My Idol, My Nemesis [Taru x Yumia]

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    • Als die Tür aufging, hob Arisa, in ihrer Yusa-Persona, den Kopf vom Smartphone. Ein einstudiertes, freundliches Lächeln legte sich wie automatisch über ihre Lippen.
      Und dann…
      nein.
      Es war, als hätte jemand die Temperatur im Raum schlagartig um zwanzig Grad gesenkt. Vor ihr stand niemand anderes als Migimoto Murai. Ausgerechnet. Der Schulhof-Dauerbrenner. Der Typ, der sie schon morgens mit seiner Dauerplapperei in den Wahnsinn trieb, der keine Schamgrenze kannte, wenn es um Yusa ging.
      Arisa spürte, wie ihr Magen kurz rebellierte und sich ein kalter Schauer den Rücken hochschlich. Innerlich wollte sie ihr Gesicht in ein Kissen pressen und so lange schreien, bis sie in Ohnmacht fiel. Das darf nicht wahr sein. Eine ganze Woche… nicht nur in der Schule, sondern auch hier? Sie zwang sich, das Lächeln beizubehalten, selbst als Migi mit einer Theatralik sprach, die selbst für ihn zu viel war:
      Innerlich knirschte sie mit den Zähnen. Ich werde dich ganz bestimmt nicht „Migi“ nennen. Migimoto, jedes verdammte Mal. Sein Auftreten war so übertrieben ehrerbietig, dass es fast schon weh tat, zuzusehen. Jede Silbe klang, als hätte er sie für ein kitschiges Idol-Drama geprobt. Wenigstens, tröstete sie sich, würde er vor „Yusa“ wohl noch ein bisschen auf seine Manieren achten. Wenn er sich hier auch nur halb so respektlos wie in der Schule aufführte, war die ganze Preiswoche schneller vorbei, als er „Selfie“ sagen konnte, und das garantiert nicht zu seinen Gunsten.
      „Es freut mich ebenfalls, Migimotot“, erwiderte sie in ihrem perfekten, sanften Yusa-Tonfall, während ihr Kopf eigentlich schrie:
      Nur eine Woche, Arisa. Eine. Woche. Du schaffst das. Doch tief in ihrem Inneren wusste sie: Diese Woche würde sich verdammt lang anfühlen. Konnte sie sich nicht für eine Woche einfach sich krank melden? Dann müssten sie womöglich die Woche nachholen.
      Leider hatten sie genug Zeit sich auszutauschen, doch Arisa wusste nicht recht was sie da noch sagen sollte, ohne gleich zu offenbaren, das sie von seiner präsenz genervt war. "Sicherlich wurde dir schon alles erklärt, aber hast du denn noch Frage dazu?" Sie wollte sicher gehen, dass er ja auch alles verinnerlicht hatte. Sie hatte keinen Nerv für zusätzliche Schwierigkeiten.
      "Heute wird es nicht unbedingt spannend für dich sein. Ich werde danach Tanzen müssen und Singen. Aber ich denke für den EInstieg sollte das passen oder? Wenn aber was ist, sag ruhig Bescheid, ja?" Wäre es jemand anderes als Migi, dann wäre ihre Hilfsbereitschaft ehrlicher gewesen und nicht vorgespielt. Doch sie musste alles daran setzen, dass Migi keine Bindung zwischen Arisa und Yusa fand. Wie viel Pech musste man auch haben, dass außgerechnet Migi den Preis gewonnen hatte?
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    • Migi

      Ihre Stimme tanzte bereits in seinem Kopf, melodisch und angenehm. Vielleicht hätte sie Nachrichtensprecherin werden sollen. Jeder Sender könnte Tonnen an Gold mit ihr verdienen.
      Hier war er also nun. Direkt an der Quelle seiner musikalischen Begierden. Ganz allein mit ihr. Mit Yusa. Wenn Arisa davon wüsste .... würde es ihr vermutlich egal sein. Er würde es ihr trotzdem um die Ohren wehen lassen. Alleine schon um sie zu ärgern. Die war so stabil wie ein Gummiblock. Egal wie sehr man auch zu stach, es federte stets zurück. Gäbe es Yusa nicht, würde er wohl sie anhimmeln, als die Unbeugsame. Egal was er sagte, oder tat, sie konterte oder ließ es an sich abprallen. Irgendwie eine zweite Begierde. Und abends dann ne Portion Yusa.
      Er rieb sich den Kopf. "Ja, man hat mich bereits mit Stahlketten an ein Blatt Papier gefesselt. Hier geht es ganz schön hart ab."
      Außerdem würde er Yusa ja bei ihren Aktivitäten begleiten können. Zudem auch noch zusätzliche Infos sammeln können. Natürlich würde er nicht alles preis geben, aber in Netzwerken abundzu mal den Angeber raushängen lassen, wäre sicher drin.
      "Nein, alles verstanden. Ich werd dir schon keine Probleme machen. Die filzen eh meine Beiträge. Da muss ich höllisch aufpassen."
      Yusa nahm das so hin und nickte. Sie gab eine Bemerkung zu ihren Aufgaben heute.
      "Langweilig? Ahh, hehe, bestimmt nicht. Ich bin immerhin hier bei dir, und dieser Agentur. Hier gibts ja auch noch weitere Idole. Aber die interessieren mich nicht wirklich. Und dir live bei Gesangsübungen zuzuhören, oder deine Tanzübungen zu verfolgen ... es könnte kaum etwas spannenderes geben. Ich bin sogar schon ganz aufgeregt.", grinste er.
      Er sah sich etwas um. Da hing ein TV an der Wand, als würde er im Kino stehen. Da kann das Gerät daheim sicher nicht mithalten. Der Sound wäre wohl auch wie in einem Kino. Und dann ist hier noch alles ultra gemütlich eingerichtet. Wohnte die etwa hier? Das fragte er besser nicht. Zudem waren ihre Privaten Dinge eben privat. Sie danach auszuquetschen wäre unhöflich.
      "Ähm, hehehe. Du erinnerst dich sicher nicht. Du hast ja eh viele Leute denen du mal Hallo sagen musst, oder so. Aber vor kurzem war ich auch bei deiner Autogrammstunde gewesen. Hab dir sogar ne Unterschrift auf ne Figur setzen lassen. Sie hat natürlich einen Ehrenplatz.", erzählte er stolz. Das würde ihr bestimmt gefallen.
      Und so verging die Zeit schon fast wie im Fluge. Gleich würde sie mit ihrer Arbeit beginnen. Migis Füße kribbelten bereits. Er wollte mehr von dem Gebäude erfahren. Das war ja alles äußerst professionell.
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    • Arisa hielt das Lächeln, auch wenn sie am liebsten mit den Augen gerollt hätte, als Migimoto Murai stolz von seiner Figur erzählte. Natürlich. Selbstredend. Und sie steht bestimmt mitten in seinem Zimmer auf einem Altar.
      Doch sie nickte mit gespielter Freude. „Das freut mich wirklich, Migimoto. Es ist schön zu hören, wenn jemand meine Arbeit so sehr wertschätzt.“ Noch ehe er weiter ausschweifen konnte, klopfte es erneut an der Tür. Eine Mitarbeiterin steckte den Kopf herein.
      „Yusa, es ist soweit. Der Tanzlehrer wartet schon.“
      Arisa erhob sich, elegant und ohne Eile. Sie deutete Migimoto, ihr zu folgen. „Komm mit. Wir gehen jetzt in den Übungsraum.“
      Der Weg dorthin war kurz, und schon beim Öffnen der Tür spürte sie die kühle, strenge Atmosphäre, die Herr Kanda, ihr Tanzlehrer, mit sich brachte. Er stand in der Mitte des Raumes, die Arme verschränkt, der Blick hart.
      „Pünktlich, wie es sich gehört. Gut. Heute arbeiten wir an der Choreografie für den neuen Song. Wir fangen mit der zweiten Strophe an.“
      Arisa wandte sich zu Migimoto, der etwas verloren in der Tür stand. „Du kannst dich am Rand hinsetzen. Dort sind Stühle. Wenn etas ist, sag ruhig Bescheid."
      Während sie sich mit Kanda besprach, trat ein junger Assistent zu Migi und erklärte leise: „Der Unterricht läuft sehr strukturiert. Der Lehrer zerlegt einzelne Schritte und lässt sie so lange wiederholen, bis sie perfekt sitzen. Ihre Aufgabe ist nur zuzusehen, keine Störungen. Manchmal können Sie bei organisatorischen Dingen helfen, Wasser bringen oder Unterlagen. Aber hier: bitte nur beobachten.“
      Dann begann die Probe.
      Arisa stellte sich auf die markierte Fläche, die Musik setzte ein, und sie bewegte sich mit voller Konzentration. Doch schon nach wenigen Takten stoppte Kanda mit einem scharfen „Nein, nein, nein! Nicht elegant genug, Yusa. Der Arm muss höher, die Bewegung fließender. Noch einmal!“ Arisa atmete tief durch, nickte und begann erneut. Immer wieder das gleiche Stück. Immer wieder die gleiche Korrektur. Der Schweiß lief ihr bald die Schläfen hinab, doch sie verbiss sich und gab ihr Bestes. Sie beschwerte sich nicht, blieb wieterhin konzentriert. Endlich, nach mehreren Durchgängen, nickte Kanda knapp. „So ist es akzeptabel. Weiter.“
      Arisa holte tief Luft, der Körper angespannt, aber sie lächelte trotzdem, als die Musik für die nächste Passage anlief. So war es immer. Wiederholen, scheitern, verbessern. Und am Ende glänzen.
      Sie wussste nicht mehr wie viel Zeit vergangen ist, doch zu ihrer Erleichterung, gönnte man ihr eine Pause. Arisa atmete tief aus, ihr Brustkorb hob und sank schnell und am liebsten würde sie gerne in eiskaltes Wasser springen. Sie achtete kaum auf Migi, setzte sich neben ihn hin und schloss für einen Moment ihre Augen. Sie hörte ihren Magen ein wenig knurren. Seit ein paar Tagen versuchte sie weniger zu essen, sodass sie am Tag des Fotoshootings dünn genaug sein konnte. Aber sie hatte viel mehr Durst als Hunger.
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    • Migi

      Die halbe Stunde war wie im Fluge vergangen, als es plötzlich an der Tür klopfte, und eine Mitarbeiterin Yusa informierte, das sie jetzt mit ihrer Arbeit beginnen müsste. Auch Migi hatte in dem Moment einen innerlichen Sonnenaufgang, denn jetzt konnte er dabei zusehen, wie sein Profi-Idol Übungen absolvierte. Sie würde jetzt also Tanzschritte proben, für einen ihrer Auftritte.
      "Sehr gern. Ich bin schon sehr gespannt.", sagte Migi und folgte Yusa und der Mitarbeiterin.
      Es war aber auch kein weiter Weg, so das Migi nicht viel zu sehen bekam. Ein paar Flure, Türen zu Büros, manche verschlossen. Es gab typische Bürogeräusche, und auch das ein oder andere Telefonat. Wirkte alles ganz normal, bis sie den Raum erreichten, in dem ein Man stand, der streng schaute. Auch er wusste ja von der Aktion, das ein Fan dabei sein würde. Migi selbst spürte auch eine Art Kälte. Der Typ machte wohl keine halben Sachen.
      Yusa und er kamen ja nicht mal zur Begrüßung, da begann er schon zu erklären, was Yusa jetzt zu tun hätte. Der Zeitdruck war sicher hoch. Er hatte ja auch noch weitere Idole zu bedienen.
      Yusa rüttelte Migi dann etwas wach, der eh gerade nicht wusste, was er tun sollte. Sie verwies auf Sitzmöglichkeiten an der Wand.
      "Ok, ich nehm dann mal Platz.", antwortete Migi grinsend auf Yusas Anweisungen und setzte sich hin. Kaum saß er, kam auch schon jemand zu ihm, und gab ihm ein paar wertvolle Tipps. Oder eher knallharte Vorgaben? Migi durfte hier nur zugucken, und wenn Yusa es wünschte etwas für sie zu holen. Oder beim allgemeinem Tragen von Unterlagen helfen. Es sollte ja auch nicht langweilig werden. Ihm hätte es aber gereicht, einfach nur zuzugucken. Migi nickte. "Keine Sorge, ich werde Yusa schon kein Ärger machen."
      Und dann endlich ging es los. Migi konnte hier schon die Melodie zu ihren nächsten Liedern hören. Welch ein Segen. Vor Veröffentlichung schon das Lied gehört, und den Tanz dazu gesehen haben. Irgendwann käme sicher auch der Gesang. Vielleicht sogar noch heute? Er fühlte sich schon wie ein VIP, und hatte den Song im Geiste auch schon wieder in mehrfacher Variante gekauft.
      Aber dann - PAUSE -. Der Tanzlehrer stoppte Yusa und meckerte an ihr rum. Irgendwas schien dem Typen zu missfallen, und er stellte Korrekturen an. Und wieder, und immer wieder. Migi hätte ausrasten können. So geht man doch nicht mit Yusa um. Wäre es Arisa, würde er lachen Beifall klatschen, aber doch nicht bei Yusa.
      Irgendwann aber hatte Yusa den Dreh raus und brachte ein akzeptables Ergebnis raus. Akzeptabel? Migi fand es als Perfekt. Warum sagte der Schnösel das nicht? So ein Einfallspinsel.
      Am Ende aber hatte sie es geschafft, und den Typen irgendwie zufrieden gestellt. Er rief eine Pause aus und Arisa kam tatsächlich zum Migi und ließ sich dort erschöpft nieder. Migi sah ihren Schweiß, und ihren intensiven Atem. Die war ja fix und fertig. Sie hüpfte ja auch schon ne gute Dreiviertelstunde hier rum. Und jedesmal brauchte sie etwas 15 Minuten und Acht Wiederholungen, bis der Typ zufrieden war. Das war aber wohl auch erst Eindrittel der benötigten Choreografie für ihr Lied. Da war wohl noch einiges zu erledigen. Und dann musste das nochmal, und nochmal wiederholt werden, bis es nicht nur perfekt, sondern auch in Stein gemeißelt im Kopf saß. Ganz schön anstrengend. Und Migi dachte immer, das Yusa das alles aus dem Ärmel schüttelte. Alleine schon, weil er gelegentlich mal mittanzte und es auch ratzfatz drauf hatte, sich so zu bewegen. Aber Arisa erzählte er davon nichts. Die würde ihn bloß auslachen.
      Alleine schon die Vorstellung, wie er in Shorts und Shirt abends in seinem Zimmer umherwirbelte, während Yusa auf dem Bildschirm seines Computers hoppste, hätte Arisa vermutlich Lacxhfalten ins Gesicht gezeichnet. Er würde ihr sicher keine Angriffsfläche bieten. Es war immerhin seine Aufgabe sie zu nerven, und ihre Konterattacken wie Honigbonbons zu schlucken.
      Es gab ein Geräusch. Ein Magenknurren. Migi wusste sofart, was zu tun war. Er stand auf und flitzte kurz aus der Tür raus in den Gang. Er hatte dort vorhin etwas gesehen. Einen Wasserspender und einen Automaten.
      Kurz darauf kam er wieder.
      "Ähm, Yusa? Ich habe dir was geholt. Du hast dich ganz schön angestrengt, hehehe. HIer sind zwei Schokoladenrigel. Die geben dir die nötige Energie, den Typen fertig zu machen. Und hier ist noch ein Becher Wasser."
      Selbstverständlich waren es größere Rigel mit reichlich Hüftgoldpotential - Sahne Karamell Kirschcreme -, die wohl eher für das Büropersonal gedacht waren, dsamit die ihre harte Arbeit in der Verwaltung schaffen, inklusive der ganzen Überstunden.
      Und das Wasser? Selbstverständlich das Stille aus dem Zimmerwarmen Wasserspender.
      Er stand vor ihr und grinste wie ein kleiner Junger, der jetzt gern mit einer Lawine aus Lob und Dankessagungen überrollt werden wollte.
      "Wenn ich sonst noch irgendetwas für dich tun kann, sag es mir gern.", grinste er dann noch breit.
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    • Arisa lächelte, als Migi mit dem Wasser und den beiden Schokoriegeln vor ihr stand und grinste wie ein kleiner Junge, der ein Kunststück vorgeführt hatte und nun sehnsüchtig auf Lob wartete.
      „Oh, vielen Dank, das ist wirklich aufmerksam von dir.“ Ihre Stimme war weich und freundlich, während sie die Riegel annahm. In Wahrheit konnte sie mit der schweren Süße nichts anfangen. Weder war das nahrhaft noch half es ihr beim Abnehmen. Doch sie wollte keinen schlechten Eindruck hinterlassen, also brach sie ein kleines Stück ab, legte es sich auf die Zunge und kaute pflichtbewusst. Schon der erste Biss genügte. Schnell stellte sie den Riegel beiseite und griff nach dem Becher Wasser.
      „Aber das hier,“ sagte sie und nahm einen tiefen Schluck, „ist genau das, was ich jetzt gebraucht habe.“
      Die Erholung dauerte nur kurz, denn Kanda rief sie erneut zu sich. Der Unterricht ging weiter und Arisa musste die Choreografie immer wiederholen. Die Schritte waren kompliziert, das Timing streng, und jedes Mal korrigierte Kanda ihre Haltung oder verlangte mehr Präzision. Sie übte, schwitzte, biss sich durch und kam kaum zum Atemholen. Nach fast einer Stunde war sie am Ende und dennoch hatten sie erst die Hälfte des Liedes geschafft.
      Als die Stunde vorbei war, versprach sie sich eine kleine Pause, bevor es zum Gesangsunterricht weitergehen sollte. Gemeinsam mit Migi ging sie in ihre Lounge und ließ sich erschöpft auf das Sofa sinken. „Ich werde kurz duschen gehen“, sagte sie beiläufig, griff nach einem Handtuch und verschwand im Bad.
      Das Wasser war heiß und erfrischend. Sie passte sorgsam auf, dass ihre Schminke nicht verschwand, denn danach wartete noch der nächste Programmpunkt. Zurück in der Lounge ließ sie sich frisch und neu zusammengesetzt wieder neben Migi nieder und griff nach dem Wasser, das er ihr gegeben hatte.
      Nebenbei schaltete sie den Fernseher ein. Auf dem Bildschirm flimmerten bunte Bilder, ein typisches Nachmittagsprogramm. Während die Stimmen im Hintergrund plapperten, wandte sie sich zu Migi. „Sag mal, was machst du eigentlich in deiner Freizeit?“
      Noch während sie die Frage stellte, wechselte der Sender in ein Klatschmagazin. Ein Moderator sprach aufgeregt über ein Gerücht, Yusa sei kürzlich mit jemandem gesichtet worden. Ihr eigenes Gesicht leuchtete groß über den Bildschirm, begleitet von unscharfen Paparazzi-Fotos.
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    • Migi

      Es kam wie erwartet, und Yusa bedankte sich für seine Hilfe. Sein Heldenbonus stieg Stufenweise an, weil er seinem Idol bei ihrer täglichen harten Arbeit unter die Arme greifen konnte. Wer hatte schon die Chance dazu? Und vor allem konnte man so mal selbst sehen, was hinter den Gehopse auf der Bühne alles steckte. Besonders wenn man irgendwelche Lehrer zufriedenstellen musste, die alles gern so hätten, wie die es wollten.
      "Keine Ursache. Ich habe selbst damit Erfahrungen. Wenn ich mal ausgepowert bin, hilft immer eine schnelle Energiebombe, und weiter gehts, hehehe."
      Ein wenig Klugscheissen schadet nicht. Wer weiß, vielleicht merkt sich Yusa das, und setzt es um. Dann wäre er sowas wie ihr Sensei oder was anderes. Ein Tippgeber.
      Dann griff sie zum Becher und verschlang den Inhalt. Migi glaubte, das sie eine ganze Badewanne leeren könntre, so schnell war der Becher trocken gelegt.
      Die schweißtreibende Arbeit fordert ja auch ein Auffüllen der Reserven. Nicht das Yusa noch umkippt. Außerdem achtete Migi darauf, dass das Wasser warm war, also Zimmertemperatur. Wenn er jetzt kaltes aus dem Automaten geholt hätte, müsste Yusa Energie aufwenden, um es im Körper zu erwärmen. Wie soll sie dann ihre restliche Arbeitszeit schaffen?
      Und kaum waren Becher und Rigel verdrückt, kam dieser Kanda zurück, und giftete wieder rum. Bemängelte dies und das ...., doch nach einer weiteren Stunde hatte Yusa es endlich geschafft.
      Migi klatschte sogar am Ende, auch wenn Herr Kanda kurz genervt zu ihm sah und was von ".... Unwissender ..", murmelte.
      Migi dachte nur kurz darüber nach. Was sollte er denn hiervon nicht wissen? Egal.
      Beide verließen den Bereich und gingen zurück zu Yusa privatem Bereich, wo sie kurz auf das Sofa fiel. Migi kratzte sich am Kopf, und fragte sich, was er jetzt machen sollte. Yusa erwähnte, das sie sich kurz frisch machen wollte, und Migi nickte. "Ok, ich werde hier warten.", grinste er.
      Seine Blicke folgten Yusa bis sie im Bad verschwunden war. Dann starrte er zum Sofa. Da hatte eben Yusa gesessen .... verschwitzt. Er hüpfte zum Sofa und setzte sich auch hin, breitete die Arme und Beine aus und lachte. Dann besann er sich und stand sofort wieder auf. "Ich bin pervers!" Er sah sich um, und fand einen kleinen Schrank, in dem etwas Reinigungsmaterial stand. Er schnappte sich ein Hygienespray und dieselte kurz das Sofa ein, wedelte mit einem Tuch nach und stellte alles wieder zurück, setzte sich dann hin, als sei nichts gewesen. Er überlegte kurz, und schaute nochmal nach Wasser, was er auch fand. Sie war hier wirklich gut ausgestattet. Er goss besser schonmal ein Glas Wasser ein.
      Kurz darauf kam Yusa dann auch wieder und setzte sich, als wäre es das normalste der Welt, neben Migi auf das Sofa. Er reichte ihr grinsend das Wasser, was sie dankend annahm. Er roch Yusas Shampoo, und fragte sich, welches es sei. Direkt zu fragen wäre wohl zu indiskret. Gut. Er würde die Tage mal in einem Markt die Duschabteilung abgrasen. Ein Geheimnis das es sich zu lüften lohnt.
      Ihr Kinomäßiger TV wurde eingeschaltet und irgendein Nachmittagsprogramm lief, während Migi bereits seine Pläne schmiedete. Yusa stellte ihm dann überraschend eine Frage. Wie aus der Pistole geschossen antwortete er: "Im Kombini an Shampoos schnüffeln um ... ahh, v-verzeihung, das war ein Gedankengang, hehehe.", entschuldigte er sich sofort und kratzte sich verlegen am Kopf. Er antwortete besser schnell zur Ablenkung.
      "Ach, eigentlich nichts Besonderes. Der Schultag ist hart. Vorallem weil es da so eine vom finsterem Gremüt gibt, hehe. Da Eckt man schon mal an. Aber privat bin ich meist gern in meinem Zimmer, und höre mir gute Lieder an. Selbstverständlich deine Lieder. Und ich bin im Netz unterwegs, selbstverständlich auch Deinetwegen. Ich suche immer nach neusten Infos, oder tausche mich mit anderen Idol-Fans aus. Und wenn es sich ergibt, gehts auch mal zum Karaoke. Aber das wirklich nur selten. Aber eigentlich kann ich gar nicht singen. Deshalb bin ich da wohl auch immer der Einzige haha."
      Er hatte es ja nicht mal geschafft, Arisa mitzuschleppen. Und die anderen hatten wohl keinen Mehrbedarf an Yusa. Denn Migi würde garantiert Lieder von ihr wählen.
      Er wollte die Frage gern auch an sie richten, aber dann wurde seine Aufmerksamkeit auf den TV geleitet. Ein Zwischenbericht über Yusa erschien. Zunächst ein Bild von ihr und danach noch ein Bild eines Paparazzi, das man nicht gänzlich deuten konnte. Darauf aber klar erkennbar eine Person die wie Yusa aussah. Und irgendein Typ, den wohl keiner kannte. Daher auch gleich deftige Gerüchte.
      "Ohhh...", gab Migi kurz von sich. Auch Yusa starrte zum Bildschirm.
      Der Moderator sprach von Vermutungen. Vermutungen, die bereits im Internet ihre Runden drehten. Migi wusste nicht, was er davon halten sollte, aber er wusste, das er an der Quelle der Information saß. Quasi neben ihr.
      Angeblich hätte Yusa etwas mit einem Playboy. Ein anderes Gerücht besagte, das sie mit ihren Fans rum machte, und dabei erwischt wurde. Ein heimlicher Freund. Drogengeschäfte, um den Druck der Öffentlichkeit besser zu ertragen.
      Migi pfiff kurz Luft hervor. "Die tragen ja ganz schön was zusammen. Aber das ist doch sicher alles gelogen, oder? Du würdest doch nie auf eine solche schiefe Bahn geraten, oder?", grinste er sie an.
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    • Yusa lachte leise über Migis Antwort auf ihre Frage, auch wenn er sich mit dem Shampoo-Versprecher sichtlich blamiert hatte. „Das klingt nach einer ziemlich vollen Freizeit“, sagte sie freundlich. „Und Karaoke ist doch etwas Schönes. Es geht nicht darum, perfekt zu singen, sondern Spaß zu haben. Ich bin mir sicher, dass du auch dabei viel Energie versprühst.“
      Dann jedoch schweifte ihr Blick zum Fernseher, wo plötzlich Bilder von ihr auftauchten. Sie erkannte die unscharfen Paparazzi-Fotos und die reißerischen Schlagzeilen sofort. Innerlich seufzte sie schwer, während der Moderator munter Vermutungen aneinanderreihte. Liebesgerüchte, Geheimtreffen, ein ominöser Mann. Immer die gleiche Leier. Yusa konnte kaum zählen, wie oft man ihr schon Geschichten angedichtet hatte.
      In Wahrheit hatte sie gar keine Zeit für Romanzen. Schule, Auftritte, Proben und die Verantwortung, die sie als Idol trug, reichten vollkommen. Dazu kam, dass sie sich auch in der Schule noch mit Migi herumschlagen musste, was sie bereits genug Kraft kostete. An eine Beziehung war nicht zu denken. Sie erinnerte sich vage daran, dass das Foto vermutlich von einem kurzen Treffen mit jemandem aus der Branche stammte, der ihr etwas weitergegeben hatte. Ein Umschlag mit Notizen, wenn sie sich recht erinnerte. Ganz genau wusste sie es nicht mehr. Es war belanglos gewesen, doch die Kameras hatten daraus wohl einen Skandal gesponnen.
      Yusa sah zu Migi hinüber, der sie gerade anlächelte und scheinbar auf eine Bestätigung wartete. Sie entschloss sich, die Stimmung ein wenig zu drehen. Sie stützte sich mit dem Arm auf die Sofalehne, beugte sich leicht zu ihm vor und legte den Kopf schief. Ihr Lächeln war weich, aber zugleich auffordernd.
      „Und was wäre, wenn es doch stimmt?“, fragte sie spielerisch. Ihre Augen funkelten neckend, während sie den Abstand zu ihm für einen Moment bewusst gering hielt. „Wenn ich wirklich ein Geheimnis hätte, das niemand kennt… würdest du dann immer noch mein Fan sein?“
      Es war Arisa ein wenig unangenehm ihm so nahe zu sein, da sie Migi nicht als ein Kerl, sondern als eine Nervensäge sah. Doch sie war bereits in ihrer Rolle geschlüpft und ihren kleinen Spaß, dass sie es nun zu Ende sehen musste. Wie weit würde seine Hingabe zu Yusa reichen?
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    • Migi

      Natürlich würde sie das nicht, denn es war Yusa, und nicht irgendeine Trulla die sich als Idol verkaufte, und damit Geld zu schaufeln. Die Frage die er stellte, war eigentlich eher als Feststellung gedacht gewesen. Aber sie war vermutlich auch eine Sicherheitsfrage - nur um ganz sicher zu sein, das er sich nicht getäuscht hätte. Zudem waren die Anschuldigungen ultrafrisch, denn er selbst wusste noch nichts. War er doch ansonsten immer gut informiert gewesen. Nur so konnte er auch immer gleich aktuelle Dinge die mit Yusa zu tun hatten, käuflich erwerben, und online kommentare dazu äußern.
      Während er sie angrinste beugte sich Yusa überraschend weit vor, und war näher als erwartet. Jetzt konnte er ihr Duschgel noch deutlicher erschnuppern, so nah war sie. Und dann fragte sie ihm, was wäre, wenn das alles stimmen würde?
      Er schluckte. **Zu nah ... zu nah ..**, aber dafür hatte er schon die passende Lösung. Er stand auf und ballte die Fäuste mit angewinkelten Armen auf Brusthöhe.
      "Selbstverständlich ist es NICHT wahr! Die Yusa, die ich kenne, hat immer nur Augen für ihre Fans auf Basis ihrer Arbeit! Niemals würde sie so einen Schund durchziehen. Das tun nur Verlierer. Und Yusa ist eine Gewinnerin. Deshalb bin ich ja auch dein Fan, und nicht irgendwelche Nervensägen."
      Über wen sprsch die Nervensäge eigentlich? Naja, eigentlich war es ja nur Arisas Nervensäge.
      Dann drehte er sich wieder zu ihr und sah runter. "Und für den schlimmsten Fall der Fälle .... dann wäre ich immer noch ein Fan. Du hast ja schließlich auch ein Privatleben, und das sollte man respektieren." Ein wenig Punkte sammeln und Honigbonbons verteilen konnte nicht schaden.
      Es kribbelte in seinen Fingern. Am liebsten würde er jetzt online die Foren und ihre Webseiten checken, und einigen Fans und Hatern, die auf diese TV Schiene aufsprangen, mal selbst ordentlich negativen Wind entgegen tippeln.
      Aber er musste aufpassen, was er schrieb. Er stand unter Beobachtung.
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    • Yusa blinzelte kurz überrascht, als Migi plötzlich aufsprang und seine kleine Ansprache hielt. Seine Worte waren voller Überzeugung, fast schon theatralisch, doch sie konnte sich ein kleines, ehrliches Lächeln nicht verkneifen. Seine Loyalität war übertrieben, aber auf eine eigenartige Weise rührend.
      „Das ist sehr lieb von dir“, sagte sie schließlich und legte leicht den Kopf schief. „Und ich freue mich, dass du so an mich glaubst. Wirklich.“ Ihre Stimme klang weich, aber in ihrem Inneren spürte sie ein leichtes Ziehen. Es war ein seltsames Gefühl, wenn jemand ein so perfektes Bild von ihr hatte, das sie niemals vollständig erfüllen konnte.
      Sie wusste, dass sie Yusa war, das Idol, das Lächeln schenkte und Träume verkaufte. Aber sie war auch Arisa, die Schülerin, die manchmal genervt die Augen verdrehte, die nach der Schule einfach nur ihre Ruhe wollte. Migi sah in Yusa etwas Reines, Unantastbares, und vielleicht war es genau das, was sie gleichzeitig stolz und müde machte.
      „Du hast recht“, sagte sie dann etwas ernster. „Ich gebe immer mein Bestes für meine Fans, aber am Ende bin ich auch nur ein Mensch. Und Menschen machen Fehler. Ich hoffe, dass ihr mich auch dann noch unterstützt, wenn ich einmal nicht perfekt bin.“
      Sie ließ sich zurück in die Sofakissen sinken, nahm den restlichen Schluck Wasser und stellte den Becher auf den Tisch. Auf dem Bildschirm lief immer noch der Bericht, doch Yusa griff zur Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus.
      „So, genug Drama für heute“, sagte sie mit einem sanften Lächeln. „Wir haben beide genug gearbeitet, oder?“ Sie drehte den Kopf zu ihm. „Morgen geht es bestimmt wieder anstrengend weiter.“
      Sie richtete sich ein wenig bequemer ein, ihre Bewegungen wirkten jetzt deutlich entspannter. Arisa wusste, dass ihr Team sich um die ganze Sache kümmern wird, und sollte es aus Proportion geraten, sollte es mit einer Nachricht an ihren Fans getan sein. So hoffte sie es zumindest. Doch sie versuchte opitmistisch zu bleiben. Es hätte sie schon längst verrückt gemacht, wenn sie sich um jede kleine Gerücht Sorgen machen würde.
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    • Migi

      Der erste Tag in Begleitung endete. Und MIgi war überglücklich gewesen. Abgesehen davon, das die Nachrichten scheiße laberten. Aber das würde er den Leuten noch austreiben. Er verabschiedete sich von Yusa und meinte, das es schon nicht so große Wellen schlagen würde.
      Aber schon am nächsten Schultag wurde er eines Besseren belehrt.

      Am nächsten Morgen in der Schule.
      Auch heute wurde Arisa wieder mit Migis Abwesendheit am Schuleingang überrascht. Allerdings blieb dies nicht die einzige Überraschung. Spätestens als sie den Klassenraum erreichte, hörte sie wieder die ihr nur zu sehr vertraute Nervensägenstimme brüllen. Und das Thema des Tages war offensichtlicher den je: Yusa!
      "Wenn ich es euch doch sage!", rief er wütend, beinahe wütend. Migi musste aufpassen. Er wollte ja keine große Sache aus seinem Gewinnspiel machen, und erzählte ja keinem, wo er nach der Schule eine Woche Ambrosia mit den Göttern speiste.
      "Aus verlässlicher Quelle weiß ich ganz genau, das Yusa nicht mit dubiosen Typen abhängt, und was mit denen hat!", fuchtelte er weiter.
      Ein paar Jungs und Mädels standen und saßen um ein paar zusammengeschobenen Tischen herum. Einige Zeitschriften lagen offen auf den Tischen. Ein Mädel fuchtelte mit dem glaubwürdigsten Lügenblatt der Stadt herum. "Du Idiot. Hier steht es schwarz auf weiß! Und dieser Zeitung kann man trauen. Da stimmte bisher immer alles. Yusa treibt es mit alten Männern. Das ist so typisch für Idole. Die nehmen jede Schmutzige Stufe für Geld und Auftritte."
      Migi wäre fast rückwärts rotiert, riss der Schülerin das Blatt aus der Hat und biss ein paar Seiten ab, spuckte diese weg. "Du blöde Henne. Dir könnte man auch getragene Unterhosen als sauber verkaufen. Warum sollte Yusa das tun? Das würde doch nur ihrer Karriere schaden."
      Ein anderer Schüler warf sich ein und lachte kurz. "Murai, du Vollzeitaffe. Dir ist es doch egal, was Yusa treibt. Für dich wäre sie auch unschuldig wenn sie auf nen Kirchtum klettert und runterpinkelt. Dann wäre es auch gelogen. Du bist so vernarrt in diese Tussy, das du das Bild welches du von ihr hast, nicht befleckt sehen möchtest. So einfach ist das."
      "ICH GEB DIR GLEICH EINFACH! Und selbst wenn sie es täte, hehehe, dann hoffe ich, das du die Pisse abbekommst!"
      Der andere stand auf. "WIE WAR DAS?"
      "SO WIE ICH ES GESAGT HABE!", keifte Migi zurück. Dann hatten sich beide schon am Kragen.
      Irgendwer ging dazwischen. Ein Mädel kreischte, zwei andere Schüler holten schon die Handys raus und wollten filmen.
      Und dann sah Migi Arisa in der Tür stehen, die das Schauspiel wohl schon genervt verfolgte.
      Die Stuhlkreisgruppe war vergessen. Arisa war da.
      "ARISA! ARISA!", rief er laut, griff seine Zeitschrift und stürmte auf sie zu, und klatschte ihr schon fast zu heftig das Käseblatt ins Gesicht. *Patsch* "Arisa! Du glaubst mir doch, oder? Ich mein, ich bin Migi, der beste Schulkamerad und Kindertagesfreund der Welt. Ich würde nie irgendwas falsches behaupten. Du kennst Yusa. Natürlich kennst du Yusa. Und die würede niemals so ein Blödsinn machen, oder? ODER? Sag es den Idioten da." *Patschpatschpatsch*, bekam sie dreimal nochmals die Zeitung aufs Gesicht.
      Die Nervensäge war ja ganz in Rage. Und vermutlich hatte er diese Diskussion erst ausgelöst, und allen erzählt, was gesteren über Yusa in den Nachrichten kam, um gleich diese Gerüchte beiseite zu wischen. Außerdem gab es ja auch andere Idole. Und immer gab es ein paar Schüler in den Klassen, die sich über Idole informierten.
      Hoffentlich würde das nicht den ganzen Tag so gehen.
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    • Yusas Tag begann alles andere als angenehm. Schon früh am Morgen hatte ihre Mutter sie mit einem Anruf geweckt, und obwohl die Stimme am anderen Ende der Leitung gewohnt ruhig klang, wusste Arisa sofort, dass das nichts Gutes bedeutete.
      „Heute Abend wirst du den Regisseur des neuen Musikvideos treffen“, hatte ihre Mutter gesagt. „Er ist bekannt, hat mit vielen großen Namen gearbeitet. Es wäre gut, wenn du dir bei ihm gleich einen positiven Eindruck machst. Ein gemeinsames Abendessen ist angesetzt, um alles in Ruhe zu besprechen.“
      Arisa hatte nur leise geseufzt und sich die Hand über die Stirn gelegt. „Muss das wirklich sein?“
      „Ja“, hatte ihre Mutter bestimmt geantwortet. „Du weißt, wie wichtig dieses Projekt ist. Sei freundlich, aufmerksam, und… trag etwas Passendes.“
      Also nickte Arisa widerwillig, auch wenn sie insgeheim keine Lust hatte, sich mit einem fremden Mann bei einem schicken Abendessen zu verstellen. Sie hatte von ein paar Leuten in der Agentur schon kleine Gerüchte gehört, nichts Handfestes, nur Flüstern, aber genug, um ihr Unbehagen zu bereiten. Trotzdem wusste sie, dass es Teil des Geschäfts war. Und sie würde ihren Job machen. Wie immer.
      Noch bevor sie sich richtig gesammelt hatte, trudelte auch schon eine Nachricht von der Agentur ein, dass Migi ebenfalls eingeladen war, „zur Unterstützung“. Allein der Gedanke ließ sie stöhnen. Ein formelles Abendessen… und Migi im Anzug. Das konnte ja heiter werden.
      In der Schule angekommen, hatte sie gehofft, wenigstens dort ein paar Stunden Ruhe zu finden. Doch kaum öffnete sie die Tür zum Klassenzimmer, hörte sie bereits das vertraute, nervtötend laute Organ von Migi. Schon beim ersten „Arisa!“ verspürte sie das dringende Bedürfnis, wieder umzudrehen.
      Er kam auf sie zugestürmt, wild gestikulierend, mit einem zerknitterten Magazin in der Hand, das er ihr ohne Vorwarnung fast ins Gesicht schlug. „Arisa! Du glaubst mir doch, oder? Sag ihnen, dass das alles Lügen sind!“
      Noch bevor sie etwas sagen konnte, folgten zwei weitere unsanfte „Patsch“-Geräusche, als die Zeitung erneut ihr Gesicht traf.
      Arisa riss ihm das Blatt wütend aus der Hand, ihre Augen blitzten gefährlich. „Reicht das jetzt endlich, Murai?“ Ihre Stimme war scharf, und im Raum wurde es still. „Wenn du so überzeugt bist, dass du recht hast, warum fragst du mich dann überhaupt? Glaub, was du willst. Du brauchst keine Zustimmung von mir oder sonst wem.“
      Sie knallte das Magazin auf seinen Tisch, drehte sich um und ging ohne ein weiteres Wort zu ihrem Platz. Ihre Wut saß tief, nicht, weil er sie mit Papier verprügelt hatte, sondern weil er mit seiner lauten Art wieder einmal unnötig Aufsehen erregte. Und das ausgerechnet über sie, ohne zu wissen, wie nah er der Wahrheit eigentlich war.
      Während des Unterrichts beruhigte sie sich allmählich. Sie konzentrierte sich auf ihre Notizen, ließ die Stimmen um sich herum verklingen. Irgendwann verdrängte sie den Gedanken an den Abend und versuchte, die normale Arisa zu sein, die Schülerin, nicht das Idol.
      Doch als die letzte Stunde endete, holte die Realität sie wieder ein. Zuhause legte sie ihre Schuluniform ab, schlüpfte in ein elegantes Kleid, das weder zu auffällig noch zu schlicht war. Vor dem Spiegel befestigte sie die Perücke, setzte die farbigen Kontaktlinsen ein und verdeckte sorgfältig den kleinen Schönheitsfleck an ihrer Wange.
      Als sie fertig war, starrte sie kurz in ihr eigenes Spiegelbild. Die Person, die ihr entgegenblickte, war Yusa, nicht Arisa.
      Ein seufzendes „Na dann…“ entwich ihren Lippen, bevor sie ihre Tasche nahm. Draußen wartete bereits der Wagen der Agentur. Sie wusste, dass der Fahrer als Nächstes bei Migimoto halten würde, um ihn abzuholen.
      Ein Abendessen mit einem berühmten Regisseur und Migi. Perfekte Kombination, dachte sie trocken. Innerlich war sie bereits jetzt sicher, dass der Abend alles andere als ruhig verlaufen würde.
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    • Erst die ganze Klassen, dann auch noch Arisa selbst. Keiner hatte ein offenes Ohr für seine Ansichten, und jeder schien zumindestens mehr Wahrheit und so ist es, in diesen Lügenzeitschriften zu akzeptieren. Heute Yusa, morgen ein anderer Star. Keiner würde lange genug in den Mündern verbleiben. Und in ein paar Wochen würdse man wieder nur über den neusten Song diskutieren.
      Migi war genervt.
      Für einen kurzen Moment hatte Arisa die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als wäre sie selbst ein Star, der auf einer Bühne stand. Sie klang aber gar nicht melodisch sanft wie Yusa. Das war das Arisa-Grollen. Ja, so würde er es nennen. Oder Grufti Fauchen. Das Feuer in ihren Augen hatte eine Brandnarbe in seine geschlagen. Und das es bisher noch nie passiert war, in so einem Ausmaß, obwohl er sie oft genug ärgerte, war schon erstaunlich.
      Und so schwiegen sie sich den Rest des Tages an. Nur auf dem Schulhof in den Pausen hörte sie gelegentlich Migi mit anderen streiten. Er mischte sich überall ein und verteidigte Yusa bis aufs Knochenmark.
      Von einer Schülerin hatte er dann noch eine deftige Ohrfeige erhalten, deren Handabdruck die letzten zwei Schulstunden anhielt. Immerhin hatte sie ihn so zum Schweigen gebracht. Und um Kosten für einige Getränkedosen vom Automaten, zum kühlen.

      Die Schule endete und Migi stürtzte sich daheim ins Internet, und durchgrub die Flut an Yusas angeblichem Techtelmechtel mit dubiosen Leuten. Irgendwer hatte in den Medien bereits erklärt, das es um Arbeitsangelegenheiten ging. Daran sei nichts ungewöhnliches. Er war kaum eine Stunde zuhause, als sein Handy klingelte, und die Agentur sich meldete. Sein heutiger Dienst bestünde darin, mit Yusa Essen zu gehen.
      "Was haben sie gesagt? Ich soll mit Yusa auf ein Date?", kläffte er ins Handy. Aber er hatte das wohl missverstanden. Er hätte fast gekotzt vor aufregung, aber es handelte sich ja nur um Begleitservice. So wie bei ihrer Arbeit innerhalb des Gebäiudes, das Singen, das Tanzen. Yusa würde sich mit jemanden Treffen, und geschäftliche Dinge erledigen. Er sollte dabei sein, um zu erfahren, wie sowas abläuft.

      Migi stand vor seinem Zimmerspiegel. "Scheisse. Was zieh ich an?" Immerhin war es für Yusa. Da konnte er wohl kaum mit Schlabberklamotten oder Schuluniform aufmarschieren. Und dann war das auch noch mit dem Regisseur für das geplante nächste Musikvideo. Sicher gab es dort viel zu besprechen. Und er war mit dabei. Wer konnte schon sowas behaupten? Er leider auch nicht. Er wurde ja überwacht.
      Er spähte auf die Uhr. Er hatte noch zwei Stunden. Verdammt, er hätte ja bei der Agentur nachfragen können.
      Er brauchte Geld fürs Shoppen. Sein Taschengeld war armseelig bemessen. Trotzsparsamkeit. Oder beinahe jedenfallsa. Er hatte wieder reichlich Geld verpulvert. Da bleibt nur eines. Er musste sich Geld von seinem Vater holen.
      Der lag wieder besoffen auf dem Sofa und schnarchte. Eine Flasche Schnaps stand auf dem Tisch. Migi sah ihn genervt an. "War wohl wieder ein erfolgreicher Tag.", sprach er mehr zu sich, als zu seinem Vater. Und dann mopste er ihn die Geldbörse und wühlt darin rum. Er fand es wäre berechtigt. Das Geld wäre besser in Kleidung, als in Alkohol investiert. Außerdem war es ja auch für ihn. "Besten Dank, verehrte Mutter!", kicherte er und stürmte aus der Wohnung.

      Und dann kam er, der besagte Abend. Migi hatte eingekauft. Er ließ sich beraten und gab sein volles Budget aus. Es reichte für einen feinen Anzug, der ihn fast wie einen Yakuza aussehen ließ. Hemd, Krawatte, Jacke. Eher für feine Leute, nicht für Business.
      Es gab da nur ein winziges Problem. Die Farbe. Es war eintiefes Blau, mit goldenem Geschnörksel. Er wirkte fast wie ein Marinesoffizier auf Landgang. Dazu ein knalliges oranges Hemd darunter, und eine gelbe Krawatte. Der, der ihn beraten hatte, hatte definitiv keine Ahnung. Vielleicht aber war es Migi selbst, der das teuerste haben wollte, um mit Yusa mithalten zu können. Da passten die Farben halt nicht so gut. Passend dazu hatte er kein Geld mehr für Schuhe, und zog daher die Schulschuhe an ( auf dem Rückweg gemopst ).
      Dann hatte er sich noch Gel in die Haare geschmiert, und sein Auftreten als perfekte Lackaffe war gemeistert. Die Haare wirkten glänzend nass.

      Und dann kam das Auto. Auto? Eine Limousine. Ein Luxuszimmer auf Rädern. Und da sollte er einsteigen? Er schluckte. Andererseits rieb er sich innerlich die Hände. Wenn er das irgendwann mal öffentlich machte, würde keiner mehr über ihn her ziehen.
      Die Limo hielt an. Sie war sicher doppeltsolang wie ein normales Auto.
      Er öffnete die Tür selbst. Es stieg eh keiner für ihn aus.
      "Äh, hallo. Ich komme dann mal rein.", sagte er, frimelte sich durch die Tür, stieß sich den Kopf und schmierte Gels oben an den Türrahmen, setzte sich mit dem Rücken nach vorn auf die vordere Bank und schloss die Tür.
      "Ähm, guten Abend Yusa ..", sprach er, sah zu ihr rüber, und hielt kurz inne. Sie saß auf der Rückbank und lächelte, als wenn sie Gletscher schmelzen wollte. Auch wenn ihr Blick kurzfristig wohl noch was anderes sagte, als sie ihn sah.
      Migi machte schon fast hörbar ein "Ohhhh...", als er Yusa kurz betrachtete. Sie trug noch einen Mantel, aber er war nicht geschlossen, und zeigte ihr Kleid. Schlicht, aber schick. Und das Licht im Wagen betonte den Anblick zusätzlich. Dann fuhr der Wagen los, und Migi kippte vorn über, landete auf alle Vieren und mit dem Kopf zwischen Yusas Knien. Verlegen grinste er und entschuldigte sich, eher er zurück auf seinen Sitzplatz rutschte. Er hatte vergessen sich anzuschnallen. Und der Fahrer drückte auf die Tube.
      Jetzt wusste er erstmal nicht, was er sagen sollte, und grinste nur dämlich vor sich hin.
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    • Arisa saß still in der Ecke der Limousine, die Hände gefaltet auf ihrem Schoß, als das Fahrzeug vor Migis Haus zum Stehen kam. Sie hatte die Augen geschlossen, um sich innerlich auf das bevorstehende Abendessen einzustellen. Sobald sie das Geräusch der Autotür hörte, öffnete sie sie wieder und da stand er: Migi, sichtlich überfordert mit dem Anblick der Luxuslimousine, und trotzdem mit dieser unbeirrbaren Neugier in den Augen, die sie schon kannte.
      Er quetschte sich durch die Tür, stieß sich prompt den Kopf und murmelte ein leises „Aua“, während er sich setzte. Arisa beobachtete ihn mit leicht hochgezogener Augenbraue. Sie hätte fast gelächelt, wenn sie nicht ohnehin schon angespannt gewesen wäre.
      „Ähm, guten Abend, Yusa…“, sagte er, und als seine Augen sie fanden, blieb sein Blick kurz hängen. Erst jetzt schien Arisa zu realisieren was Migi anhatte. Es war eine schreckliche Farbenkombination und alles andere als gut aussehend und elegant. Sie wollte angewiedert ihn wieder nach Hause schicken, doch sie hatten keine Zeit mehr zu verschwenden.
      Arisa erwiderte sein Lächeln, das, welches sie für Interviews und Kameras trainiert hatte, das professionelle, warme, aber distanzierte Lächeln. Doch als sie sah, wie er sie anstarrte, veränderte sich ihr Blick. Sie konnte das leichte Entsetzen nicht ganz unterdrücken, als er plötzlich nach vorne kippte und mit dem Kopf zwischen ihren Knien landete.
      „Migi!“, rief sie erschrocken, bevor sie kurz die Hand an den Mund legte. Der Fahrer zog nur eine Augenbraue hoch, während Migi rot anlief und sich schnell wieder hochkämpfte.
      „Ehehe… sorry. Ich… äh… bin wohl kurz… ähm…“, stammelte er.
      Arisa seufzte leise, wandte den Blick nach draußen und schüttelte kaum merklich den Kopf. Das fängt ja gut an.
      Die restliche Fahrt verlief in angespanntem Schweigen. Migi traute sich kaum, sie noch einmal anzusehen, und sie selbst war zu sehr mit den Gedanken an das bevorstehende Treffen beschäftigt.
      Als die Limousine schließlich vor dem Restaurant hielt, glitt Arisa mit anmutiger Ruhe aus dem Wagen, der Mantel fiel leicht über ihre Schultern. Der Wind trug den Duft von Meeresfrüchten und Wein aus dem Inneren zu ihr. Die Leuchtschrift über dem Eingang funkelte, ein gehobenes Restaurant, nur für geladene Gäste.
      Migi stieg hinter ihr aus, stolperte kurz über die Bordsteinkante und fing sich mit einem gequälten Lächeln. Arisa tat, als hätte sie es nicht gesehen, und folgte dem Kellner, der sie erwartete.
      Sie wurden durch den Hauptraum geführt, vorbei an leisen Gesprächen und gedämpftem Geschirrklirren, bis zu einer unauffälligen Seitentür. Dahinter lag ein privater Raum, abgetrennt vom Rest: elegant, ruhig, mit einem großen runden Tisch und nur drei Sitzplätzen.
      Der Regisseur, ein Mann mittleren Alters mit scharf geschnittenem Gesicht und glatten Haaren, erhob sich leicht, als sie eintraten.
      „Yusa, schön, dass Sie es einrichten konnten.“ Seine Stimme war tief, charmant, aber etwas in seinem Ton ließ sie innerlich auf Distanz gehen.
      Arisa verneigte sich respektvoll. „Vielen Dank für die Einladung. Es ist mir eine Ehre.“
      Migi ahmte die Bewegung etwas unbeholfen nach.
      Der Regisseur deutete mit einer beiläufigen Handbewegung auf die Plätze. „Bitte, setzen Sie sich. Ich habe schon einige Vorspeisen bestellt. Aber bestellen Sie, was immer Sie möchten.“
      Arisa setzte sich elegant, die Beine überkreuzt, die Hände im Schoß gefaltet. Sie schüttelte sanft den Kopf. „Danke, ich nehme nur Wasser.“
      „Nur Wasser?“ Der Regisseur hob eine Augenbraue, leicht amüsiert. „Sie sind doch alt genug, um wenigstens einen Wein zu probieren, oder nicht? Ein wenig Kultur schadet nicht. Besonders in unserer Branche ist es wichtig, den Geschmack zu kennen.“
      Sie zögerte kurz, warf einen kurzen Blick zu Migi, der stumm in die Speisekarte starrte, als hinge sein Leben davon ab. Schließlich lächelte sie höflich. „Dann vielleicht ein kleines Glas, ja.“
      Der Regisseur nickte zufrieden und bestellte den Wein. Dann lehnte er sich zurück, griff zu den bereitstehenden Häppchen und begann, mit beiläufiger Leichtigkeit zu reden. Über Musik, Drehs, andere Künstler und zwischendurch immer wieder kleine Anekdoten, die wohl seinen Status unterstreichen sollten.
      Arisa nickte höflich, antwortete dort, wo es angebracht war, und lächelte, wenn er lachte. Doch innerlich war sie unruhig.
      Wann kommt er endlich zum Punkt?, fragte sie sich. Wann redet er über das Musikvideo, über das Konzept, über den Song?
      Stattdessen folgte der nächste Schluck Wein, das nächste Lächeln, die nächste belanglose Geschichte. Und je länger das Gespräch dauerte, desto klarer wurde ihr, dass dieses Treffen weit weniger geschäftlich war, als sie gehofft hatte.
      Irgendwann kam ein weiterer Kellner in das Zimmer und der Direktor bestellte reichlich an Essen, ohne Yusa oder Migi zu fragen. Als er nun dann den Kellner wegschickte, lächelte er sie an. "Verzeiht, wenn ich nicht nachgefragt habe, doch ich kenne das Restaurant gut und wollte euch nur die besten Gerichte anbieten." Also entschied er sich gerne selbst Dinge. Es hinterließ bei Arisa einen bitteren Nachgeschmack. "Vielen Dank für Eure Gastfreundlichkeit, ich bin mir sicher, dass es schmecken wir." Vielleicht wird Arisa doch Wein brauchen, um den Abend zu überstehen. Sie nahm ein paar Schluck und ehe sie das Glas vollständig auf den Tisch gestellt hatte, füllte der Direktor wieder nach.
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    • Innerlich wollte Migi irgendwo versinken. Das war selbst ihm zu peinlich. Zum Glück wusste es niemand. Außer der Fahrer vielleicht, das er wie der letzte Depp unangeschnallt nach vorn ... äh hinten.... äh, wie auch immer, jedenfalls entgegen der Fahrtrichtung vom Sitz rutschte und Yusas Beine besuchte.
      Und die quietschte dann auch noch erschrocken auf. War ja auch zu erwarten.
      Irgendwie hatte er es dann noch mit Gurt auf die Sitzbank geschafft und glotze aus dem Fenster. Es herrschte Stille, erdrückender als in einem Grab des Schweigens. Nur das Brummen des Fahrzeuges und die üblichen Geräusche von außen, wenn sie denn durchs Glas drangen, brachten etwas Leben in die Stille.
      Dann endlich kamen sie an ihrem Ziel an. Migi war innerlich aufgeregt. Das er nur wegen so einem Gewinnspiel mal mit einem Star zum Essen gehen würde, da wäre er im Traum nicht drauf gekommen. Aber diese Woche gehörte ja ihm. Und das ein Musikvideo gedreht werden sollte, fiel gerade in diese Woche. Und jetzt durfte er dabei sein, wenn Yusa mit ihrem Regisseur beim Essen alle Formalitäten besprach und ggf. auch noch etwas Smalltalk betrieb. Er hätte viel zu berichten. Auch später mal im Netz, wie es so wäre, mit einem Star nobel zu speisen. Infos direkt aus der Goldquelle. Wenn Arisa das wüsste. Er lachte innerlich. Er würde ihr das links und rechts in die Ohren pressen, und angeben, das sie sowas nicht erleben durfte. Damit könnte er sie prima ärgern.
      Sie stiegen aus. Wie erwartet stieg Yusa mit einer Eleganz aus, die ein Profi versprühte. Und dann gab es da noch Migimoto, der Trottel vom Dienst. Der, der in den Komödien immer alles abbekam. Natürlich stolperte er über die Bordsteinkante, konnte sich aber trotz allem irgendwie spektakulär fangen und stand dann dämlich grinsend da, und rieb sich verlegen den Hinterkopf.
      Am Eingang empfing sie ein zugewiesener Kellner und Migi grüßte knapp. Eine kurze Verbeugung. **Autsch, da piekst was im Rücken, hab mir wohl nen Muskel gezerrt**, dachte er sich. DEr Bordstein kam ja auch überraschend, da war er gerade voll locker, ehe er flink die Muskeln anspannen musste, um nicht gänzlich auf dem Bauch zu landen. Aber nur ein leichtes Ziehen. Bis Morgen war das wieder weg.
      Dann erreichten sie einen seperaten Bereicg, der für sie reserviert war. Der Regisseur breitete die Arme ein wenig aus und begrüßte Yusa. Er blieb dabei aber an seinem Platz. Yusa grüßte zurück. Migi ebenfalls. Dabei dachte er sich noch, das er gar nicht begrüßt wurde, und der feine Herr wohl mit seinen Augen nur auf Yusa klebte. Naja, wer war Migi auch schon, das er einen Blick wert war. Wobei Migi schon beäugt wurde, aber der Regisseuer es wohl in betracht zog, auf das seltsame Auftreten in dieser ungewöhnlichen Farbkombination besser zu verzichten. Alles andere als professionell. Ein nutzloser, überflüssiger Clown.
      Man bot ihnen dann an sich zu setzen. Yusa wirkte ein wenig angespannt, wie Migi bemerkte. Sicher gab sie sich viel Mühe.
      Migi stöberte sogleich in der Speisekarte. Als Yusa nur Wasser wollte, spähte er auch auf.
      Natürlich amüsierte das den Herren, und Migi vergrub sich wieder in der Karte, während der Mann Yusa zu Alkohol überredete. Wenigstens ein Glas wollte sie ihm dann auch zugestehen.
      Danach begann das Gespräch. Der Herr redete viel, nur nicht über das, worum es ging. Wie einer dieser Youtuber, der 5 Minuten brauchte, um bei seinem 7 Minuten Video zum Thema zu kommen. Der Rest war Intro und Outro, und schon gabs 10 berühmte Minuten für 2 Minuten passend zum Titel. Für Migi aber auch nicht viel Neues in dem Gelaber. Und die Weinflasche wurde auch immer leerer. Migi michte sich nicht ein, beobachtete aber, das auch Yusa auf was zu warten schien. Aber es kam nicht. Es kam eher noch eine Geschichte seiner Erfolge. Ja, er war wohl der Richtige für den Dreh. Wie auch immer der aussehen sollte.
      MIgi wollte - wenn er schon da war - den Hummer kosten. Aber als der Kellner kam, gab der Direktor die Bestellungen auf. Migi kam nicht mal dazu ein Veto einzulegen.
      Immerhin gab er seine Erklärung dazu ab. Aber sein Blick ging nur 1,25 Sekunden zu Migi, dann wieder lächelnd zu Yusa. Immerhin etwas Aufmerksamkeit.
      Und wieder gab es Wein ins Glas.
      Migi zog eine Augenbraue hoch. Eine weitere Lebensgeschichte seiner Mejestät lallte über den Tisch, bis das Essen kam. Migi bekam Muschelsalat und Seeteufel. Seine Augen leuchteten. Der Fisch war teuer. Allein schon die Beilagen. Hier arbeitete ein Koch mit 5 Sternen.
      Kein Hummer, aber trotzdem aus dem Meer. Er bedankte sich und wünschte einen guten Appetit. Er probierte sofort vom Fisch und fand ihn äußerst lecker. Er schaufelte sogar ein wenig, als hätte er tagelang nichts gegessen, was ihm jetzt definitiv mehr als 1,25 Sekunden Aufmerksamkeit schenkte. Der Regisseuer schüttelte kurz dem Kopf kaum merktlich und spähte wieder zu Yusa.
      Migi merkte, wie der Alkohol in Yusa zu arbeiten begann. Aber bisher war noch nichts vom Inhalt des Treffens über den Tisch gewandert. Nur eine zweite Flasche teuren Wein brachte man, um Yusa noch ein Glas zum Verkosten zu füllen. Natürlich erklärte der Mann Yusa den Jahrgang, Rebensorte und Herkunft. Blablablahhh...
      Yusa fühlte sich unwohl, das merkte er irgendwie.
      Als die Teller halb geleert waren, dachte Migi, das er ja aufgrund seines Gewinns sicher auch Fragen stellen durfte.
      Er räusperte sich. "Ähääm.... ähm, Herr Regisseur, ich habe zwar eigentlich kein Recht mit ihnen darüber zu sprechen, aber sie kennen sicher den Grund meiner Anwesendheit. Ich hatte zufällig den Gewinn kassiert eine Woche an Yusas Seite sein zu dürfen, um ihre Arbeit live miterleben zu dürfen. Und ich war schon ganz gespannt, was es mit dem Musikvideo auf sich hat. Dazu haben sie noch nichts erzählt. Es soll noch an diesem Wochenende sein? Dann werde ich wohl sicher auch dabei sein dürfen. Hehe."
      Der Direktor sah Migi an, als hätte er gerade den Wein umgestoßen. Aber er hatte nicht ganz unrecht. Er setzte ein freundliches Lächeln auf. "Na schön, aber dafür trinken wir alle noch ein Glas Wein dazu."
      Wohl oder übel stimmte Migi zu. Wenn er auch aus der Flasche nahm, bekam Yusa weniger. Nicht das die am Ende noch ihr Innerstes nach außen kehrt.
      Der Direktor fuhr fort.
      "Ja, es stimmt. Wir drehen noch an diesen Wochenende. Das Wetter ist gut. Die perfekten Voraussetzungen, um den Dreh ohne größere Unannehmlichkeiten umzusetzen. Dabei werden wir natürlich am Strand drehen. Und selbstverständlich gibt es auch noch ein Shooting von Yusa in Sommermode. Hmmm, ich denke, das sie, Mr. Murai, richtig? Ich denke sie können als Assistent bei den Aufbauten usw. helfen. Aber vermeiden sie es bitte, den dreh zu stören, in dem sie durch die Aufnahmen flitzen, ja?"
      Migi knirschte mit den Zähnen, nickte aber nur freundlich. "Selbstverständlich."
      Dann wandte sich der Resisseur wieder Yusa zu. Er fing an zu erzählen, welche Modefirma Kleider dafür zur Schau stellen würde. Welche Background Sänger teilnehmen würden. Welcher Strandabschnitt. Erst das Singen, dann das Shooting, und dann noch eine kleine Grillparty am Strand um krönenden Abschluss. Außerdem war das ganze vor einem 5 Sterne Luxushotel, in dem Yusa übernachten könnte. Der Direktor hatte ebenfalls vor, dort zu nächtigen. Volle Versorgung und vollen Luxus für den Star.
      Der Blick, den der Herr dabei an Yusa richtete, ließ Migi innerlich kotzen. Der Typ hatte doch was vor. Vermutlich schon heute Abend. Wollte er Yusa etwa abfüllen und dann schänden? Das konnte der größte Fan des Idols aber nicht zulassen. Er überlegte, suchte nach einer Ausrede, oder was anderem.
      "Ach, ähm Yusa, ehe ich es vergesse. Du bist zwar alt genug, wie der Direktor sagte, aber ich denke das ist zu viel Wein für dich. Du solltest lieber Wasser trinken. Wer würde den schon wollen, das eine Yusa betrunken irgendeinen Unfung baut, und dabei einen Filmriss hat? Am Ende kostete das noch Fans. Sicher lauern hier schon wieder ein paar Kameralinsen auf dich. Meinst du nicht auch? Hier, probier mal vom Muschelsalat. Die Dinger sind so salzig, die schütteln dir glatt die Promille aus den Windungen, hehehe. Nicht das heute Abend noch was seltsames passiert, nehehe."
      Mit einem Löffel hielt er ein wenig Grünzeug mit einem Stück Muschelfleisch über den Tisch, und machte ein: "Ahhhhhh..."
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    • Arisa blickte auf den Löffel, den Migi ihr fast wie einem Kleinkind hinhielt. Er hielt die Pose viel zu lange, sein „Ahhhhhh…“ hing seltsam in der Luft. Für einen Moment sah sie ihn einfach nur an. Nicht genervt, nicht verärgert, eher still hoffend, dass er verstand.
      Dann lächelte sie höflich, nahm jedoch ihren eigenen Löffel und schöpfte sich selbst etwas vom Salat.
      „Du hast schon recht, Migimoto. Ich sollte wirklich aufpassen. Es wäre schlimm, wenn ein Skandal entstehen würde, nur weil ich mich nicht beherrschen kann.“
      Sie sprach sanft, so wie man mit jemandem spricht, der es gut meint, aber zu viel tut. Doch ihr Blick sagte ganz klar: Bitte versteh, warum ich deinen Löffel nicht nehme.
      Der Direktor räusperte sich, sichtlich bemüht, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Sein Lächeln wurde etwas breiter, seine Stimme ein wenig jovial. „Ach, ein Star darf ruhig auch mal etwas lockerer lassen. Schließlich ist ein wenig Wein doch nichts Schlimmes.“
      Er zwinkerte ihr zu, vermutlich gedacht als charmante Geste. Für Arisa fühlte es sich eher an wie ein unangenehmer Stich im Bauch.
      „Trotzdem… Wasser ist heute besser“, sagte sie ruhig und griff nach dem Glas, das vor ihr stand. Sie trank einen Schluck und stellte es leise zurück auf den Tisch.
      Dann begann sie zu essen, als wäre das Gespräch damit abgeschlossen. Der Direktor beobachtete sie kurz, seine Enttäuschung nicht ganz so gut verborgen wie sein Lächeln. Um die Spannung zu überbrücken, stellte Arisa ihm einige Fragen. Der Direktor entspannte sich, sobald es um Arbeit ging, und sprach bereitwillig über Details, Zeitpläne und das Team. Während sie zuhörte, spürte Arisa jedoch etwas anderes: eine heimliche, stille Erleichterung.
      So nervig und unangenehm Migi manchmal war, mit seiner dämlichen Art, seiner Tollpatschigkeit, seinem fehlenden Gefühl für Grenzen…
      …in diesem Moment war sie froh, dass er da war.
      Er hatte den Direktor so sehr irritiert, dass dieser es aufgegeben hatte, ihr noch mehr Wein einzuschenken. Und dafür war sie ihm überraschend dankbar.
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    • Erleichtert, aber auch etwas enttäuscht, da Yusa nicht auf den Löffel ein ging, hatte sie sich dann für Wasser entschieden. Natürlich nahm sie nicht seinen Löffel. Wie hätte das ausgesehen? Und sie war ein Profi. Profis machen sowas nicht. Immerhin wühlte sie selbst dann im Salat und nahm einen Bissen. Migi verzog sich selbst wieder in sein Essen und hörte erneut zu.
      Der Direktor blühte förmlich wie frisch geboren auf, als hätte er nur wieder darauf gewartet, das Thema auf die Arbeit zu lenken. Dabei hatte er Yusa stets im Blick, und wenn er zu Migi sah, dann nur kurz, als wollte er prüfen, ob der Bengel noch da war.
      "Also, an diesem Wochenende läuten wir die Glocken für dein Album Sonnenglanz ein. Wir beginnen mit dem Shooting. So ein Musik Video kann wie du es ja weißt, Kraftraubend sein. Und wir wissen nicht, ob wir alle Szenen sofort im Kasten haben. Aber bei deiner professionalität dürfte der Dreh ein Klacks sein.
      Wir werden Bademode präsentieren. Fanservice wird groß geschrieben. Ich habe bereits den perfekten Bikini für dich organisieren lassen. Wir zeigen etwas Haut. Das will der Fan sehen. Diesen Sommer wollen alle möglichst überall braun werden. Aber keine Sorge, du musst nicht schwimmen. Du wirst nur am Strand posieren. Wir bekommen einen Bonus, wenn der Bikini hinterher heiß begeht aus allen Regalen gerissen wird. Von deinen Fans!"
      Migi wäre fast ne Muschel im Hals stecken geblieben. Bikini? Strandposen? Yusa im Bikini mit viel Haut? Die Engel mussten gerade in die Posaunen blasen. Und er war live dabei und konnte Yusa schon vor den Bildern sehen. Sogar mehr als nur Bilder. Er räusperte sich und trank schnell etwas, bevor der husten müsste.
      Der Direktor fuhr fort. Er erzählte, das nach einer kurzen Mittagspause dann der Dreh fürs Video starten würde. Dabei würde sie ebenfalls einen Bikini tragen. Das ganze Video würde an verschiedenen Stellen aufgenommen werden. Von einem Parkplatz aus sollte sie von einem Jeep aussteigen, sich die Sonnenbrille zurechtzupfen, zum Meer blicken und beginnen zu singen. Ein paar Zeilen direkt in die Kamera, während die Backgroundtänzer dazu kommen.
      Dann der Weg zur Promenade. Elegant mit den Tänzern die erste Strophe und dann Refrai.
      Der Dirktor hatte schon den fertigen Song, den Yusa oft übte. Und dabei hatte er noch ein paar Änderungen vorgenommen, die Yusa noch umsetzen müsste.

      (Mit KI gebaut lol )
      [Verse]
      Im Sonnenglanz
      Da leuchtet das Meer
      Der Sand so warm
      Wir wollen mehr
      Die Wellen rufen
      Ein ewiger Klang
      Der Sommer singt
      Ein Herzschlag lang

      [Chorus]
      Sonnentanz
      Oh
      Fühl den Glanz
      Sommerzeit
      Ein Lebenskranz
      Herz schlägt laut
      Im Freudentakt
      Strand und Meer
      Wir sind entfacht

      [Verse 2]
      Der Himmel brennt
      In Farben so weit
      Die Welt wird leicht
      In Sommerzeit
      Wir tanzen barfuß
      Der Wind spielt mit
      Ein Abenteuer
      Ein ewiger Hit

      [Bridge]
      Freude
      Freude
      Sie trägt uns fort
      Ein magischer
      Schwereloser Ort
      Die Sterne warten
      Doch nicht jetzt
      Denn hier und jetzt
      Ist unser Gesetz

      [Chorus]
      Sonnentanz
      Oh
      Fühl den Glanz
      Sommerzeit
      Ein Lebenskranz
      Herz schlägt laut
      Im Freudentakt
      Strand und Meer
      Wir sind entfacht

      [Outro]
      Im Sonnenglanz
      Der Tag verblasst
      Doch unser Lachen hält uns fast
      Sommerträume
      Für immer hier
      Im Tanz
      Im Glanz
      Im Sommer wir

      "Hier singst du besser das. Und hier änderung am Wort. Das alte gefiel mir nicht. So hat das mehr Feuer. Und hier ....", begann er gleich zu erklären. Doch dann ertönte ein Handy. Es war sogar eine Melodie von einem Yusa Song. Das konnte nur einer sein. Migi. Er entschuldigte sich, während der Direktor in seltsam an sah.
      Und statt den Anruf zu blocken, nahm er ihn ausversehen an. Aus dem anderen Ende der Leitung hörte man: "Mi...Migimoddo*Hicks*, hiiiär isch dei...dein Fatta. *Hicks* Hassu ... Hassu tzschufällig mein Jeld ge....gee...gesehe...? Ist alle wäch. *Hicks* Alles weg! Hörsu mich?"
      Es war Migimotos Vater. Der war wohl aufgewacht und vermisste das Geld in seinem Portemonaie. Die geplante Sauftour in der Kneipe konnte ohne das Geld wohl nicht statt finden. Migi war das peinlich. Er entschuldigte sich nochmal, und zog sich kurz zurück, um das zu klären.
      Der Direktor sah Yusa an.
      "Was ist das eigentlich für ein nutzloser Junge? Wieso ist der eigentlich hier? Er stört uns schon den ganzen Abend."
      Er neigte sich lächelnd vor. Ein seltsames Lächeln. Er griff plötzlich eine Hand von Yusa. "Du solltest ihn nach Hause schicken. Wir Profis sollten diesen Abend lieber unter uns bleiben."
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Arisa rückte ihr Wasserglas ein Stück zur Seite, als müsse sie sich körperlich von dem distanzieren, was der Direktor so voller Begeisterung verkündet hatte. Strandaufnahmen. Sommermode. Bademode. Für ihn klang das wie ein glorreicher Startschuss ins neue Album. Für sie fühlte es sich an wie ein leiser Druck gegen die Rippen.
      „Ich habe mir die Unterlagen zum Dreh angesehen,“ sagte sie ruhig und drehte die Serviette zwischen ihren Fingern. „Das Konzept ist klar. Und die Sommermode wird sicher gut ankommen.“
      Der Direktor strahlte sofort, wie jemand, der bereits die Verkaufszahlen steigen sah. Arisa senkte den Blick. Die höfliche Maske saß perfekt, doch dahinter arbeiteten Gedanken, die sie seit Jahren gewohnt war zu verschweigen.
      Posen im Bikini.
      Nahaufnahmen.
      Viel Haut.
      Zu viel Haut für jemanden, der sich selbst nicht so sah, wie andere sie sahen.
      Sie wusste, dass Fans die Bilder lieben würden. Sie wusste, dass Retusche ihr helfen würde. Sie wusste, dass es ihr Job war. Aber mögen tat sie es nie. Jedes Mal spürte sie diesen unangenehmen Knoten, als würde man sie unter ein Vergrößerungsglas legen. Ihre Hüften waren ihr zu weich, ihre Beine zu normal, ihr Bauch nicht so flach, wie ein Idolbauch sein sollte. Alles an ihr wirkte auf sie selbst zu gewöhnlich für das Idealbild, das die Industrie täglich von ihr verlangte. Sie atmete einmal ein und aus.
      „Ich werde mich vorbereiten,“ murmelte sie leise, eher zu sich selbst als zu ihm. „Damit alles so professionell wie möglich abläuft.“
      Der Direktor nickte, zufrieden mit der gefügigen Professionalität, und bemerkte kein bisschen der inneren Spannung, die man Arisa nur ansah, wenn man sie wirklich kannte.
      Gerade als die Stille zwischen ihnen wieder in das übliche Geschäftsgeräusch überging, ertönte plötzlich eine schrille, leicht schiefe Klingelmelodie: ein Yusa-Song, Migis Handy. Er nahm den Anruf an, und Arisa hörte deutlich die lallende Stimme seines Vaters, die durch die Leitung krächzte. Migi wurde rot, entschuldigte sich hastig und verließ das Zimmer, um das Chaos draußen zu regeln.
      Die Tür schloss sich hinter ihm. Ein Moment absolute Ruhe folgte. Zu ruhig.
      Der Direktor neigte sich vor. Sein Lächeln war weich, aber enthielt etwas, das Arisa einen kühlen Stich in den Nacken jagte. Ohne Vorwarnung legte er seine Hand auf ihre. Nicht tastend, sondern mit einem Anspruch, den er nicht äußerte, aber fühlbar machte.
      „Was ist das eigentlich für ein nutzloser Junge?“ fragte er leise. „Wieso ist der überhaupt hier? Er stört den gesamten Abend.“ Sein Daumen strich kaum merklich über den Handrücken, als gehörte er dort hin. „Schick ihn nach Hause. Wir Profis sollten diesen Abend lieber unter uns bleiben.“
      Arisa erstarrte nicht, doch etwas in ihr zog sich zusammen. Eine dünne, unsichtbare Linie, die sie sonst nie überschritt, wurde plötzlich deutlich. Sie hob den Blick, sah ihn direkt an, ruhig und kontrolliert. Dann zog sie ihre Hand zurück. Nicht hastig, aber endgültig.
      „Er bleibt,“ sagte sie mit der unerschütterlichen Höflichkeit von Yusa, die sich wie eine zweite Haut um sie legte.
      „Er ist vielleicht… ungeschickt,“ sagte sie ruhig. „Aber Migi ist mein Gast. Und ich möchte, dass er bleibt.“
      Der Direktor blinzelte irritiert, sein Lächeln zuckte nur minimal. Arisa senkte den Blick kurz auf ihr Glas, um Fassung zu bewahren. Sie spürte ein Kribbeln im Nacken, dieses instinktive Gefühl, wenn jemand eine Grenze überschreitet und erwartet, dass man das normal findet.
      „Er stört mich nicht,“ fuhr sie fort, nun mit einem Ton, der keine Einladung zum Widerspruch war. „Und was heute Abend besprochen wird, betrifft uns alle drei. Schließlich wird er beim Dreh helfen. Es ist besser, wenn er vollständig informiert ist.“
      Der Direktor wollte etwas sagen, doch sie hob eine Hand, als würde sie eine Melodie dirigieren. Es war keine Geste der Unverschämtheit, eher die eines Profis, der es gewohnt war, im richtigen Moment Einsätze zu geben.
      „Außerdem,“ fügte sie hinzu, „muss ich mich auf die Arbeit konzentrieren. Ein privates Treffen war heute nicht vorgesehen.“
      Arisa nahm einen Schluck Wasser. Eisig, klar, genau das, was sie brauchte.
      Kein Wein, keine falsche Nähe, keine Grenzen, die er dachte verschieben zu dürfen. Sie hoffte einfach, dass der Abend so schnell wie möglich ihr Ende finden wird. Daher wandte sie sich an das Essen, auch wenn ihr Appetit bereits verloren war.
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      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Nach einigen Minuten kam Migi zurück und grinste verlegen, während er sich entschuldigte. Er würde wohl einiges zurückzahlen müssen. Immerhin bekam er auch noch Geld von der Agentur. Daher sollte das kein Problem werden.
      Die Stimmung hier wirkte aber inzwischen auch nur noch neutral. Der Direktor hatte sich wohl mehr erhofft. Eine betrunkene Sängerin war sicher einfdacher um den Finger zu wickeln, aber hier lief nichts nach Plan, aus die geplante Aktion am Wocheende.
      Und vermutlich gab er allein Migimoto die Schuld, weil er anwesend war, und störte. Naja, irgendwann kommt sicher noch sein Moment.
      Also ließ er es erstmal professionell wirken. Migis Augen funkelten, als er den Songtext mit den Änderungen sehen durfte. Professionelle Änderungen. Und dann meinte er, als der Welt größte Yusa Fan, das man hier und da vielleicht besser dies und das änderte. Oder zum alten Text zurückkehrte.
      Hier und da verzog der Direktor das Gesicht, weil ein Nerd ihm seine Änderen aberkannte, aber hier und da schien dieser Nerd auch recht zu haben. Außerdem war er einer der dummen Konsumenten.
      Irgendwie konnte Migi dann wohl den Mann überzeugen, und er meinte, das er den Text entsprechend überarbeiten lässt, und ihn Yusa noch morgen zukommen lässt. Und dann musste sie das nur noch gesangstechnisch umsetzen.
      Für einen kurzen Moment sah es fast so aus, als würden zwei Profis miteinander ein Fachgespräch führen. Am Ende klopfte der Direktor Migi sogar noch auf den Rück, wenn auch etwas zu sehr, was Migi deutlich aufhusten und ein Stück vorkippen ließ. Vermutlich beabsichtigt, denn der Direktor grinste dabei zufrieden.
      Irgendwann aber war dann auch das Treffen vorbei und sie verließen das Gebäude. Der Direktor war zum Hintereingang raus, und Migi stand jetzt mit Yusa vor dem Restaurante unter einem Vordach, wo sie auf den Fahrer warteten, der sie abholen sollte.
      Migi rieb sich den Bauch und lachte. "Haaahhhh, war das lecker. Es kommt nicht oft vor, das ich so edel speisen darf. Schon beneidenswert, das du regelmäßig in solchen Orten futtern kannst. Dieser Tag wird sich ewig in meinen Schädel einbrennen, Yuuuuusaaa, hehehe."
      Dann straffte er sich wieder ruckartig. "V-verzeihung, ich wollte nicht unhöflich sein."
      Es kam ihm fast vor, als hätte er hier mit Arisa gestanden, und er hatte sich ganz normal verhalten, und fast einen zusätzlichen Scherz oder Angriff ausgeführt. Aber er konnte sich gerade noch fangen.
      Themawechsel. Er musste Yusa ablenken. Der Direktor!
      "Ähm, aber mal ehrlich. War der Typ nicht etwas seltsam? Oder ist das normal, wenn du dich mit solchen Leuten triffst? Wenn der dir noch mehr Wein eingeflöst hätte, könntest du morgen sicher nicht richtig üben. Gut, das du zum Wasser gewechselt hast."
      Natürlich hatte er Yusa nur deshalb so viel Wein gegeben, damit sie am nächsten Tag nicht üben könnte. Jetzt kam Migi das noch dämlicher vor, als er das so sagte.
      Wenn Arisa wüsste, was er heute erlebt hatte. Er würde ich das alles noch unter die Nase reiben. Aber erst in der nächsten Woche.
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    • Arisa hatte den größten Teil des Gesprächs zwischen den beiden Männern schweigend verfolgt. Sie saß leicht zurückgelehnt, das Glas Wasser locker in der Hand, und hörte zu, während der Direktor und Migi über Textzeilen, Betonungen und kleine inhaltliche Verschiebungen diskutierten. Es war seltsam. Normalerweise war sie es, die solche Gespräche führte. Heute war sie Beobachterin.
      Und so sehr sie sich innerlich auch dagegen sträubte, musste sie sich eingestehen, dass nicht jede Bemerkung von Migi Unsinn gewesen war. Einige seiner Einwürfe trafen tatsächlich einen Punkt. Er dachte aus Sicht der Fans, aus Sicht der Community, die jedes Wort analysierte, jede Zeile mitsang. Angeblich war er ihr größter Fan, und so nervig er auch war, er kannte ihre Lieder, ihre Wirkung und die Erwartungen der Leute erstaunlich gut.
      Sie schob den Gedanken beiseite. Ob und wie sie das alles umsetzen würde, konnte sie morgen entscheiden. Heute war sie müde. Mental müde.
      Zu ihrer Erleichterung verging die Zeit danach schneller, als sie erwartet hatte. Die Teller wurden abgeräumt, letzte Höflichkeiten ausgetauscht, und schließlich verließen sie das Restaurant. Draußen standen sie unter dem Vordach und warteten auf den Fahrer. Die Nachtluft war kühl und klar. Arisa atmete tief ein. Es tat gut. Der Druck, der sich während des Essens in ihrer Brust aufgebaut hatte, löste sich langsam. Sie war froh, dass es vorbei war. Für einen kurzen Moment genoss sie einfach nur die Stille. Natürlich hielt sie nicht lange.
      Migi neben ihr begann prompt zu reden. Über das Essen. Über den Abend. Über sie. Arisa unterdrückte ein Seufzen, ließ sich aber nichts anmerken. Als er schließlich den Direktor erwähnte und fragte, ob der nicht seltsam gewesen sei, zuckte sie nur leicht mit den Schultern.
      „Man trifft immer auf sehr interessante Personen“, sagte sie vorsichtig und mit einem neutralen Lächeln.
      Doch innerlich stimmte sie ihm zu. Der Mann war ihr nicht geheuer gewesen. Zu aufmerksam. Zu vertraut. Zu selbstsicher in einer Art, die ihr missfiel. Sie wusste, dass sie künftig Abstand halten musste. Nur noch das Nötigste. Rein professionell. Das würde sie auch mit ihrer Mutter besprechen müssen.
      Arisa blickte die Straße hinunter, wo gleich der Wagen auftauchen sollte, und atmete noch einmal tief durch. Der Abend lag hinter ihr. Morgen war ein neuer Tag. Und für heute reichte das. Sie war froh das Auto vor ihr stehen zu haben. Man öffnete ihnen die Tür, sie stiegen ein und machten sich auf den Weg zurück. So gerne wie sie ihre Augen schließen wollte, Migi saß neben ihr und solange sie als Yusa in der Öffentlichkeit war, musste sie auf ihre Verhaltensweisen achten. „Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass du einen schönen Abend hattest. Ruhe dich heute Abend gut aus", lächelte sie ihn leicht an, auch wenn es ihr nicht danach zumute war. Es war ohnehin schon anstrengend genug ihn in der Schule zu ertragen.
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      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Es war Wochenende. Morgen war er da, der lang ersehnte Sonntag. Das Shooting mit Yusa und hinterher das Musikvideo. Und er war live dabei, wenn beides umgesetzt wird. Am liebsten hätte er damit Arisa die Ohren vollgelabert, aber es war ja eh Wochenende und sie hätte es eh nicht geglaubt. Aber wenn er ihr in den kommenden Tagen darüber berichten, und ihr die Zeitschrift mit Yusas Bildern um ihr Ohren klatschen würde, hätte sie keine andere Wahl als ihm zu gratulieren. Die ganze Klasse würde sich vor ihm, Migimoto Murai, dem größten Yusa Fan, wegen seiner Hilfe und der perfektionierung ihrer Auftritte, verneigen.
      Und obwohl er noch mit seinem Vater wegen dem Geld verhandeln musste, und verloren hatte, jeden verdammten Yen wollte er wieder haben, hatte Migi gute Laune. Er starrte auf die Uhr, während er im Bett lag, und im Fiberwahn grinste. 23:54 Uhr. Noch 6 Minuten, und der finale Tag brach an. Ob er überhaupt schlafen könnte? Egal. Morgen wäre er fit wie ein Sportbär. Nichts würde ihn aufhalten können.
      Und dann verging die Zeit wie im Schlaf.


      Der nächste Morgen.
      Sendai Standgebiet. Tag den Shootings und Musikvideos

      Migi wurde von der Argentur gefahren, und frühzeitig abgeholt, um bei Vorbereitungen zu helfen. Wenn Yusa ankommt, sollte alles bereit sein. Zumindest was ihre Belange betraf.
      Migi machte große Augen und sah sich um. Es wirkte schon professionel. Ein Strandabschnitt war gesperrt worden, und Schilder, die auf Filmaufnahmen hinwiesen, trafen auf verärgerte Gäste, die einen Umweg machen mussten, und den Strandabschnitt größtenteils meiden mussten.
      Der Parkplatz sollte der Drehbeginn für das Video werden. Von da zum Strand. Und am Ende war das Meer und die Brandung hinter Yusa, während sie singen würde. Und natürlich die Tänzer. Mehrere Wagen standen bereit, in denen sich die Beteiligten aufhielten. Regie, Maske usw. hatten auch schon ihre Bereiche. Und ein großes Zelt bot Unterschlupf für die Mittagspause.
      Reichlich Zeugs wurde verteilt. Überall Kabel. Was für ein Aufriss.
      Dann traf er auf die Tänzer, verneigte sich respektvoll, denn sie würden Yusas Video mit ihren Einlagen ergänzen. Allerdings wehte ihm weniger Respekt entgegen.
      "Ach, schaut mal, ist das nicht der Bengel, der den Preis gewonnen hatte? Hee, Junge, steh uns bloß nicht im Wege. Vorallem nicht MIR! Verstanden? Ich habe nämlich die Ehre, heute mit Yusa persönlich zu tanzen. Heheheee.", kläffte der Typ. Und Migi starrte ihn nur fragend an. Was war dem denn über die Arroganz gestolpert? Möge er an einem Fisch ersticken.
      Migi verneigte sich kurz erneut. "Keine Sorge. Ich darf zwar helfen, bin ansonsten aber nur für Getränke und zum Zusehen verantwortlich. Und ich darf Yusa Fragen stellen. Alles natürlich auch für die Schule." Natürlich eher für ihn selbst.
      Der Tänzer nahm das wohl an. Sie lachten kurz und schoben sich dann zum Set fürs Shooting. Das würde noch vor dem Mittag durchgezogen. Yusa im Bikini. Migi schluckte Speichel runter. Aber an sowas durfte er nicht denken. Er würde sie Live sehen, mehr als nur ein paar Fotos, und alle anderen müssten mit der Zeitschrift auskommen, oder mit dem Internet. Er stand immer eine Stufe höher.
      Er sah sich weiter um, und begutachtete auch einige Infos zum Video. Er knirschte mit den Zähnen. Dieser Kaito, der arrogante Tänzer von eben, durfte ein wenig zu sehr für Migis Geschmack mit Yusa auf Körperkontakt gehen. Ganz am Ende würden sie gemeinsam Tanzen und er würde sie in ihren Armen halten, fast bis zum Boden runtergeneigt, und alle würden in die Kamera blicken, Lächeln usw.
      "Möge er an einem Fisch ersticken!", nörgelte Migi. Wehe er grabscht an ihr rum. Das ist Yusa. Eiun Star. Die Idolgöttin der Idole. So eine Schmutzbacke hat an ihrer Seite nichts verloren.
      Und kaum dachte er an Yusa, kam auch schon ihr Wagen angefahren. Er hörte einige ihren Namen sagen. Wo war noch gleich ihr Platz, wo er sie treffen würde?
      Er schaute auf die Uhr. 9:30 Uhr. Um 10 Uhr begann das Shooting bis um 12 Uhr zur Mittagspause. Sie würde also etwa eine halbe Stunde in der Maske verbringen und dann auch schon ab zum Strand. Keine Zeit für Irgendwas. Es war schönes Wetter und es war warm. Zum Glück keine glühende Sommerhitze. Er sah zum Meer. Perfekte Brandung. Dunkelblaues Wasser, kräuselnde Wellen, Rauschen. Ein schwacher warmer Wind. Um 13:30 Uhr war Drehbeginn fürs Video. Dort sollte es noch wärmer werden. Der Wind würde wegfallen, und weniger Wolken. Perfekt.
      Er begab sich daher nun zur Maske, und würde dort auf Yusa warten.
      Zu seinem Ärger lungerten da natürlich auch die neun Tänzer rum, und schäkerten und glucksten rum. Kein Benehmen.
      Yusa kam aus dem Wagen und wurde zur Maske geleitet. Natürlich wurde sie auch gleich von den Tänzern begrüßt. Der berühmte Kaito Daisen. Der, der die Namen weiblicher Idole, mit denen er schon getanzt hatte, morgens mit dem Löffel zum Frühstück verspeiste. Und nun wollte er auch noch Yusa verspeisen. Möge er an einem Fisch ersticken. Migi wartete lieber dezent an der Tür zum Masken Wagen.
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