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Waschungen waren für Kassandra ein durchaus erholsames Erlebnis, das sie nur zu gern mit jemanden wie Zoras teilte. Es störte sie nicht, dass sie ihn wie zuvor umgekehrt abtrocknen sollte und kam dieser Aufgabe freilich hinterher. Trotzdem hatte sie zu beinahe jeder Sekunde gespürt, wie etwas in seinen Denkzellen rumorte. Wie er sich über etwas den Kopf zerbrach, das für sie in keiner greifbaren Nähe war. Kassandra erwischte sich dabei, wie sie einfach nur zufrieden mit dem Augenblick war, den s…
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Dieses Mal sah Ember, wie sich Augusts Lippen bewegten, aber kein Ton sie verließ. Ihre Augen wurden minimal größer in einer Erwartungshaltung. Sie war sich sicher, dass nicht nur sie die Atmosphäre zwischen ihnen beiden so seltsam auffasste, aber er musste schon etwas sagen, damit sie erahnen konnte, was ihn beschäftigte. Dieses Schweigen war somit das Schlimmste, was er ihr hätte antun können. Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, ging er auf ihre Worte ein. Kommentierte jeden einzelnen ihrer g…
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Das Chaos ins Jaspers Kopf wurde schlagartig weniger, kaum hatte Perley die Kugel erneut betätigt und die Trugbilder damit aufgelöst. Das bedeutete allerdings noch lange nicht, dass die Kopfschmerzen erstarben oder dass sich Ember wieder so verhielt wie davor. Noch immer war das Wissen tief in Jasper verankert, dass er diese Menschenfrau gerade angegriffen hatte, absichtlich oder nicht. Alles nur, weil er sich selbst nicht im Griff hatte. Es war vielleicht einfach nur Glück gewesen, dass er es s…
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"Merkwürdig? Merkwürdig klingt danach, dass es dir missfällt und ich lieber aufhören sollte." Symbolisch hielt Kassandra einen Augenblick lang inne, ließ die Stille zwischen ihnen beiden wirken, nur um dann mit der gleichen Ruhe fortzufahren, als hätte es keine Unterbrechung gegeben. Merkwürdig war eine Beschreibung, die sie jetzt nicht unbedingt hatte hören wollen. Viel eher hätte ihr Sinn danach gestanden, dass er sie noch immer anstarrte, sich geehrt fühlte, dass sie ihn wusch und nicht, dass…
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Mit dieser doch sehr aufschlussreichen Unterhaltung hatte Helena so ziemlich das meiste von dem erreicht, weshalb sie ursprünglich hergekommen war. Dass das nicht für jedermann offensichtlich war, kam ihr nur noch zugute. So nickte sie schließlich und erhob sich aus dem Stuhl, allerdings nicht ohne dem Arm des Arkanas einen vielsagenden Blick zuzuwerfen. "Ich hoffe mal, dein Einsatz war es wert gewesen", meinte sie nur schlicht, ging zur Garderobe und holte sich die Jacke vom Bügel. "Wenn ich ir…
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In einer erhabenen Gestik breitete Kassandra die Arme aus und gewährte Zoras den uneingeschränkten Zugang zu ihrem Körper. Wie sie es ihm aufgetragen hatte, tupfte er ihren Leib sorgsam ab bis er an ihren Schultern angekommen war. Blitzschnell warf er das Handtuch um ihre Schultern und tarnte seine Arme gleich mit, um die Phönixin an sich zu ziehen. Das Wasser schwappte nur leicht an ihren Beinen, doch sie stand noch immer im Zuber und musste darauf achten, nicht auszurutschen. Willig schmiegte …
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"Also ich wüsste nicht, warum das Waschen Scham auslösen sollte. Ich komme aus Kulturen, wo es nur bestimmten demografischen Gruppen gestattet war, mich auch nur zu berühren. Noch weniger durften mich waschen, aber mich selbst reinigen stand außer Frage. Es stünde einem Gott nicht zu. Sehr witzig wenn ich so bedenke, dass ich schon in der nächsten Epoche Untertage in einem Verließ gesessen habe und Dreck und Erde meine Haut verkrusteten." Für Kassandra war es eine Zwei-Klassen-System mit dem Was…
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Ember konnte nicht anders als Perley regelrecht giftig anzusehen. Sie gab sich die größtmöglichste Mühe, zwackte aus allem, was sie bisher erfahren hatte, ihre Quintessenzen ab und durfte sich ständig die gleiche Leier anhören. Völlig unabhängig davon, wen sie fragte. Wussten die anderen eigentlich wie nervenaufreibend es war, ständig die gleiche Leier unter die Nase gerieben zu bekommen? "Mitspieler? Macht doch nur Spaß, wenn man auch einen Gegner hat...", murrte Ember, die ihre Sachen wieder a…
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"Super. Ich hätte für wenige Meniten noch behauptet, dass ich Sie schon leiden können würde. Wenigstens nach dem netten Besuch." So gänzliche ihre Art konnte Ember doch nicht herunterschlucken als sie die Arme vor der Brust verschränkte und Perley finster ansah. Wenn sie wirklich so stumpf gewesen wäre, hätte sie es in ihrer Karriereleiter nie so weit gebracht. Man brauchte dieses gewisse Feingefühl in der Regel, um kleinste Unstimmigkeiten zwischen Personen ausfindig zu machen. Eigentlich hatte…
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Helena gab sich gar nicht erst Mühe, die offensichtlich vertrakte Situation vollständig zu erfassen. Noland hingegen war ganz seiner beisherigen Arbeit nach einer völlig anderen Meinung. Er sah binnen Sekunden den Austausch der Blicke von Ember uns August. Die Sorge stand ihr ohne ins Gesicht geschrieben und löste sogar den Eindruck ab, den er nur eine Sekunde zuvor von ihr erhalten hatte. Das war mit Abstand weniger wichtig für ihn gewesen als das, was sich zwischen den Beiden anbahnte. Scheinb…
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Beim letzten Mal war Kassandra nur für ein paar Augenblicke die Welt entglitten. Nun jedoch hielt Zoras sie bei ihrem Weltverlust. Noch während sie sich rhythmisch um ihn zusammenzog und seinen ruppigen Atem im Ohr klingen hatte, fielen ihr alle Gedanken einfach ab. Das Gefühl, das sich nur schwer beschreiben ließ, floß wie Gold durch jede einzelne ihrer Adern und ließ sie mehr als nur gut fühlen. Sie wusste gar nicht, wie lange man(n) dieses Gefühl tatsächlich aufrecht erhalten konnte, doch der…
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"Du hast bemerkenswert viel Zulauf, wenn ich das so bemerken darf." Helena legte ihren Tee nicht mit Zucker trocken. Stattdessen nahm sie die Tasse zwischen ihre dürren Finger und schien die Hitze auf dem Porzellan gar nicht recht wahrzunehmen. Sie hielt sich die Tasse unter die Nase und atmete den aufsteigenden Dampf seelig ein. Nach ein paar Zügen lächelte sie tatsächlich hauchfein. "Eine wundervolle Mischung. Woher haben Sie sie?" Noland war mit der ganzen Angelegenheit nicht wirklich zufried…
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Sylea konnte sich nicht daran erinnern, Mortimers Tür je benutzt zu haben und das Gefühl in ein schwarzes Nichts zu treten war bereits Überwindung genug gewesen. Dann in einem schummrigen Raum ausgespruckt zu werden, den wankenden Cain noch immer am Arm, und sich durch schwere Vorhänge kämpfen zu müssen, war ein Akt seinesgleichen. Als sie sich des Raumes bewusst wurde und kurz die Lage sondierte, fand sie unter dem Seeker nicht einen Augenblick einen ruhigen Stand. Er wirkte apathisch, nein, no…
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Zoras löste sich eigenmächtig von Kassandra. Beinahe hätte sie ihm nachgegriffen und dafür gesorgt, dass er sich nicht ein zweites Mal von ihr lösen würde. Nur um ihm dann noch einmal präziser Anweisungen zu geben, was genau sie von ihm wollte. Sie wollte jeden Zentimeter spüren, jedes Fitzelchen Haut, das in Flammen stand. Das stand ebenso in ihrem Blick, als sie zerrauft und ausgebreitet unter dem Herzog lag und ihn begierig ansah. "Dreh dich um. Auf den Bauch." Ein allzu erwartungsvoller Atem…
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Wollte Kassandra wirklich herausfinden, wie ein Sterblicher einen Gott dazu bekam, zu betteln? In dieser Situation? Ja, das wollte sie. Mit jeder Faser ihres Körpers wollte sie das gezeigt bekommen, von ihm eines Besseren belehrt werden, das Wissen aufgeben, dass sie etliche Stufen über einem Sterblichen stand. Er sollte ihr beweisen, dass sie gar nicht mehr so weit weg von einem Menschen war, wie sie sich es manchmal noch einbildete. Doch die Worte blieben unausgesprochen während sie dabei zusa…
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Helenas Gesichtsausdruck zeigte keinerlei Regung als sie Perley lediglich anblinzelte. Er wusste nicht, wer sie war? Dann war er doch nicht so sehr im Bilde wie sie anfangs vermutet hatte und korrigierte gedanklich die Position dieses Mannes hinsichtlich August. Die eiligen Bewegungen, die sich einstellten kurz nachdem er feststellen musste, dass die erwartete Person nicht vor der Tür stand, sprach allein schon Bände für sich. Sie warteten auf jemand anderen - die Frage war, wer? Im Hintergrund …
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"Kassandra." Selten hatte sich ihr Name ausgesprochen so schön angehört. Das Dunkle, Rauchige war seiner Stimme nicht mehr abzusprechen und es reizte sie mehr als es ihr lieb war, die Lider aufzuschlagen und das dazugehörige Gesicht zu entdecken, das wohl nur knapp über ihrem Gesicht schwebte. Doch sie tat es nicht, suggerierte ihm, dass es sie überhaupt nicht tangierte, und streichelte weiterhin seine empfindliche Körperstelle. Unter ihren Fingern zuckte es mehrmals verdächtig und ein Lächeln k…
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Jasper hielt die Augen weiterhin geschlossen und den Kopf an die Fensterschreibe gedrückt. Das Rütteln des Wagens machte seine Kopfschmerzen nicht besser, verschlimmerte sie jedoch auch nicht weiter. Vielmehr lenkte es ihn ab von Gedanken, die er nicht haben wollte. Folglich hörte er nur umso deutlicher die Müdigkeit aus Augusts Stimme heraus und Reue meldete sich sofort zur Stelle. Also hatte er einfach so einen Abend mit einem anderen Arkana verbacht. Scheinbar zog er die mächtigen Spieler auf…
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Wer hätte ahnen können, dass Drohungen so eine anziehende Wirkung haben konnten? Kassandra jedenfalls nicht aber sie spürte wie sich ihr Puls beschleunigte als Zoras ihren Namen mit einem gewissen Nachdruck aussprach. Wie er sogar dazu genötigt wurde ihr ganz klar zu vermitteln, dass sie aufhören sollte. Für diesen Tonfall in dieser Lage an diesem Abend hätte sie vermutlich sogar ganze Städte dem Erdboden gleich gemacht. Es hielt ihn nicht mehr ruhig an seinem angestammten Platz - sie musste sei…
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Kassandra wurde nicht müde immer wieder zu betonen, dass nur Menschen und Götter die famose Fähigkeit besaßen ihre Gefühle zur Schau zu tragen. Kleinste Anzeichen am Körper drückten mehr aus als so manches Wort. So wie Zoras versucht gewesen war seine Arme nach ihr auszustrecken als sie auf ihne zugekommen war. Selbstverständlich war ihr nicht entgangen, wie seine Hände gezuckt hatten und sie seinem Willen ein klein bisschen Respekt zollen musste. Dieser Respekt bekam dann sogar noch ein wenig m…