Veil of Night [Shio & Arktos]

    • Veil of Night [Shio & Arktos]

      Veil of Night

      @Arktos


      Willow

      Die Nacht war klar und kalt. Die Sterne tanzten am Himmel und der Mond stand hoch. Hier stand sie also, mitten in einer dunklen Gasse. Sie spürte wie die Magie durch ihre Adern zog. Willow umklammerte ihr Schwert fester, denn sie spürte das sie nicht alleine hier Draußen war.
      Sie ist eine Hexe und jagte Vampire. Viele stellen sich etwas anderes unter einer Hexe vor. Dass sie eine krumme Nase hat, wohlmöglich einen Buckel besaß und mit einer schwarzen Katze reden konnte, doch sie war anders. Sie wurde oft genug in ihrem Leben belächelt, denn niemand traute ihr zu, das sie jemals in die Fußstapfen ihres Ur- Großvaters treten könnte. Und jetzt steht sie hier und wartet nur darauf den nächsten Vampir zu jagen. Willow hatte nie Angst vor diesen untoten Wesen. Auf einer Art und Weise waren sie interessant für sie. Sie studierte alles von ihnen, wie sie sich bewegten, welche Fähigkeiten sie haben konnten, wie sie ihre Beute heraussuchten und wie sich sich versteckten.
      Doch eine Vampirin machte ihr die ganze Sache deutlich schwerer. Sie wusste nicht warum, aber sie scheint dieses Katz und Maus Spiel zwischen ihnen zu genießen.
      Ihr Ziel wollte sie rotz all dem nicht aus den Augen verlieren. Jeder Vampir, der ein Verbrechen tätigt, wird eigenhändig von ihr gejagt und eliminiert.
      In der Luft lag ein Geruch von Verwesung. Ein Zeichen, das sie nicht alleine war. Vor einigen Tagen verschwand ein Mann mittleren Alters. Die Stadtwache ging von einem Unfall aus. Doch sie wusste das er nur ein weiteres Opfer dieser Blutsauger war. Sie folgte seiner Spur bis hier hin. Ihren Umhang zog sie enger um ihre Schultern. In einem kleinen Lederbeutel an ihrem Gürtel befand sich Salz, Weihwasser und Eisenstaub. Das war genug Material um einen Vampir zu schwächen. Die Hexe blieb wachsam. Vielleicht war er auch nicht alleine.
      Heute Nacht war sie der Jäger und niemand wird ihr einfach so entkommen.
      Ihre Schritte hallten durch die Gasse und sie folgte dem Geruch von Blut und Verwesung weiter. In einer Ecke konnte sieden Mann ausfindig machen. Sie untersuchte ihn ausgiebig. Er hatte Bisspuren am Hals, an den Händen und an seinem Oberkörper. Sein Hemd war aufgerissen, wohlmöglich durch einen spitzen Gegenstand oder Krallen. Eventuell hat er sich hier hin geschleppt um sich zu verstecken, aber es scheint ihm nicht gelungen zu sein.
      Willow richtete sich wieder auf und sah sich um. Ein Schatten huschte aus einer Ecke in der Gasse an ihr vorbei. Lautlos, viel zu elegant und geschmeidig. Mei Ihre Finger umschlossen den Griff ihres Schwertes. Sie spürte wie die Magie aus ihren Adern herausbrechen wollte.
      "Ich weiß, das du da bist." Sie blieb ruhig, aber entschlossen, auch wenn ihr Herzschlag schneller wurde. Sie ging ein paar Schritte von dem Körper des Mannes weg und scannte die Umgebung ab. "Komm heraus wenn du dich traust!"

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    • Seraphine Dravencourt

      Ein leises, ruhiges Lachen glitt durch die dunkle Gasse. Es war nicht laut, doch es reichte aus, um die Stille zu durchbrechen. Für einen Moment passierte nichts, doch dann bewegte sich etwas im Schatten zwischen zwei Häusern. Langsam trat eine Gestalt ins Mondlicht. Sie bewegte sich mit einer unnatürlichen surrealen Ruhe, als würde sie über das Pflaster gleiten. Ihre Haltung war aufrecht, elegant, alles kontrolliert. Das silbrige Licht des Mondes fiel auf ihr tiefschwarzes Haar, das weich und elegant zu einer Hochsteckfrisur zusammengebunden war. Für einen kurzen Augenblick schimmerten darin helle, fast weiße Strähnen, bevor sie wieder im Dunkel verschwanden. Ihre Augen richteten sich auf die Hexe und waren kalt, wachsam und leicht amüsiert. Das schwache violette Leuchten darin war kaum zu übersehen. "Wie ungeduldig du heute bist, kleine Hexe.“ Ihre Stimme war ruhig, weich und gleichzeitig messerscharf. Sie klang nicht bedrohend, eher interessiert, denn sie wusste das ein vertrautes Spiel begann. Seraphine blieb einige Schritte entfernt stehen. Genug Abstand, um nicht direkt anzugreifen, aber nah genug, um zu zeigen, dass sie keine Angst hatte. Ihr Blick glitt kurz zu dem leblosen Körper am Boden. Der Geruch von Blut lag immer noch in ihrer Nase und in der Luft. Sie betrachtete den Mann einige Sekunden schweigend, als würde sie ein Kunstwerk analysieren. "Du bist schneller gewesen als die Stadtwache“, sagte sie schließlich ruhig. "Das überrascht mich allerdings nicht.“ Langsam begann sie sich zu bewegen. Nicht zu hastig und auch nicht nervös. Eher wie eine Raubkatze, die ihre Umgebung prüft. Sie ging ein paar Schritte zur Seite und begann, die Hexe leicht zu umkreisen. Ihr Blick wanderte über das Schwert, den Beutel an ihrem Gürtel und den festen Griff ihrer Hand. "Schwert“, murmelte sie leise. Ein weiterer Schritt. "Salz.“ Dann noch einen Schritt mehr... "Weihwasser… und Eisenstaub.“ Ein kurzes sichtbares Lächeln erschien auf ihren Lippen. "Du hast deine Hausaufgaben gemacht.“ Ihre Stimme klang fast zufrieden. Seraphine blieb kurz hinter der Hexe stehen. So nah, dass man ihre Präsenz deutlich spüren konnte. Kalt und ruhig aber Gefährlich. Doch sie griff nicht an. Stattdessen sprach sie leiser. "Trotzdem rufst du mich heraus, als wärst du dir sicher, dass du gewinnen kannst.“ Ein paar Sekunden lang war nur der Wind zwischen den Häusern zu hören. Dann trat Seraphine wieder vor sie, als wäre nichts gewesen. Ihr Blick wanderte erneut zu dem Körper. Langsam ging sie zu ihm hinüber und kniete sich neben den Mann und das ohne Ekel. Mit zwei Fingern drehte sie leicht den Kopf der Leiche zur Seite und betrachtete die Bissspuren genauer. Ihre Augen wurden einen Moment lang schmaler. Dann sah sie wieder zur Hexe hoch. "Das hier… war nicht mein Werk.“ Ihre Stimme war ruhig und sachlich. Keine Verteidigung ihrerseits. Es war reine Feststellung. Seraphine erhob sich wieder langsam und strich unsichtbaren Staub von ihrem Ärmel. "Ich habe Standards.“ Ein leicht spöttisches Lächeln erschien. "Dieser Mann roch nach billigem Gin, Angst und schlechten Entscheidungen.“ Sie trat langsam näher und begutachtete Willow. Der Abstand zwischen ihnen wurde kleiner, bis nur noch wenige Schritte übrig waren. Das schwache Leuchten ihrer Augen war jetzt deutlicher zu sehen. "Aber ich muss zugeben…“ sagte sie leise. "Ich fühle mich ein wenig geehrt.“ Sie legte den Kopf leicht schief und musterte die Hexe aufmerksam neugierig. "Die große Vampirjägerin der Stadt…und trotzdem kreuzen sich unsere Wege immer wieder.“ Der Wind bewegte leicht ihr Haar. Für einen Moment wirkte ihr Gesicht fast freundlich, oder? Dann trat sie noch einen Schritt näher. "sag mir, Hexe.“ Ihre Stimme war jetzt ruhiger und weitaus tiefer. "Ist das wirklich nur Jagd?“ Stille legte sich über die Gasse. Seraphines Blick blieb fest auf Willows eiskaltem Blick... "Oder suchst du mich inzwischen genauso sehr… wie ich dich?“
    • Willow

      Ein kleines Seufzen kam aus ihrem Mund, als sie auf Seraphine schaute. Der Wind spielte mit dem Saum von ihrem Umhang. Ihre Finger blieben ruhig um den Griff des Schwertes geschlossen. "Ich und ungeduldig?", wiederholte sie leise, mit einem leichten Lächeln auf ihren Lippen. "Du verwechselst da wohl etwas. Ich bin entschlossener den je." Ihr Blick ging wieder zu dem leblosen Körper des Mannes, ehe sie in die Augen von der Vampirin schaute. "Ich fordere dich sicher nicht heraus weil ich gewinnen möchte, sondern weil hier sonst keiner den nötigen Mut hat es zu tun." Ihr Blick war ernst und vollkommen auf die Vampirin gerichtet.
      Als sie sagte das es nicht ihr Werk war, hob Willow eine Augenbraue nach oben und schüttelte leicht den Kopf.
      "Wusste ich es doch." Ihr Blick ging kurz zu dem Körper und dann wieder zu ihr zurück. "Du arbeitest definitiv sauberer." Der Wind wehte durch ihre schwarzen Haare. Sie strich sich ein paar Strähnen hinter ihr Ohr. "Du hast Standards? Das ich nicht lache." Ein kichern kam aus ihrem Mund. "Aber es beruhigt mich etwas."
      Ihre Nähe war kalt, wie ein Hauch aus einem offenen Grab, doch Willow lies sie gewähren. Sie nahm die Hand von ihrem kleinen Lederbeutel weg. Sie hatte nicht vor sie außer Fecht zu setzten, noch nicht.
      Der Abstand verringerte sich, sie blieb weiterhin fest entschlossen hier stehen.
      "Nenn es wie du willst, aber für mich ist es kein Spiel. Ich habe eine Pflicht zu erfüllen und du stehst mir nur im Weg."
      Sie neigte ebenfalls ihren Kopf zur Seite und musterte die Vampirin. "Du weißt aber das Spiele auch gefährlich werden können, wenn beide anfangen Gefallen daran zu finden und es zu genießen?"
      Plötzlich trat Stille zwischen ihnen ein. Willow hielt weiterhin den Blickkontakt stand. Die Stille war angespannt.
      Willow ergriff das Wort wieder. "Du suchst mich, nicht aus Hunger oder Rache. Sondern weil ich dich daran erinnere, dass du nicht unantastbar bist." Sie atmete kontrolliert ein und aus. "Glaub mir ich suche dich nicht weil ich dich jagen möchte. Ich suche dich weil du anders bist als die restlichen Vampire. Du verhältst dich anders." Sie löste den Griff von ihrem Schwert. "Wenn es nur Jagd wäre, lägst du schon längst tot vor meinen Füßen oder ich vor deinen." Ihr Blick wurde wärmer, kaum merklich. Jetzt war es Willow die die Distanz zwischen den beiden verringerte.
      "Also sag mir was erhoffst du dir?"