Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Alles eine Sache der Übung. Wenn dir Handfeuerwaffen nicht liegen, dann kann ich dir auch ein hübsches Messer schenken? Schlagringe?"
      Cal lachte leise in sich hinein und begann, sich um Ilyas Oberkörper zu kümmern.
      "Oder vielleicht bleibe ich auch einfach immer in deiner Nähe, dann brauchst du gar keine Waffe, weil ich eh alles zerfleische, was nicht in deine Nähe kommen sollte."
      Mit größter Aufmerksamkeit wusch Cal jeden Teil von Ilya, bis sie für Menschen ganz nach Rosen und Vanille roch. Dann kümmerte er sich geradezu andächtig um ihre langen, perfekten Haare, wobei er ihr sogar eine kleine Kopfmassage gönnte. Er genoss diese kleine Zeit der stillen Zweisamkeit. Es machte ihm überhaupt nichts aus, Ilya so zu verwöhnen. Ganz im Gegenteil - er wollte das jede Nacht tun. Und er würde es jede Nacht genießen, da war er sich sicher.
    • ”Messer klingen gar nicht so übel. Aber ich habe auch genug Zeit alles zu lernen. Eins nach dem Anderen.” Hmm wenn er das immer so gut machte, dann konnte sie sich wirklich vorstellen öfter zu baden. So war das echt angenehm.
      Ilya genoss seine Finger in ihren Haaren und auf ihrer Kopfhaut. Dafür, dass sie ja eigentlich in ziemlichem Luxus aufgewachsen war, ließ sie immer erstaunlich wenig Existenzen an ihr Haar.
      “Du kannst mir ja alles beibringen. Nach und nach. Genügend Zeit und Nutzen haben wir ja.” Sie schmunzelte etwas bei der Vorstellung, wie er hinter ihr stand um sie anzuleiten. Wie Klischeehaft und gleichzeitig schön das wäre, wenn er ganz nah an ihr dran stand und ihr zeigte, wie man richtig schoss. So schlecht war die Idee wirklich nicht!
      “Dann weiß ich zumindest in der Not immer, wie ich mir selber helfen kann. Schaden kann das nicht.”


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    • Mit sich selbst ließ sich Cal weit weniger Zeit. Für ihn selbst folgte er eher dem Nutzen als allem anderen. Er war fertig mit allem, kaum dass das Wasser seine angenehme Wärme verlor und auf dem Weg war, zu kalt zu werden. Er schob die Arme unter Ilya und hob sie ohne Weiteres aus der Wanne. Er wickelte sie in eins ihrer teuer aussehenden Handtücher ein und befreite sie von allem überschüssigen Wasser. Sich so um sie zu kümmern, auch wenn sie selbst dazu in der Lage war, war überraschend entspannend. Ihm fiel auf, dass er sie nicht nur in der Wanne verwöhnen wollte. Er wollte ihr die Welt zu Füßen legen, ihr jede noch so kleine Sorge nehmen.
      Mit einem Lächeln und einem leisen Brummen legte er seine nassen Arme um ihren Hals.
      "Ich glaube," meinte er und lehnte seine Stirn gegen ihre, "ich werde noch zu deinem Schoßwolf. Ich krieg gar nicht genug davon, mich um dich zu kümmern."
      Er kicherte leise. So sehr hatte er sich noch nie um jemand anderen sorgen wollen. Sicher, das Rudel war ihm wichtig, seine Familie auch, aber das hier, mit Ilya, fühlte sich ganz anders an. Er mochte das.
      Er schloss die Augen.
      "Egal was alle anderen sagen: wir haben eine gute Entscheidung getroffen."
    • "Wenn du das so sagst, dann ist das die Hauptsache. Stimme dir da voll und ganz zu." Ilya küsste ihm leicht auf die Nase, als er die Augen schloss und lächelte glücklich. Hatte sie damit gerechnet, als sie gestern Abend ihr Kleid, das nun irgendwo auf ihrem Wohnzimmerboden lag, ausgesucht hatte? Sicherlich nicht. War sie jetzt rundum zufrieden? So zufrieden, dass sie gar nicht gewusst hat, dass das geht? Definitiv ja.
      Es war gar nicht die Tatsache, dass er sie wortwörtlich auf Händen trug, auch wenn das sicherlich dazu bei trug, sondern diese Verbundenheit, die für Vampire so selten war, dass es schon fast an Legenden grenzte. Dieses Gefühl, dass die Ewigkeit auf einmal nicht mehr so einsam wirkte. Die Vorstellung, dass es egal war, ob noch Minuten, Jahre oder Jahrhunderte folgten, solange es mit dieser einen Person war.
      Verdammt, hatte sie nicht Glück? Glück, dass sie Calder jetzt kennen gelernt hatte und nicht nach Äonen, in denen sie verdrossen und des Lebens müde geworden war?
      "Cal?" murmelte sie gegen seine Lippen, nachdem sie ihn in einen wesentlich sanfteren Kuss verwickelt hatte. "Die Anderen können mich mal."


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    • "Cal?"
      "Hm?"
      "Die Anderen können mich mal."
      Cal lachte. Ilya hatte den Nagel auf den Kopf getroffen.
      Er machte sich schnell daran auch sich selbst trocken zu legen, dann hob er Ilya einfach wieder in seine Arme und brachte sie zurück in ihr Schlafzimmer. Das letzte Mal, als er hier gewesen war, hatte er im Gästezimmer übernachtet; das hier war also neu für ihn. Es sah allerdings genauso aus, wie er sich Ilyas Schlafzimmer vorgestellt hatte: eine luxuriöse Höhle, in der man mal eben überwintern konnte, wenn einem denn danach war. Cal mochte es irgendwie. Vor allem, weil es nach Ilya roch.
      Er setzte Ilya auf ihrem Bett ab und warf sich neben sie in die Laken - teures Zeug, unendlich bequem, wie er feststellte. Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schloss die Augen. Die Tatsache, dass er schon seit den frühen Morgenstunden auf den Beinen war und zweimal ordentlich Blut gespendet hatte, dazu noch seine ungeplante Verwandlung in eine neue Version seiner selbst... all das holte auf einen Schlag zu ihm auf. Er gähnte herzhaft. Und dann rollte er sich auf die Seite, legte seinen Kopf auf Ilyas Hüfte ab, weil selbst die wenigen Zentimeter zwischen ihnen schon zu viel Abstand waren. Cal drückte einen Kuss auf Ilyas perfekte Haut, gleich über ihrem Becken, und sog ihren Duft mit einem zufriedenen Brummen tief in seine Lungen. Er war sich ziemlich sicher, dass er das Paradies gefunden hatte.
      "So ungern du mich auch essen siehst," murmelte er als er es sich an ihrer Seite bequem machte, "Ich werd ein ordentliches Frühstück brauchen."
      Hätte er die Energie dazu, jetzt noch einmal aus dem Bett zu rollen, dann würde er sich schnell etwas besorgen und es runterwürgen, aber so, wie die Dinge gerade lagen, war der bloße Gedanke daran zu anstrengend. Es fiel ihm jetzt schon unsagbar schwer, die Augen offen zu halten.

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    • “Wir können was bestellen und es nach unten liefern lassen. Es gibt eine Rezeption, die sollen das annehmen.” Ilya seufzte leise, während ihre Augen ebenfalls schwerer wurden. Dafür, dass sie ein Vampir war, war sie nun wirklich erschöpft. Während sie Calder mit ihren kühlen Fingern durch die Haare fuhr und ihm den Kopf kraulte, wurde ihr mehr und mehr bewusst, woran das liegen musste. Auch wenn sie nicht mehr hungrig war hatte sie doch begonnen etwas mit ihm zu teilen, was ihr ganzes Lebensquell ausmachte. Ob sie sich damit auch seinem Lebensstil anpassen würde? Oder er ihr?
      Letztendlich schloss sie die Augen vollends, genoss die Wärme, die der Mann auf ihren Beinen ausbreitete. Diese ganze Hitze, diese häusliche Atmosphäre machte sie wirklich schläfrig.
      “Solange du es in der Küche isst, sollte das schon in Ordnung sein.” Murmelte sie, schon halb in den Schlaf abgedriftet. “Nur bitte keine Reste irgendwo außer im Müll.”


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    • "Wir können was bestellen und es nach unten liefern lassen. Es gibt eine Rezeption, die sollen das annehmen. Solange du es in der Küche isst, sollte das schon in Ordnung sein. Nur bitte keine Reste irgendwo außer im Müll."
      Cal gab ein Geräusch von sich, das irgendwo zwischen Brummen und Schnaufen lag und weder Zustimmung noch Ablehnung vermuten ließ. Im Prinzip war er schon eingeschlafen.

      Er rannte und rannte, hetzte einem Schatten hinterher. Er wusste nicht, warum er das tat, aber konnte nicht stoppen. Er musste diesen Schatten einfach erreichen.
      Der Schatten hüpfte über einen umgefallenen Baumstamm und verschwand im Dickicht eines Waldes. Er sprang hinterher. Er wich Bäumen aus, krabbelte unter Gestrüpp hindurch, sprang über Büsche. Tiefer und tiefer folgte er dem Schatten in den Wald hinein.
      Plötzlich lichtete sich der Wald. Das Licht des Mondes blendete ihn. Er kam gerade noch rechtzeitig zum Stehen, um nicht über die Klippe zu purzeln. Der Schatten stand direkt am Rand.
      Vorsichtig näherte er sich dem Schatten. Der Schatten ließ ihn. Der Schatten roch vertraut, aber er konnte sich nicht daran erinnern, ihn jemals gesehen zu haben.
      Der Schatten setzte sich, ließ sich beschnuppern. Und plötzlich verstand er.
      Die Augen des Schatten leuchteten, dann hob der Schatten den Kopf und heulte den Vollmond an.

      Cal schlug die Augen auf und fand sich in Ilyas Schlafzimmer wieder. Dank der dicken Vorhänge hatte er keine Ahnung, wie spät es war. Und dank der Abwesenheit seiner Klamotten konnte er auch nicht einfach auf die Uhr schauen. Vorsichtig rollte er sich von Ilya. Ihre Finger hatten sich in seinen Haaren verknotet, also gestaltete sich das ein bisschen schwieriger als erwartet, aber am Ende konnte er sich ohne großes Fluchen befreien.
      Einen langen Moment betrachtete er Ilya, wie sie einfach nur da lag und friedlich schlief. Sie war so unendlich schön. Tief in seiner Brust und ganz hinten in seinem Schädel konnte er sie spüren. Gestern hatte sich das alles noch seltsam und fremd angefühlt, aber jetzt, wo er sich in Ruhe darauf konzentrieren konnte, da fühlte es sich einfach nur normal an. So als gehörte ihre Präsenz genau da hin.
      Das Grummeln seines Magens riss ihn aus seinen Gedanken.
      Cal stand auf und suchte sich seine Klamotten, die er letzte Nacht ordentlich verteilt hatte. Er schlüpfte in seine Hosen und fischte sein Smartphone aus der Tasche. Um Ilya nicht zu sehr zu stören schloss er die Schlafzimmertür hinter sich. Seinem Drang nach Frischluft folgend suchte er sich den Weg auf den Balkon des Penthouses. Eine absolute Monstrosität ohne irgendwelche Pflanzen, wie er feststellte. Das musste er ändern. Wenn er Zeit dazu hatte.
      Dem Sonnenstand nach zu urteilen war es kurz nach Mittag, also noch viel zu früh für Ilya - und viel zu spät für ihn. Das würden sie noch irgendwie austüfteln müssen. Wenn sie Zeit dazu hatten.
      Sein Smartphone zeigte ihm ein paar Anrufe in Abwesenheit seines Onkels. Der fragte sich bestimmt, wohin Cal jetzt schon wieder verschwunden war.
      Cal bestellte sich als erstes Frühstück. Die App hatte dankenderweise Bilder für alles, also musste er keine Zeit damit verschwenden, die Hieroglyphen, die sein Hirn aus normalen Buchstaben machte, zu entziffern. Er gab die Anweisung, alles unten beim Empfang zu hinterlegen - er erinnerte sich noch an Ilyas Worte.
      Dann rief er seinen Onkel zurück.
      "Dir ist bewusst, dass du die Sache nicht besser machst, wenn du die Nacht bei ihr verbringst," brummte Linden in den Hörer, anstelle einer ordentlichen Begrüßung.
      "Dir ist bewusst, dass mir das gerade ziemlich egal ist? Das Kind ist im Brunnen, so oder so."
      Cal beschloss, seinem Onkel nichts zu erzählen. Er würde wie alle anderen morgen erfahren, dass er und Ilya jetzt ein Gesamtpaket waren. Fühlte sich irgendwie gut an, mal etwas nur für sich selbst zu tun.
      "Wenn du nur angerufen hast, um mir einen Vortrag zu halten, dann spar dir das," fuhr Cal fort. "Ich habe noch eineinhalb Tage und eine Nacht bis zum Kampf. Ich hab vor, die so zu verbringen, wie es mir passt."
      "Was ist mit dem Rudel? Du kannst sie nicht einfach führerlos lassen."
      Cal lachte bitter. "Lass das den Rat händeln. Die wollen das doch so unbedingt tun. Und wenn sie Mist bauen... du warst ihnen schon immer lieber."
      "Cal-"
      "Nein. In zwei Tagen bin ich vielleicht tot. Ich habe mein ganzes Leben für das Rudel gelebt. Du weißt das. Wenn ich schon draufgehe, dann will ich wenigstens einmal etwas nur für mich getan haben."
      Er seufzte. Bevor er das tun konnte, musste er aber noch eine Sache für das Rudel erledigen.
      "Bereite das Rudel auf eine Jagd vor. Ilya hat rausgefunden, was wir jagen. Wenn ich den Kampf überlebe, teile ich meinen Schlachtplan mit allen. Wenn nicht... Ilya kann euch alles Wichtige mitteilen, sofern ihr danach noch in der Lage seid, euer eigenes Ego zu schlucken und mit euren Nachbarn zusammenzuarbeiten."
      Cal legte auf. Er atmete tief durch. Er hatte noch nie so mit seinem Onkel gesprochen. Aber er bereute es nicht. Im Gegenteil. Das hatte sich, wie so vieles in den letzten paar Stunden, gut angefühlt.
      Er genoss noch eine kleine Weile die Sonne, bevor ihn die Nachricht erreichte, dass seine Bestellung eingetroffen sei. Auf dem Weg zum Aufzug sammelte er sein T-Shirt ein und warf es sich über. Auf dem Weg nach unten konzentrierte er sich auf das Gefühl von Ilya, einfach nur weil er sehen wollte, wie sich die Entfernung zwischen ihnen anfühlte. Es war nicht direkt unangenehm, aber er konnte auch nicht behaupten, dass er es mochte. Daran würde er sich gewöhnen müssen.
      Im Eingangsbereich schien der Portier verwirrt, dass a) jemand tagsüber in Ilyas Apartment wach war, und b) sich dieser jemand genug Essen für drei bestellt hatte. Cal machte sich nichts draus. Er bezahlte den Lieferanten, dann verzog er sich wieder nach oben. Er parkte seine Mannschaftsladung an Pancakes, Waffeln, Eiern, Bacon, und die sechs Smoothies auf der Kücheninsel und suchte nach Besteck - während er bereits auf einer Waffel herumkaute.
      Das Essen verdrückte er komplett - außer den Packungen ließ er keine Reste. Er trank einen der Smoothies, die anderen fünf packte er in den Kühlschrank zu dem Orangensaft. Er musste lächeln, als er die halb leere Flasche sah.
      Vollgefressen, wie er war, war es keine schwere Entscheidung, zurück zu Ilya ins Bett zu krabbeln. Er machte es sich bequem, dann legte er einen Arm um ihren kalten Körper und zog sie an seine Brust, bevor er sie beide zudeckte. Sanft küsste er ihre Stirn, dann drückte er seine Nase in ihre Haare. Irgendwie roch sie heute noch besser als sonst. Cal würde sich nicht beschweren.
    • Ihr Körper fühlte sich seltsam schwer an. Normalerweise war der Schlaf für Vampire einfach. Schwarz. Überbrückend. Stunden, Minuten, Jahre, Tage, es war alles gleich. Man schlief ein, man wachte auf. Wie viel Zeit dazwischen lag? Nebensächlich.
      Nun allerdings schwebte sie weniger in den Welten und mehr auf der anderen Seite. Der der Sterblichen und der Wachen. Selbst im Schlaf konnte sie ihn spüren. Nicht so sehr, wie als wäre sie in seinem Kopf, aber trotzdem da. Wie als läge er immer noch neben ihr, immer noch auf ihr.
      Ilya spürte, wie er sich physikalisch entfernte. Wie er sich anderen Dingen widmete. Es war, als würde sie ein wenig an seinem Leben teil haben und das, obwohl sie immer noch in ihrem Bett lag. Dabei hätte es beängstigend sein sollen. Diese Bindung, diese Abhängigkeit. Sie hätte Angst haben sollen, vor dem, was das bedeutete und vor dem, was noch kommen würde. Doch als Cal letztendlich gesättigt wieder zu ihr stieg war es keine Furcht, keine Zurückhaltung oder gar Ekel (auch wenn sie den Geruch von Essen immer noch nicht gerne duldete). Nein es war vollkommene Zufriedenheit. Wie als wäre sie nie vollendet, ihr Dasein nie vollständig gewesen, bis er sie an sich zog und sie vereinte.

      Es musste spät am Nachmittag sein, als sie letztendlich die Augen öffnete. Nicht weil sie es wollte, sondern weil das Handy auf dem Nachttisch ganz nervtötend vibrierte. Die ersten drei Nachrichten und Anrufe hatte sie ignoriert, hatte sich einfach tiefer in ihn herein gedrückt und verflucht, dass sie ihre Ohren nicht verschließen konnte.
      Erst beim nächsten Anruf riss sie schliesslich herum, griff das Stück Technik mit einem Grummeln und zischte hinein.
      “Was?” Ihre Stimme war eisig und zeugte von der Frustration aus dem Schlaf gezwungen worden zu sein.
      “Ilya, der Rat will über die nächsten Schritte mit den Wölfen abstimmen.” Altairs Stimme am anderen Ende war unbeeindruckt von ihrem kleinen Ausbruch. Natürlich. Der Mann wusste ja auch noch nicht, was er da gerade gestört hatte.
      “Und das interessiert mich weil-?”
      “Weil sie dich dabei haben wollen.”
      “Weil-? Meine Stimme zählt in den Hallen so viel wie das Zirpen von Zikaden. Was auch immer der Rat entscheiden will wird eh ohne mich gemacht.” Ilya setzte sich trotzdem auf, während sich ein Grollen in ihrer Brust bildete. Der Rat kam vielleicht alle fünf Jahre zusammen. Das letzte Mal war direkt vor Ilya’s kleinem Verkauf an die Wölfe gewesen. Dass die Vampire überhaupt alle im Lande sein sollten war schon eine Seltenheit. Dass Ilya dabei teilnehmen sollte? Physikalisch?
      “Sie trauen den Wölfen nicht. Ihnen ist klar, dass sie nicht nichts machen können, aber sie wollen den Wölfen nicht die Jagd überlassen.”
      “Hört sich dumm an. Hat ja gut geklappt bis lang, unsere Leute da an die Front zu schicken.” Am liebsten hätte sie das Smartphone direkt gegen die Wand geschmissen. Natürlich mussten sie sich diese alten Gesteinsanmaßungen in Dinge einmischen, die sie nichts angingen und die sie nicht mal verstanden. Fuck. Sie hatte so gar keinen Bock da irgendwas zu erklären, was eh nichts brachte und nicht betrachtet werden würde. Ilya sah zu Calder, welcher ihren Frust vermutlich riechen und spüren konnte.
      “Ich weiß.” Oh? Ein Einlenken? Das war neu. Altair war gerne der verlängerte Arm ihrer Familie. Ihre Hände suchten nach den großen Pranken des Mannes neben ihr, verschränkten sich mit seinen Fingern, als sie Halt in ihm suchte.
      “Und jetzt?”
      “Der Termin ist bald. Sehr bald. Ich sag dir nochmal Bescheid aber mach dich bereit.”


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    • Cal döste zufrieden vor sich hin. Wölfe waren Meister darin, Nickerchen zu halten. Erst recht, wenn sie gut gegessen hatten. Und mit Ilya in den Armen fiel ihm das nur noch leichter.
      Er ließ sie ziehen, als sie sich endlich ihrem vibrierenden Telefon zuwandte. Das Ding hatte wirklich angefangen zu nerven. Wer auch immer am anderen Ende war und was auch immer dieser jemand an Nachrichten überbrachte, Ilya schien es nicht zu mögen. Und damit mochte Cal es auch nicht.
      Er setzte sich ebenfalls auf und schlang die Arme um Ilya, legte seinen Kopf auf ihrer Schulter ab. Ilya ergriff eine seiner Hände und er verschränkte seine Finger mit ihren.
      "Ich weiß."
      "Und jetzt?"
      "Der Termin ist bald. Sehr bald. Ich sag dir nochmal Bescheid aber mach dich bereit."
      Das war dieser Altair, der Ilya bisher wie ein Schatten gefolgt war. Cal hatte angenommen, dass er ihr Leibwächter war, nicht ihr Vorgesetzter. Da hatte er wohl zumindest teilweise falsch gelegen. Die Machtstrukturen der Vampire musste man erstmal verstehen.
      Cal drückte einen Kuss auf die Narbe seines Bisses in Ilyas Schulter.
      "Gehst du hin?" fragte er, auch wenn er keine Ahnung hatte, was das für ein Termin sein sollte. Er hatte nur das Ende der Unterhaltung mitbekommen, den Rest hatte er ausgeblendet.
    • Ihre Nackenhärchen stellten sich auf, als sie Cals Kuss auf ihrer Haut spürte. Sie konnte die Zuneigung fast nur über diese eine Berührung aufnehmen. Mit einem Seufzen legte sie das Telefon zurück auf den Nachttisch und lehnte sie sich gegen ihn und seinen Oberkörper.
      “Vielleicht. Bald ist sehr vieldeutig bei uns. Kann sein dass es in ein zwei Tagen ist, oder in ein paar Wochen.” Nachdenklich fuhr mit ihrer nun freien Hand seinen behaarten Unterarm hoch und herunter, fast wie hypnotisiert.
      “Ich hoffe der Termin fällt nicht auf deinen Kampf.” Noch während die Worte ihren Mund verließen hatte sie schon längst die Entscheidung getroffen. Natürlich würde sie nicht zu der Ratssitzung gehen, wenn Calder kämpfte. Das käme gar nicht in die Tüte. Selbst wenn sie ihren ganzen Clan dafür verriet.
      Die Konsequenzen allerdings? Da konnte sie nicht richtig mit reden.
      “Es wäre besser wenn ich hingehe. Die meisten von Ihnen sind so weit entfernt vom ganzen Geschehen, dass sie unmöglich die richtige Entscheidung treffen. Weswegen sie bis lang die ganze Sache mir überlassen haben.” Sie grummelte, immer noch frustriert. Natürlich musste man sich einmischen, jetzt wo sie endlich einen Plan hatten. Wie, als hätten sie gerochen, dass es voran ging. Als wollten sie nun so tun, als wäre es der Verdienst des Rates und nicht Ilya’s Fleißarbeit.
      “Willst du mitkommen? Wäre bestimmt witzig. Die meisten von ihnen haben bestimmt Angst vor dir.”


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    • "Willst du mitkommen? Wäre bestimmt witzig. Die meisten von ihnen haben bestimmt Angst vor dir."
      Cal lachte tief in seiner Brust. Er rieb sein Kinn an Ilyas Schulter.
      "Ich muss ihnen doch noch dafür danken, dass sie dich in den Wolfsbau geschickt haben," sagte er. "Sonst hätte ich dich doch gar nicht richtig kennengelernt." Er küsste ihren Hals. "Wie witzig wäre es, wenn ich da auf allen Vieren auftauche? Ich hab ja eh nicht viel zum Geschehen beizutragen, da kann ich auch ganz gruselig hinter dir sitzen."
      Und es wäre auch eine Art Zeichen an die anderen Blutsauger: Das Rudel stand hinter Ilya. Vorausgesetzt natürlich dass Cal lange genug lebte und dann auch noch fit genug war, um diesen Stunt durchzuziehen. Aber er würde es tun, wenn Ilya das wollte. Sein eigener Rat konnte ihn mal, der der Vampire sowieso.
      "Was glaubst du, wollen sie von dir?" fragte er trotzdem.
    • “Oh noch besser, ich komm angeritten auf dir an. Denen bleibt bestimmt vor lauter Schock das Herz für immer stehen.” Die Vorstellung war seltsam beflügelnd. Ilya wurde nicht wirklich ernst genommen im gesamten Clan. Zumindest nicht, was ihre Stimme und ihre Meinung anging. Zu wenig Jahre. Zu wenig Lebenserfahrung. Kein Erwachsener hörte auf das Gebrabbel eines Babys und nahm es für voll.
      Wenn sie allerdings mit Calders Unterstützung dort antanzte? Dann würde man sie vielleicht wenigstens mal respektieren. Alleine dafür lohnte es sich schon, das Risiko, das mit einem solchen Stunt einher ging, ein Kauf zu nehmen.
      Immerhin wusste weder ihr Vater noch ihre Mutter etwas von ihrer neuesten…Errungenschaft. Ilya sah sah Calder. Er gehörte ihr. Sie gehörte ihm. Unwiderruflich. Da konnten sie gar nichts mehr dran ändern, jetzt wo sie Wolfs- und Vampirpakt eingegangen waren.
      “Für die bin ich nur ein gutes Opferlamm. Zu wertvoll um wegzuschmeißen aber zu jung um ernst zu nehmen. Wenn etwas schief läuft werden sie die Schuld auf mich schieben. Wenn es gut läuft werden sie sagen, dass ich nur das ausgeführt habe, was man mir befohlen hat.” Bis lang hatte sie das nur wenig gestört. Als reinblütige Vampirin hatte sie selbst bei der Schuldzuweisung nicht viel zu befürchten. Zumindest war das bis lang immer so gewesen.
      “Trotzdem wäre es besser wenn ich da ein bisschen mitmische. Sie wollen sicherlich wissen warum wir mit euch zusammen arbeiten müssen oder sollen, jetzt wo wir wissen, wer da sein Unwesen treibt. Nachher denken sie, sie schaffen es alleine und wir dürfen später alles wieder aufräumen.”


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    • "Für die bin ich nur ein gutes Opferlamm. Zu wertvoll um wegzuschmeißen aber zu jung um ernst zu nehmen. Wenn etwas schief läuft werden sie die Schuld auf mich schieben. Wenn es gut läuft werden sie sagen, dass ich nur das ausgeführt habe, was man mir befohlen hat."
      Ein leises Knurren rollte durch Cal. Sowas würde im Rudel nicht einfach so passieren. Das Rudel arbeitete als Einheit; jedes Mitglied war wichtig, hatte einen Job zu erledigen. Sie halfen einander, sie standen füreinander ein. Bei ihnen gab es kein Opferlamm, bei ihnen wurde niemand weggeworfen wie ein Stück Müll.
      Sein Griff um Ilya verstärkte sich ein wenig. Er würde auf jeden Fall dort einmarschieren, in diesen Palast aus Chrom und Glas, den sich die Blutsauger gebastelt hatten, und er würde nur auf Ilya reagieren. War das kleinlich? Vielleicht. Aber das war ihm egal. Er würde Ilya immer zuhören, ihr immer einen Platz geben.
      "Trotzdem wäre es besser wenn ich da ein bisschen mitmische," meinte Ilya. "Sie wollen sicherlich wissen warum wir mit euch zusammen arbeiten müssen oder sollen, jetzt wo wir wissen, wer da sein Unwesen treibt. Nachher denken sie, sie schaffen es alleine und wir dürfen später alles wieder aufräumen."
      "Ich will sehen, wie sich diese Gletscher mit einem Oni beschäftigen. Das Ding zerfetzt die doch schneller in der Luft als ich gucken kann."
      Er wusste nicht viel über die Kampfleistung alter Vampire aber von dem Bisschen, was er bisher gesehen hatte, waren sie ein unzusammenhängender Haufen, der sich vom eigenen Ego treiben ließ. Gegen einen Gegner wie diesen Oni würde das nicht funktionieren. Und gegen einen Fuchs erst recht nicht. Die waren clever, die konnte man nicht beeindrucken. Für den Fuchs war dieses Egospiel der Vampire doch ein gefundenes Fressen. Wahrscheinlich waren die Vampire deswegen bisher das bessere Ziel gewesen. Die Wölfe achteten zu sehr aufeinander, als das das funktionieren konnte. Und jetzt das mit dem Kampf um die Rudelspitze...
      Cal hob den Kopf. Nun war er derjenige, der nach seinem Smartphone angelte. Allerdings hatte er keine Lust, sich groß mit seinem Onkel auseinanderzusetzen, also rief er den Chat mit ihm auf und schickte ihm eine Sprachnachricht: "Hab ein Auge auf den Rat. Wenn ich Recht habe, arbeitet mindestens einer mit dem Feind zusammen. Unwissentlich, aber trotzdem."
      Er legte sein Smartphone wieder weg und ließ sich in die weichen Laken sinken. Füchse waren clever...
    • ”Jahrhunderte an Kampferfahrung macht einiges wett. Ausserdem sind wir ja auch Jäger. Die ältere Generation hat das noch nicht verlernt. So wie ich.” Ilya lehnte sich gleich zu ihm, während sie wieder ein paar Kreise auf seinem muskulösen Oberkörper malte. Amüsiert beobachtete sie, wie sich seine Härchen an manchen Stellen aufstellten.
      “Lass uns die Zeit einfach so gut es geht mit uns beschäftigen. Deine und meine Familie wird uns noch früh genug rufen. Dann werden wir erstmal keine Gelegenheit für viel Zweisamkeit haben.” Mit den Worten schwang sie sich auf und platzierte sich selbst über seiner Mitte. Ihre Beine verankerte sie fest um seine Hüfte herum, bevor sie ihm ein schelmisches Lächeln schenkte. Sie konnte genau spüren, welche Wirkung sie auf den Mann hatte.
      “Hast du keinen Hunger?” Fragte sie schließlich. Ilya hatte nicht vor ihn Hungern zu lassen. Immerhin war Blutlust nicht das angenehmste aller Gefühle. Aber sie würde ihn auch nicht dazu zwingen ihr Blut zu trinken, wenn er es nicht wollte.
      “Oder hat das menschliche Essen gereicht?”


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    • Cals Arm legte sich von ganz allein um Ilya, als sie sich zu ihm legte. Er schloss die Augen, während sie über seine Brust strich. Sein Shirt wieder auszuziehen, kaum dass er sein Frühstück hochgebracht hatte, war eine gute Entscheidung gewesen.
      "Lass uns die Zeit einfach so gut es geht mit uns beschäftigen. Deine und meine Familie wird uns noch früh genug rufen. Dann werden wir erstmal keine Gelegenheit für viel Zweisamkeit haben."
      "Gute Idee."
      Ilya schwang ein Bein über seine Hüften und kletterte auf ihn drauf. Cal würde sich nicht beschweren. Ganz im Gegenteil: er lächelte, legte seine Hände an ihre Hüften. Selbst wenn er es wollte, er könnte seine Reaktion auf sie gar nicht verstecken. Zumal diese Reaktion genau das zu sein schien, was Ilya wollte, wenn er sich ihr eigenes Grinsen so ansah. Die Hosen anzulassen, bevor er sich ins Bett gelegt hatte, war ein Fehler gewesen.
      "Hast du keinen Hunger?" fragte sie und einen Moment lang war Cal verwirrt. Er hatte doch gerade erst gegessen. Und er war sich ziemlich sicher, dass Ilya das auch wusste. "Oder hat dir das menschliche Essen gereicht?"
      Oh. Oh! War das etwa dieses nagende Gefühl in seinen Eingeweiden? Er hatte das als Teil ihres Bundes abgetan - aber nicht als Hunger, nicht als seinen zumindest.
      "Ich weiß nicht", antwortete er ehrlich. "Ich hab noch nicht alle meiner neuen Empfindungen zugeordnet, schätze ich."
      Er konzentrierte sich auf das, was er als neu wahrnehmen konnte. Da war die generelle Empfindung von Ilya: ein leichtes pulsieren im Schatten seines eigenen Herzschlages. Da war Ilyas Stimmung: ein warmes Summen in seinem Hinterkopf. Die üblichen Verdächtigen seines Wolfes: der Drang sein Kinn an allem zu reiben, um seinen Geruch zu hinterlassen; der Drang, seine Nase mit Ilya zu füllen; das Kribbeln in seinen Beinen, das ihn zum Rennen ermutigte. Und dann war da noch dieses seltsame Kratzen auf halbem Weg zwischen seinem Hals und seinem Magen. Jetzt, wo er sich darauf konzentrierte, konnte er es auch wahrnehmen, es sogar Hunger nennen. Aber vorher war ihm das nicht aufgefallen.
      "Du sagtest ja, dass deine Seite ein bisschen länger dauert. Vielleicht hab ich heute noch Schonfrist?"
      Er würde Ilyas Blut trinken müssen, um mit dem Hunger klarzukommen, wenn er das richtig verstanden hatte. Der Gedanke daran verstärkte das Kratzen. Aha. Definitiv Hunger.
      "Wobei", meinte Cal, "wenn du mich so fragst... bin ich am Verhungern."
      Er grinste und leckte sich über die langen Eckzähne.
    • ”Hoffen wir es nicht. Es wird nur schlimmer werden in den nächsten Tagen und Wochen.” Trotz der doch eher mulmigen Vorstellung, dass sein Hunger noch wesentlich größer werden könnte, lächelte Ilya. Sie selbst war noch relativ gesättigt, aber Cals Blut war nicht nur ihre Mahlzeit, sondern ihre Droge. Alleine die Vorstellung, sein Blut auszuschlagen kam ihr so fremd vor, dass sie kurz instinktiv den Kopf schüttelte.
      “Dann, mein Liebster.” Mit einem genüsslichen Strecken presste sie ihren nackten Oberkörper gegen seinen, bevor sie ihn in einen heißen und innigen Kuss verwickelte.
      “Nimm dir was du brauchst.” Das war kein Befehl aber eine Aufforderung gleichermaßen. Sie wusste nicht wie viel Hunger er hatte, auch wenn sie es über den Bund zu einem Teil spüren konnte. Ilya hatte nicht genügend darüber gelesen, um zu wissen, wie viel der Bundpartner brauchte. Nur, dass es zum Ende hin ziemlich viel werden würde. So extrem, dass sie wohl nicht viel anderes machen würden als einander zu nähren. Darüber allerdings? Darüber würden sie sich dann Gedanken machen wenn es soweit war.


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    • "Nimm dir was du brauchst."
      Das ließ sich Cal nicht zweimal sagen. Er schob eine Hand über Ilyas Rücken, bis er sie am Hinterkopf an den Haaren packen konnte. Er verwickelte sie in einen weiteren, innigen Kuss. Das Echo ihrer Empfindungen in seinem Hinterkopf verstärkte alles nur noch mehr. Es würde wohl eine kleine Weile dauern, bis sich Cal daran gewöhnt hatte.
      Er küsste Ilyas Mundwinkel, ihren Kiefer, ihren Hals. Er biss sie sogar sanft, kaum dass er ihren Herzschlag spürte. Der Biss war nicht ansatzweise stark genug, um ihre Haut zu durchdringen. Es war mehr ein liebevolles Knabbern, so wie Wölfe das nun einmal taten.
      Seine freie Hand fand Ilyas wohlgeformten, nackten Hintern, während er sich mit seinen Lippen und seinen Zähnen über ihre Schulter arbeitete, bis er die Narbe erreichte, die er dort hinterlassen hatte. Ein besitzergreifendes Grollen rumpelte durch seine Brust, als er die kleine Imperfektion unter seinen Lippen spürte. Und dann unter seiner Zunge, als er die beiden Halbmonde nachfuhr.
      "Wusstest du," hauchte er heiß gegen Ilyas kalte Haut, "dass Wölfe bei Neumond den Menschen am ähnlichsten sind?" Noch ein Kuss, noch ein Knabbern. "Unsere Instinkte sind dann am schwächsten, unsere Logik am stärksten." Er drückte Ilyas Hüften fester gegen seine eigenen. "Und trotzdem fällt es mir schwer, Worte zu finden, wenn du mir so nahe bist."
      Es gab Vollmonde da konnte Cal nicht einmal sprechen, so sehr war er Wolf. Wölfe mit schwächerem Blut behaupteten, sie hätten Probleme, sich zu verwandeln, wenn Neumond war.
      Cal inhalierte Ilyas Duft tief, versuchte, ihn so tief in sich aufzunehmen, dass selbst seine eigenen Organe nach ihr rochen. Er brummte wohlig, vollkommen betört. Und dieser neue Instinkt, dieser Hunger nach ihr, schien darauf zu reagieren. Sein Zahnfleisch begann zu jucken. Das Kratzen in seinem Inneren wurde nerviger.
      Cal presste seine Zähne gegen Ilyas perfekte Haut. Ja, das war es, was sein Körper wollte. Also drückte er seine Fangzähne - und nur seine Fangzähne - in Ilyas Schulter, genau da, wo er es beim letzten Mal auch getan hatte. Er leckte das Blut auf, das dabei freikam, dann zog er seine Zähne wieder aus ihrem Fleisch. Wieder und wieder ließ er seine Zunge über die Löcher tanzen. Es schmeckte himmlisch. Cal hatte noch nie etwas derart fantastisches geschmeckt. Letzte Nacht war es schon gut gewesen, aber eindeutig Blut. Doch jetzt... Cal wusste, dass es Blut war, aber so schmeckte es nicht und wenn doch, dann nahm er es nicht so wahr.
      Ein genüssliches Stöhnen drang aus seiner Kehle, ohne dass er es mitbekommen hätte. Er presste Ilya fester gegen sich, seine Hüften zuckten ihren entgegen. Fuck, wenn das nur der Anfang dieses Hungers war, wie sah das dann erst in einer Woche aus?
    • Ilya’s Hände krallten sich beherzt in seine Schultern, als Calder mit seinem Mund ihren Hals hinab wanderte. Es brauchte einiges an Willenskraft, um sich nicht gegen ihn zu pressen, um still zu halten während seine Zähne an ihr knabberten und doch ihre Haut nicht durchdrangen.
      Als die spitzen Fangzähne schließlich doch in ihre Haut sanken stöhnte Ilya auf. Fuck. War das das Gefühl, dass Calder spürte wenn sie ihn biss? Sie war bis lang nie auf der anderen Seite gewesen, hatte noch nie jemanden gehabt, der von ihr trank. Doch jetzt? Jetzt wusste sie gar nicht mehr wo oben und unten war.
      “Cal-“ Die Zurückhaltung, wenn es denn je eine gewesen war, war nun gänzlich gebrochen, als sie sich ohne Reue an ihm rieb, ihn durch den Stoff seiner Hose ritt. Das Gefühl etwas ihm etwas von ihr zu geben, zu wissen, dass ihr Blut nun in ihm zirkulierte war fast genau so betörend wie ihn selbst zu beißen. Ihre Hände fanden zu seinen Haaren, drückten ihn näher an sich, a die Stelle wo er sie gebissen hatte. Eine stille Aufforderung, dass er nicht aufhören sollte.


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    • Cal knurrte. Ilyas Wunsch hallte durch seinen Schädel, ihre Lust breitete sich in seiner Brust aus wie ein Feuer. Und er biss wieder zu, schlug seine Zähne in die exakt gleiche Stelle wie eben. Doch dieses Mal ließ er sie drin. Dieses Mal leckte er nicht nur die paar Tropfen auf, die von allein flossen. Dieses Mal saugte er an Ilyas Schulter, zwang ihr Blut aus ihrem kalten Körper heraus und seine Kehle hinab. Es traft ihn wie ein Schlag in die Magengrube.
      Er stöhnte auf, schlang seine Arme fest um Ilya und rollte sie herum, sodass er nun auf ihr lag, ohne dabei seine Zähne aus ihrer Schulter zu ziehen. Er rieb sich an ihr, presste sich an ihr. Was das seine Lust? Ihre? Es war ihm egal.
      Die Geräusche, die ihm entwichen, lagen alle zwischen Stöhnen und Knurren. Es war fast Neumond, doch von dem Mann war kaum etwas übrig. Zwischen seinen eigenen Empfindung, Ilyas Empfindungen und dem Geschmack ihres Blutes war er einfach völlig verloren, gefangen in der absoluten Reizüberflutung von allem.
      Mit einem tiefen Grollen kam Cal, während er sich an Ilya gütlich tat. Seine Welt erbebte, Wellen der Ekstase brachen von allen Seiten gleichzeitig über ihn herein. Fell breitete sich über seine Wirbelsäule aus. Die Hand, mit der er das Kopfkissen unter Ilyas Kopf gepackt hatte, fiel seinen Krallen zum Opfer.
      Es dauerte ein paar Minuten, bis sich Cal soweit gefangen hatte, dass er sich bewegen konnte. Vorsichtig zog er seine Zähne aus Ilyas Schulter, leckte die letzten paar Tropfen Blut auf, die alle noch einen Blitz durch seinen Körper schickten, und rollte sich von ihr herunter. Mit einem leisen Fiepsen suchte er Ilyas Blick. Er musste wissen, dass er ihr nicht aus Versehen wehgetan hatte.
    • Neu

      Es war pure Ekstase gewesen, die sie gespürt hatte. Als wollte sie, dass er niemals aufhörte. Vor allem, als Schmerz sich mit Erregung zu einer nahezu herrlichen Verführung vermischte. Die Zeit verging so zäh wie andickendes Blut und gleichzeitig so schnell, dass Ilya kaum bemerkte, wie viel Zeit tatsächlich vergangen war, bis er seine Zähne aus ihrem Fleisch zog. Zurück blieb ein süßlich brennender Schmerz und das Verlangen nach mehr. Hm. Ob er sich auch so fühlte? Vielleicht. Zumindest meinte sie das Zucken seiner Muskeln so zu interpretieren.
      Erst als er sich von ihr herunter gerollt hatte schaffte Ilya es, wieder Luft zu schnappen und allmählich ihre versauten Gedanken zu ordnen. So ging das doch nicht weiter! So kamen sie doch nie wieder aus dem Bett! Wie schafften ihre Eltern es bitte, sich ganze Jahre nicht zu sehen? Ein klägliches Fiepsen riss sie aus ihrer Trance. Calder sah auf einmal eher aus wie ein geschlagener Hund und nicht wie ein stattlicher Wolf. Die Verbindung zwischen ihnen bestätigte, dass es keine reine Angst war, sondern Reue. Darüber was er mit ihr gemacht hatte.
      Ilya schmunzelte amüsiert. War ihm denn nicht aufgefallen wie gut sie sich gefühlt hatte? Wobei.
      “Wenn das der Anfang ist, dann verspeist du mich bestimmt am Ende des Monats bei Haut und Haar.”


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