A Vampire Apocalypse [Insane Pumpkin & RoyalMilkTea]

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    • A Vampire Apocalypse [Insane Pumpkin & RoyalMilkTea]

      Vorstellung --> A vampire Apocalypse [InsanePumpkin&Royal] - Vorstellung - ღAnime-Rpg-Cityღ
      @RoyalMilkTea










      Unter den verwinkelten Gassen der Stadt erstreckte sich eine Kammer, so weitläufig, dass sie Echos vollständig verschluckte. Ihre Wände waren aus hellem Stein gehauen, der im Fackelschein schwach schimmerte, als ob der Stein selbst das Feuer in sich trüge. Die Luft war erfüllt von Wärme und einem leichten Duft nach Kräutern und Blut.
      Die Decke wölbte sich hoch darüber zu einer perfekten Kuppel, deren Rippen wie erstarrte, fließende Ströme aussahen. An ihrem Scheitelpunkt öffnete sich ein Kreis aus Glas zum Himmel und ließ einen einzelnen Mondstrahl herein. Am Rande der Kammer brannten unaufhörlich Feuerschalen, deren Flammen sich wie in Ehrfurcht neigten und schwankten und Schatten warfen, die wie Wellen über die Wände huschten.
      Die Stille wurde nur vom leisen Plätschern des Wassers im Zentrum des Raumes unterbrochen. Dort, wie eine in Asche eingebettete Glut, lag ein riesiges Becken mit klarem Wasser. Seine Oberfläche spiegelte die Kuppel darüber wider, durchzogen von aufsteigenden Dampfschwaden, und in der Stille leuchtete es im Licht von Feuer und Mond.
      In dem Raum schwebten zwei Gestalten: der Meister, blass und von imposanter Statur, und ein Diener, der an die Brust des Vampirs gedrückt war. Eine Klinge aus Obsidian glänzte an der Kehle des Dieners, ihre Schneide drückte sanft in seine Haut.
      "Hast du Angst?" flüsterte der Meister, seine Stimme hallte wie ein Gesang in einer leeren Kathedrale wider.
      "Ne-ne-nein, Meister."
      "Lügen vergiften das Blut, Domenico" raunte der Meister, sein Atem heiß am Ohr des Dieners. "Sie machen es schal."
      Der Diener - Domenico - zitterte. "Ja. Ich ha-habe Angst."
      Ein leises Lachen entwich dem Meister. Er schob seine Hand von Nickis Hals zu dessen Leiste. Nicki versteifte sich.
      "Auch das ist eine Lüge, nicht wahr? Oder zumindest eine halbe. Welche Aussage ist also richtig, hm? Sprich, Domenico. Willst du mir nicht dienen? Die richtige Antwort wäre –"
      Bevor er antworten konnte, schwangen die geschnitzten Bronzetüren zum Badezimmer mit einem hohlen Dröhnen auf. Drei Personen marschierten ungebremst in Richtung des Bads.
      Ein Diener stürzte ihnen hinterher, seine Proteste waren schrill.
      "Bitte! Der Meister hat jeglichen Besuch verboten!"
      Ein Blick von einer der Personen brachte den Diener zu Schweigern.
      "Eure Anwesenheit wird gewünscht, Bartolomeo."
      "Wozu denn, Antonio? Hatten wir nicht gerade erst eine Versammlung der Häuser? Ich bin beschäftigt."
      "Ich bitte um Entschuldigung, dass ich Euch beim Essen störe, aber es handelt sich um eine dringende Angelegenheit. Die Häuser beraten über eine Hinrichtung."
      Der Meister ließ Nicki los und erhob sich aus dem Wasser, wobei seine gewaltige Gestalt Wellen über das Becken schlug. Wassertropfen liefen in kleinen Rinnsalen an seinem Körper herunter und glänzten wie geschmolzene Perlen.
      Nicki beobachtete, wie einer der Männer nach vorne stürzte und auf die Knie fiel, um den Moment zu nutzen. Ehrfürchtig drückte er seine Lippen auf den Ring aus geschwärztem Gold, den der Meister ihm entgegenstreckte. Der Mann zitterte fast unter dem intensiven Blick des Meisters.
      Nicki trat aus dem Wasser, mit ruhigen Händen, und hob ein schweres, purpurrotes Gewand von seinem Ständer. Mit geübter Leichtigkeit legte er es über die breiten Schultern des Meisters; der Stoff war dunkel wie Blut, die Verzierungen glänzten wie glühende Kohlen.
      "Ich schätze, ich sollte mich dann wohl besser anziehen," intonierte der Meister und hob seine leuchtenden Augen zur Gewölbedecke, durch die der Lichtstrahl herabfiel. "Eine Hinrichtung... das klingt ja geradezu spaßig."
      Der Meister wandte sich ihm zu und lächelte sanft. Er legte ihm eine Hand an die Wange, ließ seinen Daumen über seine Unterlippe gleiten.
      "Ruh dich aus," befahl er liebevoll. "Wenn ich zurückkehre, will ich deinen Hals."
      Der Meister platzierte einen Kuss auf Nickis Stirn, bevor er ihn losließ. Er verneigte sich tief und hielt seinen Blick auf den Boden gerichtet, bis er hörte, wie die große Tür wieder zufiel. Er zählte bis fünf, dann richtete er sich wieder auf und schlüpfte schnell in seine Kleidung: ein einfaches, weißes Hemd und weiße Leinenhosen. Keine Schuhe. Zuletzt legte er sich das blutrote Halsband um, das ihn als Eigentum seines Meisters kennzeichnete. Er hatte noch nie ein anderes getragen; nicht das Kobaltblau des nördlichen Hauses, nicht das Smaragdgrüne des westlichen Hauses, nicht das Bernsteingelbe aus dem Osten und auch nicht das Schwarze aus dem Zentrum. Sein Meister hatte ihm einmal gesagt, dass das Hohe Haus ihn haben wollte, aber Nicki hatte das nicht gewollt. Er hatte seinen Meister nicht verlassen wollen. Und sein Meister hatte nur gelächelt und ihm befohlen, sich darum keine Sorgen mehr zu machen. Das war jetzt schon eine ganze Weile her.
      Nicki wusste, was von ihm erwartet wurde. Der Meister würde sehr hungrig sein, wenn er zurückkam, also musste er dafür sorgen, dass er bereit war, diesem Hunger auch zu begegnen. Durch einen Bediensteten Gang, versteckt hinter einer Säule, verschwand Nicki aus dem Bad in Richtung der Küchen. Meetings der Häuser waren stressig für seinen Meister, das wusste Nicki aus Erfahrung. Er wusste auch, dass sein Meister es mochte, wenn sein Blut nach bestimmten Dingen schmeckte. Der Meister mochte Zitrusfrüchte - er sagte immer, das erinnere ihn an seine alte Heimat; ein Ort namens Italien. Nicki hatte keine Ahnung, wo das war oder ob es noch existierte, aber er wusste, wie er sein Blut nach Zitrusfrüchten schmecken lassen konnte.
      "Ah, hallo Nicki!" grüßte ihn Madelena, eine der Köchinnen. "Da Übliche?"
      Nicki schüttelte den Kopf. 'Das Übliche' war ein Mix aus Snacks und Getränken, die seinen Blutzucker wieder erhöhten und die Herstellung von Blut im Körper anregten. Das war ein wichtiger Teil von Nickis Ernährung, da sich der Meister hauptsächlich an ihm nährte - eine Tatsache, auf die Nicki sehr stolz war.
      "Nein? Aber ich dachte ihr ward zusammen im Bad?"
      Nicki setzte sich auf einen Hocker und nickte. "Me-Meeting," sagte er bloß.
      Madelena verstand ihn auch so. Deshalb mochte er die Frau so sehr: sie sorgte dafür, dass er nicht aus den metaphorischen Latschen kippte und sie verstand ihn mit nur wenigen Worten. Das war angenehmer, als sich aktiv unterhalten zu müssen.
      Madelena schnaufte. "Hätte ich mir ja denken können. Das ganze Haus ist schon seit Stunden am Flüstern. Da ist doch irgendwas im Busch. Das ist das zweite Meeting in dieser Woche. Normalerweise ist doch einmal im Monat schon selten."
      Nicki deutete auf eine Schale mit Blutorangen und Madelena reichte sie ihm.
      "Weißt du da was drüber?" fragte sie und wackelte mit den Augenbrauen.
      Nicki lächelte. Er war ja eigentlich nicht so das Plappermaul, aber er war nun einmal derjenige, der die besten Informationen im Haus kriegen konnte.
      "Es geht wohl um eine Hi-hi-Hinrichtung."
      Madelena machte große Augen. Hinrichtungen waren extrem selten. Menschen wurden nicht hingerichtet, weil sie Mangelware waren - Fehltritte wurden viel eher damit geahndet, dass man in einem Arbeitercamp oder Zuchtprogramm landete. Und Vampire wurden auch nur selten zum Tode verurteilt weil sie ihre eigenen Zahlen nur sehr, sehr schwer wieder erhöhen konnten. Nicki wusste nicht wirklich wie sich Vampire fortpflanzten, nur dass es lange dauerte und kompliziert war. Das musste ihn ja aber auch gar nicht interessieren, damit hatte er nichts zu tun.
      "Weißt du wer? Warum?" fragte Madelena, aber Nicki schüttelte nur den Kopf und schob sich ein Stück der Orange in den Mund. "Ich glaube, die Boten brauchen heute ganz Dringend ein paar Snacks."
      Nicki grinste. Das bedeutete, dass Madelena jeden Boten, der heute zu ihrem Haus kam, nach Informationen ausfragen würde. Spätestens morgen um diese Zeit würde jeder im Haus wissen, was vor sich ging.
      "Schätzchen, du blutest ja," bemerkte die Köchin und deutete auf Nickis Hals.
      Sofort ließ er seine Orange auf den Tresen fallen und griff nach der Stelle, an die sein Meister das Messer gepresst hatte. Tatsächlich: seine Fingerspitzen schimmerten rot, als er die Hand wieder wegnahm. Nicht gut!
      Madelena reichte ihm schnell ein Tuch und eilte um den Küchentresen herum, um sich den Schaden anzusehen. Sie schob das Halsband ein bisschen runter, um sich den Schnitt anzusehen. Als sie erleichtert aufatmete, entspannte sich auch Nicki wieder ein bisschen.
      "Nur ein kleiner Schnitt," erklärte sie. "Nicht der Rede wert, solange du deinen Hals ein bisschen schonst."
      Glück gehabt. Der Meister mochte es nicht, wenn Nicki nicht beschädigt war - insbesondere, wenn der Schaden and seinem Hals oder seinen Handgelenken war. Dabei spielte es keine Rolle, dass der Meister das Messer gehalten hatte - Nicki war derjenige gewesen, der sich zu viel bewegt und deswegen geschnitten hatte. Es war ihm strickt verboten, sein eigenes, kostbares Blut auf solch dumme Weise zu verschwenden.
      "Da. Blutet auch schon gar nicht mehr. Glück gehabt."
      Madelena wischte die letzten Tropfen Blut weg und warf das Tuch dann in den Kamin, um es zu verbrennen. Es war besser, wenn der Meister nicht den Hauch von Blut zu riechen bekam. Man konnte nie sicher genug sein.
      "Oh, hier."
      Die Köchin stellte einen kleinen Korb vor Nicki ab. In dem Korb lagen mehrere kleine Päckchen, alle mit dem kleinen Gesicht einer Katze bezeichnet. Nicki lächelte breit.
      "Danke," meinte er leise und legte noch zwei der Orangen dazu, bevor er aufstand.
      "Ich schicke Bianca mit ein bisschen Essen später zu dir, ja? Bei Sonnenaufgang. Oh, guck mich nicht so an, ich weiß, dass du nicht gern so spät isst, aber wir wissen beide, dass du zumindest ein bisschen was im Magen brauchst, bevor du ins Bett gehst. Sie kann dir dann auch mit den Bissen helfen. Nein, ich dulde keine Widerrede."
      Also versuchte Nicki es gar nicht erst. Stattdessen bedankte er sich noch einmal bei der Köchin, bevor er die Küche verließ und sich auf den Weg zu seinem Quartier machte. Der Weg war ein bisschen länger, hauptsächlich weil er die Treppen bis in den dritten Stock nehmen musste. Dort angekommen schlüpfte Nicki aus den versteckten Fluren der Bediensteten in den prunkvollen Gang, der ihn schließlich zu seinem Quartier brachte. Viele der Diener seines Meisters waren neidisch auf ihn und das Zimmer, in dem er untergebracht war. Hauptsächlich, weil er es mit niemandem teilen musste. Er hatte ein großes Bett, einen Schreibtisch und sogar ein eigenes, kleines Badezimmer ganz für sich allein. Und sogar einen Haufen Bücher! Aber, was viel wichtiger war: Er hatte Fiorina.
      Die graue Katze kam sofort angeschossen, kaum dass Nicki zur Tür hereingekommen war. Schnurrend drückte sie sich gegen Nickis Beine. Er ging in die Hocke und kraulte sie kurz hinter dem Ohr.
      Die nächsten Stunden würde er hier verbringen. Er würde sich ausruhen, so wie der Meister es von ihm verlangt hatte, und er würde seine Orangen essen, damit er auch gut schmeckte.


    • Tief unter der Erde, in den Slums, den Rändern der Stadt, die die Menschen ihre Heimat nannten und irgendwie, mehr oder weniger, frei leben konnten. Nicht frei von Angst, natürlich nicht. Es mag selten sein, aber auch hier ließ sich hin und wieder ein Vampir blicken. Ob nun auf der Suche nach einer Mahlzeit oder neuen Sklaven, die sie nicht in ihren Zuchthäusern bekommen konnten. In den letzten Jahren passierte es auch immer öfter, dass sie nach jenen Menschen suchten, die erst sein wenigen Generationen existierten: jene mit besonderen Fähigkeiten. Jene Menschen, die den Vampiren vielleicht doch eines Tages ein Dorn im Auge sein konnten.
      Zumindest Honoka glaubte fest daran. Es war eine Chance, eine Chance, die sich die Menscheit nicht entgehen lassen konnte, wenn sie jemals wieder in wahrer Freiheit leben wollten. Wenn sie jemals wieder die Sonne auf der Haut spüren wollten, wenn sie jemals wieder den Himmel sehen konnten. Es gab niemanden mehr, der auch nur von diesem berichten konnte. Keinen Menschen mehr, der jemals die Wärme der Sonne gespürt hatte.
      Manch einer glaubte sogar, dass das nichts weiter als Märchen waren. Ein Flammenball hoch über ihnen, dessen Licht alleine den Vampiren schaden konnte? Das klang doch nach den lächerlichen Hoffnungen eines Idioten, nicht wahr?
      Aber selbst wenn es idiotisch war, eine Gruppe von Menschen weigerte sich, diese Hoffnung aufzugeben, wagte es gar neue zu schöpfen, seitdem Menschen mit besonderen Fähigkeiten geboren wurden. Eine Untergrundorganisation ohne Namen, die sich nur die Rebellen nannte. Sich ein Versteck unter der Erde geschaffen hatten, um versteckt von den Augen der Vampire einen Gegenschlag zu planen, eine Möglichkeit zu finden diese Kuppel endlich so zu werden.

      Der erste Schritt? Weitere Kameraden zu finden.
      „Verausgabe dich nicht zu sehr. Immerhin müssen wir schon bald los.“, grinste ihr ein Gesicht mit erhobenen Fäusten entgegen. Fäuste, die aus Metall geschmiedet waren, oder besser gesagt, von Metall umgeben waren. Nun, so genau konnte Honoka das nicht sagen, und Toshiro – der Besitzer jener Fäuste – war sich da auch nicht so sicher, aber solange er sich damit einem Vampir entgegen stellen konnte, war ihm das auch ziemlich egal.
      „Mach ich schon nicht. Vielleicht brauchst du ja eine Pause?“, grinste ihm die Schwarzhaarige entgegen, wich einem weiteren Schlag aus, nur um sogleich zu parieren. Sie konnte es einfach nicht lassen. Sie war so aufgeregt, endlich etwas von Sinn tun zu können, Teil eines Plans zu sein, dass sie nicht recht still stehen konnte.
      Und was half mehr, als ein kurzes Sparring?
      „Hättest du wohl gerne.“, wurde ihr Schlag abgewehrt, als sich die Tür zur Trainingshalle öffnete und eine mürrische Frau ihr Training unterbrach.
      „Da seid ihr ja! Jetzt aber schnell: die Hinrichtung dürfte jeden Moment beginnen. Los, wir haben nicht viel Zeit!“, ließen sich die Beiden das nicht zweimal sagen und folgten ihr sogleich hinaus in den Versammlungssaal.
      „Du hast uns immer noch nicht verraten, woher du das mit der Hinrichtung eigentlich weißt, Green.“, erkundigte sich Toshiro, während er die Rauchbomben in der Halterung an seinem Hosenbein prüfte.
      „Du bist noch nicht lange genug hier, um das wissen zu dürfen. Jetzt stell keine dummen Fragen und geht los.“, warf Green ihm nur einen genervten Blick zu und drehte sich zu den versammelten um.
      „Ihr wisst, was zu tun ist. Schleicht euch in die euch zugewiesenen Häuser ein und nehmt so viele Sklaven mit zurück, wie ihr könnt. Verschwindet sofort, wenn euch etwas gefährlich vor kommt. Ihr habt zwei Stunden Zeit, mehr nicht. Also dann... Gruppe eins, vortreten!“, legte Green die Hand an die Wand hinter ihr und in wenigen Sekunden entstand ein Tunnel, der sie zu ihrem Ziel führen würde.
      Honoka zitterte vor Aufregung, griff nach dem Griff ihres Breitschwerts und konnte es kaum erwarten durch diesen Tunnel zu treten.

      Toshiro und Honoka folgten dem dunklen Tunnel, die Hand an die Wand gelegt, um sich nach vorne zu tasten und es dauerte nicht lange, da begann dieser nach oben zu führen, gefolgt von einem matten Lichtschein. Sie kletterten hinauf und fanden sich in einem der vielen Räume des Anwesens wieder, in dem sich zu ihrem Glück gerade niemand aufhielt. Also kletterten sie hinauf und versteckten ihren Fluchtweg unter einem schweren Möbelstück, bevor sie in den langen Gang hinaus spähten. Mit einem Nicken teilten sich die beiden auf, um so viele Sklaven wie nur möglich hier raus zu holen.
      Sie begegnete einigen Menschen mit jenem verräterischen Sklavenhalsband, die mehr als nur froh auf eine Chance waren hier raus zu kommen und wies diese an, in dem Raum, durch den sie hier rein gekommen waren, zu warten. Natürlich wollte man hier weg, nicht wahr? Warum sollte man auch unter der Herrschaft eines Vampirs leben wollen?
      Einige Gänge weiter spähte die Schwarzhaarige in eine Raum, in dem sie einen jungen Mann mit einer Katze auf dem Schoß und einer Orange in der Hand fand. Fast wäre sie wieder umgedreht, immerhin schien es ihm hier so gut zu gehen, dass das unmöglich ein Mensch sein konnte, doch das rot um seinen Hals ließ sie verwundert inne halten, als sie gerade dabei war die Tür wieder zu schließen. War das... wirklich ein Sklave? Nun, es musste einer sein, nicht wahr?
      „Hey, du da! Komm schnell her, wir holen dich hier raus!“, machte sie letztendlich auf sich aufmerksam und bedeutete dem jungen Mann ihr zu folgen.
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    • Nicki saß im Schneidersitz auf seinem Bett, ein Buch offen vor sich liegend. Fiorina schnurrte leise in seinem Schoß, nachdem sie sich an einer von Madelenas Portionen satt gefressen hatte. Und Nicki aß brav seine Blutorangen, während er Abenteuern von drei Schwertkämpfern folgte. Das Buch war ziemlich dick und Nicki war kein schneller Leser, also würde ihn dieses Buch noch eine ganze Weile beschäftigen. Aber das war in Ordnung. Er hatte nicht viel zu tun, insbesondere nicht, wenn sein Meister gar nicht im Haus war.
      Als sich die Tür zu seinem Quartier öffnete, sah Nicki nicht einmal auf. Er hatte keinen Bediensteten-Gang, der sich hier irgendwo im Raum versteckte, also mussten alle anderen immer durch die einzige Tür kommen. Es war nicht vorgesehen gewesen, dass er jetzt hier war, also war das wahrscheinlich nur jemand, der aufräumen sollte. Solange Nicki nicht im Weg war, konnte er einfach sitzen bleiben.
      Er schob sich ein weiteres Stück Orange in den Mund, bevor er umblätterte.
      "Hey, du da! Komm schnell her, wir holen dich hier raus!"
      Bitte was?
      Jetzt sah Nicki doch auf. Die Frau, die in seiner Tür stand, wirkte seltsam. Sie trug nicht die weiße Kleidung eines Blutsklaven, aber auch keine von all den anderen Sklaven und deren Aufgaben im Haus. Sie trug ja gar kein Halsband! Sekunde, was hatte sie da gesagt? Sie wollte ihn hier herausholen? Aber warum denn?
      Rausholen... kein Halsband...
      Nicki sprang auf - Fiorina gab einen Laut des Protests von sich und verschwand schnell unter dem Bett - und warf sich auf die Knie. Kein Halsband und Autorität über Sklaven konnte nur eines bedeuten: diese Frau war ein Vampir!
      "Ve-Ve-Verzeihung, Meisterin," sagte Nicki in Richtung Boden - Vampiren sah man besser nicht ungefragt in die Augen. "Ich ha-habe Euch nicht erkannt."


    • Was zum-?! Honoka trat einen Schritt zurück, als sich der junge Mann plötzlich vor ihr verbeugte und absoluten Unsinn von sich gab. Meisterin? Sie nicht erkannt? Für wen hielt er sie denn bitteschön?! Ihr war diese Situation eindeutig unangenehm.
      „... hey. ich bin keine Meisterin. Komm schon... steh schon. Wir haben nicht viel Zeit.“, setzte sie sich vor ihm in die Hocke und nahm vorsichtig sein Handgelenk, um ihn wieder auf die Beine zu ziehen.
      „Keine Ahnung für wen du mich hältst, aber ich bin hier, um dich hier raus zu holen. Dich zu befreien. Verstehst du?“, wies er auf seinen Hals, in der Hoffnung ihm damit deutlich machen zu können, weshalb sie hier war.
      Wie hätte sie auch ahnen können, dass er sie für einen Vampir hielt?
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    • "Ich bin keine Meisterin. Komm schon... steh schon. Wir haben nicht viel Zeit."
      Nicki tat, wie es ihm befohlen wurde, auch wenn ihn die Worte der Meisterin weiterhin verwirrten. Natürlich war sie nicht seine Meisterin - er kannte alle Vampire im Haus seines Meisters, und sie war keine davon. Das hieß doch aber nicht, dass Nicki einfach so seine Manieren vergessen durfte! Das war bestimmt nur ein Test.
      "Keine Ahnung für wen du mich hältst, aber ich bin hier, um dich hier raus zu holen. Dich zu befreien. Verstehst du?"
      Befreien... was für ein seltsames Wort. Wollte sie ihn entführen? War sie vielleicht vom Großen Haus und war nun hier, um ihn doch mitzunehmen? Ihn seinem Meister wegzunehmen?
      Nicki biss sich auf die Zunge. Er hatte seinen Meister nicht in Frage zu stellen und der hatte ihm befohlen, sich keine Sorgen um das Große Haus zu machen. Und er hatte kein Recht, Nein zu einem Vampir zu sagen...
      Nicki ließ sich wortlos von der Frau mitziehen. Er konnte nur hoffen, dass sein Meister das alles regeln würde und nicht ihn für das Chaos verantwortlich machte. Und wenn doch... dann hatte er es wohl verdient, weil er hier etwas übersah, ganz sicher.


    • Irgendwas an dem Verhalten des jungen Mannes erschien der Schwarzhaarigen eigenartig. Sie hatte Freude erwartet, Erleichterung auf eine Chance von Freiheit oder gar Angst und Unsicherheit, ob es wirklich eine gute Idee war, abzuhauen.
      Aber nicht... das. Er wirkte eher resigniert. Als hätte er keine andere Wahl, als mit ihr mitzugehen.
      Fast schon erwischte sie sich bei dem Gedanken, ob er überhaupt hier weg wollte, schüttelte dann jedoch entschieden den Kopf. Das konnte nicht sein. Alles war besser als ein Leben in Sklaverei, da war sie sich absolut sicher.
      Also zog sie ihn einfach hinter sich her, den Gang entlang zurück zu ihrem Fluchtweg, wo sich bereits um die ein Dutzend Sklaven versammelt hatten, die aufgeregt miteinander tuschelten. Der Raum war erfüllt mit zurückhaltender Aufregung und Zweifel, ob das wirklich eine gute Idee war.
      In einigen Augen konnte sie gar einen Funken Hoffnung erkennen, was die Schwarzhaarige zum Lächeln brachte.
      Kurze Zeit später kehrte auch Tojiro mit zwei weiteren Personen zurück und sie konnten sich auf den Rückweg machen. Zu gerne hätte Honoka das Haus weiterhin durchkämmt und jeden mitgenommen, aber sie mussten hier weg sein und ihre Spuren verwischen, bevor der Herr des Hauses wieder zurück war. Sonst wäre das hier alles umsonst gewesen.
      „Das ist fast schon zu einfach. Diese Blutsauger unterschätzen uns gewaltig, was?“, kommentierte ihr Kollege mit einem Grinsen, bevor sich die beiden daran machten das schwere Möbelstück wieder von ihrem Fluchtweg zu hieven.
      „Nehmt diesen Weg nach draußen, er wird euch in Sicherheit bringen. Es ist etwas dunkel, aber es ist ein gerader Weg, tastet euch einfach an der Wand entlang. Tojiro, würdest vorgehen? Ich übernehme die Nachhut.“, nickte der Angesprochene und sprang kurzerhand in die Tiefe, wo er den befreiten Sklaven nach unten half, während Honoka hier oben die Stellung hielt und einem nach dem anderen nach unten half.
      „Du bist der letzte. Komm schon.“, winkte sie Nicki heran, bevor sie ebenfalls in den dunklen Tunnel springen würde.
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    • Nicki folgte der seltsamen Frau mit schnellen Schritten. Sie hatte es ziemlich eilig. Verständlich, wenn sie wirklich von einem anderen Haus geschickt worden war, um ihn mitzunehmen. Sein Meister war sicherlich nicht erfreut über einen solchen Diebstahl. Das Ganze war nicht unbedingt ungewöhnlich. Die Meister bekriegten sich oft auf eine solche Weise. Einander die Sklaven zu stehlen war praktisch Gang und Gebe. Nur hatte Nicki niemals damit gerechnet, sich einmal zwischen den Fronten wiederzufinden. Er hatte irgendwie immer angenommen, dass er zu gut geschützt war. Sein Fehler, eine so hohe Meinung von sich selbst zu haben.
      "Das ist fast schon zu einfach. Diese Blutsauger unterschätzen uns gewaltig, was?"
      War es das? Nicki hatte keine Ahnung. Für Vampire war es wohl einfach, sich gegen andere Vampire zu behaupten. Machte ja auch irgendwie Sinn. Vampire konnten einander auch auf solche Weise beileidigen, ohne sofort mit einer Bestrafung rechnen zu müssen. Nicki allerdings fühlte sich schon unwohl, das Wort nur gehört zu haben.
      "Nehmt diesen Weg nach draußen, er wird euch in Sicherheit bringen. Es ist etwas dunkel, aber es ist ein gerader Weg, tastet euch einfach an der Wand entlang."
      Auch das machte Sinn. Dunkelheit machte Vampiren nichts aus. Warum, das wusste Nicki nicht. Vielleicht konnten sie im Dunkeln sehen, vielleicht waren ihre anderen Sinne aber auch einfach stark genug, sodass sie nicht auf Licht angewiesen waren. Nicki selbst hatte schon mehrfach miterlebt, wie viel besser das Gehör und der Geruchssinn seines Meisters waren.
      Nach und nach kletterten alle Sklaven in das Loch. Sie kamen aus vielen Bereichen des Hauses: Bedienstete aus der Küche, aus der Wäscherei, ein paar Blutsklaven, die Nicki misstrauische Blicke zuwarfen. Alles Menschen, keine Vampire aus den niederen Rängen. Nicki würde sich nicht über die politischen Beweggründe dieser Aktion wundern - dazu hatte er als Mensch kein Recht.
      "Du bist der letzte. Komm schon."
      Wie befohlen trat Nicki vor und kletterte in die Dunkelheit hinunter. Der Tunnel war eindeutig neu - die Wände waren rau und die Struktur ließ zu wünschen übrig. Zumindest ging Nicki davon aus, viel konnte er nicht sehen.
      Was hatte die Frau gesagt? Der Mann solle vorgehen und sie würde nachkommen. Da hieß, er hatte einen Moment Zeit, bevor sie ihn sah...
      Nicki streckte seine Sinne aus und stahl sich ein bisschen von dem Licht, dass durch das Loch fiel. Er spaltete es und ließ den meisten Teil zurück. Er brauchte nur ein bisschen Infrarot, um sich zurecht zu finden. Sofort fühlte sich Nicki ein bisschen wacher, ein bisschen energiegeladener, so wie jedes Mal, wenn er sich an dieser Farbe bediente. Sehen konnte den roten Schimmer in seinen Augen niemand, der nicht in Infrarot sehen konnte - Nicki wusste aus Erfahrung, dass Vampire dieses Spektrum genauso wenig sehen konnten wie Menschen - aber der Geruch von Kohle umgab ihn nun ein bisschen. Er musste einfach hoffen, dass die Vampire, die ihn gerade mitnahmen, nicht von seinen Fähigkeiten wussten und daher keine Ahnung hatten, was der Geruch bedeutete. Aber ganz blind wollte Nicki hier unten auch nicht sein.
      Mit dem Energieschub kam nämlich auch die Fähigkeit, um dunkeln sehen zu können. Naja, zumindest ein bisschen. Die Fähigkeit erforderte immer noch eine Lichtquelle und er hatte sich nicht besonders viel Licht von oben geklaut, um nicht zu sehr nach Kohle und Rauch zu riechen. Er wusste nicht, wie weit sie laufen mussten, daher bestand immer noch die Möglichkeit, dass er ab einem gewissen Punkt genauso blind sein würde wie alle anderen hier unten. Aber für den Moment konnte er sehen. Trotzdem streckte er eine Hand nach der Wand aus wie alle anderen auch, um nicht aufzufallen.
      Er folgte der Reihe an Sklaven und Bediensteten ganz brav, aber seine Schritte fielen ein bisschen sicherer aus als die der anderen, weil er darauf vertrauen konnte, nicht zu stolpern. Er konnte ja sehen, wohin er ging.


    • Nachdem Honoka sich vergewissert hatte, dass auch der letzte sicher im Tunnel gelandet war, warf sie noch einen letzten Blick über die Schulter, bevor sie ebenfalls in der Dunkelheit verschwand. Obwohl alles nach Plan lief und die Schwarzhaarige schon die Euphorie eines gelungenen Schlags gegen die Vampire aufsteigen spürte, wagte sie es nicht, sich zu früh zu freuen.
      Immer wieder blickte sie über die Schulter, bis die Lichtquelle hinter ihnen zu klein war, als dass sie Auskunft darüber geben konnte, ob sie Verfolger hatten und ließ ihre Ohren gespitzt, ob sie nicht doch Schritte hinter ihnen vernahm.
      Dabei fiel ihr auf, wie sicher der junge blonde Mann vor ihr sich zu bewegen schien. Während andere immer wieder stolperten oder langsam und vorsichtig voran gingen, schienen die Schritte vor ihm sicher zu sein. Er blieb stehen, wenn es nicht mehr weiter ging, anstatt gegen den Vordermann zu stolpern und setzte den Weg fort, wenn es wieder weiter ging.
      Ob er wohl ebenfalls über eine besondere Fähigkeit verfügte? Sie nahm sich vor ihn zu fragen, sobald sie hier draußen waren.
      Mit der Zeit fingen die Schritte vor ihr an doch unsicher zu werden, je länger sie durch den dunklen Tunnel schritten, so dass Honoka ihm fast auf die Füße getreten wäre, was sie nur noch mehr verwunderte.
      Der Tunnel ging zunächst einige Meter tiefer in die Erde, bevor sie ihm nur noch gerade aus folgen mussten, um wieder von Licht auf der anderen Seite begrüßt zu werden.
      Im Gegensatz zum Loch im Anwesen des Vampirs war dieses hier groß genug, dass mehrere Leute hindurchgehen konnten, ohne zu drängen.
      Im großen Versammlungssaal befanden sich bereits eine große Menge an Menschen, andere Gruppen hatten es bereits früher zurück geschafft und die befreiten Sklaven wurden mit Essen und Wasser versorgt.
      „Wie ich sehe ist Gruppe zwei auch wieder zurück. Gute Arbeit.“, begrüßte Green sie mit einem Nicken, hackte etwas auf ihrem Klemmbrett ab und schloss das Loch hinter der Schwarzhaarigen wieder, sobald diese hindurchgegangen war. Der Tunnel verschwand so schnell, wie er gekommen war und würde es den Vampiren unmöglich machen, ihren Spuren zu folgen.
      „Ja, aber wie ich sehe, sind andere schneller gewesen.“, erwiderte Honoka mit einem Lächeln.
      „Ja, aber sie haben weniger zurück gebracht.“, kommentierte die Andere nur und begann die Gruppe zu zählen, die sie mitgebracht haben.
      Mit einem Schulterzucken begab sich die Schwarzhaarige an einige zusammengeschusterte Tische, um sich ein paar Wasserflaschen zu schnappen und sie unter den Anderen zu verteilen.
      „Bitteschön. Ihr könnte eure Halsbänder jetzt abnehmen, ihr braucht sie nicht mehr.“, verkündete sie mit einem strahlenden Lächeln.
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    • Wie hatte jemand nur unbemerkt einen solch langen Tunnel graben können? Im Haus seines Meisters lebten viele Vampire, die hätten solche Arbeiten doch schon vor Wochen hören müssen? Nicki war ehrlich verblüfft. Kriege zwischen Vampiren mussten wirklich clever sein - ganz anders als in seinen Büchern. Der Meister hatte ihm erzählt, dass Vampire sich früher unter den Menschen versteckt hätten, um nicht gejagt und ausgerottet zu werden. Nicki konnte sich das zwar nicht vorstellen, aber wenn sie es vor Jahrtausenden geschafft hatten, sich so zu verstecken, dann war das hier eigentlich gar nicht so verwunderlich. Also schluckte Nicki seine aufkeimende Neugierde einfach herunter. Er durfte wahrscheinlich sowieso keine Fragen stellen, warum sie also im Kopf behalten.
      Der Raum, er am Ende des Tunnels lag, war gelinde gesagt tragisch. Nicki hatte schon bessere Sklavenwohnhäuser gesehen als das. Es war mehr eine Höhle. Gut, als temporärer Sammelpunkt war es wahrscheinlich genug. Was ihn nun aber wirklich wunderte waren die verschiedenen Sklaven und Bediensteten, die er hier unten erblickte: Er sah grüne, gelbe, und blaue Halsbänder. Nur die vom Großen Haus, die schwarzen fehlten. Aber da waren ja auch gerade alle Meister versammelt. Und dort würden sie wahrscheinlich auch hingehen, also warum die eigenen Sklaven stehlen. Das hier musste eine groß angelegte Sache sein, um die Häuser in ihre Schranken zu weisen. Eine weitere Stufe, direkt nach der Hinrichtung?
      Die Frau, die ihn aus seinem Quartier gezerrt hatte, reichte ihm eine Flasche Wasser.
      "Bitteschön. Ihr könnte eure Halsbänder jetzt abnehmen, ihr braucht sie nicht mehr," verkündete sie.
      Die Sklaven aus seinem Haus kamen dieser Aufforderung mit großem Enthusiasmus nach. Ein paar zögerten ein bisschen, aber sobald die ersten ihre Halsbänder abgenommen hatten, fielen die meisten schnell. Nicki wusste nicht so richtig, was er tun sollte. Er nahm sein Halsband nie selbst ab. Der Meister tat es, wenn er sich von ihm nähren wollte, aber sonst nicht. Der Meister mochte es nicht, wenn er sein Halsband nicht trug, denn er wollte, dass jeder sehen konnte, wem er gehörte - zu jeder Zeit.
      Aber nach nur einer Minute war Nicki so ziemlich der einzige, der sein Halsband noch trug. Und er wollte keinen Ärger vom Großen Haus bekommen, weil er seine Befehle nicht befolgte. Also stellte er die Wasserflasche ab und griff mit zittrigen Fingern nach der Schnalle and seinem Halsband. Er brauchte einen Moment, um sie aufzukriegen, doch dann glitt das rote Leder von seiner Haut. Gänsehaut breitete sich auf seinem ganzen Körper aus. Er fühlte sich entblößt. Es fühlte sich falsch an, das Halsband abzunehmen. Es fühlte sich falsch an, das Halsband in der Gegenwart anderer Vampire nicht zu tragen. Nichts hieran war richtig. Er wollte zurück nach Hause, in sein Quartier, zurück zu Fiorina. Sein Meister würde bestimmt bald zurückkehren und er wäre wirklich wütend, wenn Nicki nicht auf ihn wartete. Der Meister war immer so leicht wütend zu machen, wenn er hungrig war.
      Sein Griff um sein Halsband verstärkte sich. Die Blutsklaven aus seinem Haus warfen ihm weiterhin seltsame Blicke zu. Nein, das hier war falsch. Er sollte gar nicht hier sein!


    • Mit einem Lächeln und einer eigenen Flasche Wasser in der Hand, beobachtete Honoka, wie ein Halsband nach dem anderen fiel. Es hatte fast schon etwas rituelles, wie eines nach dem anderen mit einem dumpfen Ton auf dem Boden landete, erst ganz vorsichtig und zurückhaltend, ehe immer mehr fielen und einige gar mit großen Enthusiasmus zu Boden geworfen wurden.
      Sie konnte sich das breite Grinsen nicht verkneifen, legte die Hand an die Hüfte und trank einen Schluck, um diesen Moment zu feiern.
      Die Sklaven feierten, einige warfen sich sogar in die Arme, viele hatten Tränen der Freude in den Augenwinkeln. Ein jüngeres Mädchen irgendwo in einer Ecke fing sogar an zu weinen. Sie musste wohl viel durchgemacht haben, dachte sich die Schwarzhaarige mit einem mitleidigen Lächeln auf den Lippen, bevor er die Gruppe an befreiten Sklaven in weiß bemerkte, die immer wieder zu dem blonden jungen Mann rüber schielten, mit komischen Blicken, die sie nicht so recht deuten konnte.
      Sie folgte den Blicken, sah zu, wie dieser zittrig und fast schon widerwillig das Halsband abnahm und selbst dann wirkte er, als würde es sich in einem Albtraum aufhalten und nicht im besten Tag seines Lebens.
      „Hey... ist alles in Ordnung mit dir? Tut dir... etwas weh? Bist du verletzt?“, erkundigte sich Honoka vorsichtig, obwohl er nicht danach aussah.
      „... übrigens, ich bin Honoka. Wie ist dein Name?“, versuchte sie daher mit einem Lächeln etwas Small Talk zu betreiben. Vielleicht hatte er einfach noch immer Angst? Fürchtete er sich davor, dass die Vampire ihn zurückholen würden?
      „Du bist hier sicher, wirklich. Du musst keine Angst davor haben, dass die Vampire dich zurückholen. Sie werden diesen Ort sicherlich nicht finden.“
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    • "Hey... ist alles in Ordnung mit dir? Tut dir... etwas weh? Bist du verletzt?"
      Nicki sah zu der Frau auf, die ihn aus seinem Quartier gezerrt hatte, besann sich dann aber eines besseren und senkte den Blick auf einen Punkt direkt vor ihren Füßen.
      "N-n-n...", Nicki atmete tief durch, um seine Worte zu finden. Warum war das auch immer so schwer?! "Nein, Meisterin. Ich bin-n-n unverletzt."
      Hätte er den Schnitt an seinem Hals erwähnen sollen? Sie konnte ihn doch bestimmt sehen, jetzt wo er sein Halsband nicht mehr trug. Oh nein...
      "Ich bin Honoka. Wie ist dein Name?"
      Honoka? Sie war definitiv nicht von seinem Haus. Nicki kannte nicht alle Vampire in der Stadt - das war schlicht unmöglich - aber er glaubte, dass das Haus im Norden ähnliche Namen wählte. Nicki wusste nur, dass die Meisterin des Hauses Somun Seo-Yun hieß. Er hatte die Namen aller Hausvorstehenden lernen müssen, damit er ihnen den nötigen Respekt zollen konnte, wann immer sein Meister sie willkommen hieß. Meisterin Somun Seo-Yun war zwar noch nie bei ihm gewesen, aber ihren Namen kannte Nicki trotzdem. Aber warum waren hier dann auch Sklaven aus dem nördlichen Haus, die ihre Halsbänder abnahmen? Wobei... nur, weil diese Frau einen Namen aus dem Norden zu tragen schien, hieß das ja noch nicht, dass sie auch für dieses Haus arbeitete. Vampire trugen ihre eigenen Namen. Oder vielleicht war sie übergelaufen? Vampirpolitik... nicht Nickis Angelegenheit.
      "Mein N-n-name ist Domenico, Meisterin," antwortete er auf ihre Frage hin, den Blick noch immer stur auf den Boden gerichtet.
      "Du bist hier sicher, wirklich. Du musst keine Angst davor haben, dass die Vampire dich zurückholen. Sie werden diesen Ort sicherlich nicht finden."
      Was sollte er darauf denn bitte erwidern? Er konnte ihr ja schlecht sagen, dass er zurückgeholt werden wollte. Dass er Angst davor hatte wo er hier war und wo sie ihn hinführen würden. Aber er konnte eine Vampirin auch nicht anlügen, das war verboten. Was sollte er nur tun?!
      "Ich bitte darum, ein-n-ne Frage stellen zu dürfen, Meisterin."


    • ... Meisterin? Sie hatte ihm doch gesagt, dass sie keine Meisterin war, wieso bestand er auf diese Anrede? Domenico also... Honoka glaubte, schon mal einen ähnlichen Namen gehört zu haben, aber hier konnte man sich nicht wirklich über Namen wundern. Nicht viele Menschen gaben sich noch die Mühe sich große Gedanken über die Namen ihrer Kinder zu machen, nicht wenn die Überlebenschancen nicht besonders groß waren. Und selbst wenn man überlebte, konnte man jeden Moment von einem Vampiren mitgenommen werden, wo man meistens sowieso einen neuen erhielt.
      Ihren Nachnamen hatte Honoka auch nur wegen ihrem schwarzen Haar erhalten.
      Manchmal fragte sie sich, ob das überhaupt nötig war, immerhin war sie bisher noch keiner zweiten Honoka über den Weg gelaufen.
      "Entspann dich. Du kannst so viele Fragen stellen wie du willst. Und hör auf mich Meisterin zu nennen. Das ist irgendwie unheimlich. Honoka reicht."
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    • "Entspann dich. Du kannst so viele Fragen stellen wie du willst. Und hör auf mich Meisterin zu nennen. Das ist irgendwie unheimlich. Honoka reicht."
      Entspannen? Der Meister würden jeden Moment nach Hause kommen, hungrig, gestresst, und Nicki wäre nicht da. Wie sollte er sich da entspannen? Aber er musste. Er konnte einen Befehl nicht verweigern, ohne viel schlimmeres befürchten zu müssen.
      Nicki atmete tief durch und zwang sich dazu, all seine Muskeln zu entspannen. Seine Schultern sackten ein bisschen ab und er stand ein bisschen weniger geduckt. Seinen Blick hielt er aber weiterhin gesenkt.
      "Jawohl, Honoka," sagte er langsam, weil er genau wusste, dass er am N hängen geblieben wäre, wenn er sich nicht aktiv darauf konzentriert hätte. Sie gestattete ihm, ihren Namen zu verwenden, da war es das mindeste, dass er ihn nicht zerstückelte. Er blinzelte stattdessen zweimal unkontrolliert.
      "Von-n welchem Haus seid Ihr, Honoka?" Noch ein Blinzeln. "Un-n-nd wo sind wir hi-hier?"


    • "Von... welchem Haus?", wiederholte Honoka mit einer erhobenen Augenbraue und wusste zuerst nicht, was genau er meinte. Welches Haus? Das hier war doch eindeutig kein Haus. Welche Häuser kannte er überhaupt?
      ... Moment mal. Waren die einflussreichsten Vampire nicht Teil eines Hauses? Er würde doch wohl nicht...
      "... ich bin kein Vampir.", betonte die Schwarzhaarige und beobachtete aufmerksam die Reaktion des Mannes.
      "Niemand hier ist ein Vampir. Wir sind alle Menschen. Wir sind Rebellen, die sich gegen die Vampire stellen und du befindest dich gerade in einem Teil unseres Geheimverstecks. Du bist jetzt frei. Frei von... deinem Haus, oder wie du es nennst... verstehst du das?"
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    • "Ich bin kein Vampir. Niemand hier ist ein Vampir. Wir sind alle Menschen. Wir sind Rebellen, die sich gegen die Vampire stellen und du befindest dich gerade in einem Teil unseres Geheimverstecks. Du bist jetzt frei. Frei von... deinem Haus, oder wie du es nennst... verstehst du das?"
      Nicki, der sich eh schon nicht viel bewegte, erstarrte. Sie war kein Vampir? Sie waren alle Menschen? Rebellen? Was?!
      "Kein-ne Vampire..?" murmelte er - und er murmelte sonst nie.
      Er schüttelte den Kopf, machte einen Schritt zurück. Er hob den Blick und sah Honoka direkt an.
      "N-n-n-nein. Nein, das ist n-nicht richtig! Ich muss zurück! Der Meister wird gleich n-n-nach Hause kommen und er hat nach mir verlan-n-ngt. Er wir wütend sein-n, wenn-n ich nicht da bin!"
      Er presste seinen Rücken nun gegen die Wand, durch die sie eben noch gekommen waren. Da war kein Tunnel mehr, keine geheime Tür, nichts. Er war hier unten gefangen. Diese Leute - diese Rebellen! - hatten ihn entführt und gefangen genommen!
      "Ich will zurück! Bringt mich zurück!"


    • "Keine Vampire.", bestätigte sie mit einem Nicken und konnte sich nicht so recht erklären, warum er jetzt aussah als hätte er noch mehr Angst als vorher.
      "Du... Du willst zurück?!", konnte sie es nicht glauben. Warum sollte irgendjemand dort hin zurück wollen? Zu den Vampiren, die einen nur wie ein Spielzeug oder eine Mahlzeit behandelten?
      "Hey... beruhig dich, okay? Du bist hier sicher vor der Wut deines... deines Meisters.", war es ihr schon unangenehm dieses Wort auszusprechen, "Du bist jetzt frei. Du musst niemandem mehr gehorchen... freust du dich denn nicht?"
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    • "Beruhig dich, okay? Du bist hier sicher vor der Wut deines... deines Meisters. Du bist jetzt frei. Du musst niemandem mehr gehorchen... freust du dich denn nicht?"
      Nicki schüttelte wild den Kopf. Nein, das war nicht gut, das war gar nicht gut. Sein Meister würde so wütend auf ihn sein, weil er gegangen war, weil er ungebundenen Menschen gefolgt war. Nein nein nein nein nein.
      Instinktiv griff Nicki nach dem Licht im Raum. Es war nicht viel, aber das war egal. Er spaltete es und leitete es in bunten Fäden durch seine Arme. Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, und für das menschliche Auge unsichtbares Violett zogen sich nun in einer Spirale über seine Arme. Jede Farbe endete in einem anderen seiner Finger, mit Violet als einzige Ausnahme; das sammelte sich in seiner Handfläche. Eigentlich durfte er das nicht - erst recht nicht so viel auf einmal - aber er musste hier weg. Sein Meister würde ihm bestimmt verzeihen, weil er es tat, um wieder zu ihm zurück zu kommen.
      Er hätte sich auf Blau konzentrieren sollen, oder auf Violet. Diese Farben halfen ihm, klar zu denken. Stattdessen fühlte er das Rot, das Infrarot und wie es sich durch seine Adern fraß. Die anderen Sklaven machten alle einen Schritt zurück, als seien sie mit einem Vampir konfrontiert worden.
      "Ich will zurück," sagte er betont langsam, damit ihn auch ja jeder verstand. Sein Gesicht zuckte nicht einmal bei den Worten.


    • Ihre Augen weiteten sich überrascht, als das Licht im Saal abnahm, diesen nur noch spärlich erhellte und sich dafür um den Arm des jungen Mannes legte, sich in ihren Farben aufteilte, Farben, die Honoka zuvor noch nie gesehen hatte. Sie kannte nur das kalte weiß von alten LED Lampen und Glühbirnen, die man im Schrott fand und noch irgendwo brauchbar machte.
      Oder den warmen Schein von Feuer, aber dies? Ein leuchtendes Grün, ein blaues Licht? Hatte sie noch nie zuvor gesehen und hätte man ihr vorher gesagt, dass das irgendwie möglich wäre, hätte sie gelacht. Wie um alles in der Welt sollte man schon Licht färben?
      Da jedoch hatte sie ihre Antwort: mit einer Fähigkeit. Sie hatte also recht gehabt, auch wenn sie noch nicht so recht wusste, wie ihm das dabei geholfen hatte einen sicheren Schritt im Tunnel gehabt zu haben.
      Was sie aber wusste, war, dass das hier ganz und gar nicht nach Plan lief.
      „Das hättest du früher sagen müssen.“, zog sie die Augenbrauen zusammen und griff nach ihrem Breitschwert, dass sie wie eine Mauer neben sich in den Boden rammte, um ihm deutlich zu machen, dass er nicht so einfach an ihr vorbei kommen würde.
      „Verdammt, Honoka, was hast du uns da denn bitteschön für einen Verrückten angelacht?!“, beschwerte sich Tojiro, welcher ebenfalls bereits in eine Kampfposition gegangen war, mit den Armen von Metall umgeben, als müssten sie sich hier gerade einem Vampir entgegen stellen.
      Dabei war es nur ein Mensch. Ein Mensch mit einer Fähigkeit. Ein Mensch, der in der Lage wäre, sich einem Vampir entgegen zu stellen. Stattdessen wollte er zu einem zurück? Das war doch absurd!
      Vielleicht hatte Tojiro recht und er war wirklich verrückt.
      „Woher hätte ich das denn wissen sollen?! Zugegeben, er war von Anfang an ziemlich komisch... aber woher hätte ich wissen sollen, was sein Gebrabbel bedeutet?! Ich sehe doch nicht aus wie ein Vampir...“, erwiderte sie zähneknirschend, den Griff fester um ihr Schwert gelegt.
      „Verschwindet! Ich... beruhige ihn schon irgendwie!“, verkündete sie im Saal und keine Sekunde später öffnete sich auf der anderen Seite wieder ein schwarzes Loch.
      „Das brauchst du nicht zwei Mal zu sagen! Los, alle hier rein!“, hörte man auch schon Green's Stimme rufen, die den gerade erst befreiten Sklaven bedeutete in das Loch zu gehen. Soviel zu dazu, dass es zu gut lief.
      „Geh und hilf bei der Evakuierung.“, raunte sie Tojiro zu, ohne Domenico aus den Augen zu verlieren.
      „... bist du dir sicher? Wir haben keine Ahnung, was seine Fähigkeit überhaupt ist...“
      „Ja, ich bin mir sicher! Ich krieg das schon hin... außerdem kannst du mir helfen, sobald alle hier weg sind, oder nicht?“, erwiderte sie grinsend, ehe sie ihr Schwert wieder aus dem Boden zog um es nun fest in beiden Händen zu halten.
      „Also... wir können das auf die leichte Tour machen und du beruhigst dich wieder...“, wurde ihr Griff ein Stückchen fester, „... oder wir machen es eben auf die harte Tour.“
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    • Diese Leute hörten ihm ja nicht einmal zu! Statt ihm einen Weg zurück zu offenbaren, brachte sie lieber alle anderen hier raus. Nicki allerdings sah nun, wie sie das mit den Tunneln gemacht hatten. Eine andere Frau hatte ihre Hand an die Wand gelegt und daraufhin hatte sich der Fels bewegt. Das war also die Person, die er brauchte, um nach Hause zu kommen. Und sie wollte verschwinden. Nicht so schnell.
      Mit nichts weiter als einem Gedanken warf Nicki das tiefste Rot, das er hatte, in ihre Richtung. Nicht einmal er konnte es sehen, wenn er sich nicht ausschließlich darauf konzentrierte. Er konnte is beinahe völliger Dunkelheit verwenden - aber er musste vorsichtig sein, wenn er danach suchte, denn alles andere Licht würde ihn dann blenden. Aber er musste es nicht sehen, um zu wissen, dass es an der Frau kleben blieb, bevor sie in ihren eigenen Tunnel kletterte. Das war das schöne an dieser unsichtbaren Farbe: Sie war extrem klebrig und nicht loszuwerden, solange er sie nicht entfernte, und er konnte sie selbst durch Wände hinweg ausfindig machen.
      "Also. Wir können das auf die leichte Tour machen und du beruhigst dich wieder, oder wir machen es eben auf die harte Tour."
      Diese Honoka richtete ein Schwert auf ihn, als sei er irgendein Monster. Er war hier nicht derjenige, der einfach Leute entführte und die Vampire bestahl.
      "Ich will ein-nfach nur nach Hause," entgegnete Nicki. "Ich habe n-nicht danach gefragt, entführt zu werden. Ich habe kein-n Interesse daran, irgendein-n-ner Rebellion beizutreten."
      Er hob langsam eine Hand und zog das Ultraviolet von seiner Handfläche in seine Fingerspitzen, dann schoss er es nach vorn in Richtung der Schwertspitze. Ultraviolett war ein bisschen nützlicher als das andere Rot; es war ungefähr genauso klebrig, aber um einiges stabiler, was es ihm erlaubte, mit einer schnellen Geste das Schwert gleich wieder auf den Boden zu schleudern. Er verklebte die Spitze der Waffe mit dem Boden und solange sein Wille stärker war als der dieser Entführerin, würde sie es auch nicht mehr heben können.
      "Es ist un-nhöflich, eine Waffe auf Leute zu richten."


    • „Du bist freiwillig mitgegangen, schon vergessen? Ich habe dich nicht dazu gezwungen.“, schnaufte die Schwarzhaarige genervt, „Warum willst du überhaupt zurück? Du hast eine Fähigkeit! Wenn du dich nur ein bisschen anstrengst... wenn du dich mit uns zusammen tun würdest... könntest du frei sein und müsstest keinem verdammten Vampiren dienen! Wieso also... verdammt noch mal!“, grummelte sie genervt, als ihr Schwert zu Boden sank und einen kleinen Krater verursachte, aus dem sie versuchte es wieder hinaus zu ziehen. Wer hätte erwartet, dass sie eines Tages ihre eigene Waffe nicht hochbekommen würde?
      „Es ist genauso unhöflich... sowas.... was auch immer das da ist!“, wies sie auf die Ringe um seinen Arm, „Auf andere Leute zu richten! Du hast angefangen!“
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