The Art of Survival [Codren feat. Pumi]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Isaac zuckte nur mit den Schultern, erleichtert darüber, dass Kai so schnell zugestimmt hatte.
      "Ich bin da ziemlich ideenlos. Wir könnten einen Film schauen? Es gibt da ein paar gute Actionfilme, solange keine Regenszene darin vorkommt. Das kommt für die Dramatik ziemlich oft vor."
      Er verzog das Gesicht und starrte in sein Bier.
      "Mit lauten Geräuschen habe ich kein Problem, aber mit Wasser. Das ist so ziemlich das dämlichste, was ich mir vorstellen kann. Wenn mir das jemand erzählen würde, würde ich es für einen schlechten Witz halten."
    • "Hm..."
      Kai dachte kurz nach, ging einen inneren Rolodex an Filmtiteln durch und überlegte, welche davon Regenszenen hatten. Auf sowas hatte er noch nie achten müssen, daher war er sich bei vielen Optionen einfach nicht sicher.
      "Wie wär's mit Dune?" schlug er schließlich vor. "Soweit ich weiß hat keiner der Filme auch nur einen Tropfen Regen. Seien es die alten, oder die neuen. Ich persönlich bin ja für die Neuen, insbesondere für den ersten. Oscar Isaac ist einfach zu heiß, um Nein zu seinen Filmen zu sagen, findest du nicht? Es sei denn, der ist dir zu militarisiert, dann können wir auch gern was anderes gucken. Ich bin da ziemlich flexibel."
      Er zuckte mit den Schultern - kein Autsch! - und begann, den Tresen mit einem feuchten Lappen abzuwischen, auch wenn da eigentlich gar kein Dreck drauf war. Er musste sich einfach beschäftigen; nur hier herumzustehen hielt er einfach nicht aus.


    • “Wie wär's mit Dune? Soweit ich weiß hat keiner der Filme auch nur einen Tropfen Regen.”
      Isaac lächelte vor Erleichterung. Er hatte so lange über Filme nachgedacht, die keinen Regen hatten, dass es ihm schon aussichtslos vorgekommen war. Dune kannte er nicht, zumindest nicht den neuen Teil - zu seiner Veröffentlichung war er im Dienst gewesen. Aber was könnte es besseres geben als einen Wüstenfilm?
      “Das ist gut.”
      “Ich persönlich bin ja für die Neuen, insbesondere für den ersten. Oscar Isaac ist einfach zu heiß, um Nein zu seinen Filmen zu sagen, findest du nicht?”
      Isaac schnaubte. Würde er jetzt anfangen mit Kai von Schauspielern zu schwärmen? … Warum eigentlich nicht?
      “Klar. Ist er.”
      “Es sei denn, der ist dir zu militarisiert, dann können wir auch gern was anderes gucken. Ich bin da ziemlich flexibel.” Kai zuckte unverbindlich mit den Schultern.
      “Nein, das ist gut. Ich mag’s militärisch. Ich kann dir sagen, was die alles falsch machen.”
      Wieder lächelte er ein bisschen. Die Aussicht, mit Kai einen Film zu schauen, vertrieb wie der Sonnenschein die düsteren Wolken, die sich für die Regenwoche anbahnten.
      "Dann schauen wir Dune. Bei dir? Du hast den größeren Fernseher. Glaube ich."
      Was gelogen war, allerdings war es völlig ausgeschlossen, Kai in seine Wohnung zu lassen. Nie im Leben.
      "Ich bringe die Snacks mit. Wann immer du Zeit hast."

      Sie legten sich auf einen Abend fest, wofür Isaac extra die Wohnung verließ, um besagte Snacks zu besorgen. Mittlerweile ging es ein bisschen leichter, nach draußen zu gehen und durch die Straßen zu marschieren, nachdem er mit Kai in der Bücherei gewesen war und sich bewusst gemacht hatte, dass niemand bemerkte, dass er stank, und überhaupt sowieso alle bei dem Wetter nach Schweiß rochen. Das machte den Trip zum Supermarkt ein kleines Stück leichter und war damit ein kleiner Erfolgsfaktor auf der Liste aller Dinge, die Isaac wieder auf die Reihe bekommen musste. Aber eins nach dem anderen. Für den Abend war erstmal Dune angesagt und Isaac verspürte eine wohlige, angenehme Vorfreude, als er mit den Snacks im Rucksack an Kais Tür klopfte. Er mochte Kai und er mochte, etwas mit ihm zu unternehmen. Dieser Tag war allein schon deswegen für ihn ein guter Tag.
    • Normalerweise benutzte Kai seine freien Tage, um zu tun und zu lassen, was auch immer er wollte, ohne darauf Acht geben zu müssen, wie viel Chaos er dabei anrichtete. Da er heute aber einen Gast für einen Filmabend erwartete, hatte er sich tatsächlich einen Plan gemacht.
      Während er mit seiner Familie auf der Insel telefonierte, huschte er durch seine Wohnung und räumte ein bisschen auf. Nicht, weil er unbedingt aufräumen musste, bevor er Besuch bekam, sondern weil er den Platz brauchte. Die vielen Tuben, Dosen, und Schachteln mit Farben, die vollgeklatschten Farbpalletten, die sauberen und dreckigen Pinsel, all das musste weichen. Die Leinwände wurden alle in seinem Flur zwischen Badezimmer und Schlafzimmer geparkt. Die Wäsche wurde in der Waschmaschine geparkt - seine tūtū hatte die brillante Idee, dass er sie doch auch gleich anstellen könnte. Kai saugte sogar Staub! Das tat er sehr selten.
      Sobald er mit aufräumen fertig war, begann der Prozess des Umräumens: zu aller erst kämpfte Kai mit seiner Matratze, die er aus dem Schlafzimmer bis ins Wohnzimmer zerrte, wo er sie vor dem Sofa auf den Boden fallen ließ. Den Kaffeetisch hatte er zur Seite geschoben, um dafür Platz zu haben. Sobald das getan war, stapelte Kai alle Decken und Kissen, die er finden konnte, auf und um die Matratze herum. Zu guter Letzt nahm er sich all die Wandtücher und großen Schals, die er hatte und hängte sie auf. Missbrauchte er dafür auch die ein oder andere Lampe? Ja. Aber er achtete brav darauf, kein Brandrisiko zu basteln!
      Gegen vier war er fertig und betrachtete sein Meisterwerk: ein kleines Stoffzelt mitten in seinem Wohnzimmer mit perfekter Aussicht auf den Fernseher - und sonst nichts. Durch seine Wohnung zu manövrieren war jetzt zwar ein bisschen umständlich, aber wer konnte hierzu schon Nein sagen?

      Ein bisschen später klopfte es an Kais Tür. Grinsend sprang Kai auf.
      "Hi!" grüßte er den Mann.
      Himmel, war der groß! Zum Glück hatte Kai ein großes Bett. Isaac würde schon auf die Matratze passen, ohne sich falten zu müssen. Allerdings würde er den Kopf viel weiter einziehen müssen als Isaac, um in das Zelt zu kommen. Hm.
      "Komm rein."
      Er trat beiseite und ließ Isaac rein. Obwohl er den ganzen Tag lang aufgeräumt hatte, war seine Wohnung immer noch reinstes Chaos. Nur eben anders als vorher wegen dem riesigen Zelt in der Mitte des Raumes. Kai grinste trotzdem weiter.
      "Ich dachte, wir machen es uns so richtig bequem heute," erklärte er.
      Und mit richtig bequem meinte Kai auch richtig bequem: er selbst trug ein T-Shirt, das groß genug war, um selbst an Isaac locker zu sitzen, und ein paar seiner geliebten Haremshosen. Das T-Shirt war so groß, dass er ständig dran rumspielen musste, weil der Kragen entweder über die eine oder die andere Schulter rutschte. Seine widerspenstigen Haare hatte er in einen lockeren Bun am Hinterkopf gezwungen, ohne sie wirklich hochzubinden. Sie fielen ihm immer noch bis auf die Schultern und hin und wieder musste er sich eine Strähne aus dem Gesicht pusten.


    • Kai machte ihm auf, gekleidet in ein viel zu großes Shirt und locker sitzende Hosen. Der Aufzug hätte schlampig wirken müssen - Isaac hätte sich damit sicher gefühlt wie ein Obdachloser - aber Kai schaffte es irgendwie, ganz lässig darin zu wirken. Isaac staunte nicht schlecht über die Leichtigkeit, die der Mann an den Tag legen konnte, und er gaffte auch ein bisschen. Der Kragen des Shirts fiel vorne ein Stück runter und offenbarte Kais Schlüsselbein. Er hatte außerdem einen ziemlich schlanken Hals, wie Isaac anmerkte. Es sah elegant aus und mit den hochgesteckten Haaren kam sein Hals irgendwie besonders zur Geltung.
      Gott, er sollte nicht über sowas nachdenken. Ihm wurde peinlich bewusst, dass solche Gedanken ihn viel zu schnell in Stimmung brachten. Es war einfach zu lange her, seit er eine andere Person berührt hatte, die nicht sein Arzt war.
      "Hi!", sagte Kai fröhlich und grinste dabei vom einen Ohr zum anderen. Isaac zwang sich, ihm wieder in die Augen zu schauen und lächelte leicht.
      "Hey."
      "Komm rein."
      Kai machte ihm Platz und Isaac ging an ihm vorbei, nur um gleich wieder stehenzubleiben. In der Diele standen noch viel mehr Farbsachen herum als beim letzten Mal, aber was ihn wirklich stutzen ließ, war das ganze verdammte Zelt in seinem Wohnzimmer. Aufgebaut mit Decken, Tüchern und einer gar künstlerischen Anmut, erhob es sich direkt vor dem Fernseher und ließ das ganze Wohnzimmer wirken wir ein aufgestelltes Lager. Dabei sah alles auch noch ziemlich stabil aus.
      "Oh, wow."
      "Ich dachte, wir machen es uns so richtig bequem heute."
      Bequem war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, aber Isaac dachte gar nicht daran zu widersprechen. Das hier sah fantastisch aus. Die Aussicht, in ein Zelt aus Kissen und Decken zu kriechen, weckte eine kindliche Freude in ihm, die ihn ganz aufgeregt machte.
      "Du hast dich ja richtig ins Zeug gelegt. Das ist cool. Ist das etwa deine Matratze?"
      Isaac konnte es kaum fassen. Kai hatte es nicht nur geschafft, sein ganzes Wohnzimmer umzukrempeln, sondern auch seine Matratze hier heraus zu schaffen. Und das nur für einen Filmabend - so eine Energie musste man erstmal haben.
      "Unglaublich. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nur einkaufen gegangen bin. Ich hätte dir helfen können."
      Wobei er gar nicht wusste, ob das überhaupt machbar gewesen wäre. Die Matratze war sicher zu schwer für seinen Arm und dann hätte er auch noch geschwitzt. Womöglich war es so besser.
      "Wo soll ich die Sachen ablegen?"
      Kai ging mit ihm in die Küche, um die Snacks auf Schüsseln und Teller zu verteilen. Natürlich sah keine Schüssel wie die andere aus und die Teller schienen auch selbstgemacht. Das ganze Ensemble stärkte aber nur weiter diese kindliche Freude, die Isaac verspürte.
      Mit zwei Schüsseln bewaffnet ging er zum Zelt und ließ sich von Kai zeigen, wie er sich das vorgestellt hatte. Der Mann kletterte zuerst hinein - Isaac starrte nur sehr kurz auf seinen Hintern - und machte es sich dann dort bequem. Als Isaac an der Reihe war, musste er ganz schön den Kopf einziehen und stieß dann trotzdem noch gegen die Decke. Das ganze Konstrukt erzitterte, hielt aber stand, als er es festhielt.
      "Ups."
      Er machte sich so klein wie möglich und rutschte vorsichtig hinein, bis er plötzlich in einem sehr kuscheligen, weichen Paradies lag. Überall waren bunte Kissen in allen möglichen Formen und in seinem Rücken stand das Sofa zum anlehnen. Es war der reinste Himmel. Von Kais Wohnung war jetzt nichts mehr zu sehen, nur der Fernseher - ein Kino hätte nicht besser sein können.
      "Wow", sagte er nochmal und streckte seine langen Beine aus. Sogar die Matratze war groß genug, dass er sich ganz hätte ausbreiten können.
      "Das ist toll. Du überraschst mich immer wieder damit, wie kreativ du bist."
    • Isaacs Starren verreit Kai, dass er mit seiner spontanen Umbau-Aktion genau ins Schwarze getroffen hatte. Wer konnte schon Nein zu einer Kissenburg sagen?
      "Ist das etwa deine Matratze?"
      Kai kicherte.
      "Na klar. Boden wäre unbequem gewesen und mein Sofa ist ein bisschen zu klein, wenn wir uns es beide bequem machen wollen. Du bist halt echt riesig."
      Er zuckte mit den Schultern.
      "Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nur einkaufen gegangen bin. Ich hätte dir helfen können."
      "Ach was," winkte Kai ab, "Arbeitsteilung. Wärst du hier gewesen, dann hätten wir jetzt keine Snacks."
      Er nahm Isaac mit in die Küche und kramte Schüsseln und Teller aus seinen Schränken, während Isaac die mitgebrachten Snacks verteilte. Der Mann hatte eine tolle Auswahl mitgebracht. Kai war sich ziemlich sicher, dass das sein Abendessen werden würde. Wenn er einmal anfing zu snacken, dann hörte er sehr selten auf, bevor alle Snacks verschwunden waren.
      Sobald alles verteilt war, drückte Kai Isaac zwei Schüsseln in die Hände. Er selbst nahm eine große Servierplatte, eine große Schüssel und zwei kleine Schüsseln mit - Kellnerjobs zahlten sich dann doch irgendwo aus. Er parkte alles an der Seite der Matratze und krabbelte in die Kissenburg hinein. Isaac folgte ihm und ruinierte dabei beinahe Kais harte Arbeit. Zum Glück hatte Kai sein gesamtes kissen-architektonisches Wissen benutzt und alles relativ stabil gebaut. So stabil man eben mit Lampen, Reißzwecken und einem Sofa eben bauen konnte.
      "Wow. Das ist toll. Du überraschst mich immer wieder damit, wie kreativ du bist."
      Kai war froh, dass hier in dem Zelt keine der Lampen an war und Isaac nicht sehen konnte, dass er doch ein bisschen rot wurde ob des Kompliments.
      "Kann mich ja wohl kaum Künstler schimpfen, wenn ich es nicht wäre," gab er zurück und suchte nach der Fernbedienung.
      Wie immer hatte er sich einfach draufgesetzt. Ups. Sobald er das kleine Gerät gefunden hatte - natürlich schaute er unter seinem Hinter zuletzt nach - warf er den Fernseher and und scrollte durch seine Mediathek bis er Dune gefunden hatte. Besagte Mediathek war gefüllt mit allem Möglichen: von Blockbustern der letzten paar Jahre bis hin zu irgendwelchen Indie-Projekten, die mehr mit Passion als Geld gedreht worden waren. Ausländische Dramen, von Kritikern geliebte Historienepen, random Trash, der einfach nur lustig klang, alles war in Kais Mediathek hinterlegt. Hin und wieder kam er sogar dazu, sie zu gucken.
      "Gummibärchen oder Chips?" fragte er Isaac.
      Die bahnbrechende Baustruktur seines Zeltes zwang das Buffett leider auf eine - seine - Seite, also musste Isaac entweder über ihn hinweg greifen oder Kai musste ihm die Snacks anreichen.
      Er reichte Isaac die entsprechende Schüssel, kuschelte sich ein bisschen tiefer in die vielen Kissen, die er hier gestapelt hatte, und drückte auf START.
      "Kleine Vorwarnung," meinte Kai, der sich schon einen sauren Wurm in den Mund gestopft hatte. "Manchmal plappere ich während Filmen. Über Setdesign, Kostüme, MakeUp, sowas eben. Sag einfach Bescheid, wenn's nervt, dann halt ich die Klappe. Oder versuch's zumindest."


    • Kai öffnete seine Mediathek, wo Isaac sofort ein paar andere Filme entdeckte, die ihn sogar viel mehr interessiert hätten als Dune, wenn sie denn keine dramatischen Wasserszenen beinhalten würden. Er musste einmal googlen, ob es eine Liste mit Filmen ohne Wasser gab. Bestimmt gab es dort draußen doch Leute mit einer Art Wasserphobie, die gerne Filme sahen. Dann könnte er das hier mit Kai viel öfter veranstalten; ein Gedanke, der ihm unglaublich gefiel.
      Für heute war aber Dune angesagt und als das theatralische Logo ansetzte, verteilte Kai die Snacks.
      "Gummibärchen oder Chips?"
      "Chips."
      Isaac bekam eine Schüssel in die Hand, der Rest staute sich neben Kai. So viel Platz gab es in dem kuscheligen Zelt dann auch nicht.
      "Kleine Vorwarnung: Manchmal plappere ich während Filmen. Über Setdesign, Kostüme, MakeUp, sowas eben. Sag einfach Bescheid, wenn's nervt, dann halt ich die Klappe. Oder versuch's zumindest."
      Isaac schnaubte. Natürlich tat er das; eine weitere Angewohnheit, die Kai so lebhaft machte.
      "Soll mir recht sein. Aber dann darf ich mich beschweren, wenn sie die Technik nicht richtig hinbekommen. Da ist viel Sand, meine Ansprüche sind also hoch."
      Damit schob er sich zufrieden ein paar Chips in den Mund. Das hier war toll. Er sah sich einen guten Film mit einem guten Freund an und das in einem Deckenzelt. Vor einem Monat wäre sowas noch undenkbar gewesen und jetzt hatte er die beste Zeit seines Lebens.
      Es dauerte nicht lange, da hatte Kai schon seine erste Meinung zu den Kostümen abzugeben, was Isaac gar nicht störte. Er stimmte ihm sogar zu, was die Stimmung schnell ausgelassen und befreit werden ließ. Isaac hatte sogar mehr Spaß an Kais Kommentaren als am eigentlichen Film, denn wie sich herausstellte, hatte der Mann bei seiner ganzen Kreativität auch noch ein besonderes Augenmerk auf einfache und alltägliche Dinge.
      Isaac geriet nur ins Stocken, als er zum nächsten Snack greifen wollte und erst jetzt begriff, dass er da gar nicht wirklich rankam, ohne über Kai hinweg zu greifen. Beim ersten Mal fragte er noch danach, aber beim zweiten Mal wollte er nicht schon wieder vom Film ablenken und griff einfach über seine Beine hinweg. Für einen sehr intensiven Augenblick lang hatte er das Gefühl, als würde er den Arm um Kai legen, was ihn sehr schnell sehr heiß werden ließ. Er konnte Kais Duft wahrnehmen, ein fruchtiges Shampoo, wie er glaubte, was ihn nervös machte. Schnell schnappte er sich einen Teller und lehnte sich wieder zurück. Er war sich Kais Nähe danach nur umso mehr bewusst.
      Irgendwie konnte er sich dann nicht mehr so ganz auf den Film konzentrieren.
    • "Soll mir recht sein. Aber dann darf ich mich beschweren, wenn sie die Technik nicht richtig hinbekommen. Da ist viel Sand, meine Ansprüche sind also hoch."
      Kai machte große Augen. Natürlich! Isaac war ja in Übersee gewesen! Hatte er ganz vergessen.
      "Au ja! Und nimm die Kampfszenen auseinander! Ich find's immer interessant zu sehen, wo Stuntleute schummeln müssen, damit es besser aussieht."
      Und tatsächlich begannen sie schon bald, zu fachsimpeln. Dune war ein Spektakel, also gab es so einiges and Sets und Kostümen zu beurteilen und schon bald wurden Schwerter und Messer gezückt und es wurde drauflos gestochert. Isaac war ein toller Gesprächspartner. Das war Kai schon bei ihrem kleinen Agatha Christie Ding im Park aufgefallen; jetzt stach es noch mehr hervor. Der Film war angeblich super lang aber so kam es Kai gar nicht vor.
      Er duckte sich ein bisschen, als sich Isaac nach den Snacks streckte, damit dieser Gigant nicht komplett auf ihn draufrollte. Sobald sich Isaac bedient hatte, richtete sich Kai wieder ein bisschen auf.
      Vielleicht hatte Kai das Ganze hier sogar zu bequem gestaltet. So eingepackt, versunken in weiche Kissen, und mit Isaacs Wärme... das lullte einen richtig ein. Er sank von ganz allein ein bisschen gegen Isaac, als würde er sich einfach in Pudding verwandeln. Und dann wurde sein Kopf schwer und Isaacs Schulter war genau da... Warum war Isaac auch so bequem?!
      "Mann... ich weiß, diese Würmer sollen total furchteinflößend und so sein, aber... irgendwie sehe ich jedes Mal einen mechanischen Spitzer, wenn die direkt in die Kamera gucken. Oder eine invertierte Klobürste."


    • Irgendwann sank Kai gegen ihn, nach und nach. Erst berührten sich ihre Arme, dann ihre Schultern und schließlich legte er sogar den Kopf auf Isaacs Schulter ab. Dort verharrte er dann.
      "Mann... ich weiß, diese Würmer sollen total furchteinflößend und so sein, aber... irgendwie sehe ich jedes Mal einen mechanischen Spitzer, wenn die direkt in die Kamera gucken. Oder eine invertierte Klobürste."
      Isaac schnaubte darüber, aber nur sehr leicht. Wenn er nämlich ehrlich war, sah er gar nicht mehr richtig hin.
      Seine ganze Aufmerksamkeit lag jetzt ganz auf Kai, wie er an ihm lehnte, als wäre es das natürlichste der Welt. Oder eher lag seine Aufmerksamkeit auf Kais Verhalten, denn er war sich absolut sicher, dass er ihn bald riechen können würde und dann wieder von ihm abzog. Immerhin lag seine Wange direkt auf Isaacs T-Shirt und seine Nase war damit seiner Achsel sehr nahe. Isaac hatte zwar geduscht, aber nur sehr kurz. Wochen des Schweißes und der Katzenwäsche konnten sich dadurch nicht wegwaschen und deshalb musste er stinken. Kai würde es bald bemerken.
      Aber der Mann sagte nichts und er ging auch nicht wieder. Er blieb unverändert an Isaac gelehnt und irgendwann - Isaac wusste schon gar nicht mehr, was im Film vor sich ging - erlaubte er sich zu glauben, dass Kai ihn nicht riechen konnte. Vielleicht hatte er eine schlechte Nase; ja, das musste es sein. Ganz bestimmt.
      Damit entspannte auch Isaac sich wieder ein bisschen und als er sich erstmal darauf eingelassen hatte, dass alles okay sein könnte, begann er es sogar zu genießen. Kais Gewicht war angenehm an ihm und er bemerkte schnell, dass es ihm nach der Wärme des Mannes dürstete, nach dem wenigen Hautkontakt, den die Position hervor rief. War es falsch, hier so zu kuscheln, wenn sie doch gar kein Date hatten? Wenn Kai sicherlich nicht auf diese Weise an Isaac interessiert war - oder war er das, wenn er sich so an ihn lehnte? War Isaac das? Er konnte sich das durchaus vorstellen, in einem anderen Leben, in einer fernen Zukunft mal; mit jemandem wie Kai zusammen zu sein, der jeden Tag besonders machte. Das stellte er sich sogar sehr schön vor.
      Verdammt, jetzt dachte er schon darüber nach, mit Kai zusammen zu sein, wenn er sich doch nur an ihn lehnte. Isaac war wohl ziemlich vernachlässigt in der Hinsicht. Aber er könnte ja zumindest...
      Ganz vorsichtig ließ er seine Hand zu Kai hinüber wandern und legte sie behutsam auf seinem Oberschenkel ab. Dort verharrte er dann wieder, um abzuwarten, ob Kai sich von ihm entfernen würde, bevor er anfing, mit dem Daumen ganz langsame Kreise auf Kais Hose zu ziehen.
    • Kai schmunzelte ein bisschen, als er spürte, wie sich Isaac endlich entspannte. Der Mann war die ganze Zeit so steif wie ein Brett gewesen, aber nach ein paar Minuten schien die ganze Luft aus ihm zu strömen und er wurde weicher. Was ihn nur noch bequemer machte, wie Kai feststellte. Damit konnte Kai diesen Abend wirklich als vollen Erfolg verbuchen. Ein bisschen Frieden und Entspannung für Isaac, bevor er durch den Spießrutenlauf einer Woche schlechten Wetters musste.
      Kai seufzte. Es war eins von der Sorte, wo man tief ein- und wieder ausatmete, weil sich das ganze Nervensystem auf einmal entspannte. Isaac war offensichtlich nicht der einzige, der eine kleine Pause vom Alltag gebraucht hatte. Kai genoss das hier mindestens genauso sehr.
      Und dann tauchte Oscar Isaac auf dem Bildschirm auf, splitterfasernackt, wenn auch durch strategische Kameraführung nicht völlig sichtbar.
      "Weiß der Mann eigentlich, wie heiß er ist?" kommentierte Kai kichernd.
      Oscar Isaac war attraktiv, kein Zweifel. Musste aber nicht viel heißen bei Kai. Der fand Menschen generell schön, solange sie keine Arschlöcher waren. Alles, was es brauchte, um ihn zu begeistern, war ein netter Charakter. Gutes Aussehen war meistens nur zweitrangig für ihn.
      Gedankenverloren legte er eine Hand auf Isaacs Arm und begann, kleine Kreise auf dessen Haut zu malen, nicht unähnlich dem, was Isaac auf seinem Oberschenkel machte. Kai hatte ganz vergessen, wie sehr er Körperkontakt eigentlich mochte. Dieser Tage hatte er nicht viele Freunde, mit denen er kuscheln konnte. Julia, manchmal, aber die Abende mit ihr waren seltener geworden, seit sie angefangen hatte, auf ihren Doktortitel hinzuarbeiten. Zwischen Uni und Bar hatte sie einfach kaum mehr Zeit.


    • Isaac zwang sich wirklich, sich wieder auf den Film zu konzentrieren, was für einen Moment ganz gut gelang, als Oscar Isaac auftauchte. Die Sonne erfasste den Körper des Mannes in einem Licht, das ihn unfassbar göttlich wirken ließ. Der Mann war zum Anbeißen und der Regisseur hatte genau gewusst, wie er das zur Geltung bringen konnte.
      "Mhm. Ich glaube, das ist seine Marketing-Strategie", sagte Isaac. Dabei ließ er seinen Gedanken ein wenig zu freien Lauf, wie ihm bewusst wurde. Nein, jetzt bloß nicht an sowas denken. Wenn er nackte Männer genießen wollte, konnte er das in seiner Wohnung tun, nicht neben Kai. Ganz sicher nicht neben Kai.
      Die Szene hielt sowieso nicht lange, dann ging es zur nächsten über. Isaac sah wieder weg und auf Kais Hand hinab, die sich auf seinen Arm verirrt hatte und dort seine kleinen Kreise widerspiegelte. Seine Haut war ganz warm auf Isaacs Arm, ganz angenehm. So hätten sie noch stundenlang sitzen bleiben können, befand er. Das hier war toll.
      Sie rückten auch nicht wieder voneinander ab, nachdem sie sich so aneinander gelehnt hatten. Kai wärmte seine Seite und Isaac bot ihm dafür eine weiche Schulter. Bis die Credits rollten, blieben sie so sitzen.
      Dann war der Film aber vorbei und Isaac verspürte eine gewisse Enttäuschung darüber, dass es zu Ende war. Aus einem surrealen Überzeugung heraus rührte er sich nicht, in der Absicht, Kai nicht daran zu erinnern, dass es vorbei war. Einfach um diesen Moment nur noch ein bisschen weiter auszukosten.
      "Ich hab das Ende nicht ganz verstanden", gestand er, was aber auch nicht weiter wundernswert war. Immerhin hatte er ungefähr bei der Hälfte des Filmes nicht mehr weiter aufgepasst.
    • "Ist 'ne gute Strategie," befand Kai.
      Der Rest des viel zu langen Films plätscherte dahin. Es war ein bisschen anstrengend, all den intergalaktischen politischen und religiösen Plänen zu folgen. Die paar Actionszenen änderten daran auch nichts, aber wenigstens waren die einfach zu verstehen.
      "Ich hab das Ende nicht ganz verstanden," meinte Isaac, während die Credits über den Bildschirm rollten.
      Damit sprach der Mann aus, was Kai dachte.
      "Ich glaube, das war Absicht," sagte er. "Damit Leute den zweiten Film auch gucken, der sogar noch länger ist. Und die Serie dazu, die irgendwie zehntausend Jahre vorher spielt, aber für Paul verantwortlich ist? Keine Ahnung. Ich find's irgendwie behämmert, dass wir diese ganzen coolen Sachen kriegen, mit diesen ganzen coolen Namen, und dann heißt der Hauptcharakter einfach Paul? Super unrealistisch, wenn du mich fragst. Riesige Wüstenwürmer? Okay. Jabba the Hut in weiß? Kein Problem. Neon-blaue Auge, weil man sein Leben lang eine Droge einatmet, die intergalaktische Reisen möglich machen? Damit kann ich leben. Aber dein Protagonist heißt Paul? Wow. Auf wiedersehen, Immersion."
      Kai kicherte.
      "Die Bücher dazu müssen wir nicht lesen, oder? Ich glaub, die sind unglaublich langweilig."
      Kai rutschte ein bisschen nach vorn, sodass er jetzt komplett auf der Matratze lag und streckte sich ausgiebig, als sei er eine Katze, die von einem Nickerchen aufgewacht war. Und dann rollte er sich auf den Bauch, aber in Isaacs Richtung, sodass er nun seinen Kopf auf dessen Oberschenkel legen konnte.
      "Es ist erst halb zehn," meinte er. "Wollen wir uns 'ne Pizza bestellen und den zweiten auch gleich gucken? Der ist fast drei Stunden lang. Ich muss morgen früh nirgendwo hin, von mir aus können wir also."
      Er war noch nicht bereit, Isaac wieder gehen zu lassen. Er wollte, dass dieser entspannte Abend so lange anhielt, wie nur irgend möglich. Dann hatte Isaac etwas, woran er sich erinnern konnte, wenn es schlimm wurde. Kai war sich nicht zu fein, seinen besten Welpenblick zu benutzen und dabei ganz freundlich und unschuldig zu lächeln. Damit bekam er noch jeden rum!


    • "Ich glaube, das war Absicht", sagte Kai in vollem Ernst und erlöste damit Isaac der Peinlichkeit, nicht aufgepasst zu haben. "Damit Leute den zweiten Film auch gucken, der sogar noch länger ist. Und die Serie dazu, die irgendwie zehntausend Jahre vorher spielt, aber für Paul verantwortlich ist? Keine Ahnung."
      "Das gibt's auch noch? Das hört sich jetzt nicht so prickelnd an", sagte Isaac.
      "Ich find's irgendwie behämmert, dass wir diese ganzen coolen Sachen kriegen, mit diesen ganzen coolen Namen, und dann heißt der Hauptcharakter einfach Paul?"
      Isaac schnaubte, dann grinste er auch noch.
      "Das war dumm. Die haben doch lauter gute Namen, wieso dann Paul? Wieso nicht sowas wie Gurney oder wenigstens Leto?"
      "Riesige Wüstenwürmer? Okay. Jabba the Hut in weiß? Kein Problem. Neon-blaue Auge, weil man sein Leben lang eine Droge einatmet, die intergalaktische Reisen möglich machen? Damit kann ich leben. Aber dein Protagonist heißt Paul?" Darauf musste Isaac wirklich lachen. "Wow. Auf wiedersehen, Immersion."
      "Jedes Mal, wenn jemand Paul gesagt hat, habe ich mit einem Deutschen gerechnet, der mit schlechtem Englisch um die Ecke kommt. Wie ein Paul Hansmann oder sowas."
      Darauf lachten sie beide, was wirklich toll war. Isaac fühlte sich in diesem Moment unglaublich leicht.
      "Die Bücher dazu müssen wir nicht lesen, oder? Ich glaub, die sind unglaublich langweilig", sagte Kai.
      "Nein, bitte nicht. Der Film hat mir schon gereicht, ich muss nicht auch noch wissen, was jeder die ganze Zeit gedacht hat."
      Damit verebbte das Lachen wieder und Kai rutschte ein bisschen von Isaac weg. Er legte sich auf den Rücken, streckte sich und spannte dabei all seine Muskeln an. Isaac gaffte wieder, als sich der geschmeidige Körper des Mannes für einen Moment unter den viel zu weiten Klamotten abzeichnete. Gott, er sah wirklich gut aus. Sein Kellnerjob im RB hielt ihn anscheinend in bester Form.
      Kai entspannte sich wieder, rollte sich auf die Seite und legte den Kopf auf Isaacs Oberschenkel ab. Der Anblick sorgte gleich für eine ganz andere Fantasie, die er schnell wieder beiseite schob.
      "Es ist erst halb zehn. Wollen wir uns 'ne Pizza bestellen und den zweiten auch gleich gucken? Der ist fast drei Stunden lang."
      Isaac hob die Augenbrauen.
      "Das ist ein Brocken. Meinst du wirklich?"
      "Ich muss morgen früh nirgendwo hin, von mir aus können wir also."
      Wenn Isaac ehrlich war, hatte er nicht sehr Lust darauf. Der erste Film hatte ihn schon nicht ordentlich gepackt und beim zweiten würde es sicher noch schlimmer werden, weil er die Hälfte vom ersten nicht verstanden hatte. Außerdem war es wirklich anstrengend anzusehen und nochmal drei Stunden davon? Uff.
      Aber wenn sie nicht noch einen Film sahen, müsste er nachhause gehen und das wollte er nicht. Außerdem setzte in diesem Augenblick Kai ein Gesicht auf, bei dem sämtliche Sonnen aufgingen. So groß konnten doch niemandes Augen werden und dann auch noch so bettelnd. Das war quasi der Inbegriff aller Hundeblicke.
      Isaac lachte noch einmal.
      "Wow. Okay, wenn du mich schon so ansiehst. Weißt du was? Das ist sogar die beste Idee, die ich jemals gehört habe. Dein Blick hat mich überzeugt."
      Er grinste noch immer, als er die Hand in Kais Haare schob und ihn kurz kraulte, bevor er sich beim Hinausziehen in seinen Strähnen verhedderte.
      "Ups. 'Tschuldigung."
      Dann erinnerte er sich an sein Zähneputzen-Problem und schloss den Mund lieber wieder, bevor er zum Handy griff.
      "Also Pizza. Was möchtest du?"
      Er nahm Kais Bestellung auf und bestellte sich selbst eine Funghi-Pizza. Dann sah er sich in ihrem kleinen Zelt um.
      "Wir sollten vielleicht die Snacks wegräumen, bevor die Pizza kommt."
      Das kannte er zumindest aus eigener Erfahrung: Für die Pizzaschachtel musste eigens Platz geschaffen werden. Und nachdem bei Kai kein Chaos herrschte, durch das man sich erst durchkämpfen musste, wollte Isaac das sogar gerne machen. Vor seinem Karriere-Ende war er eigentlich ein ganz ordentlicher Mensch gewesen, woran er auch jetzt noch Freude fand. Er konnte es nur nicht bei sich selbst umsetzen.
      So räumte er aber die Schüsseln und Teller in die Küche, beseitigte Reste und stellte sie in die Spülmaschine. Das fühlte sich gut an. Irgendwie fühlte er sich damit selbst gleich viel sauberer.
      Als die Pizza kam, machten sie es sich wieder im Zelt bequem. Kai startete den Film und Isaac beäugte seine Pizza.
      "Willst du Hälfte-Hälfte machen? Eine Hälfte austauschen, meine ich?"
    • "Wow. Okay, wenn du mich schon so ansiehst. Weißt du was? Das ist sogar die beste Idee, die ich jemals gehört habe. Dein Blick hat mich überzeugt."
      Ein breites Grinsen breitete sich über Kais Gesicht aus. Spiel, Satz, und Sieg! Ha! Er hatte ja gewusst, dass Isaac seinem Welpenblick nicht würde widerstehen können!
      Isaac fuhr ihm mit seiner guten Hand durch die Haare. Seine Finger blieben kurz hängen, weil Kais Haare nun einmal Kais Haare waren, dann gingen sie durch. Autsch.
      "Ups. 'Tschuldigung."
      "Schon okay. Passiert mir selbst ständig," gab Kai nur zurück.
      Gedanklich war er sowie so an dem Punkt hängen geblieben, an dem Isaac einfach seine Hand in Kais Haare geschoben hatte und wie natürlich sich das angefühlt hatte. Wie... gut. Vielleicht hatte Kai das ganze mit dem Welpen ein bisschen zu weit getrieben? Hmph.
      "Also Pizza. Was möchtest du?"
      "Hm? Oh, äh... mit Thunfisch bitte."
      Kai rollte sich zurück auf den Rücken, um ein bisschen Abstand zwischen sich und seine an Isaac gebundenen Gedanken zu bekommen. Für einen langen Moment starrte er an die Decken-Decke und ging das alles kurz durch. Er mochte Isaac. In den wenigen Tagen, die sie bisher miteinander verbracht hatten, hatte er den Mann liebgewonnen. Das war an sich nichts Neues; Kai hatte schon immer schnell Freunde gefunden. Es war auch nicht neu, dass er körperlichen Kontakt zu ihm suchte - auch das machte Kai oft und schnell mit Leuten, die er mochte und als seine Freunde ansah. Aber mit Isaac fühlte sich das irgendwie anders an. Er konnte nicht genau sagen, was anders war aber... hmph... es war irgendwie wärmer. Heller.
      "Wir sollten vielleicht die Snacks wegräumen, bevor die Pizza kommt."
      Kai betrachtete die kleine Snackbar auf seinem Kaffeetisch. Wie zum Geier hatte er Hunger, wenn sie sich so viele Snacks reingezogen hatten?! Egal.
      "Jup," meinte er.
      Isaac rutschte aus dem Zelt und Kai reichte ihm die Schüsseln und den Teller an. Sie stapelten alles in seiner Küche; aufräumen konnte Kai auch später noch. Viel wichtiger war es, dass sie ihre Beine ein bisschen streckten. Und die Pipi-Pause! Als Kai aus dem Bad zurückkam bemerkte er allerdings, dass Isaac schon für ihn aufgeräumt hatte. Das zauberte ihm gleich das nächste Lächeln ins Gesicht.
      "Dankeschön~" flötete er, als Isaac den Geschirrspüler schloss.
      Ein paar Minuten später falteten sie sich schon wieder in die Kissenburg aus Decken, dieses Mal bewaffnet mit ihren Pizzen.
      "Willst du Hälfte-Hälfte machen? Eine Hälfte austauschen, meine ich?"
      Kai hatte den Mund schon voll mit einem ordentlichen Bissen seiner Thunfischpizza.
      "Jub", meinte er kauend.
      Aber anstatt Stücke zu tauschen parkte Kai einfach seinen Pizzakarton zwischen ihnen, sodass sich Isaac frei bedienen konnte. Gleichermaßen bediente er sich an Isaacs Pizza. Er aß ein Stück mit seinem Thunfisch, dann schnappte er sich eins von Isaacs Pilzpizza. Und im Hintergrund versuchte Paul Schwarzenegger die Wüste voller Klobürsten zu erobern.

      Die Pizzen waren schnell vernichtet und Kai, in seiner unendlichen Weisheit, kickte die Kartons einfach aus dem Zelt - damit konnte er sich später beschäftigen. Er kommentierte immer noch die Kostüme, die Sets, sogar den Soundtrack des Films. Aber nun, ohne die Barriere von Pizza zwischen ihnen, rutschte er wieder an Isaacs Seite. Irgendwann legte er seinen Kopf wieder auf dessen Schulter. Noch ein bisschen später schlang er den Arm um Isaacs und kuschelte sich richtig an ihn. Warum war der Mann auch so bequem?!
      Ohne groß darüber nachzudenken verschränkte er sogar seine Finger mit denen von Isaac.


    • Sie parkten die Pizzen zwischen sich und schlugen sich damit die Bäuche voll. Isaac bei sich Zuhause auch immer Funghi, weil sie kalt auch noch schmeckte, aber hier mit Kai in ihrem Deckenzelt schmeckte die Pizza sogar noch viel besser. Alles schien mit Kai besser zu sein, der Film, die Snacks, der ganze Abend. Isaac war rundum glücklich, als er irgendwann so pappsatt war, dass sein Bauch sich anfühlte, als würde er gleich platzen.
      Von dem Film verstand er ein bisschen mehr, aber auch nur, weil er durch den ersten Teil vorgewarnt worden war. Kai wurde nicht müde, die Kostüme zu kommentieren, bis Isaac irgendwann den ganzen Film aus der Sicht eines Regisseurs betrachtete. Das war zwar nicht Sinn und Zweck gewesen, aber es machte ihm Spaß, also warum nicht? Im Gegenzug präsentierte er Kai eine These, warum die Haken mit den Würmern so gut funktionierten und wie sie mit den Lasguns in Zusammenhang stehen konnten - immerhin gab es in diesem tollen Sci-Fi-Universum bestimmt einen tollen Sci-Fi-Waffenproduzent, der sowohl Lasguns, als auch Haken herstellte. Über das Thema Lasguns hatte er sich sowieso im ersten Teil schon beschwert, da waren die Haken eine ganz willkommene Abwechslung. Kai schien sich jedenfalls davon begeistern zu lassen.
      Irgendwann rutschte Kai wieder an ihn und legte seinen Kopf zurück auf Isaacs Schulter. Nach dem ersten Mal überraschte es ihn nicht mehr ganz so sehr und da es sogar das zweite Mal war, erlaubte Isaac sich die Überzeugung, dass er nicht schlimm roch und alles in Ordnung war. Dass er das hier sogar genießen konnte. Kai war warm an seiner Seite und Isaac mochte, wie vertrauensvoll er sich an ihn lehnte. Immerhin kannten sie sich erst, was, ein paar Wochen, aber für Kai schien das kein Problem zu sein. Er kuschelte sich trotzdem an ihn.
      Isaac ließ ihn und bald darauf schlang Kai sogar den Arm um ihn. Isaac hätte die Geste sogar beinahe erwidert, wäre nicht seine Prothese gewesen. Bestimmt war sie Kai viel zu kalt und schwer war sie auch noch irgendwie - wahrscheinlich. Isaac kam sie jedenfalls ziemlich schwer vor. Letzten Endes bewegte er sich also doch nicht.
      Bis Kai schließlich ihre Hände miteinander verschränkte. Er tat es, als wäre es das natürlichste der Welt.
      Isaac schielte hinab zu ihren beiden Händen. Neben Kai sah seine Haut ganz bleich aus, dafür hatte er die längeren Finger. Kai hatte die eleganten Hände eines Künstlers.
      Isaac schielte hoch zu ihm, dann sah er zurück zum Fernseher. Sein Herz schlug ein bisschen schneller, wobei es das gar nicht dürfte. Sie waren auf keinem Date und er wusste nicht einmal, ob Kai in der Hinsicht Interesse hatte und dann auch noch an ihm. Der Mann schien einfach nur kuschelig und Isaac war das sicherlich auch, würde ihm sein eigener Geruch nicht im Weg stehen. Es war ja nur ein bisschen Händchen halten, da sollte er nichts reininterpretieren. Ganz sicher sollte er nicht so darauf anspringen.
      Er zwang sein Herz sich zu beruhigen, dann drückte er leicht Kais Hand, wie um zu sagen, dass es okay war. Und als Kai dann auch noch blieb, fing er an, mit dem Daumen seinen Handrücken zu streicheln.
      Das war schön - sehr schön sogar. Isaac fühlte sich nicht nur normal, er fühlte sich auch noch wertgeschätzt, als würde seine Anwesenheit alleine schon Kais Tag versüßen. Wie toll das war. Isaac hätte die gesamte Nacht bis zum Morgen in dieser Position verbringen können.
      Als ihm seine Schulter zu schmerzen begann, löste er seine Hand von Kais.
      "Warte. Komm - so."
      Den Arm schlängelte er hinter Kais Rücken herum und dann lag der Mann gänzlich an ihm, sein Gewicht ein angenehmes Gefühl an seiner Seite. Isaac achtete sorgsam darauf, seine Hand neutral zu platzieren, und dann sank er selbst ein Stück tiefer. So war es besser. Jetzt tat ihm nichts mehr weh und er konnte immernoch mit Kai kuscheln. Besser konnte der Abend doch überhaupt nicht laufen.
    • Kai stützte sich auf seinen Ellenbogen, als er merkte, wie Isaac unter ihm unruhig wurde. Kurz glaube er, dass es Isaac unbequem war, ihm so nahe zu sein - er dachte an den Moment zurück, in dem Isaac ihm nicht erlaubt hatte, seinen Kragen zu richten - aber der Mann änderte bloß die Position und schlang den Arm um Kai, zog ihn an seine Brust. Kai, vollkommen überrumpelt von der plötzlich erlaubten Nähe, lag einen Augenblick einfach nur da. Dann lächelte er ein bisschen in sich hinein und kuschelte sich ganz an Isaac.
      Mann, hatte der Kerl Muskeln! Das waren ja Backsteine da unter der Haut!
      Ungesehen von Isaac biss sich Kai auf die Unterlippe. Isaac sah also nicht nur in Klamotten gut aus. Nein! Halt! Stop! Was dachte er denn da?! Nein, nein, nein, nein, nein! Aber er war so bequem...
      Kai streckte einen Arm über Isaacs steinharten Waschbrettbauch den man wahrscheinlich zum Surfen oder so benutzen konnte, und schmolz regelreicht an seiner Seite, bis er sich perfekt an den Körper des anderen angepasst hatte.
      "Du bist gemein," brummte Kai nach ein paar Minuten, die er hier so perfekt eingelullt herumlag. "Du bist total bequem! Und das, obwohl du auch noch so gut aussiehst!"
      Er drückte sein Gesicht gegen Isaacs Brustkorb. Drei Sekunden später gab er den nächsten Laut der Beschwerde von sich.
      "Und jetzt riechst du auch noch attraktiv?! Unfair!"


    • Kai schmiegte sich wieder an ihn und das diesmal mit vollstem Eifer. Isaac lächelte zufrieden. Das fühlte sich schon fast an, als ob sie...
      Nein, so sollte er nicht denken. Sie waren nicht zusammen, Punkt. Er sollte keine Erwartungen anstellen, nur um sich damit selbst zu enttäuschen.
      "Du bist gemein", brummte Kai nach einer Weile. Isaac hob die Augenbrauen, was der andere gar nicht sehen konnte.
      "Was mach ich denn?"
      "Du bist total bequem!", gab Kai jammernd zurück. "Und das, obwohl du auch noch so gut aussiehst!"
      Isaac schnaubte und konnte dann gar nicht anders, als heiß zu werden. War das ernst gemeint? Und meinte Kai es als Freund - oder zweideutig? Sollte er zweideutig darüber nachdenken? Oh mein Gott - flirtete Kai mit ihm? MIt ihm?
      "Ich kann mich bestimmt unbequem machen, aber den zweiten Teil kann ich nicht ändern", sagte Isaac in einem vorsichtigen Versuch, die Lage zu klären. Sollte er mit Kai flirten oder ging das zu weit? Er wollte ihn nicht verlieren, falls das alles schief lief. Lieber hatte er Kai als normalen Freund, als dass sie sowas hier nie wieder tun würden.
      ... Wieso dachte er überhaupt schon darüber nach, dass es ein zweites Mal geben würde?
      Kai vergrub sein Gesicht an Isaacs Brustkorb. Der sah hinab auf ihn und schmunzelte dann, als der Mann ein klagendes Geräusch von sich gab.
      "Und jetzt riechst du auch noch attraktiv?! Unfair!"
      Sofort schien wieder alles Blut aus seinem Kopf zu weichen, so kalt, wie ihm auf einmal wurde. Kai konnte ihn riechen - also doch. Nur roch er gut? Oder war das einfach nur eine aufgehübschte Art zu sagen, dass man ihn riechen konnte? Auf eine schlechte Weise riechen? Denn Isaac roch sicher nicht gut, das konnte gar nicht sein. Das war einfach unmöglich.
      Isaac verspannte sich unmittelbar. Die ganze Kuschelsache war vielleicht doch keine gute Idee gewesen.
      "Hey, ich, uhm... das kommt nicht von... tut mir leid, wenn ich - also wenn du das riechst... das Shirt ist nur ein bisschen älter und..."
      Mist, er musste seine Achseln schnell schließen. Und wenn er schon dabei war, besser noch ans andere Ende des Zeltes setzen. Warum musste es auch ausgerechnet ein Zelt sein? Kein Wunder, dass sich sein Gestank hier so ausbreitete.
    • "So richtig nach Mann und so," plapperte Kai einfach weiter. "Du bist voll das Prachtexemplar. Du mit deinem Waschbrettbauch und deinem Kiefer mit dem man Kuchen schneiden kann, und den Beinen, die bis hoch zu deinem Arsch gehen."
      Dem sehr hübschen, wohlgeformten Arsch, an den Kai jetzt gerade mit absoluter Sicherheit nicht dachte.
      "Du bist voll das Topmodel! Und einen tollen Charakter hast du auch noch!"
      Mit einem frustrierten Geräusch ließ Kai seinen Kopf wieder gegen Isaacs viel zu muskulöse Brust fallen. Und dann setzte er sich auf. Der Film war vollkommen vergessen. Er schubste Isaac, nicht dass das irgendwas gebracht hätte, so wie der Mann dalag. Und bei den Muskeln, die er hatte.
      "Ich meins ernst," meinte Kai und sah auch so ernst aus, wie er klang. "Du bist ein gutaussehender Kerl. Du bist ein toller Kerl. Ich mag dich, Isaac. Ich hänge gern mit dir rum. Wollte das nur mal gesagt haben. Und ja: das ist ein Kompliment. Ein ziemlich großes. Du darfst gern rot anlaufen, aber ich hab gesagt, was ich gesagt habe und ich nehme nicht ein Wort davon zurück."
      Er streckte Isaac die Zunge raus, dann kuschelte er sich wieder an dessen Seite. Warum fühlte sich sein Gesicht gerade so an, als ob er rot angelaufen war? Er hatte Isaac ein Kompliment gemacht, davon sollte er doch nicht einfach erröten?!
      Auf dem Bildschirm rannten ein Haufen vermummte Leute umher und bekriegten sich mit Speeren und Schwertern, weil scheinbar jeder einen persönlichen Schild hatte, der Pistolen unbrauchbar machte oder sowas. Kai versuchte, sich darauf zu konzentrieren, aber es war schwer, nicht in seinen eigenen, wirren Gedanken zu versinken.


    • "So richtig nach Mann und so", redete Kai einfach weiter und sorgte damit nur dafür, dass Isaacs Herz fast stehenblieb. Meinte er etwa, dass er von dort unten roch?!!
      "Uhm..."
      "Du bist voll das Prachtexemplar."
      "Was?"
      "Du mit deinem Waschbrettbauch und deinem Kiefer mit dem man Kuchen schneiden kann, und den Beinen, die bis hoch zu deinem Arsch gehen."
      Das... darüber redeten sie doch gerade nicht. Oder etwa schon? Hatte Isaac das doch falsch verstanden? Ihm wurde wieder heißer, als er sich auf die Bedeutung seiner Worte konzentrierte. Meinte Kai das ernst? Denn - das würde ihm gefallen. Sehr sogar.
      "Du bist voll das Topmodel! Und einen tollen Charakter hast du auch noch!"
      Jetzt übertrieb er aber. Isaac war sich nun ziemlich sicher, dass er es doch nicht so ernst meinte. Was ihn nur wieder verwirrte.
      "So gut kennst du mich doch gar nicht", sagte er im vollsten Bewusstsein, dass Kai noch nie in seiner Wohnung gewesen war. Denn deren Zustand spiegelte wohl sehr gut wieder, wie es in Isaacs Innerem aussah.
      Kai gab aber nur ein frustriertes Geräusch von sich, als würde Isaac ihn einfach nicht verstehen, dann setzte er sich auf. Sein viel zu großes Shirt war ihm wieder über die Schulter gerutscht und tummelte sich an seinem Bauch. Sein Bun hatte sich gelockert und Strähnen freigelassen. Er sah aus, als hätten sie gerade...
      Isaacs Herz machte einen anstößigen Sprung. Nein, nein. So, wie er gerade vor Kai lag, durfte er sich solche Gedanken nicht erlauben. Noch viel weniger als all die Stunden zuvor.
      "Ich meins ernst. Du bist ein gutaussehender Kerl. Du bist ein toller Kerl. Ich mag dich, Isaac."
      Isaac wurde wieder heiß zumute. Von jemandem ein Kompliment zu bekommen, das war zwar schön und gut, aber gerade von Kai, inmitten seines Decken-Zeltes, während ihm das Shirt über die Schulter hing, seine Haare sich lösten und seine Wangen rosig wurden, das war fast zu viel des Guten. Isaac war völlig sprachlos. Er spürte seine Augen groß werden, während sein Herz wilde Sprünge betrieb.
      "Ich hänge gern mit dir rum. Wollte das nur mal gesagt haben. Und ja: das ist ein Kompliment. Ein ziemlich großes. Du darfst gern rot anlaufen, aber ich hab gesagt, was ich gesagt habe und ich nehme nicht ein Wort davon zurück."
      Wie um seinem Statement damit einen Punkt zu versetzen, streckte Kai Isaac die Zunge raus, dann kuschelte er sich zurück an ihn, genau wie zuvor. Zu spät fiel Isaac auf, dass jetzt die Gelegenheit gewesen wäre, seinen Arm zu schließen, damit man ihn nicht mehr riechen konnte. Aber irgendwie hatte er die ganze Sache mit dem Geruch völlig vergessen nach Kais kleiner Ansprache.
      Immernoch sprachlos legte er den Arm zurück um ihn und dachte darüber nach, fühlte vor allem, was die Komplimente mit ihm anstellten. Sein Herz wollte sich noch immer nicht beruhigen, aber nach und nach entspannte er sich wieder. Nach und nach kam er zu dem Entschluss, dass er das auch einfach akzeptieren konnte, denn Kai hatte schließlich sehr deutlich gemacht, dass er die Worte nicht zurücknehmen würde. Und das war wahrlich wunderschön.
      "Danke", flüsterte er schließlich. Er gab sich den Ruck, seinen Arm ein bisschen fester um Kai zu schließen, sein Gewicht ein bisschen deutlicher auf ihm zu spüren. Seine Wärme, wie verloren gegangene Strähnen ihn am Kinn kitzelten. Das alles war so schön, als würde er träumen. Der Film war völlig vergessen.
      "Das bedeutet mir viel."
      Er streichelte Kai vorsichtig über den Rücken. In diesem Moment beschloss er, dass doch nicht alles so hoffnungslos war, wie es immer den Anschein hatte. Vielleicht konnte er ja wirklich, ganz und gar, ein ganz normaler Typ sein.
      Und als normaler Typ war er nicht außerhalb Kais Liga. Als normaler Typ konnte er sich ruhig von ihm geschmeichelt fühlen, denn Kai meinte es ernst.
      Das versetzte Isaac schon beinahe in freudige Erwartung.
    • "Danke. Das bedeutet mir viel."
      Kai lächelte in sich hinein und kuschelte sich ein bisschen enger an Isaac, was der auch gleich zu mögen schien, so wie er Kai an sich drückte. Was auch immer ihn dazu bewegt hatte, diesen kleinen Vortrag zu halten, es hatte eine gute Wirkung gehabt - und das war die Hauptsache. Irgendwas sagte Kai, dass Isaac nicht besonders oft Komplimente bekam. Was dumm war, seiner Meinung nach. Kai hatte jedes seiner Worte auch so gemeint: Der Mann sah gut aus, kein Zweifel; Isaac war ein cooler Kerl, das stimmte auch. Das konnte man ihm doch ruhig sagen, da war doch nicht dabei. Oder?
      Jetzt viel es Kai einfacher, sich wieder auf den Film zu konzentrieren, anstatt auf das Chaos in seinem Kopf. Nur leider hatte er jetzt ein gutes Stück verpasst und bei so einem massiven Film gab es auch keine Hoffnung, diesen Faden wiederzufinden. Naja, wenigstens war es immer noch hübsch.
      So angekuschelt an Isaac, in einem bequemen Decken-Zelt, mit semi-interessanter Hintergrundbeschallung wurde es recht schnell recht schwer, die Augen offenzuhalten. Die sanften Streicheleinheiten des Mannes taten da ihr übriges. In einem schwachen Versuch, wach zu bleiben, streckte sich Kai an Isaacs Seite, bevor er sich noch enger an ihn kuschelte, indem er seinen Arm wieder um ihn schlang und sein Bein ein bisschen über Isaacs legte. Kai weigerte sich strickt, hier einfach einzuschlafen. Aber so langsam aber sicher verlor er den Kampf.