Der schimmernde Kristall in Freyas Hand schien die verbliebene Wärme des Raumes regelrecht aufzusaugen. Während die dunkle, wabernde Essenz im Inneren des Ankers wie ein gefangener Nebel pulsierte, fühlte Freya das gewaltige Gewicht dieses kleinen Objekts. Es war nicht bloß ein Artefakt; es war Coras Existenz auf der Erde, ihre Fessel an die Sterblichenwelt.
Freya passte ihre Haltung schlagartig an. Trotz des dröhnenden Lärms, der noch immer durch die geschlossene Holztür drang, und der spürbaren Erschöpfung in ihren eigenen Gliedern wich die Anspannung aus ihren Muskeln nicht. Ihre Knöchel traten weiß hervor, als sie den Kristall mit der linken Hand umschloss und die Finger so ausrichtete, dass ein einziger gezielter Druck ihrer göttlich verstärkten Muskeln genügen würde, um das kristalline Gefäß in tausend scharfe Splitter zu zermalmen. In ihrer rechten Hand hielt sie das Langmesser weiterhin griffbereit, die dunkle Klinge noch immer benetzt mit dem zähflüssigen Sekret der deaktivierten Leiche.
Ihre Blicke trafen sich mit denen von Cora. Die Dämonin stand reglos da, die Schrotflinte noch immer leicht angehoben, doch die Bedrohung war gebrochen. Freya las die eiskalte Berechnung in den dunklen Augen des Scheusals: Der Verlust des Ankers bedeutete die sofortige, qualvolle Verbannung in die tiefsten Abgründe der Hölle, wo ein Dämon ohne irdischen Stützpunkt der Willkür noch mächtigerer Entitäten ausgeliefert war.
Der Name *Niram Mortom* hallte in Freyas Gedächtnis nach, eingebrannt wie ein Stempel. Ebenso die Erwähnung des nordischen Gottkönigs der List. Loki. Wenn das Siegel auf der Schatulle tatsächlich göttlicher Natur war und mit Blutmagie verwoben wurde, änderte das die Spielregeln der gesamten Jagd fundamental. Es war kein gewöhnlicher Raub eines niederen Dämonenhändlers mehr; es war eine schmutzige Verstrickung zwischen der Unterwelt und den alten Reichen, genau jene Art von Katastrophe, vor der die Archive der Gilde seit Jahrhunderten warnten.
Freya bewegte sich keinen Millimeter zu schnell. Mit einer fließenden, hochkonzentrierten Bewegung ließ sie den Kristall in der tiefen, geschützten Innentasche ihrer schweren Jacke verschwinden. Ihre Finger blieben jedoch ganz in der Nähe des Stoffs, einsatzbereit für den Fall, dass Cora doch noch einen verzweifelten Selbstmordversuch wagen sollte.
Sie trat einen Schritt an der reglosen Leiche vorbei, die nun wie ein Haufen wertlosen Unrats auf den blutverschmierten Dielen lag. Freyas Stiefel hinterließen dunkle Abdrücke auf dem Holz. Sie warf einen kurzen, fachmännischen Blick auf die beschlagene Hintertür des Raumes. Ein schwerer Eisenriegel war an der Innenseite angebracht – der perfekte Schutz, um das wütende Chaos der Bar auszusperren und sich einen ungestörten Rückzug zu sichern.
Ohne Cora auch nur für den Bruchteil einer Sekunde aus den Augen zu lassen, glitt Freya seitlich zur Tür. Ihre linke Hand griff nach dem massiven Eisenriegel und schob ihn mit einem lauten, metallischen *Klack* vor die Verankerung. Damit war der direkte Weg für die wütenden Meuten im Schankraum versperrt.
Anschließend schob sie das Langmesser mit einer eleganten Drehung zurück in die Halterung an ihrem Unterarm. Der Mechanismus rastete sauber ein. Freya wandte sich nicht um, um die hintere Fluchttür zu prüfen, die zweifellos in die dunklen Versorgungstunnel der Stadt führte – sie wusste, dass solche Lokalitäten immer einen Notausgang besaßen.
Ihre Miene war wieder zu jener unnahbaren, kühlen Maske erstarrt, die sie schon zu Beginn des Abends getragen hatte. Die Schrammen an ihren Armen und die Hitze der vergangenen Minuten zeigten kaum Wirkung auf ihre Körperhaltung. Sie stand aufrecht da, die Schultern breit, die Augen wie zwei Stücke geschliffenes Eis, bereit, diesen Ort zu verlassen, bevor die Magie des Dämonenrauches in ihrer Lunge vollends nachließ und die verbliebenen Kreaturen draußen ihren wahren Geruch wittern konnten.
Freya legte die Hand an den Griff des hinteren Ausgangs, bereit, den Weg in die Dunkelheit einzuschlagen, und wartete nur noch auf das Signal zum Aufbruch.
Freya passte ihre Haltung schlagartig an. Trotz des dröhnenden Lärms, der noch immer durch die geschlossene Holztür drang, und der spürbaren Erschöpfung in ihren eigenen Gliedern wich die Anspannung aus ihren Muskeln nicht. Ihre Knöchel traten weiß hervor, als sie den Kristall mit der linken Hand umschloss und die Finger so ausrichtete, dass ein einziger gezielter Druck ihrer göttlich verstärkten Muskeln genügen würde, um das kristalline Gefäß in tausend scharfe Splitter zu zermalmen. In ihrer rechten Hand hielt sie das Langmesser weiterhin griffbereit, die dunkle Klinge noch immer benetzt mit dem zähflüssigen Sekret der deaktivierten Leiche.
Ihre Blicke trafen sich mit denen von Cora. Die Dämonin stand reglos da, die Schrotflinte noch immer leicht angehoben, doch die Bedrohung war gebrochen. Freya las die eiskalte Berechnung in den dunklen Augen des Scheusals: Der Verlust des Ankers bedeutete die sofortige, qualvolle Verbannung in die tiefsten Abgründe der Hölle, wo ein Dämon ohne irdischen Stützpunkt der Willkür noch mächtigerer Entitäten ausgeliefert war.
Der Name *Niram Mortom* hallte in Freyas Gedächtnis nach, eingebrannt wie ein Stempel. Ebenso die Erwähnung des nordischen Gottkönigs der List. Loki. Wenn das Siegel auf der Schatulle tatsächlich göttlicher Natur war und mit Blutmagie verwoben wurde, änderte das die Spielregeln der gesamten Jagd fundamental. Es war kein gewöhnlicher Raub eines niederen Dämonenhändlers mehr; es war eine schmutzige Verstrickung zwischen der Unterwelt und den alten Reichen, genau jene Art von Katastrophe, vor der die Archive der Gilde seit Jahrhunderten warnten.
Freya bewegte sich keinen Millimeter zu schnell. Mit einer fließenden, hochkonzentrierten Bewegung ließ sie den Kristall in der tiefen, geschützten Innentasche ihrer schweren Jacke verschwinden. Ihre Finger blieben jedoch ganz in der Nähe des Stoffs, einsatzbereit für den Fall, dass Cora doch noch einen verzweifelten Selbstmordversuch wagen sollte.
Sie trat einen Schritt an der reglosen Leiche vorbei, die nun wie ein Haufen wertlosen Unrats auf den blutverschmierten Dielen lag. Freyas Stiefel hinterließen dunkle Abdrücke auf dem Holz. Sie warf einen kurzen, fachmännischen Blick auf die beschlagene Hintertür des Raumes. Ein schwerer Eisenriegel war an der Innenseite angebracht – der perfekte Schutz, um das wütende Chaos der Bar auszusperren und sich einen ungestörten Rückzug zu sichern.
Ohne Cora auch nur für den Bruchteil einer Sekunde aus den Augen zu lassen, glitt Freya seitlich zur Tür. Ihre linke Hand griff nach dem massiven Eisenriegel und schob ihn mit einem lauten, metallischen *Klack* vor die Verankerung. Damit war der direkte Weg für die wütenden Meuten im Schankraum versperrt.
Anschließend schob sie das Langmesser mit einer eleganten Drehung zurück in die Halterung an ihrem Unterarm. Der Mechanismus rastete sauber ein. Freya wandte sich nicht um, um die hintere Fluchttür zu prüfen, die zweifellos in die dunklen Versorgungstunnel der Stadt führte – sie wusste, dass solche Lokalitäten immer einen Notausgang besaßen.
Ihre Miene war wieder zu jener unnahbaren, kühlen Maske erstarrt, die sie schon zu Beginn des Abends getragen hatte. Die Schrammen an ihren Armen und die Hitze der vergangenen Minuten zeigten kaum Wirkung auf ihre Körperhaltung. Sie stand aufrecht da, die Schultern breit, die Augen wie zwei Stücke geschliffenes Eis, bereit, diesen Ort zu verlassen, bevor die Magie des Dämonenrauches in ihrer Lunge vollends nachließ und die verbliebenen Kreaturen draußen ihren wahren Geruch wittern konnten.
Freya legte die Hand an den Griff des hinteren Ausgangs, bereit, den Weg in die Dunkelheit einzuschlagen, und wartete nur noch auf das Signal zum Aufbruch.
