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Eine nachdenkliche Stille umgab Viola während sie der fortschreitenden Geschichte aus alten Tagen lauschte. Die Grausamkeit und Härte, die Andvari zu allen Zeiten seines Lebens entgegengebracht wurde, sollte die Heilerin vermutlich längst nicht mehr erschrecken. Dennoch zeichnete sich in den erschöpften Gesichtszügen der Anflug von unmissverständlicher Wut ab. Die Furcht eines schwachen Elfenkönigs vor einer alten Legende hatte Andvari am Ende alles gekostet. Verlust und Verrat zogen sich einer …
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Ein nachsichtiges Lächeln spiegelte sich im bleichen Gesicht der Heilerin. Der einzige Farbtupfer war der fiebrige Rotschimmer über ihren Wangenknochen, der die Illusion von lebendiger Gesundheit erzeugte. Viola lauschte den Worten des Elfen und zwang sich die flatternden Augenlider vollständig zu öffnen, als sie einen Blick auf sich spürte. Ein finsterer Ausdruck überschattete Lhoris Gesicht, aber das zaghafte Lächeln auf den Lippen der fiebernden Frau ließ sich davon nicht beeindrucken. Viola …
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"Andvari und du seid selbstloser als für euch gut ist.", flüsterte Viola mit einem schwachen Lächeln. Zwei Tage in denen keine Nachricht von ihnen Beleriand erreichen konnte. Jeder Gedanke in ihrem Kopf protestierte dagegen weiter in den Osten zuziehen, wo sie hinter massiven und undurchdringlichen Mauern kein Zuhause mehr erwartete. Die Weiße Garde. Viola horchte auf und das Lächeln gefror. Der erschöpfte Gesichtsausdruck und der fiebrige Glanz ihrer Augen vermochten nicht über den Funken der N…
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Viola lauschte dem hitzigen Gespräch mit gesenkten Augenlidern. Die Logik der Elfen ließ sich nicht abstreiten und obwohl die Heilerin den Protest beinahe schon auf der Zunge trug, knirschte sie niedergeschlagen mit den Zähnen. Kein Streit der Welt half ihnen aus der Sackgasse, in der sie zwangsläufig steckten. Und sie hatte keine Kraft aufzubegehren. Mit flatternden Lidern sah sie auf und stellte mit Erstaunen fest, dass der Adelssproß aus dem Zelt in die kälte des voranschreitenden Tages versc…
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"Bitte verzeiht, Lhoris.", antwortete Lucien, der beschwichtigend die Hände hob. Der zukünftige Thronfolger der freien Menschenreiche bat einen Elf um Verzeihung. Der Prinz konnte schwören, dass in weiter Ferne in einem staubigen Studierzimmer gerade ein verbohrter, alter Mann in Ohnmacht fiel. Vergeblich hatten unzählige Tutoren versucht ihm höfische Etikette und die gewünschte Weltanschauung einzutrichtern - mit mäßigem Erfolg. Der stechende Blick verlangte jedoch auch dem Prinz der Menschen d…
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"Das war Viola's Werk?", stutzte Lucien. Der Eindruck, den der Kronprinz bisher von der eher stillen Frau hatte, geriet ein wenig ins Wanken. Viola weckte das Bild einer sanftmütigen Heilerin der Herzlosigkeit ein Fremdwort war. Zweifellos glühte ein Feuer hinter den leuchtend grünen Augen, aber ein grausamer Mord wie Vaeril ihn erlitten hatte, wollte nicht so recht zu der zarten Frau passen - zumindest nicht in den Augen des Prinzen. Die Berichte der Augenzeugen der halsbrecherischen Flucht aus…
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Etwas im Blick des Elfen beunruhigte Lucien. Die Freude über die Kunde, dass Andvari lebte, war eher verhalten. Allerdings war Lhoris auch nicht für sein überschwängliches und wärmendes Gemüt bekannt - zumindest nicht unter den anwesenden Menschen. Trotzdem blieb ein winziger Zweifel zurück, der sich wie ein zuvernachlässigendes Hintergrundrauschen in seinen Gedanken einnistete. Ein Gedanke, dessen Bedeutung Lucien nur schwerlich greifen konnte. Die edlen Züge des Prinzen spiegelten von dieser E…
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Lucien von Bourgone verdankte es allein seinem Geschick, dass er nicht augenblicklich vor Lhoris' Füßen im schlammigen Morast landete. Der nervöse Hengst bäumte sich auf und blickte mit aufgeblähten Nüstern in Richtung des Neuankömmlings. Die gewaltigen Huften spritzten Schlamm und Eis beim donnernden Aufschlag auf den Boden in alle Himmelsrichtungen. Das unverkennbare Geräusch gespannter Bogensehnen ertönte leise aber bereits in seinem Rücken. Lucien wusste ohne einen Blick über die Schulter zu…
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Tatsächlich folgten auf den sumpfigen Pfaden durch das verschneite Moor eine kleine Gruppe von Reitern einer unsichtbaren Spur. Die Pferde wirkten zu massig für einfache Banditen und stammten eindeutig aus edler Zucht. Die Umhänge und Kleidung der Reiter war einfach aber für die Verhältnisse des Niemandslandes merkwürdig sauber und ohne die Spuren einer harschen Reise. Die Tarnung war von Weitem betrachtet gelungen, aber ein geschultes Auge würde sich nicht hinters Licht führen lassen. Der erste…
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Mühselig versuchte Viola mit ruhigen Atemzügen die Lunge zu füllen. Eine warme Hand, im Vergleich zu ihrer glühenden Haut überraschend kühl, legte sich beruhigend auf ihre Stirn. Die schmerzliche Verkrampfung der Muskeln löste sich langsam und die junge Frau drückte schwach den Kopf gegen seine Hand. Die Geste war tröstlich. Es wäre eine unverschämte Lüge gewesen, sollte sie behaupten die eigene Kraftlosigkeit jage ihr keine Angst ein. Sie wusste um die tückischen Folgen einer Bauchverletzung un…
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Viola nickte geschwächt. Durch den Nebelschleier in ihrem Kopf versuchte die Heilerin den Worten des Elfen an ihrem Krankenlager zu folgen. Die Verlockung das Wasser gierig herunter zu schlingen, war kaum zu bändigen. Die Kehle fühlte sich kratzig an und bei jedem winzigen, schmerzhaften Schluck verzog sie das Gesicht. Viola schaffte die wenigen Schlücke, die wohltuende Linderung brachte ohne sich dabei zu verschlucken und war am Rande ihres Bewusstseins darüber sehr erleichtert. Der Körper schm…
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Beiläufig schlug Tilda die Öffnung des Zeltes auf um ein wenig kühle, aber frische Luft einzulassen. Der beißende Geruch von Krankheit förderte sicherlich nicht die Heilung und weiteren Schaden konnte ein Luftzug unmöglich anrichten. Dennoch achtete Tilda sorgsam darauf, dass die Felle den gepeinigten Leib schön warm hielten während Lhoris die Umschläge sorgfältig auswusch. Ächzend ließ sich Tilda auf dem harten Boden nieder und tupfte mütterlich mit einem angefeuchteten, sauberen Tuch über die …
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Lucien von Bourgone verzog unwillkürlich das Gesicht. Das ekelerregendes Knirschen des zerquetschten Schädelknochen und der damit einhergehende, fragwürdige Sud an bläulichem Blut und stückiger Hirnmasse, war selbst für erfahrene Augen ein widerwärtiger Anblick. Lucien hatte in seinem bisherigen, kurzen Menschenleben mehr Gräueltaten gesehen, als manch raubeiniger Soldat. Neben dem Prinzen schluckte Meliorn hörbar einen Kloß im Halse herunter und richtete den Blick auf das Schwert in seinen lang…
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Bedächtig trat Lucien einen Schritt nach vorn. Sein Blick fiel auf den gekrümmten Leib des toten Elfen, der die verräterischen Anzeichen eines Ertrunkenen trug. Ein dünnes Rinnsal tropfte aus seinem Mundwinkel und die Lippen wiesen eine vertraute, bläuliche Färbung auf. Im Todeskampf waren die beinahe gänzlich schwarzen Augen aus den Augenhöhlen hervor getreten. Eine grausame Art das Zeitliche zu segnen, aber nach Andvaris ungehaltener Reaktion zu urteilen, hatte der Elf zu seinen Füßen kein and…
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Einen Augenblick lang senkte Lucien den Blick auf die blutige Hand. Bevor er nach der angebotenen Hand griff, zerrte er den besudelten Handschuh mit den Zähnen und einem kräftigen Ruck über das Handgelenk. Achtlos fiel das runigerte Untensiel zu Boden in den Matsch. Ein breites Grinsen erhellte das Gesicht des Prinzen, das wenig hoheitlich vor Dreck und Blut strotzte, ehe sich Lucien zu einer respektvollen Verneigung hinreißen ließ. In der Geste lag kein Spott, sondern ehrlicher Respekt vor sein…
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Haupttor - Sonnenaufgang Lucien von Bourgone schüttelte angesichts der Hartnäckigkeit den dreckigen, blonden Haarschopf. Die Willenstärke war durchaus bewunderswert und es dauerte zu seiner Schande ein paar Augenblicke, bis er begriff, dass Andvari tatsächlich vorhatte den grobschlächtigen Oger aus dem Schlachtgetümmel zu retten. Offbar ein weiterer Freund des Elfenrpinzen, der die Reihe ein seltsamen Gestalten und fragwürdigen Verbündeten erweiterte. Zwischen den eigenen Männern entdeckte Lucie…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragEin argwöhnisches Geräusch, das zwischen Schnauben und ersticktem Lachen schwankte, erklang aus der Ecke des Aufzuges, in der Cain neben der Aufzugsteuerung an der kühlen, glatten Metallwand des beengten Raumes lehnte. Die Floskel schien den Humor des Seekers meilenweit zu verfehlen, lediglich der Babylonier drehte grinste unter leichten Zuckungen seiner Mundwinkel. Der Seeker beäugte seine fragwüridgen Begleiter aus der maximalen Entfernung, die der begrenzte Freiraum zuließ. Der Versuch allein…
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[2er RPG] Vessels [Asuna & Winterhauch]
Winterhauch - - RPGs
BeitragDie Bestätigung, das der Feuerteufel sich tatsächlich unter ihren Füßen befand, erfüllte Cain mit Erleichterung und gleichzeitig mit einer unterschwelligen Besorgnis. Im hintersten Winkel seines Verstandes pochte die bisher ignorierte Ahnung, dass Anifuris ihn geschickt an der Nase herumführte. Es gab keinen handfesten Beweis, dass seine Schwester die Übernahme durch Scintilla überlebt hatte. Etwas rührte sich im Seelenkern des Seekers. Hauchdünne Haarrisse auf zogen sich über die pulsierende Um…
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Vor dem Haupttor - Sonnenaufgang Ein Sturmflut aus donnernden Hufen brandete in die feindlichen Elfenkrieger. Die gepanzerten Schlachtrösser trampelten gnadenlos alles nieder während die Reiter die im Sonnenaufgang glühenden Schwerter in die übrigen Widersacher führten. Blut besprenkelte die polierten Rüstungen und schweißnasses Fell. Knochen brachen unter beschlagenen Hufen. Mitten im blutigen Gewirr aus Pferden und Soldaten ertönte ein kreischendes Wiehern, als die ersten Rösser den monströsen…
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Morgengrauen - 30 Minuten nach Schlachtbeginn Vor dem Haupttor Ein Ausdruck entrückter Leere erfüllte die halbgeöffneten Augen. Violas Blick glitt in den Himmel, der in satten Farbtönen von Rot und Orange den Beginn eines neuen Tages ankündigte. Die ersten Strahlen der Wintersonne erhoben sich über den Horizont und vertrieben die Dunkelheit über dem blutigen Schlachtfeld. Über den Dächern Beleriands ertönte der schrille Schrei eines Raubvogels, der auf eleganten Schwingen durch die Lüfte glitt. …