Seine Worte ließen mich für einen Moment vollkommen still werden. Ich hatte eigentlich nur einen beiläufigen Satz gesagt, kaum darüber nachgedacht, bevor er mir einfach über die Lippen gerutscht war. Und jetzt saß ich hier, noch halb verschlafen in seinem viel zu großen schwarzen T-Shirt, mit zerzausten Haaren und einem Brötchen in der Hand, während Alex mich ansah, als hätte ich ihm gerade etwas unglaublich Wertvolles geschenkt. Ich senkte den Blick auf meinen Teller, weil ich seinem Blick nicht lange standhalten konnte, und spürte, wie mir langsam wieder Wärme ins Gesicht stieg. „Du machst es mir wirklich nicht leicht, einfach irgendetwas zu sagen“, murmelte ich mit einem kleinen, verlegenen Lächeln. „Ich meine das nicht negativ. Es ist nur…“ Ich suchte nach den richtigen Worten und knetete dabei gedankenverloren die Ecke des T-Shirts zwischen meinen Fingern. „Ich bin es einfach nicht gewohnt, dass jemand sich so sehr freut, wenn ich da bin.“ Der Satz war leiser geworden, als ich ihn eigentlich hatte aussprechen wollen. Ich hob den Blick kurz zu ihm und lächelte vorsichtig. „Und dass du sagst, ich kann jederzeit hier schlafen…“ Wieder wanderte mein Blick durch das Zimmer, über das helle Holz, die warmen Farben und das Dachfenster, durch das die Morgensonne fiel. „Das bedeutet mir wirklich viel.“ Ich schluckte einmal und nahm einen weiteren kleinen Bissen, bevor ich leise hinzufügte: „Ich glaube, ich mag dein Zuhause ziemlich gern. Vielleicht sogar ein bisschen zu gern.“
Bei seinem Geständnis, dass er selbst noch nichts gegessen hatte, musste ich allerdings unweigerlich den Kopf schütteln. „Das habe ich mir fast gedacht.“ Ich versuchte, möglichst streng zu klingen, aber wahrscheinlich war mir anzusehen, dass ich das überhaupt nicht hinbekam. „Du kannst nicht für zwei Personen Frühstück machen und dann selbst nur Kaffee trinken.“ Ich stellte mein Brötchen kurz zurück auf den Teller und sah ihn mit einem Blick an, den ich inzwischen selbst schon als meinen kleinen „Chefin“-Blick erkannte. „Das gilt übrigens auch am Wochenende.“ Ein kleines Schmunzeln huschte über mein Gesicht. „Ich glaube, ich muss dir langsam wirklich einen Frühstücksplan erstellen.“ Dabei musste ich selbst leise lachen, weil die Vorstellung einfach absurd war. Ich, die sich sonst kaum traute, anderen zu sagen, was sie tun sollten, saß morgens in seinem Bett und erklärte dem Kapitän der Fußballmannschaft, dass er gefälligst frühstücken sollte. Trotzdem nahm ich schließlich eines der Brötchen und hielt es ihm hin. „Also. Mund auf.“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, wurde mir bewusst, was ich gerade gesagt hatte. Meine Augen wurden groß und ich zog das Brötchen sofort wieder ein Stück zurück. „Also… ich meinte… du sollst einfach essen.“ Ich presste die Lippen zusammen, um nicht noch mehr Unsinn von mir zu geben, und musste dann selbst über mich schmunzeln. „Vergiss den ersten Teil einfach.“
Während er schließlich tatsächlich etwas von dem Frühstück nahm, wurde die Stimmung wieder leichter. Ich aß in Ruhe weiter und stellte irgendwann fest, dass ich mich erstaunlich wohl fühlte. Es war nicht mehr dieses vorsichtige Gefühl vom ersten Abend, bei dem ich ständig darüber nachgedacht hatte, ob ich gerade zu lange blieb oder ob ich irgendetwas falsch machte. Ich saß einfach da. In seinem Bett. Mit Frühstück. Mit ihm. Und es fühlte sich nicht falsch an. Im Gegenteil. Es fühlte sich beinahe erschreckend normal an. Genau das war vermutlich das Schönste daran. Ich sah irgendwann aus dem Fenster und bemerkte, wie hell der Morgen inzwischen geworden war. „Wir wollten doch heute noch spazieren gehen“, erinnerte ich mich und drehte mich wieder zu ihm. „Mit der Kamera.“ Ein kleines Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Und Tee. Und unseren…“ Ich blickte auf den Teller und hob eine Augenbraue. „…vermutlich etwas überdimensionierten Vorrat an Zimtschnecken.“ Ich lachte leise. „Wir sollten vielleicht ein paar davon mitnehmen. Sonst müssen wir heute Abend wieder beweisen, dass wir viel zu viel gebacken haben.“ Allein der Gedanke daran ließ dieses warme Gefühl in meiner Brust wieder stärker werden. Ich wollte diesen Tag. Nicht, weil er besonders oder aufregend werden musste. Sondern gerade weil er es nicht musste.
Nachdem wir fertig gegessen hatten, blieb ich noch einen Moment sitzen und sah auf das Tablett, das inzwischen deutlich leerer war. Dann schob ich die Decke ein wenig zur Seite und setzte mich vorsichtig auf die Bettkante. Erst dabei wurde mir wieder bewusst, dass ich noch immer sein viel zu großes T-Shirt trug. Ich blickte an mir hinunter und musste unwillkürlich lächeln. „Ich glaube, ich sollte mich vielleicht langsam anziehen, bevor ich mit dir durch den Wald laufe“, stellte ich fest. „Sonst denken die Leute noch, ich hätte beschlossen, das Wochenende ausschließlich in deinen Klamotten zu verbringen.“ Sofort wurde ich wieder rot und zog den Saum des Shirts über meine Hände. „Wobei…“ Ich zögerte und sah kurz zu ihm. „Das Shirt ist wirklich bequem.“ Mehr brachte ich nicht zustande. Also stand ich auf, nahm meine Sachen und ging mit einem kleinen, fast scheuen Lächeln Richtung Badezimmer. Dort machte ich mich in Ruhe fertig, kämmte meine Haare und zog mich an, während ich mich immer wieder dabei ertappte, dass ich lächelte. Als ich schließlich wieder aus dem Bad kam, fühlte sich der Morgen noch immer ein wenig unwirklich an. Aber auf eine gute Weise.
Wenig später standen wir gemeinsam unten in der Küche. Alex füllte Tee in eine Thermoskanne, während ich unsere Sachen zusammensuchte: mein Handy, ein paar Servietten, zwei Zimtschnecken, etwas Obst und eine kleine Flasche Wasser. Ich steckte die Handy vorsichtig in meine Tasche und überprüfte zweimal, ob wirklich alles sicher verstaut war. Als ich mich wieder aufrichtete, fiel mein Blick durch das Fenster in den Garten. Ich trat näher an die Scheibe und lächelte. „Bevor wir losgehen“, sagte ich schließlich, „möchte ich ein Foto vom Haus machen.“ Ich drehte mich zu Alex um. „Nicht nur vom Garten. Vom ganzen Haus.“ Für einen Moment suchte ich nach einer Erklärung, die nicht viel zu sentimental klang. „Weil…“ Ich atmete leise aus. „Wenn wir irgendwann später mal durch die Bilder gehen, möchte ich mich daran erinnern, wie es ganz am Anfang aussah. Bevor alles… selbstverständlich geworden ist.“ Meine Finger schlossen sich etwas fester um die Tasche. „Vielleicht ist das hier wirklich der Anfang von etwas Neuem.“ Ich sah ihn an und lächelte vorsichtig. „Und ich möchte mich daran erinnern.“
Draußen war die Luft frisch und angenehm kühl. Ich zog meine Strickjacke enger um mich und blieb kurz neben ihm auf der Terrasse stehen. Die Sonne schien durch die noch jungen Blätter, und irgendwo im Garten zwitscherten Vögel. Ich hob mein Handy und machte das erste Bild. Dann noch eines vom Garten. Und eines von den Zimtschnecken, die auf einer Serviette neben der Thermoskanne lagen. „Das ist jetzt offiziell unser erstes schlechtes Foto“, erklärte ich mit einem kleinen Grinsen, als ich ihm das Display zeigte. „Man erkennt fast gar nichts.“ Ich musste lachen und sah anschließend wieder über das Grundstück. Für einen Moment dachte ich darüber nach, wie anders sich dieser Ort inzwischen anfühlte. Vor ein paar Wochen wäre ein solches Haus für mich einfach nur ein fremder Ort gewesen. Jetzt verband ich damit Tee, Lachen, Zimtschnecken, lange Gespräche und jemanden, bei dem ich nicht ständig darüber nachdenken musste, ob ich willkommen war. Ich sah zu Alex hinüber und lächelte. „Komm“, sagte ich leise und hob mein Handy . „Wir haben heute ziemlich viel zu fotografieren.“ Und zum ersten Mal dachte ich nicht darüber nach, wann ich wieder nach Hause musste.
Bei seinem Geständnis, dass er selbst noch nichts gegessen hatte, musste ich allerdings unweigerlich den Kopf schütteln. „Das habe ich mir fast gedacht.“ Ich versuchte, möglichst streng zu klingen, aber wahrscheinlich war mir anzusehen, dass ich das überhaupt nicht hinbekam. „Du kannst nicht für zwei Personen Frühstück machen und dann selbst nur Kaffee trinken.“ Ich stellte mein Brötchen kurz zurück auf den Teller und sah ihn mit einem Blick an, den ich inzwischen selbst schon als meinen kleinen „Chefin“-Blick erkannte. „Das gilt übrigens auch am Wochenende.“ Ein kleines Schmunzeln huschte über mein Gesicht. „Ich glaube, ich muss dir langsam wirklich einen Frühstücksplan erstellen.“ Dabei musste ich selbst leise lachen, weil die Vorstellung einfach absurd war. Ich, die sich sonst kaum traute, anderen zu sagen, was sie tun sollten, saß morgens in seinem Bett und erklärte dem Kapitän der Fußballmannschaft, dass er gefälligst frühstücken sollte. Trotzdem nahm ich schließlich eines der Brötchen und hielt es ihm hin. „Also. Mund auf.“ Kaum waren die Worte ausgesprochen, wurde mir bewusst, was ich gerade gesagt hatte. Meine Augen wurden groß und ich zog das Brötchen sofort wieder ein Stück zurück. „Also… ich meinte… du sollst einfach essen.“ Ich presste die Lippen zusammen, um nicht noch mehr Unsinn von mir zu geben, und musste dann selbst über mich schmunzeln. „Vergiss den ersten Teil einfach.“
Während er schließlich tatsächlich etwas von dem Frühstück nahm, wurde die Stimmung wieder leichter. Ich aß in Ruhe weiter und stellte irgendwann fest, dass ich mich erstaunlich wohl fühlte. Es war nicht mehr dieses vorsichtige Gefühl vom ersten Abend, bei dem ich ständig darüber nachgedacht hatte, ob ich gerade zu lange blieb oder ob ich irgendetwas falsch machte. Ich saß einfach da. In seinem Bett. Mit Frühstück. Mit ihm. Und es fühlte sich nicht falsch an. Im Gegenteil. Es fühlte sich beinahe erschreckend normal an. Genau das war vermutlich das Schönste daran. Ich sah irgendwann aus dem Fenster und bemerkte, wie hell der Morgen inzwischen geworden war. „Wir wollten doch heute noch spazieren gehen“, erinnerte ich mich und drehte mich wieder zu ihm. „Mit der Kamera.“ Ein kleines Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus. „Und Tee. Und unseren…“ Ich blickte auf den Teller und hob eine Augenbraue. „…vermutlich etwas überdimensionierten Vorrat an Zimtschnecken.“ Ich lachte leise. „Wir sollten vielleicht ein paar davon mitnehmen. Sonst müssen wir heute Abend wieder beweisen, dass wir viel zu viel gebacken haben.“ Allein der Gedanke daran ließ dieses warme Gefühl in meiner Brust wieder stärker werden. Ich wollte diesen Tag. Nicht, weil er besonders oder aufregend werden musste. Sondern gerade weil er es nicht musste.
Nachdem wir fertig gegessen hatten, blieb ich noch einen Moment sitzen und sah auf das Tablett, das inzwischen deutlich leerer war. Dann schob ich die Decke ein wenig zur Seite und setzte mich vorsichtig auf die Bettkante. Erst dabei wurde mir wieder bewusst, dass ich noch immer sein viel zu großes T-Shirt trug. Ich blickte an mir hinunter und musste unwillkürlich lächeln. „Ich glaube, ich sollte mich vielleicht langsam anziehen, bevor ich mit dir durch den Wald laufe“, stellte ich fest. „Sonst denken die Leute noch, ich hätte beschlossen, das Wochenende ausschließlich in deinen Klamotten zu verbringen.“ Sofort wurde ich wieder rot und zog den Saum des Shirts über meine Hände. „Wobei…“ Ich zögerte und sah kurz zu ihm. „Das Shirt ist wirklich bequem.“ Mehr brachte ich nicht zustande. Also stand ich auf, nahm meine Sachen und ging mit einem kleinen, fast scheuen Lächeln Richtung Badezimmer. Dort machte ich mich in Ruhe fertig, kämmte meine Haare und zog mich an, während ich mich immer wieder dabei ertappte, dass ich lächelte. Als ich schließlich wieder aus dem Bad kam, fühlte sich der Morgen noch immer ein wenig unwirklich an. Aber auf eine gute Weise.
Wenig später standen wir gemeinsam unten in der Küche. Alex füllte Tee in eine Thermoskanne, während ich unsere Sachen zusammensuchte: mein Handy, ein paar Servietten, zwei Zimtschnecken, etwas Obst und eine kleine Flasche Wasser. Ich steckte die Handy vorsichtig in meine Tasche und überprüfte zweimal, ob wirklich alles sicher verstaut war. Als ich mich wieder aufrichtete, fiel mein Blick durch das Fenster in den Garten. Ich trat näher an die Scheibe und lächelte. „Bevor wir losgehen“, sagte ich schließlich, „möchte ich ein Foto vom Haus machen.“ Ich drehte mich zu Alex um. „Nicht nur vom Garten. Vom ganzen Haus.“ Für einen Moment suchte ich nach einer Erklärung, die nicht viel zu sentimental klang. „Weil…“ Ich atmete leise aus. „Wenn wir irgendwann später mal durch die Bilder gehen, möchte ich mich daran erinnern, wie es ganz am Anfang aussah. Bevor alles… selbstverständlich geworden ist.“ Meine Finger schlossen sich etwas fester um die Tasche. „Vielleicht ist das hier wirklich der Anfang von etwas Neuem.“ Ich sah ihn an und lächelte vorsichtig. „Und ich möchte mich daran erinnern.“
Draußen war die Luft frisch und angenehm kühl. Ich zog meine Strickjacke enger um mich und blieb kurz neben ihm auf der Terrasse stehen. Die Sonne schien durch die noch jungen Blätter, und irgendwo im Garten zwitscherten Vögel. Ich hob mein Handy und machte das erste Bild. Dann noch eines vom Garten. Und eines von den Zimtschnecken, die auf einer Serviette neben der Thermoskanne lagen. „Das ist jetzt offiziell unser erstes schlechtes Foto“, erklärte ich mit einem kleinen Grinsen, als ich ihm das Display zeigte. „Man erkennt fast gar nichts.“ Ich musste lachen und sah anschließend wieder über das Grundstück. Für einen Moment dachte ich darüber nach, wie anders sich dieser Ort inzwischen anfühlte. Vor ein paar Wochen wäre ein solches Haus für mich einfach nur ein fremder Ort gewesen. Jetzt verband ich damit Tee, Lachen, Zimtschnecken, lange Gespräche und jemanden, bei dem ich nicht ständig darüber nachdenken musste, ob ich willkommen war. Ich sah zu Alex hinüber und lächelte. „Komm“, sagte ich leise und hob mein Handy . „Wir haben heute ziemlich viel zu fotografieren.“ Und zum ersten Mal dachte ich nicht darüber nach, wann ich wieder nach Hause musste.