Vorstellung --> A vampire Apocalypse [InsanePumpkin&Royal] - Vorstellung - ღAnime-Rpg-Cityღ
@RoyalMilkTea
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Unter den verwinkelten Gassen der Stadt erstreckte sich eine Kammer, so weitläufig, dass sie Echos vollständig verschluckte. Ihre Wände waren aus hellem Stein gehauen, der im Fackelschein schwach schimmerte, als ob der Stein selbst das Feuer in sich trüge. Die Luft war erfüllt von Wärme und einem leichten Duft nach Kräutern und Blut.
Die Decke wölbte sich hoch darüber zu einer perfekten Kuppel, deren Rippen wie erstarrte, fließende Ströme aussahen. An ihrem Scheitelpunkt öffnete sich ein Kreis aus Glas zum Himmel und ließ einen einzelnen Mondstrahl herein. Am Rande der Kammer brannten unaufhörlich Feuerschalen, deren Flammen sich wie in Ehrfurcht neigten und schwankten und Schatten warfen, die wie Wellen über die Wände huschten.
Die Stille wurde nur vom leisen Plätschern des Wassers im Zentrum des Raumes unterbrochen. Dort, wie eine in Asche eingebettete Glut, lag ein riesiges Becken mit klarem Wasser. Seine Oberfläche spiegelte die Kuppel darüber wider, durchzogen von aufsteigenden Dampfschwaden, und in der Stille leuchtete es im Licht von Feuer und Mond.
In dem Raum schwebten zwei Gestalten: der Meister, blass und von imposanter Statur, und ein Diener, der an die Brust des Vampirs gedrückt war. Eine Klinge aus Obsidian glänzte an der Kehle des Dieners, ihre Schneide drückte sanft in seine Haut.
"Hast du Angst?" flüsterte der Meister, seine Stimme hallte wie ein Gesang in einer leeren Kathedrale wider.
"Ne-ne-nein, Meister."
"Lügen vergiften das Blut, Domenico" raunte der Meister, sein Atem heiß am Ohr des Dieners. "Sie machen es schal."
Der Diener - Domenico - zitterte. "Ja. Ich ha-habe Angst."
Ein leises Lachen entwich dem Meister. Er schob seine Hand von Nickis Hals zu dessen Leiste. Nicki versteifte sich.
"Auch das ist eine Lüge, nicht wahr? Oder zumindest eine halbe. Welche Aussage ist also richtig, hm? Sprich, Domenico. Willst du mir nicht dienen? Die richtige Antwort wäre –"
Bevor er antworten konnte, schwangen die geschnitzten Bronzetüren zum Badezimmer mit einem hohlen Dröhnen auf. Drei Personen marschierten ungebremst in Richtung des Bads.
Ein Diener stürzte ihnen hinterher, seine Proteste waren schrill.
"Bitte! Der Meister hat jeglichen Besuch verboten!"
Ein Blick von einer der Personen brachte den Diener zu Schweigern.
"Eure Anwesenheit wird gewünscht, Bartolomeo."
"Wozu denn, Antonio? Hatten wir nicht gerade erst eine Versammlung der Häuser? Ich bin beschäftigt."
"Ich bitte um Entschuldigung, dass ich Euch beim Essen störe, aber es handelt sich um eine dringende Angelegenheit. Die Häuser beraten über eine Hinrichtung."
Der Meister ließ Nicki los und erhob sich aus dem Wasser, wobei seine gewaltige Gestalt Wellen über das Becken schlug. Wassertropfen liefen in kleinen Rinnsalen an seinem Körper herunter und glänzten wie geschmolzene Perlen.
Nicki beobachtete, wie einer der Männer nach vorne stürzte und auf die Knie fiel, um den Moment zu nutzen. Ehrfürchtig drückte er seine Lippen auf den Ring aus geschwärztem Gold, den der Meister ihm entgegenstreckte. Der Mann zitterte fast unter dem intensiven Blick des Meisters.
Nicki trat aus dem Wasser, mit ruhigen Händen, und hob ein schweres, purpurrotes Gewand von seinem Ständer. Mit geübter Leichtigkeit legte er es über die breiten Schultern des Meisters; der Stoff war dunkel wie Blut, die Verzierungen glänzten wie glühende Kohlen.
"Ich schätze, ich sollte mich dann wohl besser anziehen," intonierte der Meister und hob seine leuchtenden Augen zur Gewölbedecke, durch die der Lichtstrahl herabfiel. "Eine Hinrichtung... das klingt ja geradezu spaßig."
Der Meister wandte sich ihm zu und lächelte sanft. Er legte ihm eine Hand an die Wange, ließ seinen Daumen über seine Unterlippe gleiten.
"Ruh dich aus," befahl er liebevoll. "Wenn ich zurückkehre, will ich deinen Hals."
Der Meister platzierte einen Kuss auf Nickis Stirn, bevor er ihn losließ. Er verneigte sich tief und hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet, bis er hörte, wie die große Tür wieder zufiel. Er zählte bis fünf, dann richtete er sich wieder auf und schlüpfte schnell in seine Kleidung: ein einfaches, weißes Hemd und weiße Leinenhosen. Keine Schuhe. Zuletzt legte er sich das blutrote Halsband um, das ihn als Eigentum seines Meisters kennzeichnete. Er hatte noch nie ein anderes getragen; nicht das Kobaltblau des nördlichen Hauses, nicht das Smaragdgrüne des westlichen Hauses, nicht das Bernsteingelbe aus dem Osten und auch nicht das Schwarze aus dem Zentrum. Sein Meister hatte ihm einmal gesagt, dass das Hohe Haus ihn haben wollte, aber Nicki hatte das nicht gewollt. Er hatte seinen Meister nicht verlassen wollen. Und sein Meister hatte nur gelächelt und ihm befohlen, sich darum keine Sorgen mehr zu machen. Das war jetzt schon eine ganze Weile her.
Nicki wusste, was von ihm erwartet wurde. Der Meister würde sehr hungrig sein, wenn er zurückkam, also musste er dafür sorgen, dass er bereit war, diesem Hunger auch zu begegnen. Durch einen Bediensteten Gang, versteckt hinter einer Säule, verschwand Nicki aus dem Bad in Richtung der Küchen. Meetings der Häuser waren stressig für seinen Meister, das wusste Nicki aus Erfahrung. Er wusste auch, dass sein Meister es mochte, wenn sein Blut nach bestimmten Dingen schmeckte. Der Meister mochte Zitrusfrüchte - er sagte immer, das erinnere ihn an seine alte Heimat; ein Ort namens Italien. Nicki hatte keine Ahnung, wo das war oder ob es noch existierte, aber er wusste, wie er sein Blut nach Zitrusfrüchten schmecken lassen konnte.
"Ah, hallo Nicki!" grüßte ihn Madelena, eine der Köchinnen. "Da Übliche?"
Nicki schüttelte den Kopf. 'Das Übliche' war ein Mix aus Snacks und Getränken, die seinen Blutzucker wieder erhöhten und die Herstellung von Blut im Körper anregten. Das war ein wichtiger Teil von Nickis Ernährung, da sich der Meister hauptsächlich an ihm nährte - eine Tatsache, auf die Nicki sehr stolz war.
"Nein? Aber ich dachte ihr ward zusammen im Bad?"
Nicki setzte sich auf einen Hocker und nickte. "Me-Meeting," sagte er bloß.
Madelena verstand ihn auch so. Deshalb mochte er die Frau so sehr: sie sorgte dafür, dass er nicht aus den metaphorischen Latschen kippte und sie verstand ihn mit nur wenigen Worten. Das war angenehmer, als sich aktiv unterhalten zu müssen.
Madelena schnaufte. "Hätte ich mir ja denken können. Das ganze Haus ist schon seit Stunden am Flüstern. Da ist doch irgendwas im Busch. Das ist das zweite Meeting in dieser Woche. Normalerweise ist doch einmal im Monat schon selten."
Nicki deutete auf eine Schale mit Blutorangen und Madelena reichte sie ihm.
"Weißt du da was drüber?" fragte sie und wackelte mit den Augenbrauen.
Nicki lächelte. Er war ja eigentlich nicht so das Plappermaul, aber er war nun einmal derjenige, der die besten Informationen im Haus kriegen konnte.
"Es geht wohl um eine Hi-hi-Hinrichtung."
Madelena machte große Augen. Hinrichtungen waren extrem selten. Menschen wurden nicht hingerichtet, weil sie Mangelware waren - Fehltritte wurden viel eher damit geahndet, dass man in einem Arbeitercamp oder Zuchtprogramm landete. Und Vampire wurden auch nur selten zum Tode verurteilt weil sie ihre eigenen Zahlen nur sehr, sehr schwer wieder erhöhen konnten. Nicki wusste nicht wirklich wie sich Vampire fortpflanzten, nur dass es lange dauerte und kompliziert war. Das musste ihn ja aber auch gar nicht interessieren, damit hatte er nichts zu tun.
"Weißt du wer? Warum?" fragte Madelena, aber Nicki schüttelte nur den Kopf und schob sich ein Stück der Orange in den Mund. "Ich glaube, die Boten brauchen heute ganz Dringend ein paar Snacks."
Nicki grinste. Das bedeutete, dass Madelena jeden Boten, der heute zu ihrem Haus kam, nach Informationen ausfragen würde. Spätestens morgen um diese Zeit würde jeder im Haus wissen, was vor sich ging.
"Schätzchen, du blutest ja," bemerkte die Köchin und deutete auf Nickis Hals.
Sofort ließ er seine Orange auf den Tresen fallen und griff nach der Stelle, an die sein Meister das Messer gepresst hatte. Tatsächlich: seine Fingerspitzen schimmerten rot, als er die Hand wieder wegnahm. Nicht gut!
Madelena reichte ihm schnell ein Tuch und eilte um den Küchentresen herum, um sich den Schaden anzusehen. Sie schob das Halsband ein bisschen runter, um sich den Schnitt anzusehen. Als sie erleichtert aufatmete, entspannte sich auch Nicki wieder ein bisschen.
"Nur ein kleiner Schnitt," erklärte sie. "Nicht der Rede wert, solange du deinen Hals ein bisschen schonst."
Glück gehabt. Der Meister mochte es nicht, wenn Nicki nicht beschädigt war - insbesondere, wenn der Schaden and seinem Hals oder seinen Handgelenken war. Dabei spielte es keine Rolle, dass der Meister das Messer gehalten hatte - Nicki war derjenige gewesen, der sich zu viel bewegt und deswegen geschnitten hatte. Es war ihm strickt verboten, sein eigenes, kostbares Blut auf solch dumme Weise zu verschwenden.
"Da. Blutet auch schon gar nicht mehr. Glück gehabt."
Madelena wischte die letzten Tropfen Blut weg und warf das Tuch dann in den Kamin, um es zu verbrennen. Es war besser, wenn der Meister nicht den Hauch von Blut zu riechen bekam. Man konnte nie sicher genug sein.
"Oh, hier."
Die Köchin stellte einen kleinen Korb vor Nicki ab. In dem Korb lagen mehrere kleine Päckchen, alle mit dem kleinen Gesicht einer Katze bezeichnet. Nicki lächelte breit.
"Danke," meinte er leise und legte noch zwei der Orangen dazu, bevor er aufstand.
"Ich schicke Bianca mit ein bisschen Essen später zu dir, ja? Bei Sonnenaufgang. Oh, guck mich nicht so an, ich weiß, dass du nicht gern so spät isst, aber wir wissen beide, dass du zumindest ein bisschen was im Magen brauchst, bevor du ins Bett gehst. Sie kann dir dann auch mit den Bissen helfen. Nein, ich dulde keine Widerrede."Die Decke wölbte sich hoch darüber zu einer perfekten Kuppel, deren Rippen wie erstarrte, fließende Ströme aussahen. An ihrem Scheitelpunkt öffnete sich ein Kreis aus Glas zum Himmel und ließ einen einzelnen Mondstrahl herein. Am Rande der Kammer brannten unaufhörlich Feuerschalen, deren Flammen sich wie in Ehrfurcht neigten und schwankten und Schatten warfen, die wie Wellen über die Wände huschten.
Die Stille wurde nur vom leisen Plätschern des Wassers im Zentrum des Raumes unterbrochen. Dort, wie eine in Asche eingebettete Glut, lag ein riesiges Becken mit klarem Wasser. Seine Oberfläche spiegelte die Kuppel darüber wider, durchzogen von aufsteigenden Dampfschwaden, und in der Stille leuchtete es im Licht von Feuer und Mond.
In dem Raum schwebten zwei Gestalten: der Meister, blass und von imposanter Statur, und ein Diener, der an die Brust des Vampirs gedrückt war. Eine Klinge aus Obsidian glänzte an der Kehle des Dieners, ihre Schneide drückte sanft in seine Haut.
"Hast du Angst?" flüsterte der Meister, seine Stimme hallte wie ein Gesang in einer leeren Kathedrale wider.
"Ne-ne-nein, Meister."
"Lügen vergiften das Blut, Domenico" raunte der Meister, sein Atem heiß am Ohr des Dieners. "Sie machen es schal."
Der Diener - Domenico - zitterte. "Ja. Ich ha-habe Angst."
Ein leises Lachen entwich dem Meister. Er schob seine Hand von Nickis Hals zu dessen Leiste. Nicki versteifte sich.
"Auch das ist eine Lüge, nicht wahr? Oder zumindest eine halbe. Welche Aussage ist also richtig, hm? Sprich, Domenico. Willst du mir nicht dienen? Die richtige Antwort wäre –"
Bevor er antworten konnte, schwangen die geschnitzten Bronzetüren zum Badezimmer mit einem hohlen Dröhnen auf. Drei Personen marschierten ungebremst in Richtung des Bads.
Ein Diener stürzte ihnen hinterher, seine Proteste waren schrill.
"Bitte! Der Meister hat jeglichen Besuch verboten!"
Ein Blick von einer der Personen brachte den Diener zu Schweigern.
"Eure Anwesenheit wird gewünscht, Bartolomeo."
"Wozu denn, Antonio? Hatten wir nicht gerade erst eine Versammlung der Häuser? Ich bin beschäftigt."
"Ich bitte um Entschuldigung, dass ich Euch beim Essen störe, aber es handelt sich um eine dringende Angelegenheit. Die Häuser beraten über eine Hinrichtung."
Der Meister ließ Nicki los und erhob sich aus dem Wasser, wobei seine gewaltige Gestalt Wellen über das Becken schlug. Wassertropfen liefen in kleinen Rinnsalen an seinem Körper herunter und glänzten wie geschmolzene Perlen.
Nicki beobachtete, wie einer der Männer nach vorne stürzte und auf die Knie fiel, um den Moment zu nutzen. Ehrfürchtig drückte er seine Lippen auf den Ring aus geschwärztem Gold, den der Meister ihm entgegenstreckte. Der Mann zitterte fast unter dem intensiven Blick des Meisters.
Nicki trat aus dem Wasser, mit ruhigen Händen, und hob ein schweres, purpurrotes Gewand von seinem Ständer. Mit geübter Leichtigkeit legte er es über die breiten Schultern des Meisters; der Stoff war dunkel wie Blut, die Verzierungen glänzten wie glühende Kohlen.
"Ich schätze, ich sollte mich dann wohl besser anziehen," intonierte der Meister und hob seine leuchtenden Augen zur Gewölbedecke, durch die der Lichtstrahl herabfiel. "Eine Hinrichtung... das klingt ja geradezu spaßig."
Der Meister wandte sich ihm zu und lächelte sanft. Er legte ihm eine Hand an die Wange, ließ seinen Daumen über seine Unterlippe gleiten.
"Ruh dich aus," befahl er liebevoll. "Wenn ich zurückkehre, will ich deinen Hals."
Der Meister platzierte einen Kuss auf Nickis Stirn, bevor er ihn losließ. Er verneigte sich tief und hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet, bis er hörte, wie die große Tür wieder zufiel. Er zählte bis fünf, dann richtete er sich wieder auf und schlüpfte schnell in seine Kleidung: ein einfaches, weißes Hemd und weiße Leinenhosen. Keine Schuhe. Zuletzt legte er sich das blutrote Halsband um, das ihn als Eigentum seines Meisters kennzeichnete. Er hatte noch nie ein anderes getragen; nicht das Kobaltblau des nördlichen Hauses, nicht das Smaragdgrüne des westlichen Hauses, nicht das Bernsteingelbe aus dem Osten und auch nicht das Schwarze aus dem Zentrum. Sein Meister hatte ihm einmal gesagt, dass das Hohe Haus ihn haben wollte, aber Nicki hatte das nicht gewollt. Er hatte seinen Meister nicht verlassen wollen. Und sein Meister hatte nur gelächelt und ihm befohlen, sich darum keine Sorgen mehr zu machen. Das war jetzt schon eine ganze Weile her.
Nicki wusste, was von ihm erwartet wurde. Der Meister würde sehr hungrig sein, wenn er zurückkam, also musste er dafür sorgen, dass er bereit war, diesem Hunger auch zu begegnen. Durch einen Bediensteten Gang, versteckt hinter einer Säule, verschwand Nicki aus dem Bad in Richtung der Küchen. Meetings der Häuser waren stressig für seinen Meister, das wusste Nicki aus Erfahrung. Er wusste auch, dass sein Meister es mochte, wenn sein Blut nach bestimmten Dingen schmeckte. Der Meister mochte Zitrusfrüchte - er sagte immer, das erinnere ihn an seine alte Heimat; ein Ort namens Italien. Nicki hatte keine Ahnung, wo das war oder ob es noch existierte, aber er wusste, wie er sein Blut nach Zitrusfrüchten schmecken lassen konnte.
"Ah, hallo Nicki!" grüßte ihn Madelena, eine der Köchinnen. "Da Übliche?"
Nicki schüttelte den Kopf. 'Das Übliche' war ein Mix aus Snacks und Getränken, die seinen Blutzucker wieder erhöhten und die Herstellung von Blut im Körper anregten. Das war ein wichtiger Teil von Nickis Ernährung, da sich der Meister hauptsächlich an ihm nährte - eine Tatsache, auf die Nicki sehr stolz war.
"Nein? Aber ich dachte ihr ward zusammen im Bad?"
Nicki setzte sich auf einen Hocker und nickte. "Me-Meeting," sagte er bloß.
Madelena verstand ihn auch so. Deshalb mochte er die Frau so sehr: sie sorgte dafür, dass er nicht aus den metaphorischen Latschen kippte und sie verstand ihn mit nur wenigen Worten. Das war angenehmer, als sich aktiv unterhalten zu müssen.
Madelena schnaufte. "Hätte ich mir ja denken können. Das ganze Haus ist schon seit Stunden am Flüstern. Da ist doch irgendwas im Busch. Das ist das zweite Meeting in dieser Woche. Normalerweise ist doch einmal im Monat schon selten."
Nicki deutete auf eine Schale mit Blutorangen und Madelena reichte sie ihm.
"Weißt du da was drüber?" fragte sie und wackelte mit den Augenbrauen.
Nicki lächelte. Er war ja eigentlich nicht so das Plappermaul, aber er war nun einmal derjenige, der die besten Informationen im Haus kriegen konnte.
"Es geht wohl um eine Hi-hi-Hinrichtung."
Madelena machte große Augen. Hinrichtungen waren extrem selten. Menschen wurden nicht hingerichtet, weil sie Mangelware waren - Fehltritte wurden viel eher damit geahndet, dass man in einem Arbeitercamp oder Zuchtprogramm landete. Und Vampire wurden auch nur selten zum Tode verurteilt weil sie ihre eigenen Zahlen nur sehr, sehr schwer wieder erhöhen konnten. Nicki wusste nicht wirklich wie sich Vampire fortpflanzten, nur dass es lange dauerte und kompliziert war. Das musste ihn ja aber auch gar nicht interessieren, damit hatte er nichts zu tun.
"Weißt du wer? Warum?" fragte Madelena, aber Nicki schüttelte nur den Kopf und schob sich ein Stück der Orange in den Mund. "Ich glaube, die Boten brauchen heute ganz Dringend ein paar Snacks."
Nicki grinste. Das bedeutete, dass Madelena jeden Boten, der heute zu ihrem Haus kam, nach Informationen ausfragen würde. Spätestens morgen um diese Zeit würde jeder im Haus wissen, was vor sich ging.
"Schätzchen, du blutest ja," bemerkte die Köchin und deutete auf Nickis Hals.
Sofort ließ er seine Orange auf den Tresen fallen und griff nach der Stelle, an die sein Meister das Messer gepresst hatte. Tatsächlich: seine Fingerspitzen schimmerten rot, als er die Hand wieder wegnahm. Nicht gut!
Madelena reichte ihm schnell ein Tuch und eilte um den Küchentresen herum, um sich den Schaden anzusehen. Sie schob das Halsband ein bisschen runter, um sich den Schnitt anzusehen. Als sie erleichtert aufatmete, entspannte sich auch Nicki wieder ein bisschen.
"Nur ein kleiner Schnitt," erklärte sie. "Nicht der Rede wert, solange du deinen Hals ein bisschen schonst."
Glück gehabt. Der Meister mochte es nicht, wenn Nicki nicht beschädigt war - insbesondere, wenn der Schaden and seinem Hals oder seinen Handgelenken war. Dabei spielte es keine Rolle, dass der Meister das Messer gehalten hatte - Nicki war derjenige gewesen, der sich zu viel bewegt und deswegen geschnitten hatte. Es war ihm strickt verboten, sein eigenes, kostbares Blut auf solch dumme Weise zu verschwenden.
"Da. Blutet auch schon gar nicht mehr. Glück gehabt."
Madelena wischte die letzten Tropfen Blut weg und warf das Tuch dann in den Kamin, um es zu verbrennen. Es war besser, wenn der Meister nicht den Hauch von Blut zu riechen bekam. Man konnte nie sicher genug sein.
"Oh, hier."
Die Köchin stellte einen kleinen Korb vor Nicki ab. In dem Korb lagen mehrere kleine Päckchen, alle mit dem kleinen Gesicht einer Katze bezeichnet. Nicki lächelte breit.
"Danke," meinte er leise und legte noch zwei der Orangen dazu, bevor er aufstand.
Also versuchte Nicki es gar nicht erst. Stattdessen bedankte er sich noch einmal bei der Köchin, bevor er die Küche verließ und sich auf den Weg zu seinem Quartier machte. Der Weg war ein bisschen länger, hauptsächlich weil er die Treppen bis in den dritten Stock nehmen musste. Dort angekommen schlüpfte Nicki aus den versteckten Fluren der Bediensteten in den prunkvollen Gang, der ihn schließlich zu seinem Quartier brachte. Viele der Diener seines Meisters waren neidisch auf ihn und das Zimmer, in dem er untergebracht war. Hauptsächlich, weil er es mit niemandem teilen musste. Er hatte ein großes Bett, einen Schreibtisch und sogar ein eigenes, kleines Badezimmer ganz für sich allein. Und sogar einen Haufen Bücher! Aber, was viel wichtiger war: Er hatte Fiorina.
Die graue Katze kam sofort angeschossen, kaum dass Nicki zur Tür hereingekommen war. Schnurrend drückte sie sich gegen Nickis Beine. Er ging in die Hocke und kraulte sie kurz hinter dem Ohr.
Die nächsten Stunden würde er hier verbringen. Er würde sich ausruhen, so wie der Meister es von ihm verlangt hatte, und er würde seine Orangen essen, damit er auch gut schmeckte.
Die graue Katze kam sofort angeschossen, kaum dass Nicki zur Tür hereingekommen war. Schnurrend drückte sie sich gegen Nickis Beine. Er ging in die Hocke und kraulte sie kurz hinter dem Ohr.
Die nächsten Stunden würde er hier verbringen. Er würde sich ausruhen, so wie der Meister es von ihm verlangt hatte, und er würde seine Orangen essen, damit er auch gut schmeckte.
