Vorstellung
@RoyalMilkTea
Philippe saß ungeduldig auf seinem kleinen Thron, der unweit von dem seines Vaters stand. Es war eine alte Sitte, die heute eher antiquiert wirkte. Es gab in dem Sinne keine Audienzen mehr. Wer ihn oder seinen Vater einen Gefallen abbringen wollte, konnte das theoretisch zu jeder Zeit und in jedem Moment. Sei es beim Abendessen mit einigen Hofbediensteten und niederen Adeligen, auf einer Soiree des Hauses oder beim königlichen Dinner in der Hauptstadt. Insofern waren Philippe diese Thronsessel ein Dorn im Auge und mehr ein Zeuge einer alten Zeit als wirklich ein Symbol der Macht. Doch sein Vater legte Wert auf Tradition und Geschichte. Davon konnte der junge Prinz ein Lied singen: hatte er doch erst gerade die Chronik des Reichs, die nur läppische 5.000 Seiten umfasste in Latein gelesen. Wohl deswegen und aufgrund eines Umstands, dem ihn sein Vater bereits vor ein paar Tagen mitgeteilt hatte seufzte der Erbe des Herzogs. Dem Herzog entging dies nicht und er hob musternd die Augenbraue, ehe er zu seinem Erstgeborenen sah. "Benimm dich gefälligst. Dies alles ist nur zu deinem Schutz.", erinnerte ihn sein Vater an das leidige Thema, das jetzt begann. Sein Vater war nämlich auf die Idee gekommen, ihm einen Leibwächter zur Seite zu stellen. "Aber Vater, das ist doch übertreiben! Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo Erben mit Gift umgebracht wurden oder zufällig von einer Burgmauer gestoßen wurden." Der Herzog schnaubte zornig. "Als mein Sohn solltest du bei weitem nicht so einfältig sein! Es geht um viel mehr als das! Die Situation auf der Straße hat sich geändert. Das Volk sieht es nicht mehr als gegeben an, dass ein Herzog über sie wacht. Unser König wurde doch selbst schon von einem Mobb in der Straße der Hauptstadt angegriffen."
Der junge Prinz erinnerte sich an den Brief, den sie aus dem Palast bekamen. Darin war die Situation geschildert und sicherlich hatte Philippe Mitleid mit seiner Majestät und dennoch. Der König hielt mehr Bälle ab als sein kurz vorher verstobener Vater. Man nannte den König schon gar spöttisch den Feierkönig, in einer Zeit, in der vor allem Getreide und Mehl knapp waren, war dieser Beiname kein förderlicher. Davon waren Philippe und sein Vater jedoch weit entfernt. In ihrem Reich waren sie sehr beliebt und regierten mit weit mehr Augenmaß als der König, der immer wieder die teuersten Weine für seine Soireen orderte. Eine Gefahr für das System sah er darin jedoch noch nicht. Aufstände und Mobbs gab es schon immer und dafür hatten sie auch eine eigene Garde. Also wofür brauchte er, Philippe, unbedingt einen eigenen Wächter? Er wollte sich gar nicht so sehr von jemanden beobachten lassen, noch dazu wen, den er selbst gar nicht ausgesucht hatte. Der junge Prinz kannte seinen Vater zu gut und früchtete, dass er ihm einen regelrechten Aufpasser auf den Hals hetzen wird.
Philippes Gedanken verloren sich als die mächtige Türe zum Thronsaal geöffnet wurde und ein elegant gekleideter Ritter hereinkam. "Sir le Fleur, eure Exzellenz", kündigte der Hofprotokollant den Besuch an. Der schwarzhaarige Thronfolger fragte sich, ob er den Namen schonmal gehört hatte, konnte ihn aber nicht zuteilen. Vielmehr folgten seine blauen Augen den gut getakteten Schritten des Sirs, der den Saal zielgerichtet betrat und erst vor dem Thron zum Stehen kam. Während sich der neue Leibwächter in den Saal begab musterte Philippe bereits sehr genau den Menschen und versuchte aus ihm und seinem Habitus schlau zu werden. Doch er konnte sich auf den Typen noch keinen Reim machen, bloß die hellen blonden Haare und die violetten Augen fielen ihm jetzt schon stark auf. Beinah fühlte er sich von diesen beobachtet.
@RoyalMilkTea
Philippe saß ungeduldig auf seinem kleinen Thron, der unweit von dem seines Vaters stand. Es war eine alte Sitte, die heute eher antiquiert wirkte. Es gab in dem Sinne keine Audienzen mehr. Wer ihn oder seinen Vater einen Gefallen abbringen wollte, konnte das theoretisch zu jeder Zeit und in jedem Moment. Sei es beim Abendessen mit einigen Hofbediensteten und niederen Adeligen, auf einer Soiree des Hauses oder beim königlichen Dinner in der Hauptstadt. Insofern waren Philippe diese Thronsessel ein Dorn im Auge und mehr ein Zeuge einer alten Zeit als wirklich ein Symbol der Macht. Doch sein Vater legte Wert auf Tradition und Geschichte. Davon konnte der junge Prinz ein Lied singen: hatte er doch erst gerade die Chronik des Reichs, die nur läppische 5.000 Seiten umfasste in Latein gelesen. Wohl deswegen und aufgrund eines Umstands, dem ihn sein Vater bereits vor ein paar Tagen mitgeteilt hatte seufzte der Erbe des Herzogs. Dem Herzog entging dies nicht und er hob musternd die Augenbraue, ehe er zu seinem Erstgeborenen sah. "Benimm dich gefälligst. Dies alles ist nur zu deinem Schutz.", erinnerte ihn sein Vater an das leidige Thema, das jetzt begann. Sein Vater war nämlich auf die Idee gekommen, ihm einen Leibwächter zur Seite zu stellen. "Aber Vater, das ist doch übertreiben! Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo Erben mit Gift umgebracht wurden oder zufällig von einer Burgmauer gestoßen wurden." Der Herzog schnaubte zornig. "Als mein Sohn solltest du bei weitem nicht so einfältig sein! Es geht um viel mehr als das! Die Situation auf der Straße hat sich geändert. Das Volk sieht es nicht mehr als gegeben an, dass ein Herzog über sie wacht. Unser König wurde doch selbst schon von einem Mobb in der Straße der Hauptstadt angegriffen."
Der junge Prinz erinnerte sich an den Brief, den sie aus dem Palast bekamen. Darin war die Situation geschildert und sicherlich hatte Philippe Mitleid mit seiner Majestät und dennoch. Der König hielt mehr Bälle ab als sein kurz vorher verstobener Vater. Man nannte den König schon gar spöttisch den Feierkönig, in einer Zeit, in der vor allem Getreide und Mehl knapp waren, war dieser Beiname kein förderlicher. Davon waren Philippe und sein Vater jedoch weit entfernt. In ihrem Reich waren sie sehr beliebt und regierten mit weit mehr Augenmaß als der König, der immer wieder die teuersten Weine für seine Soireen orderte. Eine Gefahr für das System sah er darin jedoch noch nicht. Aufstände und Mobbs gab es schon immer und dafür hatten sie auch eine eigene Garde. Also wofür brauchte er, Philippe, unbedingt einen eigenen Wächter? Er wollte sich gar nicht so sehr von jemanden beobachten lassen, noch dazu wen, den er selbst gar nicht ausgesucht hatte. Der junge Prinz kannte seinen Vater zu gut und früchtete, dass er ihm einen regelrechten Aufpasser auf den Hals hetzen wird.
Philippes Gedanken verloren sich als die mächtige Türe zum Thronsaal geöffnet wurde und ein elegant gekleideter Ritter hereinkam. "Sir le Fleur, eure Exzellenz", kündigte der Hofprotokollant den Besuch an. Der schwarzhaarige Thronfolger fragte sich, ob er den Namen schonmal gehört hatte, konnte ihn aber nicht zuteilen. Vielmehr folgten seine blauen Augen den gut getakteten Schritten des Sirs, der den Saal zielgerichtet betrat und erst vor dem Thron zum Stehen kam. Während sich der neue Leibwächter in den Saal begab musterte Philippe bereits sehr genau den Menschen und versuchte aus ihm und seinem Habitus schlau zu werden. Doch er konnte sich auf den Typen noch keinen Reim machen, bloß die hellen blonden Haare und die violetten Augen fielen ihm jetzt schon stark auf. Beinah fühlte er sich von diesen beobachtet.