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May Das klang nett. Sowas hatte May schon ewig nicht mehr erlebt. Wenn sie mit Kollegen trinken ging, war die Stimmung weit entfernt von magisch. Klar, war es manchmal lustig, aber meistens beschwerten sie sich nur beieinander darüber, wie anstrengend alles war. Und wenn es um Opferanwälte ging, konnte man sowieso ganze Wochenenden mit Komasaufen füllen, um irgendwelche schwerwiegenden Fälle so weit in den Hinterkopf zu schieben, wie irgend möglich. „Es ist nicht so, dass ich gern meine ganze Ze…
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May „Hm“, machte May lächelnd und drückte die Taste am Kaffeeautomaten. „Danke! Ich kann nur schlecht im Blazer in einem Club auftauchen, oder?“, meinte sie amüsiert. Sie konnte sich tatsächlich nicht erinnern, jemals in einem Club gewesen zu sein. Kleine Hausparties waren in ihrem Freundeskreis früher beliebt gewesen, vor allem Mädels-Abende, wo sie etwa vor Weihnachten zusammen Punsch gemacht hatten. Sehr harmloses Zeug jedenfalls, völlig ohne Drogen, weil sie fast alle Jura studiert hatten, u…
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May Ihre Absätze klackerten fröhlich nebeneinander her, während Aprils Lächeln ebenso fröhlich in Mays Richtung strahlte. „Richard?“, fragte sie irritiert, als sie meinte, dass ihr Freund die Person mitbrachte, die May empfohlen hatte. Also hatte Richard doch Freunde. Trotzdem war der Gedanke etwas merkwürdig, dass sie alle zusammen zu einer Party gingen. Nicht, wegen Richard, sondern wegen April. Was für eine Art Party sollte das überhaupt sein? Irgendwie fühlte sie sich zu alt für solche überl…
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May May machte sich keine Sorgen. Der Gerichtstermin am heutigen Tag war dermaßen standardmäßig, dass es nichts gab, auf das sie nicht vorbereitet wäre. Sie hatte die Akte eingesehen und abseits von Aprils Besitz der Edelsteine, gab es nichts, das sie mit den Tätern in Verbindung brachte. Leider gab es nur Überwachungskameras außerhalb des Hauses, darum konnte man nicht sehen, wie April etwas zugesteckt wurde, aber man sah, wie sie alleine ankam und es gab Hinweise auf die tatsächlichen Täter, d…
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Richard Natürlich war er sich nicht sicher. Welcher normale Mensch schickte jemanden in dem Zustand nachhause? Caleb hatte recht, sie haten die ganze Zeit darüber gesprochen, Richard hasste die aufgestellten Regeln und es war zumindest eine seiner Motivationen gewesen, um wieder zusammen zu kommen, weil… genau deshalb! Caleb sah aus, als wollte er sich unbedingt auf der Stelle ausziehen. Richard wollte echt nicht Nein sagen. Er wollte ihn vielmehr dazu motivieren. Aber… „Dir würde es etwas ausma…
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Richard „Dann rufe ich dir eins“, sagte Richard bereits und wollte sein Handy aus der Hosentasche kramen, weil er Caleb sicher nicht heute Nacht Selbstmord begehen ließ, aber dann hatte ihm dieser bereits die Arme um den Hals gelegt. Er brauchte einen Moment, um Caleb zu folgen, beugte sich aber ein Stück zu ihm herunter, um ihm den Kuss zu ermöglichen, bevor er sich verrenkte, und er dachte einfach währenddessen noch kurz nach. Caleb bot also an, doch noch mit ihm zu schlafen? Am zweiten Date. …
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Richard Es war einfacher, unangenehme Themen hinter sich zu lassen, wenn man sich ohne schlechtes Gewissen ein Glas Wein nach dem nächsten in den Hals leerte, und wenn man gedanklich mehr damit beschäftigt war, nicht über jemanden herzufallen. Caleb legte es darauf an. Er rutschte immer weiter zu Richard, sie war beide leicht angetrunken — Caleb womöglich mehr als leicht — und eigentlich war der Moment perfekt, um rumzumachen und die Sache ins Schlafzimmer zu verlegen. Oder auch nicht. Der Boden…
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Richard Richard setzte sich auf, um ein wütendes: „Was?!“ auszuspucken, als Caleb ihm seine Beichte vortrug. „Wie passiert sowas?!“ Er versuchte, seine Gedanken zu ordnen und schloss kurz die Augen während er frustriert seufzte. Gut, nachdem er nicht einmal gewusst hatte, dass seine Kollegen, denn Thomas war anscheinend dieser Thomas, offenbar erschreckend persönliche Details über sein Leben kannten — und Andrews Geschichtenerzähler-Skills nach zu folge dachten, dass er Spaß daran hatte, sich an…
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Richard „Aber vielleicht bin ich ein Fan davon, wenn du nackt in der Öffentlichkeit bist. Und vielleicht bist du ein Fan davon, wenn ich nackt in der Öffentlichkeit bin. Ich würde Nachts schwimmen im Meer außerdem auch nicht unbedingt mit einer U-Bahn oder einem Einkaufszentrum gleichsetzen. Öffentlichkeit hat… Abstufungen. Nichtmal ich würde dich richtig sehen, ich hab keine gute Nachtsicht“ Er blinzelte unschuldig, was man ihm wahrscheinlich sowieso nie abkaufen würde. Ja, er hatte irgendwo im…
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Richard „Ich glaube, wenn man aus Gelegenheitssex etwas ernstes macht, ist alles darauf folgende kompliziert“, murmelte Richard. Gut, Caleb schien sich deutlich mehr Gedanken zu all dem zu machen, als Richard. Aber das würden sicher die meisten. Auch wenn es eigentlich ganz simpel war. Aber warum einfach, wenn man sich den Scheiß auch kompliziert denken konnte? Die meisten Leute schienen das als Lebensmotto zu haben und Caleb würde er das hoffentlich noch abtrainieren. Zumindest, wenn es um ihre…
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Richard „Dann sag deinem Kopf, dass er schon merken würde, wenn ich dich hasse. Frag deinen Bruder. Ist nicht wirklich ein Rätselspiel“ Wahrscheinlich war das kein idealer Moment, um noch Öl ins Feuer zu gießen und Ezra zu erwähnen, aber es war frustrierend, dass es offenbar nichtmal was brachte, Caleb genau das zu sagen, was er hören wollte. Da konnte Richard eigentlich auch einfach aufgeben und Calebs Gedanken freien Lauf lassen, oder? Aber das fühlte sich auch nicht richtig an. Dann redete er…
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Richard „Ah“, machte Richard bei der neuen Information und sah dabei zu, wie Caleb etwas weiter zu ihm rutschte. Damit hatte sich ja eine Frage zumindest beantwortet. Und simultan war es noch schwieriger geworden, an irgendetwas anderes zu denken. Richard würde behaupten, dass es zu einem großen Teil normal war, konstant an Sex zu denken, wenn man datete, besonders wenn man es schonmal getan hatte. Zu einem kleineren Teil hatte er allerdings auch das Glück, noch nie Sex auf dem Level gehabt zu h…
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Richard Es brauchte einiges an Selbstkontrolle, um seine eigenen Worte nicht innerhalb einer Sekunde wieder zurückzunehmen, weil er über Caleb herfiel um ihn zu küssen. Gut, das war nicht dasselbe, wie mit ihm zu schlafen, aber es wäre dämlich, selbst einen ersten Schritt in diese Richtung zu machen. Richard stützt seinen Kopf in die Hand und hatte den Arm über die Sofalehne gelegt, während er in der anderen Hand das Weinglas schwenkte und sich zwang, nicht so auszusehen, als würde er nicht zuhö…
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Richard „Tatsächlich geh ich relativ selten zu irgendwem und erzähle von einer geheimen Organisation, weil sie das etwas weniger geheim machen würde“, antwortete er. Auch wenn die Idee nicht schlecht war. Zumindest, wenn man nicht wirklich bei einer Geheimorganisation arbeitete. Seinen Job für so einen Kram zu gefährden stand nicht wirklich auf der Prioritätenliste. „Aber es war ein Anmachspruch, wenn du willst, dass es einer war. Zumindest ist das die weniger beängstigende Alternative“, grinste…
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Richard Keine Aufmerksamkeit von seinen Eltern zu bekommen hätte für Richard mit 15 nach einem absoluten Traum geklungen, aber ideal war das alles nicht. Sie wären bei all dem Chaos wahrscheinlich auch beide grauenvolle Eltern. Ob gemeinsam — was für jedes Kind die reinste Hölle sein müsste — oder mit anderen Partnern zusammen, aber sie sollten beide nicht erziehungsberechtigt sein. Was Calebs Hass auf das Leben allgemein nochmal unterstrich. Er holte tief Luft, nur um dann ein entschiedenes: „N…
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Richard Vielleicht hatte er es schon zu sehr erwartet, um bei der Aussage noch sonderlich überrascht zu sein, aber es war trotzdem nett die Sicherheit zu haben, dass es absolut keine Kinder-Diskussion geben würde. Nicht, dass da viel zu diskutieren wäre, Richard würde von seinem Standpunkt definitiv keinen Millimeter abweichen. Aber so konnten sie zumindest beide sorgenfrei weitermachen mit einer Urlaubsplanung nach der anderen, wo sie sich um niemanden als sich selbst kümmern mussten. „Spülmasc…
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Richard Wow, da wurde nochmal dankbarer keine Geschwister zu haben. Allerdings hatte Richard seine ganze Kindheit über genug zu stemmen gehabt, um keine Zeit zu haben, sich noch Geschwister zu wünschen. Obwohl ein bisschen was von der Aufmerksamkeit dann vielleicht von ihm abgefallen wäre, aber schlimmstenfalls hätte er noch so eine Höllenbrut gehabt, mit der er sich auseinandersetzen musste. „Klingt traumhaft“, kommentierte Richard sarkastisch. „Das ist übrigens nur ein weiterer Grund, warum ic…
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Richard Richard schmunzelte. Das war keine Einladung gewesen, oder? In jedem anderen Szenario hätte er es als solche verstanden. Aber das war wahrscheinlich eher eine Zukunftspläne-Angelegenheit. Wenn er Caleb in Zukunft, also nach dem drölften Date küssen wollte, sollte er es tun. Klar. Nicht jetzt. Oder? Quatsch, jetzt mussten sie sowie mal essen. „Tu dir keinen Zwang an, aber dir fallen sicher noch andere Pro-Punkte ein, und wenn nicht, dann geb ich dir ein paar Ideen“, meinte er und widmete …
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Richard „Ich bin immer nett, wenn mein Gegenüber es sich verdient hat. Und die meisten Leute schaffen es halt mich innerhalb einer Millisekunde wütend zu machen“, rechtfertigte Richard sich. Er war nicht unfreundlich. Nicht immer. Er sagte die Dinge halt gerne so, wie sie waren. Wem schuldete er gefälschte Nettigkeit? Die meisten Menschen schienen es sich ja zur Lebensaufgabe zu machen, ihm auf die Nerven zu gehen. Und was noch anstrengender war, waren diejenigen, die sofort eingeschüchtert ware…
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Richard Das war traurig. Der Satz ‚Ich habe nicht viele Freunde‘ war für sich allene nicht schlimm, aber der Zusatz… Würde man jemanden, der einen aus bestimmten Gründen um sich behielt und ausnutzte überhaupt als Freund bezeichnen? Richard suchte sich auch gerne Menschen für seine Kreise, die ihm weiterhelfen konnten durch gewisse Positionen oder Skills, aber als Freunde würde er sie auch nicht bezeichnen. Auf der anderen Seite wollte oder brauchte man ja immer etwas von anderen, sonst würde ma…