Bound by Fire and Fate [Royal&Yumi]

    • "Mir wäre kein Schlag am liebsten.", hatte Drawager bereits die Hände zur Selbstverteidigung erhoben, als Ryuki dabei war ein weiteres Mal auszuholen.
      "Und mach das nie wieder. Bei keinem. Ein Schlag auf den Kopf kann richtig schief gehen.", vor allem mit einer Bratpfanne. Wer hatte diesem Jungen überhaupt die Idee gegeben?
      "... mh? Nein... ich fürchte mehr fällt mir nicht ein.", seufzte der Drache tief, ehe er seinen Kopf auf seiner Faust platzierte, um wieder in Gedanken zu versinken.
      Warum sollte er, ein Drache, Angst vor einem Mann haben? Nein. Wieso sollte sein gesamtes Volk solche Furcht vor einem einzigen Mann haben?!
      "Das macht doch keinen Sinn..."

      ~~~

      "Ja... er hat den Drachen all die Jahre über behalten.", erklärte der Rothaarige Elb mit einem Nicken und unterdrückte die Erinnerungen, die dabei in ihm vorkamen. Wie er einem kleinen, jungen Alphi den Drachen schenkte, während er Tränen in den Augen vom Unwetter hatte.
      Zahlreiche Abende vor dem Kamin, in denen er seinem Neffen Geschichten von Drachen erzählte, während er das Kuscheltier in seinen Armen hielt und oftmals damit einschlief.
      Nur einmal hatte der Junge das Spielzeug verloren und die gesamte Dienerschaft half bei der Stunden langen Suche im Garten. Selbst Callisto half dabei, während er den Jungen tröstete und gut zusprach.
      Der Übeltäter? Safran hatte den Drachen versteckt, um den Jungen zu ärgern.
      Der Elb schüttelte den Kopf um die Erinnerungen zu verjagen und drückte Victor das Spielzeug in die Hände.
      "... mh? Ja... Du hast recht...", murmelte der Rothaarige nachdenklich vor sich hin.
      "... bring mir seine Haare. Außerdem... den Siegelring, den Alphinaud am Finger trägt.", wie konnte Callisto das nur vergessen? Jener Ring, den der König an seinen Erben weitergab, sobald er volljährig wurde... jener Ring, den Callisto nicht von seinem Vater erhalten hatte.
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    • Ryukis Wangen färbten sich leicht rosa, während er mit einem verlegenen Lächeln zur Seite blickte. Noch immer war er der Meinung, dass der Schlag mit der Bratpfanne etwas gebracht hatte... wenn auch nur ein bisschen.
      „Mein Eintopf wird gleich wieder alles besser machen.“, sagte er und wandte sich wieder dem Kochtopf zu, während er das Gespräch zwischen Drawager und Alphinaud weiterhin gespannt verfolgte.

      Alphinaud behielt einen ernsten Gesichtsausdruck. Auch wenn seine Mundwinkel leicht zu zucken begannen, als der junge Drache offenbar nicht wirklich zu verstehen schien, dass das, was er gerade getan hatte, alles andere als gut gewesen war.
      "Nein, das ist nicht witzig. Ich werde nicht lachen. Ich werde nicht grinsen. Nicht einmal ein bisschen!", dachte er.
      Doch versehentlich teilte er genau diesen Gedanken mit Drawager. Äußerlich bewahrte er eine ernste Fassade. Innerlich jedoch lachte sich der Elb ins Fäustchen.

      „Vielleicht hat Ryuki recht und es wird dir gleich besser gehen, wenn du etwas gegessen hast. Immerhin hast du dreihundert Jahre geschlafen. Ich wäre an deiner Stelle vor Hunger längst am Rad gedreht.“

      Er richtete sich wieder auf, konnte jedoch nicht anders, als Drawagers Hinterkopf einen prüfenden Blick zuzuwerfen, um sicherzugehen, dass der Schlag mit der Bratpfanne ihn nicht doch verletzt hatte.

      - - -

      Zerathyn beobachtete, wie sein Liebhaber für einen Moment in seinen eigenen Gedanken zu versinken schien.
      Doch der Hexer entschied sich dazu, dies nicht weiter zu kommentieren. Stattdessen beobachtete er, wie Callisto Victor das Kuscheltier in die Hände drückte.
      Der Siegelring... er erinnerte sich daran, wie Callisto ihm einst davon erzählt hatte. Damals hatte sein Bruder ihn vom damaligen König überreicht bekommen – und nicht er. Und das alles nur, weil er ein paar Jahre nach Therion geboren worden war.
      Aber gut... da sich dieses Problem nun erledigt hatte, fehlte nur noch sein Neffe.

      Für einen Moment wanderte sein Blick zu seiner Schöpfung. Es wurde Zeit zu sehen, was für ein Monster er wirklich erschaffen hatte.
      „Hör auf deinen Meister. Und beeil dich gefälligst, hörst du? Ich will nach deiner Mission einen Bericht von dir.“
      Seine Hand fand abermals ihren Platz auf Callistos Hüfte. Er beugte sich zu ihm runter und flüsterte ihm leise ins Ohr:
      „Wie sieht es aus, mein geliebter König? Möchtest du währenddessen deine Krönung schon etwas... vorfeiern?“
    • Noch immer rieb sich der Drache den Hinterkopf, dich als er Alphinauds Gedanken mitgeteilt bekam, konnte er nicht anders, als das ganze doch auch ein bisschen lustig zu finden. Und ein bisschen peinlich.
      Aber der Junge hatte wirklich Glück, dass er einen so harten Kopf hatte.
      "Nun... Du hast recht, ich bin am verhungern.", seufzte der Drache und setzte sich wieder an den Tisch, während er die Gefühle von Hunger an den Elben weiter leitete. Und wie auf Stichwort grummelte sein Magen wieder.
      "Aber sag mal... was führt dich eigentlich hierher? Bist du auf Reisen?", erkundigte sich Drawager, seinem Entschluss mehr über Alphi zu erfahren folgend.

      ~~~

      "Selbstverständlich, Meister... Schöpfer.", wusste Victor nicht so recht, wie er Zerathyn nun anzusprechen hatte, nun, da Callisto seine Seele bei sich trug und damit sein Meister war. Dennoch würde er es niemals wagen nicht den Worten des Hexers zu folgen, so verneigte er sich kurz und blickte zu dem Rothaarigen Elben, um auch sein Einverständnis zu holen, gehen zu dürfen.
      Dieser nickte, als er gerade von Zera an sich gezogen wurde. Somit drehte sich Victor um und sah nicht, was als nächstes kam... Wahrscheinlich besser so.

      "Ich dachte schon du fragst nie.", erwiderte der Elb mit einem Flüstern und zog den Hexer ein weiteres Mal an seinem Kragen zu ihm herunter, um dort weiter zu machen, wo sie vorhin aufgehört hatten.
      "... nur nicht hier.", fiel ihm plötzlich ein, dass sie im Zimmer seines Neffen waren.
      "... kannst du uns nicht in mein Zimmer hexen? Dann können wir nochmal über das Halsband reden...", zwinkerte er ihm zu.
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    • Auch Alphinaud erhob sich aus seiner knienden Position und begab sich zurück an den Tisch.
      Doch als ihm plötzlich ein gewaltiges Hungergefühl überkam, begann auch sein Magen laut zu knurren. Er blinzelte und sah verdattert zu dem älteren Drachen.
      Ist er das gerade gewesen? Oder lag es daran, dass er seit seiner Flucht keine vernünftige warme Mahlzeit mehr gehabt hatte?
      Er legte eine Hand auf seinen Bauch und warf einen fast schon sehnsüchtigen Blick in die Richtung des Topfes in welchem der Eintopf köchelte. Hoffentlich war das Essen bald fertig... er war am verhungern.

      Doch die Frage von Drawager riss ihn aus diesem Gedanken. Seine Augen wanderten von Ryuki und dem Kochtopf zu seinem Drachen.
      Die Frage kam unerwartet und... Alphinaud wusste nicht so recht, was er antworten sollte.
      Was sollte er ihm nur antworten? Die Wahrheit? Nein... er musste seine Vergangenheit hinter sich lassen... er war kein Prinz mehr, sondern ein einfacher Flüchtling.
      Aber je mehr er sich dagegen wehrte... desto mehr kamen die Erinnerungen zurück, die er so sehr versuchte zu unterdrücken und wieder unwissend mit Drawager teilte.

      Das Feuer... die Schreie... das ganze Blut... wie seine Krone zu Boden fiel...
      Wie er mit ansehen musste, wie seine Eltern vor seinen Augen ermordet wurden... und wie ihm schließlich von dem Jester ein Fluchtweg gezeigt wurde und er nur dadurch sein Leben behalten konnte.
      Seine Brust zog sich zusammen, sein Herz schlug immer schneller... die Schuldgefühle... und wie er sich einredete, dass er nicht hätte fliehen dürfen... das er irgendwas hätte tun müssen!
      Und noch schlimmer? Das Gesicht seines Onkels. Der Verrat. Von einem Mann, den er so sehr angehimmelt hatte...

      Ein zittriger Atemzug entwich seinen Lippen, doch als er gerade den Mund öffnete, stellte Ryuki vier Schalen mit dem dampfenden Eintopf auf den Tisch. "Guten Appetit! Mein Bruder kann zwar besser kochen als ich, aber lasst es euch schmecken!"
      Sein Blick wanderte für einen Moment umher. "MAA! Das Essen ist fertig!"

      - - -

      Ein dunkles Grinsen zog sich langsam über die Lippen des Hexenmeisters. "Ja, ich könnte uns in dein Zimmer hexen... aber ich werde es nicht tun.", er beugte sich runter und senkte seine Stimme zu einem tiefen Flüstern direkt in das Ohr des Elben.
      "Du weißt doch... ich sehe dich doch so gerne zappeln... und vor allem... betteln..."

      Währenddessen...

      Hiro - auf den Weg zum Krankenflügel - ging gerade den langen leeren Korridor entlang. Tief in Gedanken versunken, achtete er nicht wirklich auf seine Umgebung.
      Die Drohung von Callisto war ihn nicht entgangen... er musste sich nun unbedingt bedeckt halten und so tun, als würde er keinen Verdacht gegen den rothaarigen Elb hegen...