Vorstellung --> War of Gods [Watermoon feat. Pumkin]
"Die Yazata haben sich die Türkei gekrallt," beschwerte sich Eris. "Ich wette, die marschieren als nächstes nach Norden und versuchen, sich Byzanz zu schnappen."
"Byzanz gibt es doch schon lange nicht mehr," wandte Erebos ein, wohlwissend, dass seine Stieftochter kein bisschen zuhörte.
"Dann eben den Rest von was mal Byzanz war!"
Hm. Vielleicht hörte sie ja doch zu.
"Mein Punkt ist, dass sie uns Land wegnehmen und sich dabei immer weiter an die Römer annähern. Ich wette sie arbeiten mit den Römern zusammen. Mithras, dieser kleinen Kakerlake, ist es auf jeden Fall zuzutrauen. Der wollte doch schon immer mit den richtigen Göttern spielen."
Erebos verzog bei der Erwähnung dieses Names kurz das Gesicht. Er mochte Sonnengötter einfach nicht besonders. Die waren immer so... hell.
"Kannst du nicht mit Than sprechen? Ich könnte seine Hilfe echt gebrauchen."
Und da war er: der Grund für Eris' Besuch. Sie kotzte sich gern bei Erebos aus, so war das nicht, aber sie beschwerte sich nur selten über irgendwelche Probleme, die sie eindeutig mit Gewalt lösen konnte. Jedes Mal, wenn sie mit einem Problem zu ihm kam, dann hieß das meistens, dass sie seine Hilfe brauchte - insbesondere mit irgendwelchen Dingen, die einer verbalen Herangehensweise bedurften. Eris war nicht besonders gut darin, ihre Worte zu benutzen. Erebos konnte es ihn nicht verübeln; so war sie eben nicht geschaffen.
"Selbst wenn ich mit ihm sprechen würde, du weißt ganz genau, dass Krieg nicht sein Ding ist."
Eris schnaubte.
"Aber," fuhr Erebos fort. "Ich kann Oizys fragen."
Die Augen seiner Stieftochter - blutrot durch und durch - weiteten sich und ein Grinsen breitete sich auf ihrem vernarbten Gesicht aus. Der Grund mochte unangenehm sein, aber Erebos liebte es, wenn sie wieder aussah wir früher, als sie noch klein gewesen war und ihr größtes Ziel im Leben darin gelegen hatte, die Schere ihrer Schwestern Klotho, Lachesis und Atropos zu klauen, damit sich die drei zankten.
"Das würdest du?" fragte sie voller Hoffnung.
Erebos konnte nicht anders und lächelte ein bisschen. Eris war so leicht zufrieden zu stellen.
"Natürlich."
Mit einem Quietschen, das nicht unbedingt nach der Göttin der Zwietracht und des Streites klang, warf sich Eris um seinen Hals und drückte ihn so fest, dass seine Knochen zu protestieren begannen, auch wenn sie ihn niemals verletzen würde.
"Danke danke danke! Du bist der Beste, Dad!"
Er wuschelte ihr durch die Haare, bevor sie ihn losließ.
"Ich geh Ares Bescheid sagen! Er soll seine Mädels einsammeln und dann treten wir diesen persischen Arschlöchern in den Arsch!"
Sie sprang vom Dach und flog davon. Erebos konnte nur den Kopf über ihre poetische Wortwahl schütteln, während er ihn nachsah.
"Wenigstens hat sie Spaß," seufzte er und hob den Blick gen Sternenhimmel.
Nyx hatte sich dagegen entschieden, auf die Erde zu kommen. Sie war an der Seitenlinie schon immer zufriedener gewesen. Erebos eigentlich auch, aber die Seitenlinie war so langweilig geworden, seit die Menschen aufgehört hatten, den Göttern zuzuhören. Er hätte sich eigentlich denken können, dass Zeus und seine Geschwister sich nur daneben benehmen würden, sobald sie sich wieder unter die Menschen gemischt hatten. Nie hätte Erebos erwartet, dass es so ausarten würde.
Er schloss die Augen und atmete tief durch. Er konnte Nyx spüren, aber wie immer blieb sie still. Er verübelte es ihr nicht. Er hatte seine Entscheidung getroffen und sie die ihre. Ob sie nun hier war oder nicht spielte kaum eine Rolle, er redete so oder so mit ihr. Im Gegensatz zu ihrer Tochter konnte sich Erebos nämlich auch einfach so auskotzen, ohne Hilfe bei irgendetwas zu brauchen. Außerdem wusste er ganz genau, dass sie ihm das Ganze hier so sehr unter die Nase reiben würde.
"Dann will ich mal unsere Tochter fragen, ob sie in den Krieg mit den Persern ziehen will. Und vielleicht mit den Römern."
Erebos verließ das Dach des Hochhauses, dass er sich unter den Nagel gerissen hatte, kaum dass die Götter die Apokalypse der Menschheit erklärt hatten. Das Haus war seine kleine Insel des Friedens, wo er sich nicht mit irgendwelchen Schlachtplänen herumschlagen musste. Kein anderer Gott hatte Zugang zu diesem Gebäude, wenn er es nicht erlaubte - und als Grieche nahmen er und der Rest seines Pantheons Xenios sehr ernst. Ausländische Götter hielten sich ebenfalls an diese Regeln, da sich niemand mit dem gesamten Pantheon anlegen wollte. Selbst Götter waren in der Lage, sich zurückzuhalten, wenn sie es wirklich mussten.
Er ließ sich vom Aufzug ganz nach unten ins Erdgeschoss bringen, wo die Menschen, die sein Zeichen trugen, brav ihrer Arbeit nachgingen. Die Hälfte von allen Menschen, die in seinem Dienste standen, war blind - was sie perfekt für seine Vorliebe für dunkle Räume machte. Sie konnten sich ungehindert bewegen, ohne jemals das Licht einschalten zu müssen. Die andere Hälfte musste in stark gedimmten Licht auskommen. Sie durften das Licht ein wenig aufdrehen, wenn sie wussten, dass er nicht da war, aber da man nie wissen konnte, wann ein Gott sich dazu entschied, aufzutauchen, mieden es die meisten. Viel zu sehen gab es sowieso nicht - Erebos hatte nie wirklich etwas in dem Gebäude verändert und anders als die meisten anderen Götter behielt er die Menschen, die für ihn arbeiteten relativ lange; sie kannten sich also alle recht gut aus.
Als er im Erdgeschoss aus dem Aufzug stieg, wurde er von einem Menschen in Empfang genommen. Der Mann verneigte sich so tief, dass er eigentlich nur Erebos' nackte Füße zu Gesicht bekommen konnte.
"Meister," grüßte der Mann. "Die Gruppe der Neuen ist bereit, von Euch begutachtet zu werden."
Hm. Da war ja was. Apollo war langweilig gewesen und er hatte beim Zielschießen auf Menschen aus versehen eine Gruppe von Erebos' Boten ausgeschaltet. Hermes ärgerte ihn heute noch - drei Monate später - deswegen, weil Apollo ihn dazu abgestellt hatte, Erebos' Botengänge zu erledigen, bis Nachschub da war. Dabei ging es nicht darum, dass Hermes plötzlich so viel zu tun hatte, sondern viel eher darum, dass Apollo das einfach mal so beschlossen hatte, ohne Hermes vorher zu fragen. Erebos mochte Hermes. Er war einer der wenigen jungen Götter, die nicht schreiend vor ihm und Nyx davon gerannt war, sobald sie ihn nur angesehen hatten. Er brachte immer ein bisschen Schwung in die Bude, auch wenn seine Besuche nur selten gewesen waren.
"Bring mich zu Ihnen," befahl Erebos.
"Meister?"
"Du hast meine Worte und deren Bedeutung doch verstanden, oder?"
"Ja natürlich, Meister. Es ist nur... normalerweise lasst Ihr die Neuen doch zu Euch kommen?"
Erebos seufzte. Er legte dem Mann zwei Finger unter das Kinn und zwang ihn dazu, sich aufzurichten und ihn anzusehen. Der Mann versteifte sich sofort. Er hatte so viel Angst, dass er nicht einmal zittern konnte. Dabei war Erebos noch einer der netten Götter.
"Ich weiß, dass ihr es nicht gewöhnt seid, wenn ich meine Pläne ändere, aber manchmal kommt das vor," sagte Erebos sanft. "Ich habe meine Gründe und du hast nicht das Recht, diese zu hinterfragen. Verstanden?"
Der Mann nickte hektisch.
"Gut," Erebos lächelte und ließ den Mann los. "Dann bring mich jetzt zu den Neuen Boten."
Der Mann drehte sich ohne ein weiteres Wort um und führte Erebos in die Tiefgarage des Gebäudes, wo eine kleine Gruppe Menschen wartete. Manche Götter zogen es vor, sich einen eigenen Sicherheitsdienst heranzuziehen, aber Erebos kümmerte sich nur wenig darum. Er konnte nicht sterben und er hatte nichts von anderen Göttern zu befürchten, solange sich Eris und Ares und all die anderen Kriegstreiber um die Grenzen kümmerten.
"Neuankömmlinge. Das ist unser Meister - euer neuer Herr, sollte er euch als würdig empfinden - Erebos."
"Byzanz gibt es doch schon lange nicht mehr," wandte Erebos ein, wohlwissend, dass seine Stieftochter kein bisschen zuhörte.
"Dann eben den Rest von was mal Byzanz war!"
Hm. Vielleicht hörte sie ja doch zu.
"Mein Punkt ist, dass sie uns Land wegnehmen und sich dabei immer weiter an die Römer annähern. Ich wette sie arbeiten mit den Römern zusammen. Mithras, dieser kleinen Kakerlake, ist es auf jeden Fall zuzutrauen. Der wollte doch schon immer mit den richtigen Göttern spielen."
Erebos verzog bei der Erwähnung dieses Names kurz das Gesicht. Er mochte Sonnengötter einfach nicht besonders. Die waren immer so... hell.
"Kannst du nicht mit Than sprechen? Ich könnte seine Hilfe echt gebrauchen."
Und da war er: der Grund für Eris' Besuch. Sie kotzte sich gern bei Erebos aus, so war das nicht, aber sie beschwerte sich nur selten über irgendwelche Probleme, die sie eindeutig mit Gewalt lösen konnte. Jedes Mal, wenn sie mit einem Problem zu ihm kam, dann hieß das meistens, dass sie seine Hilfe brauchte - insbesondere mit irgendwelchen Dingen, die einer verbalen Herangehensweise bedurften. Eris war nicht besonders gut darin, ihre Worte zu benutzen. Erebos konnte es ihn nicht verübeln; so war sie eben nicht geschaffen.
"Selbst wenn ich mit ihm sprechen würde, du weißt ganz genau, dass Krieg nicht sein Ding ist."
Eris schnaubte.
"Aber," fuhr Erebos fort. "Ich kann Oizys fragen."
Die Augen seiner Stieftochter - blutrot durch und durch - weiteten sich und ein Grinsen breitete sich auf ihrem vernarbten Gesicht aus. Der Grund mochte unangenehm sein, aber Erebos liebte es, wenn sie wieder aussah wir früher, als sie noch klein gewesen war und ihr größtes Ziel im Leben darin gelegen hatte, die Schere ihrer Schwestern Klotho, Lachesis und Atropos zu klauen, damit sich die drei zankten.
"Das würdest du?" fragte sie voller Hoffnung.
Erebos konnte nicht anders und lächelte ein bisschen. Eris war so leicht zufrieden zu stellen.
"Natürlich."
Mit einem Quietschen, das nicht unbedingt nach der Göttin der Zwietracht und des Streites klang, warf sich Eris um seinen Hals und drückte ihn so fest, dass seine Knochen zu protestieren begannen, auch wenn sie ihn niemals verletzen würde.
"Danke danke danke! Du bist der Beste, Dad!"
Er wuschelte ihr durch die Haare, bevor sie ihn losließ.
"Ich geh Ares Bescheid sagen! Er soll seine Mädels einsammeln und dann treten wir diesen persischen Arschlöchern in den Arsch!"
Sie sprang vom Dach und flog davon. Erebos konnte nur den Kopf über ihre poetische Wortwahl schütteln, während er ihn nachsah.
"Wenigstens hat sie Spaß," seufzte er und hob den Blick gen Sternenhimmel.
Nyx hatte sich dagegen entschieden, auf die Erde zu kommen. Sie war an der Seitenlinie schon immer zufriedener gewesen. Erebos eigentlich auch, aber die Seitenlinie war so langweilig geworden, seit die Menschen aufgehört hatten, den Göttern zuzuhören. Er hätte sich eigentlich denken können, dass Zeus und seine Geschwister sich nur daneben benehmen würden, sobald sie sich wieder unter die Menschen gemischt hatten. Nie hätte Erebos erwartet, dass es so ausarten würde.
Er schloss die Augen und atmete tief durch. Er konnte Nyx spüren, aber wie immer blieb sie still. Er verübelte es ihr nicht. Er hatte seine Entscheidung getroffen und sie die ihre. Ob sie nun hier war oder nicht spielte kaum eine Rolle, er redete so oder so mit ihr. Im Gegensatz zu ihrer Tochter konnte sich Erebos nämlich auch einfach so auskotzen, ohne Hilfe bei irgendetwas zu brauchen. Außerdem wusste er ganz genau, dass sie ihm das Ganze hier so sehr unter die Nase reiben würde.
"Dann will ich mal unsere Tochter fragen, ob sie in den Krieg mit den Persern ziehen will. Und vielleicht mit den Römern."
Erebos verließ das Dach des Hochhauses, dass er sich unter den Nagel gerissen hatte, kaum dass die Götter die Apokalypse der Menschheit erklärt hatten. Das Haus war seine kleine Insel des Friedens, wo er sich nicht mit irgendwelchen Schlachtplänen herumschlagen musste. Kein anderer Gott hatte Zugang zu diesem Gebäude, wenn er es nicht erlaubte - und als Grieche nahmen er und der Rest seines Pantheons Xenios sehr ernst. Ausländische Götter hielten sich ebenfalls an diese Regeln, da sich niemand mit dem gesamten Pantheon anlegen wollte. Selbst Götter waren in der Lage, sich zurückzuhalten, wenn sie es wirklich mussten.
Er ließ sich vom Aufzug ganz nach unten ins Erdgeschoss bringen, wo die Menschen, die sein Zeichen trugen, brav ihrer Arbeit nachgingen. Die Hälfte von allen Menschen, die in seinem Dienste standen, war blind - was sie perfekt für seine Vorliebe für dunkle Räume machte. Sie konnten sich ungehindert bewegen, ohne jemals das Licht einschalten zu müssen. Die andere Hälfte musste in stark gedimmten Licht auskommen. Sie durften das Licht ein wenig aufdrehen, wenn sie wussten, dass er nicht da war, aber da man nie wissen konnte, wann ein Gott sich dazu entschied, aufzutauchen, mieden es die meisten. Viel zu sehen gab es sowieso nicht - Erebos hatte nie wirklich etwas in dem Gebäude verändert und anders als die meisten anderen Götter behielt er die Menschen, die für ihn arbeiteten relativ lange; sie kannten sich also alle recht gut aus.
Als er im Erdgeschoss aus dem Aufzug stieg, wurde er von einem Menschen in Empfang genommen. Der Mann verneigte sich so tief, dass er eigentlich nur Erebos' nackte Füße zu Gesicht bekommen konnte.
"Meister," grüßte der Mann. "Die Gruppe der Neuen ist bereit, von Euch begutachtet zu werden."
Hm. Da war ja was. Apollo war langweilig gewesen und er hatte beim Zielschießen auf Menschen aus versehen eine Gruppe von Erebos' Boten ausgeschaltet. Hermes ärgerte ihn heute noch - drei Monate später - deswegen, weil Apollo ihn dazu abgestellt hatte, Erebos' Botengänge zu erledigen, bis Nachschub da war. Dabei ging es nicht darum, dass Hermes plötzlich so viel zu tun hatte, sondern viel eher darum, dass Apollo das einfach mal so beschlossen hatte, ohne Hermes vorher zu fragen. Erebos mochte Hermes. Er war einer der wenigen jungen Götter, die nicht schreiend vor ihm und Nyx davon gerannt war, sobald sie ihn nur angesehen hatten. Er brachte immer ein bisschen Schwung in die Bude, auch wenn seine Besuche nur selten gewesen waren.
"Bring mich zu Ihnen," befahl Erebos.
"Meister?"
"Du hast meine Worte und deren Bedeutung doch verstanden, oder?"
"Ja natürlich, Meister. Es ist nur... normalerweise lasst Ihr die Neuen doch zu Euch kommen?"
Erebos seufzte. Er legte dem Mann zwei Finger unter das Kinn und zwang ihn dazu, sich aufzurichten und ihn anzusehen. Der Mann versteifte sich sofort. Er hatte so viel Angst, dass er nicht einmal zittern konnte. Dabei war Erebos noch einer der netten Götter.
"Ich weiß, dass ihr es nicht gewöhnt seid, wenn ich meine Pläne ändere, aber manchmal kommt das vor," sagte Erebos sanft. "Ich habe meine Gründe und du hast nicht das Recht, diese zu hinterfragen. Verstanden?"
Der Mann nickte hektisch.
"Gut," Erebos lächelte und ließ den Mann los. "Dann bring mich jetzt zu den Neuen Boten."
Der Mann drehte sich ohne ein weiteres Wort um und führte Erebos in die Tiefgarage des Gebäudes, wo eine kleine Gruppe Menschen wartete. Manche Götter zogen es vor, sich einen eigenen Sicherheitsdienst heranzuziehen, aber Erebos kümmerte sich nur wenig darum. Er konnte nicht sterben und er hatte nichts von anderen Göttern zu befürchten, solange sich Eris und Ares und all die anderen Kriegstreiber um die Grenzen kümmerten.
"Neuankömmlinge. Das ist unser Meister - euer neuer Herr, sollte er euch als würdig empfinden - Erebos."
