☀ DRAGON AGE - DARK ARISEN ☀ [Sanjadi & Rheira ]

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    • Chronos

      Chronos besaß zwar ziemlich hohe Mana-Reserven was nicht zuletzt seinen Lyrium-Tätowierung geschuldet war, aber auch seine Energie war nicht unbegrenzt. Er hatte im Turm sehr hohe Magie gewirkt und auch wenn Blutmagie nicht im klassischen Sinne normale Manareserven anzapfte, war es ungemein anstrengend für den Körper. Er war müde und erschöpft, allerdings war das Gefühl von Freiheit im Augenblick so überwältigend, dass er seine Müdigkeit gar nicht richtig realisierte. Es war schon erstaunlich was Freiheitsentzug mit einem Menschen anstellen konnte. Als seine Hände das kühle Nass berührten, kribbelte sein Körper regelrecht und Chronos fühlte sich allein davon schon förmlich überwältigt. Peinlich, ein Glück sah ihn gerade nicht die Aristokratie von Tevinter. Ein Magister-Sohn erfreut sich an einem See und Piepmätzen.
      Nun nicht das Chronos je viel von seinen Mitmenschen gehalten hätte, aber er musste gerade schon ein ziemlich merkwürdiges Bild abgeben. Als hätte er noch nie in seinem Leben einen Fuß vor die Tür gesetzt. Chronos verbrachte zwar am liebsten seine Zeit in Bibliotheken und staubigen Ruinen, aber so schlimm war es um ihn dann doch nicht bestellt. Jedenfalls ließ ihn seine Euphorie noch einmal genug Energiereserven bündeln, dass er eine trittsichere Eisschicht auf dem Wasser entstehen lassen konnte. Das Eis ließ die Morgenluft gefrieren und der Wind fröstelte förmlich, wenn er die Haut streifte. Nero wirkte äußerst skeptisch, versuchte aber einige Schritte auf dem Eis zu machen. Das Eis hielt selbst der schweren Wächter-Rüstung stand. Chronos lobte sich gedanklich selbst. Auf die Frage des anderen hin, blickte ihn Chronos gelassen an. Seine Stimme wie immer ruhig und als ob er nicht gerade ein ernsthaftes Problem hätte, wenn der Fall der Fälle eintreten würde, dass ihm die Magie ausging.
      "Nun, dann hoffe ich das ihr schwimmen könnt und mich nicht ertrinken lasst, wenn mir die Magie ausgeht. Ich kann nämlich nicht schwimmen." Daraufhin machte er einen Schritt auf das Eis, nickte zufrieden über das Ergebnis und lief den Zauber aufrecht haltend los. Hier zu versauern brachte ihnen nichts und die Dunkle Brut hier herausmarschierte oder noch schlimmer die Templer wollte Chronos nicht weiter vor diesem Trümmerhaufen eines Turms herumstehen. Wenn er die Wahl hatte als Brut-Futter zu enden, wieder bei den Templern zu landen oder im See zu ertrinken, würde er den See wählen.


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    • NERO
      Während sie den Turm verließen, schien eine Last von Chronos' Schultern zu fallen... seine gesamte Körpersprache zeigte Nero, dass der Magier mehr als erleichtert war dieses Gebäude endlich zu verlassen und vermutlich das erste Mal seit Ewigkeiten einen Fuß in die Freiheit zu setzen... Wer wusste schon wie lange Chronos bereits im Zirkel der Magi festsaß und den Worten des ersten Verzauberers Irving zufolge hatte dieser wohl auch nicht geplant, dass Chronos überhaupt jemals wieder die Außenwelt erleben würde. Nero kannte dieses Gefühl in gewisserweise... Es war ähnlich, wie ein zu Tode verurteilter Sträfling, welcher plötzlich freigelassen wurde... nur um eben gegen dunkle Brut zu kämpfen... Nicht jeder würde das willkommen heißen...
      "Ihr könnt nicht schwimmen?", stutzte Nero ein wenig überrascht, während er sich weiterhin langsam und vorsichtig einen Weg über die Eisschicht bahnte, welche Chronos nach und nach immer mehr erweiterte und sich nun als ihre beste Überquerungsmöglichkeit entpuppte. Es war bei weitem nicht so sicher, wie Nero es gerne hätte, doch er würde sich mit Sicherheit nicht beschweren, wenn seine sicher Überquerung gerade an und für sich in der Hand des tevinteranischen Magiers lag. Nero konnte schwimmen... schließlich waren zahlreiche antivanische Städte an der Rialto Bucht gebaut worden, weshalb zahlreiche Kanäle die Städte durchzogen. Es war also essenziell schwimmen zu können, wenn man nicht ertrinken wollte, sollte man nur einen falschen Schritt machen. Tevinter wiederum war eigentlich auch für seine Wassernähe bekannt, doch vermutlich war nicht für jederman die Priorität so hoch, schwimmen zu können... So oder so würde aber auch Nero in dieser Rüstung weniger im Wasser ausrichten können...
      "Haben wir einfach ein wenig mehr Vertrauen in eure Fähigkeiten, dann schaffen wir es mit Sicherheit unbeschadet auf die andere Seite ohne Bekanntschaft mit den Bewohnern des Sees machen zu müssen.", antwortete schließlich Nero etwas angespannter, setzte aber seinen vorsichtigen, wenn auch zügigen Weg fort, während er aus dem Augenwinkel seine Begleitung genaustens im Blick behielt. Chronos wirkte ziemlich erschöpft und Nero konnte sich auch kaum vorstellen, wie viel Energie, Kraft und Magie diese Zauber verbrauchten... doch er konnte erahnen, dass sich der andere seiner Grenze näherte. Ihr Weg über den See war noch lange nicht bewältigt, doch immer wieder ragten Bruchstücke der zerstörten Brücke aus dem Wasser und stellten damit zumindest eine kleinere, sichere Plattform dar.
      Nero deutete auf einer dieser nahegelegenen Inseln und schaute über seiner Schulter zurück zu dem anderen. "Sollen wir dort eine kurze Pause einlegen, damit ihr ein wenig Kraft tanken könnt?"
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    • Chronos

      Chronos hatte eine sehr trockene Art an sich, mit der nicht jeder unbedingt klar kam. Auch seine Art von Humor war äußerst speziell und er konnte Dinge, die eher besorgniserregend waren durchaus so gelangweilt und gelassen vortragen, das man nur perplex dreinschauen konnte. So in etwa sah ihn jetzt auch der Wächter an, als Chronos beiläufig erwähnte, dass er nicht schwimmen konnte, aber mit absoluter Gelassenheit über das zugefrorene Wasser spazierte. Ehrlich gesagt konnte der Magier dem anderen diese Reaktion nicht verübeln. Selbst in Tevinter war Chronos unter all den gruseligen und sonderbaren Magiern noch ein Spezialfall. Nicht das der Magier unheimlich wäre oder jemand dem man sich nicht näher wollte - im Gegenteil. Viele Leute suchten seine Nähe, ob das nun an der Optik oder an seinem familiären Hintergrund lag war von Person zu Person unterschiedlich. Allerdings blieben nur wenig Leute an der Seite des anderen, da er seine Zeit lieber mit Büchern als mit Menschen verbrachte. Auf seine Mitmenschen wirkte er dermaßen desinteressiert, wenn es nicht um Magie ging, dass sie aufgaben ihn kennenzulernen. Dabei sollte man meinen, dass gerade Magier stundenlang über Magie sprechen konnten. Dem war offenbar nicht so. Dabei lag es gar nicht daran, dass Chronos kein Interesse an anderen hatte, aber die meisten Leute in seinem Umfeld waren leider sehr oberflächlich und Oberflächlichkeit war eine Charaktereigenschaft, welche der Tevinteraner nicht ausstehen konnte. Kein Wunder das er als Aristokrat, welche in der Regel gerade für ihre Oberflächlichkeit bekannt waren, nicht zurecht kam. Dafür aber verstand er sich hervorragend mit den mürrischen Professoren an den akademischen Universitäten für Magie in Tevinter, die wiederum eigentlich nicht für ihre soziale Ader berühmt waren oder zum Leidwesen seiner Familie auch mit den elfischen Sklaven. Er liebte die Geschichte der Elfen und war fasziniert von ihren Gottheiten. Chronos konnte gar nicht zählen wie oft er schräge Blicke kassiert hatte, weil er lieber mit den Elfen in der Gasse Gespräche führte als mit dem Adel von Welt in ihren prunkvollen Anwesen.
      "Zu meinem Bedauern. Ich komme aus Qarinus, einer Küstenstadt, was es umso tragischer macht." antwortete Chronos und lies weiter das Wasser gefrieren, während sein Atem langsam aber sicher doch etwas schwerer wurde und er sich verfluchte, dass er keine Tränke dabei hatte. Zwar bestanden seine Tätowierungen aus Lyrium, aber diese konnte er nicht pausenlos anzapfen, wenn er nicht gerade draufgehen wollte. Sein Körper hatte dieses Experiment nämlich nicht so interessant gefunden wie er.
      "Ich habe absolutes Vertrauen in meine Fähigkeiten, keine Sorge. Ich gebe Bescheid, bevor wir ertrinken." Chronos grinste leicht, machte sich aber daran weiter ihre Sicherheit zu garantieren. Es war anstrengend keine Frage und der Magier war zugegeben sehr dankbar über den Vorschlag, dass er sich kurz auf einem der Bruchstücke einer alten Brücke ausruhen konnte, aber er war guter Dinge, dass er sie heil über den See brachte. Da hatte er schon schlimmeres hinter sich. Er hatte immerhin schon eine Kletterrunde an den Mauern des Zirkels hoch oben überstanden, bei einem seiner Ausbruchsversuche. Da erschien ihm dieser See fast schon niedlich. Der Magier nickte dem Wächter zu und sie beide machten eine Pause auf einem der harten Steinplattformen, welche praktischerweise aus dem Wasser ragten. Chronos setzte sich und lehnte seinen Kopf nach hinten, woraufhin ihm die Kapuze vom Kopf fiel und wieder sein Gesicht preisgaben. Die Sonne blendete ihn in den Augen, aber es war ein herrliches Gefühl sie überhaupt wieder auf der Haut zu spüren.


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    • NERO
      Der Magier versuchte nicht sich aufgrund Neros Verwunderung zu verteidigen, weshalb er nicht Schwimmen konnte... stattdessen schien er selbst die Ironik bezüglich dieser Tatsache in Verbindung mit seiner Heimatstadt zu sehen und kommentierte diese auch. Eine kleine Stimme in Nero fragte sich ehrlich, ob der Magier eigentlich höherer Abstammung war... das würde es womöglich zumindest ein bisschen erklären, schließlich schien er ein recht starker Magier zu sein und hatte wohl bisher in seinem Leben auch nicht die Notwendigkeit Schwimmen lernen zu müssen... aber wenn er zu einer Magisterfamilie gehören sollte... warum wäre er dann in seinem Magierzirkel in Ferelden? Neros Gedankengänge schienen sich mittlerweile mehr oder weniger im Kreis zu drehen und er entschied, dass es keinen Sinn ergab sich noch länger darüber den Kopf zu zerbrechen, schließlich würde ihm die Antwort auf diese Fragen schlussendlich auch nicht wirklich weiterhelfen... Es war lediglich eine gewisse Neugierde, die er nicht komplett abschütteln konnte.
      Mittlerweile hatten sie einen Teil des Weges über den See bereits überbrückt und während der graue Wächter mittlerweile ein vorsichtiges Vertrauen in die Fähigkeiten des tevinteranischen Magiers und der damit verbundenen Eisschicht unter ihren Füßen entwickelt hatte, war die Erschöpfung in Chronos' gesamter Statur deutlich sichtbar, weshalb der Wächter auch eine Pause auf einem der Bruchstücke der Brücke vorschlug. Er rechnete beinahe mit einer stolzen Ablehnung, allerdings stimmte der Magier ihm non verbal zu und so ließen sie sich wenig später auf hartem, unebenen Gestein umspült von Wasser nieder, während Chronos versuchte ein wenig Energie zu tanken. Nero wiederum durchsuchte die überschauliche Tasche, die er bei sich trug und verfluchte gedanklich die Tatsache, dass er den Großteil seines Gepäcks in dem Gästezimmer im Zirkel der Magi zurückgelassen hatte und dieses nun auch nicht mehr wiedersehen würde. Sie hatten also nun weder Proviant, noch ausreichendes Reiseequipment... nur gut dass seine Reise nach Ostagar ihn über Lothering führen würde... so könnte er sich dennoch eindecken. "Wie fühlt ihr euch?", versuchte Nero einen kläglichen Versuch an Smalltalk, da er den anderen ungerne persönliche Fragen stellen wollte und diese Stille ein wenig seltsam wirkte, wenn sie doch so nahe auf diesem winzigen Bruchstück saßen und einfach nur auf den Calenhad See vor sich blickten.
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    • Chronos

      Es war zwar ein etwas erbärmlicher Anblick wie diese Pseudobrücke nur noch in Trümmern aus dem See ragte, als hätte ihr Architekt vergessen wie man Stützpfeiler errichtete, aber Chronos war dankbar über diesen Umstand. Eine intakte Brücke wäre zwar deutlich praktischer gewesen, aber in Anbetracht dessen das der Zirkel der Magi praktisch von jeglicher Zivilisation -soweit so etwas in Ferelden existierte - abgeschnitten war nicht im Sinne des Zirkels oder eher der Templer gewesen. Chronos gab sich also mit diesem traurigen Steinvorsprung zufrieden, welcher aus dem Wasser ragte und setzte sich mit dem Wächter darauf. Der Magier stellte sich die Rüstung des anderen ziemlich unbequem vor und er fragte sich, wie er damit halbwegs bequem sitzen konnte, aber sicherlich würde er einen schiefen Blick kassieren, würde Chronos nun genauer nachfragen. Darum entschied sich der Magier lieber zu schweigen, zumal ihnen beiden offenbar Smalltalk nicht unbedingt als Fähigkeit in die Wiege gelegt worden war. Sein neuer Wächter-Gefährte allerdings war offenbar deutlich sozialer gestimmt als er und versuchte wenigstens ein Gespräch anzufangen, während sie beide so auf den See starrten. Ob es hier Fische gab? Floss durch das Wasser Magie? Chronos glitt mit den Fingerspitzen über die Wasseroberfläche. Nichts...irgendwie langweilig, aber was hatte er von einem einfachen See erwartet?
      "Erschöpft, aber es wird ausreichen uns über den See zu bringen.", antwortete Chronos ruhig auf die Frage des anderen und blickte nun interessiert zu dem jungen Mann. "Erlaubt ihr mir eine Frage?" Er deutete mit dem schlanken Finger zum Turm, der beträchtlich ins Schwanken geraten war. "Meint ihr die folgen uns irgendwann?" Ein Genlock hatte es offenbar aus dem Turm geschafft und stand nun vollkommen überfordert vor dem Eis am See, tippte mit den Fuß darauf und war sich offenbar nicht schlüssig was es davon halten sollte. Ein anderes seiner Kameraden schloss sich an und tat es ihm nun gleich. Wäre es nicht so ein grotesker Anblick, wäre es fast schon amüsant.


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    • NERO
      Er hatte eine weitere Durchsuchung seines Gepäcks aufgegeben, da die Erkenntnis, wie wenig sie nun bei sich trugen, schlichtweg zu ernüchternd war und er lieber den Gedanken beiseite schob, was alles nun unerreichbar in diesem Gästezimmer des Zirkels der Magi lag und welche Dinge davon sogar tatsächlich von Wert für Nero waren... er sollte aus solchen Fehlern lernen. Besser er trug fortan immer sämtliche Wertsachen direkt bei sich... denn wer wusste schließlich schon, wann die dunkle Brut eine Invasion startete, während seine neue Bekanntschaft munter Keller sprengte... Wenn man genauer darüber nachdachte, war vielleicht ein Brandstifter als Begleitung auch nicht das beste...
      Nero hatte sich zur Überbrückung der seltsamen Stille dafür entschieden sich nach dem Wohlergehen des anderen zu erkundigen, welcher schlicht aber ehrlich antwortete und es mangelte definitiv an tiefgehender Sympathie zwischen den beiden, um dieses Gespräch noch mehr zu vertiefen, also nickte Nero nur knapp auf die Worte des Tevinteraners, ehe er selbst wieder etwas schwieg...
      Doch nur kurz hielt die Stille zwischen ihnen an, da meldete sich tatsächlich Chronos zu Wort und stellte Nero eine Frage, die ihm ebenfalls in den letzten Minuten durch den Kopf gegangen war und ihm eine gewisse Sorge bereitete. Neros Blick glitt ebenfalls zurück zum Turm, wo er den Genlock erblickte, welcher zu überlegen schien, ob die Eisschicht auf dem Wasser ihm standhalten würde... also vorausgesetzt ein Genlock dachte überhaupt... Nero bezweifelte die Tatsache ja fast ein bisschen...
      "Ich wünschte ich könnte eine sichere Antwort geben... aber das kann ich leider nicht. Bis heute dachte ich, dass die dunkle Brut Wasser meidet... aber offenbar sind sie durch den See hierher gelangt... also kann ich leider gar nichts sicher sagen... Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis sie versuchen uns über den See zu folgen... weshalb wir vermutlich wirklich nicht zu lange hier verharren sollten. "
      Was die Anwesenheit der dunklen Brut im Zentrum von Ferelden über die Lage in Ostagar aussagte... darüber wollte er wirklich nicht nachdenken.
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    • Chronos

      Mit den Fingerspitzen glitt Chronos immer wieder ein wenig durch das kalte Wasser. Auch wenn er nicht schwimmen konnte, mochte er das Gefühl von Wasser auf seinem Körper, was ein wenig paradox war. Er sollte eine gewisse Angst verspüren, aber wie so oft fehlte Chronos leider jeglicher gesunder Selbsterhaltungstrieb, da seine Neugier und Faszination deutlich mehr Gewicht hatte, als die Sorge zu ertrinken. Er war nicht lebensmüde! Er lebte sogar extrem gern, aber es gab ihm einen gewissen Nervenkitzel herauszufinden, ob er genug Magie besaß einen ganzen See einzufrieren oder ob er einfach jämmerlich ertrinken würde. Das wäre dann schlicht und ergreifend seiner Unfähigkeit geschuldet und da Chronos mit Unfähigkeit absolut nicht klar kam, würde das auch nicht passieren. Der Magier war demnach sehr zuversichtlich und glaubte nicht daran, dass er am Grund des Calenhad-See versinken würde. Wer wusste schon was da alles kreuchte und fleuchte? Bei seinem Glück offenbar Dunkle Brut. Diese machte sich auch gerade äußerst interessiert daran das glitzernde Eis mit ihren dreckigen Füßen zu testen, was Chronos ein wenig arrogant mit der Nase rümpfen ließ. Es gefiel ihm nicht, dass solche eine Abscheulichkeit seine Magie betrat. Dann wiederum erinnerte er sich daran, dass man ihn im Zirkel der Magi ebenfalls eine Abscheulichkeit genannt hatte. Na gut....der Genlock durfte versuchen ein wenig auf dem Eis zu schlittern. Chronos bezweifelte, dass es weit kommen würde. Dennoch erlaubte er sich die Frage an den Wächter zu richten. Dieser schien leider alles andere als sicher zu sein. Der Schwarzhaarige erkannte Zweifel und Sorge in den dunklen Augen des anderen. Falls der Wächter jemals einen Plan gehabt hatte, war dieser offenbar mehr als nur schief gelaufen. "Nun gut, es bringt uns nichts, uns über die Eislauf-Künste der Dunklen Brut zu sorgen. Wobei das sicherlich ein äußerst interessanter Anblick wäre." Der Magier richtete sich auf und klopfte sich den Staub von dem schwarzen Umhang. Er war zwar bei Weitem noch nicht fit und er sehnte sich dermaßen nach einem Mana-Trank, aber es wäre nicht das erste Mal, dass er so etwas auch ohne Hilfe schaffte. Am Ende musste ihn der Wächter eben zum nächsten Dorf tragen. Das sollte nach der Rettungsaktion das mindeste sein, oder?
      Chronos konzentrierte also seine Magie erneut. Die Luft um sie wurde wieder deutlich kälter. Die Eiskristalle glitzerten förmlich im Wind und die nächste Eisschicht bahnte sich ihren Weg über den See.


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    • NERO
      Vermutlich hatte Chronos sich eine sichere Antwort erhofft, oder aber ein wenig optimistischer Zuspruch, allerdings konnte Nero ihm das nicht bieten und es sah dem Antivaner eben auch nicht unbedingt zu übertreiben oder Sicherheit vorzutäuschen. Davon hätten sie beide schließlich nichts... Realismus war wahrscheinlich ohnehin gerade ihre beste Chance hier zu überleben, sowie eine gesunde Prise Vorsicht. Alles andere müssten sie nun abwarten...
      Chronos hatte sich erneut erhoben, damit sie ihren Weg fortsetzen konnten, während der Genlock weiter entfernt nun tatsächlich den ersten Schritt auf die Eisfläche gemacht hatte und unsicher auf dieser herumrutschte, bevor es seine stummeligen Beine nach oben riss und er eine unsanfte Landung machte. Das bedeutete wenigstens, dass sie sich wenn dann nur langsam auf dem Eis fortbewegen konnten... allerdings hatte sich nun mehr dunkle Brut zu ihm gesellt und versuchten sich daran den See in Richtung von Nero und Chronos zu überqueren. Sie sollten sich wirklich wieder in Bewegung setzen.
      Auch Nero erhob sich, überprüfte kurz sein Gepäck auf Vollständigkeit, ehe er zu seiner Begleitung blickte, welche bereits erneut eine Eisschicht vor ihnen entstehen ließ und dabei so unfassbar erschöpft aussah. Ob Chronos es wirklich bis zum Ufer schaffen würde? Leise Zweifel keimten in Nero auf und er überlegte in diesem Moment , wie gut er in dieser Rüstung schwimmen könnte, wenn es der Magier nicht mehr schaffen würde. Der Antivaner war ein guter Schwimmer und selbst wenn er es nicht gewohnt war in solch einer schweren Rüstung, wie der der grauen Wächter zu schwimmen... er würde es dennoch schaffen...
      "Ich folge euch... sollte eure Kraft aber zu sehr schwinden, gebt mir Bescheid... wir schaffen es so oder so ans Ufer.", beteuerte Nero ernst an den Magier gerichtet und selbst wenn er sich nicht sicher war, ob dieser ihm die Aussage glaubte, konnte ein wenig Zuversicht durchaus nicht schaden... und damit setzten sich sowohl die beiden, als nun auch die erste dunkle Brut erneut in Bewegung.
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    • Chronos
      Wie oft hatte sich Chronos schon an den Rand der vollkommenen Erschöpfung getrieben? Er konnte es nicht mehr zählen, aber demnach hatte er ein gutes Gespür dafür, wann es wirklich nicht mehr funktionieren würde. Ein kritischer Blick über den See und er nickte zuversichtlich. Er würde das schon hinkriegen, ihm würde es zwar wahrscheinlich ungefähr so schlecht gehen wie nach einer Runde Zwergenbier - ja, er hatte es zu seinem Leidwesen getestet - aber das wäre nicht das erste Mal und so wie sich der Magier kannte, auch nicht das letzte Mal. Gesunder Pragmatismus, ein Hang zum Masochismus und aristokratischer Stolz waren eine gute Kombination um über diesen See zu kommen. Chronos war erschöpft und man sah ihm die Anstrengung deutlich an. Wahrscheinlich würde kein Magier mit gesunden Menschenverstand versuchen einen riesigen See ohne Mana-Tränke komplett alleine einzufrieren, aber hey für Premieren war Chronos immer zu haben und gesunder Menschenverstand war nun....nicht unbedingt seine Stärke, wenn es um Magie ging.
      Sein neuer unfreiwilliger Begleiter schien aber langsam an ihrem Erfolg zu zweifeln. Wahrscheinlich wollte der andere ihn damit einfach nur beruhigen, was sehr für seinen Charakter sprach. Ob alle Wächter so heroisch waren? Vielleicht waren die Geschichten doch nicht so ganz übertrieben. Helden in glänzender Rüstung, Wächter des Friedens. "Oh, so wenig Vertrauen in eine fremde Person? Ich bin schockiert." er deutete mit dem Finger zum Ufer. "Dort werde ich wahrscheinlich theatralisch auf das Gras fallen, hoffen das ich in keinem ekligen Was auch immer lande und keinen Muskel mehr bewegen können. Wenn ihr eure Worte ernst meint, wäre ich euch sehr verbunden, wenn ihr mich zum nächsten Dorf schafft. Andernfalls bewundere ich noch ein wenig die Eislaufkünste der Dunkeln Brut und schätze ab, wer schneller ist. Unser Genlock macht langsam eine echt gute Figur," Die Worte des Magiers waren so unglaublich trocken und sachlich als würde er gerade über das Wetter mit einem Nachbarn sprechen und nicht darüber, ob er aufgrund von Magieverlust vor die Hunde ging oder eventuell von einem Genlock verspeist wurde. Nun, das würde er nicht, davor würden wahrscheinlich Dämonen von ihm Besitz ergreifen und darauf hatte er herzlich wenig Lust. Dämonen waren äußerst schwierige Gesprächspartner. Chronos hielt einen Moment inne und atmete tief durch. Das brachte nichts, er musste Lyrium anzapfen. Einen Moment schloss er die Augen, während die Tätowierungen auf seiner Haut leuchteten, ein fast schon aquamarinfarbener Ton, hell strahlend und optisch ein echter Hingucker, wenn diese sich nicht furchtbar schmerzhaft in seine Haut dabei brennen würden. Chronos hatte einmal von einem Magier in Tevinter gehört, welcher einem Sklaven eine solche Lyrium-Tätowierung in die Haut gebrannt hatte. Eine verbotene Kunst. Soweit man etwas in Tevinter verboten nennen konnte. Seine Heimat bewegte sich so nah an der Grauzone zum illegalen, es war schon fast beeindruckend. Nun in anderen Reichen war wahrscheinlich die pure Existenz Tevinters ein einziges Verbrechen. Am Ende war der Sklave geflohen, was man ihm wohl kaum verübeln konnte. Chronos würde niemals positiv darüber sprechen, was dem armen Elf angetan wurde. Zumal er große Sympathie für das Elfenvolk hegte. Seine Faszination für den magischen Prozess allerdings, das war eine andere Geschichte. Es hatte Ewigkeiten gedauert an diesen Zauber heranzukommen. Als er es endlich geschafft hatte, hatte er es kurzerhand an sich selbst getestet. Sein Vater hatte ihn fast enterbt, aber die Magie und Kraft, welche er daraus gezogen hatte? Sie waren es verflucht nochmal wert gewesen und ganz ehrlich? Die Tätowierungen standen ihm extrem gut.
      Sein Vater fand das weniger. Seine Mutter, welche ihm sonst kaum Beachtung schenkte war glatt in Ohnmacht gefallen. Soviel Teilnahme außerhalb ihrer Welt der Bankette und der Intrigen des aristokratischen Hofs hatte er lange nicht mehr erlebt. Seine Schwester? Diese hatte ihm rügend die Wunden verbunden.
      Hestia...
      Verflucht, er musste unbedingt zurück nach Hause.
      Das Anzapfen des eingebrannten Lyrium auf seiner Haut zeigte Wirkung und die Geschwindigkeit der Eisbildung erhöhte sich drastisch. Das Glitzern der Eiskristalle tanzte förmlich über den See und tauchte ihn in den tiefsten Winter.
      Das er sich aber um den Schmerz dabei zu unterdrücken auf die Unterlippe gebissen hatte, war weniger angenehm gewesen. Das würde er jetzt bei jeder Mahlzeit spüren - große Klasse...


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    • NERO
      Es klang nicht unbedingt wie eine Untertreibung, was Chronos da von sich gab und wenngleich Nero kein Funken Magie in sich trug und dementsprechend die Verbindung eines Magiers zu Lyrium niemals nachvollziehen könnte, noch welche Anstrengung die Wirkung seiner Kräfte verursachen musste, wollte der Antivaner nicht daran zweifeln, dass die Erschöpfung nicht wirklich ihren Tribut auf diese Art und Weise zollen würde. Nero hatte keinen Zweifel daran, dass er den Magier tragen könnte, sollte er tatsächlich zusammenbrechen... schließlich hatte der graue Wächter den jungen Mann bereits einmal in seinen Armen gehalten... und zugegeben war er deutlich leichter gewesen, als Nero erwartet hätte.
      "Wenn ihr uns sicher auf die andere Seite bringt, dann müsst ihr euch um den Rest des Weges keine Gedanken machen.", versuchte Nero dem anderen zu versichern, dass er sich für den Weg über den See durchaus revanchieren würde... auf der anderen Seite hatte ihm Nero aber das Leben gerettet... also war fraglich wann der Kreislauf der Revanche enden würde... nichtsdestotrotz wäre es auch gar nicht die Art von Nero, Chronos am Ende seiner Kräfte liegen zu lassen und sich selbst zu retten. Nero war mit Sicherheit nicht der ehrenvollste Mensch und die Leute hatten stets die falsche Annahme, dass alle grauen Wächter nur so vor Gerechtigkeit und Heldentum strotzten... Fakt war aber, dass ein Großteil von ihnen ehemalige Kriminelle waren... nicht wenige davon, die sogar zum Tode verurteilt wurden. Der Orden prügelte den Rekruten zwar in einem gewissen Maße diese Werte ein... doch Nero war nicht so dumm zu glauben, dass der Orden der Grauen Wächter nicht auch seine Schattenseite hatte und die ein oder anderen Leichenhaufen versteckte. Keine Organisation war rein und ehrenvoll... und in den meisten Fällen waren diese es am allerwenigsten, die am meisten versuchten eben diesen Schein zu wahren.
      Mittlerweile hatten sie eine weitere größere Strecke über den See überbrückt und Chronos' Statur schrie förmlich nach Erschöpfung. Seine blauen Tattoos leuchteten noch immer, wenn auch mittlerweile nicht mehr ganz so hell und während Nero gedanklich Vermutungen anstellte, was es genau mit diesen Tattoos auf sich hatte und ein kleiner Teil von ihm auch beeindruckt zugestehen musste, dass diese Kunst auf dem Körper des Magiers nicht nur beeindruckend... sondern gleichermaßen schön aussah, war er nun ein wenig näher an Chronos gerückt, um jederzeit den jungen Mann abfangen zu können, sollten seine Beine nachgeben... Ob er Chronos stützen sollte?
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    • Chronos

      Der junge Mann aus Tevinter hatte keine Ahnung wie lange er nun schon seine Magie nutzte. Die Uhrzeit anhand dem Stand der Sonne abzuschätzen, gehörte nun wirklich nicht zu seinen Stärken. Mal ehrlich, wenn sie schien war Tag und wenn sie unterging Nacht. Einfache Philosophie und für jeden verständlich. Wie lange auch immer er nun hier schon stand und diesen verfluchten See einfror, es erschien ihm wie eine absolute Ewigkeit. Sein Körper schmerzte und die Tattoos brannten sich so stark in sein Fleisch, dass er sich fragte, ob er nur noch kein Feuer fing, weil er gerade einen Eiszauber wirkte. Das der Wächter näher an ihn herangetreten war, war beinahe rührend, allerdings war Chronos Stolz ungefähr so groß wie das Reich von Tevinter. So lange er Magie wirkte gab er sich keine Blöße, wenn er fertig war...nun das war eine andere Geschichte. Dann schrumpfte sein Ego auf die Größe von irgendeinem Kuhdorf in Ferelden. Schließlich war dann sein Werk getan, oder? Mutig oder leichtsinnig, wie auch immer man sein Vorhaben schimpfen wollte, wirkte Chronos also weiterhin seinen Zauber und schaffte sich und den Wächter immer näher an den Rand des Sees. Wahrscheinlich auch die Dunkle Brut. Der Magier fragte sich, ob die Wesen wohl lernen würden auf dem Eis zu laufen? Gerne hätte er dies ja nachgeprüft, aber würde er sich nun umdrehen, würde seine letzte Energie schwinden, er musste sich hier gerade mehr konzentrieren als er erwartet hatte und das war ihm dann eine Pirouette auf dem Eis durchgeführt von einem Genlock auch wieder nicht wert.
      Er sah das Grün des Uferansatzes immer näher rücken und als sie endlich in greifbarer Nähe waren, dass sie nur noch ein Schritt trennte, gaben seine Kräfte nach.
      Er hatte gerade allein einen kompletten See gefroren! Der Schwarzhaarige wäre gerne stolz auf sich, wäre er nicht so dermaßen erledigt. Stolz sein musste warten, bis er wieder zu Atem kam.
      "Also...falls ihr Lust habt, könnt ihr mich jetzt auffangen." Er war ja doch zufrieden mit sich, dass er es schaffte den Wächter auch noch vorzuwarnen und damit einen doch glanzvollen Abgang hinlegte. Würde er jetzt allerdings mit dem Gesicht im Matsch landen, wäre das nicht sonderlich ruhmreich. Würde der Wächter ihn aber liegen lassen, nun dann war das eben so. Es war ja nicht so, als wäre er Chronos etwas schuldig, schließlich hatte der Wächter ihn aus dem Turm geholt und mit dem eingefrorenen See waren sie nun quitt. Der Magier wäre deshalb nicht wütend. Er erwartete von Natur aus nicht viel von anderen. So ließ sich der Schwarzhaarige also nach hinten fallen. Ein Teil von ihm machte sich darauf gefasst im Knöchelhohen Wasser zu landen und der andere Teil hoffte, dass der Wächter jemand mit Gewissensbissen war und ihn wenigstens aufs Gras legte, bevor er sich davon machte. Chronos konnte sich zwar wirklich besseres vorstellen, als in diesem müffelnden Ferelden an einem gottverdammten eingefroren See irgendwo im Matsch herumzuliegen, aber er war immerhin aus dem Zirkel und das war eine eindeutige Beförderung der Gesamtsituation.


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    • NERO
      Chronos war mit Sicherheit nicht entgangen, dass Nero nach und nach immer näher an ihn gerückt war, um für den Fall aller Fälle eines Schwächeanfalls den Magier stützen oder auffangen zu können, dennoch hielt Nero sich zurück solange der junge Mann nicht tatsächlich den Anschein machte umzukippen... schließlich war der graue Wächter ebenfalls nicht unbedingt auf unnötigen Körperkontakt bedacht. Sie bahnten sich also weiter ihren Weg über das Eis und erstaunlicherweise hielt der Magier ebenfalls sehr lange durch... trotz Erschöpfung und der immer weniger leuchtenden Tattoos, riss er sich sehr zusammen und schaffte es sogar tatsächlich sie beide sicher und komplett trocken auf die andere Seite des Calenhad Sees zu führen, wo auf sie am Ufer endlich fester Boden erwartete. Der Magier hatte sein Wort gehalten und tatsächlich bis zum letzten Schritt durchgehalten. War es Stolz? War es Willenskraft? Oder doch schlichtweg einfach nur Sturheit? Egal was es war... sie hatten es geschafft... und in diesem Moment vernahm Nero erneut Chronos' Stimme, der seine Begleitung darauf hinwies, dass er nun tatsächlich am Ende seiner sämtlichen Kräfte war und dementsprechend der Schwerkraft nun nachgeben würde. Da Nero bereits die letzte Stunde darauf gefasst war den Mann in seinen Armen aufzufangen, erwischte ihn diese Ankündigung nicht ganz so kalt und als Chronos tatsächlich begann kraftlos nach hinten zu fallen, als hätte er mit alles und jedem bereits komplett abgeschlossen, fing Nero ihn mit einem Arm ab, damit er nicht zu Boden ging. Er musterte den Mann in seinem Arm, justierte dann mit seiner freien Hand sein Gepäck auf seiner Schulter, sodass es fest saß und ihm nicht herunterfallen würde, ehe er auch schon den zweiten, nun freien Arm nutzte. Nero ging ein wenig in die Knie, bevor er Chronos auf seine Arme hob und ihn dabei ein wenig näher an sich drückte, um das Gewicht besser zu verlagern. Er erinnerte sich richtig... Chronos war tatsächlich nicht sonderlich schwer und zum Glück trug er ohnehin nur leichte Magierroben... mit einer Rüstung hätte sich das insgesamt doch ein wenig schwieriger gestalten können.
      "Schon gut, ab jetzt übernehme ich. Könnt ihr euren Arm auf meine Schulter legen, um euch ein wenig fest zu halten?", erkundigte sich der graue Wächter und setzte sich schließlich in Bewegung, in jene Richtung in der er mit Duncan ein kleines Gasthaus wahrgenommen hatte, als sie angereist waren... hoffentlich hatte die dunkle Brut ihnen noch keinen Besuch abgestattet.
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    • Chronos

      Chronos hatte sich innerlich bereits damit abgefunden einen ziemlich erbärmlichen Abgang im Matsch hinzulegen. Gut, erbärmlich war es nach seiner Leistung nun wirklich nicht, aber er hätte sich doch einen stilvolleres Ende gewünscht. Es war nicht so das er Nero an sich misstraute, er erwartete von anderen Menschen nur nicht unbedingt etwas. Wenn man keine Erwartungen hatte, wurde man auch nicht enttäuscht und mit dieser Philosophie hatte der Magier bislang ziemlich gut gelebt. Zugegeben gab es natürlich ein paar Wesen (dies beinhaltete nicht nur Menschen) die er sehr mochte und von denen er etwas erwartete, aber das schloss in der Regel gerade mal die Anzahl seiner Finger an einer Hand ein, mehr gab es da einfach nicht. Von einem Fremden erwartete er nicht unbedingt Nächstenliebe, ganz gleich aus welchem heroischen Orden dieser auch stammte.
      Allerdings hatte sich Chronos getäuscht. Als er bemerkte wie ihm langsam aber sich die Beine nachgaben, landete er nicht im Wasser, sondern gegen eine kalte Rüstung. Trotz der Kälte des Metalls war diese Nähe warm und das war auch der Grund, weshalb Chronos direkt einschlief. Seine Energie und sein Mana war vollkommen aufgebraucht. Der Magier hatte einmal gelesen, dass Magiebegabte an Manaverlust sterben konnten, nun noch war er hier. Das er bei einem Fremden im Arm einschlief war zwar ungemein leichtsinnig, aber das wäre dann Chronos eigenes Verschulden. Er machte Nero keinen Vorwurf, sollte er diese Situation ausnutzen.
      Jetzt im Augenblick aber, war er dem Wächter dankbar.
      Er bekam deshalb auch die Worte des anderen nicht mehr mit, da er bereits eingeschlafen war und sein Atem überraschend ruhig und gleichmäßig in Anbetracht der Anstrengung ging. Sein Haar fiel ihm ins Gesicht, seine Lippen waren leicht geöffnet und sein Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig. Friedlich, als würde die Welt um sie herum nicht im absoluten Chaos versinken.
      Glücklicherweise schlief er so gut, dass er selbst die starken Schmerzen der Lyriumlinien ausblenden konnte.

      Seine intensivblauen Augen öffneten sich erst, als Nero sie an eine Art Dorf gebracht hatte. Der Wächter hatte ihn tatsächlich die komplette Zeit getragen und ihm nicht im Stich gelassen. Chronos brauchte erst einmal einen Moment nach diesem intensiven Nickerchen, bis er überhaupt wusste, welcher Spezies er angehörte und blickte sich in diesem trostlosen Dörfchen um.
      "Sind alle Dörfer in Ferelden so einladend?", gähnte er, während Nero in zwischen armen Menschen in den Armen trug, die offensichtlich außer den Lumpen an ihrem Körper nichts mehr hatten. Das Dorf wirkte so trostlos, heruntergekommen und finster, dass es kaum als anständige Rast dienen konnte. Erstaunlicherweise war die Kirche im Dorfzentrum fast beeindruckend majestätisch. Sein Blick wanderte wieder zu dem Gesicht seines Wächtergefährten. "Habt Dank für eure Hilfe."


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    • NERO
      Er hatte keine Antwort mehr von Chronos bekommen, nachdem er den Magier auf seine Arme gehoben hatte, denn kaum war der Tevinteraner sicher bei ihm, war er sofort eingeschlafen und hatte sich völlig erschöpft der Ruhe hingegeben. Nero musterte den Magier kurz, justierte den jungen Mann noch einmal kurz auf seinen Armen und setzte sich schließlich in Bewegung in Richtung des kleinen Dorfes, welches Duncan und er noch zwei Tage zuvor passiert hatten.

      Eine knappe Stunde verging, ehe Nero tatsächlich das sehr überschaubare Dorf bestehend aus mehr oder weniger fünf Gebäuden betrat und zu seiner Erleichterung realisierte er, dass die dunkle Brut offenbar bisher nicht hierhergekommen war und der Ort noch immer den gleichen erbärmlichen Eindruck machte, wie schon vor zwei Tagen. Sie passierten einige ärmlich Gekleideten Bewohner, während sich Chronos tatsächlich in Neros Armen wieder ein wenig regte und gähnte und schließlich als allererstes den kleinen Ort beleidigen musste... auf der anderen Seite hatte er aber auch nicht unrecht.
      "Ich glaube das ist in Ferelden grundsätzlich so... ich habe bisher auch kaum Fereldener kennengelernt, die einladend sind.", erwiderte Nero während er schließlich das kleine, überschaubare Gasthaus erreichte, welches vermutlich auch heute wieder wenig Kundschaft haben würde, aber zum Glück sehr günstige Zimmer hatte. Dafür war der Ale und der Wein aber auch unfassbar schlecht...
      "Schon gut... denkt ihr, dass ihr wieder stehen könnt? Ihr habt bis eben ziemlich fest geschlafen...", erkundigte sich der Graue Wächter bei dem Magier, während er vor der EInganstür des Gebäudes stehen blieb und anbot den anderen wieder herunterzulassen... da es vermutlich im Gasthaus auch ausreichend Fragen aufwerfen würde, wenn er nun mit Chronos weiter in den Armen das Gebäude betreten würde und auf diese Art und Weise nach Zimmern für sie fragen würde. Nicht auszuschließen, dass das falsch aufgefasst werden würde...
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    • Chronos

      Als Chronos halbwegs wieder aufnahmefähig war und sich im Dorf umblickte, machte dieser Ort einen unglaublich trostlosen Eindruck. Der Ort hatte kaum Häuser, wirkte ärmlich und schmutzig. Bei jedem Schritt den Nero durch den Ort machte, ertönte unter seinen Füßen widerliche Schmatzgeräusche von dem ganzen Schlamm. Bei den Göttern, warum hatte Ferelden so viel Schlamm? Die Leute starrten sie abwertend an, dabei machten gerade diese einen genauso erbärmlichen Eindruck wie das ganze Dorf. Die Bewohner wirkten nicht wie Leute, die mehr besaßen als ihre Kleidung am Leib. Man konnte in kleiner Entfernung Zelte erspähen. Waren das Flüchtige? War das Dorf vielleicht zuvor in keinem so furchtbaren Zustand gewesen? Oder aber sie hatten alles Geld in das einzig ansehnliche Gebäude im Ort gesteckt: die Kirche. Was hatten die Leute nur immer mit ihren Kirchen?
      Sein offenbar sehr loyaler Wächter trug ihn tatsächlich weiter durch das Dorf und sie ernteten dabei wirklich verstörende Blicke. Eine Frau hob einem kleinen Mädchen mit schmutzigen braunen Haaren, sollten Sie einmal hell gewesen sein, würde man dies jedenfalls nicht erkennen, sogar die Augen zu. Ah...so ein Dorf war das also.
      "Meine einzige Erfahrung mit Ferelden bezieht sich auf den Zirkel. Wir wissen wie das ausgegangen ist.", antwortete Chronos auf die Worte des Wächters trocken. Offensichtlich war auch der Antivaner nicht gerade herzlich in Ferelden aufgenommen worden. Und da schimpfte man die Tevinteraner rassistisch.
      Der dunkelhaarige Wächter hatte ihn tatsächlich bis zu einem Gebäude getragen, welches offensichtlich eine Herberge darstellte. Dem Geruch von billigen Alkohol nach zu urteilen jedenfalls. Chronos wusste nicht, ob das im Vergleich zum Zirkel nun eine Steigerung war oder nicht, aber wenigstens war er in Freiheit. Diese Freiheit war alles was für den Magier im Augenblick zählte und wenn das bedeutete in einem versüfften Gasthaus zu nächtigen, würde er auch das überleben.
      ...
      Hoffentlich.
      Als er sich bei dem Wächter bedankte, schließlich hatte der Magier eine Kinderstube, ganz gleich wie gleichgültig der Magier auf andere wirkte, hatte ihn Nero gefragt, ob er ihn wieder absetzen könnte.
      Chronos war ehrlich erstaunt, dass sich der andere danach erkundigte und nicht einfach den Magier kaum war dieser wach in die Horizontale geworfen hatte.
      "Ich habe sogar sehr gut geschlafen. Ihr seid bequemer als man annimmt. Ihr könnt mich herunterlassen." Zugegeben waren seine Beine noch sehr wacklig, als er wieder festen oder eher matschigen Boden unter den Füßen spürte. Er würde aber zurecht kommen. Sein Blick wanderte zu dem Rücken des anderen. Er hatte sein Gepäck ebenfalls den ganzen Weg getragen.
      Chronos streckte die Hand nach dem Gepäck aus, hatte aber zu wenig Energie der verfluchten Tür auszuweichen, welche von irgendeinem Trunkenbold mit mehr Bauch als Haare auf dem Kopf einfach aufgerissen wurde, weshalb der Magier direkt gegen die Rüstung des Wächters knallte.
      Er hasste dieses Land...


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    • NERO
      Wenngleich Chronos deutlich weniger Erfahrung mit Ferelden im Allgemeinen hatte, schien sein Eindruck durch den Zirkel der Magi doch gar nicht so weit von der Realität entfernt zu sein. Nero hatte in den letzten zwei Jahren in ganz Ferelden weitestgehend die gleichen Erfahrungen gemacht: die Fereldener hassten Ausländer und hatten ganz starke Vorurteile gegen jedes einzelne Land Thedas'. Nur wenige Fereldener hatten ihm das Gegenteil bewiesen und es reichte aus, damit er schnell realisierte, dass jene offenen und freundlichen Bewohner eher außer der Norm waren als jene, die ihren Hass nur durch Blicke übertrugen... so wie es die Dorfbewohner auch hier taten. Chronos war mit seiner Kleidung und seinen Tattoos eben mehr als offensichtlich als Magier zu erkennen, während man bei Nero zwar nur leicht anhand des Erscheinungsbildes erahnen könnte, dass er Antivaner war... wobei vermutlich seine Graue Wächter Rüstung gerade für mehr Aufruhr sorgte als alles andere. In manchen Teilen des Landes wurden die Grauen Wächter mit offenen Armen empfangen und insbesondere der König hatte einen Narren an dem Orden gefressen... während doch viele andere die Wächter mieden und hinter verschlossenen Türen und vorgehaltener Hand ihren Unmut über die 'Gesetzlosigkeit' des Ordens ausließen. Dass auch der Orden seine Regeln hatte und die Grauen Wächter trotz des Konskriptionsrechts nicht komplett über dem Gesetz standen, wurde dabei weniger beachtet und dass die Mitglieder des Ordens dafür eine deutlich kürzere Lebenserwartung hatten, wussten die Normalsterblichen ohnehin nicht. Also lernte man Feindseligkeiten schlichtweg zu ignorieren. Als Nero und Duncan schließlich vor zwei Tagen das Dorf passiert hatten, war es schließlich kaum anders gewesen...
      "In der Regel tun die Fereldener nicht wirklich etwas, aber ihr müsst lernen die Blicke und Bemerkungen zu ignorieren... auch das ist wahrscheinlich nicht viel anders als im Zirkel...", erwiderte Nero, während er den Magier schließlich aus seinen Armen auf dem Boden absetzte, welcher erst noch etwas unsicher auf den Beinen wirkte, ehe er sich schließlich fing und wohl Anstalten machte, dem Wächter etwas Gepäck abzunehmen... wozu er allerdings gar nicht erst kam. Stattdessen schwang die Tür des Gasthauses auf und ein definitiv nicht nüchterner Mann trat polternd heraus und drängte den Magier damit einmal mehr an Nero dran, welcher den Tevinteraner etwas abfing, dafür aber einen unfassbar dreckigen Blick dieses Trunkenboldes auf sie beide erntete. Er begann laut etwas zu lallen... und der Antivaner war sich in diesem Moment nicht sicher ob der Mann die gleiche Sprache wie sie sprach... und ob er überhaupt mit ihnen sprach oder diese unverständliche Aussage gar nicht an sie gerichtet war. Nero starrte ihn verwirrt an und offenbar realisierte der Mann, dass ihn absolut niemand verstanden hatte, da die beiden definitiv nicht reagierten, wie er es geplant hatte... also rang der Mann hustend nach Luft, ehe er lallend erneut versuchte zu sagen, was ihm wohl dringend auf dem Herzen lag.
      "Elendes... dreckiges... Gesocks... einfach widerlich...", schaffte er es diesmal deutlicher die Worte zu formulieren und die Verwirrung in Neros Blick verwandelte sich in Resignation... Er war sich nicht sicher auf wen von ihnen das bezogen war und ob der Mann gerade Rassismus, Diskriminierung oder schlichtweg Hass gegenüber Magiern oder Wächtern äußerte... aber eigentlich war es auch egal. Nero zuckte nur mit den Schultern. "Danke. Gleichfalls."
      Nun spiegelte sich Verwirrung in dem benebelten Blick des Trunkenboldes wider, welcher wohl weniger mit dieser Antwort gerechnet hatte und nun bedenklich lange brauchte, um diese zu verarbeiten, bevor ein träges "HEY!", seine Lippen verließ.
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    • Chronos

      Chronos wirkte mit seiner Art zwar auf die meisten vollkommen gleichgültig, wenn es nicht um Magie ging und vielleicht war das auch so, aber er interessierte sich sehr für andere Kulturen, deren Geschichte und Glauben. Auch wenn sich seine Erfahrung mit Ferelden lediglich auf den Zirkel beschränkte und viel zu viele gleichaussehende Kerle ihm förmlich Hass entgegen geschleudert hatten, wenn sie ihm nicht gerade an die Wäsche wollten, reichte das offenbar aus um den Kern dieser Kultur zu erfassen. Hier war es nicht anders. Der Magier wusste nicht, ob die Leute hier einfach zu viele schreckliche Dinge erlebt hatten und darum förmlich in ihrem Hass ertranken oder aber einfach Arschlöcher waren. Den Blicken nach zu urteilen, wusste Chronos nicht einmal was sie gerade am meisten verabscheuten, dass er ein Magier war, das Nero ein Wächter war, dass sie zwei Männer waren oder einfach nur Fremde. Vielleicht war es auch eine Kombination aus allem. Worauf waren die Leute hier bitte stolz? Die Mühle an der sie vorbei liefen schrie nur so nach Verfall, überall war dieser gottverdammte Matsch und es roch nach Sch....
      Okay, er musste das nicht weiter ausführen. Er war müde, er war gereizt und verdammt er wollte baden und schlafen. Chronos war selten in seinem Aristokratie-Modus, aber jetzt gerade sehnte er sich nach ein wenig Luxus. Konnte man ihm das verübeln? Er hatte im Zirkel in einem Bett geschlafen, welches so durchgelegen war, dass es praktisch sämtliche Zeitalter Thedas erlebt hatte. Der Magier hatte davon blaue Flecke bekommen! Von einem Bett! Da waren selbst seine Nächte auf dem Teppichboden in seiner Bibliothek von mehr Komfort geprägt gewesen.
      "Mich könnte die Meinung der Leute hier nicht weniger interessieren, macht euch keine Sorgen. Solange mich niemand öffentlich anfeindend, bin ich ein ganz liebes...wie nannte man mich hier? Ah Abscheulichkeit." entgegnete Chronos fast erschreckend trocken. "Dennoch...selbst die Dunkle Brut war gastfreundlicher. Die haben uns wenigstens zur Begrüßung noch angebrüllt und sich nicht einfach die Augen zugehalten."
      Chronos hatte schon immer einen sehr dunklen Humor.
      Als Nero ihn an der Herberge absetzte, stieß ihnen ein absolut furchtbarer Gestank entgegen, woraufhin Chronos fast ein wenig wehleidig wurde. Plötzlich war ihm der Matsch am See bei dem schlittschuhlaufenden Genlock einladender als dieses Gebäude.
      Er war allerdings zu erschöpft, um sich jetzt zu beklagen und brauchte ohnehin einen Moment bis er nicht mehr ganz so wacklig auf den Beinen war.
      Diesen Moment gab man ihm aber nicht, da ein sturzbetrunkener Typ die Tür so grob aufriss, dass es fast beeindruckend war, dass diese nicht aus den Angel gerissen wurde.
      Nero hatte zwar versucht den Magier halbwegs abzufangen, aber dennoch war Chronos mit der Nase direkt gegen die Rüstung geknallt.
      Als würde ihm sein armer Körper nicht ohnehin schon schmerzen.
      Besagter Kerl der mehr einem Oger als einem echten Menschen glich, versuchte mindestens genauso zu grunzen wie ein Oger, das niemand auch nur ein Wort verstand.
      Irgendwann hatte es der stinkende Mann aber geschafft ihnen eine Beleidigung entgegen zu werfen, was ihm wohl seine letzten Gehirnzellen gekostet hatte.
      Sein Wächter-Begleiter reagierte ziemlich ruhig, während sich Chronos einfach nur die pochende Nase rieb und den Mann ignorierte.
      Der Betrunkene wollte das wohl aber nicht auf sich sitzen lassen, auch wenn die Reaktion sehr lange gedauert hatte.
      Chronos zeigte mit seinem schlanken Zeigefinger, welcher von Ringen geziert war auf die Füße des anderen. Er hatte zwar absolut keine Energie mehr, aber für eine kleine Flamme, welche die Schuhe Feuer fingen ließ, hatte es ausgereicht.
      "Ihr brennt." Aufgrund der verschwendeten Energie schwankte Chronos ein wenig zur Seite und lehnte sich an Nero, während ihr Störenfried sich betrunken auf dem Boden im Schlamm wälzte um das Feuer zu löschen.
      "Wenigstens seid ihr jetzt dort wo ihr hingehört." Chronos sah erschöpft zu Nero. "Bitte lasst uns reingehen." er merkte wie ihm langsam die Augen wieder drohten zuzufallen.


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    • NERO
      Chronos nahm die Feindseligkeiten in Ferelden recht locker und verglich die Bevölkerung Fereldens dabei sogar mit der dunklen Brut, wobei er dabei letztere besser darstellte, als ihre aktuellen Gastgeber. Nun gut, Nero verstand dass in den Worten Sarkasmus mitschwang, allerdings musste Nero auch gestehen dass die Erfahrungen, die er bisher bereits mit der dunklen Brut gemacht hatte, alles andere als nett gewesen waren und je mehr man sich der Korcari Wildnis näherte... umso brutaler wurden die Szenarien, die sich vor den Augen erstreckten... Ebenso hatte er mit Duncan eine kurze Zeit in Orzammar zugebracht und in diesem Zusammenhang für einige Tage die tiefen Wege betreten... auch was das angeht, war er nicht böse diese Erfahrungen nicht erneut machen zu müssen.
      Er würde dennoch nicht weiter auf die Bemerkung von Chronos eingehen. Er wusste, dass der andere es nicht wirklich ernst meinte und der Magier konnte durchaus froh sein, bisher nur auf diese Art und Weise mit der dunklen Brut Erfahrung gemacht zu haben.
      Die beiden wollten sich gerade daran machen das Gasthaus zu betreten, doch da schwang die Tür auf und ein völlig betrunkener Fereldener stolperte aus dem Lokal, wodurch Chronos mehr oder weniger zurück an Neros Rüstung fiel und sich erst einmal von diesem Taumel wieder fangen musste. Es folgte ein Austausch von erst unverständlichen Worten und anschließenden Beleidigungen, welchen Nero nicht ganz so viel Beachtung schenkte, die den Fremden allerdings doch mehr aufrührten und er vermutlich gerade fieberhaft versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, um zu überlegen, wie er es dem Antivaner Heimzahlen könnte. Nero hätte tatsächlich die Chance genutzt, um das Lokal zu betreten und die Tür vor seiner Nase zu schließen, doch Chronos hatte offenbar andere Pläne und entschied sich seine ohnehin schon geleerten Magiereserven noch weiter zu erschöpfen, indem er ein kleines Feuer auf dem Schuh des Fremden entzündete. Nero hob eine Augenbraue, während der Betrunkene panisch versuchte das Feuer zu ersticken, und legte Chronos nur eine Hand ins Kreuz um ihn förmlich in das Gasthaus reinzuschieben, damit er nicht noch auf andere Ideen kam... oder womöglich noch einmal vor Erschöpfung umkippte. "Ihr scheint mir ja sehr zu vertrauen, wenn ihr gerade erneut das Risiko eingeht vor Erschöpfung umzufallen...", meinte Nero leise an den Tevinteraner gerichtet, als sie das heruntergekommene und spärlich möbilierte Gebäude betraten und sogleich erneut sämtliche Blicke der Anwesenden auf sich spüren durften. Vier bärtige Männer saßen um einen runden Tisch und schienen gemeinsam zu trinken, ein weiterer älterer Mann saß am Tresen und schwenkte seinen Bierkrug immer wieder in Kreisen, während in der Ecke des Raumes in dem kleinen Kamin ein Feuer knackte. Unweit von ihnen entfernt hatte sich eine wuchtige Dame mit steinharter Miene von einem Stuhl erhoben und wüsste Nero nicht, dass sie die Gatswirtin war, die Duncan und ihn noch vor drei Nächten die Zimmer gezeigt hatte, hätte er sich ehrlich gefragt, ob sie Ärger wollte... nun eventuell wollte sie das ja dennoch. Ihr Blick schien schließlich ähnlich angewidert wie der, der anderen Dorfbewohner.
      "Ihr seit zurück. Wo habt ihr euren dunklen Freund gelassen? Und warum schleppt ihr eine Abscheulichkeit hier herein?" Ach ja... die Freundlichkeit in Person.
      Nero ging bewusst auf die Fragen nicht ein und entschied sich stattdessen schlichtweg nach den Zimmern zu erkundigen. In dem Moment als sie seine Stimme vernahm... und mutmaßlich auch seinen Akzent realisierte, verdunkelte sich ihr Blick noch ein weniger... er wusste schon warum bei ihrer Ankunft Duncan das Reden hier übernommen hatte.
      "Ah... so einer seit ihr also...", meinte sie laut genug für alle Anwesenden zum hören, aber nicht wirklich eine Antwort erwartend. Offenbar hatte sich soeben ihr Bild von Nero noch mehr verschlechtert... nun, es konnte ihn kaum weniger interessieren. Zu ihrem Glück machte sie sich dennoch auf den Weg zu dem Schlüsselkasten in welchem sich sämtliche Zimmerschlüssel verbargen und holte zwei hervor, ehe sie die beiden wieder mit ihrem Blick fixierte. "Das wäre dann 1 Sovereign."
      Neros Augen verengten sich. Ware es wegen Chronos oder weil sie nun festgestellt hatte, dass Nero aus Antiva stammte?... nun wie auch immer... sie hatte ihren Preis für zwei Zimmer auf jeden Fall soeben verdoppelt. Nero überlegte mit ihr zu diskutieren... vermutete aber, dass er davon wenig profitieren würde. Stattdessen versuchte er einfacher zu failschen...
      "800 Silber und wir sind morgen noch vor dem Morgengrauen weg." Einen Moment herrschte Stille... doch sie nickte schließlich. Nero fischte seinen Geldbeutel hervor und holte schweren Herzens 800 Silber heraus... es war schlimm genug, dass man als Grauer Wächter so wenig verdiente.
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    • Chronos

      Chronos war nicht unbedingt von der quengeligen Sorte Aristokrat, aber gerade hatte er wirklich das Bedürfnis dazu. Er war müde, er hatte Hunger, er hatte Durst und seine Nase schmerzte. Als er die Hand von seiner Nase nahm erkannte er sogar Blut auf seiner Handfläche und an der Rüstung des Wächters. Nun, nicht das die Rüstung allgemein Schmutzbefreit gewesen wäre, aber Chronos hatte eigentlich nicht vorgehabt zur Zierde beizutragen. An und für sich konnte dieser Ogerartige Typ dem Magier nicht egaler sein, aber diese Idiotie in Form eines zwei Meter großen Störenfrieds blockierte ihren Eingang und hatte nichts besseres zu tun, als Chronos weiterhin davon abzuhalten endlich in ein Bett zu fallen. Nicht das sich der Magier nach einem Bett sehnte welches wahrscheinlich in dem gleichen Zustand war wie diese zum Himmel stinkende Kneipe, aber er war zu erschöpft, um darüber nachzudenken. Gerade wollte er einfach nur Ruhe und dieser Fremde lallte sie in einer Lautstärke zu, dass ihm die Ohren klingelten. Der Schwarzhaarige war regelrecht beeindruckt von der Gelassenheit seines Wächter-Begleiters. Da Chronos aber weder die Lust hatte hier noch weiter herumzustehen noch die Nerven irgendwann auf das Erbarmen oder den Restalkohol zu hoffen, dass der Typ einfach umfiel, entschied das es klüger war nachzuhelfen. Sein armer Körper sah das zwar anders und seine Manareserven kratzten förmlich am absoluten Minimum, aber diesen Berg im Matsch wälzen zu sehen war die Sache wert gewesen. Er ließ sich also zufrieden mit sich selbst in die Taverne schieben. Die starke Hand des anderen war warm und groß. Chronos wusste nicht warum sie so beruhigend wirkte, aber vielleicht hatten das Wächter so an sich? Wer wusste das schon. Um die Wächter rankten sich noch mehr Geheimnisse als über Tevinter und das sollte schon was heißen. "Nun, ihr habt euch bewährt." entgegnete Chronos auf die Worte des anderen absolut ruhig und versuchte nicht zu gähnen. Er sollte auf Nero hören, ihm fielen wirklich langsam die Augen zu. Nun es gab deutlich schlechtere Schlafplätze als in den Armen eines Wächters, aber Chronos wollte es nicht nochmal darauf anlegen. Irgendwann war sicherlich auch die Gutmütigkeit von einem Nero aufgebraucht. Im Gegensatz zu ihm hatte der Wächter aber eine deutlich sozialere Ader. Es schien als wäre Nero schon einmal hier gewesen, denn er steuerte ziemlich zielsicher durch die Taverne. In dem hölzernen Gebäude stank es wirklich abscheulich, überall saßen betrunkene Kerle deren letztes Bad sicherlich Monate her war und Chronos musste bei jedem Schritt aufpassen wo er hinlief. Entweder würde er in Glasscherben treten oder über einem Betrunkenen. Kaum hatten sie die Taverne betreten wurden er und Nero angestarrt, als wären sie die Dunkle Brut persönlich.
      Ach ja, er würde die Gastfreundlichkeit Fereldens wirklich vermissen, wenn er endlich wieder in Tevinter war.
      Da sollte noch einmal jemand über seine Heimat schimpfen. Ein Tevinteraner bot selbst dem unliebsamsten Gast wenigstens einen Wein an. Wahrscheinlich vergiftet, aber immerhin.
      Wenigstens war es hier drin angenehm warm. Ein Feuer knisterte sogar im Karmin. Chronos hatte das Bedürfnis sich direkt davor zu legen.
      Davor mussten sie aber wohl oder übel an einer Frau vorbei, der diese Taverne gehörte und so wirkte als könnte sie jeden Kerl hier selbst aus dem Fenster werfen. Warum um alles in der Welt waren die Leute hier eigentlich alle so riesig?
      Chronos starrte zu der Frau wortwörtlich hinauf.
      Natürlich wurde der Magier direkt beleidigt. Wow, langsam gewöhnte er sich fast daran.
      Chronos entschied Nero das Reden zu überlassen, was sich aber als ein sehr unangenehmes Gespräch entpuppte. Was um alles in der Welt meinte sie mit ´so einer bist du also´? Er würde Nero später fragen.
      Als die Frau welche mehr einer Steinstatue - und das nicht im ästhetischen Sinne - glich als einem Menschen den Preis nannte, wirkte Nero nicht sehr erfreut. Offensichtlich war die Herberge teurer als bei seinem letzten Besuch.
      Lag es an ihm? Nero feilschte mit der Frau und zahlte für sie beide, was den Magier doch ein wenig überraschte.
      Allerdings fiel ihm dann wieder ein, dass ein Magier im Zirkel keine Besitztümer haben durfte.
      Bei allen.....
      ....
      Er war pleite....
      Er war noch nie in seinem Leben pleite gewesen.....
      Chronos sah den Wächter neben sich an. Lange, mit der absoluten Erkenntnis und dann sagte er ruhig:
      "Der Zirkel hat mein ganzes Geld.....wow.....ich bin das erste Mal in meinem Leben pleite...."


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    • NERO
      Damit Chronos nicht noch mehr Stress anfangen konnte, bevor sie überhaupt das Gasthaus betreten hatten, schob der Wächter seine Begleitung regelrecht in das alte Gebäude, in welchem sie ganz offensichtlich genauso wenig willkommen waren. Wäre das Gasthaus zu diesem Zeitpunkt deutlich voller mit Gästen, wäre die Wahrscheinlichkeit wohl dennoch nicht größer auf ein freundliches Gesicht zu treffen... stattdessen würden sie wohl schlichtweg nur noch mehr Beleidigungen zu hören bekommen. Also war es womöglich gar nicht so schlecht, dass es hier im Gastraum recht übersichtlich war.
      Nero hatte zwar sich entschieden nun das Reden zu übernehmen, doch sein Akzent hatte ihnen vermutlich soeben noch eine kleine Preiserhöhung verschaffen können... Chronos hätte vermutlich einen Streit angefangen, wenn er das Gespräch geführt hätte, also war sich der Antivaner nicht sicher was nun besser oder schlimmer war. Dass der erste genannte Preis utopisch war und selbst der verhandelte Betrag noch immer viel zu hoch war, insbesondere für solch ein schäbiges Loch, stand außer Frage. Aber sie brauchten Schlaf und Nero würde heute sich nicht mehr darauf verlassen in den Wäldern soweit wach und aufmerksam bleiben zu können, damit sie beide abwechselnd Erholung bekommen könnten... Ein Bett war nötig. Egal wie instabil es gezimmert war.
      Schweren Herzens reichte Nero der korpulenten Dame die 800 Silber aus seiner Tasche, was definitv ein riesiges Loch in seinen Geldbeutel riss, ihn aber die Erkenntnis seiner Begleitung wiederum auch wenig verwunderte... selbst wenn die Magier im Zirkel ihre Besitztümer behalten dürften... Chronos hatte wohl kaum im Guten den Zirkel verlassen und hatte mit Sicherheit auch nicht die Geldmittel bei seiner Abreise einstecken...
      "Das erste Mal? Ihr müsst bisher ein erstaunlich sorgloses Leben geführt haben...", erwiderte Nero leise an seine Begleitung gerichtet im Hinblick auf dessen Erkenntnis nun das erste Mal in seinem Leben pleite zu sein. Neros Blutsfamilie hatte ein wenig Geld... nicht dass er davon je hätte profitieren können, vor allem nachdem er verkauft wurde... bei den Krähen musste er sich schließlich sehr lange hocharbeiten, bis er ein ordentliches Gehalt hatte... und nach dem Verrat... nun man könnte meinen er hätte bei den Wächtern wieder bei Null angefangen. Er wartete noch auf den Moment, an welchem er mal keine Geldsorgen haben musste...
      "Ihr scheint ja offensichtlich aus wohlhabendem Hause zu stammen... ich erwarte eure Schulden bei mir mit Zinsen also zurück."
      Damit griff Nero nach den Schlüsseln der verächtlich blickenden Dame, entgegnete ihr ein halbherziges Danke, woraufhin er ein sehr leidenschaftlich verächtliches Schnaufen erntete. Was ein Schätzchen...
      So steuerte Nero die Treppe an, welche eine Etage höher führte und stand bald schon vor ihren beiden Zimmertüren, welche direkt gegenüber voneinander waren und definitiv schon öfter eingetreten wurden. Vermutlich bräuchte Nero keinen Schlüssel um seine Tür zu öffnen... höchstwahrscheinlich würde es nicht einmal einen Dietrich benötigen. Er sollte sich also eher Sorgen machen, dass er in der Nacht nicht noch Besuch bekam.
      "Hier... euer Schlüssel."
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