Bound by Fire and Fate [Royal&Yumi]
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Es sind bereits zwei Wochen vergangen... zwei Wochen seit dem verhängnisvollen Tag, der das Leben des Thronprinzen für immer verändern sollte.
Die ersten Sonnenstrahlen der aufgehenden Sonne bahnten sich langsam ihren Weg durch die dichten Baumkronen und erweckten das Leben innerhalb des dunklen Walds.
Die Vögel begannen ihre Lieder zu zwitschern und Kleintiere huschten durch das Unterholz auf der Suche nach Nahrung.
Alphinaud war bereits auf den Beinen - natürlich war er das. Denn der Prinz blieb nie länger als nötig an einem Ort. In Bewegung zu bleiben hieß zu überleben. Unachtsamkeit könnte seinen Tod bedeuten.
Sein Magen knurrte, doch er ignorierte es. Sein Blick war starr geradeaus gerichtet, ohne seine Umgebung auch nur einen kleinen Moment aus den Augen zu lassen.
Eine Hand ruhte locker auf dem Griff seines Schwertes. Bereit es jederzeit zu ziehen, sollte die Situation es fordern. Auch wenn er kein Blut vergießen wollte, würde er es tun, um sein eigenes Lebens zu schützen.
Bei dem Gedanken biss er seine Zähne zusammen. Er ist nicht wie er. Er würde kein unschuldiges Leben nehmen, um einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen. Niemals.
So ging er weiter, bis plötzlich... ein falscher Schritt folgte, der Boden unter seinem Gewicht nachgab und er geradewegs in eine versteckte unterirdische Höhle fiel.
Mit einem dumpfen Aufprall, landete er mit dem Rücken auf dem harten Boden, was ihn erstmal Luft ringen ließ. War das hier etwa eine Falle?!
Er brauchte einen ganzen Moment um sich zu fassen, zwang sich dann aber, sich wieder aufzurichten und umher zu blicken. Er war allein - so glaubte er es zumindest im ersten Moment. Keine Männer seines Onkels. Keine Kopfgeldjäger oder der Gleichen.
Mit einem zittrigen Atemzug und wackeligen Beinen, stand er langsam auf, bis er plötzliches etwas hörte: ein tiefes und gleichmäßiges Atmen. Und das direkt hinter ihm.
Er wirbelte herum und entdeckte einen riesigen schlafenden Drachen. Erschrocken weitete Alphinaud und wich mit einem kurzen erschrockenen Schrei zurück. Mit seinem Schwert bereits gezogen, wartete er jeden Moment darauf angegriffen zu werden, doch... nichts passierte.
Es vergingen Sekunden, Minuten... und noch immer schlief der Drache. Langsam, ganz langsam, senkte Alphinaud sein Schwert wieder und schaute sich den Drachen ein wenig genauer an.
"Ist das etwa... ein Drache? Dann sind die Legenden also wahr... das hier muss wohl der letzte von ihnen sein... oder?", dachte er und trat dann vorsichtig einen Schritt näher, um sich den Drachen nun noch genauer anzuschauen. Warum wacht er nicht auf?... Wie sich die Schuppen wohl anfühlen?
Die Fragen und Neugierde, des Prinzen gewannen schließlich die Überhand. Denn langsam hob er seine Hand und legte diese vorsichtig an die Schnauze des Drachen...
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„... du wirst geweckt werden, wenn die Zeit gekommen ist. Von jemandem, dessen Schicksal eng mit dem deinen verbunden sein wird...“
Das waren die letzten Worte, die Drawager immer und immer wieder durch den Kopf gegangen sind, jene Worte, mit denen er sich letztendlich schlafen gelegt hatte, mit einem Funken Hoffnung im Herzen, von dem er hoffte, dass es zu einer Flamme heranwachsen würde, sobald er aus seinem tiefen Schlaf erwachen würde.
Jahrhunderte lang hatte der große Drache geschlafen, verborgen im Untergrund, in einer von Kristallen und Edelsteinen erleuchteten Höhle, verborgen von allen anderen Wesen und mit einer Magie getränkt, die andere unbewusst dazu brachte den dunklen Wald, der über seiner Höhle wuchs, zu meiden.
Solange, bis dieser Jemand kommen und ihn wecken würde.
Und dieser Jemand war ein junger Elb, dessen Hand Drawager nun auf seiner Schnauze spürte. Doch er spürte mehr, als nur diese unscheinbare Berührung. Etwas in seinem Inneren reagierte sofort auf diese unscheinbare Berührung und der Drache gab ein tiefes Grollen von sich, bevor er die Augen öffnete.
Die Stelle, an der der Elb den Drachen berührte, wurde schlagartig heiß, als würde sich diese Berührung versuchen in ihn einzubrennen, jedoch verletzte diese Hitze ihn nicht, verbot ihm schlicht und einfach los zu lassen.
Langsam bildete sich das Symbol einer abstrakten Flamme auf dem Handrücken des jungen Elben, elegant geschwungene Linien, ein Zeichen für den Pakt, den sie gerade eingegangen waren.
Selbst als der Elb wieder in der Lage war die Hand von seiner Schnauze zu nehmen, konnte Drawager doch noch immer eine Verbindung zwischen sich und dem Neuankömmling spüren.
Während er vor allem Angst und Unsicherheit bei dem Elben spüren konnte, verspürte der Drache Neugierde. Und ein tiefes Gefühl von einem Neuanfang, auch wenn er noch nicht so recht wusste, was in diesem Moment begann, er kämpfte sich noch immer aus dem Schlaf.
Er wusste nur, dass ihm dieser Moment Prophezeit worden war.
„... wie ist dein Name, Elb?“, wollte der Drache wissen, sprach jedoch durch die Gedanken des Anderen, statt seinen Mund zu bewegen.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud erstarrte, als von dem Drachen plötzlich ein tiefes Grollen ausging und dieser dann schließlich auch die Augen öffnete.
Hitze schoss durch seine Hand - welche noch immer auf der Schnauze des Drachen ruhte - und breitete sich in seinem gesamten Körper aus. Er wollte seine Hand wieder wegziehen... doch irgendwas hinderte ihn daran.
Die Augen des jungen Prinzen wurden noch größer, als sich plötzlich ein Symbol auf seinem Handrücken bildete, welches ihn bereits auf dem ersten Blick an eine Flamme erinnerte. Was hatte das alles nur zu bedeuten?
Tausende Fragen schossen ihm durch den Kopf: Was passiert hier? Was ist das für eine Hitze? Was ist das für ein Symbol? Warum wurde er nicht von dem Drachen angefriffen? Wie lange ist der Drache wohl hier in dieser Höhle gewesen?
Bevor Alphinaud seine Fassung wiedererlangen konnte, schoss plötzlich eine weitere Frage durch seinen Kopf. Doch wurde diese von einer Stimme gestellt, die nicht seine eigene war.
Die blauen Augen des Prinzen trafen nun direkt auf die des Drachen und in dem Moment war sich Alphinaud sicher... das er es gewesen sein muss, der ihm gerade diese Frage gestellt hat.
In seiner Kindheit hatte sein Onkel ihm viel über die Drachen erzählt und beigebracht. Er konnte sich daran erinnern, wie traurig er immer gewesen war, dass sie eines Tages vor vielen Hunderten von Jahren einfach verschwanden und nur noch zu Legenden in alten Geschichten wurden.
Ein langer, stiller Herzschlag verging, ehe Alphinaud sich schließlich zu seiner Antwort bewegte. "Mein Name ist Alphinaud.", sprach er langsam und noch immer zog er seine Hand nicht von der Schnauze des Drachen nicht weg. Die Hitze die durch seinen Körper fuhr war... angenehm und dann war da noch etwas... der Drache wirkte auf eine Art und Weise vertraut, die Alphinaud sich selbst nicht erklären konnte.
Dann erinnerte sich an etwas. Daran, das Drachen von Natur aus Wesen waren, denen man immer mit Respekt und Höflichkeit gegenübertreten sollte.
Langsam senkte Alphinaud seinen Kopf und beugte seinen Oberkörper zu einer Verneigung herunter. "Darf ich nach nach Eurem Namen fragen?... und was ist das Symbol auf meiner Hand? Es tut mir leid, wenn ich Euch aus Eurem Schlaf geweckt habe.", sprach er mit ruhiger Stimme und hielt dabei seinen Blick gesenkt.
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„Mhmmm... komischer Name.“, raunte Drawager, der einfach aussprach, was ihm so durch den Kopf ging, während er sich etwas näher heran beugte und den Kopf zur Seite drehte, um den – im Gegensatz zu ihm – kleinen Elb besser betrachten zu können. In seinen Augen war Alphinaud nicht größer als eine Ameise und er beschloss sich fürs erste nicht zu bewegen, er wollte ihn ja nicht versehentlich zerquetschen.
„... wie höflich. Du kannst mich einfach Drawager nennen und ich bin dir nicht böse, dass du mich geweckt hast. Du warst dazu bestimmt mich eines Tages zu wecken... ich weiß jedoch nicht mehr, warum.“, legte der Drache den Kopf schief und schien selber erst mal über seine eigenen Worte nachdenken zu müssen. Er war sich nicht einmal sicher, ob er jemals gewusst hatte, wieso der Elb ihn aufwecken sollte.
Er musste ewig geschlafen haben, vielleicht um die hundert Jahre? Sein Körper fühlte sich an, als hätte er sich seit Ewigkeiten nicht mehr bewegt.
„Das Symbol auf deiner Hand ist der Beweis dafür, dass wir einen Pakt eingegangen sind.“, erklärte der Drache oberflächlich, bevor sich dieser plötzlich in Luft auflöste und stattdessen ein junger Mann mit langem Haar vor ihm stand, aus dessen Kopf Hörner wuchsen und dessen Schweif hinter ihm ruhte. Drawager hielt nun seine eigene Hand gegen die des Anderen.
„Siehst du? Ich habe auch ein solches Symbol.“, zeigte er dann Alphinaud wie zum Beweis die Rückseite seiner Hand.
„Das bedeutete, dass unsere Seelen miteinander verbunden sind. Du kannst meine Gedanken hören und meine Gefühle spüren, nicht wahr?“, fügte er hinzu.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinauds Gedanken rasten, und sein Kopf schien sich zu drehen, als er langsam realisierte, was der Drache vor ihm gerade gesagt hatte. Es war eine Sache, einem echten, lebendigen Drachen zu begegnen... doch eine ganz andere war es, zu erfahren, dass er offenbar dazu bestimmt gewesen war, eben diesen Drachen zu finden und zu erwecken.
Als sich der Drache – Drawager – schließlich in einen Menschen verwandelte, weiteten sich die Augen des jungen Elbenprinzen. Sein Blick huschte zu dem Symbol auf dessen Handrücken und dann zurück zu seinem eigenen. Ohne jeden Zweifel waren die Zeichen identisch.
„Ein Pakt...“, murmelte Alphinaud leise und schüttelte den Kopf.
„Das alles muss ein riesiges Missverständnis sein.“, sagte er schließlich, doch seine Stimme war bei Weitem nicht so fest, wie er es sich gewünscht hätte.
„Ich kann unmöglich dazu bestimmt sein, dich aufzuwecken. Ich bin doch nur zufällig hier entlanggekommen. Ich bin doch nur—“, er brach seinen Satz ab. Je weiter Alphinaud sprach, desto haltloser wurden seine Versuche, bis er schließlich selbst begann, an der Bedeutung seiner eigenen Worte zu zweifeln.
Mit einem Seufzen fuhr sich der Prinz durch sein langes blondes Haar. Vielleicht war es erstmal keine schlechte Idee einen Drachen an seiner Seite zu haben... selbst wenn dieser selbst nicht einmal wusste, warum er von dem Prinzen geweckt werden sollte.
"Unsere Seelen sind also miteinander... verbunden?", fragte er langsam nochmal nach und erinnerte sich dann Drawagers Frage: „Du kannst meine Gedanken hören und meine Gefühle spüren, nicht wahr?“
Für einen ganzen Moment schwieg Alphinaud und konzentrierte sich auf sein Inneres, bevor er dann ganz langsam nickte. "Ja... dann kannst du auch meine Gedanken hören und meine Gefühle spüren, richtig..?", wieder schwieg er einen Moment, bevor er leise hinzufügte: "Und mein Name ist nicht komisch."
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"... ein Missverständnis?", hob Drawager verwundert eine Augenbraue und fragte sich, wie um alles in der Welt das ein Missverständnis sein sollte. Enigma hatte sich klar und deutlich ausgedrückt... so klar und deutlich wie ein Drache, dessen Kopf zwischen dem Hier und der Zukunft hin und her wanderte, es eben sagen konnte. Wer auch immer ihn weckte, war... nunja. Wichtig eben. Wie und auf welche Art und Weise? Das wusste er noch nicht. Vielleicht hatte er es auch noch nie gewusst. Er wusste nur, dass es stimmte. Dass es stimmen musste. Er hatte eine Aufgabe zu erledigen und auch wenn er sich noch nicht so richtig daran erinnern konnte, was genau das war - er hatte wohl viel zu lange geschlafen - wusste er doch, dass es wichtig war. Sehr wichtig. Unglaublich wichtig.
"... Zufall ist nur ein anderes Wort für Schicksal, das wir noch nicht verstehen... oder sowas.", hatte er zumindest mal gehört, auch wenn er es selbst noch nicht so ganz verstand. Aber er musste es auch nicht verstehen. Er musste es nur akzeptieren. Und er hoffte, dass der Elb vor ihm es auch bald tun wird.
"... genau. Ich kann deine Unsicherheit spüren. Deine... Trauer. Deinen Schmerz. Auch wenn ich noch nicht weiß, woher dieser kommt.", bewegten sich die Lippen des Drachen dieses Mal keinen Millimeter, nutzte er stattdessen das noch zarte Band zwischen den Beiden.
"Noch ist dieser Ort vor fremden Augen geschützt, du kannst dich hier also gerne ausruhen. Aber das wird nicht lange so bleiben. Und dann müssen wir aufbrechen... außerdem brauche ich deine Hilfe. Nur... weiß ich noch nicht wofür genau.", runzelte Drawager die Stirn im Versuch sich zu erinnern. Was zur Folge hatte, dass er gähnen musste. Er nahm die Hand von der des Elben und streckte sich erstmal. Immerhin war er gerade erst aus einem langen Schlaf erwacht.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinauds Hand ballte sich zu einer Faust, als Drawager von der Trauer und dem Schmerz sprach, die noch immer in dem Elben loderten. Es war wahr – Alphinaud spürte diese Emotionen noch immer ganz, ganz deutlich.
Doch hatte er diese Gefühle tief – ganz tief – in sich vergraben. Er hatte keine Zeit gehabt zu trauern... geschweige denn Zeit gehabt, überhaupt zu verarbeiten, was passiert war. Zu verarbeiten, dass sein Onkel – den er so geliebt hatte – seine Eltern eiskalt ermordet hatte und dass er nun vor ihm auf der Flucht war.
Für einen Moment schloss der Elb seine Augen und nahm einen tiefen Atemzug, bevor er sie schließlich langsam wieder öffnete und mit den Worten: „Ich glaube dir, Drawager.“
Sein Blick wanderte zurück zu der menschlichen Form des Drachen. Auch er schien eine Vergangenheit mit sich zu tragen...auch wenn er sich selbst nicht mehr daran erinnern konnte, warum ausgerechnet der Prinz dazu bestimmt war, ihn zu wecken.
Langsam setzte er sich wieder auf den Boden. Ausruhen – solange es hier noch sicher war – klang tatsächlich nach einer guten Idee. Müde strich er sich durch sein blondes Haar.
Dann fiel ihm jedoch wieder etwas ein, und sein Blick wanderte zurück zum Drachen. Er zögerte – unsicher, ob er es wirklich ansprechen sollte oder nicht. Doch... wenn er nichts sagte, würde Drawager es irgendwann in seinen Gedanken lesen können.
„Ich... ich habe nie geglaubt, jemals einen Drachen zu sehen...“, begann er vorsichtig, zögerte erneut, bevor er seine Gedanken aussprach. „Drachen... sie gelten als ausgestorben.“
Währenddessen im Königreich von Eryndor...
Ein einsamer Elb - ein junger Heiler - stand alleine am Grab seines besten Freundes. Seine Augen voller Trauer und sein Herz voller Schmerz. Wie konnte er nur wissen, dass der Sarg leer war? Wie konnte er nur wissen, dass sein bester Freund noch lebte?
"Alphinaud...", kam es brüchig aus Hiro, während er sich langsam herab beugte und eine weiße Rose auf die Erde legte.
Seine Finger verweilten einen Moment auf den kühlen Blütenblättern, als könnte er sich nicht davon lösen. Der Wind strich leise durch die Bäume des Friedhofs und ließ die Äste über ihm sanft rauschen.
Hiro senkte den Blick und schloss für einen Moment seine Augen.
Ein schwaches Ziehen zog sich durch seine Brust. Seine Finger krallten sich leicht in die Erde.
Langsam hob er wieder den Kopf, seine zuvor tränengetrübten Augen nun scharf und wachsam.
„Du bist nicht tot…“, flüsterte er plötzlich. Es war keine Frage. Hiro ist kein gewöhnlicher Heiler.
Sein Blick wanderte über den Friedhof, als würde er erwarten, irgendwo eine Antwort zu finden. Doch außer den stillen Grabsteinen und dem leisen Wind war nichts zu sehen.
Und trotzdem wusste er es. Irgendetwas stimmte hier nicht.
Er richtete sich langsam auf, wischte sich mit dem Handrücken über die Augen und atmete tief durch. Die Trauer war noch da – schwer und drückend –, aber darunter regte sich nun etwas anderes. Entschlossenheit.
„Was auch immer passiert ist...“, murmelte er leise, mehr zu sich selbst als zu irgendjemand anderem, „Ich werde dich finden.“
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Drawager nickte, nicht überrascht, schlicht und einfach dankbar darüber, dass der Elb ihm glaubte. Nunja, vielleicht auch ein bisschen verwundert. Gab es an ihm irgendetwas, dass ihn ungläubig erscheinen ließ? Hatten die anderen Rassen verlernt den Drachen zu vertrauen?
Er wusste weder, wie lange er geschlafen hatte, noch was während seines tiefen Schlummers auf der Erdoberfläche passiert sein musste. Aber er war sich sicher, dass er das schon früh genug erfahren würde. Ein bisschen Sonne nach so langer Zeit würde ihm sicherlich gut tun.
Gerade wollte der Drache sich ebenfalls auf den Boden setzen, hielt jedoch mitten in der Bewegung inne, als er Alphinauds Worte vernahm und starrte diesen an, als hätte er sich verhört.
Die Drachen... „ausgestorben?“, hauchte er und glaubte diesem Wort keine einzige Sekunde lang. Das konnte nicht sein. Das durftenicht sein. Hatte er sich nicht geschworen alle zu beschützen? Vor dem nahenden Unheil zu schützen?
„... das kann nicht sein. Nur weil du noch nie einen gesehen hast, muss das nicht bedeuten, dass es sie nicht mehr gibt. Du hast mich gesehen, nicht wahr? Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige bin, der überlebt hat.“, versicherte er ihm und setzte sich letztendlich im Schneidersitz auf den Boden, die Arme vor der Brust verschränkt und die Augen geschlossen um nach seiner Trotzreaktion über die Worte seines Gegenübers nachzudenken.
„... vielleicht halten sie sich versteckt. Oder sie schlafen alle, so wie ich. Dass sie ausgestorben sind... kann nicht sein. Ich habe mich für diesen langen Schlaf entschieden, damit es nicht dazu kommt...“, runzelte er die Stirn und versuchte sich an die Einzelheiten seiner Entscheidung zu erinnern.
Sie wurden bedroht. Er, Enigma, die Elementardrachen, sie alle. Und obwohl Drachen mächtige Kreaturen waren, schwebten sie doch in großer Gefahr, also... also hatte sich Drawager dazu entschieden seine Kräfte zu sammeln, damit er sich der Bedrohung mit neuer Kraft stellen konnte, sobald er wieder erwacht war.
Und die Anderen... die Anderen mussten sich ebenfalls irgendwie in Sicherheit gebracht haben können. Hätte er sich ansonsten stattdessen dazu entschieden ein Nickerchen zu halten?
Nie im Leben.
„... verrate mir. Wie lange... wie lange habe ich geschlafen? Seit wann... wann wurde zuletzt ein Drache gesehen?“, erkundigte sich Drawager trotz seiner Entschlossenheit daran zu glauben, dass es noch andere Drachen geben muss, vorsichtig. Als hätte er Angst vor der Antwort. Und vielleicht hatte er das. Denn wer sagte ihm, dass er nicht doch zu spät erwachte?
Callisto hatte es geschafft. Nach vielen Jahrhunderten war er endlich zum König gekrönt worden... naja, noch nicht ganz. Es verstand sich von selbst, dass der Etikette entsprechend zunächst eine Trauerphase abgehalten wurde. Zunächst muste geweint werden, bevor gefeiert werden kann, aber lange würde es nicht mehr dauern und die Krone saß praktisch schon auf seinem Kopf.
Wer sonst sollte sie tragen? Er war der letzte von königlichem Blut. Praktisch.
Natürlich wusste er, dass das Grab, auf das er mit einem Bouquet voller Blumen zuging, leer war. Er wünschte, er könnte über seinen Neffenwirklich Trauern, aber bis dahin musste er nun einmal so tun als ob.
Wenig überrascht stellte er fest, dass er nicht der einzige war, der das Grab des Prinzen besuchte.
„... es muss hart sein seinen besten Freund zu verlieren, wie?“, begrüßte er Hiro mit einem eingespielten, traurigen Lächeln, bevor auch er seine Blumen auf das Grab legte.
Natürlich war es kein bloßer Zufall, dass er zum selben Zeit das Grab besuchte. Callisto musste sicherstellen, dass alle an Alphinauds tot glaubten. Und wenn Hiro es tat, dürfte keiner mehr zweifeln.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud beobachtete die Reaktion von Drawager. Ob es eine gute Entscheidung gewesen ist, ihm davon zu erzählen?
"...ja, ausgestorben.", sagte er nochmal leise und wandte seinen Blick von dem Drachen ab. "Zumindest ist es das, was man sich überall erzählt. Unter den Menschen... den Zwerge... den Elben...", fuhr er fort und ließ seine Augen wieder zu Drawager wandern.
Ob sich die anderen Drachen wirklich nur versteckt hielten? Es war vielleicht nicht ganz unrealistisch, wenn man darüber nachdachte, dass auch Drawager all diese vielen Jahre in dieser unterirdischen Höhle geschlafen hatte.
Aber wenn dies wirklich stimmte... warum hielten sich die Drachen versteckt? Was war nur so mächtig, dass sie davor flohen?
Die Stirn des Prinzen runzelte sich leicht und seine Gedanken wanderten zu seinem Onkel. Zu dem Momenten, als dieser ihm von den mächtigen Drachen erzählte. Zu all den vielen Geschichten. Ob er mal irgendwas erwähnt hatte, das ihm eine Hinweis gab? Irgendwas?
Und ganz unbewusst... teilte er diese Erinnerung mit dem Drachen.
"Vor 300 Jahren.", antwortete der Elb schließlich auf die Frage und ihre Augen trafen wieder aufeinander. "Das ist das, was mir als Kind erzählt wurde..."
Seine Kiefer spannte sich an und seine Augen funkelten mit einer plötzlichen Entschlossenheit. "Ich hoffe, dass du Recht hast, Drawager. Das die anderen Drachen wirklich nur schlafen. Aber was auch immer passiert ist...", sagte er und sprach die restlichen Worte schließlich durch ihr gemeinsames Band. "... wir werden es herausfinden und die Drachen zurückholen."
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Hiros kompletter Körper wurde von einer plötzlichen Anspannung durchzogen, als er seine Stimme hinter sich hörte.
Er wusste, dass er sich nun auf dünnen Eis befand... das er nun auf jede kleinste Mimik und Gestik achten musste, um seine eigenen Gedanken nicht zu verraten. Er vertraute Callisto nicht... er hatte ihn noch nie gemocht. Die Art und Weise, wie er früher mit Alphinaud umgegangen ist, als sie noch Kinder gewesen sind... es hatte ihn schon immer beunruhigt.
Langsam richtete er sich wieder auf und wandte sich dem rothaarigen Elb zu.
„Ja, Eure Hoheit...“, sagte er mit gesenkter Stimme, wich dem Blick des anderen jedoch nicht aus. Der junge Heiler verwendete nicht die Anrede „Eure Majestät“, die einem König vorbehalten war. Denn noch war Callisto nicht gekrönt worden... und bis dahin würde Hiro sich weigern, Alphinauds Onkel so anzusprechen.
"... es muss hart sein, seinen einzigen Neffen zu verlieren... und zudem noch den einzigen Bruder. Mein aufrichtiges Beileid."
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Drawagers Augen weiteten sich überrascht, als er spürte wie der Elb seine Erinnerungen mit ihm teilt, ehe er die Augen schloss, um sich auf die Bilder zu konzentrieren.
Ein Elb mit rotem Haar, ein im Kamin prasselndes, wärmendes Feuer, ein kleinerer, junger Elb auf dem Schoß des Älteren, der Alphinaud sein musste.
Geschichten von Drachen, wie sie majestätisch durch den Himmel flogen, sich nur selten blicken ließen... ehe sie vor 300 Jahren vollkommen verschwanden.
Die Erinnerung hatte etwas warmes, vertrautes und gleichzeitig... gab es da etwas, dass ihn davon abhielt diese Erinnerung als etwas gutes wahrzunehmen. Doch Drawager fragte nicht nach. Er wusste nicht mal, ob Alphi die Erinnerunh mit ihm freiwillig geteilt hatte oder nicht.
"... danke.", legte sich ein sanftes Lächeln auf die Züge des Drachens, immerhin war es nicht selbstverständlich, dass dieser Elb sich einfach dazu bereit erklärte ihm zu helfen.
"... nun denn. Bist du bereit diese Höhle zu verlassen?", erhob er sich letztendlich und bot Alphinaud seine Hand an, streckte seine Flügel aus, bereit die beiden aus der unterirdischen Höhle zu tragen. Das erste Mal seit dreihundert Jahren würden die Füße eines Drachen den Boden berühren.
"... selbstverständlich ist es das. Wenn ich gewusst hätte, wie wenig Zeit wir noch miteinander haben würden, hätte ich mehr Zeit mit meiner Familie und meinem Neffen verbracht... ich hätte ihm mehr Geschichten über Drachen erzählen sollen... er mochte sie so sehr, weißt du?", gab Callisto seine beste Performance eines trauernden Onkels und Bruders von sich, immerhin hatte er sein Schauspiel über Jahrhunderte hin perfektioniert, schon damals als Kind. Er kniete sich vor das Grab und legte die Blumen auf die frisch umgegrabene Erde.
"Es ist wahrlich eine Tragödie... Unsere Spezies lebt so lange und doch hat Alphinaud es gerade einmal ins Erwachsenen Alter geschafft... kein Onkel sollte seinen Neffen überleben.", gab er mit einem bedrückten Seufzen von sich und erhob sich wieder, die Hände in den Ärmeln vergraben, ehe er seinen Blick auf Hiro warf.
"... tu uns allen den Gefallen und stirb nicht so jung, okay?"01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud nickte, als sich Drawager bei ihm bedankte. Aus der Sicht des Elben war es selbstverständlich, denn immerhin... gehörten sie jetzt schließlich in irgendeiner Weise zueinander, oder?
Als ihm von dem Drachen die Hand entgegen gehalten wollte, zögerte er noch für einen Moment. Doch war das Zögern nicht aus Angst. Nicht aus Misstrauen. Ganz im Gegenteil. Wie oft hatte er sich schon vorgestellt, wie es wohl sein musste zu fliegen. Niemals hätte er geglaubt, dass dies eines Tages wirklich passieren würden.
"Und du bist auch nicht eingestaubt?", fragte er mit einem schiefen Lächeln, bevor er seine Hand in die des Drachen legte. Vielleicht auch in der Hoffnung die Stimmung ein wenig zu lockern und so den Drachen noch ein wenig besser kennenzulernen.
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"Ja... wenn Ihr das nur gewusst hättet...", murmelte Hiro leise unter seinem Atem. Eher zu sich selbst, als zu dem zukünftigen König. Sein Blick fiel auf Alphinauds Grabstein in welchem sogar ein majestätischer Drache eingemeißelt worden war.
Natürlich wusste Hiro, wie sehr Alphinaud Drachen gemocht hatte...immerhin hat er ständig von ihnen geredet. Und er war sich sicher, dass Callisto wusste, dass Hiro das wusste. Immerhin ist Hiro der beste Freund des Prinzen gewesen.
Doch als Callisto sich ihm plötzlich zuwandte und seine Bitte, aussprach, erstarrte der junge Elb für einen Moment. Ein unfreiwilliger Schauer lief ihm über den Rücken, als er langsam seinen Blick vom Grabstein löste, um wieder die Augen des Onkels zu treffen.
"Seid unbesorgt, Eure Hoheit... ich bin ein begnadigter Heiler wie Ihr wisst. Ich kann auf mich aufpassen."
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Auch wenn die Beiden nun auf eine wundersame Art und Weise miteinander verbunden waren, so empfand der Drache es nicht als selbstverständlich. Immerhin war Alphinaud in diese Angelegenheit hinein gestolpert... Nein hineingefallen und Drawager würde es ihm nicht übel nehmem, wenn er das alles hier nicht wollte. Könnte es nicht. Auch wenn er es nur schwer akzeptieren könnte, immerhin stand das Schicksal seiner ganzen Rasse auf dem Spiel. Aber selbst dafür könnte er niemals jemandem etwas aufzwingen.
Zum Glück musste er das auch nicht.
Mit einem amüsierten Lächeln zog er den Elben näher an sich heran, legte einen Arm um seine Taille bevor er seine Flügel ausbreitete.
"Das Fliegen verlernt man nicht. Auch nicht in 300 Jahren.", mit diesen Worte drückte er dich vom Boden ab und flog hinauf durch das Loch, dass der Elb durch seinen Fall verursacht hatte.
Sanft landete er auf dem moosbewachsenen Waldboden. Faltete seine Flügel erst zusammen, als er sich sicher war, dass sie festen Boden unter den Füßen hatten. Nicht dass sie noch einmal in die Höhle fielen.
Kaum hatten die beiden diese verlassen begann sich das Loch im Boden zu flicken, dass Moos breitete sich aus und wuchs wieder zusammen, als hätte es nie ein Loch gegeben.
"... wir sollten wohl dem Weg folgen.", schlug Drawager vor, als er einen Trampelpfad zwischen den Bäumen erblickte. Ein Trampelpfad der ganz sicher noch nicht da war, als Alphinaud durch den Wald geirrt war.
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Für einige Momente lächelte der zukünftige König nur, mit einem funkeln in den Augen das das eines Raubtiers glich.
"... ist das so? Nun, dann bin ich beruhigt. Mein Herz könnte es nur schwer verkraften ein weiteres junges Leben zu verlieren.", nickte er mit bedacht, ehe er sich umdrehte und sich mit einer erhobenen Hand von dem Jungen verabschiedete.
Mit der Gewissheit, dass er auf Hiro ein Augen haben müsste. Der Junge war zu aufmerksam als es ihm gut tun würde.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Für einen kurzen Moment weitete der Prinz leicht seine Augen, als der Drache ihn an sich zog und seinen Arm um seine Taille legte. Damit hatte er in dem Moment wohl nicht gerechnet.
Aber dann begann er wieder schief zu Lächeln und zog eine seiner Augenbrauen nach oben. "Das werde ich doch wohl hoffen! Sonst ist das Abenteuer vorbei, bevor es überhaupt richtig angefangen hat!"
Nichtsdestotrotz, gab Alphinaud ein überraschtes Quietschen von sich, als sich Drawager dann vom Boden abdrückte und durch das Loch flog, durch welches er vorhin hindurch gefallen war.
Das Gefühl zu fliegen - auch wenn es nur ganz kurz war - war anders, als er es sich je vorgestellt hatte. Es fühlte sich... frei an. Als könnte man tun und lassen was man wollte, wenn man nicht an den Boden gefesselt war.
Wieder auf dem sicheren Boden angekommen, entwich ihm ganz unfreiwillig ein zittriger Atemzug. "Ich glaube daran werde ich mich wohl erstmal gewöhnen müssen.", gestand er, da er davon ausging, das er nicht das letzte mal mit Drawager zusammen geflogen ist.
Sein Blick wanderte umher und seine Augenbrauen zogen sich verwundert zusammen, als er den Trampelpfad erblickte, der vorhin mit Sicherheit noch nicht da gewesen ist.
"Der ist vorhin noch nicht da gewesen... bist du dir sicher das es eine gute Idee ist, ihm einfach so zu folgen? Was ist, wenn es eine Falle ist? Wir wissen nicht wohin uns der Pfad führt.", fragte er und blinzelte verwundert, als im nächsten Moment das Loch im Boden wieder verschwand und von Moos bewachsen wurde.
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Als Callisto ihm den Rücken zudrehte, entwich Hiro ein zittriger Atemzug. Er hatte selbst gar nicht bemerkt, dass er vor Anspannung die Luft angehalten hatte.
Doch wenn er was wusste? Das er sich jetzt noch vorsichtiger und bedachter durch den Palast bewegen musste...
Callisto ist gefährlich... und Hiro wusste es.
Währenddessen...
"Eure Majestät, Eure Majestät!", rief eine bedienstete Elbin und blieb mit einer Verbeugung vor Callisto stehen.
"Hexenmeister Zerathyn ist soeben angereist, er wartet in Eurem Studienzimmer auf euch."
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Und in der Tat... im Studierzimmer des zukünftigen Königs hatte sich Zerathyn mit seiner üblichen Eleganz hinter dem Schreibtisch auf Callistos Platz niedergelassen.
Doch war er nicht allein. Natürlich hatte er - wie immer - seinen Familiar Safran bei sich... und diesmal ebenfalls sein neustes Experiment. Sein Blick wanderte umher und dann zu besagten Experiment.
"Victor.", sagte er um dessen Aufmerksamkeit zu bekommen. "Du wirst dich benehmen." Keine Bitte, ein Befehl, bevor er gefährlich hinzufügte. "Hast du mich verstanden? Antworte mir."
Das Amulett, mit welchen er das Wesen kontrollieren konnte, hing dabei wie eine Drohung um seinen Hals.
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"Ich bin mir sicher, dass du dafür genug Gelegenheit bekommen wirst.", gab Drawager mit einem amüsierten Lächeln zurück, ehe er den Arm von Alphinauds Taille nahm.
"Keine Sorge. Irgendetwas sagt mir, dass dieser Pfad ungefährlich ist.", bedeutete der Drache mit dem Kopf ihm zu folgen, während er dem Pfad folgte. Wieso er sich so sicher war? Das wusste er selbst nicht. Vielleicht war es etwas, dass er schlicht und einfach vergessen hatte, etwas, woran sich sein Unterbewusstsein erinnerte. Oder es war sein Instinkt, der ihn dazu trieb dem Pfad zu folgen.
Es dauerte nicht lange bis sich der Pfad weitete und die beiden in eine große Lichtung führte, in der eine Hütte samt Garten und... waren das Hühner? Bei dem Anblick knurrte der Magen des Drachen und er konnte nicht anders als ein wenig zu sabbern. Er hatte in 300 Jahren kein Huhn mehr gegessen.
Doch er konnte auch nicht einfach eins klauen... oder? Irgendetwas sagte ihm, dass das eine schreckliche Idee war. Vielleicht durfte er ja eins grillen, wenn er nett fragte... also näherte sich der Drache der Tür und klopfte freundlich an.
Die Tür öffnete sich daraufhin von alleine und machte den Blick auf eine junge Frau und einen jungen Mann frei, die bereits an einem Tisch saßen und Tee tranken.
Samt zwei dampfender Tassen vor zwei leeren Plätzen.
"Willkommen. Setzt euch doch, ich hoffe Kamillentee ist euch recht?", lächelte die junge Frau und bedeutete den Beiden sich zu zu ihnen setzen.
Ahhh... wie schön es doch wahr, mit seinem neuen Titel angesprochen zu werden, da verbesserte sich Callistos Laune doch sofort und er schenkte der Elbin eines seiner perfektesten Lächeln.
"Oh? Ist das so? Vielen Dank für die Nachricht.", nickte der Rothaarigen und machte sich sogleich auf den Weg. Eigentlich war er zu beschäftigt für eine Ablenkung... weshalb Zerathyn wohl gekommen war? Womöglich um ihn zur Krönung zu beglückwünschen? Zur baldigen Krönung.
"Selbstverständlich, Meister. Ich habe verstanden.", gab Victor mit seiner monotonen Stimme und dem toten Blick in den Augen von sich, während er sich elegant verbeugte. Nicht, dass er überhaupt vorgehabt hatte sich nicht zu benehmen. Der Grund für seinen Besuch musste ausgesprochen wichtig sein, wenn er daran erinnert werden musste.
Also verschränkte er schlicht die Hände hinter dem Rücken, stand still wie die Puppe die er war und fixierte den Boden mit seinem Blick. Auf weitere Befehle wartend wie der gehorsame Hund der er war.
"Genau. Hör schön auf deinen Meister.", kam es von Safran, der es sich in seiner Katzengestalt auf dem Tisch gemütlich bequem gemacht hatte, ungeachtet der Dokumente auf diesem und putze sich das Fell.
Der Kater blickte auf, als sich die Tür öffnete, widmete sich jedoch desinteressiert wieder seiner Fellpflege, als es nur der Rotschopf war.
"Wie ich sehe bist du nicht alleine gekommen. Wie ungewöhnlich.", begrüßte der Elb Zerathyn mit einem Lächeln und schloss die Tür hinter sich ab. Was auch immer hier besprochen werden sollte, war sicherlich nicht für andere Augen und Ohren bestimmt.
"... wer ist der Junge? Doch nicht etwa dein neuster Geliebter, mh?", stellte sich Callisto mit einem neckenden Lächeln zwischen den Schreibtisch und Zerathyn... der natürlich auf seinem Stuhl saß.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Wohl oder übel blieb Alphinaud wohl keine andere Wahl, als auf Drawagers Intuition zu vertrauen. Nach zwei Wochen auf der Flucht fühlte sich das für den Prinzen ungewohnt an.
Dennoch würde er seine Wachsamkeit nicht so leicht aufgeben und weiterhin auf der Hut bleiben. Daher lief er neben dem Drachen her und ließ seinen Blick immer wieder über die Baumkronen und die Umgebung schweifen.
Als sie nach einer kurzen Zeit schließlich auf einer Lichtung ankamen und eine Hütte mitsamt Garten und Hühnern erblickten, staunte er nicht schlecht. Der Pfad hatte die beiden doch tatsächlich an ein Ziel gefühlt. Doch was sollten sie hier? Sie konnten wohl schlecht einfach an einer fremden Hütte klopfen...?
Ein schwaches Lachen entwich dem Elben, als seine feinen Ohren Drawagers knurrenden Magen hörten. „Hungrig?“, fragte er.
Als Drawager sich jedoch dazu entschied, auf die Hütte zuzugehen und anzuklopfen, weiteten sich Alphinauds Augen leicht.
„Drawa—“, begann er bereits, doch da öffnete sich die Tür der Hütte auch schon von allein und enthüllte eine junge Frau sowie einen Jungen, die an einem Esstisch saßen und Tee tranken.
Dies war allerdings nicht alles. Der Tisch war bereits mit zwei zusätzlichen Tassen gedeckt, und auch zwei Stühle waren noch frei. Fast so... als hätte man sie bereits erwartet.
Er zögerte kurz, nahm dann jedoch sofort die Manieren an, die man ihm als Prinzen von klein auf beigebracht hatte. Mit einer leichten Verbeugung blieb er vor der Türschwelle stehen. „Entschuldigen Sie bitte die unerwartete Störung. Wir möchten Ihnen keine Umstände bereiten.“
Ryuki wunderte sich schon lange nicht mehr, wenn im Wald etwas Unerwartetes geschah und Xyla so reagierte, als hätte sie schon längst davon gewusst.
Mit einem leisen Klirren stellte er seine Teetasse zurück auf die Untertasse und hob den Blick, um die Besucher zu begrüßen. Doch beim zweiten Hinsehen erstarrte er. Der Größere von beiden ... warum hatte er Hörner?
Seine Augen wurden noch ein Stück größer, als er die Aura wahrnahm, die seiner eigenen ähnelte.
„Xyla?“, fragte er leise, denn er wusste, dass seine Ziehmutter mit Sicherheit bereits eine Antwort auf seine unausgesprochene Frage hatte.
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Als sich die Tür des Studierzimmers öffnete, wandte Zerathyn den Blick von Victor ab und sah zu Callisto, der den Raum betrat und zwischen ihm und dem Schreibtisch stehen blieb.
Elegant zog er eine Augenbraue hoch, als er dessen Kommentar hörte, und lehnte sich entspannt in dem bequemen Stuhl zurück.
„Und wenn dem so wäre? Du wärst doch wohl nicht etwa eifersüchtig, mein liebster Callisto?“, fragte er.
Um seinen Worten noch mehr Nachdruck zu verleihen, legte er die Hände an die Hüften des Rotschopfs und zog ihn näher zu sich heran, sodass dieser schließlich zwischen seinen Beinen stand.
„Wie ich sehe, hast du es also endlich getan... nachdem du mir so oft davon erzählt hast. Ich wollte mich selbst davon überzeugen.“ Er lächelte und legte den Kopf leicht schief. „Wie hast du das angestellt? Verrat es mir.“, fragte er und schenkte Victor zunächst keine weitere Beachtung.
Er würde Callisto später noch ausführlicher von seiner neuesten Kreation erzählen. Aus Sicht des Hexenmeisters hatten sie schließlich alle Zeit der Welt...
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"Oh nicht doch, es war alles andere als unerwartet.", gab die junge Frau mit den schwarzen Haaren mit einem amüsierten Laut von sich und bedeutete den Beiden ein weiteres Mal sich zu setzen. Und Drawager trat ohne zu zögern ein und setzte sich an einen der freien Plätze.
Etwas an dieser Frau kam ihr bekannt vor... als hätte er sie bereits gesehen. Dann wandte er den Blick auf den Jungen, der wohl kaum ein Jahrhundert alt sein konnte und musterte ihn geflissentlich. Eigenartig. Wie konnte in den letzten dreihundert Jahren während seines Schlafs ein weiterer Drache geboren worden sein? Drawager konnte spüren, dass der Junge ein Drache war... jedoch schien etwas anders zu sein. Also wäre er nicht vollständig.
"... wie alt bist du, Junge? 30? 50?", erkundigte sich Drawager neugierig.
Währenddessen trank Xyla seelenruhig ihren Tee und wartete darauf, dass alle versammelt waren, bevor sie zu erklären beginnen würde. Dabei mochte sie keine großen Erklärungen. Wie lästig. Aber sie hatte es nun Mal versprochen.
"... eifersüchtig? Oh nein.", grinste er und lehnte sich Zerathyn entgegen, die Hände and die Rückenlehne gelehnt, so dass ihre Gesichter nur minimal voneinander getrennt waren.
"Ich wäre enttäuscht. Zugegeben, er hat ein hübsches Gesicht... aber er sieht langweilig aus. Ich hätte von dir mehr Geschmack erwartet.", flüsterte er mit einem Grinsen und hob die Hand, um Zera eine Strähne hinters Ohr zu schieben.
"Mhmmm, ich erzähle es dir gerne mit allen Einzelheiten, aber es war überraschend einfach.. die richtigen Leute mussten nur an den richtigen Stellen Feuer legen und dafür sorgen, dass niemand entwischen konnte... nun...", lehnte sich Callisto wieder zurück, als sich seine Laune bei dem Gedanken an Alphinauds Flucht wieder verdüsterte.
"Einer ist entkommen. Erinnerst du dich an meinen Neffen? Leider ist sein Sorg noch leer.", seufzte der Rothaarige tief, ehe er seine Blick hob und Victor betrachtete, der weiterhin wie eine Statue da stand.
"Magst du mir nun verraten, wen du da mitgebracht hast, dass er gar ein solches Gespräch mit hören darf?", zeigte es nur wie viel Vertrauen Callisto in Zera legte, dass er erst jetzt danach fragte, als er bereits alles ausgeplaudert hatte.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
"Also doch...", dachte Alphinaud, als seine Vermutung von der fremden Frau bestätigt wurde. Sie waren also doch aus einem Grund hier und sind bereits erwartet worden.
Sein Blick glitt kurz zu Drawager. Er schien vollkommen entspannt zu sein. Und das nicht nur äußerlich. Durch ihre Verbindung zueinander konnte er spüren, dass der Drache auch in seinem inneren ruhig war. Also würde er es auch sein.
"Vielen Dank, für Ihre Gastfreundschaft.", sagte er schließlich, als er Drawager in die Hütte folgte und sich auf den anderen freien Platz setzte.
Auch sein Blick glitt nun zu dem Jungen, der bereits von Drawager angesprochen wurde. Überrascht betrachtete er die Hörner des Jungen. War er... etwa auch ein Drache? Aber wie ist das möglich, wenn alle Drache verschwunden und als ausgestorben gelten?
Ryuki starrte den größeren der beiden Fremden noch immer mit geweiteten Augen an. Und auch dessen Frage warf ihn deutlich aus der Bahn. Er warf einen flüchtigen Blick zu Xyla, bevor er wieder den anderen Drachen anblickte und leicht seinen Kopf schüttelte. "Nein, Sir. Ich bin 16 Jahre.", sagte er und fragte sich, wie sein Gegenüber wohl darauf kam ihn für 30, geschweige denn 50 Jahre zu halten.
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Als Callisto ihm eine Haarsträhne hinter das Ohr schob, lehnte sich Zerathyn mit seiner Wange in dessen Berührung und erwiderte seinen Blick mit einem leicht provokanten Glitzern in seinen Augen.
Gespannt hörte er dem Rotschopf zu, als er davon erzählte, wie er es geschafft hatte, endlich die rechtmäßig verdiente Krone an sich zu reißen.
Doch, als er zu dem Teil kam, dass sein Neffe dem Attentat entkommen ist, zog er eine Augenbraue hoch und lehnte sich wieder etwas zurück. "Das könnte zu einem Problem werden."
Seine Hände ruhten noch immer an den Hüften des zukünftigen Königs, während seine Daumen sanft über den Stoff hinweg dessen Hüftknochen nachzeichneten.
Er folgte seinem Blick zu Victor und ein berechnendes Lächeln zog sich über seine Lippen. "Gut, dass du fragst... ich glaube, ich habe die perfekte Lösung für dein kleines Problemchen...", er wand seinen Blick wieder von Victor ab, um Callisto anzublicken.
"Das ist Victor und er ist... nun wie drücke ich es aus? Meine neuste Erschaffung. Eine Puppe, ein Werkzeug, ein... Bluthund.", mit einer Handbewegung deutete erneut auf ihn. "Ich habe ihn eigentlich erschaffen, damit er für mich den Wächter der Drachen findet... doch ich denke, dass du ihn gerade mehr gebrauchen könntest.", sagte er und erhob sich langsam von seinem Platz.
"Victor, komm her.", sagte er ohne seinen Blick von Callisto abzuwenden. "Hast du etwas, dass deinem Neffen gehört hat?"
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Nun war es an Drawager den Jungen mit geweiteten Augen anzustarren.
"Erst 16?!", konnte er es kaum glauben, dabei saß der Junge doch in einer perfekten, menschlichen Gestalt vor ihm! Wie konnte das sein? Ein Genie?
Xylas Lächeln wurde daraufhin etwas breiter, amüsiert als sie ihre Tasse auf der Untertasse absetze.
"Ich bin mir sicher, dass ihr viele Fragen habt. Aber ich muss dich leider enttäuschen Drawager, Ryuki hier ist kein Drache. Zumindest keiner deiner Art. Er ist ein Drachenwandler.", erklärte sie letztendlich und fand es jetzt schon ermüdend. Aber was muss das muss.
"... ein Drachenwandler? Moment, woher kennt ihr meinen Namen?", war sich der Drache sicher, dass er sich noch nicht vorgestellt hat.
"Und wie ist eurer? Solltet ihr euch nicht zuerst vorstellen?", schnaubte er genervt, irgendwie ging ihm das ganze hier viel zu schnell.
"... oh? Hast du ihn etwa vergessen?", hielt sie sich überrascht die Hand vor den Mund, die Überraschung wich jedoch recht schnell.
"Kein Wunder. Immerhin hast du 300 Jahre lang geschlafen... und auf ihn gewartet, nicht wahr?", legte sich ihr Blick nun auf Alphinaud, als versuche sie zu ergründen, warum ausgerechnet er den Drachen hatte wecken können.
"Nun... erst einmal vorstellen, was?", seufzte sie, als wäre ihr das Gespräch jetzt schon zu lästig.
"Ich bin Xyla, die Hexe der goldenen Nacht und die Besitzerin dieses Waldes. Willkommen im Wald der Hexe.", wandte sie sich insbesondere an Alphinaud, da er technisch gesehen der einzige Besucher war. Drawager hatte immerhin die letzten Jahrhunderte hier verbracht.
"Du hast mich vor 300 Jahren um Schutz gebeten, also habe ich dir diesen auch gegeben. Und nun, da du erwacht bist... Anarxia, wärst du so nett?", richtete sich eine Schattenhand nach ihrem Mantel und etwas weißes ploppte aus diesem heraus, um sogleich auf dieser zu landen.
Xyla setzte den weißen Gegenstand auf den Tisch, es war so groß wie ein Kopf, länglich und wirkte außerordentlich hart. Eine Art Stein? Nein. Drawager erkannte diesen Gegenstand sofort. Eine Drachenschuppe. Eine schneeweiße Drachenschuppe.
"Woher hast du...?", lief dem Drachen ein Schauer über den Rücken. Sie hatte doch nicht etwa...?
"Du hast diese Schuppe damals mitgebracht.", entspannte sich Drawager sofort. Er hatte nicht mal bemerkt, wie er den Atem angehalten hatte, "Ich habe sie für den Schutzzauber benutzt. Woher hätte ich denn wissen sollen, auf wen du wartest? Der Besitzer dieser Schuppe schien es jedoch zu wissen. Und nun... wird sie euch an euer nächstes Ziel führen. Im Grunde seid ihr nur hier, damit ich sie euch geben kann... noch Fragen?", wandte sich Xyla wieder ihrem Tee zu.
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"... oh? Eine Puppe?", hob Callisto interessiert eine Augenbraue, kein Wunder dass der junge Mann sich nicht bewegte, er schien nicht mal zu atmen, doch auf Zeras Befehl hin bewegte sich Victor wieder und trat zu den Beiden heran.
Bei dem Anblick der beiden, wie offensichtlich nah sie sich standen, spürte Victor... Nichts. Nicht einmal Scham darüber Zeuge ihrer Zweisamkeit zu sein. Er folgte schlicht und einfach seinen Befehlen.
"Ob ich etwas habe, das meinem Neffen gehört? Oh Schätzchen, der Junge hat hier gelebt. Ich habe ein ganzes Zimmer mit seinen Sachen... brauchst du etwas bestimmtes?", lächelte er kokett und lehnte sich gegen Zera, und das sicherlich nicht nur, weil er gerade eine Lösung für sein lästiges Problem gefunden hatte.
Noch dazu war er so großzügig ihm sein Spielzeug zu überlassen, obwohl er für ihn nach dem Wächter der Drachen suchen sollte? Er sollte ihn küssen. Wahrscheinlich würde er das auch tun.01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100 -
Alphinaud verfolgte aufmerksam das Gespräch zwischen Drawager und der Fremden. Er war fasziniert davon zu erfahren, dass es scheinbar noch andere Arten von Drachen gab.
Als sie sich vorstellte und sich ihm zuwandte, neigte er noch einmal respektvoll seinen Kopf. "Es freut mich Euch kennenzulernen, Xyla, Hexe der goldenen Nacht. Mein Name ist Alphinaud.", stellte er sich vor, doch ohne zu viel von sich und seiner Herkunft zu verraten.
Dann wanderten seine Augen zu dem jungen Drachenwandler und schenkte ihm ein sanftes Lächeln. "Und dich natürlich auch, junger Ryuki."
Ryuki starrte Drawager noch immer mit geweiteten Augen an. Dann war er also... ein echter Drache? Und nicht so wie er selbst, "nur" ein Drachenwandler?
Als Xyla dann erwähnte, dass er über dreihundert Jahre geschlafen hatte, wurden seine Augen noch ein Stück größer.
„Dann bist du ja schon voll alt.“, stellte er unverblümt fest. Kein Wunder, dass der andere Drache so überrascht gewesen war, als er erfahren hatte, dass Ryuki erst sechzehn Jahre alt war.
Alphinaud musste schmunzeln, als er Ryukis Kommentar hörte, lauschte aber dann weiter dem Gespräch und bei dem Anblick der schneeweißen Drachenschuppe weiteten sich seine Augen für einen Moment vor fazination.
Vorsichtig streckte er eine Hand aus und strich mit seinen Fingerspitzen sachte über die raue Oberfläche. "Wer ist der Besitzer der Schuppe?", fragte er und blickte zwischen Xyla und Drawager hin und her.
Drawagers Gedächtnis schien durch den langen Schlaf noch immer ziemlich zu leiden. Die Chance, dass er sich daran auch nicht erinnern konnte, war daher ziemlich hoch.
Die noch wichtigere Frage, die sich Alphinaud allerdings stellte... woher wusste der Besitzer dieser Schuppe, das Drawager ausrechnet auf ihn gewartet hat?
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"Mhm.", bestätigte Zerathyn, schloss seine Arme um Callistos Taille und legte sein Kinn auf dessen Kopf ab, als er sich an ihn lehnte. Mit einer Hand strich er sanfte Kreise über den unteren Rücken des anderen Mannes.
Ein leises Lachen entwich seinen Lippen, als er von ihm als Schätzchen bezeichnet wurde. "Gewiss, gewiss. Aber es hätte doch auch gut sein können, das du schon längst dir etwas mehr Platz verschafft hast, hm?", sagte er und sah aus dem Augenwinkel noch einmal zu Victor.
"Desto persönlicher der Gegenstand der gesuchten Person ist, desto besser wird es funktionieren. Ich brauche also etwas, dass deinem Neffen sehr nah stand. Etwas das er oft in der Hand hatte. Und Victor braucht eine genaue Anweisung, was mit deinem Neffen passieren soll, sobald er ihn gefunden hat.", erklärte er weiter und ließ seine Hand von Callistos unterem Rücken hinauf zu seinem Hinterkopf wandern, wo er verspielt seine Hand in seinem roten Haar vergrub.
"Aber sag, mein liebster Callisto... was bekomme ich von dir für meine großzügige Hilfe?"
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