Suchergebnisse
Suchergebnisse 21-40 von insgesamt 62.
-
Edward nickt entschlossen. „Okay, sag mir sofort Bescheid, wenn du etwas brauchst“, flüstert er Rhiannon ermutigend zu. Dann treten die beiden gemeinsam durch eine klaffende Lücke im Rumpf in das Innere des Schiffes. Der Gestank, der ihnen dort entgegenschlägt, ist schier unerträglich. Es ist eine beißende Mischung aus Schwefel, verwesendem Fleisch, salzigem Seewasser und uraltem Schimmel. Edward presst sich reflexartig den Stoff seines Ärmels vor die Nase, um nicht würgen zu müssen. „Kein Wunde…
-
Zehn Jahre lang beherrschte der unerbittliche Winter nun schon das japanische Kaiserreich. Kanzaki Fuyuto, der als der Akteur des Winters bekannt war, lebte in jener Zeit in völliger Isolation inmitten der schroffen, schneeverwehten Gipfel des Hida-Gebirges. Seinen Gardisten hatte er bereits vor langer Zeit entlassen; Fuyuto zog es vor, allein die Grabesstille zu genießen, die der ewige Schnee mit sich brachte. Eigentlich hätte der Frühling längst Einzug halten müssen, doch Haruka, die Akteurin …
-
Einst existierte nur der Winter. Erst mit dem Erwachen des Frühlings entstanden auch Sommer und Herbst, und seitdem folgt die Welt ihrem geschützten Kreislauf der Jahreszeiten. Die Jahreszeiten werden von sogenannten Akteuren gebracht, welche stets zum Schutz von einem sogenannten Gardist begleitet werden. Doch seit zehn Jahren herrscht nur ewiger Winter, da die Akteurin des Frühlings verschwunden ist um den Akteur des Winters zu beschützen. Zehn Jahre später kehrt X, die Akteurin des Frühlings,…
-
Charakter-Profil: Der Akteur des Winters - Name: Kanzaki Fuyuto - Scheinbares Alter: Mitte 20 - Wahre Natur: Eine personifizierte Entität des Winters in menschlicher Hülle. - Herkunft: Die schneebedeckten Gipfel der Japanischen Alpen (Hida-Gebirge) - Statur: Groß, schmal und von einer fast unnatürlichen Eleganz. Seine Bewegungen sind präzise und wirken choreografiert, als stünde er ständig im Scheinwerferlicht einer unsichtbaren Bühne. - Gesicht: Blasse, fast transluzente Haut. Seine Züge sind …
-
Edward spürte, wie die Spannung in Rhiannons Körper nachließ und sie erschöpft in sich zusammensackte. Der letzte Rest ihrer Magie war in die Wunde geflossen; ein schwaches Glühen, das gerade ausreichte, um das Schlimmste zu verhindern, bevor ihre Kraft endgültig versiegte. „Keine Sorge, ich kümmere mich um dich“, murmelte er, und seine Stimme war nun so sanft wie der Sommerwind. Ohne Zögern schob er seine kräftigen Arme unter ihren Körper und hob sie behutsam vom Boden auf, als wäre sie aus zer…
-
Ein Schrei, geboren aus reinem, unverfälschtem Schmerz, riss aus Edwards Kehle und schien die Grundfesten der Realität zu erschüttern, als er sah, wie der schwarze Schaft des untoten Pfeils Rhiannons Schulter durchbohrte. Es war kein bloßes Geräusch; es war ein Urknall der Verzweiflung, der die Zeit selbst für einen Herzschlag anzuhalten schien. In diesem Moment der absoluten Agonie erlosch das menschliche Licht in Edwards rechtem Auge. An seiner Stelle entzündete sich eine Flamme. Kein gewöhnli…
-
Edward nähert sich mit fest entschlossenem Schritt dem Wrack. Er hebt seinen Hammer hoch in den grauen Himmel. „Oh Helm, himmlischer Beschützer und Verteidiger der Welt, leihe mir deine Kraft, um diesen untoten Fischköpfen die Leviten zu lesen!“, brüllt er, und seine Stimme hallt von den Klippen wider. Schon bei den ersten Worten torkeln die ersten Ertrunkenen aus den klaffenden Wunden des Rumpfes. Doch als sein Hammer plötzlich hell aufglimmt und der Stoß des Griffes auf den steinigen Boden ein…
-
Edward nickt zustimmend, während er den Blick nicht von den klaffenden Wunden im Schiffsrumpf abwendet. „Anzünden würde ich vermeiden wollen. Immerhin suchen wir nach Informationen im Inneren des Schiffes. Es wäre schlecht, wenn das Schiff samt den Beweisen einfach zu Asche zerfällt“, flüstert er und rückt seinen Griff am Hammer zurecht. Er denkt einen Moment nach, während er das ziellose Taumeln der Gestalten hinter den Planken beobachtet. Dann funkelt sein gesundes Auge abenteuerlustig. „Ich h…
-
Edward löst den schweren Hammer von seinem Gürtel und umschließt den Griff mit beiden Händen. Das vertraute Gewicht der Waffe gibt ihm in dieser unheilvollen Stille zumindest ein wenig Sicherheit. Gemeinsam schleichen die beiden geduckt auf das Wrack zu, das wie ein gestrandeter Wal auf den scharfen Klippen harrt. Je näher sie dem Schiff kommen, desto deutlicher vernimmt Edward wieder dieses unheimliche, nasse Gurgeln, das direkt aus dem Inneren des Rumpfes zu dringen scheint. Es klingt wie das …
-
Während Rhiannon federleicht diesen steinigen Pfad erklimmt, muss Edward ganz genau aufpassen, wo und wie er seine Füße platziert, um den Hang nicht direkt wieder hinunterzurollen. Seine schwere Rüstung und der massive Hammer machen ihn zwar standfest, aber auf diesem losen Untergrund auch schwerfällig. „Dann sollte ich heute vielleicht mal meine Gebete an Silvanus richten. Vielleicht hat der Eichenvater ja noch ein bisschen göttliche Kraft für einen jungen Paladin übrig“, keucht er, während er …
-
Edward hört ihr aufmerksam zu, während sie den Pfad weiterverfolgen. Als sie die Frage nach seinem Auge stellt und sie sogleich wieder zurückzieht, huscht ein kurzes, nachdenkliches Lächeln über seine Lippen. „Schon okay, zerbrech dir nicht den Kopf darüber“, sagt er aufmunternd. Doch die Wahrheit ist eine andere, die er tief in seinem Inneren bewahrt. Die Präsenz, die Rhiannon umgibt, ist anders als alles, was er bisher durch das Auge des Gottes gesehen hat. Sie ist nicht einfach nur aufrichtig…
-
Edward wirft Rhiannon einen kurzen Seitenblick zu, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder dem steinigen Feldweg widmet, der sie unaufhaltsam näher an die Klippen führt. „So viel gibt es über mich gar nicht zu erzählen“, beginnt er bescheiden. „Ich wurde in Oakhaven geboren, einem kleinen Dorf nahe Niewinter. Dort habe ich meine Ausbildung zum Gardisten absolviert und anschließend einige Jahre als Wächter in der Stadt gedient.“ Der Nebel kriecht langsam wieder vom Meer herüber ins Land. Wo eben noc…
-
Edward dreht sich prüfend um und zieht hier und da an seinem Lederharnisch, um die Festigkeit der Knoten zu testen, die Rhiannon für ihn gemacht hat. Das Leder knarrt leise unter seinem Zug. „Sieht gut aus, danke dir“, sagt er mit einem anerkennenden Nicken. Der Harnisch sitzt perfekt, das Kettenhemd darunter bietet den nötigen Schutz, ohne ihn zu sehr einzuengen. Er nimmt seinen schweren Kriegshammer vom Boden auf, lässt ihn mit einem vertrauten Gewicht an seinen Gürtel gleiten und überprüft ei…
-
Nach dem Waschen zieht Edward sich das Leinenhemd und die Hose wieder an. Als er den Stall betritt, ist sein Geist merklich klarer, auch wenn der Traum noch wie ein ferner Schatten in seinem Hinterkopf lauert. Er tritt zu seiner Lederrüstung, die er am Vorabend ordentlich beiseitegelegt hatte, und beginnt damit, sich Stück für Stück wieder zu rüsten. „Wir geben Alfred und Thora Bescheid, dass wir zu den Felsklippen aufbrechen. Da wir sie von hier aus schon recht gut sehen können, schätze ich, da…
-
Edward sammelt sich für einen Moment, während sein Blick zu Rhiannon wandert, die bereits neugierig durch die Stalltür lugt. „Ja … alles gut. Es war nur ein Albtraum. Ob dieses ‚Ding‘ da draußen nun schuld daran war oder nicht … jedenfalls danke“, sagt er mit einer Stimme, die noch etwas rau vom Schlaf ist. „Ich habe gestern einen Wassertrog hinter dem Stall gesehen. Ich werde mich kurz waschen gehen“, erklärt er. Er hofft, dass das kalte Wasser nicht nur den Schweiß, sondern auch die klammen Fi…
-
„Einfach eingeschlafen“, flüstert Edward leise zu sich selbst, als er bemerkt, dass Rhiannon bereits den Träumen verfallen ist. Ein schwaches Lächeln stiehlt sich auf seine Lippen, bevor er sich selbst auf seinem Heulager umdreht, um noch einige Stunden Ruhe zu finden. Es dauert nicht lange, bis auch ihn die Erschöpfung übermannt. Doch seine Nacht ist alles andere als friedlich. Ein wirrer, fieberhafter Traum lässt ihn sich unruhig von links nach rechts wälzen. Es ist, als stünde er auf dem Gipf…
-
Edward muss bei ihren Worten unwillkürlich schmunzeln. Es ist faszinierend für ihn zu sehen, dass selbst in der vermeintlichen Freiheit der Natur so starre Strukturen existieren können. „Ich verstehe. Eure Stammestraditionen scheinen in dieser Hinsicht doch sehr strikt zu sein“, stellt er fest und rückt sich auf seinem Heulager ein wenig zurecht. „Es erinnert mich an die großen Königshäuser der Menschen. Dort werden Töchter oft wie Schachfiguren mit den Prinzen anderer Reiche verheiratet, nur um…
-
Edward dreht sich im Heu zu ihr um. Auch wenn er ihre Züge in der Dunkelheit nur schemenhaft erkennen kann, fühlt es sich so mehr wie ein echtes Gespräch an – von Angesicht zu Angesicht, verborgen vor den Blicken der Welt. „Das ist eine interessante Weise, eine Beziehung zu führen“, stellt Edward nachdenklich fest. „Aber es ergibt Sinn. Wenn man als Elfe mehrere hundert Jahre lebt – den Legenden nach gab es sogar jene, die ein ganzes Jahrtausend wandelt –, sehnt man sich bestimmt irgendwann nach…
-
Edward beißt sich auf die Unterlippe. Er will ihr keinesfalls das Gefühl geben, dass ihr Verhalten ihm Unbehagen bereitet. Ganz im Gegenteil: Letzten Endes ist Edward auch nur ein Mann, und die Reize einer attraktiven Frau werden wohl immer eine Schwäche für ihn bleiben. „Das ist ein sehr sensibles Thema, und es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden, ohne dass du am Ende sauer auf mich bist“, beginnt er mit wahnsinnig vorsichtigen Worten. „Es ist keinesfalls eine Andeutung auf mehr. Du…
-
Edward kann nicht anders, als immer wieder verstohlene Blicke zu Rhiannon zu werfen. Er ist sich mittlerweile sehr sicher, dass sie keine Ahnung hat, was ihre Erscheinung, ihre niedlichen Grimassen und die Art, wie sie gerade mit ihm spricht, eigentlich in ihm auslösen. „Helm, gib mir Kraft, nicht der Versuchung zu erliegen“, murmelt er leise vor sich hin, fast wie ein zweites Stoßgebet. „Alles gut, ich komme zurecht“, beginnt er schließlich und kratzt sich verlegen am Hinterkopf. „Du bist noch …