Arkham Horror: The Doom That Came to Arkham (Nightking&Maskenraich)

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    • Arkham Horror: The Doom That Came to Arkham (Nightking&Maskenraich)

      Die Stadt Arkham lag im matt-dunklem Licht, als hätte der Tag selbst vergessen, zu leuchten. Die Häuserzeilen am Flussufer wirken eng zusammengepfercht, ihre Fassaden aus dunklem Backstein sind von feinen Rissen durchzogen, als würden sie jeden Augenblick einknicken. Mansardendächer mit schiefergrauen Dachziegeln ziehen eine schattenhafte Linie gegen den Himmel, unter der sich winzige Fenster wie funkelnde Augen verbargen. Türen und Portale wirken schwer, als würden sie jeden Besucher mit einer stillen Warnung empfangen.
      Der Miskatonic River schlängelt sich träge durch die Stadt, sein Wasser eine dunkle Spur aus Grau und Blau, in der sich die Wolken spiegeln wie ein verdrehter Spiegel der Himmelsschauder. Am Ufer stehen Bäume mit knorrigen Ästen, deren Schatten sich lang und schmutzig über Gehwege und Gravel-Pfade legen. Der Bahnhof am Nordufer wirkt wie ein vergessener Zeuge der Zeit: rostendes Metall, zersplitterte Glasscheiben hinter dicken Vorhängen aus Staub, und ein Geruch von Öl und kalter Eisenhaut.
      Im Zentrum dominieren der Campus der Miskatonic-Universität: ehrwürdige Fachwerkfassaden, hohe Türme, deren Türmecken in den Wolken zu verschwinden scheinen. Zwischen den Gebäuden wachsen enge Gassen, in denen das Licht nur tastend durchkommt. In den Kirchen am Südufer hängen schwere Glocken in dunklen Türmen, deren Klang sich selten, aber wenn, dann wie ein dunkler Atem über die Dächer legt.
      Über der Stadt zieht sich eine schwerfällige Stille, die langsam zu einem feinen Zischen wird. Der Himmel hängt dumpf und bleigrau, als habe sich ein Schleier über Arkham gelegt, aus dem sich kaum Licht lösen will. Die Luft schmeckt nach kaltem Metall, nach Regen, der noch nicht gefallen ist, und nach etwas Verborgenen, das sich hinter jeder Ecke zu verstecken scheint.
      Und dann kommt der Sturm. Aus dem Nordwesten zieht eine dunkle Wand heran, eine Wolkenfront so dicht, dass selbst das Licht der Straßenlaternen sie zu durchdringen scheint. Der Wind beginnt als unruhiges Flüstern, ein Atemhauch, der die Bretter der Fassaden zum Knarren bringt und die Blätter der kahlen Bäume gegeneinander peitscht. Plötzlich reisst der Wind wie ein schwarzer Flügel aus dem Himmel, und mit ihm setzt der Regen ein, schwer wie Nägel, der auf Dächer, Fenster und Sträucher prasselt.
      Blitze zucken horizontal, doch ihr Licht bleibt dumpf und kurz; die darüber liegenden Wolkenschichten zerreißen sich in scharfe Linien, die wie die Finger einer unsichtbaren Hand wirken, die nach etwas greift, das zu lange verborgen blieb. Der Donner rollt in tiefem, brachialem Grollen, als würde die Erde selbst atmen und sich gegen das unheilvolle Erwachen wehren. Der Sturm zieht durch die Straßen, wirbelt Staub und Regen in trüben Strudeln, lässt Laternen flackern und die Schatten zu spröden Gestalten werden. Türen schlagen zu, Fenster klirren, und die Stadt scheint sich enger zusammenzuziehen, als würde sie sich gegen die unsichtbare Bedrohung schirmen, die hinter dem Gewitter lauert.
      Die Gassen wirken erstickt, die Luft schmeckt nach Eisen und Regen, und irgendwo am Flussufer nistet ein dumpfer, schwerer Klang als würde das Wasser selbst unter dem Druck der Nacht röcheln. In Arkham wächst das Gefühl, dass dieser Sturm nicht nur Sturm ist, sondern der Vorbote eines uralten Schweigens, das sich wieder erhebt und in den Tiefen der Stadt wiederkehrt.

      Die Amüsiermeile der Stadt Arkham mit ihren vielen Bar´s, Bistro´s und Resturants war besonders beliebt bei den Schülern, Arbeiter, Studenten und den Bewohnern des Umfeldes der Stadt die da sie ein vielfältiges Programm anbot.
      Es ein großes Kino so wie auch kleine Szene Clubs, wo verschiedene Bands spielten.
      In einer dieser Bars in einer der dunkelen Nebengasse trat einer vom Regen durchnässten Mantel und Hut er sah sich immer wieder um seine Aktentasche an sich geklemmt.
      Seine Name war Thurson er hatte vor einigen Tagen mit einer Reporterin der Arkham Gazette Kontakt aufgenommen und bat ein Treffen sie hatten ausgemacht sich hier in der Bar zu treffen.
      Francis Thurson hängte seinen Mantel und Hut auf und blickte sich um und entdeckte in einer Ecke die einzige Frau in dieser Bar. Nun in dieser Stürmischen Abend war die Bar, kaum gefüllt nur die üblichen Stammgäste die auch bei jeden Wind und Wetter ihren Drink hier zu sich nahmen. Langsam und bedacht näherte er sich in die Nische.

      "Guten Abend....ich nehme an Sie sind Samantha Peterson von der Arkham Gazette?" fragte er nervös blickend zu der Frau.

      "Wir haben miteinander telefoniert mein Name ist Wayland Francis Thurson." stellte er sich vor langsam setzte sich auf dem freien Stuhl ihr gegenüber und immer wieder sah er sich um und umklammerte fest seine Aktentasche.

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    • Ein kurzes Zucken ging durch die Flamme der Tischkerze, als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel. Der Sturm heulte in den Gassen wie ein hungriges Tier, doch in der Nische war es für einen Moment still - zu still.
      Samantha hob langsam den Blick. Ihre haselnussbraunen Augen musterten ihn aufmerksam, nicht unfreundlich, aber wachsam. Ein Notizblock lag aufgeschlagen neben ihrem Glas, der Füller ruhte zwischen ihren Fingern wie eine bereitliegende Waffe.
      ''Mister Thurson.'' sagte sie ruhig, ihre Stimme erstaunlich fest angesichts des Donners, der über die Dächer rollte. ''Sie sehen aus, als hätte der Sturm es persönlich auf sie abgesehen.'' Ein kurzes, dünnes Lächeln huschte über ihr Gesicht, dann deutete sie auf die Aktentasche.
      ''Ist das der Grund für unsere ... ungewöhnliche Zusammenkunft?''
      Ein Blitz ließ für den Bruchteil einer Sekunde die ganze Bar in kaltes, weißes Licht tauchen. In diesem Moment wirkten die Schatten an den Wänden wie verzerrte Gestalten, die sich näher schoben, nur um im nächsten Atemzug wieder zu gewöhnlichen Umrissen zu erstarren. Samantha beugte sich leicht vor. ''Sie sagten am Telefon, es ginge um etwas, das nicht für die Polizei bestimmt sei. Und dass es mit der Universität zu tun habe.'' Ihre Stimme senkte sich. ''Mit etwas, das man besser nicht in alten Archiven sucht.'' Ein Glas zersprang irgendwo hinter dem Tresen, vermutlich vom Donner erschüttert. Keiner der Stammgäste reagierte. Sie hielt seinen Blick fest. ''Nun, Mister Thurson ...'' sagte sie leise und verschränkte die Finger auf dem Tisch, ''da Sie sich bereits zu mir gesetzt haben, erzählen Sie mir bitte, warum Sie glauben, dass ein Sturm wie dieser der richtige Moment ist, um über Dinge zu sprechen, die Arkham lieber vergisst.''
      Draußen peitschte der Regen gegen die Scheiben, und für einen Herzschlag lang war es, als käme das dumpfe Grollen nicht vom Himmel, sondern aus der Richtung des Flusses. Für einen Augenblick antwortete nur das Ticken der Wanduhr über dem Tresen. Es klang zu laut, zu gleichmäßig, als würde es etwas zählen, das keiner von Ihnen benennen wollte.

      Ein kalter Luftzug strich durch den Raum, obwohl niemand die Tür geöffnet hatte. Die Kerzenflamme flackerte erneut, diesmal nicht unruhig, sondern als neige sie sich in eine bestimmte Richtung. Zum Fenster.
      Samanthas Finger spannten sich kaum merklich um den Füller. ''Sie zögern.'' stellte sie leise fest. Keine Anklage, nur Beobachtung. ''Das bedeutet entweder, dass Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen ... oder dass der Anfang bereits zu viel ist.''
      Ein weiterer Blitz zuckte herab. Im fahlen Licht wirkte sein Gesicht für den Bruchteil einer Sekunde bleich, fast duchscheined, als hätte der Sturm ihm bereits etwas genommen. ''Arkham vergisst nichts.'' fuhr sie fort, während draußen das Grollen näher rückte. ''Es vergräbt nur. In Kellern. In Archiven. In Menschen.'' Sie schlug das Notizbuch zu, doch sie schrieb nichts. Noch nicht. ''Wenn Sie mich heute Abend hierher gebeten, Mister Thurson, dann nicht, um mich mit Andeutungen zu füttern. Sie wollten eine Zeugin. Oder eine Verbündete.'' Ihre Augen verengten sich leicht. ''Vielleicht auch jemanden, der bezeugen kann, dass Sie bei klarem Verstand waren.''
      Wieder dieses dumpfe Geräusch vom Fluss. Tiefer diesmal. Kein Donner. Samantha drehte den Kopf minimal in diese Richtung. Nur kurz. Lange genug, um zu bestätigen, dass sie es ebenfalls gehört hatte. Dann sah sie ihn wieder an. ''Was genau haben Sie jetzt gefunden?'' fragte sie schließlich. ''Und warum habe ich das Gefühl, dass der Sturm da draußen nicht zufällig tobt?'' Die Bar schien kleiner zu werden. Die Schatten dichter. Und irgendwo im Hintergrund begann das alte Radio zu rauschen, obwohl es nicht eingeschalten war.
    • Nur langsam ließ die Anspannung in Thurstons Schultern nach, als er sich tiefer in die schmale Nische der Bar zurückzog. Der Ort wirkte wie ein Zufluchtsort, kaum mehr als ein dunkler Winkel zwischen schweren Holzbalken und einer beschlagenen Fensterscheibe. Ein einzelnes, flackerndes Licht warf zittrige Schatten an die Wände, die bei jedem Aufblitzen des Gewitters jäh auseinandergerissen wurden. Für den Bruchteil einer Sekunde lag der Raum dann grell und entblößt da jede Kante scharf, jede Bewegung verdächtig, bevor die Dunkelheit alles wieder verschluckte. Draußen prasselte der Regen unerbittlich gegen das Glas, als wollte er Einlass erzwingen. Der Wind heulte durch die Gassen und drückte mit unsichtbarer Gewalt gegen das Gebäude, sodass das Holz leise ächzte. Zwischen den Donnerschlägen lag eine unheimliche Stille, so dicht, dass selbst das leise Klirren eines Glases am Tresen wie ein Fehltritt wirkte. Thurston atmete tief ein. Die Luft roch nach kaltem Rauch und feuchtem Stoff. Er zwang sich, ruhiger zu werden, seine Gedanken zu ordnen, langsam löste er den festen Griff um seine Aktentasche, deren Ecken sich in seine Handflächen gedrückt hatten. Für einen Moment zögerte er, als fürchte er, sie könnten ihm im nächsten Augenblick entrissen werden. Dann hob er den Blick zu Mrs. Peterson. Ihr Gesicht lag halb im Schatten, halb im unsteten Lichtschein. Ihre Fragen klangen ruhig, beinahe beiläufig doch in ihren Augen lag etwas wachsames, prüfendes. Thurston erwiderte ihren Blick vorsichtig. Er wusste nicht, ob er hier Schutz gefunden hatte oder sich geradewegs in etwas hineinmanövriert hatte, das weit gefährlicher war als das Gewitter draußen. Doch was hatte er schon zu verlieren er wusste das er durch seine Nachforschungen sowieso sein Leben verwirkt hatte doch bevor es soweit kommen sollte wollte er sein Gewissen erleichtern und aus diesem Grund war hier.

      Gut Mrs Peterson...aber es wir eine lange Geschichte werden und ich hoffe sie werden danach die Welt wie sie kennen mit vollkommen anderen Augen sehen den es gibt Dinge in dieser Welt die am besten für immer verborgen bleiben sollten.“sprach er mit einer festen Stimme der so am Anfang ängstlich wirkende Mann hatte in diesem Moment seine ganzen Mut zusammengenommen um jetzt seine Geschichte zu erzählen.

      Mein Name ist Waylon Francis Thurston ich stamme aus Boston und bin Anthropologe an der dortigen Universität und auch gleichzeitig der Großneffe von George Gammell Angell Professor für Semitische Sprachen an der Brown Universität in Providence.“erklärte er machte nur eine kurze Pause als die Bedienung ihnen Kaffee brachte erst als sie wieder gegangen war setzte er fort.

      Vor einem Jahr verstarb mein Großonkel ganz plötzlich und unerwartet auf dem Nachhause von den Docks Providence als mit jemanden zusammenstieß und unglücklich stürzte es gab Zeuge die meinte das der Sturz einen Streit vorausging und mein Onkel einfach zusammengebrochen war. Die Polizei nahm sich der Sache an und der Gerichtsmediziner vermutete das ein unerkannter Herzfehler und die Aufregung einen tödlichen Herzinfarkt verursachte. Zwar fahndete man nach dem Mann mit dem mein Onkel zusammenstieß aber man legte den Fall zu den Akten.“erklärte er schließlich mit gedämpfter Stimme und hob die Tasse an die Lippen. Der Kaffee war stark und bitter. Als er daran nippte, breitete sich eine wohlige, beinahe trügerische Wärme in seinem Körper aus, kroch langsam durch seine Glieder und vertrieb für einen Moment die Kälte, die ihm seit Stunden in den Knochen saß.
      Sein Blick glitt in die schwarze Flüssigkeit, als suche er dort eine Antwort – oder den Mut, weiterzusprechen. In der spiegelnden Oberfläche glaubte er für einen Augenblick, sein eigenes Gesicht fremd und verzerrt zurückblicken zu sehen. Mrs. Peterson machte sich derweil Notizen. Das leise Kratzen ihres Füllers auf dem Papier schnitt durch die gedämpfte Geräuschkulisse wie ein gleichmäßiger, unerbittlicher Takt.
      Auch sie hielt kurz inne, führte ihre Tasse an die Lippen und nahm einen ruhigen Schluck, ohne ihn aus den Augen zu lassen. Dann griff sie in die Tasche ihrer Jacke und zog eine schmale Schachtel hervor. Mit routinierter Bewegung tippte sie eine der weiß filtrierten Zigaretten heraus, klemmte sie sich zwischen die Lippen und zündete sie an.
      Das Feuerzeug flammte auf ein kurzes, grelles Leuchten, das ihr Gesicht für einen Moment hart und kantig erscheinen ließ. Der Rauch stieg in dünnen, bläulichen Schwaden auf und sammelte sich träge unter der niedrigen Decke. Während sie weiter zuhörte, wirkte sie ruhig, beinahe unbeteiligt. Doch in der Art, wie sie den Rauch ausatmete und ihn durchdringend musterte, lag etwas Prüfendes als würde sie jedes seiner Worte abwägen und entscheiden, was Wahrheit war und was nicht.
      Thurston sprach weiter, nun leiser, aber mit einer fiebrigen Entschlossenheit in der Stimme. Er erzählte ihr alles von den Tagen und Nächten, in denen er die Hinterlassenschaften seines Großonkels durchforstet hatte.
      Kisten voller Notizen, vergilbte Zeitungsausschnitte,Protokolle einer Tagung, Baserelif,Fotos Briefe ohne Absender, seltsam nummerierte Aktenmappen.
      Je tiefer er in dieses Material eingedrungen war, desto klarer war ihm geworden, dass sein Großonkel nicht bloß ein exzentrischer Gelehrter gewesen war.Er hatte geforscht. Systematisch. Beharrlich.Und sein Tod so war Thurston inzwischen überzeugt war kein Unfall gewesen.

      Es war Mord“, sagte er schließlich, und das Wort blieb einen Moment schwer zwischen ihnen hängen.

      „Man wollte verhindern, dass er etwas aufdeckt.“
      Er legte dar, was sein Onkel untersucht hatte: eine Gesellschaft, einen Kult, der im Verborgenen operierte mit Verbindungen, die weiter reichten, als es zunächst den Anschein hatte. Alles ließ sich belegen.
      Die Aufzeichnungen waren akribisch geführt, durchsetzt mit Querverweisen, Datierungen, Zeugenaussagen.
      Sein Onkel hatte nichts dem Zufall überlassen.
      Und Thurston hatte weitergemacht. Er hatte die Arbeit fortgeführt, Puzzleteil für Puzzleteil zusammengesetzt. In den Dokumenten fanden sich detaillierte Untersuchungen zu einem Kult, der einen Namen trug, der selbst im Flüsterton Unbehagen auslöste: der Cthulhu-Kult. Zeitungsberichte über unerklärliche Rituale.
      Protokolle privater Ermittlungen. Aussagen verstörter Zeugen, die von nächtlichen Gesängen, fremdartigen Symbolen und unbeschreiblichen Träumen berichteten.
      Je tiefer Thurston grub, desto deutlicher trat ein Muster hervor.Schließlich führte ihn eine Spur zu der Witwe eines bereits verstorbenen Kapitäns eines Mannes, dessen Schiff auf den Weltmeeren in ein seltsames, kaum erklärbares Ereignis verwickelt gewesen sein sollte. Es hatte Gerüchte gegeben. Von einer unkartierten Region. Von einer Insel, die nicht auf Karten verzeichnet war.
      Von einer Rückkehr, die keine war. Die Witwe hatte gezögert, doch am Ende übergab sie ihm ein verborgen gehaltenes Tagebuch. Seine Hände hatten gezittert, als er es zum ersten Mal aufschlug. Darin berichtete der Kapitän von der Entdeckung einer uralten, aus dem Meer aufgestiegenen Stadt R’lyeh, deren Geometrie jeder menschlichen Vorstellung widersprach.
      Von Winkeln, die nicht sein konnten. Von Mauern, die schief und doch auf verstörende Weise korrekt wirkten. Und schließlich von etwas, das dort geschlafen hatte. Von einer kurzzeitigen Erweckung.Von einem Wesen namens Cthulhu. Die letzten Einträge des Tagebuchs waren hastig, die Schrift verzerrt, als sei sie unter unsäglicher Anspannung niedergeschrieben worden. Sie schilderten eine Flucht. Panik. Das Gefühl, von etwas beobachtet zu werden, das älter war als jede bekannte Zivilisation.Thurston verstummte für einen Moment. Draußen rollte der Donner über die Stadt, als würde er das Gesagte bestätigen.

      Wenn mein Onkel recht hatte“, sagte er schließlich heiser, „Dann wollte man nicht nur ihn zum Schweigen bringen.“
      Sein Blick glitt unruhig durch den Raum.

      Sondern jeden, der zu nahe an die Wahrheit kommt.“
    • Mrs. Peterson ließ sich Zeit mit ihrer Antwort. Sie klopfte die Asche in einen überfüllten Porzellan-Aschenbecher, ohne den Blick von Thurson zu nehmen. Das leise Prasseln des Regens füllte die Pause zwischen ihnen, bis sie schließlich ruhig sprach.
      ''Sie verlangen viel von mir, Mr. Thurson.'' Ihre Stimme war weder spöttisch noch mitfühlend, sie war nüchtern. Prüfend.
      ''Ein toter Professor. Ein angeblicher Herzinfarkt. Verschwundene Zeugen. Eine geheime Gesellschaft mit globalen Verbindungen. Eine versunkene Stadt mit unmöglicher Geometrie.'' Sie zog langsam an ihrer Zigarette. ''Und ein schlafendes Wesen aus einer Zeit vor der Menschheit.''
      Ein Blitz zerriss den Himmel, und für einen Sekundenbruchteil spiegelte sich das grelle Licht in ihren Augen.
      ''Wissen Sie, was mein Beruf mit sich bringt? Männer kommen zu mir mit Geschichten. Mit Theorien. Mit Wahrheiten, die angeblich zu groß sind für die Öffentlichkeit.'' Sie lehnte sich vor. ''Die meisten davon zerfallen, sobald man sie dem Licht aussetzt.''
      Ein dünnes Lächeln huschte über ihren Lippen, es reichte ihren Augen nicht. ''Aber Sie...'' Sie musterte ihn eingehend. ''Sie glauben jedes einzelne Wort.'' Sie nahm einen Schluck Kaffee, stellte die Tasse mit bedächtiger Präzision ab.
      ''Nehmen wir an, ich schenke Ihnen Glauben. Nehmen wir an, Ihr Onkel wurde ermordet, weil er einem Kult auf der Spur war. Einem Kult, der ein uraltes Wesen, verehrt, das irgendwo unter dem Meer schläft.'' Ihre Stimme wurde leiser. ''Warum kommen Sie zu mir?'' Sie beugte sich weiter vor, die Ellbogen nun auf den Tisch, der Rauch kringelte sich zwischen ihnen wie ein lebendiges Etwas.

      ''Wollen Sie, dass ich es veröffentliche? Einen Artikel drucke, der Panik auslöst? Der mich zur Zielscheibe macht? Oder hoffen Sie, dass allein das Niederschreiben genügt, um sich reinzuwaschen?'' Der Donner grollte dumpf über ihnen hinweg. ''Sie sagen, man bringe jeden zum Schweigen, der der Wahrheit zu nahe kommt.'' Ein kaum merkliches Heben ihrer Augenbraue. ''Dann sitzen Sie gerade im falschen Raum. Denn wenn ihre Geschichte stimmt, habe ich sie nun ebenfalls gehört.'' Sie drückte ihre Zigarette aus, langsam, mit Nachdruck.
      ''Also sagen Sie mir, Mr. Thurson.'' Ihre Stimme sank zu einem fast vertraulichen Tonfall. ''Sind Sie bereit, dass ich nachprüfe, was Sie mir da erzählt haben? Wirklich nachprüfe?'' Ein weiterer Blitz. Diesmal zuckte kein Muskel in ihrem Gesicht. ''Denn wenn auch nur ein Bruchteil davon belegbar ist, dann haben wir es nicht mit einer Sensationsgeschichte zu tun.'' ...Eine kurze Pause... ''Sondern mit etwas, das sehr viele mächtige Menschen verzweifelt begraben halten wollen.''
    • Thurson hielt ihrem Blick stand, doch seine Finger verrieten ihn. Sie krallten sich so fest in die Krempe seines Hutes, dass die Knöchel weiß hervortraten.

      „Wenn ich mich reinwaschen wollte,wäre ich nicht hier.“ sagte er leise, der Regen schlug nun härter gegen die Scheiben, als wollte er das Gebäude prüfen. Thurson atmete einmal durch, langsam.

      „Ich will keinen Skandal. Keine Schlagzeile.“ Ein bitteres Lächeln huschte über sein Gesicht.

      „Wenn es nach mir ginge, würde niemand je erfahren, was mein Onkel gefunden hat.“ Er beugte sich vor, genau wie sie zuvor. Zwischen ihnen hing noch der Geruch von Rauch und kaltem Kaffee.

      „Aber sie werden weitermachen.“ seine Stimme war ruhig, doch darin lag etwas Unerschütterliches den er hatte das gute Gefühl das er in Mrs Peterson eine Verbündete gefunden hatte.

      „Mein Onkel Professor Gammel war nicht der Erste. Und ich fürchte, er sollte auch nicht der Letzte sein. Was immer unter dem Meer liegt – was immer diese Gesellschaft verehrt – es bewegt sich. Vielleicht nicht im wörtlichen Sinn.“ Ein Zögern.

      „Aber in Einfluss. In Entscheidungen. In Geldflüssen. In verschwundenen Archiven.“ Ein ferner Donner ließ das Glas in den Fenstern erzittern.

      „Sie haben gefragt, warum ich zu Ihnen komme.“ Er schluckte.

      „Weil Sie nicht nur drucken. Sie prüfen. Sie graben. Und wenn Sie etwas veröffentlichen, dann nicht als Sensation, sondern als Tatsache.“ Sein Blick wurde dunkler.

      „Wenn ich Unrecht habe, verlieren Sie ein paar Tage Arbeit. Wenn ich recht habe…“ Er ließ den Satz einen Moment hängen. „…dann ist Schweigen keine Neutralität mehr.“ sprach er und es kam ein Stiller Augenblick. Dann,sagte er kaum hörbar:

      „Sie sagten, die meisten Geschichten zerfallen im Licht. Was, wenn diese hier das Licht fürchtet?“ sprach er hob endlich den Blick vollständig zu ihr.
      Thurson zog die Aktentasche unter dem Tisch hervor, als wäre sie schwerer geworden, seit er das Café betreten hatte.
      Er hielt sie einen Moment fest, beide Hände am Griff. Dann reichte er sie Mrs. Peterson hinüber – nicht zögernd, nicht theatralisch. Eher wie jemand, der eine brennende Fackel weitergibt, bevor sie ihm die Haut versengt.
      In seinem Blick lag etwas, das sie zuvor nicht gesehen hatte.
      Erleichterung.
      Nicht, weil die Gefahr vorüber war. Sondern weil sie nun geteilt wurde.

      „Alles ist darin“, sagte er leise. öffnete die Aktentasche und legte dessen Inhalt frei. Mehr nicht. Er stand auf, strich sich fahrig über den Mantel und zwang ein höfliches Nicken hervor.

      „Entschuldigen Sie mich einen Moment." sprach er höflich seine Schritte wirkten kontrolliert, doch ein aufmerksames Auge hätte das leichte Schwanken bemerkt, das angespannte Tempo, das er bewusst drosselte. Die Tür zu den Toiletten schloss sich hinter ihm mit einem gedämpften Klicken. Mrs. Peterson blieb allein zurück sie nahm die Aktentasche nicht sofort entgegen.
      Sie betrachtete sie einen Moment lang, als könne allein das Leder ihre Entscheidung beeinflussen. Dann griff sie zu.
      Das Gewicht überraschte sie nicht.
      Auf ihren Tisch lagen nun sauber gebündelte Dokumente. Fotografien. Kartenmaterial. Kopien alter Briefe. Randnotizen in einer eiligen, kantigen Handschrift. Ein kleines, in Stoff gewickeltes Objekt.
      Die ersten Fotografien kamen zum vorschein. Es war kein unscharfes Seemonster-Bild. Keine manipulierte Aufnahme.
      Es war ein Satellitenbild. Ein dunkler Kreis im Ozean. Perfekt symmetrisch. Zu groß für einen natürlichen Krater. Zu präzise für Zufall.
      In den nächsten Aufnahme. Unterwasseraufnahmen. Steinstrukturen. Winkel, die dem Auge Widerstand leisteten. Linien, die nicht stimmten. Als würden sie sich der Perspektive entziehen.Dann ein im Stoff gewickeltes Objekt.
      Ein flaches Stück weißen Steins kam zum Vorschein. Kühl. Glatt. Und doch durchzogen von Linien, die weder ornamental noch zufällig wirkten. Sie bildeten ein Muster, das Abbild einer Gottheit.