DAS KÖNIGREICH DER ROSEN
Königs Schloss.jpgTief, hinter einem dunklem Wald, liegt ein verwunschenes Königreich, das Reich des Rosenkönigs.
Einst lebte hier ein König, der ein prachtvolles Schloss erbauen ließ. Dabei nahm er die Hilfe der Zwerge aus den Bergen an. Es sollte auf einem Berg erbaut werden, der inmitten seines neues Reiches stand. Doch die Zwerge weigerten sich zunächst, einem Menschen zu dienen. Und auch die Feen des Waldes rieten davon ab. Aber der König hatte einen Plan, um das Problem zu lösen. Er bot den Zwergen an, alle Schätze, die beim Abtragen der Berspitze gefördert werden, und alle Schätze, die beim Graben der Tunnel und Katakomben des Schlosses gefunden werden, zu behalten. Und so willigten die Zwerge schließlich ein, und erbauten das Schloss. Trotz ihrer Fähigkeiten, dauerte der Bau ganze Zehn Jahre, ehe das Schloss fertig war, und der König den Thron besteigen konnte.
Während der Bauzeit kamen weitere Menschen in das Land, um dem König zu dienen, und gründeten mehrere Dörfer und eine große Stadt, welche unweit des Schlosses in den Ebenen erbaut wurde. Eine prächtige Straße wurde errichtet, die Straße des Königs. Sie führte direkt zum Schloss. Verzweigte sich aber gelegentlich an Kreuzungen, die in die Wälder aber auch bis zu den Zwergen in die Berge führten, die das Reich zu zwei Seiten umgaben.
Auf der Straße des Königs kamen alle Einwohner des Landes herbei, um an dem Fest des Schlosses, und der Thronbesteigung teilzunehmen. Auch die Zwerge hatte man geladen, denn sie verlangten nun ihren versprochenen Tribut. Tief in den Gewölben unter dem Schloss lagerten alle Schätze, welche sie bekämen, wenn das Schloss erbaut wurde. Alles was sie gefunden haben, ob Gold oder Kristalle, alles lagerte dort.
Doch als der König sich von seinem Thron erhob, ordnete er an, die Zwerge hinauszuwerfen. Wie könnten sie es wagen, ihm Forderungen zu stellen? Er war hier schließlich der König. Er hatte die Zwerge betrogen, und sie seines Reiches verwiesen. Seine Soldaten scheuchten sie bis in ihre Berge zurück, und drohnten damit, jeden Zwerg, der sich ohne Erlaubnis in das Königreich begiebt, einzusperren. Oder Schlimmeres.
Auch die Feen bekamen mit, was die Menschen mit den Zwergen trieben, und ihre damals ausgesprochene Warnung bestätigte sich.
Der Feenwald lag westlich vom Schloss, zwischen Schloss und Westgebirge, in dem die Erbauer lebten. Heimlich schickten die Feen Boten zu den Zwergen, um mit ihnen über die Menschen zu beraten. Doch eine Lösung schien fern.
Inzwischen regierte der König mit eiserner Faust. Die Menschen hatten es im Vergleich zu den anderen Wesen des Reiches noch recht gut. Sie arbeiteten hart, zahlten ihre Steuern und wurden von den Soldaten sowohl überwacht, als auch beschützt. Doch gab es immer wieder Aufständische, die ihren Zorn frei herausbrüllten. Sie alle wurden nieder gemacht, oder gar eingesperrt und verurteilt. Mancheiner verlor dabei seinen Kopf.
Östlich vom Schloss gab es ebenfalls einen Wald, der zum Teil von vernebelten Sümpfen durchzogen war. Ein ungastlicher Ort, den man ambesten nicht aufsuchte. Dieser Ort führte bis zum Ostgebirge, wo eine finstere Zwergensippe lebte, die Dunkelzwerge. Sie blieben neutral, standen dem König weder bei, noch bekämpften sie ihn. Boten schickte der König, denn auch sie waren handwerklich begabt, und könnten einiges bewerkstelligen. Oder auch bei anderen Angelegenheiten behilflich sein. Aber sie verlangten viel, wenn sie wenig helfen sollten. So behielt der König sie vorerst für Notfälle im Hintergrund.
Der Süden vom Schloss hatte fruchtbare Ebenen, und einen dichten Wald, der irgendedwann wieder in den dunklen Wald übergehen würde, wenn man sich tiefer in ihn wagen würde, welcher das Königreich umgab. In den Wäldern lebten die sonderbarsten Kreaturen und Wesen, von denen viele Gut, aber auch einige böse sein konnten. Einige glichen Menschen, andere waren bloß die Bewohner des Waldes, Tiere usw.. Die Wälder wurden auch Rosenwälder genannt. Denn hier gab es überall Büsche aus Dornenranken, die das ganze Jahr in voller Blüte standen. Den Schnee gab es nur in den höheren Bergregionen. Hier im Königreich war es immer angenehm warm und fruchtbar - das ganze Jahr über. Seen und Flüsse boten ebenfalls Fisch und Wasserquellen. An Hunger würde hier niemand sterben, aber die harte Arbeit, und die hohen Abgaben, ließen oftmals zu, das der ein oder andere den Gürtel enger schnallen musste. Besonders die Bauern.
Auch sie machten ab und zu mal ihren Unmut laut. Manchmal wurden sie ergriffen und eingesperrt, und dann verurteilt. So verlor manch Bauer dabei auch mal seinen Kopf.
Doch schreckte das weder die Aufständischen, noch die Bauern davor ab, ihren König zu kritisieren.
So ließ der König nördlich am Schloss ein großes Labyrhint erbauen. Dafür nutzte er die Dunkelzwerge. Wie schon die Zwerge konnten sie in beachtlich kurzer Zeit viel erreichen. Das Bauwerk schöpfte schließlich Eindrittel seiner Schatzkammer leer. Aber dieses Labyrhint war es wert gewesen. Der Zugang lag beim Schloss. Es gab drei Ausgänge. Einer führte an die Füße der Westberge zu den Zwergen, und zum dortrigen angrenzenden Feenwald. Wer dort hinaus kam, war möglicherweise sicher.
Ein weiterer Weg führte in die östlichen Wälder zu den Nebelsümpfen. Wer dort hinaus kam, würde vermutlich versinken, oder wenn er die Sümpfe überlebt, von Dunkelzwergen überfallen werden, und gar sterben oder versklavt werden.
Der nördliche Ausgang jedoch bot die Freiheit, und die Möglichkeit, das Reich zu verlassen. Das Labyrhint führte bis zu den nördlichen dunklen Wäldern. Wer sie erreichte, kam mit großen Chancen mit dem Leben davon. Denn einst kamen die Menschen schließlich von dort. Doch nun ist der Weg durch das Labyrhint versperrt. Keiner kommt hinein - keiner hinaus. Außer man findet den richtigen Weg. Doch freiwillig würde es keiner betreten, da dort auch unzählige Fallen und weitere Gefahren lauern.
So konnte der König die erhobenen Stimmen des Volkes fast vollständig verstummen lassen.
Einestages jedoch hatten die Feen mit den Zwergen, die das Schloss erbauten, eine Einigung getroffen, und einen Racheplan geschmiedet, denn die Feen hatten entgültig genug von der Regentschaft des Königs. Während seine Macht wuchs, schmolz die ihre dahin.
Eine mächtige Fee würde sich opfern, um das Reich zu verzaubern. Allerdings betraf es alle, die hier lebten, oder her kamen, denn keiner könnte das Reich verlassen, solange der Fluch bestünde. Doch die Zwerge, kamen sie selbst auf keine andere Lösung, willigten schließlich ein. Zusätzlich würde die Feenkönigin in einen tiefen Schlaf fallen, und mit dem Zauber verwoben werden. Tief in den Bergen bei den Zwergen sollte sie sicher verwahrt werden, damit der König sie nie finden, und als Erpressung verwenden könnte. Sie würde erst erwachen, wenn eines von zwei Ereignissen geschehen, und so den Zauber brechen würden.
Das erste Ereignis war, das der König sich besinnt, und fortan in Frieden und Gleichberechtigung mit allen Völkern lebt.
Das zweite Ereignis war, den Zauber selbst zu brechen. Doch dieser hatte es in sich.
Das Reich wurde verwunschen mit einem Rosenzauber. Überall wuchsen plötzlich Rosen im Land. Viele Bereiche endeten in dichten Wäldchen voller Dornen und Rosenblüten in Rot und Weiß.
Gleichzeitig wurde die Königin schwanger, und gebar zunächst einen Sohn. Zwei Jahre später folgte dem Sohn eine Schwester. Prinz und Prinzessin wurden hoch gefeiert, doch trübte ihre Geburt ein mächtiger Zauber.
Der Prinz würde den weißen Rosen verfallen. Und die Prinzessin würde den roten Rosen ihr Herz schenken.
Sollte der Prinz es schaffen, alle Rosen im Land in weiß erblühen zu lassen, ohne das die Prinzessin in tiefe Trauer verfällt, so sei der Zauber gebrochen. Und sollte die Prinzessin ebenso alle Rosen im Land in Rot erblühenlassen, ohne den Prinzen misszustimmen, war es ebenso. Doch waren beide gleichermaßen auf ihre Aufgabe fixiert, und verfielen in regelmäßige Streitigkeiten, denn jeder war dem anderen im Wege, und keiner wollte von seinem Wege abweichen.
Der Prinz wuchs auf, und bekam später zu seiner Krönung von den Feen eine magische Rose überreicht, die sich verfärben würde. Wann immer eine Sorte Rosen mehr war, als die andere, wurde sie weißer oder rötlicher, verfärbte sich von der Spitze an rötlich verlaufend, als würde Blut auf ihr tropfen.
König und Königin des Reiches starben beim Versuch, den Zauber der auf ihrer Familie lastete, mit Gewalt zu brechen. Und so wurde der kleine Prinz noch in jungen Jahren zum Thronfolger - zum König, genauer gesagt, zum Rosenkönig, ernannt.
Nachdem der Prinz zum König gekrönt wurde, kam ein letzter Feenbote zum Schloss, und verkündete, das es eine weitere Möglichkeit gäbe, den Fluch zu brechen.
Wenn der Rosenkönig das Herz einer Frau erobern könnte, das aus Liebe zu ihm schlägt, so wäre der Fluch gebrochen, der alle Anwohner daran hindert, das Königreich zu verlassen.
Aber es gab dabei noch eine Hürde. Er musste es noch vor seinem 25 Geburtstag schaffen. Zudem musste auch die Prinzessin aus freiem Herzen einer Hochtzeit zustimmen, und die werdene Königin aufrichtig mögen.
Dazu brachte der Bote eine magische Rose mit goldenen Blättern am Stil, zum Schloss mit. Er überreichte sie dem Rosenkönig, und sprach:
"Neun mal dürft ihr der Frau euren Herzens die Frage stellen, ob sie eure Frau werden will. Neun Blätter in Gold verwandeln sich in Asche. Ist das letzte Blatt gefallen, bleibt nur noch übrig, die Rosen erblühen zu lassen. Solltet ihr es vor eurem 50sten Lebensjahr nicht schaffen, den Fluch zu lösen, wird dieses Reich zerfallen. Und ihr, verehrte Prinzessin, werdet kränklicher, je mehr weiße Rosen es gibt. Und ihr, verehrter König, werdet zorniger, hasserfüllter, je mehr rote Rosen es gibt. Aber auch für euch Prinzessin, gibt es einen Lösungsweg, der euer Leben retten kann. Findet die Perle der Gesundheit. Sie gehört den Feen. Sie ist irgendwo in diesem Land versteckt. Ist sie nicht in eurem Besitz, so werdet ihr sterben, wenn die letzte rote Rose weiß gefärbt ist."
Voller Wut ließ der Rosenkönig den Boten hinrichten. "AB MIT SEINEM KOPF!"
Das Blut jedoch verlangte die Prinzessin, und der König gewährte ihr diesen Wunsch.
"Wann immer in diesem Schloss Blut vergossen wird, so sei es dein."
Dankend nahm sie das Geschenk an. Doch wusste der Prinz nicht, das sie mit dem Blut seiner Opfer zukünftig die weißen Rosen tränkte.
Nun begann er, der Wettlauf gegen die Zeit.
Würde der Rosenkönig das Herz einer Frau gewinnen, und den Zauber brechen können, ohne dabei seine Schwester opfern zu müssen? Und würde die Prinzessin selbst, voller Verzweiflung so an ihrem Leben hängen, das sie den Rosenkönig zum zornigsten und unfreundlichsten Mann im ganzen Land verkommen lassen würde, auf das er nie das Herz einer Frau für sich gewinnen könnte?
Und auch das Volk war zwiegespalten, denn alle wussten um den Fluch bescheid.
Weiße Rosen nahmen der Prinzessin die Lebenskraft, und ließen sie erkranken, und rote Rosen wiederum ließen beim König den Hass im Herzen aufkeimen. Und aufgrund der Regeln, durfte weder der König noch die Prinzessin sterben. verzweiflung machte sich breit. Und ein erbitterter Wettkampf begann.
Zudem ließ der König nach geeigneten Frauen suchen, die zudem auch noch die Gunst der Prinzessin erwerben konnten. Doch er musste äußerst vorsichtig sein. Drei Frauen hatte er schon zu sich geladen, doch er kam nichtmal zu Frage, da warfen sie ihm seine Geschenke vor die Füße und flohen zornig aus dem Schloss, während die Prinzessin voller Schadenfreude lachte.
Das machte den König um so zorniger, denn er konnte nicht verstehen, warum sie sein Herz verdunkelte. Und sie konnte nicht akzeptieren, das er sie leiden lassen wollte, um fröhlich genug zu sein, um das Herz einer Frau zu erobern. Sie fürchtete den Schmerz der Krankheiten, und verlangte, das man die besagte Perle finden und verwenden würde. Nicht einen Tag vorher würde sie gestattet, die Rosen im ganzen Land in weiß erblühen zu lassen. "Solle der König doch zur Hässlichkeit mutieren." Dann wäre der Fluch gebrochen. Der König aber fürchtete, das er auch nach dem Fluch ein hasserfüllter Mensch bleiben würde, und weigerte sich selbst, diesen Schritt zu gehen - schon aus dem Grunde, das es rote Rosen im Land gab, die seinem Herzen verboten, sich selbst zu opfern.
Und so lebten sie hasserfüllt Seite an Seite, um ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Der junge König erreichte sein 20stes Lebensjahr, und die Prinzessin ihr 18tes.
Und der Rosenkrieg hatte seinen Höhepunkt gerade erst erreicht ........
Im Königsschloss
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Trommeln schlugen, wähend der König auf dem Thron saß, und streng auf die Versammlung hinabblickte, die sich zu seinen Füßen eingefunden hatte. Und das, obwohl es genau hier im Schloss,im Thronsaal, eine Art neutralen Boden gab, an dem der König die Rosen verbannte, um sie nicht ständig sehen zu müssen. Man musste schon selbst welche mitbringen, doch tat man dies nur, wenn man keine Furcht davor hatte, sich den Zorn des Königs einzufangen. Besonders wenn es sich dabei um rote Rosen handeln würde, jenen Rosen, die seiner Schwester, der Prinzessin, die Lebenskraft gaben, ihm aber zeitgleich die Lebensfreude nahmen.
Lediglich der weißwe Marmor, und die roten Tücher und Teppiche zeugten von der Mischung des Landes, einer Mischung aus roten und weißen Rosen, die nun überall wuchsen, und gar bekämpft wurden. Ja, sogar mit der Armee zogen König und Prinzessin in die Schlacht, um die Rosen des jeweils anderen zu tilgen. Denn jeder hatte sich geschworen, diesen fürchterlichen Fluch auf seine Weise zu brechen. Die Prinzessin fürchtete den Tod, und der König, das er zum hässlichsten Scheusal der Welt mutierte - und so blieb. Man konnte den Feen einfach nicht trauen.
Aber auf eines konnten sich die Feen verlassen, sollte der Fluch einst gebrochen werden. Auf fürchterliche Rache! Doch blieben beiden nur noch 30 Jahre, um ihre persönliche Ziele zu erreichen. Sofern sie nicht, die Lösungswege die es zusätzlich gab, in Anspruch nehmen konnten, oder würden.
Die heutige Versammlung war wieder einer dieser Tage, die nicht für alle glücklich enden sollten. Soldaten waren in zwei Reihen, jeweils Links und Rechts beim Läufer zum Thron aufgestellt. Dahinter versammelte sich auf dem weißen Marmorboden das Hofvolk, Adelige, Berater, Bedienstete und so weiter. Sie alle schauten dem zu, was nun kommen würde.
Ein Tor schwang auf, Fanfaren ertönten.
Weitere Soldaten kamen herein, voraus ein höherer Offizier. Die Soldaten selbst führten wiederum ein paar Arbeiter mit sich, die ängslich schauten. Bauern.
Getuschel war zu vernehmen, während der König die Bauern bereits mit seinem Blick fixierte.
Der Offizier blieb vor der unteren Treppenstufe stehen, hob die Hand zum Halt, kniete sich nieder und grüßte seine Majestät.
"Mein König, auch heute muss ich euch Bauern bringen, die eure Vorgaben nicht erfüllen konnten, und an sich selbst dachten! Sie erwarten nun eure Gnade!"
"Steht auf! Die Bauern sollen vortreten.", entgegnete der König.
Unsanft schubste man sie vor und ließ sie auf die Knie fallen, während ihre Ketten rasselten, die Handgelenke und Füße verbanden.
Jemand rollte eine Schrifft ab und räusperte sich.
"Die Bauern Antonius, Rilbus, Meht und Ullis werden beschuldigt, den Ertrag an Vorgabe Abgaben um fehlende 5 Prozent nicht eingehalten zu haben. Des weiteren wurde ihnen auferlegt, wöchentlich die roten Rosen rund um ihre Höfe zu entfernen. Bei Besichtigungen wurden mehrere rote Büsche mit roten Rosen in volle Blüte entdeckt. Ihnen wird daher zur Last gelegt, dem König vorsätzlich zu schaden, und seinem Vorhaben, eine zukünftige Königin zu finden, zu erschweren. Aufgrund dieser Ereignisse ist es erforderlich, das der König selbst ein Urteil fällt. Gnade oder Schuld!"
Der König starrte finster. "Hört hört, ihr Bauern. Was habt ihr dazu zu sagen? Waren die Anweisungen nicht deutlich genug? Hat man euch denn nicht gesagt, das alle roten Rosen im Reich verschwinden müssen?"
Die Bauern zitterten, stotterten und es kamen nur Wortfetzen. Irgendwie sprachen sie von Vergebung und Gnade, und das sie sich auch um ihren Hof kümmern mussten. Und genau wegen der roten Rosen kamen sie ins Defizit.
"SCHWEIGT!", brüllte der König voller Zorn. "Ich will nichts mehr hören. Ihr setzt euren Hof höher an, als mein Gemüt. Euer Hof ist euch wichtiger, als das Wohlergehen des ganzen Reiches. Ihr wisst, was das bedeutet?"
Gemurmel und Getuschel, und Bauern mit fragenden Gesichtern.
"AB MIT IHREN KÖPFEN!", forderte der König und zeigte mit dem Finger auf die Bauern, die geschockt aufschriehen.
Die Anwesenden riefen im Chor: "Ab mit ihren Köpfen ... ab mit ihren Köpfen ... ab mit ihren Köpfen ..."
Die Soldaten bewegten sich wie auf Kommando. Der Offizier drehte sich zu den Bauern. Fanfaren ertönten, Trommelwirbel. "Abführen!", lautete das Kommando.
Dann verließen sie den Saal, und der König stand auf, und begab sich ebenfalls davon durch eine Seitentür zu seiner Rechten.
Dann drehten sich auch die aufgestellen Soldatenreihen und marschierten davon. Zurück blieben die Versammelten.
Der König durchquerte einen Flur, auf dem er ein paar seiner wichtigsten Generäle und Krieger traf.
"Wie konnte das geschehen? Wie konnten sie das zulassen?", fauchte er wütend. Er blieb stehen, und trat dann gegen eine rote Rosenblüte, die auf dem Boden lag.
"Wie kommt DAS hier her? Wieso liegt hier eine rote Rose herum?"
Kein Zweifel, woher die Rose kam. Das war ein Zeichen.
Im Schlossgarten
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Bella Rouge
Beobachtet hatte sie das schnelle Urteil des Königs. Wie immer eine Angelegenheit, deren Vorbereiten zehnmal länger dauerte, als die Gespräche, die dort geführt wurden. Die Bauern durften nicht mal viele Worte der Erklärung nutzen, da sprach der König ihnen schon die Schuld zu. Innerlich kicherte Bella, denn Schuld hatte in Wahrheit jemand ganz anderes. Und zwar sie selbst. Für ihre Prinzessin Maira tat sie alles, um den König Steine in den Weg zu legen. Doch waren die paar Rosenbüsche, die bis vor ein paar Tagen noch strahlend weiß erblühten, nur eine Ablenkung gewesen.
Während die Patroullien weiter dem Weg gefolgt, hätten sie das Feld mit den roten Rosen gefunden, das die Prinzessin einst dort anpflanzen ließ. Bis heute unentdeckt geschützt hinter Bäumen und Büschen. So nah beim Schloss, und doch vom höchsten Turm nicht sichtbar. Gerade in der Nähe des Schlosses war der Kampf rot gegen weiß um so verbissener. Hier mischten sich die Farben. Und selbst im Schloss bekämpfte man sich so neutral wie möglich - mit Rosen!
Maira, war sie vor Tagen noch ans Bett grfesselt, erfreute sie sich an ihrer Genesung, und an den erfolgreichen Vernichtungsfeldzügen gegen die weißen Rosen, die wiedermal Überhand gewonnen hatten.
Leider war es im Schloss üblich, das sich alles mischte. Sehr zum Ärger des jeweils anderen. Man konnte es nicht gänzlich verhindern. Im Garten gab es eine Ecke mit einem Tisch, an dem die Prinzessin saß. Gedeckt mit einem Strauß roter Rosen. Diener hatten Tee und Gebäck gebracht, dessen Düfte sich mit denen des Garten mischten. Hier gab es allerlei Blumen, aber viele davon waren rote und weiße Rosen.
"Prinzessin ... Prinzessin Maira ...", rief Bella aufgeregt, und huschte flink und grazil über die Wegplatten hinfort.
Am Tisch angekommen eine kleine Andeutung eines Knicks, ehe sie wie üblich auch Platz nahm. Der Schirm drehte sich kurz im Kreis, während bereits die Spiegelfee erschien und Bella einen Spiegel brachte. "Huch, ich bin ja ganz aufgeregt ... ganz errötet, hihihi.", kicherte sie und zupfte an ihrem Haar.
Jemand goss ihr Tee ein.
"Stellt euch vor, was soeben geschehen ist. Es gab wieder ein Urteil. Gleich vier Köpfe werden rollen. Noch heute vor dem Mittagessen.", erzählte sie voller Stolz und Freude.
Sie wusste, was das bedeuten würde. Ein Pakt war zwischen Prinzessin und König geschlossen. Jeder Kopf der Rollt hinterlässt Blut, das sie bekäme. Warum, wusste der König nicht. Aber jedesmal wenn er dachte, mit seinen Strafen seine Situation zu bessern, in dem er andere damit abschreckte, half er eigentlich nur der Prinzessin, und schadete sich selbst.
Denn für ihre Gesundheit, ging die Prinzessin gern über Leichen. Bella hatte angeordnet, die Rosen einiger Bauern zu übermalen. Und so erblühten sie rot wie Blut, und entfesselten den Zorn des Königs.
"Wieviel Rosenrot werden wir dafür wohl erhalten können?"
Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück

