Mein Verlangen nach dir. [Shio & yuyuumyn]

    • Mein Verlangen nach dir. [Shio & yuyuumyn]

      Mein Verlangen nach dir.

      Slice of Life / Dramatic / Romance / Forbidden Love

      Vorstellung/Steckbriefe

      @Shio

      ~ ~ ~
      „Wenn ihr heute auffliegt, kenne ich euch nicht.“, murmelte ich noch ziemlich verschlafen und schob Tortellini sanft zurück in den Käfig. "Ich lass euch nach den heutigen Vorlesungen wieder raus. Versprochen.", fügte ich hinzu und beobachtete, wie die beiden Frettchen es sich in ihren Nestern bequem machten.
      Ich wollte mich gerade wieder abwenden, als mich ein neuer Gedanke innehalten ließ und mein Blick wieder zu den zwei Frettchen glitt. „Und bitte-“, begann ich und zeigte mit meinem Zeigefinger vorwurfsvoll erst auf Tortellini und dann auf Ravioli. „Es ist schon schwer genug, euch beide geheim zu halten. Ich kann hier noch nicht noch mehr Frettchen beherbergen, kapiert?“, sagte ich – und wusste natürlich nur zu gut, dass Tortellini und Ravioli kein einziges Wort von dem verstanden hatten, was ich gerade gesagt hatte.

      Der erste Tag des neuen Semesters – und ich begann ihn damit, meine illegalen Mitbewohner zu belehren. Großartig.

      Ich warf einen Blick auf die Uhr und zuckte dann innerlich leicht zusammen, als ich bemerkte, wie spät es eigentlich schon war. „Fuck!“, fluchte ich leise unter meinem Atem und zog schnell meine Lederjacke über die Schultern.
      Nachdem ich meinen Rucksack geschultert und meinen fertigen Thermosbecher mit meinem geliebten schwarzen Kaffee geschnappt hatte, verließ ich mein Zimmer und verschloss die Tür.
      Ich konnte von Glück sprechen, dass ich ein Zimmer auf dem Campus hatte und nicht außerhalb wohnte. Andernfalls könnte ich es mir nicht leisten, jeden einzelnen Morgen so zu trödeln. Den Apfel, den ich als Frühstück auf die kleine Kommode an meiner Haustür gelegt hatte, hatte ich natürlich wieder einmal vergessen. Vielleicht würde er irgendwann zu einer natürlichen Deko mutieren.

      Der Weg zum Hörsaal meiner ersten Vorlesung verlief ohne weitere Vorkommnisse. Immer wieder grüßte ich Freunde und andere Kommilitonen, die ich über die Ferien nicht gesehen hatte. Der Herbst war bereits im vollen Gange: kühle Luft und bunte Blätter, die durch den Wind umhergetragen wurden und den Boden bedeckten. Ich liebte den Herbst – meiner Meinung nach war er mit Abstand die beste Jahreszeit.

      Beim Hörsaal angekommen, setzte ich mich auf meinen üblichen Platz, entledigte mich meiner Lederjacke und nahm einen großen Schluck aus meinem Termosbecher. Doch der Moment des Friedens hielt nicht lange, als ich plötzlich spürte, wie jemand meinen Arm von der Seite packte und heftig daran rüttelte.
      „Rachel! Hast du es schon gehört?!“, flüsterte eine Stimme, die jedoch schon an der Grenze zum Schreien war.
      Gerade noch so schaffte ich es, mich nicht an meinem Kaffee zu verschlucken, spuckte jedoch erschrocken ein wenig von dem flüssigen Gold wieder aus.
      „Verdammt, Amber! Erschreck mich doch nicht so!“, zischte ich hustend, griff nach ihrem Arm und wischte mir den Mund an ihrem Ärmel ab.

      Amber verzog das Gesicht und riss ihren Arm zurück. „Igitt, du Schwein!“, meckerte sie, doch schon kehrte ein aufgeregtes Grinsen auf ihre Lippen zurück. „Also hast du es noch nicht gehört?“
      Ich ignorierte die liebevolle Beleidigung meiner besten Freundin und unterdrückte ein Augenrollen. „Nein, was denn? Na sag schon, bevor du gleich platzt.“
      Amber zog leicht die Augenbrauen zusammen. „Ha-ha. Egal! Jedenfalls—“, sie senkte die Stimme zu einem verschwörerischen Flüstern und kam ein Stück näher, als würde sie jeden Moment ein Staatsgeheimnis verraten. „Wir haben ab heute einen neuen Dozenten… und so wie ich gehört habe, soll er verdammt gut aussehen…“
    • Alexander

      Vor einigen Wochen zog ich in die mir völlig fremde Stadt, Oxford. Es fiel mir nicht leicht mein altes zu Hause hinter mir zu lassen und meine Mutter mit allem alleine zu lassen. Doch ich bekam im Sommer die Zusage für eine Stelle als Dozent und Vertrauenslehrer an der Universität Oxford. Zwischen Amerika und England lagen Welten, aber aufgrund einer Empfehlung meiner damaligen Arbeit, bekam ich die Stelle sofort.
      Im Vorfeld hatte ich mich nach einer Wohnung umgeschaut. Auch hier bekam ich die sofortige Bestätigung und die Schlüssel wurden mir einige Wochen vorher schon zugeschickt.
      Der Umzug verlief gut und ich teilte mir die Wohnung mit Leon, er war auch Dozent an der Uni. Somit hatte ich einen Ansprechpartner und er musste nicht die große Wohnung alleine bezahlen. Leon war mir auch eine große Hilfe und konnte mir Oxford ein wenig näher bringen. Wir verstanden uns auf Anhieb gut und es entwickelte sich eine Freundschaft.

      Nun kam der große Tag und ich wachte am Morgen des Semesterbeginns in meinem Bett auf. Der Duft von frisch gebrühten Kaffee erfüllte den Raum. Ich schlüpfte in meine Schlappen und ging aus meinem Zimmer in Richtung Küche. "Guten Morgen Schlafmütze. Bereit für deinen ersten Tag?" Leon sah aus als wäre er gerade vom Joggen gekommen und mixte sich einen Protein Smoothie. "Auch dir einen Guten Morgen. Bereit bin ich, aber ein wenig nervös bin ich auch." Leon lächelte mich an. "Keine Sorge ich weiß das du dich großartig schlagen wirst und jetzt mach dich fertig. Ich muss schließlich auch noch Duschen."
      Ich nickte und machte mich fertig für den Tag. Nachdem ich im Badezimmer war schlüpfte ich in meinen Anzug, den ich mir extra für den ersten Tag herausgelegt hatte. Leon war in der Zeit duschen und ich füllte mir eine Tasse Kaffee ein. Hunger hatte ich keinen.
      Ich würde mir in der Mensa etwas zu Essen holen, wenn die Zeit dafür da ist.
      Leon füllte sich den Rest vom Kaffee in einen Thermobecher ein und schnappte seine Tasche. Ich tat es ihm gleich und wir gingen zusammen nach Draußen und fuhren mit dem Auto zur Uni.
      Der Parkplatz war noch leer, aber es gab auch etliche Studenten die auf dem Campus wohnten.
      Ich folgte ihm in das Verwaltungsgebäude und meldete mich im Sekretariat an. "Oh Mr. Jones es ist mir eine Freude sie hier begrüßen zu dürfen. Hier sind ihre Unterlagen und Schlüssel. Wenn sie noch einen Moment warten würden, der Rektor ist gleich für sie da." Ich lächelte der älteren Dame zu. "Vielen Dank." Geduldig warte ich vor der Tür des Rektors.
      Leon verabschiedete sich von mir und ging in sein Büro.
      Es dauerte nicht lange und die Tür des Rektors öffnete sich.
      „Kommen Sie herein:“ Ich folgte ihn in den Raum. Er begrüßte mich, hielt seine Rede und wünschte mir einen ersten angenehmen Tag.

      Als ich das Verwaltungsgebäude verließ waren schon einige Studenten auf dem Campus unterwegs. Hier und da wurde ich gemustert und einige fingen an zu Tuscheln. Ja so fühlt es sich also an der Neue zu sein. Ich lächelte den Studenten zu die mir über den Weg liefen und begab mich zu meiner ersten Vorlesung.

      Rege Unterhaltungen drangen aus dem Raum und ich ging hinein und direkt zum Tisch um dort meine Sachen hinzulegen.
      Plötzlich herrschte Stille und ich spürte die Blicke auf mir. Ich richtete meine Augen auf die Studenten. „Guten Morgen ich bin Mr. Jones und ich bin ihr neuer Dozent im Bereich Wirtschaft und Recht, so wie der Vertrauenslehrer der Uni. Also falls es irgendwelche Probleme, Fragen oder sonst der Gleichen gibt, stehe ich ihnen nach den Vorlesungen zur freien Verfügung. Und bevor wir mit der eigentlichen Vorlesung beginnen, möchte ich eine Fragerunde starten. Falls sie Fragen zu meiner Person oder zu den Vorlesungen haben dann beantworte ich sie ihnen gerne.“
    • Rachel

      Meine Stirn runzelte sich leicht, als Amber begann, mir davon vorzuschwärmen, wie attraktiv unser neuer Dozent doch sein sollte. Meiner Meinung nach war es nicht wichtig, wie unser neuer Dozent aussah, solange er uns alles Wichtige beibrachte. (Und im besten Fall in seiner ersten Vorlesung keine Vorstellungsrunde verlangte.)
      Doch bevor ich irgendetwas antworten konnte, öffnete sich die Tür des Hörsaals erneut und ein Mann – der nicht viel älter als die meisten Studenten zu sein schien – trat ein.

      Alle Köpfe drehten sich in seine Richtung, und es schien, als würde der gesamte Saal plötzlich den Atem anhalten.
      „Das muss er sein!“, hörte ich Amber leise neben mir flüstern, wobei das wahrscheinlich der gesamte Hörsaal gehört haben musste. Erneut unterdrückte ich den Drang, die Augen zu verdrehen, und stieß leicht mit meinem Ellenbogen gegen ihren Arm, um ihr damit zu sagen, dass sie besser die Klappe halten sollte.
      Der neue Dozent stellte sich als Mr. Jones vor und war abgesehen davon nun auch einer unserer Vertrauenslehrer. Irgendetwas sagte mir, dass der Andrang auf die Sprechstunden unseres neuen Vertrauenslehrers dieses Semester ungewöhnlich hoch ausfallen würde.

      Meine Stirn runzelte sich nachdenklich. Konnte er uns überhaupt richtig unterrichten, wenn er selbst noch so jung zu sein schien?
      Verschiedene Fragen wurden dem Dozenten bereits entgegen gerufen:

      „Dürfen wir Sie beim Vornamen nennen?“
      „Wo haben Sie vorher gearbeitet?“
      „Sind Sie Single?“

      Nun hob ich ebenfalls langsam meine Hand. Amber bemerkte es und weitete leicht die Augen, weil sie wusste, dass ich manchmal dazu tendierte... nun ja... Autorität infrage zu stellen.
      „Oh nein, nicht du! Nicht am ersten Tag!“, zischte sie und versuchte, meine Hand wieder herunterzuziehen.

      Das war zwar ein netter Versuch … doch ich war durch meine sportliche Natur um einiges stärker als sie und stellte meine Frage trotzdem:
      „Was qualifiziert Sie – außer Ihrem Lebenslauf – dafür, uns zu unterrichten?“
    • Alexander

      Die Studenten waren erst ein wenig zögerlich, nun das verstand ich sehr gut, denn ich war ja nur ein paar Jahre älter als die meisten hier.
      Das sie unsicher waren was sie fragen sollten, war daher nicht schlimm. Schließlich war ich der Neue hier und nicht sie.
      Doch langsam erhob sich in der letzten Reihe eine Hand und warf die Frage in den Raum. „Dürfen wir Sie beim Vornamen nennen?“
      Ich schmunzelte. Wieso eigentlich nicht? Schließlich möchte ich vertrauen zu ihnen aufbauen, aber dennoch meine Autorität nicht schleifen lassen. "Ich stelle sie vor keine Wahl ob sie mich mit Mr. Jones oder Alexander ansprechen. Wobei ich lieber gesiezt werden möchte." Die nächste Frage kam von weiter vorne. „Wo haben Sie vorher gearbeitet?“
      Ich lehnte mich an den Tisch. "Nun ich komme ursprünglich aus Amerika und ich habe nach meinen Studienabschluss in einer Kanzlei gearbeitet. Ich war quasi nur ein Assistent und durfte leider bei keinem Gerichtsverfahren mitwirken. Ich wollte unbedingt mehr mit Menschen zu tun haben und bewarb mich auch an einer Uni. Ich habe dort als Vertretungslehrer gearbeitet, aber diese Stelle war nur vorübergehend. Daher war ich froh das ich durch ein Empfehlungsschreiben jetzt hier an ihrer Universität fest eingestellt bin."
      Neugierige Blicke trafen mich und die nächste Frage lies mich schon ein wenig schmunzeln. „Sind Sie Single?“
      "Ich bin zur Zeit nicht in festen Händen, wenn das ihre Frage beantwortet, aber wir sollten jetzt wieder in eine andere Richtung denken."
      Mein Blick traf auf eine braunhaarige Studentin, die sofort ihre Frage in den Raum warf.
      Und diese Frage war wirklich gut. Eine Art Fangfrage wie ich empfand. Da möchte mich wohl schon am ersten Tag jemand herausfordern.
      Ich krempelte meine Ärmel nach oben und blickte sie direkt an.
      "Vielen Dank für ihre Frage. Skepsis ist eine ausgezeichnete Eigenschaft an einer Universität wie dieser. Behalten sie sich das bei. Wenn ein Lebenslauf ausreichend wäre, könnte man ihn hier vorne ans Pult hängen und ich dürfte sofort gehen. Ich weiß wie es ist dort zu sitzen, wo sie gerade sitzen und ich weiß welche Art von Lehrenden ich damals gebraucht hätte um all das Wissen und die Denkweisen zu verstehen. Was mich qualifiziert sind nicht nur meine Abschlüsse oder ein Empfehlungsschreiben, sondern die Fehler die ich gemacht habe, Projekte an denen ich gescheitert bin, komplexe Dinge so zu erklären, dass sie verständlich werden. Wenn ich ihnen etwas beibringen kann, dann nicht nur Inhalte, sondern verschiedene Denkweisen." Mein Blick ruhte nun auf der Studentin. "Ich hoffe ich konnte ihnen ihre Frage beantworten. Und nun möchte ich mit der Vorlesung beginnen."
      Ich löste meinen Blick von ihr und ging zurück zum Tisch um meinen Stick aus der Tasche zu holen. Ich stöpselte ihn an dem Laptop an und der Beamer sprang an. "Heute behandeln wir als ersten Punkt in diesem Semester ´Wettbewerbs- und Kartellrecht´ und die Rechtsfolgen wenn dagegen verstoßen wird."
      Ich zeigte den Studierenden meine Präsentation und erzählte ihnen zu einigen Punkten etwas. Zum Ende hin wies ich den Studenten noch die Rechtsfolgen, wenn man gegen das Kartellrecht verstößt auf. "Diese können von hohen Bußgeldern, bis hin zu Abmahnungen oder Schadensersatzforderungen gehen."
      Die Klingel ertönte und ich beendete die Vorlesung. "Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und ich wünsche ihnen noch einen schönen restlichen Tag." Ich lächelte ihnen zu und räumte meine Sachen auf und fuhr den Beamer und Laptop nach unten.
      ´Lief doch gar nicht so schlecht´, so dachte ich. Einige Studenten verabschiedeten sich noch persönlich bei mir und ein Student mit schiefsitzender Brille kam auf mich zu. "Wann sind sie denn zu sprechen? Ich.. Ic-h ähm- habe ein Anliegen." Er schien nervös zu sein doch ich wollte ihn nicht noch mehr verunsichern. "Nach der Pause bin ich in meinem Büro im Verwaltungsgebäude. Dann können wir reden." Der Student war sehr glücklich darüber und dampfte ab.
      Leon steckte seinen Kopf in den Saal und sah mich an. "Na wie lief es?" Ich schulterte meine Tasche und blickte ihn an. "Aufregend, aber ich denke ich habe mich gut geschlagen. Auch wenn eine Studentin mir eine schlagfertige Frage am Anfang gestellt hatte." Mein Blick ging automatisch zu ihr. Leon fing an zu lachen. "Ah Mrs. Ashford, ja sie kann ganz schön direkt sein. Glaub mir du bist nicht der erste Dozent den sie mit einer gewissen Skepsis beäugt hat." "Dann bin ich ja beruhigt. Ich empfand es auch nicht als schlimm. Ich war nur kurz überrascht über ihre Frage." Leon legte seinen Arm um mich. "Verständlich, aber sie wird sich an dich gewöhnen müssen. Und jetzt lass uns einen Kaffee trinken gehen und uns die Beine vertreten. Ich kann nicht mehr sitzen." Ich sah in besorgt an. "Zu viel Schreibkram?" Er nickte nur. "Frag lieber nicht... Ich weiß echt nicht was dem Rektor noch alles einfällt, aber komm lass uns gehen."
      Ich nickte und folgte ihm aus dem Raum und wir gingen zu Mensa und holten uns einen Kaffee. Ich schnappte mir noch etwas kleines zu Essen to go und wir schlenderten über den Campus.
    • Rachel

      Ich lehnte mich etwas zurück, während ich genau zuhörte, wie Mr. Jones die Fragen meiner Kommilitonen beantwortete. Wobei die letzte Frage – „Sind Sie Single?“ – in meinen Augen eher unnötig gewesen war.
      „Wie vorpubertäre kleine Kinder...“, dachte ich nur und schüttelte bei dem Gedanken leicht den Kopf. Amber hingegen schien nur noch ein wenig breiter zu lächeln, als unser neuer Dozent uns mitteilte, dass er sich nicht in festen Händen befand. Sie schien es vollkommen erwischt zu haben... hoffentlich war so etwas nicht ansteckend.

      Als er dann meine Frage beantwortete, hielt ich seinem Blick stand und zog zusätzlich leicht herausfordernd eine Augenbraue hoch. Doch ich konnte nicht leugnen, dass seine Antwort mich überraschte. Ich hätte damit gerechnet, dass er ins Stocken geraten oder der Frage ausweichen würde
      Stattdessen lobte er meine Skepsis und antwortete genauso, wie ich es an seiner Stelle vermutlich auch getan hätte.
      Für einen kurzen Moment wurde mir unangenehm warm. Ich war nicht darauf vorbereitet gewesen, ein Lob zu bekommen – schon gar nicht vor dem gesamten Hörsaal. Also nickte ich nur knapp, als wäre das alles genau so geplant gewesen, und hoffte, dass niemand bemerkte, wie sehr mich das aus dem Konzept gebracht hatte.

      Und so begann die erste Vorlesung von Mr. Jones zum Thema Wettbewerbs- und Kartellrecht.
      Die Vorlesung verlief ohne besondere Vorkommnisse. Meine Finger huschten lautlos über die Tastatur, während ich schweigend alle wichtigen Informationen auf meinem MacBook festhielt.

      Schließlich kündigte die Klingel das Ende der Vorlesung an, und Mr. Jones entließ uns. Während ich meine Sachen zusammenpackte, warf ich noch einen flüchtigen Blick in seine Richtung. Für seine erste Vorlesung… hatte er seine Sache wirklich gut gemacht. Auch wenn ich das natürlich niemals laut zugeben würde.
      Mein Blick wanderte zurück zu Amber, während ich meine Lederjacke wieder über die Schultern zog. „Lass uns in die Mensa gehen und etwas essen. Ich habe das Frühstück heute komplett vergessen.“
      „Du vergisst immer das Frühstück.“, entgegnete Amber, woraufhin ich ihr nur leicht die Zunge herausstreckte.
      Ein weiterer flüchtiger Blick zu Mr. Jones folgte, der gerade von Mr. Smith eingesammelte.
      Hatte ich etwa gerade meinen Namen gehört?
      Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, zog Amber mich schon am Arm aus dem Hörsaal. Sie erzählte wieder irgendetwas, doch als das Wort „Ravioli“ fiel, zuckte ich innerlich leicht zusammen. „Was hast du gerade gesagt?“
      Amber zog nur eine Augenbraue hoch. „Ich habe gesagt, dass es heute Ravioli in der Mensa geben soll.“
      Ich atmete erleichtert auf. "Ich nehme einen veganen Cheeseburger mit Pommes." Wie immer.

      In der Mensa kauften wir unser Mittagessen und setzten uns zu einigen der anderen Kommilitonen unseres Jahrgangs. Natürlich gab es heute nur ein Thema: unser neuer Dozent.
    • Alexander

      Natürlich wurde ich die ganze zeit von den Studenten und Studentinnen gemustert. Von den einen mehr, von den anderen weniger. Leon lachte amüsiert auf und ich schüttelte nur den Kopf. "Tja der Neue zu sein ist nicht einfach. Mir ging es damals ähnlich." Ich warf ihn einen strengen Blick zu. "Sie müssen sich aber nicht so benehmen als wäre ich der nächste Superstar oder sowas. Ich bin immer noch ihr Dozent."
      Ich trank von meinem Kaffee und steuerte eine Bank an. "Oh bitte nicht schon wieder sitzen.." "Du musst ja nicht, aber ich stand jetzt die letzten 90 Minuten nur." Ich lies mich auf der Bank nieder und Leon verdrehte die Augen und setzte sich neben mich.
      "Scheint so als ob neben der Frage von Mrs. Ashford noch mehr passiert ist?" Ich biss von dem Sandwich ab was ich mir bestellt hatte. "Fragen über meinen Beziehungsstatus. Ich bin schon froh das keiner gefragt hat wie ich unter meinem Anzug aussehe..." Leon lachte mich aus. "Ach ja das liegt einfach daran das wir nur ein paar Jahre älter als die Studenten sind. Vielleicht denken manche sie könnten eine Beziehung zu uns aufbauen, eine Art Freundschaft schließen oder sowas in der Art." Ich zog eine Augenbraue nach oben. "Eine Beziehung aufbauen? Nein. Du weißt das ist strengstens verboten und ich habe die Stelle als Vertrauenslehrer nur unter der Auflage bekommen, weil ich dem Rektor versichert habe das ich vertrauenswürdig bin und die Finger von den Studentinnen lasse. Er hat mir nämlich erzählt das er schon einmal jemanden kündigen musste weil dieser eine heimliche Beziehung mit einer Studentin hatte.." Ich nippte wieder am Kaffee.
      "Ohja der Vorfall ist zwar schon ein paar Jahre her, aber ich sehe es heute noch vor mir, wie der Rektor ihn rausgeworfen hat." Leon lehnte sich ein wenig zu mir rüber. "Pass trotzdem auf, du scheinst schon sehr beliebt zu sein." Er zeigte mit dem Kopf zu einer kleinen Gruppe Studentinnen, die uns beobachten und kicherten und Fotos mit den Handy machten. Ich aß mein Sandwich auf und trank den letzten Schluck vom Kaffee und warf alles in den Mülleimer. "Komm lass uns gehen. Ich habe gleich mein erstes Gespräch als Vertrauenslehrer."
      "Hoffentlich keine Studentin." Ich boxte ihn an den Arm. "Aua. Schon gut das war nur Spaß." "Nicht witzig.."

      Unsere Wegen trennten sich bei den Büros. Ich legte meine Anzugsjacke über den Stuhl und setzte mich hin. Ich wartete geduldig darauf das der Student von vorhin auftauchen würde und nicht kneift. Die Klingel erklang wieder und dann klopfte es vorsichtig an meine Tür. Ich stand vom Stuhl auf. "Herein." Zögerlich öffnete sich die Tür und der Student trat hinein. "Schließen sie die Tür und nehmen sie Platz. Möchten sie etwas trinken?" Er schüttelte den Kopf. Ich setzte mich ebenfalls wieder. "Also wie kann ich ihnen helfen?" Der Junge sah nervös aus. "Ich-bin Max Watson und ich habe ein Problem.." Er zögerte. Ich sah ihn verständnisvoll an. "Sie brauchen keine Angst zu haben. Alles was hier in dem Raum besprochen wird, bleibt in den Raum." Er schluckte schwer, war fast zu Tränen gerührt.
      Ich reichte ihm ein Taschentuch. "Danke schön." Er schniefte hinein. Es dauerte kurz bis er sich wieder gesammelt hat. Ich blieb geduldig und lies ihn so viel Zeit wie er brauchte.
      Schließlich sah er mich an und versuchte den roten Faden wieder zu erlangen. "Ich möchte mich outen.. aber ich weiß nicht wie und ich habe Angst das mich jeder auslacht oder hasst." Ich sah ihn an. "Keiner wird sie auslachen oder hassen. Niemand sollte wegen so etwas verurteilt werden. Wissen es ihre Eltern schon?" Er nickte. "Mein Vater ist ausgeflippt und hat geweint. Er wollte immer Enkelkinder haben und war davon eben geschockt das ich auf Jungs stehe.. Er hat sich Gott sei Dank wieder beruhigt und akzeptiert das. Meine Mutter hatte es schon ganz lange im Gefühl, für sie war es nicht schlimm." Ich lächelte ihn zu. "Das ist schon einmal viel Wert und was ihre anderen Kommilitonen betrifft sie werden es verstehen. Sagen sie es erst ihren Freunden und dann sehen sie weiter ob sie es den anderen sagen möchten. Das liegt an ihnen." "Vielen Dank Mr. Jones ich fühle mich gleich viel besser." Er stand auf und ging zur Tür. "Darf ich ihnen eine Statusmeldung geben?" "Na klar. Ich bin hier wenn etwas ist." Er nickte mir zu und verschwand aus dem Raum.
      Okay das war schon einmal ein Problem was ich ohne weitere Hilfe lösen konnte.
      Ich bereitete noch ein paar Sachen für die Vorlesungen vor und warte noch einige Zeit im Büro darauf ob mich noch jemand sprechen wollte.
    • Am nächsten Tag...

      Rachel

      Die kühle Morgenluft biss mir ins Gesicht, doch sie konnte mich nicht davon abhalten, mein morgendliches Training durchzuziehen. Noch bevor die Sonne aufging, joggte ich in Sportkleidung und mit Kopfhörern auf den Ohren vom Campus los.

      Sport ist mein Ventil. Er half mir, den Kopf frei zu bekommen und den Druck des ständigen Lernens für eine Weile abzuschütteln. Auch wenn ich zu den besten Studentinnen der Universität gehörte... selbst ich brauchte diesen Ausgleich, um wirklich zu funktionieren.
      Die Straßen lagen noch still vor mir, beinahe verlassen. Kaum ein Auto war um diese Uhrzeit unterwegs, nur vereinzelt hörte man in der Ferne das leise Rauschen eines Motors. Meine Schritte hallten gedämpft auf dem Asphalt. Gleichmäßig und vertraut.
      Ich atmete tief ein, spürte die kühle Luft in meiner Lunge brennen und ließ sie langsam wieder entweichen. Mit jedem Atemzug fiel ein Stück Anspannung von mir ab. Meine Gedanken wurden ruhiger, klarer, bis schließlich nur noch der Rhythmus meines Laufes blieb.

      Für einen Moment existierte nichts anderes mehr – nur ich, mein Atem und das gleichmäßige Pochen meines Herzens.

      Aber dann...

      "HEY SÜßE! Warum kommst du nicht einen Moment hier her?!", rief eine schroffe Stimme, die so laut war, dass sie sogar durch meine Kopfhörer drang.
      Sofort wurde ich aus meiner tiefen Konzentration gerissen. Meine Augen suchten nach der Stimme und landeten schließlich auf einer kleinen Gruppe junger Männer. Eindeutig betrunken und nicht Herr ihrer eigenen Sinne.

      Ich verlangsamte meinen Schritt nicht, zwang mich, den Blick wieder nach vorn zu richten. Einfach weiterlaufen, redete ich mir ein. Nicht reagieren. Ein kehliges Lachen hallte hinter mir auf.
      „Ach komm schon, stell dich nicht so an!“
      Ich atmete ruhig ein und aus, ließ mich nicht aus dem Rhythmus bringen. Solche Typen gab es überall – laut, aufdringlich, und meistens harmlos, solange man ihnen keine Bühne bot.

      Aber dann hörte ich Schritte. Erst unsicher, dann schneller. Verdammt.
      Ein kurzer Blick über die Schulter bestätigte es: einer von ihnen hatte sich tatsächlich in Bewegung gesetzt, die anderen blieben grölend zurück.

      Langsam zog ich mir einen Kopfhörer von meinen Ohren und blieb schließlich stehen. Kein hektisches Umdrehen, keine Spur von Nervosität. Nur eine ruhige, kontrollierte Bewegung, als ich mich zu ihm umwandte.
      „Lass es einfach.“, sagte ich ruhig.
      Er grinste schief, kam noch einen Schritt näher. „Oder was?“
      Ich musterte ihn kurz – unsicherer Stand, schwerer Atem, Alkohol. Zu langsam. Zu unaufmerksam. Ein schwacher Fehler.
      Ein kaum sichtbares Lächeln huschte über mein Gesicht, während ich mein Gewicht minimal verlagerte.

      „Du wirst es bereuen.“, antwortete ich gelassen.
    • Alexander

      Es hatte sich gestern keiner mehr bei mir blicken lassen, aber das war auch okay. Schließlich war ich neu an der Uni und musste mir erst einmal das Vertrauen der Studenten erarbeiten. Ich verbachte den Abend noch entspannt bei gutem Essen und einem Glas Wein mit Leon auf dem Sofa, während wir einen Film auf Netflix schauten.

      Heute Morgen wachte ich gut gelaunt und motiviert auf. Leon schlief heute ausnahmsweise noch. Schade ich wäre gerne mit ihm zusammen eine Runde Joggen gegangen. Dann das nächste Mal.
      Ich schlüpfte nachdem ich im Badezimmer war in meine Sportkleidung und stöpselte mir meine Kopfhörer in die Ohren. Es war noch früh und relativ kühl Draußen. Doch das machte mir nichts aus. Ich lief meine übliche Runde durch Oxford, vorbei an den Parks und am Campus. Joggen war für mich kein Ausgleich. Es war Routine, Disziplin und Kontrolle. Als ich meine Runde weiter lief und um die Ecke bog sah ich eine Gruppe Männer, die betrunken waren. Sie schienen wohl zu hart gefeiert zu haben. Normalerweise würde ich sie gar nicht beachten, doch dann fiel mein Blick auf eine Frau. Beim näheren Hinsehen konnte ich erkennen das es eine Studentin von mir war und einer von den Typen, der sie verfolgte. Ich nahm einen Kopfhörer aus dem Ohr, lief über die Straße auf die andere Seite und ging schnellen Schrittes auf die Beiden zu. Ihre Worte kamen selbstsicher über ihre Lippen, aber der Typ blieb nicht stehen.
      Ich atmete tief ein und aus und verkleinerte den Abstand zwischen uns. "Ich würde an deiner Stelle auf sie hören." Meine Stimme war ruhig, nicht laut. Ich trat neben sie, ohne das es aufdringlich wirkte. Mein Blick war auf den Typen gerichtet. "Es ist besser wenn du nach Hause gehst und deinen Rausch ausschläfst." Der Typ blinzelte, offensichtlich irritiert darüber das noch jemand da war. Sein Blick wanderte zwischen uns hin und her, als würde nach einer Einschätzung suchen, die er aber in diesem Zustand mit Sicherheit nicht treffen konnte. Ich verschränkte leicht die Arme vor meiner Brust und stellte mich einen kleinen Schritt vor sie. Nicht weil sie sich nicht selbst verteidigen konnte, aber so war es doch etwas effektiver. Schließlich war ich im Gegensatz zu dem Typen vor uns besser gebaut und könnte ihn ohne mit der Wimper zu Zucken umhauen. Doch da ich immer noch eine Autoritätsperson war, erlaubte ich mir das nicht.
      "Geh zurück zu deinen Freunden." Ich nickte in die Richtung der anderen, die sich jetzt auch von der Bank erhoben hatten und in unsere Richtung schauten. Der Typ schluckte und funkelte mich wütend an. Ich machte einen Schritt auf ihn zu und er wich zurück. Torkelnd ging er zurück zu den Anderen und ich blickte ihnen noch nach bis sie außer Sichtweite waren.
      Dann drehte ich mich zu ihr um, musterte ihr Gesicht. "Ist alles in Ordnung?" Ich fühlte mich verpflichtet das zu fragen, schließlich war mir das Wohl meiner Studenten wichtig. Ob in der Uni oder Außerhalb.
    • Rachel

      Ich hatte mich schon darauf eingestellt – und, wenn ich ehrlich war, vielleicht sogar ein wenig darauf gefreut –, dem Typen vor mir ordentlich eins auf die Nase zu geben. Doch dazu kam es glücklicherweise gar nicht erst, als sich plötzlich eine dritte Person in die Situation einmischte.

      Mein Blick löste sich für einen Moment von dem betrunkenen Kerl vor mir – wachsam blieb ich trotzdem, falls er doch noch auf die Idee kommen sollte, etwas Dummes zu tun.
      Dann erkannte ich, wer sich neben mich gestellt hatte, und meine Augen weiteten sich überrascht. Das ist doch... Mr. Jones?!
      Was machte er denn um diese Uhrzeit hier? Musste er nicht… na ja, Dozenten-Kram erledigen?
      Mein Blick glitt zurück zu dem Betrunkenen, der nun längst nicht mehr so selbstsicher wirkte wie noch vor wenigen Sekunden.

      Ich musste gar nichts mehr tun. Mr. Jones’ strenger Blick und seine bestimmte Ausstrahlung reichten vollkommen aus, um den jungen Mann zurück zu seinen Freunden zu verscheuchen.
      Meine Stirn runzelte sich leicht – nicht wegen Mr. Jones, sondern wegen der Situation an sich. Dass es erst einen anderen Mann brauchte, um ihn in die Flucht zu schlagen. Und dass meine Worte – die Worte einer Frau – nicht die gleiche Wirkung gehabt hatten. Scheiß Männer.

      Ich nahm einen tiefen Atemzug, um meine Nerven wieder zu beruhigen, und wandte meinen Blick dann langsam wieder Mr. Jones zu.
      „Ja. Ja, alles in Ordnung. Danke für Ihre Hilfe.“, sagte ich – doch diesmal fehlte meiner Stimme die gewohnte Schärfe.
      Diese kehrte jedoch schnell zurück, als ich die Arme verschränkte und Mr. Jones – genau wie gestern bei seiner ersten Vorlesung – mit festem Blick musterte.
      „Doch fürs Protokoll möchte ich festhalten, dass ich alles im Griff hatte. Der Kerl ist nur knapp einer gebrochenen Nase entgangen.“

      Ich hob demonstrativ meine Faust, um meinen Worten Nachdruck zu verleihen. Ob es klug war, vor einem Dozenten so offen mit Gewalt zu drohen? Vermutlich nicht.
      Doch wir befanden uns außerhalb des Campus, und die Drohung galt nicht ihm. Also konnte es mir in diesem Moment egal sein.
    • Alexander

      Ich atmete erleichtert aus und lächelte sie an. "Kein Problem." Doch dann überraschte sie mich, als sie die Faust erhob. Sie war mutig und schlagfertig, das musste man ihr lassen. Ich ging einen Schritt zurück. "Immer langsam. Ich glaube ihnen das und bezweifle es auch nicht. Trotzdem passen sie auf sich auf." Ich nickte ihr zu, stöpselte meinen Kopfhörer wieder in mein Ohr und drehte mich um. Ich blickte nochmal über meine Schulter. "Wir sehen uns in der Vorlesung Ms. Ashford." Mit diesen Worten machte ich auf den Absatz kehrt und lief meine Runde weiter. Ein Lächeln huschte über meine Lippen.Warum kann ich nicht sagen. Vielleicht lag es an ihrem Selbstbewußtsein oder an ihrer Art und Weise. Ms. Ashford war anders als die meisten Studenten denen ich in meinen Jahren als Dozent begegnet bin. Sie sollte man aufjeden Fall nicht unterschätzen. Ich Joggte weiter, kontrolliert und achtete auf meine gleichmäßige Atmung um kein Seitenstechen zu bekommen. Meine Runde endete wieder vor der Wohnung von Leon und mir. Ich dehnte mich vor der Haustür ausgiebig und trat dann anschließend hinein. "Da ist er ja! Wieso hast du mich nicht geweckt?" Leon stand in der Küche und sah noch vollkommen verschlafen aus. Er machte gerade Frühstück für uns beide. "Du hast geschlafen wie ein Stein. Ich wollte dich nicht wecken." Ich beugte mich über die Theke und griff nach einer Weintraube und steckte sie mir in den Mund. "Na gut. Aber morgen früh weckst du mich ja?" Ich nickte und richtete mich wieder auf um ins Badezimmer zu gehen und zu Duschen. Nachdem ich mich fertig gemacht, meinen Kaffee und mein Frühstück verzehrt hatte, machten wir uns auf dem Weg zum Campus. Dort herrschte schon reges Treiben. Leon stupste mich an. "Bereit für den zweiten Tag?" "Das bin ich." Es konnte schließlich nur besser werden und ich freute mich schon auf die Vorlesung und wer weiß vielleicht überrascht mich Ms. Ashford ja wieder. Die Begegnung von heute Morgen ging mir nicht wirklich aus dem Kopf. Leon riss mich aus den Gedanken, als er vor der Pinnwand im Foyer stehen blieb. "Was zum.." Ich traute meinen Augen kaum. Neben unzähligen Angeboten für Lerngruppen oder außerschulischen Aktivitäten, hang ein riesiger Artikel mit einem Bild von mir mitten drinnen. Ich laß mir den Titel durch. ´Mr. Jones, der neue Dozent der die Herzen der Studentinnen höher schlagen lässt´
      Ich sah zu Leon, der mich ebenso perplex anschaute. Ich schluckte kaum merklich. "Der Rektor ließt sich die Pinnwand aber nicht durch oder? Nicht das er ein falsches Bild von mir bekommt." Leon schüttelte den Kopf. "Nein in der Regel nicht. Der ist mit anderen Dingen beschäftigt, aber ich geh der Sache auf den Grund. Die von der Studentenzeitung dürfen sich nicht alles erlauben und schon gar nicht wenn es den Ruf schaden könnte." Er hatte Recht und ich war ihm dankbar das er die Sache in die Hand nahm. Es schmeichelte mich zwar schon ein bisschen, aber ich bin immer noch ihr Dozent und Vertrauenslehrer. Mehr nicht.
      Der Tag war echt durchwachsen, aber ich konzentrierte mich auf das Wesentliche. Ich bereitete meine Vorlesung vor und legte meine Unterlagen zurecht wartete darauf das die Stunde losging.