How to court a prince as a dragon [Royal&Yumi]
-
-
Es war ein ruhiger Morgen im Königreich von Eryndor. Die Elben erwachten langsam, während die Sonne gerade über den Horizont stieg und die ersten Vögel begannen, ihr morgendliches Lied zu zwitschern.
Doch während die meisten gerade erst aus ihren Betten krochen, war jemand schon längst auf den Beinen. Hoch oben auf den Palastmauern stand er und beobachtete schweigend den Sonnenaufgang, der das Königreich langsam in warmes Licht tauchte.
Es war niemand anderes als Alphinaud – der Thronprinz von Eryndor und Neffe des amtierenden Königs, Callisto Eryndor.
Ein Lächeln zog sich über seine Lippen. Ein sachter Wind wehte durch sein blondes Haar und die Sonnenstrahlen ließen seine blauen Augen noch heller erscheinen.
Er liebte den Sonnenaufgang. Es gehörte beinahe schon zu seinem täglichen Ritual, ihn jeden Morgen von den Palastmauern aus zu beobachten.
Er schloss seine Augen und für einen Moment stellte er sich vor, wie es sich wohl anfühlen musste, auf dem Rücken eines Drachen zu fliegen. Genauso, wie es sein Ziehvater Zerathyn mit seinem Drachen Safran tat, wenn er seine tägliche Patrouille abflog.
-
Drawager hatte einen Entschluss gefasst. Er hat lange darüber nachgedacht, sich alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen... und das schien ihm die beste Möglichkeit zu seinem einen Prinzen den Hof zu machen, sein Herz höher schlagen zu lassen.
Zumindest sein Herz raste, als er sich auf den Weg machte, mit seinen riesigen Schwingen durch die Lüfte flog und letztendlich Eryndor erblickte.
Es wurde dunkler, als sich der Körper des Drachen vor die Sonne schob, die noch nicht ganz aufgegangen war und für einen Moment trafen sich die Augen des Prinzen und des Drachen... bevor Drawager die Flügel anzog, im Sturzflug auf den Palast zuraste und sich mit dem Prinzen in den Klauen wieder erhob.
Die Stadtmauer hatte keinen Schaden genommen. Niemand war verletzt worden. Gut. Denn auch wenn Drawager hier gerade den Prinzen von Eryndor entführte, so wollte er nicht, dass jemand oder etwas zu schaden kam.
Selbst den Prinzen hielt er, wenn auch fest, sachte in den Klauen. So gut es eben ging.
Er konnte es kaum glauben. Er hatte es wirklich getan! Okay, okay... nur keine Panik! Jetzt musste er ihn sicher nach Lykhadora bringen... und dann? Dann würde er schon weiter sehen!
"... unser Wächter hat gerade etwas unglaublich dummes gemacht.", gab der Drache der Weissagung Enigma ohne jede Vorwarnung von sich, was die jungen Drachen, die um ihn herum spielten, dazu brachten ihm einen verdutzten Blick zuzuwerfen.
Nicht, weil seine Worte unverständlich wären, das waren sie bereits gewöhnt. Sondern weil sie Sinn machten. Und jeder fragte sich, was diese Dummheit wohl sein mag.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud genoss noch einen Moment die ersten warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut, als sich plötzlich etwas sehr Großes vor die Sonne schob und den Anschein erweckte, als wäre die Sonne wieder untergegangen.
Er öffnete wieder seine Augen und dann sah er ihn. Einen riesigen, majestätischen Drachen, der sich mit seinen gewaltigen Schwingen vor die Sonne geschoben hatte.
Der Prinz weitete voller Erstaunen die Augen. Noch nie hatte er einen Drachen – abgesehen von Safran – aus solcher Nähe gesehen. Ganz zu schweigen davon, überhaupt einen in Eryndor zu sehen. Was er hier wohl wollte? Hatte er sich verflogen?
Alphinaud beobachtete das Geschöpf aufmerksam, bis sich ihre Blicke schließlich trafen. Die Augen des Elben weiteten sich noch ein wenig mehr, als ihm bewusst wurde, dass auch der Drache ihn bemerkt zu haben schien.
Doch dann... zog der Drache plötzlich seine Flügel an und stürzte im Sturzflug direkt auf ihn zu.
Bevor Alphinaud überhaupt die Möglichkeit hatte zu schreien, befand er sich bereits in den gewaltigen Klauen des Drachen – und nur wenige Augenblicke später Hunderte von Metern über dem Boden.
Sein Herz raste, seine Gedanken kreisten und dann... entwich den Lippen des jungen Prinzen ein erschrockener Schrei.
- - -
Währenddessen...
Zerathyn befand sich noch tief und fest im Land der Träume und genoss einfach die ruhigen Minuten, die er noch mit seinem Liebsten verbringen konnte, bevor sie beide ihren Pflichten nachgehen mussten.
Er schlang seine Arme ein wenig fester um die Taille des rothaarigen Elben und vergrub sein Gesicht mürrisch in dessen Haar, als wolle er die bevorstehenden Pflichten noch ein wenig länger verdrängen.
-
Drawager zuckte kurz zusammen, als er den Schrei des Prinzen vernahm und blickte hinunter zu seiner Klaue, um sicher zu gehen, dass er ihn nicht verletzt hatte.
Aber er roch kein Blut. Also... war das ein guter Schrei? Ja, das musste es sein! Der Prinz war sicher aufgeregt von einem Drachen entführt zu werden, genauso wie in diesen Geschichten der Menschen!
Kurzerhand zog er an und flog ein wenig schneller, ganz aufgeregt wieder zu Hause zu sein.
Er flog auf einen zerklüfteten Berghang zu, grau und uneinladend, kein einziges bisschen grün wuchs hier oben, die Luft war etwas dünner und kälter, als es der Prinz wohl gewohnt war.
Drawager musste die Bergspitzen geschickt umfliegen, bevor er direkt auf einen breiten Berg stürzte.
Doch anstatt gegen das feste Stein zu klatschen, war es, als würden sie durch eine Wolke fliegen und plötzlich wirkte alles deutlich einladender. Der Himmel war wieder strahlend blau, überall wuchsen Gräser und Blumen und an jedem freien Fleck tummelten sich Drachen, sowohl in ihrer menschlichen, als auch ihrer Drachenform.
Lykhadora, das Reich der Drachen und Drawagers Heimat. Der Ort, den er zu beschützen geschworen hatte.
Enigma hatte bereits in den Himmel gestarrt, lange bevor Drawager durch die schützende Membran geflogen war. Auch die jungen Drachen hatten es ihm gleich getan und jauchzten, als sie den bekannten Wächter sahen.
"Was hat er denn da?", fragte eines der Kinder neugierig und zeigte mit einem Finger auf die Klaue des Wächters.
"Etwas zu essen?", schwang ein Drachenjunges ihren Schwanz und fing bereits an zu sabbern, während es versuchte zu erkennen, was Drawager da mitgebracht hatte.
"Du denkst auch immer nur ans Essen.", rollte ein anderes Drachenjunges mit den Augen und schubste den anderen.
Dieser schubste zurück. Und schon gleich wurde gezankt.
Und obwohl die Kinder Enigma neugierig fragten, was Drawager da hatte - natürlich würde es der Silberdrache wissen - doch dieser schwieg, während er beobachtete, wie Drawager auf seine Höhle zuflog.
Drawagers Höhle war eine Speerspitze die in den Himmel ragte und voller Löcher war. Durch eines dieser Löcher flog er hinein und setzte den Elben sachte auf ein Nest aus Kissen und Decken hinab.
Ein paar schiefe Regale standen in der Nähe, gefüllt mit alten Büchern und anderen Kleinigkeiten und steinige Gänge schienen in andere Teile der Höhle zu führen.
Das Herz des Drachen schlug weiterhin schnell, während auch er auf dem Boden landete... und sich wie ein übergroßer Hund auf den Boden legte, den Kppf auf dem kalten Stein gebettet betrachtet er Alphi von nahem. Er hatte es wirklich getan. Er hatte den Prinzen wirklich nach Lykhadora gebracht!
~~~~~~~~~~~~~~~
Währenddessen schlief Callisto noch tief und fest in den Armen seines Ehemanns, mit dem Gesicht in seiner Brust vergraben und einem Arm über ihn geschlungen.
Mag er früher ein Frühaufsteher gewesen sein, so weigerte er sich seit ihrer gemeinsamen Hochzeit schon fast aus dem Bett zu steigen. Aber das würde wohl kein solcher Tag werden.
Denn kaum war der Drache über dem Horizont verschwunden stürmten eine handvoll von Wachen in das Zimmer des Königs. Vor lauter Aufregung hatten sie gar vergessen zu klopfen.
"Eure... eure Majestät! Hauptmann-! Ich meine...", fiel es den Wachen noch manchmal schwer sich daran zu erinnern, dass er nicht mehr nur der Hauptmann war.
"Eure Hoheit-."
"Verdammt, dafür haben wir keine Zeit!", wurde er von einem weiteren Elb zur Seite geschoben.
"Der Prinz ist fort! Ein Drache hat ihn mitgenommen!"
Währenddessen war Callisto gerade einmal aufgewacht, noch halb verschlafen setzte er sich auf - vergaß dabei vollkommen, dass sein Oberkörper unbedeckt und mit Liebesbekundungen seines Mannes übersät war, was einige Wachen dazu brachte verlegen zur Seite zu blicken - und rieb sich die Augen, während die Worte der Wache ihn nur langsam erreichte.
"... ihr habt mich geweckt, weil Safran mit Alphi spielt?", gähnte er und legte sich lieber wieder zu Zera.
"... Nein. Es war nicht Safran. Es war ein anderer Drache.", und schon war Callisto wach und saß kerzengerade da.
"Wie bitte?! Ein fremder Drache hat meinen Neffen mitgenommen?!", war das wohl endlich die richtige Reaktion.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
"Er schloss seine Augen und für einen Moment stellte er sich vor, wie es sich wohl anfühlen musste, auf dem Rücken eines Drachen zu fliegen." - so hatte sich das der junge Prinz wohl nicht vorgestellt.
Er versuchte, sich aus den Klauen des Drachen zu winden, doch schnell wurde ihm klar, dass dies wohl keine gute Idee war.
Was, wenn der Drache ihn versehentlich – oder gar absichtlich – fallen ließ? Ein Sturz aus dieser Höhe würde ganz sicher seinen Tod bedeuten.
Dem jungen Prinzen blieb also nichts anderes übrig, als einen zittrigen Atemzug zu nehmen und die Landschaft zu beobachten, die unter ihnen vorbeizog.
Er konnte nur rätseln, was der Drache wohl mit ihm vorhatte, und hoffen, dass er nichts Böses im Schilde führte.
Aber warum hatte er ihn überhaupt entführt? Was wollte er von ihm? Hatte er etwa vor, ihn zu fressen? Oder plante er etwas noch Schlimmeres? Bei dem Gedanken daran lief Alphinaud ein kalter Schauer über den Rücken.
Jede Minute die verging fühlte sich für Alphinaud wie eine halbe Ewigkeit. Schon bald waren sie nicht mehr in Eryndor - dem Königreich der Elben und seiner einigen Heimat.
Der Drache flog immer höher und ein weiterer Schauer durchfuhr den Körper des Elben. Sein Atem bildete kleine Frostwolken in der eisigen Luft und es fiel ihm zunehmend schwerer zu atmen.
Doch als die majestätische Kreatur schließlich direkt auf einen gewaltigen Berg zuflog, weiteten sich seine Augen. Ein weiterer Aufschrei entwich seinen Lippen, während er instinktiv die Augen zusammenkniff und sich auf den bevorstehenden Aufprall vorbereitete.
Doch zu dem erwarteten Aufprall kam es nicht.
Stattdessen spürte der Prinz etwas Sanftes an seiner Haut. Die eisige Kälte verschwand plötzlich und machte einer angenehmen Wärme Platz.
Als er schließlich vorsichtig die Augen wieder öffnete, fand er sich an einem Ort wieder, den er in seinem ganzen Leben noch nie gesehen hatte. Der Himmel erstrahlte in einem kräftigen Blau und überall, wohin er sah, blühte die Natur. Seltsame Pflanzen und bunte Blumen bedeckten den Boden, während ein angenehmer Wind durch die Bäume wehte.
Doch zu seiner größten Überraschung? Überall wimmelte es von anderen Drachen.
Wo warnen sie hier nur?
Hilflos hing er in den Klauen des Drachen, als dieser schließlich in eine Höhle flog. Im nächsten Moment, noch bevor der Prinz überhaupt reagieren konnte, lösten sich die Klauen von seinem Körper und er landete sachte in einem Haufen aus Kissen und Decken.
Er blinzelte irritiert und richtete sich langsam auf. Seine Augen suchten nach dem Drachen, der inzwischen auf dem Boden gelandet war.
Und dann bemerkte Alphinaud, dass die majestätische Kreatur ihn einfach nur anstarrte.
Der Elb bewegte sich keinen Millimeter. Sein Herz schlug wild in seiner Brust, während er in die für ihn riesigen Augen des Drachen starrte.
Für einen Moment passierte nichts.
Für einen weiteren Moment ebenfalls nichts.
Und dann... griff er langsam nach einem der Kissen und warf es direkt gegen die Schnauze des Drachen.
Natürlich war Alphinaud bewusst, dass ein Kissen nicht das Geringste gegen einen Drachen – oder irgendjemanden sonst – ausrichten konnte. Aber für eine Ablenkung würde es allemal reichen.
Kaum hatte das Kissen die Schnauze des Drachen berührt, sprang er auf die Beine und stolperte aus dem Haufen aus Kissen und Decken. Er wusste nicht, was der Drache mit ihm vorhatte. Und obwohl ihm durchaus bewusst war, dass Drachen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – friedliche Geschöpfe waren, verstand er einfach nicht, warum ausgerechnet dieser Drache ihn aus seinem Königreich verschleppt hatte.
Und er hatte ganz sicher nicht vor, darauf zu warten, es herauszufinden.
- - -
Das geliebte Land der Träume musste der schwarzhaarige Elb leider schneller wieder verlassen, als ihm lieb war. Gerade hatte er noch von seinem Liebsten, Callisto, und ... nun ja, gewissen Aktivitäten geträumt, als plötzlich die Wachen seiner königlichen Armee in das private Gemach des Ehepaares stürmten.
Zerathyn schreckte aus seinem Schlaf hoch und blinzelte verschlafen in die Richtung der Männer, die sich vor ihrem Bett versammelt hatten.
Was zum Teufel war denn jetzt schon wieder passiert?
Er blinzelte gegen das Sonnenlicht und war in seinem noch völlig schlaftrunkenen Zustand mehr als nur froh, dass die schwere Bettdecke über seinem Schoß lag.
„Was?“, grummelte er nur und hatte vermutlich gerade einmal die Hälfte von dem verstanden, was man ihm gesagt hatte.
Was für ein Drache? In Eryndor gab es doch abgesehen von Safran - seinem eigenen Drachen – keine weiteren Drachen.
Gerade wollte er sich einfach wieder hinlegen, als sein liebster Callisto sich kerzengerade im Bett aufsetzte und die Worte aussprach, die auch endlich bei ihm richtig ankamen.
Auch er setzte sich sofort wieder auf starrte die Wachen an. Doch bevor er etwas sagen konnte, trat eine andere Wache vor.
"Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!", berichtete er. "Prinz Alphinaud war wieder unerlaubt auf den Palastmauern und hat sich den Sonnenaufgang angeschaut, als auf einmal sich die Sonne verdunkelte, und dann... dann WUSCH! Kam dieser riesige Drache heruntergestürzt, hat ihn sich geschnappt und ist mit ihm davon geflogen!", fuhr er fort und verdeutlichte seine Worte mit fuchtelnden Bewegungen seiner Hände.
Zerathyn biss seine Zähne zusammen und fluchte leise unter seinem Atem, stand aber aus gewissen Gründen nicht sofort vom Bett auf.
"Stellt Suchtrupps zusammen! Ich will-", begann er, als plötzlich wieder jemand hastig in das PRIVATE Gemach des Königspaar stolperte.
Diesmal war es niemand geringeres als Hiro, der Kindheitsfreund und Heiler am Hof. "A-alphinaud wurde entführt!", stammelte er panisch, doch erstarrte, als er die beiden Elben im Bett erblickte.
Seine Augen weiteten sich und er hielt sich sofort hastig seine Hände vor die Augen.
-
Drawager presste seinen Kopf ganz nah an den Boden, als könne er den Elben dadurch umso besser sehen, und starrte ihn mit seinen großen Augen an, als würde er seinen größten Schatz bewundern.
Sein Herz schlug wild vor Aufregung und Freude und sein Schwanz wedelte hinter ihm ganz leicht hin und her. Noch nie hatte er seinen Schwarm aus solcher Nähe gesehen. Sein Gesicht wirkte umso liebreizender, seine Haare umso geschmeidiger, seine... der Drache richtete den Kopf auf und blinzelte verwirrt, als er das Kissen an seiner Schnauze spürte.
Er brauchte einen Moment um zu realisieren, was überhaupt passiert war, bevor er bemerkte, dass Alphinaud los gelaufen war.
Drawager legte den Kopf leicht schief, fragte sich, wohin der Elb eigentlich wollte und beeilte sich ihm mit seinem Schwanz den Weg abzuschneiden, bevor er in einen der Tunnel rennen konnte. Oder gar an die Kante eines der Löcher. Er wollte ja nicht, dass sich Alphinaud etwas tat. Oder sich im Inneren des Berges verlief.
Er blickte zurück zu seinem Nest aus Decken und Kissen. Gefiel es ihm etwa nicht?
~~~~
Der Rothaarige König konnte sich das genervte Seufzen nicht mehr verkneifen und rieb sich den Nasenrücken, als könnte das die ganze Situation irgendwie angenehmer machen.
"Raus. Alle. Sofort!", platzte ihm der Kragen, als auch noch Hiro hinein platzte. Vielleicht sollten sie die Tür in Zukunft doch lieber abschließen.
"Ich will dass sich die Suchtrupps in zehn Minuten im Saal versammelt haben! Und lernt gefälligst zu klopfen!", wurde Callisto erst so richtig bewusst, wie er in den Augen der Soldaten - und auch noch Hiro - aussehen musste und zog die Decke hoch, um sich wenigstens etwas vor den Blicken zu schützen.
"... Warum sollte ein Drache meinen Neffen entführen?", erkundigte er sich bei dem einzigen Menschen, den er kannte der sich mit Drachen auskannte, nachdem sie endlich wieder zu zweit waren und beugte sich nach vorne, um Zera endlich einen guten Morgen Kuss zu geben.
Auch wenn es kein sehr guter Morgen war und der König sich schnell aus der Decke schälte. Auch er wollte in zehn Minuten um Saal sein.
Währenddessen kniete ein junger Mann nicht weit entfernt vom Palasttor neben einem Baum im vom Tau noch feuchten Gras. Seine Hand war in der Erde vergraben und er betrachtete diese im vollster Konzentration. Mit seinem Geweih stach er sofort hervor. Niemand wusste so recht was er war, aber man wusste es besser, als zu viele Fragen zu stellen.
Immerhin hatte Zerathyn den Jungen einst im Wald gefunden und mit sich genommen. Niemand wollte es sich mit dem Sohn des Hauptmanns verscherzen.
"... das Gras sagt, der Drache ist Richtung Norden geflogen, aber sie wissen auch nicht so recht, wohin genau. Dorthin, wo kein Gras mehr wächst.", blickte Victor auf, als Hiro wieder zu ihm stieß.
"... was hat Vater gesagt?"01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud war gezwungen stehen zu bleiben, als ihm der Drache plötzlich den Weg mit dessen Schwanz versperrte.
Für einen kurzen Moment überlegte er, einfach rüber zu springen... aber eine leise Stimme in seinem Kopf flüsterte, dass dies vielleicht keine gute Idee war.
Er saß in der Falle... aber warum hatte der Drache ihn immer noch nicht angegriffen? Oder gefressen?
Langsam drehte er sich um, um den Drachen wieder anzuschauen. Er folgte dessen Blick zu den Decken und Kissen und zog seine Augenbrauen zusammen.
Sollte das etwa... ein Nest sein? Aber was hatte er - der Thronprinz der Elben von Eryndor - in einem Nest eines so großen Drachen verloren?
Seine Gedanken rasten, als er versuchte eine Erklärung zu finden. Er ist schon immer von Drachen fasziniert gewesen... er wollte schon immer einen Drachen - abgesehen von Safran - nähern. Aber... nicht auf solch eine Art und Weise.
Schließlich nahm einen tiefen Atemzug, richtete seine Augen direkt auf die des Drachen und hob einen mahnenden Finger. "Nein, böser Junge!"
- - -
"Verrückt... hier sind alle verrrückt.", dachte Zerathyn, als die Wachen und Hiro aus dem Gemach flüchteten, nachdem der rothaarige Elb die Stimme erhoben hatte.
In einer schnellen Geste erwiderte er den Kuss seines liebsten und fuhr sich dann langsam mit einer Hand über sein Gesicht.
"Ich habe keine Ahnung.", gab er zu und schwang sich dann ebenfalls aus dem Bett. "Ich werde Safran fragen müssen. Vielleicht weiß er mehr."
Und trotz seiner Sorge, um seines angeheirateten Neffens, konnte der Drachenreiter und Hauptmann der königlichen Garde nicht anders, als seine Augen über den Körper seines Ehemanns schweifen zu lassen.
Seine Lippen zogen sich fast schon automatischen zu einem verschmitzten Grinsen, aber er schüttelte dann schnell seinen Kopf, um seine Gedanken wieder auf das hier und jetzt zu konzentrieren.
Sie mussten Alphinaud sicher nach Hause bringen. Alles andere musste warten.
- - -
Hiro - noch immer errötetet von dem was gerade im königlichen Schlafgemach gesehen hatte - fuhr sich durch sein Haar.
"Er und König Callisto stellen Suchtrupps zusammen, um Alphinaud wieder zu finden...", murmelte er nachdenklich und bezweifelte, dass einfache Suchtrupps seinen besten Freund einfach so wiederfinden würden, wenn er gerade von einem Drachen verschleppt worden war.
"Im Norden... wo kein Gras mehr wächst.", wiederholte er schließlich und sah zurück zum Palast. "Wir sollten uns auch im Saal versammeln. Wir können mit Sicherheit helfen!", sagte er und stampfte dann einmal mit dem Fuß auf.
"Warum muss Alphinaud auch immer so unvernünftig sein! Er weiß doch ganz genau das er nichts auf den Stadtmauern zu suchen hat!", beschwerte er sich und ließ seinen angesammelten Frust raus. "Warum ist er immer so rücksichtslos mit sich selbst?! Dummkopf! Dieser Dummkopf!"
-
Der Drache zuckte zusammen und richtete sich auf und blinzelte den Elben verwirrt an, ehe er den Kopf schief legte.
Böser... böser Junge? So hatte seit einem Jahrhundert niemand mehr mit ihm gesprochen.
"... hab ich es falsch gemacht?", meldete sich die laute, tiefe Stimme des Drachen. Jedoch befand sich die Stimme direkt in Alphinauds Kopf und der Mund des Drachen bewegte sich keinen Millimeter.
Wieder legte er den Kopf ganz tief auf den Boden, wie ein Hund des kleiner machte als er war um weniger bedrohlich zu wirken.
Was hatte er falsch gemacht? Hätte er Alphis Eltern drohen sollen? Irgendetwas verbrennen sollen, bevor er ihn entführte? Aber das wollte er nicht. Er wollte ja niemandem weh tun. Nur... Alphinauds Herz zum schlagen bringen. Und nun... wurde er geschimpft wie ein junger Drache der zu wild gespielt hatte.
~~~
Wie viele andere Drachen hatte auch Safran eine einzigartige Fähigkeit. Er konnte sich in jedes Tier seiner Wahl verwandeln und diese Wahl fiel meistens auf ein schwarzes Fellknäul, dass seinen Spaß darin fand durch die Palastgänge zu streifen und Dinge von Tischen zu werfen.
Niemand würde die schwarze Katze für einen Drachen halten. Umso lustiger war es, sich plötzlich wieder zurück zu verwandeln.
Auch dieses Mal hielt Safran eines seiner berühmten Nickerchen in irgendeiner Ecke des Schlosses. Seine Ohren zuckten als er den Tumult vernahm, mehr als ihn bei seinem bequemen Schlaf zu stören tat es jedoch nicht. Zumindest nicht bis er das Wort Drache vernahm und seine Neugierde weckte.
So fand auch eine schwarze Katze ihren Weg in den Saal und schmiegte sich sogleich an Zeras Beine.
~~~
"... ist das der Grund wieso man nicht unerlaubt da hoch darf?", erkundigte sich Victor und legte den Kopf schief, nachdem er sich erhoben hatte.
"Werden oft Leute von Drachen verschleppt?", war seine Frage zu ernst um ein Scherz sein zu können.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud riss seine Augen auf, als plötzlich eine laute, tiefe Stimme in seinem Kopf hallte. Panisch sah er sich nach dem Besitzer der Stimme um, doch schnell realisierte er, dass die Stimme von dem Drachen stammte, welcher den Kopf ganz tief auf dem Boden abgelegt hatte.
In diesem Augenblick wirkte diese majestätische Kreatur eher wie ein kleines Hündchen, als ein edler Drache. Der junge Prinz starrte und fand zunächst keine Worte.
"D-du... du kannst ja sprechen.", sagte er langsam. Komplett ungläubig. Warum sprach der Drache erst jetzt? Warum hatte er nicht vorher etwas gesagt? Oder... ist er schlichtweg einfach nur verrückt geworden und redete sich ein, dass der Drache zu ihm sprach?
Nein, das war nicht möglich. Er wusste durch Zerathyn und Safran, dass Drachen mit anderen Kreaturen sprechen konnten, wenn sie es wollten.
- - -
Im Hauptsaal des Palastes hatten sich bereits duzende Soldaten und Palastwachen versammelt, welche sich sogleich verbeugten als schließlich auch die königlichen Ehegatten eintrafen.
Zerathyn sah umher, als er auch schon spürte, wie sich etwas an seine Beine spürte.
Sein Blick wanderte hinab und - wie er es schon vermutet hatte - erblickte er Safran. Er ging in die Hocke und seine Hand strich sanft über den Kopf des Katers... oder besser gesagt, über den Kopf seines Drachens.
"Safran.", begrüßte er ihn und krauelte ihn für einen Augenblick unter dem Kinn. "Alphinaud wurde in den frühen Morgenstunden von einem Drachen entführt... ich brauche deine Hilfe herauszufinden, von wem und warum er verschleppt wurde. Und natürlich, wo er ist, damit wir ihn wieder nach Hause holen können."
- - -
Hiro hielt für einen Moment inne, als er Victors so unschuldig ernste Frage hörte und blickte dann langsam wieder zu ihm. Er blinzelte, aber dann zog sich langsam ein sanftes Lächeln über seine Lippen.
Victor war schon besonders manchmal... immer wieder fragte sich Hiro, wo er eigentlich wirklich herkam, bevor Hauptmann Zerathyn ihn gefunden und aufgenommen hat.
"Nun... eigentlich ist das nicht der Grund, nein... es geht eher darum, dass man leicht herunterfallen kann, wenn man so unbedacht auf der Palastmauer herumspaziert, weißt du?", erklärte er, und nickte in die Richtung des Palast, um ihm zu zeigen, dass sie sich auf den Weg machen sollten, um nicht zu spät zu kommen.
-
"Natürlich kann ich sprechen.", schnaubte der Drache und seinem Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass ihn diese Aussage beleidigte. Was hatte der Elb von ihm gedacht? Dass er ein wildes Tier ohne Sinn und Verstand war? Er war doch kein Schaf. Oder eine Kuh.
"Wir Drachen konnten sprechen noch lange befor es euch Elben gab! Oder andere Zweibeiner!", lehnte er sich näher an den Elben heran.
Ob er wohl schon einen guten Eindruck machte?
~~~
"... oh.", gab der junge Mann mit den schwarzen Haaren von sich, legte nach Hiros Antwort den Kopf schief und die Fingerkuppen aneinander. Das... machte Sinn.
"... und anscheinend sind Drachen auch eine Gefahr.", nickte er, als könne es nicht sein, dass das nur ein einzelner Fall war und folgte Hiro durch die Palastgänge in den Saal, wo sich bereits alle versammelt hatten. Victor verbeugte sich nicht. Das hatte er noch nie getan, außer seinem Vater gab ihm zu verstehen dass das ein Moment war, in dem er sich verbeugen sollte. Er verstand den Sinn dieser Geste nicht so recht. Aber er wollte auch nicht zu viele Fragen stellen.
Die Art und Weise wie Safran und sein Vater sich ansahen... Wahrscheinlich sprachen sie wieder miteinander, ohne dass jemand zuhören konnte. Die Ungeduld im Raum war geradezu zu spüren, doch Callisto hob nur die Hand als ein Soldat das Wort ergreifen wollte.
~~~
".... mhm? Ein Drache? Eigenartig, Drachen machen sowas schon seit Jahrtausenden nicht mehr.", erwiderte Safran in seinen Gedanken und schmiegte sich mit einem Schnurren an Zeras Hand. Es machte ihm Spaß alle anderen zappeln zu sehen.
Wenn der junge Prinz in Gefahr war, dann war es sowieso schon zu spät.
"Hatte der Drache einen Reiter? Wie sah der Drache überhaupt aus?", nicht das Zera jeden einzelnen Drachen kannte, dafür gab es einfach zu viele. Aber über einen der noch immer Prinzen entführte wurde doch sicherlich geredet.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud errötete, als der Drache ihm schnaubend antwortete. Es ist wirklich nicht seine Absicht gewesen, den Drachen mit seiner Aussage zu beleidigen. Dennoch änderte all dies nichts an der Situation, in welcher er gerade steckte.
Er stolperte zurück, als der Drache sich plötzlich näher an ihn heran lehnte, verlor sein Gleichgewicht und landete unelegant an seinem Hintern.
Doch dies interessierte den Prinzen gerade nicht. Seine Augen waren weiter fest auf dem großen Drachen fixiert, welchen er weiter ungläubig anstarrte. "D-dann-! Dann musst du ja schon voll alt sein! Noch viel, viel, viel äter als mein Onkel!"
- - -
Hiro stand schweigend neben Victor und beobachtete sie Situation genau angespannt, wie alle anderen es taten.
Auch er fragte sich, was für eine Konversation sich gerade wohl zwischen dem Drachenreiter und dessen Drachen abspielte. Doch er wusste es besser, als jetzt eine Frage zu stellen.
Stattdessen begann er auf seiner Unterlippe herumzukauen. Eine Eigenschaft, die er immer Tat, wenn er nervös war oder Angst hatte.
- - -
Zerathyn ignorierte alles, was um ihn herum passierte. Sein Augenmerk lag voll und ganz auf seinen Drachen und auf der Konversation, die sie in ihren Gedanken führten.
"Nein, laut Wachen hatte der Drache keinen Reiter.", antwortete er und strich Safran weiter mit seiner Hand weiter über sein Fell.
"Riesig... mit rot-braunen Schuppen, wie mir berichtet wurde.", erklärte er weiter und hoffte, dass sein Drache mit den wenig Informationen bereits etwas anfangen konnte.
"Kennst du einen Drachen mit diesen Farben, Safran? Und wo würde eine Drache jemanden hinbringen, den er verschleppt hat?"
-
Würde Drawager nicht schon auf dem Boden legen, dann wäre er spätestens bei diesem Satz umgefallen. Für einen Moment starrte er Alphinaud nur an und blinzelte ein paar Mal, dabei diesen einen Satz zu verarbeiten... und hätte am liebsten geschrien.
"Ich... ich bin nicht alt! Ich bin nicht viel älter als du!", richtete er sich auf und protestierte laut.
"Ich bin in deinem Alter, hörst du?! Ich bin kein Onkel! Das ist ganz, ganz, ganz wichtig, okay?!", spürte er schon wieder die Panik in sich aufsteigen und richtete den Blick wieder auf das Gesicht des Elben. Er musste einfach sicher sein, dass er das verstand! Er sah doch nicht mal alt aus!
~~~
Auch Victor wartete geduldig, für ihn war es nichts neues, dass sein Ziehvater mit seinem Drachen sprach ohne Worte verwenden zu müssen. Wahrscheinlich war es so wie er mit den Pflanzen sprach. Er verstand sie einfach. Einfach so. Meistens tat Safran es um ihn zu ärgern. Wirklich geärgert hatte es ihn jedoch noch nie.
Dem Schwarzhaarigen entging nicht, wie Hiro begann an seiner Unterlippe zu kauen und nahm kurzerhand seine Hand in seine, um ihm Mut zu machen. Sie würden Hiros besten Freund und Victors Bruder schon finden. Vater würde das.
~~~
Sobald die Katze die Beschreibung des Drachen vernahm zuckte er zusammen und starrte Zerathyn mit großen Augen an. Er blinzelte ungläubig und die Stille streckte sich in die Länge.
"Das kann nicht sein.", verkündete er und stand nun in seiner menschlichen Gestalt vor allen. Das einzige was ihn als Drache auszeichnete waren seine schwarzen Hörner, die sich wie eine Krone um sein genauso dunkles Haar legte.
"Ihr seid euch sicher? Rot-braune Schuppen? Kein Zweifel?", erkundigte er sich und zahlreiche Soldaten nickten. Ein paar wenige trauten sich ihre Beobachtung mit Worten zu bestätigen.
"Das... ist eigenartig. Wirklich eigenartig...", murmelte Safran gegen seinen Handrücken und schien mit dieser Information wahrlich zu hadern.
"... dann gibt es nur einen Ort, an den er Alphinaud bringen konnte. Einen einzigen. Oder zumindest würden wir den Drachen dort finden... aber nur du darfst mich begleiten.", starrte er seinen Reiter mit einer ungewöhnlichen Ernsthaftigkeit an.
"... was ist das für ein Ort?", wollte Callisto wissen, doch Safran weigerte sich diese Frage zu beantworten. Oder den König gar anzusehen. Kaum einer wusste vom Reich der Drachen. Und das musste so bleiben.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinauds Augen weiteten sich leicht, als der Drache anfing zu protestieren und behauptete, dass er kaum älter sei, als er selbst.
Der junge Elb glaubte ihm zunächst kein Wort - oder er wollte es ihm aus reiner Sturheit nicht glauben.
Stattdessen stand er wieder vom Boden auf, klopfte sich den Staub von seinen Klamotten und hob leicht sein Kinn an.
"Und warum ist das, ganz, ganz, ganz wichtig, wenn ich Fragen darf, huh?"
- - -
Hiro beobachtete die Situation weiter, doch erstarrte, als er spürte, wie Victor seine Hand nahm. Seine Wangen erröteten sich und er blickte für einen Moment zu ihm.
Er junge Heiler war sich sicher, dass Victor nicht bewusst war, dass so eine einfache Geste alles anrichten konnte. Er war... viel zu unschuldig und unwissend dafür.
Doch anstatt etwas zu sagen oder seine Hand wegzuziehen, umgriff er die Hand des anderen ein wenig fester und sah zurück zum Geschehen.
- - -
Zerathyn starrte seinen Drachen - welcher sich nun in seiner menschlichen Form befand - für einen Moment lang schweigend an. Natürlich fiel ihm sofort die Ernsthaftigkeit in dessen Blick und Worten auf. Etwas, dass Safran sonst nur äußerst selten an den Tag legte.
Die Reaktion seines Drachens gefiel dem Reiter ganz und gar nicht und natürlich wusste er sofort, welchen Ort er meinte.
Doch wusste er auch, dass selbst Callisto von diesem Ort nichts wissen durfte - so schwer es ihm auch fiel.
Der schwarzhaarige Elb nahm einen tiefen Atemzug, nickte seinem Drachen zu und wand sich dann seinem Liebsten zu.
"Das... darf niemand wissen. Nicht einmal du.", erklärte er langsam und es fiel ihm sichtlich schwer, diese Worte über die Lippen zu bringen.
Er trat näher, legte eine Hand an Callistos Taille und strich mit der anderen sanft sein rotes Haar hinters Ohr, während er ihm tief in die Augen blickte. "Ich werde Alphinaud wieder nach Hause bringen. Das verspreche ich dir."
-
"... Warum? Nun...", wandte der Drache seinen Blick ab und wenn er in dieser Gestalt könnte, würde er erröten. Es fiel ihm sichtlich schwer sich zu erklären, er schien gar nach Worten zu rangen.
"... ist das nicht offensichtlich...?", traute sich Drawager dann doch nicht es direkt auszusprechen. Er hatte ihn doch mitgenommen, so wie all diese anderen Drachen in den Geschichten mit Drachen und Prinzen! Sicherlich kannte der Elb die Bedeutung dahinter... oder? Oder?
Wenn nicht dann... oh Gott, wie mag das wohl auf ihn wirken?
Enigma hätte an dieser Stelle wohl gesagt, dass es zu spät war, um sich darüber Gedanken zu machen. Nun, wahrscheinlich hätte er es viele Stunden davor gesagt und Drawager verwirrt zurück gelassen, da noch nichts von dem hier passiert war. Aber nun war es passiert und... irgendwie wirkte der Elb nicht sehr beeindruckt.
~~~
"... nicht einmal ich...?", fiel es dem König sichtlich schwer zu verdauen, dass sein Ehemann Geheimnisse vor ihm hatte. Bis zu diesem Moment war er sich sicher gewesen, dass er alles über Zerathyn wusste. Und dann gab es da einen geheimen Ort, von dem nur er und sein Drache wusste? Was war so besonders an diesem Ort, dass nicht mal er davon wissen durfte?
Zu gerne hätte er Zera begleitet. Wenn auch nur um seinem Neffen die Leviten zu lesen. Letztendlich seufzte er jedoch.
Geheimnisse oder nicht, er vertraute ihm.
"... sagt mir nur eins. Wo auch immer sich Alphinaud gerade befindet: ist er sicher?"01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
"Offensichtlich? Was genau soll offensichtlich sein?", fragte Alphinaud mit elegant hochgezogenen Augenbrauen. Er war sich nicht sicher, ob er es sich einbildete, aber... wirkte es auf ihn, als wäre dieser riesige, majestätische Drache... nervös?
Er schüttelte leicht seinen Kopf, da er sich sicher war, dass dies nicht sein konnte. Warum sollte der Drache, der ihn entführt hatte, nervös sein? Das machte doch gar keinen Sinn... oder?
Er schloss für einen Moment seine Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Als er seine Augen wieder öffnete, sah er mit einem ernsten Blick zu dem Drachen hinauf und verschränkte seine Arme vor seiner Brust. "Warum hast du mich entführt, was fällt dir ein?", fragte er mit einer Autorität, die man von einem Prinzen erwarten konnte.
- - -
Es versetzte Zerathyn einen Stich ins Herzen, seinen Liebsten so zu sehen. Ihm nicht verraten zu dürfen, wo Alphinaud sich vermutlich gerade befand und Stillschweigen zu bewahren.
Er löste seine Hand von der Taille des anderen und legte sie an seine Wange. Sein Daumen strich sanft über die weiche Haut des Königs und er sah ihm tief in die Augen. "Fürs erste wird er sicher sein... dennoch kann ich dir nicht garantieren, wie lange es so bleibt. Wir kennen die Motive des Drachen nicht, aber ich verspreche dir, dass ich nicht zulassen werde, dass ihm etwas passiert."
Er beugte sich vor und drückte seine Lippen sanft auf die Stirn seines Gatten. Doch ob seine Worte und Geste wohl reichten, um den anderen Elben zu beruhigen?
-
"... hah?"
Der Drache fühlte sich deutlich vor den Kopf gestoßen. Was... was ihm einfällt...?
"Heißt das... bedeutet das du lehnst mich ab...?", legte er wieder den Kopf ganz nah auf den Boden und schniefte gar.
"Hat dein Herz nicht höher geschlagen...? Bist du denn nicht beeindruckt... so gar nicht...?"
Bekam er gerade einen Korb? Die Geschichten hatten nicht deutlich gemacht, was er in einer solchen Situation machen sollte.
~~~
Callisto seufzte. Seine Hand zitterte. Hatte sich ganz von alleine im Gewand seines Gemahls vergraben. Trotzdem. Trotzdem vertraure er Zera. Sowohl mit seinem Leben, als auch dem seines Neffen.
"... wehe ich muss heute Nacht ohne dich schlafen.", drückte er ihm einen richtigen Kuss auf die Lippen, "Und jetzt beeil dich. Ich will nicht wissen, welch große Furcht meine Neffe in diesem Moment haben muss."01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud erstarrte und er blickte den Drachen an, als wäre dieser nun vollkommen verrückt geworden.
Hatte... hatte er sich gerade verhört? Er musste sich verhört haben, oder? Es war vollkommen ausgeschlossen, dass er...
Der Elb schüttelte seinen Kopf, um seine Gedanken wieder auf den Drachen zu richten. Dieser hatte seinen Kopf wieder auf dem Boden abgelegt und hatte er gerade... geschnieft?
"D-dich... dich ablehnen?", stotterte er verblüfft und suchte nach Worten. Hatte der Drache etwa mit der ganzen Entführung versucht?... nein, niemals. Also das war wirklich vollkommen unmöglich.
"Mein Herz hat schneller geschlagen.", gab er schließlich zu. Doch dies hatte wohl eher an dem Adrenalinschub gelegen, der ausgelöst worden war, als er plötzlich in den Klauen eines Drachen gesteckt hatte.
"Beeindruckt...?", murmelte er und musterte den Drachen nochmal genauer. "Nun... du bist beeindruckend.", gab er schließlich langsam von sich.
- - -
Es quälte Zerathyn seine Liebsten so zu sehen und ihn nun alleine lassen zu müssen. Doch er musste los und Alphinaud so schnell wie möglich wieder nach Hause bringen.
Hoffentlich - hoffentlich - würden Serafin und er keine weiteren Probleme im Reich der Drachen bekommen...
"Das wirst du nicht.", flüsterte er gegen seine Lippen, ehe er sich schließlich von ihm löste. "Und mach dir keine Sorgen. Du weißt doch wie sehr Alphinaud Drachen mag... wenn jemand in einer solchen Situation zurecht kommt, dann ist es er."
Mit einem letzten Lächeln wand er sich ab.
Sein Blick fiel für einen Moment auf seinen Adoptivsohn. Victor. Den Jungen den er vor Jahren im Wald gefunden, bei sich aufgenommen und trainiert hatte.
Den Jungen, den er ganz wie sein eigen Fleisch und Blut liebte. "Victor, bitte pass auf ihn auf." - wem der Hauptmann damit meinte?
Callisto. Und natürlich auch Hiro. Ihm war nicht entgangen, wie oft die beiden Zeit miteinander verbrachten. Und auch nicht die Blicke des Heilers...
Mit einem letzten Blick auf Callisto, verschwand er zusammen mit Safran aus dem Saal. "Mit welchen Drachen haben wir es hier genau zu tun?", fragte er nun genauer nach, als sie sich auf den Weg in den Innenhof machten.
-
Benutzer online 1
1 Besucher
-
Ähnliche Themen