How to court a prince as a dragon [Royal&Yumi]

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    • Es war ein ruhiger Morgen im Königreich von Eryndor. Die Elben erwachten langsam, während die Sonne gerade über den Horizont stieg und die ersten Vögel begannen, ihr morgendliches Lied zu zwitschern.
      Doch während die meisten gerade erst aus ihren Betten krochen, war jemand schon längst auf den Beinen. Hoch oben auf den Palastmauern stand er und beobachtete schweigend den Sonnenaufgang, der das Königreich langsam in warmes Licht tauchte.

      Es war niemand anderes als Alphinaud – der Thronprinz von Eryndor und Neffe des amtierenden Königs, Callisto Eryndor.
      Ein Lächeln zog sich über seine Lippen. Ein sachter Wind wehte durch sein blondes Haar und die Sonnenstrahlen ließen seine blauen Augen noch heller erscheinen.
      Er liebte den Sonnenaufgang. Es gehörte beinahe schon zu seinem täglichen Ritual, ihn jeden Morgen von den Palastmauern aus zu beobachten.

      Er schloss seine Augen und für einen Moment stellte er sich vor, wie es sich wohl anfühlen musste, auf dem Rücken eines Drachen zu fliegen. Genauso, wie es sein Ziehvater Zerathyn mit seinem Drachen Safran tat, wenn er seine tägliche Patrouille abflog.
    • Drawager hatte einen Entschluss gefasst. Er hat lange darüber nachgedacht, sich alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen... und das schien ihm die beste Möglichkeit zu seinem einen Prinzen den Hof zu machen, sein Herz höher schlagen zu lassen.
      Zumindest sein Herz raste, als er sich auf den Weg machte, mit seinen riesigen Schwingen durch die Lüfte flog und letztendlich Eryndor erblickte.
      Es wurde dunkler, als sich der Körper des Drachen vor die Sonne schob, die noch nicht ganz aufgegangen war und für einen Moment trafen sich die Augen des Prinzen und des Drachen... bevor Drawager die Flügel anzog, im Sturzflug auf den Palast zuraste und sich mit dem Prinzen in den Klauen wieder erhob.
      Die Stadtmauer hatte keinen Schaden genommen. Niemand war verletzt worden. Gut. Denn auch wenn Drawager hier gerade den Prinzen von Eryndor entführte, so wollte er nicht, dass jemand oder etwas zu schaden kam.
      Selbst den Prinzen hielt er, wenn auch fest, sachte in den Klauen. So gut es eben ging.
      Er konnte es kaum glauben. Er hatte es wirklich getan! Okay, okay... nur keine Panik! Jetzt musste er ihn sicher nach Lykhadora bringen... und dann? Dann würde er schon weiter sehen!

      "... unser Wächter hat gerade etwas unglaublich dummes gemacht.", gab der Drache der Weissagung Enigma ohne jede Vorwarnung von sich, was die jungen Drachen, die um ihn herum spielten, dazu brachten ihm einen verdutzten Blick zuzuwerfen.
      Nicht, weil seine Worte unverständlich wären, das waren sie bereits gewöhnt. Sondern weil sie Sinn machten. Und jeder fragte sich, was diese Dummheit wohl sein mag.
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    • Alphinaud genoss noch einen Moment die ersten warmen Sonnenstrahlen auf seiner Haut, als sich plötzlich etwas sehr Großes vor die Sonne schob und den Anschein erweckte, als wäre die Sonne wieder untergegangen.

      Er öffnete wieder seine Augen und dann sah er ihn. Einen riesigen, majestätischen Drachen, der sich mit seinen gewaltigen Schwingen vor die Sonne geschoben hatte.
      Der Prinz weitete voller Erstaunen die Augen. Noch nie hatte er einen Drachen – abgesehen von Safran – aus solcher Nähe gesehen. Ganz zu schweigen davon, überhaupt einen in Eryndor zu sehen. Was er hier wohl wollte? Hatte er sich verflogen?

      Alphinaud beobachtete das Geschöpf aufmerksam, bis sich ihre Blicke schließlich trafen. Die Augen des Elben weiteten sich noch ein wenig mehr, als ihm bewusst wurde, dass auch der Drache ihn bemerkt zu haben schien.
      Doch dann... zog der Drache plötzlich seine Flügel an und stürzte im Sturzflug direkt auf ihn zu.

      Bevor Alphinaud überhaupt die Möglichkeit hatte zu schreien, befand er sich bereits in den gewaltigen Klauen des Drachen – und nur wenige Augenblicke später Hunderte von Metern über dem Boden.

      Sein Herz raste, seine Gedanken kreisten und dann... entwich den Lippen des jungen Prinzen ein erschrockener Schrei.

      - - -

      Währenddessen...

      Zerathyn befand sich noch tief und fest im Land der Träume und genoss einfach die ruhigen Minuten, die er noch mit seinem Liebsten verbringen konnte, bevor sie beide ihren Pflichten nachgehen mussten.
      Er schlang seine Arme ein wenig fester um die Taille des rothaarigen Elben und vergrub sein Gesicht mürrisch in dessen Haar, als wolle er die bevorstehenden Pflichten noch ein wenig länger verdrängen.
    • Drawager zuckte kurz zusammen, als er den Schrei des Prinzen vernahm und blickte hinunter zu seiner Klaue, um sicher zu gehen, dass er ihn nicht verletzt hatte.
      Aber er roch kein Blut. Also... war das ein guter Schrei? Ja, das musste es sein! Der Prinz war sicher aufgeregt von einem Drachen entführt zu werden, genauso wie in diesen Geschichten der Menschen!
      Kurzerhand zog er an und flog ein wenig schneller, ganz aufgeregt wieder zu Hause zu sein.
      Er flog auf einen zerklüfteten Berghang zu, grau und uneinladend, kein einziges bisschen grün wuchs hier oben, die Luft war etwas dünner und kälter, als es der Prinz wohl gewohnt war.
      Drawager musste die Bergspitzen geschickt umfliegen, bevor er direkt auf einen breiten Berg stürzte.
      Doch anstatt gegen das feste Stein zu klatschen, war es, als würden sie durch eine Wolke fliegen und plötzlich wirkte alles deutlich einladender. Der Himmel war wieder strahlend blau, überall wuchsen Gräser und Blumen und an jedem freien Fleck tummelten sich Drachen, sowohl in ihrer menschlichen, als auch ihrer Drachenform.
      Lykhadora, das Reich der Drachen und Drawagers Heimat. Der Ort, den er zu beschützen geschworen hatte.

      Enigma hatte bereits in den Himmel gestarrt, lange bevor Drawager durch die schützende Membran geflogen war. Auch die jungen Drachen hatten es ihm gleich getan und jauchzten, als sie den bekannten Wächter sahen.
      "Was hat er denn da?", fragte eines der Kinder neugierig und zeigte mit einem Finger auf die Klaue des Wächters.
      "Etwas zu essen?", schwang ein Drachenjunges ihren Schwanz und fing bereits an zu sabbern, während es versuchte zu erkennen, was Drawager da mitgebracht hatte.
      "Du denkst auch immer nur ans Essen.", rollte ein anderes Drachenjunges mit den Augen und schubste den anderen.
      Dieser schubste zurück. Und schon gleich wurde gezankt.
      Und obwohl die Kinder Enigma neugierig fragten, was Drawager da hatte - natürlich würde es der Silberdrache wissen - doch dieser schwieg, während er beobachtete, wie Drawager auf seine Höhle zuflog.

      Drawagers Höhle war eine Speerspitze die in den Himmel ragte und voller Löcher war. Durch eines dieser Löcher flog er hinein und setzte den Elben sachte auf ein Nest aus Kissen und Decken hinab.
      Ein paar schiefe Regale standen in der Nähe, gefüllt mit alten Büchern und anderen Kleinigkeiten und steinige Gänge schienen in andere Teile der Höhle zu führen.
      Das Herz des Drachen schlug weiterhin schnell, während auch er auf dem Boden landete... und sich wie ein übergroßer Hund auf den Boden legte, den Kppf auf dem kalten Stein gebettet betrachtet er Alphi von nahem. Er hatte es wirklich getan. Er hatte den Prinzen wirklich nach Lykhadora gebracht!

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      Währenddessen schlief Callisto noch tief und fest in den Armen seines Ehemanns, mit dem Gesicht in seiner Brust vergraben und einem Arm über ihn geschlungen.
      Mag er früher ein Frühaufsteher gewesen sein, so weigerte er sich seit ihrer gemeinsamen Hochzeit schon fast aus dem Bett zu steigen. Aber das würde wohl kein solcher Tag werden.
      Denn kaum war der Drache über dem Horizont verschwunden stürmten eine handvoll von Wachen in das Zimmer des Königs. Vor lauter Aufregung hatten sie gar vergessen zu klopfen.
      "Eure... eure Majestät! Hauptmann-! Ich meine...", fiel es den Wachen noch manchmal schwer sich daran zu erinnern, dass er nicht mehr nur der Hauptmann war.
      "Eure Hoheit-."
      "Verdammt, dafür haben wir keine Zeit!", wurde er von einem weiteren Elb zur Seite geschoben.
      "Der Prinz ist fort! Ein Drache hat ihn mitgenommen!"
      Währenddessen war Callisto gerade einmal aufgewacht, noch halb verschlafen setzte er sich auf - vergaß dabei vollkommen, dass sein Oberkörper unbedeckt und mit Liebesbekundungen seines Mannes übersät war, was einige Wachen dazu brachte verlegen zur Seite zu blicken - und rieb sich die Augen, während die Worte der Wache ihn nur langsam erreichte.
      "... ihr habt mich geweckt, weil Safran mit Alphi spielt?", gähnte er und legte sich lieber wieder zu Zera.
      "... Nein. Es war nicht Safran. Es war ein anderer Drache.", und schon war Callisto wach und saß kerzengerade da.
      "Wie bitte?! Ein fremder Drache hat meinen Neffen mitgenommen?!", war das wohl endlich die richtige Reaktion.
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    • "Er schloss seine Augen und für einen Moment stellte er sich vor, wie es sich wohl anfühlen musste, auf dem Rücken eines Drachen zu fliegen." - so hatte sich das der junge Prinz wohl nicht vorgestellt.

      Er versuchte, sich aus den Klauen des Drachen zu winden, doch schnell wurde ihm klar, dass dies wohl keine gute Idee war.
      Was, wenn der Drache ihn versehentlich – oder gar absichtlich – fallen ließ? Ein Sturz aus dieser Höhe würde ganz sicher seinen Tod bedeuten.
      Dem jungen Prinzen blieb also nichts anderes übrig, als einen zittrigen Atemzug zu nehmen und die Landschaft zu beobachten, die unter ihnen vorbeizog.
      Er konnte nur rätseln, was der Drache wohl mit ihm vorhatte, und hoffen, dass er nichts Böses im Schilde führte.
      Aber warum hatte er ihn überhaupt entführt? Was wollte er von ihm? Hatte er etwa vor, ihn zu fressen? Oder plante er etwas noch Schlimmeres? Bei dem Gedanken daran lief Alphinaud ein kalter Schauer über den Rücken.

      Jede Minute die verging fühlte sich für Alphinaud wie eine halbe Ewigkeit. Schon bald waren sie nicht mehr in Eryndor - dem Königreich der Elben und seiner einigen Heimat.

      Der Drache flog immer höher und ein weiterer Schauer durchfuhr den Körper des Elben. Sein Atem bildete kleine Frostwolken in der eisigen Luft und es fiel ihm zunehmend schwerer zu atmen.
      Doch als die majestätische Kreatur schließlich direkt auf einen gewaltigen Berg zuflog, weiteten sich seine Augen. Ein weiterer Aufschrei entwich seinen Lippen, während er instinktiv die Augen zusammenkniff und sich auf den bevorstehenden Aufprall vorbereitete.
      Doch zu dem erwarteten Aufprall kam es nicht.
      Stattdessen spürte der Prinz etwas Sanftes an seiner Haut. Die eisige Kälte verschwand plötzlich und machte einer angenehmen Wärme Platz.
      Als er schließlich vorsichtig die Augen wieder öffnete, fand er sich an einem Ort wieder, den er in seinem ganzen Leben noch nie gesehen hatte. Der Himmel erstrahlte in einem kräftigen Blau und überall, wohin er sah, blühte die Natur. Seltsame Pflanzen und bunte Blumen bedeckten den Boden, während ein angenehmer Wind durch die Bäume wehte.
      Doch zu seiner größten Überraschung? Überall wimmelte es von anderen Drachen.

      Wo warnen sie hier nur?

      Hilflos hing er in den Klauen des Drachen, als dieser schließlich in eine Höhle flog. Im nächsten Moment, noch bevor der Prinz überhaupt reagieren konnte, lösten sich die Klauen von seinem Körper und er landete sachte in einem Haufen aus Kissen und Decken.
      Er blinzelte irritiert und richtete sich langsam auf. Seine Augen suchten nach dem Drachen, der inzwischen auf dem Boden gelandet war.
      Und dann bemerkte Alphinaud, dass die majestätische Kreatur ihn einfach nur anstarrte.

      Der Elb bewegte sich keinen Millimeter. Sein Herz schlug wild in seiner Brust, während er in die für ihn riesigen Augen des Drachen starrte.
      Für einen Moment passierte nichts.
      Für einen weiteren Moment ebenfalls nichts.
      Und dann... griff er langsam nach einem der Kissen und warf es direkt gegen die Schnauze des Drachen.
      Natürlich war Alphinaud bewusst, dass ein Kissen nicht das Geringste gegen einen Drachen – oder irgendjemanden sonst – ausrichten konnte. Aber für eine Ablenkung würde es allemal reichen.

      Kaum hatte das Kissen die Schnauze des Drachen berührt, sprang er auf die Beine und stolperte aus dem Haufen aus Kissen und Decken. Er wusste nicht, was der Drache mit ihm vorhatte. Und obwohl ihm durchaus bewusst war, dass Drachen – von wenigen Ausnahmen abgesehen – friedliche Geschöpfe waren, verstand er einfach nicht, warum ausgerechnet dieser Drache ihn aus seinem Königreich verschleppt hatte.

      Und er hatte ganz sicher nicht vor, darauf zu warten, es herauszufinden.

      - - -

      Das geliebte Land der Träume musste der schwarzhaarige Elb leider schneller wieder verlassen, als ihm lieb war. Gerade hatte er noch von seinem Liebsten, Callisto, und ... nun ja, gewissen Aktivitäten geträumt, als plötzlich die Wachen seiner königlichen Armee in das private Gemach des Ehepaares stürmten.

      Zerathyn schreckte aus seinem Schlaf hoch und blinzelte verschlafen in die Richtung der Männer, die sich vor ihrem Bett versammelt hatten.

      Was zum Teufel war denn jetzt schon wieder passiert?

      Er blinzelte gegen das Sonnenlicht und war in seinem noch völlig schlaftrunkenen Zustand mehr als nur froh, dass die schwere Bettdecke über seinem Schoß lag.
      „Was?“, grummelte er nur und hatte vermutlich gerade einmal die Hälfte von dem verstanden, was man ihm gesagt hatte.
      Was für ein Drache? In Eryndor gab es doch abgesehen von Safran - seinem eigenen Drachen – keine weiteren Drachen.

      Gerade wollte er sich einfach wieder hinlegen, als sein liebster Callisto sich kerzengerade im Bett aufsetzte und die Worte aussprach, die auch endlich bei ihm richtig ankamen.
      Auch er setzte sich sofort wieder auf starrte die Wachen an. Doch bevor er etwas sagen konnte, trat eine andere Wache vor.

      "Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!", berichtete er. "Prinz Alphinaud war wieder unerlaubt auf den Palastmauern und hat sich den Sonnenaufgang angeschaut, als auf einmal sich die Sonne verdunkelte, und dann... dann WUSCH! Kam dieser riesige Drache heruntergestürzt, hat ihn sich geschnappt und ist mit ihm davon geflogen!", fuhr er fort und verdeutlichte seine Worte mit fuchtelnden Bewegungen seiner Hände.

      Zerathyn biss seine Zähne zusammen und fluchte leise unter seinem Atem, stand aber aus gewissen Gründen nicht sofort vom Bett auf.
      "Stellt Suchtrupps zusammen! Ich will-", begann er, als plötzlich wieder jemand hastig in das PRIVATE Gemach des Königspaar stolperte.

      Diesmal war es niemand geringeres als Hiro, der Kindheitsfreund und Heiler am Hof. "A-alphinaud wurde entführt!", stammelte er panisch, doch erstarrte, als er die beiden Elben im Bett erblickte.
      Seine Augen weiteten sich und er hielt sich sofort hastig seine Hände vor die Augen.