⊹☆Echos von Licht und Schatten★⊹ ☾Rou♥Nim☽

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    • ⊹☆Echos von Licht und Schatten★⊹ ☾Rou♥Nim☽

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      In Eldoria herrschte seit Urzeiten ein zerbrechliches Gleichgewicht zwischen Aelia, der strahlenden Herrin des Lichts, und Nemesis, der gnadenlosen Magierin der Schatten. Ihre gegensätzlichen Kräfte hielten die Welt im Wandel – bis Aelia eines Tages spurlos verschwand. Mit ihrem Tod drohte das Reich in Dunkelheit zu versinken. Doch die Lichtmagierin hatte vorgesorgt: Tief in ihrem verlassenen Palast ruhte ein legendärer Schatz, der nicht nur Reichtum barg, sondern die Essenz ihres Erbes – der Schlüssel, um das Licht neu zu entfachen.
      Als die Tore des Palastes sich öffneten, begann eine fieberhafte Jagd. Die junge Erial wagte sich in Aelias mystischen Turm, löste uralte Rätsel und überwand mächtige Bannsprüche. Doch als sie eine geheimnisvolle Spindel berührte, fiel sie in einen magischen Schlaf – hundert Jahre lang.
      Erst ein forsch gestohlener Kuss weckte sie wieder: von Rowan, einem waghalsigen Dieb, der alles andere als ein Märchenprinz war. Widerwillig mussten beide feststellen, dass die Spindel selbst der aktivierte Schlüssel zu einer magischen Karte war, die direkt zu Aelias größtem Artefakt
      führte – einem weltenlenkenden Relikt, das nur durch die Lösung eines
      uralten Dungeons und ein gefährliches Kontrollritual vollständig
      entfesselt werden konnte.
      Doch Rowan hatte ein düsteres Geheimnis. Er war der gebundene Diener von Nemesis, an die er aus verborgenen Gründen seine Seele verloren hatte. Um seine Freiheit zurückzugewinnen, brauchte er Erial und sie brauchte den Schatz, um Eldoria zu retten.
      So begann ein widerwilliges Bündnis voller Misstrauen, Magie und unausweichlichem Schicksal. Denn im Echo von Licht und Schatten entschied sich, wem die Zukunft Eldorias gehörte.
      ☆Erial (Aelia) @Nimue
      ★Rowan (Nemesis) @DeeplyRouge
      *~zur Vorstellung ~[/i]


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      Atlas

      Der Abenteurer wusste, dass er Rowan eines Tages verfluchen würde. Zumindest redete er sich das ein, während er bereits zum dreizehnten Mal an diesem Nachmittag ein Dornengestrüpp zerschnitt, das eher einer wütenden Bestie als einem Rosenbusch glich. Blutrote Blüten funkelten wie spöttische Augen zwischen den Dornen, und jede Ranke traf seine Haut mit überraschender Zielgenauigkeit.
      Rowan hatte großspurig von 'vergessenen Schätzen' gesprochen, von altem Kostbarkeiten, vielleicht sogar magischen Artefakten. Atlas hatte darüber gelacht und die Wette angenommen doch nun war er es, der sich den Weg durch einen Garten bahnte, der aussah, als hätte jemand alte Legenden über Flüche und Schlafzauber in Stacheln gegossen. Dennoch blieb er Rowans Spuren dicht auf den Fersen; er vertraute zur Zeit und vor allem an diesen unbekannten Ort, niemandem so sehr wie ihm, selbst wenn der andere ihn geradezu ins Gestrüpp hineinmanövrierte.

      Als der Braunhaarige durch die letzte Rankenwand brach, stand das Schlösschen plötzlich vor ihm. Aus der Nähe wirkte es wie ein Traum, der zu bröckeln begonnen hatte: abgefallener Putz, verwitterte Reliefs, teilweise zerborstene Fenster und doch glimmte unter allem ein Hauch von vergangenem Glanz. Vergoldete Muster blitzten unter dem Schmutz hervor, verblasste Wappen schimmerten wie Erinnerungen an alte Festtage. Atlas strich mit den Fingern über eine Säule und spürte trotz des Staubs die feine Gravur darunter. Der Verfall konnte nicht verbergen, dass dieser Ort einst stolz gewesen war.
      Im Inneren umfing ihn Stille. Seine Schritte hallten über gesprungenen Marmor, Staub wirbelte in dünnen Lichtfäden, Spinnweben hingen wie graue Schleier über Spiegeln und Wandteppichen. Der junge Mann durchquerte einen Speisesaal mit verblassten Gold und Silber, eine Bibliothek voller Folianten, deren Rücken sich vom Gewicht der Jahre wölbten, ein Musikzimmer, dessen verstimmte Harfe stumm in der Ecke stand. Manchmal hörte er Rowan irgendwo weiter vorn einen Kommentar murmeln oder ein leises Lachen, doch Atlas blieb konzentriert und prüfte instinktiv jede Tür zuerst selbst.

      Schließlich erreichte er am Ende eines schmalen Korridors eine unscheinbare Holztür, beinahe verschluckt von Staub und Spinnweben, umwuchert von einer einzigen, halb abgestorbenen Rosenranke. Kein Wappen, keine Verzierung nur ein angelaufener Messinggriff. "Hmm...Sieht ganz und gar nicht nach einer Schatzkammer aus." murmelte Atlas, aber gerade das machte sie verdächtig. Er setzte die Schulter an und drückte sie auf. Hinter der Tür spiralte eine enge steinerne Treppe in die Höhe, so weit, dass das Ende im Dunkel verschwand. Der Abenteuerer begann den Aufstieg, Schritt für Schritt, die Luft wurde mit jedem Meter kälter, als stiege er nicht hinauf, sondern in eine tief vergrabene Erinnerung hinab. Der Turm schien endlos, wie eine Prüfung die nur seine eigenen Schritte begleiteten.
      Oben veränderte sich alles. Als er das Turmzimmer erreichte, war es, als träte er durch eine unsichtbare Schwelle.

      Der Modergeruch blieb zurück, der Staub der unteren Räume löste sich aus seinen Gedanken. Warmes Sonnenlicht fiel durch klare Scheiben, ein weicher Teppich dämpfte seine Schritte, helle Vorhänge rahmten die Fenster wie die Kulisse eines stillstehenden Augenblicks. Die Möbel wirkten, als habe sie niemand je berührt oder als wäre ihre Besitzerin nur kurz hinausgegangen.
      In der Mitte des Raumes stand ein Spinnrad aus Gold. Atlas blieb stehen. Die Speichen glänzten wie gebändigte Sonne, feine Gravuren zogen sich wie tanzende Linien über das Metall, Edelsteine funkelten an den Zierkanten. Doch der Halter der Spindel war leer. Jemand hatte sie entfernt oder im letzten Moment fortgerissen.
      Atlas öffnete den Mund für einen spöttischen Kommentar, doch dann sah er das Lager – und verstummte. Dort lag eine junge Frau in tiefem Schlaf, so vollkommen reglos, als sei sie einem Märchen entsprungen. Ihre Haut war makellos und hell, mit einem zarten Hauch von Rosa auf den Wangen, während eine Flut aus schokoladenbraunen Wellen ihr Haupt umrahmte und sich weich über das weiße Laken ergoss. Sie trug ein Gewand, das aus dem tiefsten Grün eines verwunschenen Waldes gewoben schien. Der schimmernde Samt des Kleides schmiegte sich an ihre Gestalt, am Dekolleté gesäumt von feiner, weißer Spitze, die wie gefrorener Gischt auf dunklem Wasser wirkte. Über ihren Schultern und dem Haar lag ein Schleier aus blutroter Seide, ein krasser, fast majestätischer Kontrast zum satten Smaragd ihres Kleides. Um ihren Hals und ihre Handgelenke wanden sich jedoch keine gewöhnlichen Juwelen: Lebendige, dornige Ranken umschlangen sie wie ein natürlicher Panzer, ein schützendes Geflecht aus zartem Grün, das ihre Verletzlichkeit bewachte.
      Inmitten dieser Pracht aus Grün und Rot ruhte sie, eingebettet in ein Meer aus tiefroten Rosen. Die Blütenköpfe drängten sich von allen Seiten an sie heran, als wollten sie die schlafende Schönheit vor der Welt verbergen.
      In ihren Händen hielt sie etwas fest umklammert. Erst als Atlas nähertrat, erkannte er die schlanke, glatte Form einer golden strahlenden Spindel. Sie war kaum größer als ihre Hand, doch ihre Spitze flammte im fahlen Licht gefährlich auf – ein glänzendes Instrument des Schicksals, das zugleich wie ein Schlüssel und eine Drohung wirkte. Ein prickelnder Schauer zog Atlas den Nacken entlang. Dies war kein Schatz, den man einfach wegtrug; dies war ein Bann, der darauf wartete, gebrochen zu werden. Kein Silber, kein Artefakt, das sich in eine Tasche stecken ließ. Irgendwo tief im Gemäuer hörte er Rowans entfernten Schritt, aber Atlas wusste, dass der entscheidende Moment ihm allein gehörte. Und zum ersten Mal seit Beginn ihrer Suche begriff er, dass der wahre Schatz vielleicht genau hier lag ... in Gestalt einer schlafenden Frau, deren Schicksal an einer goldenen Spindel hing, die sie wie ein Versprechen oder eine Warnung fest in Händen hielt.

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