Neu
Laut gähnend saß ich in meinem Büro und arbeitete an meinem neusten Projekt. Ich sollte Werbung gestalten für ein neues Handy einer Marke. Eigentlich nichts besonderes. Und überaus langweilig. Ich nippte an meiner Tasse mit schwarzem Kaffee und ließ den Mauscursor über den Bildschirm gleiten. Ab und zu hörte man ein leises Klicken. Das Tippen der Tastatur hallte durch den Raum. Ich wartete immer noch auf die Antwort meines Chefchefs, Mister Bennett, bei dem ich meine Bewerbung abgegeben habe für die freie Stelle als Creativ Director. Ich habe wirklich hart dafür gearbeitet, habe mein Bestes gegeben und mich wirklich gut benommen in den letzten Tagen. Ich wollte beweisen, dass ich dazu in der Lage war. Und eigentlich würde doch vieles für mich sprechen. Ich war charmant und offen und hatte keine Probleme, mit Kunden zu sprechen und einen Preis auszuhandeln. Ich leistete immer gute Arbeit und bislang waren immer alle zufrieden mit mir. Dazu kam, dass ich mich hier bestens in der Firma auskannte. Man musste mich nicht groß einarbeiten, weil ich schon alles wusste. Nur kleine Sachen musste man mir vielleicht erklären. Welches Gegenargument sollte es also geben? Eben. Keines. Also müsste ich doch Chancen haben, den Job zu bekommen. Doch das Schicksal scheint anderes mit mir vor zu haben und beginnt wohl mich zu hassen.
Bennett klopfte an meine Bürotür und ich bat ihn rein. Langsam setzte er sich auf den Stuhl mir gegenüber. Ich war aufgeregt. Komm schon mann. Sag mir endlich, dass mein Büro umziehen kann.
"Jack? Hast du fünf Minuten? Ich denke, du weißt, warum ich hier bin. Ich muss dir sagen, dass du den Job nicht bekommen wirst."
"Ja! Ich wusste doch, dass- Moment mal. Was? Wieso das denn? Wollen Sie mich verarschen? Wieso krieg ich den Job nicht? Ich hab mich hier abgerackert wie blöde und dann kommen Sie und sagen nee?", ich dachte, ich hör nicht richtig. Nein, ich muss mich verhört haben. Der verarscht mich doch wirklich. Fassungslos lehnte ich mich in meinen Stuhl nach hinten. Auch er lehnte sich zurück und verschränkte die Arme.
"Siehst du Jack? Das sind einer der Gründe. Wenn du die Beherrschung verlierst, und das kommt immer mal wieder vor, sprichst du in dem Ton mit deinem Gegenüber. Das können wir uns mit unseren Kunden nicht leisten. Du bleibst einfach nicht professionell damit. Ich habe sehr wohl gesehen, dass du hart an dir gearbeitet hast und ich schätze dich als Mitarbeiter wirklich sehr. Und das ist ein anderer Grund, weshalb ich dir diese Stelle nicht geben kann. Ich liebe deine Ergebnisse in der Arbeit. Ich möchte sie nicht missen. Zu solchen Tätigkeiten wirst du kaum Zeit finden. Ich habe jemand anderem diese Stelle gegeben. Sie wird morgen früh um Acht hier eintreffen. Bitte sei freundlich und heiße Miss Harris willkommen. Keine vulgären Sprüche, verstanden?! Ich warne dich Jack.", erzählte er und warnte mich extra nochmal davor, weiterhin Contenance zu bewahren. Muss ich mir noch überlegen. Eigentlich war Bennett ein sehr familiärer Mensch. Auch wir gehörten irgendwie zur Familie. Deshalb würde ee mich nicht so einfach rausschmeißen. Das wusste ich. So wie es sich anhörte, war das sicherlich irgend eine Brillenschlange mittleren Alters. Ich fasste es einfach nicht. Da wurde lieber eine Fremde genommen als jemand, der eingearbeitet war. Tze.
"Hörst du Jack?!", fragte Mister Bennett nochmal und ich zuckte zusammen. Ich dachte, der Typ war schon längst weg.
"Ja doch. Habs verstanden.", maulte ich ergeben. Da war ich ja mal gespannt, was mir morgen früh vor die Füße lief.
