roten und leicht geschwollenen Augen gewichen und hilfesuchend blickte der Blonde nach oben.