Vor dem Trip
Es war mitten im neuen Semester und Professor Dr. Wilson lud mit einen Aushang freiwillige Studierende ein, sich auf einem Camping Trip zu wagen, wo sie ein paar extra Credits verdienen konnten. Der Haken an der ganzen Sache war, das sie am Ende ein Essay über Teamarbeit schreiben mussten. Das schreckte natürlich viele Studenten ab und nur wenige von ihnen meldeten sich mehr oder weniger freiwillig dafür. Unter den Freiwilligen befanden sich unter anderem die beiden besten Freunde Liam und Phil. Auch wenn Liam nicht so ganz überzeugt von dem Trip war, da er eigentlich für ein wichtiges Fußballspiel trainieren wollte. Aber Phil konnte ihn überzeugen mitzufahren, denn ohne ihn würde das alles nur halb so viel Spaß machen. Die beiden kennen sich schon seit dem Kindergarten und kannten die Macken des jeweils anderen. Liam war eher der Draufgänger, sprach das aus was er dachte und kam bei vielen Studenten und Professoren nicht immer gut an. Doch das interessierte den Schwarzhaarigen nicht im geringsten. Er verstellt sich nicht um perfekt zu sein, so wie manch andere. Phil ist das komplette Gegenteil. Aufgeschlossen, freundlich und hat immer ein Lächeln im Gesicht. Er ist sehr beliebt in der Uni und steckt viele mit seiner guten Laune an. Er lässt Frauenherzen höher schlagen, bildet sich aber dennoch nichts darauf ein. Er und Liam sind unzertrennlich und nichts und niemand könnte die Beiden auseinander bringen. Doch keiner von beiden wusste, was dieser Camping Trip für sie bereit hielt.
Neben den beiden Jungs schrieb sich auch noch Hannah Sinclair ein, die Uni Diva. Sie gab nicht viel darauf in der Natur zu übernachten aber für ein paar einfach verdiente Punkte, würde sie alles tun. Ihr Ruf eilte ihr voraus, denn sie wusste wie sie Menschen in ihrem Umfeld um den Finger wickeln konnte, damit sie die Drecksarbeit für sie erledigen.
Auch wenn sie es nicht zugeben würde, ein kleines bisschen genoss sie es, für einige Zeit nicht zu Hause sein zu müssen, denn im Moment hing der Haussegen ein wenig schief. Doch sie überspielt dies sehr gut, hielt ihre Maske aufrecht. Vielleicht tat ihr ein gewisser Abstand gut und einen klein bisschen Hoffnung hatte sie noch, das nach dem Trip wieder alles seinen gewohnten Gang geht.
Nachdem sich alle Studenten eingetragen hatten, schickte der Professor Flyer und Broschüren zu ihnen nach Hause. Dort stand geschrieben was sie zu dem Trip mitnehmen mussten und wo die Reise ungefähr hinging. Ein paar Sachen waren deutlicher hervorgehoben, als andere. Darunter waren ein Zelt, Isomatte oder Luftmatratze, ein Schlafsack, Taschenlampe, Erste-Hilfe-Set, Insektenschutz, Campinggeschirr/ Besteck, Trinkwasser und Essens Vorräte, persönliche Hygieneartikel, Handtücher, passende Kleidung. Optionale Dinge standen ebenfalls darauf, die aber nicht zwingend notwendig waren. Beispiele dafür sind ein Multitool/ Taschenmesser, Toilettenpapier, Powerbank, Klebeband, Schnur usw.
Er plädierte auf die Vernunft der Studenten und hoffte das sie die ganze Sache ernst nehmen. Denn dort wo sie hinfahren gab es nicht viel. Das Camp lag an einem schneebedeckten Berg mit einem traumhaften See davor. In dem Camp gab es nur notdürftige Sanitäranlagen und das nächste Dorf war ein paar Kilometer von ihnen entfernt.
Doch das teilte er den Studenten im Vorfeld nicht mit, denn es soll eine kleine Überraschung für sie werden. Es wäre schließlich viel zu einfach, wenn alles vor ihrer Nase liegen würde, dann wäre das Ganze keine wirkliche Herausforderung.
Im Bus
Einige Tage waren vergangen und die Studenten haben alle Sachen zusammengepackt, die sie für richtig hielten. Ob sich alle an die Vorgaben gehalten haben, blieb abzuwarten.
Ein großer Reisebus stand schon vor der Uni bereit. Phil und Liam warteten schon eine ganze Weile darauf, endlich ihre Sachen einzuladen. "Hoffentlich haben wir alles dabei", sprach der Blonde. "Ich hab das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben." Liam sah zwischen den ganzen Rucksäcken und Taschen hin und her. "Ich denke nicht das etwas fehlt, bei dem Haufen Zeug was unsere Eltern uns mitgegeben haben." Phil grinste ihn breit an. "Du hast wohl Recht." Sein Blick hob sich, denn die Tür vom Bus ging endlich auf. Der Busfahrer trat hinaus und öffnete die Klappe vom Kofferraum. "Dann wollen wir mal." Die beiden Jungs halfen den Fahrer, ihre Sachen zu verstauen, man konnte meinen sie würden für die nächsten Monate in der Natur verbringen. "Los sichern wir uns die besten Plätze", sprach der Schwarzhaarige anschließend. Die besten Plätze waren immer noch bis hinten im Bus und die beiden Jungs machten sich extra breit, sodass niemand auf die Idee kam, sich zu ihnen zu gesellen.
Phil lehnte sich ans Fenster und blickte nach Draußen und dann weiteten sich seine Augen. "Oh mein Gott! Liam guck Mal wer mitfährt." Liam wollte gerade seine Kopfhörer herausholen, als sein Mund sich leicht öffnete. "Nicht dein Ernst? Was will sie denn hier?" Ihr Blick fiel auf Hannah. Die komplett in weiß, mit Sonnenbrille und mit Absatzschuhen ihren rosafarbenen Koffer hinter sich herzog und ihre teure Designertasche in der Hand hielt. Die beiden Jungs konnten sich ein Lachen nicht verkneifen. Natürlich musste sie auch noch ein Selfie vor dem Bus machen und es gleich auf Instagram hochladen. Tippend stieg sie in den Bus ein, ihr Blick auf ihr Handy gerichtet. "Jo hast du dich verlaufen? Zum nächsten Schönheitswettbewerb geht es in die andere Richtung." Liam konnte sich den Kommentar nicht verkneifen und grinste sie an. Hannah blieb stehen, zog ihre Sonnenbrille ein Stück weit herunter und musterte die beiden. "Na sieh mal einer an. Der Schönling und der Schwachmat. Warum war mir klar, das ihr beiden auch mitfahrt? Das kann ja heiter werden." Sie lächelte schief und suchte sich einen Platz aus, stellte ihre Tasche neben sich auf den Sitz und widmete sich wieder ihrem Handy. Liam kochte vor Wut. "Wie hat sie mich gerade genannt?" Phil legte eine Hand auf seinen Arm um ihn zu beruhigen. Doch Liam ignorierte es und stand auf um zu ihr zu gehen. Er setzte sich hinter sie und beugte sie zu ihr. "Hör Mal zu Blondie. Leg dich nicht mit mir an, sonst kann das böse enden." Hannah schenkte ihm keinerlei Beachtung und er verduftete grummelnd wieder nach Hinten. Es war sowieso nur eine leere Drohung von ihm, ein großer Mund und nichts dahinter. Sie hatte also nichts zu befürchten.
Nun warteten die drei noch auf den Rest der Mitfahrenden, in der Hoffnung es haben sich noch einige eingeschrieben, sonst könnte der Trip wirklich sehr interessant werden.

