Sirelle wartete auf die Ankunft einer Aufsichtsperson. Ihr Ziel war nicht, die Situation zwischen Nadiem und dem Mädchen zu klären, ihre Beziehung interessierte sie nicht im Geringsten. Sie sollten ihre Angelegenheiten privat austragen und vor allem keine Unbeteiligten hineinziehen. Doch Sirelle besaß Prinzipien und einen mehr oder weniger ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Abseits ihrer Arbeit konnte sie nicht einfach zusehen, wenn jemand unschuldig und einseitig benachteiligt wurde. Manchmal griff sie dabei unüberlegt ein, so wie jetzt. Auch wenn sie wusste, dass sie Nadiem nicht auf ihre Seite ziehen konnte, wollte sie zumindest Zeit schinden. Zu ihrer leisen Genugtuung schien auch das Mädchen hinter Nadiem endlich den Mut zu fassen, etwas zu tun. Hättest du auch früher machen können, dachte Sirelle trocken.
Sie hatte mit Nadiems Unbedachtheit gerechnet. Dass er nicht unbedingt über die Konsequenzen seines Handelns nachdachte, war ihr vorher klar gewesen, sonst hätte er diesen Aufstand gar nicht erst begonnen. Sie hoffte, er würde nicht so weit gehen, ihr den Kopf einzuschlagen. Ganz sicher war sie sich jedoch nicht. Sie konnte den Mann neben ihr nicht gleichzeitig beschützen und sich selbst verteidigen. Ihr Dolch würde ohnehin keinen seiner Schläge aufhalten können. Ihre Muskeln spannten sich an, ihr Überlebensinstinkt drängte sie, sofort außer Reichweite zu springen.
Doch bevor sie reagieren konnte, stellte sich Zevran vor sie und wehrte den Angriff ab. Zwar hatte der Schlag sie nicht getroffen, doch ihr Körper blieb angespannt. Sie erwartete beinahe, dass Nadiem explodierte. Der jedoch rang sichtbar mit seiner Wut und bevor die Situation eskalierte, hallten Schritte durch den Flur. Eine Aufsichtsperson betrat mit ihrer Assistentin den Raum.
Die Frau musterte die Szene und verschränkte die Arme. „Herr Rantioris, Sie haben sich sicherlich bereits mit den Regeln der Akademie vertraut gemacht.“ Ihre Stimme war kühl, ihr Blick unnachgiebig. „Bitte folgen Sie mir. Wir werden ein Gespräch mit dem Direktor führen müssen.“
Nadiem konnte ihren Worten nicht widersprechen, nicht einmal sein Titel würde ihn jetzt schützen. Mit einem finsteren Blick folgte er der Frau. Die Assistentin blieb zurück und wandte sich an die drei Verbliebenen. „Wir danken euch für eure Bemühungen. Wir kümmern uns um den Rest.“
Sirelle atmete erleichtert aus und richtete sich auf. Sie war unverletzt, also verzichtete sie auf Hilfe. Langsam ließ die Anspannung in ihrem Körper nach. Ohne Zevran direkt anzusehen, trat sie neben ihn. „Unter anderen Umständen hätte es zwischen euch ja fast romantisch werden können“, meinte sie mit einem schiefen Lächeln und warf einen Blick auf das Mädchen, das nun verloren in der Raummitte stand.
„Gute Arbeit“, fügte sie hinzu, zeigte ihm einen Daumen hoch und zwinkerte, bevor sie den Raum verließ.
„Da bin ich ja fast froh, dich als meinen Veyra zu haben“, murmelte sie schmunzelnd. Sicherlich gab es angenehmere Veyras als Zevran, aber er war allemal besser als Nadiem. Mit den Händen in die Hüften gestemmt stand sie wieder im Gang und atmete einmal tief durch.
Sie hatte mit Nadiems Unbedachtheit gerechnet. Dass er nicht unbedingt über die Konsequenzen seines Handelns nachdachte, war ihr vorher klar gewesen, sonst hätte er diesen Aufstand gar nicht erst begonnen. Sie hoffte, er würde nicht so weit gehen, ihr den Kopf einzuschlagen. Ganz sicher war sie sich jedoch nicht. Sie konnte den Mann neben ihr nicht gleichzeitig beschützen und sich selbst verteidigen. Ihr Dolch würde ohnehin keinen seiner Schläge aufhalten können. Ihre Muskeln spannten sich an, ihr Überlebensinstinkt drängte sie, sofort außer Reichweite zu springen.
Doch bevor sie reagieren konnte, stellte sich Zevran vor sie und wehrte den Angriff ab. Zwar hatte der Schlag sie nicht getroffen, doch ihr Körper blieb angespannt. Sie erwartete beinahe, dass Nadiem explodierte. Der jedoch rang sichtbar mit seiner Wut und bevor die Situation eskalierte, hallten Schritte durch den Flur. Eine Aufsichtsperson betrat mit ihrer Assistentin den Raum.
Die Frau musterte die Szene und verschränkte die Arme. „Herr Rantioris, Sie haben sich sicherlich bereits mit den Regeln der Akademie vertraut gemacht.“ Ihre Stimme war kühl, ihr Blick unnachgiebig. „Bitte folgen Sie mir. Wir werden ein Gespräch mit dem Direktor führen müssen.“
Nadiem konnte ihren Worten nicht widersprechen, nicht einmal sein Titel würde ihn jetzt schützen. Mit einem finsteren Blick folgte er der Frau. Die Assistentin blieb zurück und wandte sich an die drei Verbliebenen. „Wir danken euch für eure Bemühungen. Wir kümmern uns um den Rest.“
Sirelle atmete erleichtert aus und richtete sich auf. Sie war unverletzt, also verzichtete sie auf Hilfe. Langsam ließ die Anspannung in ihrem Körper nach. Ohne Zevran direkt anzusehen, trat sie neben ihn. „Unter anderen Umständen hätte es zwischen euch ja fast romantisch werden können“, meinte sie mit einem schiefen Lächeln und warf einen Blick auf das Mädchen, das nun verloren in der Raummitte stand.
„Gute Arbeit“, fügte sie hinzu, zeigte ihm einen Daumen hoch und zwinkerte, bevor sie den Raum verließ.
„Da bin ich ja fast froh, dich als meinen Veyra zu haben“, murmelte sie schmunzelnd. Sicherlich gab es angenehmere Veyras als Zevran, aber er war allemal besser als Nadiem. Mit den Händen in die Hüften gestemmt stand sie wieder im Gang und atmete einmal tief durch.