☀ DRAGON AGE - DARK ARISEN ☀ [Sanjadi & Rheira ]

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    • ☀ DRAGON AGE - DARK ARISEN ☀ [Sanjadi & Rheira ]

      ☀ DRAGON AGE - DARK ARISEN ☀


      In The End, We Will All Become Stories

      In einer Zeit voller Finsternis und Hoffnungslosigkeit, können besondere Begegnung alles verändern. Begegnung, welche zum einzigen Licht werden.
      Wir klammern uns an dieses Licht und hoffen, dass es nun niemals im Stich lässt.
      Dieses Licht, welches uns vor der Finsternis bewahrt.
      Der Finsternis der Welt und der Finsternis in uns selbst.

      Die Dunkle Brut zieht durch das Land. Zahlreiche Städte fallen ihnen zum Opfer
      und die Welt blickt ihrem Untergang entgegen.
      Die Grauen Wächter legendäre Krieger, Patrioten und Helden, ziehen für die Völker in den Kampf und bilden die letzte Verteidigungslinie bevor alles zerbricht.

      Unglückvogel X ist Teil der Grauen Wächter, als ehemalige Krähe von Antiva, einem legendären Assassinenorden, sind die Wächter seine einzige Chance nicht von seinen ehemaligen Freunden gejagt zu werden. Ob nun sonderlich erfreut darüber oder nicht zieht X mit dem Grauen Wächter Duncan durch die Weiten von Ferelden auf der Suche nach potenziellen Mitgliedern für den Orden der Wächter.
      Ihr Weg führt sie zu einem der Zirkel der Magi von Ferelden. Einer Einrichtung der andrastischen Kirche, die sich mit der Ausbildung oder eher Bewachung der Magier befasst.
      Dort treffen Sie auf Y, einem Magier aus Tevinter, welcher bereits seinen 162 Ausbruchsversuch plant - der erneut scheitert.






      And How Many Lives Will I Have to Live Until I Find My Way Back to You

      Wächter Duncan, welcher zur Front nach Ostagar zurück beordert wird, lässt seinen Schützling X zurück, um potenzielle Magier zu rekrutieren und rät ihm ein Auge auf Y zu haben.
      Soweit kommt es allerdings nicht, da der Zirkel der Magi sich einer ganz anderen Katastrophe entgegen sieht.

      Wohin wird der dunkle Weg führen, auf den sich die beiden bewegen und können sie einander das Licht sein, welches sie vor der ewigen Finsternis rettet?

      @Sanjadi


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    • NERO

      Dunkle Augen wanderten über den schattenhaften See, der sich vor ihnen erstreckte und schließlich an einem spärlichen Ufer endete, an welchem ein hoher Turm aus dem Boden ragte. Weit und breit konnte man kein anderes Gebäude erkennen, weshalb das Arkanum umso einsamer inmitten des Lake Calenhad wirkte.
      Neros Blick fiel auf den älteren Mann, welcher schwer schnaufend die Ruder des Bootes bewegte, in welchem er und seine Begleitung zu der anderen Seite des Sees transportiert wurde. Er fragte sich ehrlich, ob die Mühe eine kleine Hand voll Sovereigns wirklich wert war, schließlich ruderte der Mann bereits seit Stunden und würde einen ebenso langen Rückweg vor sich haben und dementsprechend wohl kaum vor Nachteinbruch wieder nach Hause zurückkehren. Dennoch hatte Nero nur wenig Mitgefühl für den Mann übrig. Er wusste, dass Ferelden so wie fast jedes Land Thedas' seine Probleme hatte und Armut war wohl eines dieser prominenten Probleme, wodurch Bewohner kleiner Dörfer fast alles für ein paar Sovereign taten, nur um die nächsten Winter auch überleben zu können. Seine Begleitung hatte ihn schon mehrfach ermahnt mehr Empathie für die arme Bevölkerung dieses Landes zu zeigen, doch Nero tat sich schwer. Nicht nur, dass dies hier nicht sein Heimatland war und er auch nach knapp zwei Jahren in Ferelden sich noch immer wie ein unerwünschter Ausländer fühlte... Fereldener schienen auch trotz ihres sozialen Standes nie müde zu werden, ihre Abneigung gegenüber Fremden auszudrücken. Orlaisianer? Verräter. Elfen? Niedere Sklaven. Tevinteraner? Allesamt Blutmagier! Und Antivaner? Nun... da variierten die Beschimpfungen hinter vorgehaltener Hand, allerdings konnte Nero mittlerweile an maximal zwei Händen seine netten Interaktionen mit Fereldenern abzählen und die meisten davon waren Graue Wächter...
      „Ich hoffe, dass das alles keine Zeitverschwendung ist...“, murrte er unter vorgehaltener Hand mit seinem leichten Akzent mehr zu sich selbst, während er sich in dem Boot ein wenig mehr zurücklehnte, um das vor ihn immer größer werdende Gebäude intensiver betrachten zu können. Ihr Bootsmann schien diese Worte nicht zu vernehmen oder ignorierte sie schlicht, doch Neros Begleitung entging die indirekte Beschwerde nicht und er schenkte dem Antivaner einen strengen vielsagenden Blick, welcher Nero nicht nur zum Schweigen brachte, sondern auch dazu führte, dass der junge Mann den Rest ihrer Bootsfahrt kein weiteres Wort von sich gab.

      Es hatte keine weitere Stunde gedauert, da hatte ihr Boot endlich das Ufer erreicht und nachdem ihr Bootsmann das kleine Gefährt an dem vor ihnen liegenden Steg befestigt hatte, stieg zuerst Nero dicht gefolgt von seiner Begleitung auf das Ufer und zufrieden streckte sich der Antivaner einmal aus, während er im Augenwinkel beobachtete, wie der alte Mann für seine Dienste bezahlt wurde und kurz daraufhin erneut in das kleine Boot stieg, um die Heimreise anzutreten. Nero wollte sich von diesem Anblick gerade abwenden, da fielen einzelne Regentropfen vom Himmel auf ihn hinab. Er hob seine Hand, um einige davon aufzufangen und abzuschätzen, wie stark womöglich der Regen gleich werden würde und einmal mehr war er froh, nun wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Ein letzter Blick zu dem Boot, welches sich nun immer weiter vom Ufer entfernte und er wandte sich endgültig mit dem Grauen Wächter neben sich vom Lake Calenhad ab, um geradewegs die Pforte des vor ihn liegenden Turms anzuzielen.
      Kaum hatten sie das Tor des Gebäudes geöffnet, schien sich ebenso der Himmel deutlich mehr zu verdunkeln und hinter ihnen stürzte ein Regenschwall aus den Wolken, welchem die beiden nur knapp entgingen mit ihrer Ankunft im Zirkel der Magi.
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    • Chronos

      Der Zirkel der Magi ein Ort des Wissens, der Ausbildung von Magiern und schlichtweg ein Gefängnis. Etwas das Chronos in dem Jahr, welches er nun schon in dem steinernen Gemäuer verbracht hatte bitter feststellen musste. Überall zog es aus den rissigen Steinen, die Fenster waren so klein, dass man nur spärlich aus ihnen auch nur ansatzweise die Außenwelt erkennen konnte und sämtliche Schlafgemächer teilte man sich mit zig anderen Schülern des Zirkels. Eine solche Einrichtung gab es nicht aus dem Reich aus dem Chronos stammte. Tevinter, das am längsten bestehende Reich von Thedas, regiert vom imperialen Archon und dem Magisterium. Ein Ort voller Magie und Geheimnisse. Hier allerdings wurden die Magier bewacht und angesehen als hätten sie die Pest, obwohl sie lediglich Magie in sich trugen. Gut bei vielen ließ hier tatsächlich die Hygiene zu wünschen übrig, aber am Magiertum war bislang noch keiner gestorben. Zumindest nicht das Chronos es je mitbekommen hätte. Einem Templer dies aber sachlich zu erklären war ungefähr so zielführend wie mit einem Goldfisch zu sprechen. Wobei der Magier die Meinung vertrat, dass ihm der Goldfisch ein toleranterer Gesprächspartner abgeben würde.
      Eine solche Verachtung war Chronos noch nie in seinem Leben so sehr entgegen geschlagen wie an diesem Ort oder eher in diesem Land?
      Warum und wieso er überhaupt an diesem Ort war, hatte Chronos auch nach einem Jahr noch nicht herausgefunden. Nein, an Demenz war er nicht erkrankt und auch kein Zauber war schief gelaufen. Der junge Mann mit den magischen eisblauen Augen wusste es schlichtweg nicht.
      Alles was er wusste war das ihn ein Templer bewusstlos zum Zirkel der Magi geschleppt hatte. Doch dieser schwieg eisern und war mehr damit beschäftigt vor der versammelten Truppe über seine Heldentaten zu sprechen, als sich herabzulassen einem Magier zuzuhören.
      Ihm den sehr unpassenden Bart abzufackeln hatte sich auch nicht als sonderlich erfolgreich erwiesen und Chronos lediglich eine Strafe aufgebrummt, bei der er den Lesesaal mit einem Wischmopp wischen musste, welcher schlimmer stank als sein Mitbewohner.
      Chronos ein Mann geprägt von Pragmatismus, ließ sich davon aber nicht unterkriegen. Nur weil er die aktuelle Sachlage nicht nachvollziehen konnte, bedeutete dies nicht das er nicht einen Nutzen daraus zog. Der Magier aus Tevinter hatte in diesem Jahr im Zirkel der Magi einiges gelernt.
      Zum einen war es absolut verstörend, dass alle Männer mit derselben Rüstung auch noch die gleiche Meinung vertraten, welche grottenfalsch war und Individualität offenbar nicht in den Lehren der Kirche existierte. Zum anderen war es noch verstörender das besagte göttliche Helden sehr frustrierte Männer waren, die sich sehr gerne an ihren verhassten Magiern vergriffen, wenn keiner hinsah und alle schwiegen sie zu diesem Thema.
      Der Kirche und den Templern durfte man sich offensichtlich nicht widersetzen. Magier waren hier zahme Schoßtiere.
      Es war demnach nicht gerne gesehen, dass Chronos einen der Templer welcher ihm auf eine sehr unreligiöse Art zu Nahe gekommen war in ein Häufchen Asche verwandelt hatte. Das der Templer damit seiner geliebten Andraste noch näher ist, weil er sich nun zu ihrer Asche gesellen kann, war offensichtlich auch nicht die passende Antwort gewesen.
      Die intelligenteste Lösung war also der Favorit eines Templers zu sein. Einige Magier hatten offenbar ihre Lieblingstempler und wurden nicht von anderen Templern belästigt und erhielten sogar Geschenke von Auswärts.
      Natürlich war Chronos deutlich mächtiger und stärker als es den Leuten hier Recht wäre und er könnte mit Leichtigkeit den Turm in seine Trümmer verwandeln, aus dieser sowie bestand. Allerdings war auch er nicht stark genug Magier und Templer zur Strecke zu bringen. Die Menge macht es, wie man so schön sagt.
      So hatte er also einen anderen Plan erwogen und herausgefunden, dass ausgerechnet der Hauptmann der Templer seines Zirkels eine offensichtliche Schwäche für ihn hatte.
      Es hätte Chronos schlimmer treffen können. Der Hauptmann sah gut aus, war zwar deutlich zu alt für ihn aber hatte genug Macht und Einfluss, dass ihn die anderen Templer in Ruhe ließen. Außerdem war er überraschend freundlich zu ihm, wenn sie alleine waren. Natürlich stand er in der Hierarchie deutlich unter dem Kommandanten der Templer Sir Greagoir , aber weit genug über den anderen "normalen" Templern. Er war nur nicht ganz so oft im Zirkel, sondern eher Auswärts unterwegs.
      Der Einfluss des Hauptmannes ging sogar so weit, dass auch der runzelige Erste Verzauberer davon absah Chronos der Läuterung zu unterziehen. Und es sei hier erwähnt, dass der Erste Verzauberer Chronos abgrundtief hasst.
      Inzwischen wurden seine Fluchtversuche aus dem Turm auch nur noch mit einem genervten Seufzen abgetan.
      Alles was der Dunkelhaarige dafür tun musste, war den Hauptmann zu bespaßen und da Chronos weder Männlein noch Weiblein abgeneigt war, war dies ein kleiner Preis.
      Dem Magier bedeutete dies nichts und wenn es ihm dabei half nicht von Schwertern aufgespießt oder von den anderen Magiern geläutert zu werden, dann war es ihm das wert.
      Zudem war es in diesem Zirkel verflucht langweilig.
      Belesen und wissbegierig wie er nun einmal war hatte er in diesem Jahr sämtliche Bücher des Zirkels gelesen, herausgefunden wie er in die verbotene Bibliothek kommt und bereits seinen 161 Ausbruchsversuch hinter sich.
      Heute würde es Ausbruchsversuch Nummer 162 werden und Chronos hatte es im Gefühl, dass etwas anderes werden würde.


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    • NERO

      Ein modriger Geruch stieg ihm in die Nase, als er und seine Begleitung den Turm, welcher den Zirkel der Magi in Ferelden repräsentierte, betraten und Nero kam nicht umhin zu bemerken, dass dieses Gebäude nicht nur alt, sondern vermutlich auch undicht war, da er sehr wohl mit Beginn des Starkregens draußen sofort ein paar nervöse Blicke von einigen Templern im Eingangsbereich erhaschte, die sich wohl gerade darüber unterhielten wer sich um die Pfützen im Keller kümmern würde... Es hatte beinahe etwas ironisches an sich, ein Gebäude direkt an einen großen See zu bauen, welches dann offenbar nicht einmal Regen standhalten würde. Fereldener hatten es wohl schlichtweg nicht so mit intelligenter Architektur und Instandhaltung, es konnte aber auch durchaus möglich sein, dass Ferelden durch seine geringe Wertschätzung von Magiern und den Mitgliedern des Zirkels die Sanierung dieses Turms nicht unbedingt an oberste Stelle setzte. Der Dunkelhaarige war sich sicher, dass Tevinteraner solch einen schlechten Zustand eines Zirkels der Magi niemals zulassen würden...
      "Wem haben wir denn diese Ehre zu verdanken, dass uns zwei Wächter besuchen?", schallte eine laute Stimme durch die Eingangshalle des Gebäudes, wobei der Tonfall wenig mit Freude zu tun hatte und viel mehr von unterdrückter Verärgerung zeugte. Nero kannte diesen Tonfall zu gut, schließlich wurden die Wächter nicht überall mit offenen Armen empfangen. Gäbe es das Konskriptionsrecht nicht... würden sie mit Sicherheit deutlich öfter in Kämpfe verwickelt werden und während Nero sich natürlich niemals darüber beschweren würde, dass es auch Orte gab, an denen sie Willkommen waren, vermisste er manchmal schlichtweg spontane Prügeleien...
      Duncan strahlte trotz des leicht feindseeligen Tonfalls weiterhin eine Ruhe aus und schenkte dem Templer, der sich nun mit stoischer Miene auf sie zubewegte, ein feines Lächeln. Nero musterte den Templer vor ihnen, welcher diese Geste nicht erwiderte und den Antivaner ebenfalls kurz abschätzig betrachtete, bevor er sich wohl entschied, dass Duncan für ihn der einzig relevante Gesprächspartner war.
      "Kommandant Greagoir... ihr könnt euch vermutlich denken, was uns hierher führt... Die Lage in Ostagar ist ja schließlich kein Geheimnis."
      Die Miene des Mannes verhärtete sich bei Duncans Worten und ihm schien es wohl ein Rausschmiss aus dem Turm förmlich auf den Lippen zu liegen, doch stattdessen räusperte er sich und verzog dabei leicht den Mund. Er hasste es ganz klar diplomatisch mit ihnen reden zu müssen, doch ein Templer Kommandant stand eben immernoch nicht über den Grauen Wächtern...
      "Ihr wollt sicher zu Irving... glaubt aber nicht, dass er das letzte Wort hier hat...", murrte der Mann und bedeutete Duncan und Nero ihm zu folgen, während sie sich ihren Weg durch die steinernen Gänge des Gebäudes bahnten. Nero blieb selbst dicht bei seinem Mentor und setzte in einem leisen Tonfall zu sprechen an, um von dem Templer vor ihnen nicht gehört zu werden.
      "Was ist sein Problem? Sollte er sich nicht eher freuen, wenn wir ein paar Magier mitnehmen, um die er sich dann nicht mehr kümmern muss?"
      Duncan schenkte ihm einen kurzen, nachdenklichen Blick aus dem Augenwinkel, während sie versuchten das Tempo von Kommandant Greagoir beizubehalten, da dieser Mann mit Sicherheit nicht auf sie warten würde.
      "Ich hatte in der Vergangenheit schon gelegentlich mit ihm zu tun... er ist der Ansicht, dass Magier, die sich uns in Ostagar anschließen, nicht mehr ausreichend kontrolliert werden können... der erste Verzauberer wiederum ist da komplett anderer Meinung. Das ist vermutlich der Hauptstreitpunkt der beiden und ich vermute auch nicht, dass es einfach werden wird beide zu überzeugen, sollten wir tatsächlich noch geeignete Kandidaten hier antreffen."
      Nero zog die Augenbrauen ein wenig zusammen und musterte dann noch einmal den Rücken des Mannes, der ihnen den Weg vorgab und sie dementsprechend nun nach einigen Treppenaufgängen erneut einen Gang entlang führte, hinter dessen Türen der Antivaner die Gemächer einiger Magier vermutete. Die Dynamik der Magier und Templer hatte er bisher hier in Fereleden als ... besonders erdrückend empfunden, da die Zusammenarbeit beider Fraktionen viel mehr wie ein kalter Krieg wirkte, als eine Kooperation, wodurch es stets den Eindruck machte, dass eine falsche Bewegung zu einem Blutbad führen könnte... in der Geschichte der Magier und Templer war das schließlich auch keine Seltenheit...
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    • Chronos

      Ausbruchversuch Nr. 162 würde anders werden als all die anderen! Nun zumindest in der Theorie. Es war nicht so als könnte Chronos diese davor üben, also waren all seine Versuche reine Improvisation. Ein Taktiker wie er lernte aber nun einmal aus Fehlern. Seine anfänglichen Versuche waren kreativ, aber peinlicherweise sehr dumm gewesen. Ein simpler Unsichtsbarkeitszauber gegenüber Templern die Magie unterdrücken konnten war alles andere als schlau gewesen. Zu Chronos Verteidigung hatte er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht gewusst, wie massiv Magier hier eingeschränkt waren und wie viel Macht den Templern zur Verfügung stand. Seine mutige Aktion an der Außenwand des Turms entlang zu klettern, hatte erstaunlich gut funktioniert, allerdings hatte er nicht gewusst, dass von ihm ein Phylakterion existierte. Blut welches man ihm in seinem bewusstlosen Zustand bei seiner Ankunft abgenommen hatte. Bastarde! Wie konnten sie es wagen ihn anzufassen! Ausbruchversuch Nr. 162 beinhaltete - wie einige Varianten zu vor - erst einmal die Bergung seiner Fessel. Er hatte herausgefunden, wo die Phylakterien aufbewahrt wurden und durch einen redseligen Templer erfahren, dass es tatsächlich einen geheimen Schacht gab, der bis in den Keller führte! Alles was er tun musste war also in diesen Schacht von der Spitze des Turms hinunter in den Keller zu kriechen. Es war abgrundtief widerlich und der Aristokrat in ihm fragte sich wirklich, ob es all das wert war. Der Rebell in ihm kämpfte sich nun bereits seit einer halben Stunde durch besagten Schacht.
      Auf seinem Weg hatte er einige Bekanntschaften mit äußerst fragwürdigen Arten von Krabbeltieren gemacht. Seine arme Schwester würde in Ohnmacht fallen, wenn sie das sehen würde. Chronos fragte sich wie es Hestia ging. Der schwarzhaarige Magier vermisste seine kleine Schwester sehr. Er sehnte sich nach ihrem herzlichen Lachen, der Freude in ihren Augen und der aufrichtigen Neugier, wenn er ihr von seinen Zaubern erzählte. Chronos konnte gerade noch so ein deprimierenden Seufzer unterdrücken. Er hatte keine Lust, dass ihm noch eine Spinne in den Mund krabbelte. Es reichte ihm, dass er voller Staub und Spinnweben war. Gerne würde er ja schimpfen, dass dieser Schacht in einer so grottigen Verfassung war, aber es war nun einmal ein Schacht und traurigerweise war der komplette Turm so heruntergekommen. Anderseits war ein solcher Schacht auch nicht dafür ausgelegt einen erwachsenen Mann zu beherbergen. Vor Chronos schwebte eine kleine Lichtkugel, die ihm den Weg wies und so kroch er weiter dem Licht nach. Sein schwarzer Umhang war inzwischen mehr grau als schwarz und Chronos sehnte sich nach einem Bad sobald er dieses Drecksloch von einem Zirkel verlassen hatte.
      Das einzige das ihm seit geraumer Zeit in dem Schacht Sorgen bereitete war das verräterische Knacken unter ihm. Bislang hielt der Schacht aber und das war im Moment alles was er wissen musste.
      Knack...
      Mhh...er sollte sich vielleicht beeilen.


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    • NERO

      "Heißt also, wir müssen uns auf längere Diskussionen gefasst machen...", seufzte Nero daraufhin, was ihm Duncan nur mit einem knappen Nicken bestätigte und dabei selbst einen recht erschöpften Eindruck machte. Nero selbst war zwar nun mittlerweile in seinem zweiten Jahr als Mitglied der grauen Wächter, doch erst seit kurzem durfte er mit Duncan durch Ferelden reisen, um potentielle Anwerber aufzusuchen und abzuwägen, ob sie geeignet waren dem Orden beizutreten. Die zunehmende Präsenz von dunkler Brut im Süden hatte allerdings die Prioritäten in den letzten Monaten doch deutlich geändert und nun war nicht nur der Orden, sondern ebenso König Cailan und sein Gefolge dabei ausreichend fähige Männer und Frauen für die herannahende Schlacht zu rekrutieren. Natürlich hatte Nero selbst bereits einige Male gegen dunkle Brut gekämpft und als Teil der Wächter spürte auch er stetig die Wallung in seinem Blut, wenn sich diese gottlosen Geschöpfe auch nur näherten, doch er konnte sich noch immer eine solche große Schlacht kaum vorstellen und ein Teil von ihm... hatte auch ein wenig Angst davor. Schlachtfelder kannte er schließlich nicht... und wohl kaum würde es in Ostagar Schatten geben, aus denen er verborgen agieren konnte. Die Schlacht wirkte auf ihn noch immer so surreal und womöglich war das auch besser, denn während seine Nächte von Alpträumen geplagt waren... konnte es zumindest nicht schaden, noch keinen Schimmer zu haben, welche Schrecken sie erwarten würden. Es gab stolze, heroische Wächter unter seinen sogenannten Brüdern und Schwestern, die den Kampf kaum erwarten konnten, um sich zu beweisen... doch Nero mied diese Leute tatsächlich normalerweise eher.
      Greagoir schenkte ihnen über seine Schulter einen finsteren Blick zu, sagte aber nichts weiter und blieb stattdessen vor einer großen hölzernen Türe stehen, die sie vermutlich in eine Halle oder ähnliches führen würde. Auch Duncan und Nero hielten mit ein wenig Abstand vor der Tür inne und noch während der Templerhauptmann an zwei seiner Männer den Befehl gab, für sie die schweren Türen zu öffnen, zuckten Nero Ohren ganz leicht, als sie den Hauch eines Geräuschs vernahmen. Seine dunklen Augen wanderten über seine Umgebung und als ein weiteres Geräusch seine Aufmerksamkeit auf sich zog und sich seine Nackenhaare leicht aufstellten als Reaktion auf seine Instinkte, glitt sein Blick zur Decke, welche bei weitem nicht so massiv wirkte, wie der Rest des Turms. Und noch ein ganz leises Geräusch drang an seine Ohren, diesmal bestimmter von oben und während er von Duncan einen leicht irritierten Blick erntete, da dieser wohl nicht darauf anzuspringen schien, trat Nero knapp zwei Schritte nach hinten, den Blick fest auf diesen Schacht über ihnen gerichtet.
      Gerade als Nero der Meinung war zu sehen, wie sich das Holz über ihnen ganz leicht unter dem Einsatz von Gewicht bewegte, ertönte ein diesmal deutlich lauteres Knacken, beinahe ein Knall, während gleichzeitig das Holz über ihnen zu splittern begann und nun komplett nachgab. Bretter stürzten auf sie nach unten und während die anwesenden Templer sowie Duncan instinktiv zur Seite traten, um nicht von dem Holz getroffen zu werden, reagierte Neros Instinkt komplett anders. Wie angewurzelt blieb er stehen und streckte stattdessen seine Arme schnell aus, nur um statt Unmengen an Schutt plötzlich in den Armen zu halten, er förmlich einen schweren Bündel an Stoff auffing.
      Der Antivaner brauchte einige Momente um zu realisieren, was genau hier gerade geschehen war, während seine Augen langsam das Bündel entlangglitten, nur um bei dem Anblick eines leuchtenden Paar blauer Augen innezuhalten und das Gesicht des Fremden, der soeben von der Decke direkt in seine Arme gefallen war, zu mustern.
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    • Chronos

      Natürlich gab es deutlich bessere Ideen als einen staubigen und absolut instabilen Schacht entlang zu klettern, dessen genauen Sinn und Zweck sich Chronos nicht ganz erschloss. Allerdings hatte er seine rationalen Ideen bereits ab Ausbruchversuch Nr. 80 hinter sich und schlug nun eine kreativere Richtung ein. Zu seinem Glück oder auch Pech, das war wohl Auslegungssache hatte der Magier praktisch kein Gefühl für Angst, weshalb es ihm nicht einmal gruselig erschien einfach in einen stockfinsteren Schacht zu steigen. Man könnte es als Magierkrankheit abtun, allerdings war der Großteil der Magier des Zirkels absolute Angsthasen. Vielleicht war es eine typische Charakteristik eines Maleficar? Die Leute spuckten diese Bezeichnung förmlich als schlimmste Beleidigung überhaupt aus, weshalb Chronos es schon seit seinem ersten Tag es intelligenterweise für besser befunden hatte die Klappe zu halten. Würden die Leute erfahren, dass er neben Blutmagie auch noch mit Dämonen nette Unterhaltungen führte, würde ihn nicht einmal mehr der Hauptmann der Templer aus der Sache herausreden können. Die Leute hier waren solche Hinterwäldler, dass es Chronos nicht einmal wunderte, dass die hauptsächlichen Farben der Roben die er hier antraf braun, grau und wenn er Glück hatte Dunkelrot waren. Selbst ihre Roben waren langweilig und auch wenn der Magier es hier bereits ein Jahr ausgehalten hatte, würde er ein weiteres Jahr nicht durchstehen. Die Wahrscheinlichkeit war größer, dass er sich aus lauter Verzweiflung einfach aus dem nächstbesten Turmfenster schmiss. Das er überhaupt seine schwarze Robe und Hosen behalten durfte, war auch nur einer zweistündigen Diskussion geschuldet. Schwarz war in Tevinter die wahrscheinlich langweiligste Farbe. Hier fühlte er sich förmlich als wäre er der Anführer eines irren Kults. In Gedanken versunken kroch er weiter durch den Schacht. Er wusste nicht so genau wo er sich im Turm nun befand, aber er konnte Stimmen vernehmen. Diese waren allerdings eher gedämpft und so konnte er sie nicht ganz zuordnen. Außerdem wurden seine Gedankengänge dadurch unterbrochen, dass das Knacken unter ihm lauter wurde. Kein gutes Zeichen, aber um umzukehren war hier eindeutig nicht genug Platz und sein Ego widerstrebte sich diese Aktion als weiteren Fehlschlag zu verbuchen. Der Schwarzhaarige wusste schließlich nicht, ob es funktionieren würde, wenn er es nicht versuchte.
      Leider hatte dieser Turm seit seiner Ankunft irgendetwas gegen ihn und das Krachen wurde lauter, gefolgt davon, dass sich irgendwie die Höhe änderte...oh...und er bekam besser Luft.
      Verdammt.
      Ausbruchversuch Nummer 162 endete leider nicht so heroisch wie er sich gewünscht hätte, dafür aber durchaus interessanter als sonst.
      Der Schacht hatte unter ihm nachgegeben, nachdem er ein letztes erbärmliches Ächzen von sich gegeben hatte und obwohl Chronos sich - rational wie er nun einmal war - schon gedanklich mit der Bekanntschaft des dreckigen Bodens abgefunden hatte, erfolgte der harte Aufprall nicht.
      Stattdessen landete er in den Armen eines Fremden. Seine schwarze Kapuze welche ihm die Sicht ein wenig versperrte rutsche von seinem Kopf und er blickte in das Gesicht eines jungen Mannes mit schwarzen leicht gewellten Haar, dunklen geheimnisvollen Augen und scharfen Gesichtszügen. Ein attraktiver Mann, um es mal objektiv zusammenzufassen.
      Mit vollkommen stoischen Gesichtsausdruck als wäre er nicht gerade in den Armen eines Mannes gelandet, der ihn hielt als wäre er eine holde Jungfrau in Not blickte er zu dem jämmerlichen Anblick an der Decke. Der Schacht war hinüber und Fluchtversuch Nummer 162 gescheitert.
      Langsam wurde es echt deprimierend.
      Während Chronos nüchtern die Situation erfasste, starrten ihn die Templer vollkommen geschockt an. Oh der Kommandant war ebenfalls anwesend und die Farbe seines Wut-Rot hatte eine neue Nuance bekommen.
      "CHRONOS!"
      Ein anderer Mann, nicht der hübsche Fremde der ihn gefangen hatte, aber ihm ebenfalls unbekannt mit bärtigen Gesicht und strammer Statur schien sein Gesicht schwer beherrschen zu müssen und war wohl nicht sicher, ob er seriös wirken oder einfach lachen sollte.
      Sein Blick wanderte wieder zu dem Schwarzhaarigen der ihn gefangen hatte.
      "Danke." Chronos tippte ihm leicht auf die Schulter, damit dieser ihn hinunter ließ und kaum hatte er wieder festen Boden unter den Füßen klopfte er sich den Staub von den Klamotten.
      "Du verfluchte magische Abscheulichkeit. Was glaubst du eigentlich wer du bist." Irgendein Templer der wohl irgendwie ihre Ehre verteidigen musste, trat vor seinem Kommandanten und direkt auf Chronos zu. "Der Hauptmann ist nicht hier um dir jetzt noch zu helfen! Irving, es reicht langsam. Dieser Magier ist eine Abscheulichkeit und muss dringend...." begann Kommandant Greagoir erbost, doch erster Verzauberer Irving erhob nur die Hand und blickte auf die Fremden.
      "Wir haben Gäste, Greagoir. Wir werden später darüber diskutieren. Die grauen Wächter haben sicher besseres zu tun, als unsere internen Probleme."
      Greagoir biss sich wütend auf die Unterlippe. Chronos wusste, dass ihn Irving nicht einfach so in Schutz nahm, schließlich konnte der alte Mann ihn nicht ausstehen. Offensichtlich wollte er sein Gesicht vor den Gästen wahren.
      Moment...graue Wächter. Chronos erkannte plötzlich das Symbol des Griffon auf dem Brustpanzer der Rüstung.


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    • NERO

      Er blinzelte mehrfach noch immer ein wenig irrtiert, wen oder was er da in den Armen hielt und wie diese Person überhaupt dort gelandet war. Noch einmal blickte er wieder zu der nun zerstörten Decke, welche ganz offensichtlich einen Schacht beherbergt hatte aus dem der Mann in seinen Armen wohl gestürzt war... und offenbar hatte er da oben nicht nur einen Spaziergang gemacht, wie Nero nun aus der Reaktion von Kommandant Greagoir schloss. Ein kurzer Seitenblick zu Duncan zeigte dem Antivaner, dass seine Begleitung sich nun ein amüsiertes Lachen verkniff, während der Templer vor ihnen sich wiederum zu beherrschen schien dem Blauäugigen nicht direkt an die Kehle zu springen.
      "Bitte?" Die Antwort war mehr ein verwirrter Reflex auf das "danke" des Fremden, welcher versuchte Nero damit zu verstehen zu geben, dass er ihn herunterlassen konnte, während der Dunkeläugige noch die Situation verarbeitete, sich aber durchaus ein wenig vorbeugte, um den Fremden vorsichtig aus seinen Armen abzusetzen, bevor Nero begann seine Kleidung von dem zuweilen immernoch herunterrieselnden Staub zu befreien und anschließend ein paar Schritte zurücktrat, um nicht selbst das Ziel des Wutausbruchs des Templerkommandanten zu werden. Duncan hielt sich ebenso aus der Diskussion heraus, da der neuangekommene ältere Herr in trister Robe, wohl tatsächlich der erste Verzauberer zu sein schien und nicht nur versuchte Greagoir zu beruhigen, sondern ebenso damit den dunkelhaarigen Fremden mit den leuchtenden Augen in Schutz nahm... was die Dynamik in der gesamten Situation nur noch seltsamer machte, denn die Körperspannung des ersten Verzauberers verriet sehr offensichtlich, dass auch er ähnlich wie der Templerhauptmann nicht unbedingt gut auf den jungen Magier und seinen Fluchtversuch zu sprechen waren. Das ganze könnte also ein sehr schnelles Ende für ihn finden... zumal der Zirkel in Ferelden wohl auch eine Vorliebe für die Besänftigung von Magiern zu haben schien, wenn Nero bedachte, wieviele Besänftigte er bereits auf dem Weg hierher entdeckt hatte. Man sagte, dass diese Magier nicht nur keinen Zugang mehr zum Nichts hatten, sondern ebenso auch jegliche Verbindung zu ihrer Gefühlswelt verloren und während der Zirkel dieses Vorgehen stark zu verteidigen schien, klang es für Nero schlichtweg wie eine besonders grausame Art und Weise zu sterben und sich selbst zu verlieren... Diese sogenannten Besänftigten wirkten dabei seelenloser als jeder Hurlock und Nero mochte sich kaum ausmalen, was dieser Prozess mit einem machte...
      "Mir scheint, dass das nicht der erste missglückte Versuch war, sich hier herauszuschleichen.", schaltete sich schließlich Duncan amüsiert ein, in dessen Augen der Antivaner ein Glitzern erkannte, welches in der Regel nur zwei Dinge bedeuten konnte... und eines dieser Dinge war, dass der Magier namens Chronos wohl sein Interesse geweckt hatte. Diesen Blick schienen ebenso die anderen Anwesenden zu registrieren, weshalb Greagoir sogleich ein verächtliches Schnauben von sich gab.
      "Denkt nicht einmal daran... wahrscheinlich würde er in Ostagar nur selbst zu einer Abscheulichkeit werden und den Orden, sowie den König gefährden..."
      Während der erste Verzauberer versuchte das Thema zu wechseln und Duncan nicht weiter auf Greagoirs Worte einging und stattdessen Smalltalk mir Irving begann, lagen Neros Augen noch immer auf dem blauäugigen jungen Mann, welcher nun von Templern umringt war, allerdings keinerlei Angst zu verspüren schien, während er es vermutlich bereute nun gerade genau in diesem Moment von der Decke gestürzt zu sein. Nero war sich nicht genau sicher warum... aber er konnte seinen Blick nur schwer von dem Magier abwenden.
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    • Chronos

      Es war schlichtweg deprimierend, anders konnte es Chronos nicht ausdrücken. Langsam aber sicher gingen dem Magier die Ideen aus und er hatte sich eigentlich immer für sehr einfallsreich gehalten. Während die Templer um ihn herum sich förmlich darum stritten, wer ihm zuerst an den Kragen springen konnte, sah der Schwarzhaarige lediglich zur Decke und verfluchte sich selbst dafür, dass er nicht die klägliche Bauweise dieses Zirkels bedacht hatte. Es war von vorneherein klar gewesen, dass dieser Schacht keinen ausgewachsenen Mann beherbergen konnte. Es war schon erstaunlich genug, dass überhaupt die Stufen in diesem Turm die Magier noch zum nächsten Stockwerk brachten, ohne in alle Einzelteile zu zerfallen. Alles in allem war dieses Bauwerk jämmerlich und es schmerzte Chronos regelrecht, dass Magier in diesem verlorenen Stück Dreck hier ihr Dasein fristen mussten. Chronos fehlte Tevinter schrecklich. Seine hohen Türme, die kühlen Winde und überall das Knistern von Magie in der Luft. Was hier in der Luft schwebte, wollte er lieber nicht so genau wissen. Da Chronos dennoch nicht seine Manieren vergessen hatte, hatte er sich bei dem attraktiven Fremden für die Rettung bedankt. Man fiel ja nicht alle Tage in die Arme eines Grauen Wächters. Chronos hatte dies zwar nicht auf seiner To Do Liste, aber er war nicht böse darüber. Er sollte der Situation vielleicht ein wenig mehr Ernst abgewinnen und vielleicht besorgt sein, aber er hatte ehrlich gesagt keine Energie mehr um sich darüber zu ärgern.
      Wenn man so viele Fluchtversuche hinter sich hatte, wurde man langsam aber sicher abgestumpft. Außerdem war es nicht das erste Mal, dass ihm die Templer die Besänftigung androhten. Bislang hatte sie aber immer etwas davon abgehalten. Ob es an den kalten Augen des Magier lag oder der Tatsache, dass sie sich alle sehr wohl bewusst waren, dass Chronos Magie keine gewöhnliche war, wusste er nicht. Was er aber wusste war die Angst der anderen in ihren Augen, wann immer sie ihn ansahen. Den Tevinteraner störte das nicht. Er war ja nicht hier um Freunde zu finden. Chronos wusste ja nicht einmal, was er hier eigentlich machte und keiner wollte es ihm erklären, geschweige den ihn hier herauslassen. Er wäre ein Abtrünniger. Was um alles in der Welt war bitte ein Abtrünniger? Jeder Tevinteraner hätte sich über diese Bezeichnung kaputt gelacht.
      Chronos klopfte sich weiterhin den Staub von der schwarzen Robe, das gab ihm ein wenig Zeit nachzudenken, ehe er bemerkte, das er den Fremden ebenfalls eingestaubt hatte und dieser ihn weiterhin anstarrte. Der arme Kerl sah maßlos überfordert aus und der Magier konnte es ihm nicht verübeln. Ob sich Chronos entschuldigen sollte?
      Plötzlich vernahm er die tiefe Stimme des anderen Mannes, welcher tatsächlich sichtlich amüsiert schien.
      Ein Grauer Wächter also....
      Ob Chronos die Wächter um Hilfe bitten konnte? Der Magier wollte nicht, dass Hoffnung in ihm aufkeimte, aber er konnte es auch nicht unterdrücken, während er den Griffon an der doch ein wenig abgenutzten Rüstung der beiden musterte. Obwohl die Rüstungen einiges mitgemacht zu haben schienen, wirkten sie gepflegt und geschätzt. Sicherlich hatten die beiden Schlachten erlebt, welche sich lohnten damit zu prahlen. Im Gegensatz zu diesen versnobten Templern, die nichts besseres zu tun hatten als Magier zu schikanieren und zu schänden.
      Chronos ignorierte die Wut des Kommandanten im Hintergrund weiterhin, während er sich nun dem bärtigen Mann zuwendete.
      "Ich kann mich leider nicht mit Ausbruchserfolgen rühmen. Zu meinem Bedauern bin ich immer noch hier." Die Stimme des Magiers war kühl, kühl wie die Farbe des Eises welche seine Augen widerspiegelten. Ein leichter Akzent schwang in seiner Stimme mit, was deutlich machte, dass er nicht von hier stammte. Für gewöhnlich sprach Chronos Tevene, was ihm hier allerdings nicht weiterhalf, weshalb er sich der Allgemeinen Sprache bediente, auch wenn diese bei ihm irgendwie deutlich anders klang, als bei den Leuten hier. Er hatte sich oft genug im Zirkel für seine Arroganz tadeln lassen, dabei war dies nicht beabsichtigt. Chronos wusste nicht, weshalb man ihm dies vorwarf. Nie hatte der Magier jemanden beleidigt oder sich abfällig geäußert, er hielt lediglich Distanz zu den anderen. Chronos hoffte, dass er auf die Fremden nicht auch so wirkte. Wenn er ihre Hilfe wollte, dann sollten sie ihn nicht für unverschämt halten.
      Offenbar schien sich eine eventuelle Hilfe nicht nur der Magier eingebildet zu haben, denn Greagoir meldete sich direkt zu Wort, um den Wächtern die Idee direkt auszureden. Auch nur daran zu denken Chronos hier herauszuholen, schien ihm noch mehr Falten ins Gesicht zu zaubern, als er ohnehin bereits besaß.
      Chronos Blick blieb weiterhin kühl und er sah vollkommen ausdruckslos zu dem Kommandanten. "Wenn ich vorgehabt hätte zu einer Abscheulichkeit zu werden, hätte ich nicht damit gewartet bis Besuch auftaucht und euch direkt angegriffen. Ihr seid immer noch hier und in einem Stück, Kommandant. Nun....ich bin zu meinem Leidwesen ebenfalls noch hier." Es war keine Beleidigung lediglich eine trockene Feststellung, allerdings schien das nur erneuten Ärger zu schüren und auch Irving schien sich sichtlich zu beherrschen Chronos nicht direkt tatsächlich läutern zu lassen.
      "Chronos wir sprechen später. Bitte verabschiedet euch von unseren Gästen und geht in euer Quartier zurück. Ihr habt bereits für genug Ärger gesorgt und unsere Gäste sind sicherlich müde von der langen Reise." ertönte die sachliche Stimme des ersten Verzauberes.
      Da Chronos sich ohnehin nicht über die Gastfreundschaft ihm gegenüber freuen konnte, hielt er es ebenfalls für eine gute Idee hier zu verschwinden.
      "Das wars? Ihr lasst ihn schon wieder damit davon kommen? Irving es reicht! Er hält uns Templer zum Narren und es muss endlich ein Machtwort gesprochen werden!"
      Erneut reagierte Chronos nicht auf die Drohungen, Beleidigungen und anderes und schritt auf die Fremden zu.
      "Er greift an!"
      Oh Bitte...war das sein ernst? Chronos seufzte schwer und blieb vor dem bärtigen Fremden und dessen attraktiver Begleitung stehen.
      Der Mann überragte ihn bei Weiten...
      Chronos wollte den Mann gerade fragen, was er tun musste, damit er die Gunst der Grauen Wächter gewinnen konnte, da trat Irving nach vorn.
      "Ich glaube tatsächlich ebenfalls, dass es keine gute Idee wäre diesen jungen Mann zu rekrutieren, werte graue Wächter. Er ist ungestüm, nicht kontrollierbar und seine Magie ist sehr gefährlich. Wir haben vielleicht tatsächlich keine andere Wahl als ihn...." Irving schüttelte den Kopf. "Wir sollten das nicht jetzt besprechen. Chronos ich bitte noch einmal freundlich darum, dass ihr unsere Gäste nicht belästigt und in euer Quartier zurückkehrt."
      Chronos war nicht dumm und er sollte keine ganze Gruppe gegen sich aufbringen, er musste für den Fall der Fälle bereit sein andere Mittel einzusetzen, sollten sie auf dumme Ideen kommen ihn tatsächlich der Läuterung zu unterziehen. Lieber würde er sterben als das zuzulassen.
      Aber nicht jetzt und nicht hier.
      Er hatte Mittel und Wege das zu verhindern. Darum nickte er knapp, blickte noch einmal zu dem Fremden. "Noch einmal vielen Dank." daraufhin wandte er sich ab um den Raum zu verlassen.
      Er musste sein Phylakterion in die Finger kriegen und sich hier offenbar mit Gewalt einen Weg nach draußen bahnen. Etwas das er eigentlich vermeiden wollte. Chronos war kein Freund von Gewalt, wenn es nicht unbedingt sein musste.


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    • NERO
      Nero nickte dem Magier schweigend zu, welcher mit stoischem Blick nun den Rückweg zu seinem Zimmer anbrach und dabei dicht gefolgt von drei Templern... mitsamt Greagoir wurde. Offenbar wollten diese ganz sicher gehen, dass er auch wirklich an seinem Ziel ankam. Währendessen hatte der erste Verzauberer nun die Führung übernommen, da er wohl entschieden hatte, dass die beiden grauen Wächter eine lange Reise hinter sich haben mussten und nur ein gutes Urteil fällen konnten, wenn sie etwas Ruhe bekommen hatten. Nun... nicht, dass sich der Antivaner beschweren würde. Gegen ein Bett hätte er nach Tagen der Reise und mehreren Nächten im Wald an einem Lagerfeuer eben auch nichts einzuwenden.
      "Ihr seid erstaunlich ruhig, seit wir hier angekommen sind." Duncan blickte zu Nero, welcher noch immer nachdenklich seinen Blick umhergleiten ließ, als würde er nach etwas ganz bestimmten suchen, wenngleich er selbst nicht genau wusste, was es war. Dieser Ort... dieses bedrückende Gefühl...
      Nero sehnte sich ehrlich danach diesen Turm so schnell es ging wieder zu verlassen, denn wenngleich das Gefühl von herannahender dunkler Brut in der Regel alles andere als entspannend war, wusste Nero wenigstens was er zu erwarten hatte. Über diesem Ort wiederum lag eine Unbehaglichkeit, die sich nicht in Worte fassen ließ und während Nero in seiner Vergangenheit in Antiva doch sehr viel erlebt und grausames gesehen hatte, würde er nicht ausschließen, dass dieser Ort es hier war, der womöglich in seinen nächsten Alpträumen erscheinen würde. Es war dieses unfassbare Gefühl, dass es umso seltsamer machte und seine Instinkte mochten nicht mehr so ausgeprägt sein, wie in seinen ruhmreichen Tagen in Treviso... doch dieses Gespür verlor man eben nie komplett...
      "Ich kann nicht genau sagen, was es ist, das mich hier so beunruhigt... aber ich kann diesen Ort einfach nicht riechen... erinnert ihr euch an meine Unbehaglichkeit in Orzammar? Das hier ist nichts im Vergleich dazu...", erwiderte Nero an seinen Mentor mit leiser Stimme, während sie dem ersten Verzauberer weiter die Gänge entlang folgten und sich dabei wohl einfachen Gästeunterkünften näherten.
      Duncan schenkte Nero einen langen Blick, den der Antivaner als Verständnis deutete... wenngleich wohl noch etwas anderes dort mitspielte, das er nicht ganz einordnen konnte.
      "Ihr wisst, dass Alistair und die junge Cousland euch darum beneidet haben, dass ihr Ostagar verlassen durftet, um mit mir hierher zu reisen...", gab der ältere graue Wächter zu bedenken, erntete dafür aber nur ein Schnalzen mit Neros Zunge, was dieser gelegentlich machte, wenn er das Gefühl hatte, dass er aufgezogen oder nicht ernst genommen wurde.
      "Dann hättet ihr wohl die beiden hierher mitnehmen sollen... ich bin mir sicher, dass ein ehemaliger Templer und eine Adlige sich hier ganz fantastisch vergnügt hätten." Seine Worte trieften nur so vor Sarkasmus, den sich Nero in diesem Moment einfach nicht ganz verkneifen konnte, da sein Verhältnis zu den besagten zwei neuren Zugängen der grauen Wächter eher angespannt war... Alistairs heuchlerischer Moralkompass hatte zwischen ihm und Nero bereits des öfteren zu Auseinandersetzungen geführt und die junge Cousland... nun Nero konnte sie einfach nicht ernst nehmen. Das einzig positive, dass er ihr abgewinnen konnte, war ihr treuer Marbari, der zu Neros Leidwesen den Antivaner wiederum nicht sonderlich zu mögen schien... es war eine Schande.
      Der erste Verzauberer blieb schließlich vor einer kleinen hölzernen Tür mit goldenen Scharnieren stehen und wandte sich wieder seinen Gästen zu. "Ruht euch aus und wir unterhalten uns morgen früh weiter. Wenngleich Greagoir nicht meine Meinung bezüglich der Unterstützung in Ostagar teilt, bin ich mir sicher, dass wir womöglich den ein oder anderen vielversprechenden Kandidaten unter uns haben könnten, welcher eine große Bereicherung für euch sein könnte. Ich habe einige Schüler, die vielleicht genau das sind, was ihr braucht."
      Damit verabschiedete sich der erste Verzauberer und Duncan und Nero traten in das übersichtlich und spärlich möbilierte Zimmer ein, welches lediglich zwei Liegen, eine Truhe und ein Bücherregal beherbergte, wenngleich die Titel auf den Buchrücken kaum langweiliger klingen konnte. Nero blickte zu dem kleinen Fenster, welches direkten Blick auf den verregneten Lake Calenhad bietete und ihn einmal mehr die warmen Kanäle Trevisos vermissen ließ...
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    • Chronos

      Chronos war alles andere als dumm und unvernünftig, vor allem wenn er noch vor hatte hier heil herauszukommen. Er durfte also jetzt keinen Aufstand machen. Vor allem nicht vor den Grauen Wächtern, welche für ihre Kampfkünste berühmt waren. Chronos mochte zwar ein begnadeter Magier sein, aber gegen zwei Graue Wächter? Die würden ihn kurzerhand einfach mal in zwei Teile teilen. Er musste also den richtigen Moment und das richtige Timing abpassen und das möglichst ohne Graue Wächter in der Nähe. Seine Fluchtversuche auf friedliche Weise waren alle samt erbärmlich gescheitert und sich darauf zu verlassen, dass ihn besagte Graue Wächter mitnehmen könnten, würde der erste Verzauberer mit allem was er hatte zu verhindern wissen. Lieber würde der alte Irving seine Bibliothek in Flammen setzen, bevor er auch nur daran dachte das Chronos den Turm verließ. Hier ging es nicht darum, dass Irving den Magier aus Tevinter verabscheute und eigentlich froh darüber sein sollte, wenn er aus seinem Blickfeld verschwand. Hier ging es einzig und allein um Autorität. Würde er es zulassen, dass Chronos mit den Grauen Wächtern ging, wäre das ein ein heftiger Schlag gegen seine Macht hier im Turm. Schließlich galt Chronos als Abscheulichkeit und welcher brave Schoßhund der Kirche würde es riskieren, einen solchen Magier auf die Welt loszulassen und auch noch mit der Intention etwas Gutes zu tun? Nein Chronos war schließlich eine größere Gefahr als die Dunkle Brut selbst. Klar, würde man Chronos neben einen Oger der Dunklen Brut stellen, war der kleinere Magier ganz klar furchteinflößender. Wow...
      All diese Absurdität machte dem Schwarzhaarigen Kopfschmerzen. Das wurde auch nicht besser, das vor ihm Templer und hinter ihm Templer liefen, allen voran Greagoir der sich immer noch darüber erboste, wie weich Irving war und was für eine Gefahr Chronos darstelle. Diese Schimpftirade zog sich über den kompletten Weg zur Kammer des Tevinteraners.
      "Rein mit euch und wenn ich nur noch einen Mucks von euch höre, dann schleife ich euch persönlich zur Läuterung! Dann kann euch weder Irving noch eurer verfluchter Hauptmann helfen, denn ihr augenscheinlich verhext habt, Dämon!"
      Oh, nun war er auch noch ein Dämon der Wollust, das wurde ja immer besser. Der Schwarzhaarige erwiderte darauf nichts. Was sollte er auch groß zu diesem Schwachsinn sagen? Die Fereldener und allen voran die Templer waren so beschränkt, dass sich seine Intelligenz derart beleidigt fühlte, überhaupt mit diesen Leuten zu interagieren. Sicherlich waren nicht alle Leute hier so, aber leider war ihm noch keine Ausnahme unter die Augen getreten. Selbst der Hauptmann, der ihm hier als einziger wohlgesonnen war, stammte nicht aus Ferelden sondern direkt aus Anderfels, was verdeutlichte, dass es wohl echt ein Kulturmerkmal der Fereldener war. Das ihm die Leute hier entgegenknallten, dass das einzig Gute an dem Magier sein Aussehen war, ließ sie auch nicht in seiner Sympathieskala aufsteigen. Auf seine Optik reduziert zu werden und nicht auf sein Können hatte er bereits in Tevinter oft genug erlebt. Die Aristokratie rühmte sich derart mit ihrem Ruf, ihrem Aussehen und ihrem Status, dass sie allesamt faul wurden. Das Chronos so besessen von Magie war und trotz seines Status immer noch übte, praktizierte und durch uralte Bibliotheken wanderte, sorgte bei dem Adel nur für Belustigung. Sie glaubten das Macht allein im Namen steckte und man keine Übung dafür benötigte. Glücklicherweise gab es aber noch ein paar Magier in Tevinter, die Chronos Meinung teilten und mit denen er sich verbunden fühlte. Hier im Turm von Feredeln allerdings reduzierte man ihn nicht einmal mehr auf seinen Namen, hier hatte er gar nichts. Oh, wobei doch...hier reduzierte man ihn auf alles offensichtlich Negative: Tevinteraner, Magier und offenbar war selbst sein Aussehen verflucht und nicht normal. Er hätte mit Dämonen der Wollust paktiert und seine Tätowierungen waren keine Farbe, sondern Male eines Maleficar.
      Er war all das so Leid.
      Da er sich nicht weiterbewegt hatte, schubst ihn einer der Templer ins Zimmer, woraufhin Chronos regelrecht hineinstolperte.
      Der Magier vergalt dies mit einer brennenden Hand des Templers, in dem er nur mit dem Finger schnippte. Die Templer erlagen hier noch immer dem Urglauben, dass ein Magier für stärkere Magie einen Stab benötigte. Gut zugegeben, nicht jeder Magier brannte sich Magieverstärker direkt in die Haut wie es Chronos tat. Das war vielleicht tatsächlich ein wenig grenzwertig.
      Ein Schrei ertönte durch die ohnehin hellhörigen Gänge. Es war beinahe schon beeindruckend, welche helle Töne der Templer anschlagen konnte. Sein Kirchenchor wäre garantiert stolz.
      "ABSCHEULICHKEIT!" Gut darauf wäre der Chor sicherlich weniger stolz gewesen.
      "Ich sagte euch bereits mehrfach, dass ihr kein Recht habt Hand an mich zu legen." wahrscheinlich war dieser kühle Aussage nicht sonderlich eindrucksvoll, wenn man dabei auf dem Boden saß, aber bei einem so stoischen Mann wie es Chronos nun einmal war, konnte ihn auch das nicht sonderlich erschüttern. Würde strahlte er selbst auf dem Boden aus. Ein wenig aristokratische Arroganz musste er sich bewahren, bevor er hier gänzlich zu Grunde ging.
      Bevor die Templer die Schwerter schwingen konnten, strich Chronos mit Zeige- und Ringfinger durch die Luft, machte eine Bewegung, welche die Tür zuknallen und verriegeln ließ.
      Er musste hier heute verschwinden. Dieses Mal würde er der Läuterung nicht entkommen können. Das die Grauen Wächter hier waren, würde eventuell für genug Ablenkung sorgen.
      Das und eventuell der Schrei des Templers mit der brennenden Hand. Sie könnten ihm einfach Wasser über die Hand kippen, also wirklich.
      Chronos ignorierte die geschockten Blicke der Magierschüler, mit denen er sich das Zimmer teilte, erhob sich vom kalten Steinboden und klopfte sich erneut den Staub von seinem Umhang. Wie oft hatte er das heute schon tun müssen?


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    • NERO
      Es waren einige Stunden vergangen seit der erste Verzauberer sie zu ihrem Gästezimmer gebracht und sich für den Abend von den beiden verabschiedet hatte. In der Zwischenzeit hatte ihn ein Besänftigter Abendessen vorbeigebracht, wobei er auf Neros Frage, warum sie nicht mit den anderen Bewohnern des Zirkels essen durften, nur einen abwesenden Blick erntete. Womöglich wusste der Besänftigte selbst keine Antwort auf diese Frage, sondern hatte lediglich den Befehl bekommen ihnen beiden Essen vorbeizubringen. Der Antivaner hatte das spärliche Abendessen entgegengenommen und noch eine Weile mit Duncan geredet, während sie aßen und Pläne für den folgenden Tag machten. Duncan machte weder ein Geheimnis daraus, dass der Magier, welcher zuvor versucht hatte zu flüchten, sein Interesse durchaus geweckt hatte, sowie dass er dennoch versuchen wollte zu vermeiden in einen Konflikt zwischen dem ersten Verzauberer und dem Templer-Kommandanten zu geraten, aber durchaus nicht abgeneigt wäre sich auf das Konskriptionsrecht zu berufen. Das wiederum... überraschte Nero recht wenig. Duncan schien eine Vorliebe für kriminelle Streuner zu haben und wenn sich der Dunkelhaarige richtig erinnerte, war Duncan schließlich selbst auf diese Art und Weise rekrutiert worden... kein Wunder also, dass er den Leuten eine zweite Chance geben wollte für das gute zu Kämpfen, wenn sie andernfalls womöglich kaum noch Zeit überhaupt hätten...
      Nachdem sie gegessen hatten, legten sie sich beide hin und während Nero noch lange die Worte des anderen grauen Wächters durch den Kopf geisterten verstrich einige Zeit in welcher der Antivaner einfach kein Auge zubekam.
      Als er sich zum gefühlt hundertsten Mal auf der ungemütlichen Liege hin und herwältzte, vernahm er ein ganz leises Flattern, welches langsam aber stetig näher zu kommen schien und ihn schließlich dazu bewegte, sich von der Liege zu erheben und langsam barfuß auf das Fenster zuzugehen, um herauszufinden, welcher Vogel diesen Lärm zu machen schien.
      Sein Blick wanderte in der Finsternis umher und für einen Moment vermutete er beinahe, dass nur ein paar Tauben an dem Turm vorbeigeflogen waren... bis plötzlich ein großer Falke fast schon Angriff auf das Fenster flog und Nero stark zusammenzuckte, weil das dann doch ein wenig unerwartet für ihn war. Noch während er sich daran machte das Fenster zu öffnen, war auch Duncan von dem Lärm wach geworden und hatte sich grummelnd von seiner Liege erhoben, während der Falke sich nun bei geöffnetem Fenster vollkommen ruhig auf den Fenstersims setzte und den Antivaner anblickte, als hätte er nicht soeben versucht, dass Fenster zu attackieren. "Ist das...?", begann Nero fragend, während sich Duncan nun zu ihn gesellt hatte und den Vogel genauer inspizierte, wobei beiden grauen Wächtern das zusammengerollte Schriftstück nicht entging, welches an dem Fuß des Falken befästigt war... und höchstwahrlich war das der Grund für diesen nächtlichen, unerwarteten Besuch.
      Der ältere Wächter zögerte nicht und machte sich sogleich daran das gerollte Papier von dem Vogel zu lösen, dieses aufzurollen und sich das darauf geschriebene durchzulesen, während Nero sich ein wenig zu seinem Mentor lehnte, um ebenfalls etwas lesen zu können. In der Finsternis war es nicht allzu die Schrift komplett zu erkennen, doch anhand der Fetzen, die Nero entziffern konnte, war unmissverständlich, dass die Lage in Ostagar deutlich kritischer geworden war und Duncan zurückkehren sollte, um sich für die Schlacht bereit zu machen.
      Also sie Ostagar vor knapp einer Woche verlassen hatten war die Lage noch recht entspannt gewesen und sie hatten mit zumindest zwei bis drei weiteren Wochen gerechnet, bevor sich die Lage zuspitzte. Dass sich die Situation nun in wenigen Tagen so verschlechtert hatte war kein gutes Zeichen und bedeutete, dass ihnen womöglich gar keine Zeit mehr blieb.
      "Wir müssen zurück?!" Nero war sich unsicher, ob er diese Worte als Aussage oder Frage von sich aus gestellt hatte, da die Situation ihn noch so überraschte und während sich Duncan bereits in Bewegung setzte, um seine Kleidung und Rüstung anzulegen, zögerte Nero noch einen Moment um dasselbe zu tun...
      "Nicht wir, sondern ich.", korrigierte Duncan wiederum den Jüngeren und erntete dafür sogar einen noch verwirrteren Blick von Nero, welcher nicht so ganz verstand, was er mit dieser Aussage anfangen sollte. Sie reisten zusammen, Duncan war sein Mentor und sie waren zusammen auf der Suche nach Rekruten, die Duncan aufnehmen würde. Was sollte Nero bitte alleine machen, wenn Duncan fort war und nach Ostagar zurückkehrte?
      "Wie bitte?" Er musste sich verhört haben...
      "Ihr bleibt hier. Ich möchte, dass ihr Irvings Kandidaten unter die Lupe nehmt und den Unruhestifter ebenfalls im Blick behaltet. Wenn auch nur einer von ihnen vielversprechend ist, kehrt ihr mit der Person in drei Tage zurück, um uns ebenfalls in Ostagar zu unterstützen... Und sollte der Unruhestifter tatsächlich ausreichend Potential haben, solltet ihr das ebenfalls erwägen."
      In der Zwischenzeit hatte sich Duncan bereits komplett angezogen, seine Waffen angelegt und sich sein Gepäck geschnappt, während Nero noch immer überrumpelt, nur in einfacher Stoffhose und lockerem Leinenhemd seinem Mentor gegenüberstand und sich nach wie vor schwer tat die Situation zu verarbeiten.
      Er wusste nichts darauf zu erwidern, denn alles mögliche schwirrte ihm durch den Kopf.
      "Ich gebe Irving Bescheid, dass ich vorzeitig aufbrechen muss und ihr nun sein Ansprechpartner seit. Macht euch keine Sorgen... wir werden uns in wenigen Tagen wiedersehen." Damit klopfte der Ältere ihm ein letztes Mal leicht lächelnd auf die Schulter, bevor er die Tür zu ihrem Zimmer öffnete und in den Gang hinaus trat.
      Nero wiederum stand noch immer wie versteinert nun in dem leeren Raum und starrte die Tür an. Was genau war gerade passiert und warum war er jetzt für die Rekrutierung hier zuständig?
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    • Chronos

      Es war mitten in der Nacht, als Chronos durch den Schlafsaal tigerte. Er lief auf und ab, während hinter ihm eine kleine Lichtkugel die Dunkelheit erhellte und ihm bei jedem Schritt folgte. Sicherlich sah es reichlich interessant aus, wie er hier durch die dunkle Nacht wanderte und das nur um auf und ab zulaufen, aber es half ihm beim Nachdenken. Erstens war es in diesem Zimmer eisig kalt und seine ´Decke 'als solche überhaupt zu bezeichnen grenzte an einer Beleidigung. Zweitens war das Bett derart unbequem, dass er nicht darauf liegen konnte um sich zu konzentrieren. Es war nicht förderlich für die Gehirnzellen, wenn einem dauernd etwas in den Rücken stach und zweitens schnarchten die anderen schlimmer als sämtliche Holzfäller. die Thedas zu bieten hatte. Nicht das Chronos jemals einem Holzfäller begegnet war, aber in Büchern hieß es immer, dass diese übermenschlich zu schnarchen schienen. Das alles war aber nur ein Teil des Grundes, weshalb der Magier keinen Schlaf fand. Er wusste, dass sie ihn morgen zur Läuterung schleifen würden. Dieses Mal kam er nicht so einfach davon und der Hauptmann war immer noch nicht für einen weiteren Besuch in den Turm zurückgekehrt, da er eigentlich nicht für den Turm rekrutiert war, sondern für Redcliffe. Dieser würde ihn also nicht herausreden können. Nun alles in allem war der Mann ohnehin nur Mittel zum Zweck und wenn er ihn nicht vor der Läuterung bewahrte, nutzlos für Chronos. Es mochte hart klingen, aber nach allem was er in diesem Jahr bereits im Zirkel erlebt hatte, fiel es ihm schwer Sympathie für irgendein Individuum hier zu hegen.
      "Chronos? Könnt ihr nicht schlafen?", ertönte eine müde Stimme. Einer der Schüler war von seinem Herumgelaufe wohl wach geworden.
      "Entschuldigt. Schlaft weiter.", Chronos schnippte mit dem Finger, woraufhin der Schüler direkt zurück in seine Kissen sank und weiter friedlich schlummerte. Der Magier wollte hier niemanden in sein Vorhaben hineinziehen. Auch wenn er keine Zuneigung für jemanden hier hegte, hatten die Schüler nichts damit zu tun und sie verdienten es nicht, in seine Angelegenheit hineingezogen zu werden. Der Schwarzhaarige würde es sich nicht verzeihen, würde seinetwegen ein Unschuldiger eine Strafe erhalten, nur weil er mit ihm ein Zimmer teilte. Wenn er sie alle mit einem Schlafzauber belegte, konnten sie sich damit herausreden, dass sie keine Möglichkeit gehabt hatten, Chronos aufzuhalten. Nicht, dass sie das überhaupt geschafft hätten, aber so warf ihnen wenigstens niemand etwas vor.
      Seine nächtlichen Ausflüge waren bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen, allerdings hatte er auch nie Magie gewirkt, weil er - auch wenn er die Templer hasste - hier kein Blutbad anrichten wollte.
      Heute war er gewillt sich mit Gewalt einen Weg zu seinem Phylakterion zu bahnen. Ziemlich dämlich, wenn man bedachte das gerade heute Graue Wächter hier waren und sie sicherlich dem Zirkel helfen würde, wenn ein Maleficar auf der Flucht war, ganz gleich wie neutral sie zu sein schienen. Allerdings kannte Chronos Irving inzwischen und diesen würde es beschämen, würde jemand mitbekommen, dass er seine Magier nicht im Griff hatte. Also würde er die Wächter ablenken und somit war Irving beschäftigt. Mit Gregoir würde Chronos schon fertig werden. Solange zumindest sich nicht gerade die komplette Templerschaft des Zirkels auf ihn stürzte.
      Okay, es half alles nichts.
      Chronos atmete tief durch, strich sich eine der schwarzen Haarsträhnen aus dem Gesicht und zog seine schwarze Kapuze über den Kopf, ehe er vorsichtig die Tür öffnete.
      Jeder normale Mensch hätte sich wahrscheinlich bei einem finsteren Zirkel mitten in der Nacht gegruselt, vor allem wenn man einen uralten Keller ansteuerte, der Blutphiolen beherbergte. Allerdings fehlte dem Magier aus Tevinter eine lebenswichtige Charaktereigenschaft: Sinn für Gefahr.
      Er empfand es eher als aufregend, wobei sich selbst die Aufregung gelegt hatte. Nach so vielen Fluchtversuchen konnte man sich nicht mehr wirklich für weitere Ausbrüche begeistern. Chronos war kein Dieb, eine dieser mysteriösen Krähen oder ein lautloser Elf. Er musste hoffen, dass seine Schleichkünste und Unsichtbarkeitszauber halbwegs funktionierten, bis er wenigstens sein Phylakterion erreicht hatte. An einem Ort welcher lauter Templer beherbergte, welche Magie bannen konnten ein wenig fraglich, aber was blieb ihm übrig? Er hatte herzlich wenig Lust eine wandelnde seelenlose Hülle zu werden. Es musste also heute Nacht funktionieren.


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    • NERO
      Duncan war gegangen und Nero war nun allein in diesem spärlichen Zimmer dieses bedrückendenen Turms und ihm fiel es nach wie vor schwer das Geschehene zu verarbeiten. Es war noch immer draußen dunkel , obwohl seit der Abreise seines Mentors mittlerweile ein oder zwei Stunden vergangen sein mussten, doch am Horizont schimmerte mittlerweile ein ganz leichter orange-roter Hauch, welcher wohl recht bald den Beginn des Morgens einleiten würde, wenngleich die Wolkendecke am Himmel einen richtigen Sonnenaufgang wohl nach wie vor verschleiern würde. Noch immer regnete es draußen, wenngleich der Regenschauer mittlerweile weniger geworden war und Nero hatte nun die Nacht tatsächlich gar kein Auge zumachen können, was wenig zur Erholung beigetragen hatte und sich deshalb sein ganzer Körper nach einem weichen Bett fernab dieses suspekten Zirkels der Magi sehnte. Vielleicht sollte er auf der Rückreise nach Ostagar in Lothering in einem Gasthaus übernachten, statt im Wald ein Lager aufzuschlagen. Jegliches Geld was er ausgab, würde er zwar nicht so schnell wieder einnehmen, da graue Wächter eher schlecht als recht bezahlt wurden und die dunkle Brut auch nicht gerade Geld fallen ließ, doch für sein mentales und körperliches Wohlbefinden würde er diese Investition doch mal in Kauf nehmen. In Ostagar konnte er dann schließlich wieder früh genug auf steinharten Liegen mit viel zu laut schnarchenden Rekruten schlafen.
      Mittlerweile hatte auch Nero sich wieder seine Rüstung, sowie seine Waffen angezogen und das nötigsten seiner Wertgegenstände direkt an seiner Rüstung verstaut, während er sein sperriges Gepäck in der Ecke des Zimmers stehen ließ und seufzend den Raum verließ. Auf dem Gang herrschte wenig Treiben, er entdeckte nur eine Hand voll Templer, welcher patrouillierten, um sicherzugehen, dass alle Magier auf ihren Zimmern waren und noch schliefen, während ein paar Besänftigte durch die Flure schritten und dabei wohl einige Bücher in Richtung des Studierzimmers des ersten Verzauberers trugen. Ob dieser bereits wach war?
      Nero war sich unsicher, ob er den Mann bereits zu diesem Zeitpunkt aufsuchen sollte oder ob das als unhöflich hier galt. Er hatte nie wirklich Berührungspunkte mit Diplomatie und Höflichkeit gehabt, denn Krähen hatten keine festen Dienstzeiten und egal zu welcher Uhrzeit agierten sie immer und waren bereit sich um Erledigungen und Besprechungen zu kümmern.
      Unentschlossen wie Nero nun einmal war, ließ er sich das ganze noch einmal durch den Kopf gehen, stattdessen entschied er sich aber die Uhrzeit zu nutzen und den Turm ein wenig zu erkunden. Es konnte definitiv nicht schaden, sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen, was sich alles für Räumlichkeiten hier versteckten und mit wievielen Magiern er hier eigentlich zu rechnen hatte.
      Nun also entschiedener wandte er sich von der Richtung ab, welche das Studierzimmer vom ersten Verzauberer Irving ansteuerte und stattdessen bahnte er sich seinen Weg langsam die großen gewundenenen Treppen des Turms hinab in Richtung der untersten Etagen, in welchen er Kellergewölbe vermutete, die wahrscheinlich die Küche, aber eventuell auch ein paar Geheimnisse beherbergten. Während er die Treppen so langsam hinabstieg stellten sich seine Nackenhaare leicht auf... das war selten ein gutes Zeichen, dennoch schob er es auf die finsteren Blicke der Templer, die ihn bei jedem Schritt genaustens musterten und stets eine Hand auf ihren Waffen ruhen hatten. Diese Art von Feindseligkeit war ihm nicht fremd, der Gedanke nun allerdings alleine damit zu sein, verursachte in ihm ein mulmiges Gefühl... Was würde er jetzt für einen Tagesausflug in die Korcari-Wildnis geben inklusive Kampf gegen eine Horde Hurlocks oder einen Oger...
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    • Chronos

      Im Schutz der Dunkelheit war Chronos mittels Tarnzauber durch die finsteren Gänge des Turms geschlichen. Natürlich patrouillierten die Templer auch mitten in der Nacht, aber bislang konnte der Magier ihnen gekonnt aus dem Weg gehen. Nun gekonnt war etwas weit hergeholt, er hatte sich gerade nicht sehr elegant in einen anderen Gang gehechtet. Die Landung höchstens eine 4 von 10 Punkten und er war sehr dankbar, dass ihn niemand beobachtet hatte. Er hatte sich dabei auch noch die Handfläche aufgerissen. Natürlich war Chronos in der Lage diese Wunde einfach zu verschließen, aber er wollte so wenig Magie wie nötig wirken, damit die Templer mit ihren fragwürdigen Sinnen nicht Alarm schlugen. Noch immer wusste der Schwarzhaarige nicht so ganz, wie das funktionierte, dass sie so intensiv spürten, wenn ein Magier Magie wirkte, aber er hatte auch nicht vor es herauszufinden. Chronos einziges Ziel war aus diesem verdammten Zirkel zu verschwinden und wenn er dafür aufgerissene Hände und hundertjährigen Staub auf seinen Klamotten erdulden musste, war das ein kleiner Preis.
      Plötzlich vernahm er schwere Schritte und Chronos drückte sich an eine der kalten Wände. Es schüttelte ihn regelrecht, weil irgendetwas Nasses auf ihn hinuntertropfte, aber er wollte lieber nicht so genau den Ursprung erfahren. Die Wände hier waren undicht und draußen regnete es wie aus Eimern - die Lieblingswetterlage in Ferelden offenbar - also tippte er auf Regen.
      ...
      Er hoffte einfach es war Regen.
      Die schweren Schritte schienen einem der Grauen Wächter zu gehören. Dieser ließ sich von Gregoir aus dem Turm bringen. Wieso ging dieser schon wieder und was war mit seinem Partner? Chronos versuchte dem Gespräch des Templers mit dem Grauen Wächter zu lauschen, was eine schlechte Idee war, denn er machte dabei ein Geräusch und beide blickten sie in seine Richtung. Chronos konnte nur hoffen, dass seine Freundin die Nacht und seine Tarnmagie ausreichend Schutz gewährten und ihm seine verfluchte Neugier verziehen.
      Gregoir wollte offenbar nachsehen, aber der große bärtige Wächter legte ihm eine Hand auf die Schulter und schüttelte nur den Kopf. Offenbar schien diese Geste auszureichen, aber...
      Moment, sah dieser Wächter in seine Richtung? Warum lächelte er?
      Chronos wusste nicht genau, weshalb ihm der Wächter half, aber er würde diese Freundlichkeit nicht ungenutzt lassen und es nutzen, dass Gregoir gerade abgelenkt war. Darum huschte er schnellstmöglich in die Kellergewölbe. Tatsächlich wurde er einmal entdeckt, allerdings war das nur ein Besänftigter, welcher so leer durch ihn hindurchsah, dass offensichtlich war, dass er den Tarnzauber nicht erkennen konnte.
      Besänftigte verloren wirklich ihre Verbindung zum Nichts.
      Wie grausam...
      Wie konnten sich diese Leute ein solches Recht herausnehmen? Wenn man einem Magier seine Magie nahm, nahm man ihm seine Gefühle, seine Existenz, sein Selbst. Nein, er würde niemals dieses Ritual über sich ergehen lassen! Davor würde er sie alle mit in den Abgrund reißen. Chronos schüttelte den Kopf unter seiner Kapuze. Er musste sich konzentrieren. So leise es ihm möglich war schlich er an den Wachen des Kellers vorbei. Irgendwo in Tiefsten Kammern mussten die Phylaketerien aufbewahrt werden. Natürlich könnte er hier auch einfach alles in Flammen setzen, das wäre die einfachste Lösung. Allerdings hatte Chronos wirklich nicht vor jemanden zu töten und würde den Kampf nur zur Verteidigung einsetzen. Dieses Mal musste er hier entkommen und dafür würde er kämpfen, aber nicht morden.
      Das Kellergewölbe war dunkel, nur spärlich konnten ein paar Fackeln die Gänge erleuchten und überall befanden sich Zellen. Wurden hier Magier eingesperrt?
      Verdammt Chronos hatte keine Zeit sich umzusehen, auch wenn alles in ihm schrie diesen Ort genauer unter die Lupe zu nehmen. Vielleicht war er wirklich ein wenig verrückt. Jeder normale Mensch hätte Angst und er wollte seine Geheimnisse ergründen. Chronos drückte seine Nägel in die verwunderte Handfläche damit er wieder klaren Verstand wurde. Moment...klarer Verstand.
      Ein Zauber? Lag auf dem Kellergewölbe ein Zauber, der ihn vor der Suche ablenken sollte? Chronos grinste. Irving du schlauer alter Fuchs.
      Okay, er musste sein Phylakterion finden und durfte keine Zeit mehr verschwenden. Schnell huschte er durch die finsteren Gänge, entdeckte eine Steintreppe welche noch tiefer hinunter ging und stieg diese hinab.
      Dort mussten sie sein!
      Plötzlich versperrten ihm zwei Steinstatuen, riesig mit schweren Äxten den Weg. Sie waren alt, bröckelnd und doch steckte in ihnen eine uralte Magie. Faszinierend.
      "Du gehörst hier nicht her." erklang die tiefe Stimme aus dem kühlen Stein. Unglaublich, wie funktionierte diese Magie? Beeindruckt betrachtete Chronos die Statue, schüttelte aber den Kopf.
      Nicht ablenken lassen!
      "Tut mir leid, aber ich muss in diesen Raum."
      Sobald er aber auch nur einen Schritt machte, sausten die schweren Äxte hinab. Es schmerzte Chronos das er diese uralte Magie zerstören musste, aber er hatte keine andere Wahl.
      Allerdings würde das für ordentlich Lärm sorgen.
      "Verzeiht...", flüsterte Chronos leise, während Magie an seinen Handflächen prickelte. Die Energie verschloss die blutigen Stellen seiner Wunden, Funken sprühten aus seinen Händen und die magischen Tätowierungen an seinen Unterarmen leuchteten und die Statuen explodierten.
      Diese laute Explosion wird für viel Aufsehen sorgen, weshalb Chronos eilig in den Raum rannte. Glücklicherweise hatte es auch die Tür gesprengt. Seine Augen weiteten sich.....
      Zig Regale voller Phylakterien. Der Raum von oben bis unten voll davon. Wie viele waren das? Wie viele Magier wurden bewacht, festgehalten und erlangten niemals ihre Freiheit?
      Seine eisblauen Augen machten ihrem Farbton alle Ehre und sein Blick wurde kalt und dunkel. Er hatte keine Zeit sein Fläschchen zu suchen.
      "Brennt nieder....."
      Und um ihn herum ging der Raum in lichterlohen Flammen auf.


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    • NERO
      Er hatte mittlerweile die letzte Stufe einer der unzähligen Treppen erreicht, nachdem er zwischenzeitlich sich ehrlich gefragt hatte, ob er und Duncan noch am Abend zuvor wirklich so weit nach oben gegangen waren oder ob diese Wendeltreppen schlichtweg ebenfalls verzaubert waren, damit man diesen Turm nie wirklich verlassen konnte... gut letzteres war ziemlich unwahrscheinlich, schließlich würde solch ein Zauber den Templern recht schnell auffallen, dennoch konnte sich Nero nicht erinnern wann er das letzte mal so viele Treppen hinauf oder eben hinab gestiegen war. Mittlerweile stand er vor der letzten hinabführenden Treppe, welche ihn wohl in den Keller des Turms führen würde und er bildete es sich wahrscheinlich nicht nur ein, denn tatsächlich schien es hier unten deutlich kälter geworden zu sein und sein Nackenhaare sträubten sich noch immer, wenngleich diesmal das Gefühl des Unbehagens deutlich größer war und er... eine Vorahnung in seinem Hinterkopf flüstern hörte, die er aktuell noch ignorierte. Der Zirkel hatte ebenso viel mit der Erforschung der dunklen Brut zu tun, wie die grauen Wächter mit deren Beseitigung. Ja, Neros Blut schien schneller zu strömen und seine Sinne waren durchaus empfindlicher geworden, je weiter er sich in diesem Turm hinabbewegt hatte, allerdings war es auch nicht auszuschließen, dass hier unten nicht nur mit dem Blut, sondern auch mit erschlagener dunkler Brut experimentiert wurde, um mehr über sie in Erfahrung zu bringen. Wäre das der Fall, wäre diese Unbehaglichkeit und die Reaktion von Neros Körper auf diese räumliche Nähe nicht sonderlich verwunderlich... wenn allerdings das nicht der Grund für diese Reaktion war...
      Ein lauter Knall ertönte weiter unten die Treppe hinab und eine Erschütterung ging durch den Turm, welche Nero kurz taumeln ließ, bevor er mit geweiteten Augen und noch unbehaglicherem Gefühl eilig daran machte die Treppen nun zügiger hinunter zu laufen, während ihm eine dicke Staubwolke entgegenkam und kurzerhand die Luft abschnürte. Ein ersticktes Husten verließ seine Kehle, während er eilig nach seinem Mundschutz griff, um sich diesen bis hoch über seine Nase zu ziehen, während sich nur langsam der Anblick vor ihm wieder klärte und er einen Schutthaufen vor sich entdeckte, welcher wohl bis vor wenigen Minuten noch eine Tür mit Statuen gewesen sein musste.
      Wie konnte das passiert sein?
      Mittlerweile hatte Neros Blut noch mehr an Hitze gewonnen, sein ganzer Körper war in Alarmbereitschaft und mittlerweile war der Antivaner sich ganz sicher, dass er hier soeben auf nahende dunkle Brut reagierte, hätte diese allerdings versucht hier von außen in den Turm durchzubrechen, dann wäre die Pforte nicht von dieser Seite verschüttet. Jemand hatte diese Seite der Tür gesprengt, um mutmaßlich in den Raum dahinter zu gelangen und dem Geschrei nach zu urteilen, welches Nero weiter oben aus dem Turm zu vernehmen schien, waren die Templer bereit eine Abscheulichkeit zu fangen...
      Nero ließ seinen Blick umherschweifen und erkannte in dem Schutthaufen eine schwächere Stelle an welcher er sogleich begann die Brocken beiseite zu räumen, um zumindest den Ansatz eines Durchgangs freizuräumen. Wenn tatsächlich eine Abscheulichkeit diese Explosion verursacht hatte, könnte das die ganze Situation verkomplizieren, vor allem wenn hier nun ein Gemetzel stattfinden würde, während die dunkle Brut auf dem Vormarsch war und offenbar sich mittlerweile schon nah genug am Turm befand...
      Sobald Nero die Öffnung weit genug geöffnet hatte, kam ihm schlagartig Hitze entgegen und erneut einen Rauchschwall, den er diesmal allerdings nicht Staub, sondern Feuer zu ordnen konnte. Was passierte hier gerade? Eilig räumte er den Weg noch ein wenig freier, bevor er durch die Öffnung schlüpfte und sich in dem Flammenmeer um sich herum umsah. Feuer fraß die umliegenden Holzregale, welche zahlreiche zerborstene Fläschchen beinhalteten, zügig auf, während die Flammen sich bis zur Decke erstreckten und dort eine Wolke aus Rauch sammelte. Aus dem Augenwinkel entdeckte Nero eine Bewegung, war sich aber unsicher, ob er sich diese nur eingebildet hatte oder ob das der Unruhestifter war... oder waren hier womöglich auch Unschuldige? Nun es war nicht auszuschließen, dass hier unten womöglich auch Magier, Besänftigte und Templer um die Zeit arbeiteten... was auch immer das hier war...
      "Hallo?", rief er laut über das Knacken und Zischen der Flammen, wenngleich er sich nicht sicher war, ob man seine Stimme auch nur ansatzweise vernehmen konnte.
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    • Chronos

      Chronos hatte schon immer eine Schwäche für Elementarmagie gehabt. Er liebte den Anblick lodernder Flamme, welche sich in seinen eisigen Augen widerspiegelte. Er liebte die Macht des Eises, welches ihn so gut repräsentierte, dass er zwischenzeitlich glaubte gegen Kälte immun zu sein. Er liebte das Tanzen der Blitze am dunklen Nachthimmel. Eigentlich liebte der Magier jede Form von Magie. Magie war niemals böse, lediglich der Anwender machte sie dazu und darum widerstrebte es ihm zu tiefst, dass sich die Templer und auch andere Unwissende die Freiheit herausnahmen, sie als böse oder widerwärtig zu bezeichnen. Magie war so vieles mehr. Sie konnte Kunst sein, sie konnte heilen und sie konnte verzaubern. Während die Flammen um ihn herum züngelten, verschonte sowohl der Rauch als auch die Hitze ihn. Sein eisiger Blick beobachtete das Flammenmeer, während das Knacken der zerborstenen Phylakterien eine gewisse Befriedigung darstellten. Der Magier wusste nicht genau, welches davon sein Fläschchen war, aber das machte nichts. Sie wurden nun alle samt verschlungen und Chronos hatte damit vielen Magiern die Freiheit geschenkt. Gut, vielleicht hatte er dem ein oder anderen Kriminellen damit ebenfalls ein Hintertürchen geöffnet, aber darauf konnte er nun wirklich keine Rücksicht nehmen. Sollte er nun Schuld daran tragen, dass ein Verbrecher nun nicht aufgespürt werden konnte, würde ihn vielleicht eines Tages sein Karma richten und Chronos würde es akzeptieren. Jetzt aber musste er hier verschwinden.
      Der Schwarzhaarige riss sich also von diesem befriedigenden Anblick weg und wäre es um ihn herum nicht so laut gewesen, hätte er vielleicht bemerkt, dass etwas nicht stimmte, aber weder vernahm er das Geschrei welches durch den finsteren Turm ertönte, noch die Stimme welche in die Flammen rief.
      Er könnte versuchen die Wand zu sprengen, um in die Freiheit zu gelangen, aber so instabil wie dieses verfluchte Gebäude war, würde es keiner weiteren Explosion standhalten und Chronos wollte keine Unschuldigen verletzten.
      Also musste er den ganzen langen Weg wieder zurück und sicherlich hatten die Templer bereits Alarm geschlagen. Nicht einmal komplett betrunken hätte man diesen Krach, denn er veranstaltet hatte überhört.
      Schnell wandte er sich also zu dem Weg zu dem er gekommen war. Die Flammen würden von allein versiegen, vor allem würden die Templer die Magie hier unten ohnehin sofort bannen, also bestand für den Turm keine Gefahr. Außerdem war es hier unten so dermaßen nass, dass sich das Feuer nicht ausbreiten würde.
      Chronos hatte sich darauf eingestellt, den Schutt zur Seite zu räumen, aber merkwürdigerweise war der Weg nach draußen, abgesehen von der dicken Rauchschwade komplett frei. Waren die Templer schon hier?
      Verdammt, dass war zu schnell. Er musste hier weg. Gerade als er sich vorbereitete zu rennen, stieß er gegen eine harte Panzerrüstung. Sie fühlte sich kalt in seinem Gesicht an.
      Ein Templer?! Schnell machte er einen Schritt zurück und hob die Hände. Mit einem Zauber ließ er den Rauch verschwinden und machte sich schon darauf gefasst, in die Visage von Gregoir zu blicken, aber das tat er nicht.
      Vor ihm stand der jüngere Wächter, mit dem rabenschwarzen Haar und den dunklen geheimnisvollen Augen. Er hatte sich eine Maske über das Gesicht gezogen und starrte ihn an, als hätte er erwartet hier unten Dunkle Brut anzutreffen.
      Wahrscheinlich war ihm ein Gemlok – nicht das Chronos je einem begegnet wäre, er kannte sie nur aus den Büchern - lieber als einen Magier den er sicherlich wie alle anderen auch als Abscheulichkeit verbuchte.
      "Eine Erklärung würde zu lange dauern, aber ich versichere euch, dass ich nicht gegen euch kämpfen möchte." Chronos Stimme war wie immer sehr ruhig und ohne jegliche Provokation in der Stimmfarbe als er mit dem Wächter sprach, während seine Ohren lauschten, ob bereits der erste Templer unterwegs war.


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    • NERO
      Auf seine Rufe reagierte niemand, doch das wunderte ihn bei diesem Flammenmeer und der damit verbundenen lauten Kulisse kaum. Ein wenig kämpfte er sich durch den dichten Rauch nach vorne, ehe er plötzlich spürte, wie eine Gestalt an ihn prallte und sich kurz daraufhin der Rauch ein wenig lichtete. Seine dunklen Augen blickten in helle Blaue, die ihm sogar zu bekannt vorkamen, als dass er sich nicht an dieses Gesicht erinnern würde. Schließlich hatte er vor einigen Stunden eben jenen Mann aufgefangen, als er aus einem Schacht in der Decke direkt in seine Arme gefallen war. Schicksal? Wohl kaum... er war mit sehr großer Wahrscheinlichkeit der Unruhestifter, der hier einen Eingang explodieren ließ und diesen Raum in ein Flammenmeer getaucht hatte... Erstaunlich dass er das ganze getan hatte, ohne sich in einen Dämon zu verwandeln, wenngleich Nero nicht ausschließen konnte, dass das nicht noch auf der Liste seines Gegenübers stand. Dass dieser außerdem versuchte ihn schlichtweg abzuwimmeln, indem er betonte, dass er nicht mit ihm kämpfen wollte, grenzte auch schon an Absurdität... erwartete er ernsthaft, dass Nero ihn nach dieser Aussage einfach gehen lassen würde?
      "Ihr habt eine Explosion ausgelöst und fackelt hier gerade alles ab... und ich soll euch einfach alleine gehen lassen?", erwiderte Nero beinahe ungläubig, während seine Hand nun an den EInhänder an seiner Hüfte geglitten war, er dessen Griff umfasste und die Waffe langsam aus seiner Scheide zog. "Ich bin mir sicher, dass ihr eure Gründe habt, allerdings müsst ihr gestehen, dass das hier..." Nero deutete auf ihre lichterloh brennende Umgebung "... kein gutes Licht gerade auf euch wirft."
      Ein Schauer überkam Nero plötzlich und ein Surren vernahm der graue Wächter tief im inneren seines Gehörgangs, als würde dieser Ton nicht von seiner Umgebung stammen und all die umliegenden Geräusch überschatten. Das Surren nun zu ignorieren würde deutlich schwerer werden... und das wäre auch eine verdammt schlechte Idee, wenn er danach ging. Nero packte den Magier vor sich am Arm, während seine Blick allerdings deutlich unruhiger die Umgebung absuchte. Was, wenn ein Teil der tiefen Wege nahe des Turms entlangführten? Was, wenn diese Explosion und das Feuer die dunkle Brut anlockten?
      Nero zog leicht die Brauen zusammen, beruhigte sich aber zumindestens damit, dass er keine Schäden in den umliegenden Mauern entdecken konnte und außer den hölzernen Regalen die Flammen kaum Futter in diesem Raum zu finden schienen... womöglich könnte das Feuer bald gelöscht werden, damit war aber mit Sicherheit noch nicht das Problem gelöst.
      Sie mussten hier heraus und den Weg, den Nero sich hier herein gebahnt hatte, war aktuell wohl die einzige Möglichkeit auch wieder herauszukommen.
      "Wir sollten hier raus." Damit schob Nero den anderen ein wenig in Richtung der Öffnung, während sein Blick selbst ein weiteres Mal in den brennden Raum zurück glitt, während seine Sinne absolut verrückt spielten. Das war nicht nur eine Warnung... die dunkle Brut war beängstigend nahe und es beharrte Nero nicht, dass er nicht greifen konnte, wie nah sie waren und von wo er mit ihnen rechnen musste.
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    • Chronos

      Chronos hatte erwartet einem Templer über den Weg zu laufen. Er hatte sogar damit gerechnet, dass es bei seinem Pech sogar Gregoir sein würde. Gerade dem Wächter als erstes zu begegnen hatte er nicht erwartet. Das Glück des Tevinteraner hielt sich wirklich sehr stark in Grenzen. Chronos fragte sich ja, was er im Leben alles verbrochen haben musste, dass er ausgerechnet in diesem Turm gelandet war und dann auch noch sämtliche Fluchtversuche so kläglich scheiterten. Natürlich wäre er eventuell früher hier herausgekommen, aber er war kein Mörder und wollte niemanden verletzen. Da ihn aber langsam die Verzweiflung gepackt hatte, hatte er sogar einen Kampf in Erwägung gezogen. Gegen einen Grauen Wächter anzutreten allerdings....Nein, das musste nun wirklich nicht sein. Seine aufmerksamen eisblauen Augen verfolgten die Bewegung des anderen, als dieser zu seinem Einhänder griff. "Nun....ihr habt damit eindeutig recht." ruhig blickte er hinter sich auf die Trümmer, während er einen der kleineren Steine mit seinem Fuß zur Seite schob. Hinter ihm tobten die Flammen nach wie vor ein wenig sehr dramatisch. "Der Anblick wirft tatsächlich kein gutes Bild auf mich." Chronos Stimme war ruhig, sanft und erschreckend gefasst. Eine Eigenschaft die ihm einfach angeboren war. Es war nicht so als wäre er im Augenblick nicht äußerst beunruhigt. Allerdings war sein Naturell einfach rational und er wusste das ihm jetzt wohl kaum ein Wutausbruch weiterhelfen würde. Zudem war es für einen Magier gefährlich wenn er Emotionen zu sehr erlag, weshalb Chronos schon immer darauf bedacht war möglichst ein inneres Gleichgewicht zu bewahren. Das gelang ihm mal mehr und mal weniger gut. "Wisst ihr, was hier unten ist?", fragte er den Wächter daher und deutete hinter sich. "Hier bewahrt der Turm die Phylakterien aller Magier des Turms auf. Unfreiwillig abgenommenes Blut, mit dem sie uns ein Leben lang auf Schritt und Tritt verfolgen können. Ich stamme nicht aus Ferelden und sollte gar nicht hier sein. Ich will niemanden etwas böses...ich möchte lediglich nach Hause." ob er mit seiner Erklärung bei einem hart gesottenen Krieger Erfolg hatte, wusste er nicht aber es war nun einmal die Wahrheit. Chronos wollte einfach nur zurück in seine Heimat, mehr begehrte er nicht. Nun das und er wollte herausfinden, warum er hier überhaupt war. Allerdings reagierte der junge Wächter vor ihm äußerst merkwürdig. Er wirkte nicht so, als würde er sich auf ihn konzentrieren, sondern viel mehr auf etwas anderes. Sein Blick verriet, dass ihm etwas äußerst unangenehm war und Chronos glaubte das nicht er es war....nun vielleicht ein wenig. Aber der Magier schien nicht der Hauptgrund für die Veränderung im Verhalten des anderen zu sein.
      "Geht es euch gut?", fragte er nach, wurde aber am Arm gepackt und mit sich gezogen. Natürlich widerstrebte es dem Aristokraten in ihm zutiefst, wenn man so mit ihm umging. Allerdings musste er ohnehin hier raus, auch wenn er nicht mit einer Eskorte durch den Wächter gerechnet hatte. Ob auf ihn oben Templer warten wusste er nicht, aber gedanklich machte er sich bereits darauf gefasst.
      Allerdings...sein Blick wanderte zu dem Dunkelhaarigen. Irgendetwas stimmte offenbar ganz und gar nicht.


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    • NERO
      Er hatte mit Sicherheit nicht damit gerechnet hier unten im Flammenmeer auf den rebellischen Magier von zuvor zu stoßen und noch weniger, dass dieser dieses Chaos überhaupt verursacht hatte. Auf der anderen Seite hätte es den Antivaner allerdings nicht wundern sollen, schließlich schien es sich bei dem dunkelhaarigen jungen Mann mit diesen unfassbar blauen Augen um einen Unruhestifte der besonderen Art zu handeln, wenn er innerhalb von nicht einmal zwölf Stunden versuchte aus dem Turm auszubrechen und dessen Keller komplett in Brand zu setzen. Die Templer und der erste Verzauberer hatten beinahe genervt gewirkt, als sie ihn zuvor bei seinem Ausbruchsversuch geschnappt hatten und so langsam glaubte Nero wirklich, dass diese Versuche seinerseits hier an der Tagesordnung waren. Es war fast schon enttäuschend, dass er wohl bisher nie von Erfolg gekrönt worden war... Nero konnte nachvollziehen, warum man hier schließlich schnellstens weg wollte. Er selbst hatte in Antiva deutlich hübschere Gefängnisse von innen gesehen und dennoch wenig Interesse daran gehabt in diesen Langzeitresident zu bleiben.
      Er hatte den Magier vor sich ein wenig kritischer beäugt und seine Skepsis ausgedrückt bezüglich seiner Behauptung, dass er nicht kämpfen wollte, wenngleich Nero bei der anschließenden Erklärung bezüglich der Blutphiolen tatsächlich sogar ein wenig Sympathie für ihn aufbrachte. Er hatte in Antiva bisher nur sehr wenig mit Magiern zu tun gehabt und wenn dann waren sie Auftraggeber gewesen... In Ferelden wiederum hatte er schnell gelernt, dass Magier schlichtweg eine der vielen Gruppierungen waren, die in diesem tristen Land unterdrückt wurden und während Nero sich nicht ganz ausmalen konnte, was man genau mit dem Blut eines Magiers anstellen konnte, vermutete er nichts Gutes dahinter, wenn die damit gefüllten Phiolen einen gesamten Keller ausstatten konnten. Nero war sich bei den Worten des anderen nicht sicher, ob dieser mit seiner Heimwehgeschichte nur versuchte Sympathier und Mitleid zu erhalten oder ob es sich dabei um seine ehrlichen Gefühle handelte... so oder so mussten sie hier aber heraus... wenn nicht wegen des Feuers, dann auf jeden Fall wegen des dröhnenden Surrens in Neros Kopf, welches immer stärker wurde und seine Vorahnung leider nur noch mehr untermalte.
      Also packte er kurzerhand den anderen am Arm und schob ihn durch die Öffnung aus dem Kellerraum heraus, zurück zu der schweren steinernen Wendeltreppe an deren Fuß sie nun eine handvoll Templer anstarrten - Waffen gezogen und mit wutverzerrten Gesichtern, welche voll und ganz auf den Magier gerichtet waren.
      "Chronos!!!", schrie einer der Neuankömmlinge wütend, während ein weiterer zu Nero blickte und mit einer Handbewegung ihm andeutete zur Seite zu gehen. Nero blinzelte wiederum einige Male... seinen Einhänder noch immer fest im Griff, während er zwischen Chronos und den Templern hin und herblickte.
      "Geht zur Seite Wächter. Wir kümmern uns schnell um diesen Sohn einer Hündin und ihr müsst euch nicht länger mit ihm beschäftigen."
      Erneut blinzelte Nero, ehe ihn eine weitere Welle des Unbehagens überkam und sein Blick langsam zur hinaufgehenden Treppe glitt. Scheiße... kam dieses Gefühl etwas gar nicht aus dem Untergrund sondern... von oben? Neros Blut gefror und er sah zu den Templern. Er konnte förmlich vor seinem inneren Auge sehen, wie diese Deppen von Ogern in zwei Stücke gerissen wurden. Der Magier wiederum... er mochte absolut nicht nach den Regeln zu spielen, schien aber genug Kraft zu haben, um einen ganzen Keller zu sprengen... Und Duncan schien Interesse an ihm gefunden zu haben... Nun gut... dann hatte der Magier also gewonnen.
      Nero hob sein Schwert, während er langsam eine Verteidigungsposition annahm, sich dabei leicht vor Chronos positionierend.
      "Tut mir ja Leid, aber er steht nun unter dem Schutz der grauen Wächter."
      ღ For my adorable Shadowhunter ღ