Can I trust you? [Shio & Stardust_Rose]

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    • Can I trust you? [Shio & Stardust_Rose]

      John



      Eine harte Woche lag wieder hinter mir und ich bin sehr froh das ich auch dieses Mal wieder ein Projekt abschließen konnte.
      Es tut gut das man Kunden glücklich machen und ihnen ein schönes zu Hause bieten kann. Für mich ist die Arbeit als Architekt einfach das Beste was mir passieren konnte. Ich liebte es. Ich wollte nie etwas anders tun. Wie von selbst entwerfe ich Zeichnungen, als wäre es mir in die Wiege gelegt worden.
      Doch das war nicht immer so. Früher war ich ein Draufgänger schlecht hin. Öfters denke ich an diese Zeit zurück, doch ich bin froh das ich mich so verändert habe.
      Meine Eltern wären stolz auf mich. Leider sind sie vor meinem Wandel mit dem Auto verunglückt und ich musste schnell alleine auf beiden Beinen stehen.
      Manchmal wünschte ich mir die Zeit zurück drehen zu können, damit sie sehen was aus mir geworden ist. Doch das war nicht möglich.
      Seufzend legte ich den Stift auf meinem Schreibtisch ab und blickte auf das letzte Bild von meinen Eltern. Es schmerzt, sehr, doch ich bin stark für sie.
      Mein Kaffee war schon kalt und die Uhr zeigte mir das ich schon wieder Überstunden gemacht habe. Meinen Schreibtisch räumte ich auf und schnappte mir meine Tasse. Ich liebte mein kleines eigenes Atelier, welches ich selbst entworfen habe. Ich ging nach unten und räumte die Tasse in den Spüler. Es war still, verdammt still hier. Ob ich manchmal einsam bin? Ja vielleicht, doch irgendwann gewöhnt man sich dran. Leider.
      Ich sprang unter die Dusche und machte mich frisch, zog mir andere Sachen an und wollte den Abend nicht alleine verbringen. Ich traf mich gerne im Dickens Inn mit ein paar Leuten und ich weiß das sie auch an einem Freitagabend dort sein werden. Ich lebe relativ zentral in London und kann die Strecke ganz bequem zu Fuß laufen.
      Autofahren in einer solchen Großstadt macht nun wirklich keinen Spaß. Daher bin ich sehr froh das die U-Bahn Verbindungen so gut sind.
      Das letzte Mal das ich Auto gefahren bin ist schon sehr lange her.
      London war um die Uhrzeit voller Leben. Tagsüber waren es mehr Touristen, am Abend versammelten sich viele Londoner in den Restaurants, Bars und Pubs.
      Ich lief meinen gewohnten Weg entlang der Tower Bridge bis ich zu den St Katharine Docs kam, wo sich auch das Dickens Inn befand.
      Abends sah es sehr schön beleuchtet aus und ich sah schon von weitem ein paar bekannte Gesichter.
      Jemand machte sich mit heftigen Winken auf sich aufmerksam und das war niemand geringeres als Vince.
      Er stand cool und lässig an der Treppe und zog an seiner Zigarette.
      "Da ist er ja endlich. Ich musste Tiffany davon abhalten deine Nachos zu Essen. Komm wir gehen lieber schnell rein, bevor sie es noch wirklich tut." Ich schenkte ihn ein Lächeln und nickte knapp. Vince war Ende 20 und ein sehr guter Freund von mir. Ich habe ihn hier in der Bar kennengelernt, seine Freundin Tiffany natürlich auch. Die beiden sind unzertrennlich. In der Bar war wirklich schon viel los. Wir gingen zu unserem Stammplatz in einer gemütlichen Ecke.
      Tiffany stand sofort auf und zog mich in einen Umarmung- "Glück gehabt. Wenn du später gekommen wärst hätten deine Nachos schon längst in meinem Bauch gelegen." "Gut das es nicht so ist." Der Duft dieser leckeren Nachos mit Salsa, Guacamole und Sour Creme ließ das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ich bestelle mir ein Bier dazu und knusperte ein Paar Nachos weg. "Sag mal wie lief dein Projekt?" "Sehr gut. Ich konnte heute die Übergabe machen und sahs den ganzen restlichen Tag schon an neuen Entwürfen für das Nächste." Vince sah mich sprachlos an. "Glückwunsch, John, aber denkst du auch Mal daran eine Pause zu machen? Zu viel Arbeit ist nicht gut." Tiffany arbeitet im Krankenhaus und musste mich schon oft versorgen. Zu viel Arbeit, wenig gegessen, wenig Schlaf, wenig getrunken. Das erklärt wohl einiges. "Jaja ich denke das nächste Mal dran."
      Es ist kein Witz aber ich merke den ersten Schluck vom Bier schon ganz schön. Im Kopf zählte ich auf was ich schon alles heute gegessen habe, doch mir viel bis auf einen Apfel nix ein und eine Menge Kaffee. Ich konnte nicht aufhören zu arbeiten, doch das Wochenende versuchte ich mir so gut es ging frei zu nehmen. Tiffany sah mich schief an. "ich weiß du bist alt genug, aber denk dran." Ich nickte und aß weiter brav meine Nachos.
    • Emilia

      Es schien alles ein Morgen wie jeder andere zu werden. Warum stellte ich mir eigentlich jeden Abend den Wecker. Es wirkte sinnlos und doch tat ich es. Verschlafen war für eine Ärztin inakzeptabel, weil davon wortwörtlich Leben abhängen konnten. Entweder ich wachte selbst vor dem Klingeln auf oder meine Mitbewohnerin kuschelte sich an und stupste mich mit ihrer Nase wach. Die meisten Frauen wollten lieber einen Partnerin ihrem Leben. Der Traum von dem perfekten Mann. Derjenige der sie akzeptiert und liebt wie sie sind, mit allen Macken. Der sich um sie kümmert, für sie da ist und unterstützt. Ich selbst halte die Existenz für einen solchen Mann für mich, genauso realistisch wie ein Einhorn, das ich mir mit 6 Jahren gewünscht hatte. Sicher hatte ich Freundinnen, die ihre Traumprinzen gefunden hatten. Klar freute ich mich für sie. Jedoch kam dabei der Gedanke hin und wieder auf warum ich immer nur Typen angezogen hatte, die mich am Ende auf irgendeine Art verarscht haben oder mit Eigenarten von mir nicht zurechtkamen. Vielleicht lag es am Ende doch einfach an mir selbst. Viel zu oft hatte ich Männern nachgeweint, als mal wieder eine Beziehung in die Brüche ging. Ich kam schließlich zu dem Schluss, dass es einfach besser wäre, mich auf keinen mehr einzulassen. Auf diese Weise konnte mir wenigstens keiner mehr das Herz brechen. So lebte ich nun bereits über eineinhalb Jahre. Ohne Beziehung blieben manche Dinge aus sicher, jedoch hatten sich dabei gelegentliche One Night Stands als wirksamer Ausgleich erwiesen. Sicher war es etwas anderes, aber es war eine Möglichkeit, meine Bedürfnisse nicht komplett auf der Strecke zu lassen. So lebte ich zusammen mit Mia. Meine treue Freundin und Mitbewohnerin. Als ich das Kätzchen vor 15 Monaten aus dem Tierheim adoptierte, in welchem ich öfter aushalf, hatte niemand Mia noch mehr als ein paar Monate gegeben. Nun war sie eine muntere, liebevolle und verschmuste Katze.
      Wie es meine tägliche Routine verlangte, ging ich erstmal duschen, bevor es ans Frühstück ging. Etwas Ordnung in meinem sonst eher chaotischen Privatleben. Wie ich es hingegen in meinem Job schaffte vollkommen organisiert zu sein war mir selbst ein einziges Rätsel. Es wirkte eher als wären zwei Persönlichkeiten in meinem Körper. Die organisierte Ärztin und eine chaotische, auch mal launische Frau. Aber vermutlich hatten die meisten Menschen innerlich Gegensätze, auch wenn sie diese nicht offen zeigten. Der Weg zur Arbeit selbst war nur ein Fußweg von 5 Minuten. Ich hatte damals Glück gehabt, eine Wohnung zu finden, die nah am Krankenhaus lag. Was auch nicht nur Vorteile hatten. Bei Notfällen wurde meist ich zuerst angerufen, aber trotz dessen liebte ich meine Arbeit. Ich konnte Menschen helfen und auch Leben retten. Dinge wie diese trieben mich tagtäglich dazu an, mein bestes zu geben.

      Der Arbeitstag begann dann recht ruhig. Zuerst die Übergabe. Eine ruhige Zeit war sehr willkommen, aber immer mit diesem bitteren Beigeschmack. Dass etwas geschehen würde, war leider absehbar. So auch an diesem Tag. Patienten wurden mit dem Krankenwagen eingeliefert und es zählte jede Sekunde. Es dauerte Stunden und zehrte an meinen Kräften, als ich schließlich zur Familie des Patienten gehen konnte. Diesmal waren es gute Nachrichten. Die Erleichterung in dem Gesicht anderer in solchen Momenten zu sehen, war immer wieder sehr berührend. Leider aber konnte ich nicht jedem helfen. Somit gehörte auch das Überbringen schlechter Nachrichten dazu. Man sollte eigentlich denken, dass man sich an solche Dinge gewöhnt. Jedoch war mir dies unmöglich. Es setzte mir selbst jedes Mal aufs Neue zu. Zusammen mit den aufkommenden Gedanken, ob ich es nicht doch hätte verhindern können. Anfangs kamen Zweifel auf, weshalb ich darüber nachgedachte, meinen Job an den Nagel zu hängen. Ich war bereit gewesen meine Kündigung einzureichen, als ein Notfall rein kam. Es war ein Mädchen gerade mal 6. Nach 3 Stunden und 47 Minuten konnte ich sie stabilisieren. Das Bild der Eltern, welche vor Erleichterung begannen, in Tränen auszubrechen und zu ihrer Tochter konnten. Dieser Moment, die Dankbarkeit und das Wissen, dass ich ein Leben gerettet hatte, brachten mir neuen Mut. Es war möglich, etwas zu verändern, auch wenn es nicht immer gelang. Ich wollte alles tun, was ich konnte in meinem Job. Es war meine Berufung.

      Am Ende meiner Schicht spürte ich die Erschöpfung. Es war ein anstrengender Tag gewesen und mir stand nun ein Wochenende ohne Schicht bevor. Ein seltener Fall und doch nicht unwillkommen. Den Kittel hing ich auf und streckte mich. Ich dachte bereits darüber nach heim zu gehen, doch erinnerte ich mich daran, dass Tiffany mich wieder einmal eingeladen hatte mit in eines dieser Inn's zu gehen. Sie war eine gute Freundin und doch hatte ich jede Einladung bisher mit einer Ausrede abgewiesen. Ich meinte es nicht böse, doch vermutete ich, dass sie am Ende vielleicht versuchen würde, mich mit einem Typen zu verkuppeln. Heute aber war mir keine glaubwürdige Ausrede eingefallen und hatte notgedrungen zugestimmt. Nun, es hatte keinen Zweck. Ich hatte zugesagt, also musste ich auch hingehen. Schnell noch Zuhause, kurz Mia gefüttert und mich zurecht gemacht ging ich zum Dickens Inn. Ein Ort, an dem ich noch nie zuvor war. Entsprechend war mir etwas unbehaglich, als ich eintrat. Unbekannte Orte brachten einfach immer ein Gefühl der Unsicherheit mit sich. Meine Augen wanderten durch den Raum, bis ich Tiffany sah. Sie saß dort zusammen mit ihrem Freund Vince, den ich ein paar Mal gesehen hatte und einem anderen Mann. “Nein bitte Tiff nicht wirklich ein Verkupplungsversuch.” ging es mir durch den Kopf. Ich hoffte einfach, dass ich mich diesbezüglich irrte. Ich näherte mich und Tiffany stand auf und wir umarmten uns. “Sorry ich hatte noch ein paar Patienten die mich aufgehalten haben.” sagte ich lächelnd. Sie erwiderte nur “Kein Problem ich bin froh das du es endlich mal geschafft hast. Vince kennst du ja und das ist John.” Ich grüßte Vince und sah dann zu John. Warum nur musste es jemand wie er sein. Einer der Jungs, die mich in meiner Schulzeit laufend geärgert hatten. Natürlich war er reifer geworden, aber ich erkannte ihn sofort. Jedoch fragte ich mich ob er sich überhaupt an mich erinnerte. Ich war schließlich nur eines seiner Opfer gewesen und hatte mich seit damals doch sehr verändert. Schließlich setzte ich mich und bestellt ein Glas Wein. “Ich wollte euer Gespräch eben nicht unterbrechen.” sprach ich kurz. Mehr eine Ablenkung, um die Situation erstmal zu verarbeiten. Wie genau sollte ich mich nur verhalten, ohne dass es komisch wirkte. Tiffany wusste zwar, dass ich während meiner Schulzeit öfter Probleme mit Spott gehabt hatte, doch Namen hatte ich dabei niemals genannt. Als mein Wein kam trank ich erstmal einen Schluck in der Hoffnung, dass der Alkohol mich etwas beruhigen würde. Ich blieb zunächst ruhig und versuchte zu erkennen ob John mich erkannt hatte.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • John


      Wir unterhielten uns einfach weiter über belanglose Dinge, dann sah Tiffany plötzlich auf und stand von ihrem Platz auf um eine rothaarige Frau zu umarmen. Wir wurden vorgestellt und ich reichte ihr ebenfalls die Hand. Dann ging mein Blick zu Tiffany die mich entschuldigend ansah. Ich verdrehte nur die Augen. "Ähm das ist Emilia eine Arbeitskollegin, ich dachte ich lade sie hier einmal ein, damit ich nicht so alleine unter euch Jungs bin." Tiffany grinste uns an. ´Oh man...´, dachte ich und wand mich meinem Bier und meinen Nachos wieder zu. "Und nein du hast unser Gespräch nicht unterbrochen. Ich war gerade dabei John zu erklären wie wichtig es ist sich ordentlich zu ernähren und nicht ständig in Arbeit zu versinken." Ich schmunzelte. "Und wie gesagt du brauchst mich nicht zu bemuttern, auch wenn du in einem Krankenhaus arbeitest." Tiffany bewarf mich mit einer Pommes. "Pass nur auf wenn du das nächste Mal Hilfe brauchst dann nehme ich die größte und dickste Kanüle die es gibt! Dann nimmst du die Dinge nicht mehr auf die leichte Schulter." Sie verschränkte die Arme vor der Brust. Vince stand auf und ging hinter sie um sie zu umarmen. "Du weißt das er es nicht so gemeint hat."
      Ich hatte es wirklich nicht so gemeint, aber manchmal ging es mir wirklich auf den Keks, auch wenn sie sich nur Sorgen machte.
      "Tiff es tut mir leid. Nur du weißt wie schwer es in meinem Job ist auch Mal einen Tag oder ein paar Stunden Pause zu machen."
      "Bei uns ist es doch genau so, oder Emilia? Wir haben auch manchmal 12 Stunden Schichten oder Bereitschaft." Es hatte keinen Zweck sich weiter mit ihr zu streiten, denn sie würde sowieso gewinnen. Tiffany konnte sehr stur sein. "Ok du hast gewonnen." Daraufhin breitete sich ein großes Grinsen auf ihrem Gesicht aus. Sie erhob ihr Glas. "Gut dann ist das jetzt geklärt und ich wünsche uns vieren einen tollen Abend." Wir stießen alle an. Mein Blick fiel auf Emilia. Der Name kam mir bekannt vor, doch ich kann mich nicht an sie erinnern.
      Tiffany hatte sie zwar hier und da Mal erwähnt, doch ich habe nicht weiter nachgehakt.
      Nachdem wir noch ein bisschen Smaltalk gehalten haben und ich meine Nachos endlich verputzt hatte, sprang Vince auf. "Wollen wir Billard spielen? In zweiter Teams natürlich." Er zog Tiffany gleich an sich und ich blickte Emilia entschuldigend an.
      "Dann wollen wir die beiden mal schlagen." Ich lächelte sie freundlich an und wir vier nahmen Platz an dem Billardtisch.
      Vine nahm einen Queue in die Hand und Tiffany platzierte die Kugeln. Vince setzte die weiße Kugel auf den vorgegeben Punkt und stieß an. "Wir nehmen die Halben und ihr die Ganzen ok?" Ich nickte ihm zu und versuchte die erste Kugel zu stoßen.

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    • Emilia ~ 23.8.2023 Freitag

      Es war etwas erleichternd, weil John mich anscheinend nicht erkannte oder sich erinnerte. Natürlich auch etwas ernüchternd, dass ich nicht wichtig genug war, um in Erinnerung zu bleiben. Andererseits wollte ich vermutlich nicht andere an das Mädchen erinnern, welches ich einst war. Das Beste also schien es fürs erste dabei zu bleiben, dass es unser erstes Treffen wäre. Mit einem leichten Lächeln schüttelten wir unsere Hände. Das folgende Gespräch, bei dem es um Gesundheit ging war durchaus interessant. “Also ehrlich gesagt ist gesunde Ernährung natürlich wichtig, jedoch sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass die Lebensqualität nicht darunter leiden kann, wenn es zu strikt eingehalten wird. Ich meine Gesundheit ist sehr wichtig, ja nur gehört psychisches Wohlbefinden auch dazu und kann genauso krank machen. Somit ist eine gute Balance, die beides begünstigt, der richtige Weg denke ich. Aber wenn es schon um Gesundheit geht.” Ich sehe zu Vince und grinse “Außerdem könnte man rauchen ebenfalls als Punkt anbringen. Bei Interesse kann ich dir gerne alle möglichen Folgen näherbringen Vince. Bei Wunsch auch mit Anschauungsmaterial.” Vince's Lächeln fiel ein wenig. “Nein danke ich verzichte.” Es war offensichtlich, dass die drei sich gut kannten. Tiffany und Vince schienen beide besorgt um John’s Wohlergehen. Seine Entschuldigung war etwas, das ich noch nie von ihm gehört hatte. Ein wenig wunderte es mich schon. Die folgende Aussage von Tiffany aber brachte meine Gedanken zurück. "Ja, Schichten in der Länge wo wir teilweise froh sein können, wenn wir genug Zeit bekommen, um etwas trinken zu können. Und wenn wir dann mal einen oder sogar zwei Tage frei haben, kann ein Notfall dies jederzeit beenden.”

      Wir hoben die Gläser und stießen an. Anschließend nahm ich einen Schluck und so langsam wirkte es, als sei es doch die richtige Entscheidung gewesen zu kommen. Wie lange es nur her war, dass ich das letzte mal weggegangen war. Nach einer Weile Smalltalk dann sollte Billard folgen. Das Vince sich sofort Tiff für sein Team schnappte, war klar. Also hieß es John und ich. “Es ist nur für ein Spiel Emilia, du schaffst das schon.” sagte ich mir selbst in Gedanken. Am Tisch angekommen kam mir jedoch ein Einfall. “Wie wäre es, wenn wir das ganze ein wenig interessanter gestalten? Die Verlierer geben eine Runde aus. Seid ihr dabei?” Tiff grinste “Bin dabei ich lasse mir gern einen Ausgeben.” Die beiden Herren stimmten ebenfalls zu und es konnte losgehen. Ich streckte mich und lächelte. “Ja ich habe nicht vor zu verlieren.” John machte den Anstoß. Es sah gut aus und konnte ein vielversprechendes Spiel werden. Vince machte nach ihm weiter. “Nun wenigstens wird es nicht zu leicht.” Ich nahm mir einen Queue und trug neue Kreide auf die Spitze auf und setzte mich auf den Rand des Tisches. Den Queue hinter meinem Rücken stieß ich die weiße Kugel und konnte eine Kugel über zwei Banden versenken. “Schade daneben, ich bin außer Übung.” Vom Tisch herunter geglitten nahm ihr einen Schluck.
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    • John

      Das wir jetzt darum spielten, das der Verlierer einen ausgibt, hatte einen gewissen Twist.
      Es spornte mich also noch mehr an zu gewinnen und Vince und Tiffany zu schlagen, doch Emilia hatte ihren Treffer voll daneben gehauen.
      Ich schenkte ihr ein halbherziges Lächeln. "Das nächste Mal wird besser." Doch Vince und Tiffany zogen uns ab. Als ob die beiden noch nie etwas anderes in ihrem Leben gemacht haben. Verdutzt sah ich die beiden an und sie grinsten mich an.
      Am Ende haben wir zwar gut aufgeholt, doch wir konnten nicht gewinnen. Freudig über den Sieg küsste Vince Tiffany und ich blickte Emilia nur sanft an. "Das nächste Mal schlagen wir die beiden, egal bei was." Ich nahm ihr den Queue aus der Hand und dabei berührten sich unsere Finger. Ich räusperte mich und räumte den restlichen Billard Tisch auf, sodass die Nächsten spielen konnten.
      "Los ihr zwei geht schon mal an den Tisch, die Runde geht dann wohl auf uns."
      Die beiden gingen zu unserem Tisch und ich steuerte die Bar an. "Die Runde geht auf mich. Ich möchte nicht das du bezahlst, schließlich bist du heute unser Gast." Ich lächelte Emilia an. Zückte mein Portemonnaie und bezahlte die Getränke.
      Mit den Getränken gehen wir wieder zurück auf unserem Platz und unterbrachen dabei das Getuschel von Vince und Tiffany.
      "Ähm sollen wir wieder gehen?" Vince schüttelte den Kopf. "Nein aber ihr zwei saht süß zusammen aus."
      Ich schielte zu Emilia rüber fuhr mich verlegen durch die Haare. "Wenn das Mal ein Bier zu viel war." "Ehhh!" Vince warf mir seine Serviette entgegen. Tiffany bekam sich nicht mehr ein. Ich wusste es das sie einen anderen Plan hatten, doch ich hatte für solche Sachen einfach keine Zeit und ich habe ihnen schon so oft gesagt das ich selbst auf die Suche gehe, wenn ich Lust dazu habe.
      "Lassen wir das Thema mal sein." Ich erhob mein Bier und wir stießen wieder an.
      Doch ein wenig neugierig war ich schon über die Frau, die Tiffany hier her einlud.
      Ich drehte mich vorsichtig zu ihr um. "Also Emilia was machst du sonst so außer Ärztin zu sein?"
    • Emilia ~ 23.8.2023 Freitag

      Ein Spiel mit einem kleinen Einsatz machte es interessanter. So war es auch früher immer, wenn ich mit meinem Vater oder Bruder Spiele gemacht hatte. Zu meinem Bedauern war ich nie sonderlich gut in solchen Dingen gewesen. Aber am Ende zählte der Spaß. Ich vermasselte einen Treffer, was mich weit mehr ärgerte innerlich als ich zugeben würde. Früher wäre mir das nicht passiert, doch jetzt. Ich seufzte und nickte auf John's Aufmunterungsversuch hin. Hätte mir jemand zu meiner Schulzeit gesagt, dass John und ich einmal als Team bei einem Spiel antreten würden und er mich dabei auch noch versucht aufzumuntern. Ich hätte denjenigen für bekloppt erklärt und darüber gelacht. Es wäre schlichtweg undenkbar gewesen und doch stand ich nun hier, in exakt dieser Situation. Nach dem Versuch aufzuholen, aber zeigte sich, dass Vince und Tiffany eine Liga für sich waren, was Teamarbeit anging. Ich schmunzelte etwas, als die Turteltauben sich küssten. Manche Dinge waren einfach zu berechenbar. Als John sprach, sah ich zu ihm. “Vielleicht besser wenn du es nicht komplett offen lässt. Wer weiß für was die beiden uns am Ende herausfordern.” Doch wirklich Unrecht hatte er nicht. Mein Ehrgeiz war geweckt, auch wenn ich keine schlechte Verliererin war. Ich gönnte es den beiden auch, wenn ich lieber gewonnen hätte. Ich gab den Queue an John und unsere Finger berührten sich. Es war ein seltsamer Moment, welcher glücklicherweise nur kurz anhielt. Eine simple Berührung, die versehentlich entstand und mich doch etwas verlegen machte. Ich nahm meine Hand weg und half noch beim ordnen der Kugeln.
      “Es mag sein, dass ich der Gast bin, trotzdem bin ich überhaupt der Grund dafür, dass es überhaupt um einen Einsatz ging. Tut mir leid das wir verloren haben. Es ist länger her seid ich Billard gespielt habe. Aber danke.” Ehrlich gesagt wäre mir ein Teilen der Rechnung angenehmer gewesen, jedoch hatte meine Erfahrung mit Männern gezeigt, dass diese meist stur waren, wenn sie zahlen wollten. Daher beließ ich es dabei. Mit den Getränken zurück am Tisch angekommen, hatten wir Vince und Tiff offenbar unterbrochen. Der Kommentar von ihm zeigte offensichtlich genug, was ich bereits zu Beginn vermutet hatte. Ich seufzte leicht genervt und sah Tiffany an. “Darüber sprechen wir noch Tiff. Ich hab oft genug gesagt, dass ich keinen Typen brauche.” ging es mir durch den Kopf. Warum dachten immer alle, dass eine Frau einen Mann braucht, um glücklich zu sein. Ich würde ihr noch eine Ansage dazu machen, sobald wir das nächste Mal allein waren. Der folgende Kommentar von John, sowie des Serviettenkonters hellte die Situation aber ein wenig auf. Ich setzte mich und lehnte mich zurück. “Ja wäre mir auch lieber.” Ich stieß mit ihnen an und nippte an dem Wein.” Mit der freien Hand fuhr ich mir durchs Haar. Eine dumme Angewohnheit. Bei John's Frage stellte ich mein Glas ab und sah zu ihm. “Naja es hängt nicht selten von meiner Stimmung ab. Ich helfe öfter in einem Tierheim aus. Also die Pflege der Tiere oder auch einfach mit ihnen spielen oder die Hunde spazieren führen. Ansonsten mag ich einfache Dinge wie kochen, lesen, singen und tanzen. Gelegentlich auch durch Läden bummeln.” Ich musste kichern. “Ich weiß typisch Frau.” Schließlich sah ich ihn an. "Nun wie sieht es bei dir aus? Bisher weiß ich nur das du einen anspruchsvollen Job hast."
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    • John

      Ich stelle ebenfalls mein Bier auf den Tisch vor uns und hörte ihr aufmerksam zu. "Klingt doch super." Bei dem Kommentar das es für sie typisch Frau war, musste ich kurz schmunzeln. "Gut bis auf singen, tanzen und bummeln, liebe ich ebenfalls das Kochen und arbeite ehrenamtlich in verschiedenen Tierheimen in London. Lesen tu ich sofern ich Abends noch Zeit dafür habe, sonst zeichne und male ich gerne. Was natürlich auch meinem Beruf geschuldet ist." Das ich ein kleines Atelier in meiner Wohnung besitze, wissen selbst Tiffany und Vince nicht. Ich lasse nur ungern jemanden nach oben gehen, denn dort ist nur Platz für meine Kreativität und dort habe ich auch viele Entwürfe von den einzelnen Projekten verstaut. Also meine kleine Geheimbasis sozusagen. Ich schweife gerade mit meinem Gedanken etwas ab und räusperte mich als Vince mir gegen das Bein einen leichten Tritt verpasst.
      "Also haben wir etwas gemeinsam, das du dich auch ehrenamtlich engagierst. Vielleicht sieht man sich ja in den Tierheim wo du bist. Bei mir wechselt das Woche für Woche immer wieder."
      Ich trank wieder einen Schluck vom Bier, als mir gerade klar wurde das ich doch tatsächlich ein wenig Interesse an der Frau zeigte. Doch ich war nicht hier um verkuppelt zu werden, sondern um einen schönen Abend mit meinen Freunden zu verbringen.
      Vince sah mein Unbehagen und stand kurzerhand auf. "John wollen wir kurz an die frische Luft?" Dankend nickte ich ihn zu und schnappte meine Jacke vom Stuhl und mein Bier und folgte ihn. "Wir sind gleich wieder da Ladies", warf er noch kurz zu ihnen rüber.
      Tiffany nickte wohlwissend.
      Als wir nach Draußen gingen und die kalte Luft uns entgegen strömte. Atmete ich sie tief ein und aus.
      Vince zündete sich gleich eine Zigarette an und musterte mich. "Was ist?" "Nix." Vince schüttelte lachend den Kopf. "Ich wusste gar nicht das dich eine Frau so sehr aus der Fassung bringen kann wie Emilia." "Sie bringt mich nicht aus der Fassung. Ich war nur nicht darauf eingestellt das ihr mich hier verkuppeln wollt." Vince hob entschuldigend die Hände. "Ich habe damit nichts zu tun. Tiff ist daran Schuld. Sie hat sich wieder irgendwas in den Kopf gesetzt. Und du kennst sie genau so gut wie ich, das sie nicht locker lässt." Ich schnaufte. "Ja das mag sein, aber sie weiß das ich für eine Frau überhaupt keine Zeit habe." Vince tätschelte meine Schulter. "Sie meint es nur gut." "Ja sie meint es immer nur gut, doch sie muss sich nicht in mein Leben einmischen, genau so wenig wie in das von ihrer Arbeitskollegin. Ich denke nicht das sie so scharf darauf ist sich auf die Sache einzulassen. Sie tut das wohl nur aus reiner Höflichkeit." "Jetzt fahr dich wieder runter." Ja ich wurde kurz etwas lauter und gab Vince die Schuld an der Geschichte, doch die Schuldige sahs dort drinnen.
      Normalerweise bin ich nicht mehr so, das ich so schnell aus der Haut fahre. "Es tut mir leid, war eine lange und harte Woche." Ich trank mein Bier leer. "Ich werde jetzt nach Hause gehen." "Was jetzt schon? Aber.." "Keine Sorge ich komme noch mit rein und verabschiede mich von den beiden Frauen." Vince machte seine Zigarette aus und folgte mir wieder nach drinnen.
      "Da seit ihr ja wieder!" Tiffany freute sich. "Wir haben gerade von euch gesprochen." "Das trifft sich gut, den der junge Mann hier möchte sich jetzt vom Acker machen." Vince setzte sich wieder neben seine Freundin. Tiffany machte ein trauriges Gesicht.
      "Ja ich wollte mich nur persönlich verabschieden, die Woche war hart und ich glaube ein paar Stunden mehr Schlaf würden mir sicherlich gut tun." Tiffany wollte protestieren, doch Vince hielt sie zurück.
      Ich wandte mich an Emilia. "Schön das ich dich kurz kennenlernen durfte. Vielleicht sieht man sich wieder." Ich lächelte sie an. "Und wir schreiben uns dann später Tiff und Vince.“ Mein Blick richtete sich zu den anderen beiden. "Habt noch einen schönen Abend."
      Und damit ging ich an den Tischen vorbei, raus in die Kälte und lief meine übliche Strecke die ich hergekommen bin, auch wieder zurück.
      Den ganzen Weg über musste ich über Tiffany schmunzeln. Sie versucht es wirklich immer wieder.

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    • Emilia ~ 23.8.2023 Freitag

      Das Gespräch war angenehm, was mich unbewusst etwas zum Lächeln brachte. Als John dann von seinen Hobbies sprach, brachte es mich doch ein wenig ins Staunen. Ich kannte ihn vor allem als Draufgänger, welcher mich früher oft geärgert hatte und vermutlich keine Gelegenheit mit einer Frau hätte anbrennen lassen. Ob es ihm dabei je bewusst gewesen hat wie stark mich manche Aktionen emotional verletzt hatten, wusste ich nicht. Ich hatte damals nie etwas wie eine Entschuldigung erwartet, sondern war es Frieden vor solchen Aktionen. Und nun ist aus John ein Mann geworden, der es mag zu kochen und Ruhe vor einem Verkupplungsversuch haben will. Es war eine ziemliche Ironie darin, welche ich auch innerlich ein wenig amüsant fand. Ich nahm ein wenig abwesend einen Schluck, aber sah dann zu ihm. “Nun wenn es bei dir wechselt und du jedes Tierheim durchgehst, wirst du wohl irgendwann auch zum Second Paradise kommen. Also liegt es dann am Ende wohl daran, ob wir zufällig zur gleichen Zeit dort sind. Wobei ich es durchaus interessant fände zu sehen wie du mit den Tieren umgehst. Nicht selten zeigen sich dabei Facetten einer Person, die sie gegenüber Menschen eher versteckt hält.” Der Abend schien insgesamt angenehmer zu sein als erwartet und dennoch wäre es besser gewesen, wenn es keinen Verkupplungsversuch beinhaltete.

      Die zwei Herren gingen schließlich nach draußen und Tiffany blieb mit mir am Tisch. Ich trank erst einen Schluck Wein ehe sich meine Haltung anspannte. “So und jetzt erklär mir was das soll Tiffany.” Sie lächelte etwas schuldbewusst. “Emilia ich meine es nur gut. Du arbeitest so viel und ich sehe es dir an, dass du oft erschöpft bist. Zusätzlich dann noch dein Engagement im Tierheim. Ich will damit nicht sagen, dass es etwas schlechtes ist. Aber du brauchst einen Ausgleich und ich dachte, dass es dir gut tun würde John kennenzulernen.” Ich seufzte. “Du liegst nicht ganz falsch. Vielleicht ist es zum Teil etwas viel, aber trotzdem weißt du, wie ich zu Männern stehe. Ich komme gut klar wie es ist, mir fehlt es an nichts.” “Ach wirklich? Also ist es dein Traum nur zu arbeiten und dich von Zeit zu Zeit mit irgendeinem fremden ins Bett zu gehen.” Ich schluckte und sah hinab. Tiffanys Aussage hatte gesessen. Ich griff etwas neben mir mein Weinglas und nahm einen großen Schluck. Natürlich merkte sie es mir an. “Hey es tut mir leid. Das war nicht fair von mir. Ich mache mir nur Sorgen um dich.” Ich antwortete mit einem knappen Nicken. Mir war klar das Tiff es nicht böse gemeint hatte, letztlich hatte sie ja Recht das meine Art zu leben seit meiner Trennung nicht wirklich gut war. Aber nach wie vor saß der Schmerz tief. “Ok nur lass das Thema bitte.” Sie nickte und versuchte es mit einem Lächeln. “Aber sei ehrlich ganz unsympathisch scheint dir John nicht zu sein oder? Du hast recht viel gelächelt.” Es war klar das sie nicht locker lassen würde. “Nun ja er ist schon sympathisch aber ich weiß nicht so recht.” “Was ist los ich sehe doch das da mehr ist.” Ich seufzte und sah sie wieder direkt an. “Ich kenne ihn aus meiner Schulzeit. Er scheint sich sehr verändert zu haben, nur …” Die Rückkehr von John und Vince lies mich abbrechen. John wollte also gehen, was Tiffany offensichtlich missfiel. Ein wenig neugierig war ich schon. Ob er keine Lust mehr auf den Verkupplungsversuch hatte oder ob es tatsächlich die Auswirkung der Woche war welche der Grund waren. Ich legte meinen Kopf leicht schief. “Ja es hat mich auch gefreut. Könnte gut sein. Vielleicht auch im Tierheim oder durch die beiden hier.” Ich erwiderte sein Lächeln. Ich sah John tatsächlich etwas hinterher als er ging. Dann aber widmete ich mich wieder dem Wein und den anderen beiden. Dennoch fühlte ich mich etwas wie das fünfte Rad am Wagen. “Hey ich werde mich auch langsam auf nach Hause machen. Ich denke ihr zwei kommt sicher gut ohne mich zurecht.” Zum Glück verstand Tiffany ohne, dass ich mehr sagen musste. “Ok dann mach es gut aber du musst versprechen, dass wir das hier wiederholen." Wir umarmten uns. “Ok ist versprochen.” Ich verabschiedete mich und verlies das Inn. Der Heimweg durch die kühle Nachtluft war entspannend und half dabei den Kopf etwas klar zu bekommen. In meiner Wohnung angekommen wechselte ich in gemütlichere Kleidung und machte es mir auf der Couch bequem. Meine Gedanken kreisten um den Abend und dämmerte langsam weg während ich Mia streichelte, die wich auf meine Beine gelegt hatte.
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    • John ~ 23.08.23 Freitag

      Zu Hause angekommen zog ich meine Jacke und Schuhe aus und ließ mir anschließend ein Bad ein. Ich musste meinen Körper nach dieser harten Woche entspannen. Morgen würde ich wieder in einem Tierheim aushelfen, denn das ist der einzige Tag in der Woche der mich alles vergessen lässt.
      In der Badewanne machte ich es mir so bequem wie möglich und ich las im Moment einen Thriller, der mir sehr gut gefällt. Ich las solange bis ich beinahe wegdämmerte. Doch bevor ich noch einschlief, ging ich doch lieber in mein Bett. Die Woche steckte in meinen Knochen und ich brauchte nicht lange eh ich einschlief.

      ~ 24.08.23 Samstag

      Der Wecker riss mich aus dem Schlaf und ich stöhnte, weil mir heute alles weh tat. Ich hatte noch etwas Zeit bevor ich mich auf dem Weg zum Tierheim machte. Ich ging ins Bad, machte mich soweit fertig und kochte mir einen Kaffee to Go. Einen Müsliriegel aß ich solange der Kaffee durch die Maschine lief.
      Mein Blick fiel auf mein Handy und es war eine Nachricht von Tiff darauf. ´Tut mir leid wegen gestern Abend. Ich hatte keine bösen Absichten. Es kommt nie wieder vor ich schwöre. Vince meinte wir können heute Abend ins Wagamama gehen und asiatisch essen. Na wie klingt das? xoxo´

      Ich schüttelte lächelnd den Kopf. Ich tippte ihr eine Antwort. ´Hey kein Problem. Das nächste Mal kannst du mich aber gerne vorwarnen. Klingt gut. Ich bin gegen 17 Uhr wieder zurück.´
      Sie schickte mir nur einen Daumen nach oben und eine Tischreservierung für 19 Uhr. Somit habe ich noch genug Zeit mich zu Duschen und umzuziehen.
      Ich fühlte meinen Kaffee in den Becher und öffnete noch fix meinen Terminkalender in welchem Tierheim ich heute aushelfen sollte. Zu meiner Überraschung war es das Second Paradise. Ich glaubte nicht an Schicksal, aber das war schon wirklich ein Zufall.
      Ich packte meine Sachen zusammen und machte mich auf dem Weg zur U- Bahn wo ich durch die halbe Stadt fuhr. Das Tierheim lag etwas außerhalb der Stadt und ich musste noch ein paar Minuten zu Fuß laufen eh ich am Tor angekommen war. Ich drückte auf die Klingel und eine etwas ältere Frau kam auf mich zu. "Sie müssen John sein?" Ich nickte. Sie öffnete das Tor und schloss es gleich wieder. "Wir haben hier gerne Mal ein paar Ausreiser." Ich lachte und sie reichte mir die Hand. "Ich bin Elenore. Ich leite das Tierheim schon sehr lange und freue mich immer wenn jemand engagiert mithilft." "Freut mich sie kennenzulernen. Ich mach das sehr gerne." "Komm ich zeig dir wo alles ist."
      Ich folgte ihr durch das Tierheim und sie stellte mich bei jedem Tier vor. Es war relativ groß, bot ausreichend Platz für Tiere und hatte auch ein paar Außengehege. "Hier sind auch Pferde und Esel untergebracht. Ich weiß jeder denkt das nur kleine Tiere im Tierheim sind, aber diese wurden leider von ihrem Vorbesitzer schlecht behandelt und niemand möchte sie adoptieren." Mein Herzschlag setzte für einen Moment aus. Ich sah die Spuren von Gewalt an den beiden Pferden und auch der Esel sah nicht besonders gut aus. "Sie tragen noch die Narben und es war ein Kampf das sie wieder Vertrauen zu Menschen aufbauen konnten. Doch mittlerweile geht es. Wenn du möchtest kannst du den Stall ausmisten und die Tiere versorgen und pflegen. Damit solltest du gut beschäftigt sein und hart anpacken kannst du." Sie blickte auf meine gut trainierte Arme. Ich lächelte. " Kein Problem, wenn ich ihnen die schwere Arbeit abnehmen kann, dann mache ich das."
      Elenore nickte und gab mir noch ein paar Gummistiefel, die ich mit meinen Schuhe tauschte. Sie zeigte mir wo ich alles finden konnte. "Dann wünsche ich dir viel Spaß und um 12 Uhr gibt es eine Mittagspause."
      "Vielen Dank und bis später."
      Ich machte mich also auf in den Stall um dort auszumisten und die Ställe für die Tiere wieder herzurichten.

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    • Emilia ~ 23.08.23 Freitag

      Die Wärme von Mia fühlte sich an wie ein Anker. Einer der mich in der Realität hielt, während meine Gedanken um den Abend kreisten. Mit Tiff und Vince hatte ich ja gerechnet, jedoch nicht einem Wiedersehen mit jemand aus meiner Schulzeit. Es stand außer Frage, dass John sich geändert hatte, nur offen stand, wie sehr dies wirklich war. Ich schüttelte den Kopf “Da ist der Abend rum und ich denke tatsächlich über einen Typ nach, den ich früher nicht ausstehen konnte. Hm denkst du Menschen können sich wirklich so sehr ändern Mia? “ Als Antwort gähnte meine Katze und streckte sich. Ich musste kichern. “Du hast Recht, ich sollte lieber schlafen statt über Männer nachzudenken.” Mit einem leichten stupsen zeigt ich ihr das ich aufstehen wollte und machte mich auf ins Bett. Mit meinem lebendigen Kuscheltier an mich gelegt schlief ich kurz darauf ein.


      ~ 24.08.23 Samstag

      Manchmal war es doch störend, wenn man einen inneren Wecker angeeignet hatte. Samstag und ich war um halb 6 wach. Ich streckte mich und blieb noch einen Moment liegen. Nachdem ich mich endlich zum Aufstehen durchringen konnte, führte mein Weg ins Bad. Zum Wachwerden war das heiße Wasser der Dusche, welches auf mich niederprasselte, eine wahre Wohltat. Es entspannte meine Glieder. Es folgte nur ein kleines Frühstück. An Tagen, an denen ich im Tierheim war, aß ich grundsätzlich über die Stunden verteilt. “So Mia dann bis später. Sei brav und bis später.” Mit meinem Wagen fuhr ich schließlich los.

      Ungefähr 20 Minuten später parkte ich am Eingang des Second Paradise. Ich besaß einen Schlüssel, womit ich mich selbst einließ. Elenore war eine sehr freundliche und warmherzige Person. Umso mehr schade fand ich es, dass sich ihre Familie nur selten bei ihr blicken ließ. Was das Tierheim betraf, so war ich die Person, der sie am meisten vertraute, was die Tiere anging und somit einen Schlüssel bekommen hatte. “Guten Morgen Elenore” Ich hockte mich und streichelte einen der Hunde, welcher mir zur Begrüßung entgegen lief. “Guten Morgen Emilia. Wir haben heute einen Helfer. Er ist bei den Ställen.” Ich sah auf. “Einen Helfer? Jemand neues oder einer der schon mal hier war?” “Nein er ist das erste Mal hier. Ein hübscher junger Mann. Vermutlich in deinem Alter. Soll ich euch vorstellen.” Ich lachte ein wenig. “Nein ich bin schon groß ich schaff das schon. Ich werde ihn wohl sehen ich wollte nach den Verbänden bei Saskia, Honeycomb und Snippy sehen.” “Vielen Dank Liebes. Wenn du etwas brauchen solltest lass es mich wissen.”

      Ich wechselte in meine Gummistiefel und nahm eine Tasche, welche allerhand medizinische Dinge enthielt. Mit einer Eskorte von zwei Hunden machte ich mich auf den Weg zum Stall. Dennoch achtete ich darauf, dass beide nicht mit in das Gebäude kamen. Durch die Verletzungen waren die Pferde und der Esel etwas schreckhaft, was zu einer Verschlechterung des Zustandes führen konnte. Im Stall selbst begann ich, meine Ärmel hoch zu krempeln. Ich ging an das Gatter eines Stalls und lächelte. “Guten Morgen John. Nun ist es Zufall oder konntest du es nicht abwarten, mich wiederzusehen?” Schließlich aber nahm ich die Tasche und ging zu dem Pferd in die Nachbarbox und begann die Stute zunächst etwas zu beruhigen. Als es dann genug war, zog ich medizinische Handschuhe an und löste den Verband. “Ruhig Süße, ich tu dir nichts.” Es sah nach wie vor schlimm aus, aber zumindest keine Entzündung. Ich begann mit der Reinigung der Wunde und legte schließlich einen neuen Verband an. Auf einen Notizblock notierte ich mir Details zum aktuellen Zustand des Pferdes und nahm mir noch ein wenig Zeit um ihr die Mähne zu bürsten.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • John

      ~ 24.08.23 Samstag

      Die Arbeit im Stall war herausfordernd, denn die Heuballen wogen nicht gerade wenig und ich wusste wie schwer es Elenore fallen würde, diese hin und her zu wuchten. Ich war dankbar für diese Abwechslung, sonst würde ich nur wieder im Atelier sitzen und am nächsten Projekt tüfteln, bis die Sonne wieder unter ging.
      Ich verteilte das Heu in einem Stall und rechte es ein wenig auseinander. Leise Schritte näherten sich und ich zuckte zusammen als ich meinen Namen hörte. Diese Stimme kam mir bekannt vor und als ich mich umdrehte blickte ich in hellbraune Augen. Sofort zogen sich meine Mundwinkel nach oben. "Dir auch einen Guten Morgen Emilia." Etwas verlegen strich ich mir durch die Haare, wo ein bisschen heu hingen blieb. "Nun ich habe erst heute Morgen gesehen das ich hier eingeteilt wurde, also würde ich eher sagen das es Zufall ist."
      Ich beobachte sie wie sie in den anderen Stall ging wo das eine verletzte Pferd lag. Ich legte meine Arbeit vorerst nieder und folgte ihr zum Gatter und legte meine Arme drauf um mich abzustützen.
      "Ich wusste gar nicht das du dich auch gut um Tiere kümmern kannst. Ich dachte Menschen sind eher dein Ding."
      Diese Frau steckte voller versteckter Talente und das imponierte mir.
      Ich sah ihr zu wie sie sich um das Pferd kümmerte und wie dies langsam entspannter wurde, nachdem Emilia mit Bürsten anfing.
      Mir ging das Herz auf, denn es gab nicht viele Menschen die ein großes Herz für Tiere hatten.
      Ich machte mich dann wieder an die Arbeit und säuberte die restlichen Ställe, bevor ich mit dem Auffüllen anfing.
      Zwischendurch brachte uns Elenore noch etwas zu Trinken, das ich dankbar annahm, mein Kaffee to go war schon leer und ich exte die Wasserflasche beinahe. "Wenn ihr wollt könnt ihr gleich zum Essen kommen. Ich habe etwas leckeres für euch gekocht."
      Sie war eine herzensgute Frau und sorgte sich gut um ihre Mitmenschen.
      Nachdem ich meine Hände gewaschen habe und die kleine Hütte betrat, kam sofort ein Duft von einem leckeren Eintopf in meine Nase.
      "Hm das riecht sehr lecker." "Ich hoffe es schmeckt euch auch."
      Ich setzte mich mit an den Tisch und Eleonore schöpfte uns etwas Suppe auf. Sie schmeckte wirklich sehr köstlich und gab mir ein mollig warmes Gefühl. "Emilia wenn du die Tiere begutachtet hast würdest du mit John noch die Freiflächen bewässern. Der Sommer war trocken und ich möchte das die Tiere noch genügend Gras zur Verfügung haben."
      Ich löffelte meine Suppe weiter und trank noch etwas Wasser.
      Anschließend half ich Elenore noch beim Abräumen und spülte das Geschirr ab. Am Türrahmen angelehnt warte ich darauf das Emilia zurück kommt.
    • Emilia

      ~ 24.08.23 Samstag

      Der Vorabend verlief absolut nicht so, wie er geplant war. Dies traf wohl gleichermaßen auf John und mich zu, was Tiffany zuzuschreiben war. Die Reaktion meines ehemaligen Mitschülers zeigte mir, dass er mir dafür keine Schuld zu schrieb. Beim Anblick des Heus in John's Haaren musste ich schmunzeln. “Nun auch wenn es ein Zufall ist, dass Heu steht dir ausgezeichnet.” Mit guter Laune wandte ich mich Saskia zu. Auch wenn es sich nicht verschlimmerte mit der Verletzung der Stute machte es mir Sorgen. Die Tatsache allein, dass Tiere nach dem Gesetz als Gegenstände zählen und das Zufügen solcher Verletzungen lediglich als Sachbeschädigung galt, war für mich unbegreiflich. Sie waren lebende und fühlende Wesen wie Menschen, aber es wurde schlichtweg beschlossen, dass sie weniger wert waren als ein Mensch. “Ja ich habe es studiert im Fokus auf Medizin und Behandlung von Menschen. Was die Tiere angeht, habe ich mich selbst weitergebildet für Grundkenntnisse. Würde Elenore wegen jeder Verletzung mit einem der Tiere zum Tierarzt gehen müssen, wären die Kosten so hoch, dass sie es nicht lange finanzieren könnte. Deswegen versuche ich so zumindest Dinge wie Wundversorgung oder andere kleinere Dinge zu übernehmen. So kann sie dabei wenigstens einiges einsparen, das anderswo hier gebraucht wird. Aber letztendlich sind meine Kenntnisse begrenzt und wenn es komplizierter oder ernster wird, muss dann ein Tierarzt darauf sehen.” Ich beende das Bürsten und verlasse die Box. Bevor ich die nächste betrat, sah ich zu, wie John weiter arbeitete. Engagement wie dieses zeigte wirklichen Einsatz. Nicht um gut dazustehen, sondern um tatsächlich etwas Gutes zu tun.

      Nach einer Zeit kam Elenore und rief zum Essen. Es klang wie Musik in meinen Ohren, aber zuerst wollte ich noch mit der aktuellen Tätigkeit fortfahren. Somit kam ich ein wenig später in die Hütte. Neben dem Händewaschen, war ich mir auch ein wenig ins Gesicht, um eine aufkommende Mittagsmüdigkeit im Keim zu ersticken. Das Essen war köstlich und gab Energie für den Rest des Tages. “Ja können wir gerne machen.” Da John beim Spülen half, nutzte ich die Gelegenheit um an mein Auto zu gehen und ein paar Säcke Futter für die Tiere auszuladen. Zusätzlich zu einer Tüte mit ein paar Lebensmitteln für Elenore. Die Futtersäcke trug ich direkt in den Lagerraum. Dann mit der Papiertüte kehrte ich zurück in die Küche. “Ach Emilia, du sollst doch kein Geld für mich ausgeben.” Ich lächelte. “Mach dir keine Sorgen, ich habe genug. Die Reparaturen letztens waren teuer genug.” Die ältere Frau wusste bereits, dass diskutieren mit mir sinnlos war, wenn es um solche Dinge ging. Also nahm Elenore es schließlich an. Ich wandte mich zur Tür. “Nun wollen wir dann?” Auf dem Weg zu den Freiflächen band ich mir die Haare schon einmal zu einem Pferdeschwanz, weil ich bereits wusste, wie das letzte Mal verlaufen war. “Als Vorwarnung, die meisten Hunde sehen das Wässern als Spiel an und werden herumtollen. Also stell dich schon mal besser darauf ein nass zu werden.” Am Schuppen angekommen, gab ich einen der Schläuche mit einer daran angeschlossenen Brause. Ehe ich mir selbst den zweiten Schlauch nahm, hing ich meine Jacke auf. “Nimmst du dann erstmal den Bereich links?”
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    • John

      ~ 24.08.23 Samstag

      Ich beobachtete wie Emilia die Futtersäcke umherwuchtete und ich war kurz davor ihr zu helfen, doch diese Frau war stärker als man annimmt. Sie sorgte sich sogar um Elenore und nicht nur um die Tiere. Ich war ein wenig sprachlos und war froh das es noch solche hilfsbereiten Menschen auf der Welt gab.
      Emilias Blick traf meinen und ich nickte ihr zu. "Bis später ihr Beiden." Rief uns Elenore hinterher.
      Ich folgte Emilia auf die Freiflächen und beobachte sie wie sie sich die Haare zusammenband. Ich nahm den Schlauch in die Hand und ging auf die linke Seite und fing an die Brause zu betätigen. Langsam aber sicher fing ich an die Fläche nach und nach zu Bewässern.
      Mein Blick ging immer wieder zu ihr hinüber, doch immer wenn ich das Gefühl hatte sie würde es mitgebkommen, so wandte ich meinen Blick wieder weg. Auch wenn ich keine Lust auf Frauen habe, so machte sie mich doch etwas neugierig.
      Die Sonne knallte unaufhaltsam auf uns herab und ich wäre dankbar für eine Abkühlung. Mir zuckte mein Mundwinkeln, denn mir kam eine Idee. Mein Blick ging zu Emilia. Sie schien sich voll und ganz auf die Arbeit zu konzentrieren.
      Ich musste mir ein Lachen unterdrücken und ging langsamen Schrittes auf sie zu. Den Wasserschlauch fest in meiner Hand.
      Ich beugte mich ein Stück über sie drüber. "Du hast da eine Stelle vergessen." Und dann lies ich die Brause an und spritzte Emilia nass. Dann kam ich nicht mehr aus dem Lachen heraus. Als ich plötzlich hinter mir ein paar bellende Hunde hörte, die es irgendwie geschafft haben die Tür zu ihrem Bereich zu öffnen, war es vollkommen aus.
      Die Hunde umkreisten uns und sprangen durch das Wasser, auch sie wollten einen Abkühlung haben. Ich tanzte mit den Hunden über die Fläche und fühlte mich das erste Mal seit langem wieder richtig frei. Das auch ich nun von Kopf bis Fuß nass war, blieb nicht aus und ein Hund riss mich sogar um, das ich anschließend in einer Pfütze lag. "He mein Großer alles gut." Ich krauelte den einen Hund und er schleckte mir über mein Gesicht. Langsam stand ich wieder auf und dann kam Elenore angelaufen. "Oh nein. Das tut mir leid." Auch sie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Wir sahen sicher auch ziemlich lustig aus. "Ich habe vergessen zu sagen das das Tor noch repariert werden muss." Ich lächelte ihr zu. "Das würde ich dann noch übernehmen." Sie nickte mir zu. Dann pfiff sie ganz laut und die Hunde gingen sofort zu ihr. "Wenn ihr zwei süßen dann fertig seit, könnt ihr euch nochmal ordentlich sauber machen. Ich lege euch ein paar Handtücher hier her." Als Elenore außer Sichtweite war sah ich an mir herunter. ich sollte tatsächlich nachher noch Duschen wenn ich zu Hause bin.
      Ich wandte mich wieder zu Emilia. "Das hat Spaß gemacht. Ich hoffe du nimmst mir meine Aktion von vorhin nicht übel, aber ich wollte mir einen kurzen Spaß erlauben." Ich musterte sie und hoffte irgendwas in ihrem Gesicht lesen zu können.
    • Emilia

      ~ 24.08.23 Samstag

      Das Bewässern selbst war im Grunde keine schwere Arbeit, jedoch zeitaufwendig. Was es anstrengend machen sollte, war die Sonne. Die Hitze des Sommers brannte auf uns herab und ich war froh, dass Elenore es nicht selbst getan hatte. Ein Jahr zuvor war dies vorgekommen. Ich hatte die ältere Dame zusammengebrochen im Garten vorgefunden, weil ihr Kreislauf die Hitze nicht vertragen hatte. Es hatte einen Vortrag gegeben, nachdem Elenore wieder einigermaßen fit war. Solche Anstrengungen sollten nicht von einer Frau in ihrem Alter übernommen werden. Somit kamen wir zur Übereinkunft, dass Aufgaben wie diese von Helfern oder mir erledigt werden sollten.
      Ich begann mit dem Bewässern des rechten Bereichs und bemühte mich, gründlich zu bleiben, um keine Stelle zu sehr zu übersehen. Doch zwischendurch überkam mich ein Gefühl von Zeit zu Zeit. So als würde mich jemand beobachten. Immer wenn diese Empfindung stärker zunahm, sah ich zu John. Er war der einzige hier draußen außer mir. Doch sah dieser zu seinem Bereich. Es schien, dass mir meine Wahrnehmung mehrmals einen Streich spielte. Als es aber zum vierten Mal geschah, konnte ich noch eine Bewegung vom Kopf des Mannes erkennen. Zurück zu meiner Tätigkeit gewandt, lächelte ich ein wenig. Es schien, dass meine Empfindungen wohl doch nicht so falsch lagen. Auch wenn ich es nicht zugeben würde, so schmeichelte es mir doch, dass ich seinen Blick auf mich zu ziehen schien.
      Mit einem leichten Kopfschütteln, um weitere Gedanken zu unterdrücken, wandte ich meine Aufmerksamkeit der Arbeit zu. Schließlich war ich keine Teenagerin mehr, die sich von sowas den Kopf verdrehen lassen würde.
      Nichts ahnend des bevorstehenden Anschlags wässerte ich weiter. Erst als ein Schatten über mir erschien und eine Stimme erklang, wich meine Aufmerksamkeit dem, was vor mir lag. “Was?” Mehr war es, dass ich nicht raus brachte, als das kalte Wasser aus der Brause Johns mich traf. Zuerst war ich sprachlos, weil es einfach zu unerwartet kam. Lediglich ein empörtes Keuschen erklang meinerseits. “Na Warte.” Ich erwiderte die Geste und spritzte ihn ab, wobei es nur kurz war, aber ich musste selbst lachen. Als dann das Tor aufging und die Hunde dazu kamen, wurde es ein Chaos. Die Tiere tollten durch das Wasser und ich richtete den Schlauch auf die Fläche, um ihnen das Spiel zu gönnen. Es war ein schöner Anblick, als John anfing mit den Hunden zu tanzen. Es hatte rein gar nichts mehr von seiner Art früher und es machte wirklich Spaß, dem Ganzen zuzusehen. Ein herzlicher Lachanfall packte mich, als Nemo den Mann umriss in eine Pfütze. Es brachte mir sogar Tränen in die Augen, dafür war der Anblick einfach unbezahlbar gewesen. Elenore entschuldigte sich und ich schaffte es, mich langsam wieder einzukriegen. Die ältere Dame sprach noch kurz und begab sich mit den Hunden nach innen. Auch wenn ich von der direkten Wasserschlacht mit den Tieren verschont geblieben bin, so war ich ziemlich nass geworden. Aber ein geringer Preis für Spaß. Lächelnd sah ich zu John. “Ich verzeihe es dir für dieses Mal. Nemo hat mich ja gerächt. Wobei das kühle Wasser doch ziemlich angenehm war.” Die Schläuche fanden ihren Weg zurück an ihren gewohnten Platz. Zurück an der Hütte hatte Elenore bereits Handtücher für uns platziert. Ich nahm eines, welches ich ihm gab und mit einem eigenen begann ich mich zu trocknen. Doch wirklich trocken machte es meine Kleidung auch nicht. Daher entschied ich mich kurz ins Bad zu gehen und mich dort umzuziehen. Ein Vorteil, wenn man öfter da war und bereits Ersatzkleidung vor Ort hatte, wenn auch ein Sommerkleid bei Tieren nicht optimal war. Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass die Zeit bereits schneller vergangen war als angenommen. Ich ging zur Küche und setzte mich zu Elenore. “Wie geht es dir aktuell? Du hast wieder mehr Schwierigkeiten mit deiner Gesundheit oder?” Seufzend begann die ältere Dame mich auf den neusten Stand zu bringen.
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    • John

      ~ 24.08.23 Samstag

      Ich freute mich sichtlich das es ihr gefallen hatte, doch ich hatte keine Ahnung warum ich das getan habe. Ich räumte ebenfalls meinen Schlauch weg und folgte Emilia in die Hütte. Ich sah Elenore am Tisch sitzen und nahm dankend das Handtuch entgegen. Ich spürte das ich so sicher nicht in die Bahn steigen kann. Während Emilia im Bad war, ging ich zu Elenore. "Hast du zufällig eine Dusche hier und eventuell Wechselklamotten?" Die ältere Dame sah zu mir auf und legte ihre Brille auf den Tisch, die sie zum Zeitunglesen benutzt. "Oh na sicher doch John. Warte kurz ich habe hier irgendwo noch ein paar Klamotten von meinem Sohn, die müssten dir passen." "Das wäre sehr lieb von ihnen." Elenore lächelte. "Da haben wir sie ja." Sie überreichte mir ein Shirt, Unterhose, Socken und eine Jogginghose. "Wenn ich das nächste Mal bei ihnen bin bringe ich sie wieder frisch gewaschen mit." Die ältere Dame lachte. "Mach dir bitte keinen Stress und die Dusche ist gleich um die Ecke." Ich bedankte mich bei ihr und ging zur Dusche, die wirklich sehr winzig war, dennoch reichte sie aus.
      Ich zog meine nassen und dreckigen Sachen aus und legte sie auf den Stuhl, der vor der Dusche stand. Ich lies das Wasser an und zog den Vorhang zu. Ich wusch mir den ganzen Dreck vom Körper ab und fühlte mich danach wie neu geboren.
      Ich schlüpfte in die frischen Sachen und rubbelte mir im Gehen die Haare noch mit dem Handtuch trocken. In der kleinen Küche angekommen unterbrachen die beiden Frauen ihr Gespräch plötzlich. "Sie scheinen zu passen." Elenore klatschte in die Hände. "Ja das tun sie danke. Hast du zufällig noch eine Tüte wo ich die schmutzigen Sachen reinlegen kann?" Sie nickte und kramte in einer Schublade herum. Sie überreichte mir eine Tüte und ich ging wieder zurück um die Sachen einzupacken.
      "Sieht er nicht zum Anbeißen aus?". Elenore stupste Emilia an. "Wenn ich nur ein paar Jahre jünger wäre."
      Ich musste innerlich schmunzeln, weil ich ihre Aussage gehört habe. Ich ging wieder zurück in die Küche. "Also ihr beiden ich muss jetzt los. Ich bin später noch verabredet und muss noch die Bahn erwischen. Es hat mich sehr gefreut sie kennenzulernen und danke für das Essen und die Kleidung." Ich reichte ihr die Hand und sie lächelte mich an. "Gerne doch. Ich danke dir für deine Hilfe John und ich hoffe wir sehen uns bald wieder." Ich nickte zustimmend, dann wandte ich mich zu Emilia. "Hat Spaß gemacht heute. Ich wünsche dir ebenfalls noch einen schönen Tag und bis bald." Ich reichte ihr ebenfalls die Hand und ein leichtes Kribbeln durchzog meinen Körper als sie meine Hand wieder los lies. Ich verabschiedete mich von den beiden und ging mit meinen Sachen in der Hand in Richtung Bahn. Ich hatte zwar noch ein bisschen Zeit ehe ich zum Essen gehe, aber die Bahn war ja bekanntlich nie immer pünktlich.
    • Emilia

      ~ 24.08.23 Samstag

      Offenbar kümmerte sich John gerade um seine eigenen Probleme hinsichtlich der nassen Kleidung. Somit waren Elenore und ich nun fürs erste allein. “Ach Liebes, du hast Recht ja. Ich fühle mich seit einiger Zeit etwas schwach. Mir wird schwindelig und ich komme schnell außer Atem.” Ein Seufzen erklang von mir. “Warum hast du es mir nicht schon früher gesagt? Du weißt, dass ich dir mehr abnehmen kann und du solltest dich untersuchen lassen. Wenn du es verschleppst, kann es sich deutlich verschlimmern.” Ein wenig vorgelehnt hielten wir Blickkontakt. Es war zu wichtig, als dass die ältere Dame ihre Gesundheit ignorieren konnte. “Ich kann mir keine Behandlung leisten. Die Kosten vom Tierarzt waren hoch, da muss…." “Du trotzdem auf deine Gesundheit achten. Elenore ich verstehe, warum du es tust aber es ist der falsche Weg. Komm am Montag zu mir ins Krankenhaus und ich untersuche dich. Um die Kosten musst du dir keine Gedanken machen. Bitte, es ist wichtig. Denke an…” Ich brach ab. Es war ein Thema, welches Elenore ohnehin schwer fiel, daher war es besser, es nicht vor John fortzusetzen. Sie war deutlich schneller darin, sich anzupassen. Als wäre nichts passiert, sprach Elenore mit dem Mann. Ich trank einen Schluck Wasser, aber verschluckte mich. Es war mehr bedingt durch die Aussage der Anderen, als dass sie mich angestupst hatte. “Elenore” Wobei ich eher überrascht als empört klang. Mit einem Lächeln sah ich zu dem dunkelblonden Mann. "Ja, da stimme ich dir zu. Du hast uns wirklich sehr geholfen. Danke und den wünsche ich dir auch.” Wir schüttelten uns die Hände und langsam lösten sich danach meine Finger von seiner Haut. Ich sah, wie John ging. Wäre seine Hilfe nicht gewesen, hätte noch einiges an Arbeit bevorgestanden. Somit war es ein glücklicher Zufall gewesen. “Ich weiß das du das Thema nicht magst, aber bitte komm am Montag ins Krankenhaus. Ich mache mir Sorgen um dich. Also wenn du es schon nicht für dich selbst machst, dann tu es für mich. Ich würde mir Vorwürfe machen, wenn dir etwas zustößt, das ich hätte verhindern können.” Die ältere Dame lächelte sanft. “Gut ich werde kommen. Aber bitte mach dir nicht zu viele Umstände wegen mir.” Ich nickte, froh darüber, dass sie es einsah. Weiterer Worte dazu bedarf es nicht. Nachdem ich mich streckte, stand ich auf. “Ich mache mich dann auch mal langsam auf.” “Du hättest nicht so lange warten müssen, um John hinterher zu jagen.” “Nein ich plane nicht, ihm hinterher zu jagen oder was in der Art. Ich wollte nur nach Hause.” Wir umarmten uns. “Nun gut, dann komm gut nach Hause.” Ein Zwinkern ihrerseits zeigte, dass sie wohl weiterhin vermutete, dass ich John folgen wollte. Nachdem ich die Hütte verlassen hatte, fuhr ich mit meinem Auto los. Die Fahrt ging einige Minuten, als John in mein Sichtfeld kam. Neben ihm kam der Wagen zum Stillstand und das Fenster fuhr herunter. “Sieht aus, als sähen wir uns schneller wieder als erwartet. Steig ein, ich nehm dich mit. Der Zug ist um diese Zeit oft ziemlich voll. Du musst mir nur sagen, wo es hingehen soll und ich setze dich ab. Seh es einfach als Dankeschön für deine Hilfe heute.”
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    • John

      ~ 24.08.23 Samstag

      Ich versuchte schnellen Schrittes in Richtung Haltestelle zu kommen, doch der Tag steckte in meinen Knochen. Es war dennoch schön und ich hoffe sehr das ich Elenore eine Hilfe war. Die gute Frau sah nicht mehr ganz so fit aus und ich bin froh das ich ihr eine große Last abnehmen konnte.
      Ich lief immer weiter und weiter, bis dann ein Auto neben mir fuhr und zum Stehen kam. Ich zog verwirrt eine Augenbraue nach oben, doch als das Fenster runtergefahren wurde, erblickte ich in die mir so vertrauten braunen Augen. "Ja so schnell kann es gehen." Ich lächelte ihr höflich zu. Als sie mich fragt ob sie mich mitnehmen darf, kam überraschend. "Ähm ja sicher. Das ist sehr lieb von dir." Ich stieg in das Auto ein und schnallte mich an. "Lass mich einfach bei der London Bridge raus. Ich lauf dann noch die paar Meter nach Hause. Ich muss noch vorher etwas erledigen."
      Die Fahrt verbrachten wir vorerst schweigend, doch es war eine angenehme Stille zwischen uns. Doch mir brannten ein paar Fragen auf der Zunge die ich ihr gerne stellen würde.
      Nach ein paar Minuten konnte ich nicht anders und fasste mir ein Herz. "Elenore geht es gar nicht gut oder? Ich weiß das ich sie heute das erste Mal gesehen habe, doch ich habe gespürt das sie nicht mehr alles so gut meistern kann, wie sie möchte. Sie ist ein wirklich herzensguter Mensch und ich fände es schade wenn sie sich zu sehr übernimmt. Hat sie niemanden der öfters nach ihr guckt? Sie hatte zwar ihren Sohn erwähnt, doch ich hatte nicht den Anschein das er sie oft besuchen kommt." Er blickte zu Emilia rüber. "Ich mache mir Sorgen um sie und ich kann spüren das es dir genau so geht. Also sag wie kann ich helfen?"
    • Emilia

      ~ 24.08.23 Samstag

      Der Gesichtsausdruck von John war durchaus amüsant im ersten Moment. Fairerweise aber hatte er sicher nicht damit gerechnet, dass ein Auto neben ihm anhalten würde. Aber dann willigte der Mann dem Überfall doch ein und stieg ein. “Ok dann zur London Bridge. Da hättest du mit dem Zug aber trotzdem noch ein gutes Stück vor dir gehabt.”
      Die Fahrt verlief zunächst ruhig. Aber angenehm und nicht wie es früher war. In der Schulzeit war es einmal vorgekommen, dass wir beide für einige Zeit in einem Klassenzimmer sitzen mussten. Die Atmosphäre damals war erdrückend und angespannt gewesen, stets mit Bedenken, ob John irgendwas vorhatte. Nun aber war es vollkommen anders. Es brachte erneut Gedanken auf, ob Menschen sich tatsächlich so sehr ändern konnten. Er wusste offenbar immer noch nicht, wer ich war, doch schien es fürs erste weiterhin besser so zu sein. Ein Seufzen entrang mir, als ich seine Worte hörte. “Es ist dir also aufgefallen. Das Alter hat ihr zugesetzt und du hast ja selbst gemerkt, wie schwer die Arbeit dort sein kann. Dadurch und auch die Jahre hat ihre Gesundheit nicht wenig gelitten. Doch ich möchte nicht ins Detail gehen, das würde Elenore nicht wollen. Sie opfert sich für die Tiere und gibt oft mehr als sie kann. Ich konnte sie zumindest dazu überreden, dass sie zu mir kommt, um sich untersuchen zu lassen.” Mit einem leichten Lächeln sah ich seitlich zu John, aber behielt dennoch die Aufmerksamkeit auf der Straße. “Ihre Familie kommt leider nur selten zu Besuch. Beruf und eigene Kinder nehmen viel Zeit von ihrem Sohn ein. Dennoch hat sie jemanden, der nach ihr sieht. Sitzt gerade neben dir. Es begann damals als eine einfache Tätigkeit, um etwas Gutes zu tun, aber mit der Zeit wurde Elenore für mich zu einem Teil meiner Familie. Daher versuche ich oft nach ihr zu sehen und zu helfen oder wenn das wegen meiner Arbeit nicht geht zumindest anzurufen.” Danach dachte ich kurz nach. “Nun du hast heute bereits mehr getan, als du vielleicht denkst. Die Hilfe bedeutet ihr sehr viel und auch einfach Kontakt zu Menschen. Also wenn du ihr helfen willst, dann besuch sie einfach mal oder hilf ihr ein wenig. Aber fühl dich nicht dazu verpflichtet.” Der Wagen fuhr in die Innenstadt ein. Zwar lagen noch einige Minuten Fahrt bevor, aber der Verkehr meinte es anscheinend gut. “Ganz ehrlich als ich dich gestern Abend gesehen habe, hätte ich nicht erwartet, dass du in Tierheimen aushilfst. Versteh es nicht falsch. Du wirktest eher wie jemand, der seine Freizeit mehr für Sport nutzt. Daher war es eher wie eine positive Überraschung.” Bei meiner Aussage lächelte ich unbewusst ein wenig mehr.
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    • John

      ~ 24.08.23 Samstag


      Das es Elenore so schlecht ging, war mir nicht bewusst und das ihr Sohn sie kaum besuchen kommt, tat mir irgendwie weh. Klar hat er Familie und sein eigenes Leben, aber wenn er sehen würde wie es seiner Mutter geht, würde er sicherlich öfters vorbei kommen. Ich würde alles für meine Eltern tun, wenn sie noch leben würden...
      Ich seufzte und sah aus dem Fenster. "Es ist schön das sie so jemanden wie dich hat. Sie ist sicher froh darüber. Ich meine wer wäre das nicht. Du tust ihr einen großen Gefallen damit das du dich um ihre Tiere kümmerst und auch um sie. Das würde nicht jeder machen."
      Ich hoffe sie sah es als Kompliment an. "Jetzt wo ich eine Ahnung davon habe wie es ihr geht, würde ich ihr am liebsten noch mehr helfen, aber da ich immer wieder woanders eingeteilt werde, wird das nichts werden, da ich die ganze Sache ehrenamtlich mache und meine Vermittlung wäre sicherlich nicht ganz so erfreut darüber, wenn ich mich nur um das eine Tierheim kümmere. Zumal ich ja auch noch einen Vollzeitjob habe. Glaub mir manchmal wünschte ich mir ich würde alles ruhiger angehen und mir nicht immer so einen Stress machen. Deshalb genieße ich die freie Zeit von Freitagabend bis Sonntag. Ganz egal wie." Ihre Bemerkung das sie mir nicht angesehen hat das ich in einem Tierheim aushelfe und eher wie ein Sportler aussehe, traf mich schon ein bisschen. "Aussehen ist nicht alles. Klar mache ich gerne Sport, das brauche ich nach einem harten Tag auch, aber ich engagiere mich auch gerne und das ist wie schon gesagt ein guter Ausgleich."
      Ich habe gar nicht gemerkt das wir schon im Stadtzentrum waren und wir der London Bridge näher kamen. "Lass mich hier einfach raus." ich zeigte zu einer kleinen Haltebucht. Als der Wagen stehen blieb, lächelte ich Emilia an. "Danke für den tollen Tag." Ich stieg aus dem Wagen aus und wollte mich gerade verabschieden. Dann kam mir ein Gedanke und ich hoffte das ich ihn nicht gleich wieder bereute. "Ähm was ich dich fragen wollte.. Ich würde dich gerne heute Abend mit zum Essen einladen. Ich treffe mich nachher mit Tiffany und Vince im Wagamama um 19 Uhr. Falls es dir nicht zu stressig wird." Mein Blick auf meine Uhr sagte mir das es erst kurz nach 16 Uhr war. Mit der Bahn wäre ich erst um 17 Uhr dagewesen. "Du kannst es dir ja überlegen. Sieh es einfach als Dankeschön für die Mitnahme." Ich lächelte sie an und winkte ihr zum Abschied noch zu. "Also vielleicht bis später." Ich schloss die Autotür und lief die Tower Bridge entlang bis nach Hause. Mein Herz schlug irgendwie schneller und ich bildete mir nur ein das es daran lag, das ich so schnell gelaufen bin.
      Zu Hause angekommen machte ich mich für den Abend fertig und tippte noch eine Nachricht an Tiffany.
      J: "Wäre es möglich das wir noch einen Platz frei hätten? "
      T: "Uiii wer ist den die Glückliche?"
      J: "Wer sagt das es eine Frau ist?"
      T: "Ich kenne dich sehr gut mein Lieber. Ja ist kein Thema. Ich habe eh einen Tisch für 4 Personen reserviert."
      Ich musste lächeln.
      J: "Als ob du es schon so geplant hast."
      T: "Ja so bin ich. Bis nachher." :)

      Ich legte das Handy weg und hatte noch ein paar Minuten Zeit. Der Weg bis zum Restaurant waren nur ein paar Gehminuten und ich hatte noch genügend Zeit meine Gedanken zu sortieren.
    • Emilia

      ~ 24.08.23 Samstag

      So wie John davon sprach, wie ich mich um Eleonore und die Tiere kümmerte, machte mich innerlich ein wenig verlegen und hoffentlich war es nicht anzumerken. “Danke. Ehrlich gesagt habe ich für mich erkannt, dass es mir egal ist, was andere tun würden. Ich möchte einfach tun, was ich als richtig empfinde und nicht irgendwann einmal bereuen müssen, etwas nicht getan zu haben.” Meine Gedanken hatten mich etwas im Griff. Als John dann davon sprach, dass er gerne mehr helfen würde, aber auch Gründe nannte, was ihn davon wohl abhielt, lächelte ich sanft. “Hey wie gesagt fühl dich da nicht verpflichtet zu. Es ist schön, dass du helfen willst, aber du kannst auch nur so viel tun, wie es deine Kraft und Zeit erlauben. Ich verstehe nur zu gut wie es ist, wenn die Arbeit stressig ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Sicher können die anderen Tierheime deine Hilfe auch gut brauchen. Trotz allem aber darf man sich am Ende nicht selbst vergessen. Wenn man immer nur gibt und sich nie Zeit für Ruhe nimmt, bricht man irgendwann zusammen.” Meine Aussage beruhte einerseits auf meinem Job, da ich schon viel gesehen hatte, aber auch eigener Erfahrung. Dinge wie diese sieht man meistens erst ein, wenn es bereits zu spät ist. Anhand seiner folgenden Reaktion vermutete ich das John meine Aussage, trotz meines Hinweises es nicht zu tun, anders auffasste als ich es gemeint hatte. “Ich stimme dir zu, was den Ausgleich angeht. Ich wollte auch nicht damit sagen, dass das Aussehen dabei zu wichtig wäre. Ich meinte es wirklich positiv. Du bist mehr, als man auf den ersten Blick erkennen kann und das ist eine gute Eigenschaft in meinen Augen.”
      Die Fahrt war schneller gegangen als erwartet und ich hielt in der Haltebucht an. “Gerne aber das gebe ich gern zurück. Es hat Spaß gemacht.” Seine Einladung überraschte mich. Ich strich eine Strähne aus meinem Gesicht. “Nein es ist nicht zu stressig. Ich denke es sollte klappen.” Ich nickte. “Mache ich. Danke für die Einladung John. Bis später.” Ich erwiderte die Geste des Winkens und fuhr dann schließlich weiter.


      Wer auch immer sagte, dass es zuhause am schönsten war, musste eine wirklich weise Person gewesen sein. Bereits beim Betreten kam mein tierisches Begrüßungskommando. Es war schon wie ein Ritual, das ich Mia streichelte. “Sorry Süße, aber ich bin nachher nochmal weg. Weißt du der Mann, von dem ich die gestern erzählt habe, hat mich zum Essen eingeladen. Er scheint sich wirklich verändert zu haben. Ich meine, früher hätte er wahrscheinlich nie im Tierheim ausgeholfen.” Ich küsste die Katze auf den Kopf und ging in Richtung Bad. Frische Sachen waren ja schön und gut, doch ging nichts über eine Dusche nach körperlicher Anstrengung. Das heiße Wasser ausgiebig genossen, stieg ich nach einer halben Stunde aus der Kabine und begann mich zurechtzumachen. Es folgte das eine große Problem. Ein voller Kleiderschrank und doch schien das Richtige nicht dabei zu sein. Nacheinander flogen Kleider, Oberteile, Hosen und Röcke aufs Bett. Als ich so da stand, musste ich lachen. “Gott ich benehm mich, als hätte ich ein Date. Dabei gehen wir nur zusammen mit Tiffany und Vince essen. Ob John bewusst ist, dass Tiffany sich bestätigt fühlen wird, was ihr Gefühl betrifft.” Am Ende aber war uns ja allen bewusst, dass es nur ein gewöhnliches Essen unter Freunden war. Ein Mauzen erklang und mein Blick fand zu Mia, die auf einem schwarzen Kleid saß. “Gute Idee, du bist eine Lebensretterin.” Die Katze beiseite gesetzt, hob ich das Kleidungsstück hoch. Es war perfekt geeignet.

      Als ich endlich fertig war, zeigte ein Blick auf die Uhr, dass es Zeit war aufzubrechen. Aufgrund der Entfernung fuhr ich zu dem Restaurant. Vince und Tiffany waren bereits dort. “Hey John hat mich eingeladen. Ich hoffe, es ist in Ordnung für euch zwei.” “Ja natürlich. Er hat uns bereits bescheid gegeben.” Es folgten Umarmungen zur Begrüßung und ein Blick von Tiff der bereits erahnen lies was in ihrem Kopf vor sich ging.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.