Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Bei mir ist es ziemlich kompliziert."
      Kompliziert... war es das nicht immer? Konnten sie denn nie etwas einfach machen? Konnte nie etwas für sie einfach sein?
      "Wir werden vermutlich wesentlich stärker zusammen arbeiten müssen als wir es jetzt tun. Und mit wir meine ich nicht uns beide sondern unsere Seiten."
      Cal schnaubte und nippte an seinem neuen Drink, nachdem er schon nichts mehr zum Beißen hatte.
      "Wir, und damit meine ich dich und mich, werden vielleicht gar nicht mehr zusammenarbeiten."
      Kompliziert. Das einzige Wort, das ihre Leben ganz genau beschreiben konnte. Cal hasste dieses Wort.
      Er wandte sich um, lehnte sich mit den Ellenbogen auf den Bartresen. Für einen langen Moment ließ er seinen Blick durch die Bar schweifen. Niemand interessierte sich für sie. Soweit Cals Nase das beurteilen konnte, waren hier weder Wölfe, noch Vampire drin.
      "Der Rat hat meinen Posten in Frage gestellt," erklärte er schließlich. "Es hat sich ein Herausforderer mit genug Anspruch gefunden. In zwei Tagen, bei Neumond, werde ich um meinen Platz im Rudel kämpfen. Wenn ich den Kampf verliere, werde ich die Stadt verlassen müssen."
      Cal gab sich Mühe, so wie sein Onkel zu klingen: neutral, gefasst, sachlich. Es juckte ihn in den Fingern, irgendetwas zu zerschlagen.


    • Sie hatte mit viel gerechnet. Ja, auch mit internen Problemen. So viel hatte sie ja zumindest schon in seinem Revier mitbekommen. Aber damit? Mit dieser Hiobsbotschaft? Damit sicherlich nicht.
      Ilya verkrampfte nicht, zischte auch nicht überrascht, aber sie hielt den Atem an. Wesentlich länger als ihr lieb war. Denn seine Ansage? Sie änderte alles und gleichzeitig nichts. Sie brach alles auseinander obwohl noch nichts entschieden war. Denn wenn Ilya eines wusste, dann das. Sollte Calder den Kampf verlieren, dann war die Zusammenarbeit zwischen den Vampiren und den Wölfen dahin. Zumindest bis sich ein anderer, umgänglicher Rudelführer fand. Und die Zeit? Die hatten sie nicht. Nicht ohne erhebliche Verluste.
      Kurz spielte sie mit dem Gedanken, das alles hinter sich zu lassen. Ihm zu sagen, dass sie sich auch wo anders niederlassen konnten. Irgendwo wo weder Verantwortung noch eigenes Blut einen finden konnte. Doch dafür kannte sie ihn zu gut. Dafür wusste sie es zu besser.
      “Aber du wirst nicht verlieren.” Sie stemmte die Hände in die Hüften. Ilya hatte keine Zweifel an dem, was sie da sagte.
      “Das Problem ist nicht, dass du verlierst, sondern was es für dich und das Rudel bedeutet, egal ob du gewinnst oder verlierst.”


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    • Wow. Er hatte es doch tatsächlich geschafft, Ilya die Sprache zu verschlagen. Er hatte ihr im wahrsten Sinne des Wortes den Wind aus den Segeln genommen, bedachte man wie lange sie vergaß zu atmen. Wenigstens das konnte Cal.
      "Aber du wirst nicht verlieren," sagte sie schließlich und Cal konnte nicht anders, als seine geteilte Augenbraue zu heben und sie anzusehen.
      Große Wölfin sah sie gut aus. Und das obwohl er ihr ansehen konnte, dass sie müde und hungrig war. Wie hatte sie das erklärt: alles außer seinem Blut schmeckte nach Asche?
      "Dein Vertrauen in mich in allen Ehren, aber du-"
      "Das Problem ist nicht, dass du verlierst, sondern was es für dich und das Rudel bedeutet, egal ob du gewinnst oder verlierst."
      Cal stutzte. Eine Vampirin - die Eisprinzessin - kannte sich besser mit Rudeldynamik aus als manch ein Wolf? So viel hatte er in ihrer Gegenwart doch gar nicht preisgegeben.
      "Wer auch immer diesen Kampf gewinnt hat sein Recht klar gemacht," erklärte er. "So schnell kann man den Posten dann erstmal nicht wieder in Frage stellen. Nicht einmal der Rat kann das. Ein paar Leute werden murren, aber die meisten werden sich ohne Kommentar fügen. Aber wenn ich verliere... dann hast du es mit einem Neuen Rudelführer zu tun, der sich trotz Sieg erst noch beweisen muss."
      Man musste kein politisches Genie wie Linden sein, um zu wissen, was Flint als erstes tun würde, gleich nachdem er Cal entweder getötet oder ins Exil geschickt hatte.
      "Die Zusammenarbeit mit dem Rudel kannst du dann vergessen. Er wird das selbst regeln wollen, um sich zu behaupten und den Rat hinter sich zu vereinen - die meinten nämlich, dass unsere Zusammenarbeit der letzte Tropfen im Fass war. Und wenn ich mir deinen Gesichtsausdruck so ansehe, dann würde ich sagen, dass ein Ende der Zusammenarbeit unser Untergang sein wird."
      So viel zur Theorie einfach wegzurennen und als Wanderer zu leben. Die war damit wohl ganz vom Tisch.
      Cal zuckte mit den Schultern. "Wollte dich nur vorwarnen. Also: wie im Arsch sind wir? Vielleicht kann ich ja noch was regeln, bevor ich meinen Posten verliere."


    • Ilya seufzte laut. Sehr laut sogar für ihre Verhältnisse. Natürlich musste der Mann ihr bestätigen was sie schon längst vermutet hatte. Wenn Calder verlor, dann konnte sie die Hilfe der Wölfe komplett abschreiben. Ihre mittlerweile dunkel-rosanen Augen blitzten kurz im dunklen als sie über die Implikationen nachdachte. Dann müsste sie alleine an dem Problem arbeiten. Dann müsste sie alleine ihre Familie und ihren Clan davon überzeugen, dass das etwas größeres war. Dann würde Cal's ehemaliges Rudel sich selbst überlassen sein. Scheiße. Das wäre richtig, richtig scheiße. Sie hatten jetzt schon einige aus ihren Reihen verloren. Wenn die Huli Jing oder der Oni, den sie gesehen hatte wirklich miteinander arbeiteten, dann stand die ganze Stadt wie sie momentan war auf dem Spiel.
      Kurz bohrten sich ihre scharfen Fingernägel in ihre Handflächen, als sie die Hände zu Fäusten ballte. Der süßliche Geruch von vampirischen Blut verschwand allerdings sogleich, so schnell wie sich ihre Wunden wieder schlossen.
      Es dauerte ungewöhnlich lang, bis Ilya durchatmete. Tief. Gezwungenermaßen. Ihr Blick landete wieder auf Cal, dessen Gesichtsausdruck erahnen ließ, dass er schon verstanden hatte, was sie noch gar nicht gesagt hatte.
      "Mein Clan wird überleben." antwortete sie, trockener als sie es von sich selbst gewohnt war, wenn die beiden miteinander redeten. Nicht Gefühllos, aber mit dieser Art von Nachdruck, die Sicherheit bedeutete. Sicherheit in ihrer eigenen Einschätzung.
      "Ihr vermutlich eher weniger." Es lag diesmal keine Bitterkeit in ihrer Stimme. Wenn sein Rudel nicht mit ihr arbeiten wollte, dann war das das Problem von seinem Rudel, nicht ihres.
      "In jedem Fall werden wir einen Großteil auf beiden Seiten verlieren." Ilya zog die Kopie der Buchseiten aus ihrem BH, mangels einer Handtasche, die sie nicht eingesehen hatte mitzunehmen und legte sie vor ihn auf die Tresen. "Sie sind stärker als ihr und besser in Manipulation als wir. Meine Leute werden zu langsam sein um einzugreifen. Ihr werdet nicht mal wissen was euch angegriffen hat."


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    • "Mein Clan wird überleben. Ihr vermutlich eher weniger."
      Doch so furchtbar? Wenn der Rat nur eine halbe Hirnzelle darauf verschwenden würde, das Rudel tatsächlich zu beschützen, hätten sie niemals einen Machtkampf angezettelt. Nicht gerade jetzt. Stattdessen nutzten sie diese Krise, um ihn loszuwerden. Vollidioten.
      "In jedem Fall werden wir einen Großteil auf beiden Seiten verlieren. Sie sind stärker als ihr und besser in Manipulation als wir. Meine Leute werden zu langsam sein um einzugreifen. Ihr werdet nicht mal wissen was euch angegriffen hat."
      Cal betrachtete die Buchseiten, die Ilya ihm hinlegte skeptisch. Hoffentlich konnte Ilya ihm eine Zusammenfassung geben, der er folgen konnte, andernfalls würde er wohl seinen Onkel bemühen müssen. Sollte er wahrscheinlich sowieso tun, damit er Flint den Kopf waschen konnte, wenn es dazu kam.
      "Und wer sind 'Sie'?" fragte er.
      Wenn er den Feind kannte, konnte er ihn auch bekämpfen. Niemand war unbesiegbar und niemand hatte keine Schwächen. Cal musste sie nur schnell genug finden und hart genug treffen. Wenn er das schaffte, bevor seine Zeit um war, dann hatte sein Rudel wenigstens eine Chance. Wenn auch nur eine kleine.
      Er winkte den Barkeeper heran und bestellte noch zwei Drinks für sie beide. Bevor Ilya jedoch nach ihrem greifen konnte, schnappte er sich das Glas. Er drückte seinen Daumen gegen seinen Fangzahn, bis er die Haut durchstach, damit er ein paar Tropfen seines Blutes in den Drink mischen konnte. Das würde wahrscheinlich nicht viel bewirken, so wie Ilyas Augen aussahen, aber damit würde der Drink zumindest ein bisschen besser schmecken. Außerdem war das ein weitaus besserer Weg, sein Blut zu verlieren, als es irgendwo auf einem Feld zu lassen.
      Er schob Ilya das Glas hin.


    • Die Frage war schwerer zu beantworten als ihr lieb war. Immerhin war sie sich selbst nicht hundertprozentig sicher, ob sie mit ihrer Einschätzung richtig lag. Es war mehr oder weniger die einzig sinnvolle und passende Erklärung. Auch wenn die Archive der Vampire sicherlich nicht vollständig waren, so war alleine die Tatsache, dass sie nichts anderes gefunden hatte, ausschlaggebend genug für sie ihren Instinkten zu vertrauen.
      Gerade wollte sie protestieren, wollte fragen, ob Cal schon alles so verloren glaubte, dass er beide Drinks brauchte, da sah sie, was er vor hatte. Am liebsten hätte sie sich auf die Zunge gebissen. Oder eher ihm auf die Zunge gebissen. Denn natürlich dachte er selbst in dieser Situation an sie. An andere. Nicht daran, was es bedeuten würde, wenn er die Stadt verlassen musste. War das der Grund, warum sie ihm nicht lang böse sein konnte, obwohl der Frust immer noch tief in ihren Ader brodelte?
      Weil er immer alle anderen vor sich selbst stellte? Wo die Vampire zu egoistisch waren, da war Calder genau das Gegenteil.
      "Danke.." murmelte sie leise, als sie das Glas zu ihren Lippen setzte. Ilya wusste, dass sie das nicht annehmen sollte. Dass jeder Tropfen wieder einer zu viel war. Ihre Pupillen weiteten sich automatisch bei dem Geruch, bei dem Geschmack. Es fühlte sich an, als hätte sie einen wochenlangen Entzug gemacht, nur um gleich wieder dem Rausch zu verfallen.
      Sie musste sich gehörig zusammen reißen bei klarem Verstand zu bleiben. Nicht einfach das Glas auszutrinken oder vielleicht Cal direkt anzufallen. Nein, dafür war sie nicht hier hin gekommen. Dafür stand leider zu viel auf dem Spiel.
      "Nach meinen Forschungen haben wir es nicht nur mit China zu tun." Ilya unterdrückte das Zittern in ihren Händen als sie die Buchseiten auseinander blätterte und ihm zwei Zeichnungen unterbreitete.
      "Das hier ist vermutlich der, der deine Wölfin auf dem Gewissen hat." Die Zeichnung zeigte nur etwas großes, groteskes. Menschlich und doch irgendwie nicht. Mit Hörnern unterschiedlicher Länge.
      "Japanische Dämonen. Oni. Sie sollen bis zu drei Meter groß werden können. Gefährliche animalistische Wesen. Wesentlich stärker, als ihre Gestalt es erahnen lässt."
      Ilya wartete kurz bis Cal sich die Zeichnung genauer ansehen konnte. Sie wusste ja, wie nah ihm der Tod seines Rudelmitglieds gegangen war. Nun das Wesen zu sehen, was dafür verantwortlich war? Sie war schon überrascht, dass Cal nicht direkt aufsprang um nach ihm zu suchen.
      "Sie sind nicht gerade schlau. Gewaltfreudig. Todeshungrig. Was uns zum folgenden Problem bringt." Erst als Cal ihr wieder zuzuhören schien deutete sie auf die weibliche Fuchsfee auf dem anderen Blatt.
      "Huli Jing. Fuchsfeen oder Fuchsgötter im alten China. Meister der Täuschung und der Manipulation." Sie atmete tief durch bevor sie abschloss. "Ich glaube der Oni wird von einem dieser Wesen gesteuert."


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    • Cal lauschte den Erklärungen und saugte alle Details, die Ilya ihm geben konnte, auf wie ein Schwamm. Er betrachtete die Zeichnungen. Oni und Fuchs. Das war doch schonmal ein Anfang. Einer war dumme Muskeln, die andere ein cleverer Zahnstocher.
      "Diese Fuchsfee? Was genau macht die? In Schädel eindringen und Erinnerungen manipulieren, das haben wir gesehen. Habt ihr je rausgefunden, wie sie das macht? Wo sie eure Leute aufgabelt?"
      Die Zahnräder in Cals Hirn ratterten. Die Vampire waren hauptsächlich vom Fuchs angegriffen worden, die ihre Köpfe und Drogen verdreckt hatte. Das Rudel war davon bisher nicht betroffen gewesen; stattdessen hatten sie sich mit der rohen Gewalt des Oni auseinandersetzen müssen. Der war mehrfach wie eine Herde Büffel durch ihr Revier gebrettert.
      Fuchs und Büffel...
      Cal grinste. Ilya hatte ihm ein Ziel gegeben. Ilya hatte ihm genau gezeigt, wie seine Beute aussah. Was auch immer in zwei Tagen passieren würde, er könnte dafür sorgen, dass das Rudel aufhörte, auf Verteidigung zu spielen. Es war Zeit für eine Jagd.
      Er wusste, wie die Magie vom Fuchs roch, er könnte sie jederzeit aufspüren, wenn er sich nur darauf fokussierte. Und wenn die die Strippen vom Büffel zog, dann würde ihr Tod dafür sorgen, dass der Oni entweder verschwand, oder vollkommen Amok lief. Sie mussten ihm nur das Hirn wegnehmen, der Rest war einfach.
      Cal schob das Bild des Oni beiseite und betrachtete das der Fuchsfee, prägte es sich genau ein. Er wusste, wie seine Beute aussah. Er wusste, wie seine Beute roch. In ihm wuchs der Wunsch, herauszufinden, wie seine Beute schmeckte.
      Er leckte sich über die Fangzähne.


    • Sie konnte seine Blutlust förmlich spüren. Nicht, weil Cal besonders mordlustig wirkte, sondern weil sie sehen konnte wie sich die Muskeln unter seiner Kleidung anspannten. Scheiße, war ihm eigentlich bewusst wie gut er aussah, wenn er sich über die Zähne leckte? Fand sie das so gut, weil sie selbst eine Jägerin war? Oder war er einfach so attraktiv?
      Ilya nippte ein weiteres Mal an ihrem Glas und betrachtete ihn. Zum ersten Mal sah er gefährlicher als sonst für sie aus. Nicht, dass sie sich vor ihm fürchtete. Es war mehr diese Erkenntnis, dass er ebenso ein Raubtier war, wie sie.
      "Das ist das Problem. Also eines der vielen Probleme." Sie zwang sich selbst zur Ruhe und hoffte, dass Cal zumindest für ein paar weitere Minuten die Füße still halten konnte.
      "Wir brauchen eure Hilfe beim aufspüren. Wir würden sie gar nicht finden und selbst wenn..." ihr Blick verweilte kurz auf der Zeichnung des Onis, bevor sie fortfuhr "...dann werden wir vermutlich nur in Stücke gerissen. Ich zumindest schon. Oder gleich der Magie unterworfen." Ein weiteres Seufzen entfuhr ihr. Die Vampirin hoffte inständig, dass Calder sich dem Ganzen annehmen konnte. Doch so einfach war das Alles nun mal nicht.
      "Ich weiß nicht, ob du gegen sie Immun bist. Ich weiß nicht mal ob ich gegen sie immun bin. Wir haben nichts davon, wenn du sie findest und dann drauf gehst."


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    • "Ich weiß nicht, ob du gegen sie Immun bist. Ich weiß nicht mal ob ich gegen sie immun bin. Wir haben nichts davon, wenn du sie findest und dann drauf gehst."
      Cal lächelte Ilya selbstsicher an.
      "So viel ich dir auch über uns erzählt habe: du weißt noch längst nicht alles. Mach dir um die Magie vom Fuchs mal keine Sorgen. Unsere geteilte Natur macht uns für geistige Manipulation unantastbar."
      Cora hatte mal versucht, ihm das zu erklären. Irgendwas von wegen weil sie die Balance von Tier und Mensch halten mussten, verteidigten sich die zwei Hälften gegenseitig oder sowas. Nur der Mond konnte Einfluss auf die Hälften nehmen.
      "Finden wir den Fuchs, finden wir den Oni. Kopf," er tippte auf die Zeichnung des Fuchses. "Und Muskeln," er tippte auf die Zeichnung des Oni. "Stark aber dumm und zu Wutanfällen neigend ist leicht auszuschalten. Da ist keine Taktik dahinter, nur rohe Gewalt. Sowas zerfetzen wir in ein paar Minuten."
      Cals Blick fiel wieder auf die Fuchs-Zeichnung. Wölfe waren bekannt dafür, Hetzjagden zu betreiben. Ihre Stärke lag in ihrer Ausdauer. Aber diese Beute konnten sie nicht einfach durch die Stadt jagen, bis sie müde wurde. Das hier war keine Hatz. Füchse versteckten sich gern in ihren Löchern, aber einem saftigen Huhn konnten sie nie widerstehen. Sie waren flink. Aber es hatte einen Grund, warum man immer einen Hund dabei hatte, wenn man sie jagen wollte.
      "Wir brauchen einen Köder. Einen guten, dem der Fuchs nicht widerstehen kann."
      Es juckte ihn in den Pfoten. Am liebsten wäre Cal nach draußen gegangen und hätte losgeheult, um dem Rudel Bescheid zu geben. Endlich hatten sie etwas, mit dem sie arbeiten konnten.
      Wieder und wieder fuhr er mit dem Zeigefinger über den Hals der Fuchs-Zeichnung. Schon bald würde er seine Zähne um diesen zierlichen Körperteil schließen...


    • "Cal-" Diesmal biss sich Ilya wirklich auf die Zunge. Ihr gefiel das nicht. Ihr gefiel das ganz und gar nicht. Nicht mal, weil sie Calder nicht vertraute oder weil sie dachte, dass er unbedingt verlieren würde. Nein, da war etwas anderes, was an ihrem Unterbewusstsein nagte. Etwas, was etwas mehr als Instinkt aber trotzdem nicht greifbar, nicht aussprechbar war. Ihre Hand verkrampfte sich um das Glas, drohte es zu zerbrechen, weshalb sie es schnell wieder abstellte, bevor sie hier noch Cal vom letzten Mal nachahmte.
      Kurz folgte sie seinen Fingern, seinen Augen, seinem Geist, bevor sie mit den Zähnen knirschte.
      "Ich hoffe wirklich, dass es so ausgeht, wie du sagst." Die Unzufriedenheit in ihrer Stimme galt nicht ihrem Gegenüber sondern sich selbst. Sie wollte etwas sagen, etwas erwidern, doch sie fand nichts, was sie ihm mitgeben konnte. Ilya hatte ja nicht vor ihn von der Jagd abzuhalten. Sehr wohl hatte sie aber auch nicht vor ihn ins offene Messer rennen zu lassen.
      "Normalerweise sind wir zu alt für solche Manipulation. Und trotzdem haben sie ein paar Vampire manipuliert, die am Jahrtausend kratzen." Das hatte sie ihm noch nicht gesagt. Bis lang. Es hatte auch nicht wirklich einen Grund dafür gegeben.
      "Wir wissen nicht, ob unsere Gegner zusammen arbeiten oder ob die Huli Jing den Oni kontrolliert." Ilya's Augen blieben an der Zeichnung des Onis kleben. Altair und selbst Miklas würden ihm nichts entgegen bringen können. Selbst ihr Vater würde sicherlich ein paar Schwierigkeiten haben und das, obwohl der werte Herr wesentlich mehr Kampferfahrung hatte, als er zugab.
      "Ich will dich nicht von der Jagd abbringen, Calder." Sie sah wieder zu ihm, in die schwarzen Augen, die schon längst draußen in der Stadt waren. "Aber in mir sträubt sich alles, dass dich oder dein Rudel allein machen zu lassen."


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    • "Ich will dich nicht von der Jagd abbringen, Calder."
      Ein warmes Kribbeln rollte Cals Wirbelsäule hinab, als Ilya seinen Namen sagte. Er wollte das nochmal hören. Wollte sie dazu bringen, seinen Namen noch einmal zu sagen. Zu seufzen. Zu stöhnen.
      "Aber in mir sträubt sich alles, dass dich oder dein Rudel allein machen zu lassen."
      Ach ja, die Jagd. Richtig. Und Ilya machte sich Sorgen um das Rudel?
      "Dann lass es uns nicht allein machen," entgegnete er schlicht. "Der Fuchs war bisher an euren Leuten und euren Drogen interessiert. Der beste Köder liegt sowieso auf eurer Seite. Und für die Jagd werde ich einige Wölfe von kritischen Punkten abziehen müssen, ich könnte also ein paar eurer Muskeln gebrauchen, um die weiterhin zu sichern. Wir werden mit der Frontlinie beschäftigt sein und kein Auge für unseren Rücken haben."
      Er sagte das alles so, als hätte er noch ein Rudel zu führen in zwei Tagen. Aber wenn er seine Karten richtig spielte, dann war die Jagd schon längst gestartet, bevor er sich mit Flint auseinandersetzen musste. Das Rudel wollte Blut sehen und er konnte es ihnen bieten. Er konnten ihnen den Feind liefern.
      "Muskeln", er tippte sich gegen die Schläfe. "Kopf," und weil er sich nicht zurückhalten konnte, strich er Ilya eine Strähne hinter das Ohr.
      Ihre Haut war wie immer kalt und weich und alles, was Cal spüren wollte. Ohne den Mond konnte er nicht einmal seine Instinkte beschuldigen. Er wollte Ilya. Mit Haut und Haaren. Vielleicht wäre das Leben als Schoßhund der Vampire gar nicht so schlecht?


    • Als seine heißen Finger ihre kühle Haut berührten wusste Ilya genau, dass sie lieber selbst da draußen sein starb, als ihn zu verlieren. Das wenige Blut in dem Drink, den sie schon längst ausgetrunken hatte, hatte nur das Verlangen nach ihm gestärkt. Nach seiner Wärme, nach seinem Berührungen.
      “Ein Köder funktioniert nur, wenn wir wissen was sie wollen.” Anstatt zurück zu weichen lehnte sie ihren Kopf gegen seine Hand, schloss für einen die Augen und konzentrierte sich nur auf ihn. Wie schön es wäre jetzt nicht über solche Dinge nachdenken zu müssen? Konnten sie nicht einfach beide abhauen und das alles hinter sich lassen?
      “Leider weiss ich nicht was sie wollen. Die Stadt vielleicht. Den Untergang unserer Arten hier. Wenn es nur zwei Wesen sind, dann ist es vielleicht auch persönliche Rache. Cal-“ sie stockte, mitten im Satz, als seine Hand zu wandern schien. Verdammt machte er das alles hier schwer.
      “Ich kann keinen meiner Leute als Köder benutzen wenn ich nicht weiß was sie mit ihnen anfangen wollen. Auch wenn wir nicht so einen starken Zusammenhang haben wie ihr, benutzen wir unsere Ränge nicht wie Bauernopfer. Vor allem nicht, wenn die Schäden bleibend sind.”


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    • Sie lehnte sich gegen seine Hand und Cal konnte nicht anders, als sie zu lassen.
      "Leider weiß ich nicht was sie wollen. Die Stadt vielleicht. Den Untergang unserer Arten hier. Wenn es nur zwei Wesen sind, dann ist es vielleicht auch persönliche Rache."
      Er konnte nicht anders, als seine Finger ein bisschen, nur ein klitzekleines bisschen, in ihre Haare zu schieben. Ihre weichen, perfekten Haare, die immer so gut rochen. Die Tatsache, dass sie kurz innehielt, als er das tat...
      "Ich kann keinen meiner Leute als Köder benutzen wenn ich nicht weiß was sie mit ihnen anfangen wollen. Auch wenn wir nicht so einen starken Zusammenhang haben wie ihr, benutzen wir unsere Ränge nicht wie Bauernopfer. Vor allem nicht, wenn die Schäden bleibend sind."
      "Dann müssen wir sie eben erwischen, bevor sie zuschlägt. Ich glaube nicht, dass sie deine Leute wollen. Die waren bisher immer nur dazu abgestellt, die schlechten Drogen zu beschützen. Ich glaube, sie wollen eure Kunden. Es geht ihnen um die Menschen, die das Zeug kaufen. Wann immer wir angegriffen wurden ging es auch um unsere Waren. Aber wir arbeiten auch direkt mit Kunden, also sind die Angriffe auf unser Territorium dazu gedacht gewesen, uns darauf zu lenken, anstatt an unsere Klienten zu denken. Sie haben es auf die Menschen abgesehen und müssen uns dafür loswerden."
      Er strich Ilya mit dem Daumen über die Wange. Sie war so blass. Und er wusste genau, wie er das ändern konnte. Fuck, wenn das so weiter ging, dann könnten sie sich ihre Pläne in die Haare schmieren. Wie sollte er sich denn bitte auch einen Schlachtplan konzentrieren, wenn sie genau hier saß, direkt neben ihm, und so verdammt perfekt aussah und so verdammt offensichtlich hungrig war?!
      "Wir können unsere Waren nicht an einem Punkt sammeln," meinte er, starrte aber Ilyas Lippen an.
      Lippen, die er unbedingt küssen wollte. Lippen, die er auf seiner Haut spüren wollte. Lippen, in die er hinein beißen wollte.
      "Aber eure Drogen können wir bewegen. Zumindest können wir so tun, als ob. Wie genau ihr das macht, müsst ihr rausfinden, ich kenn mich da nicht aus, aber das sollte den Fuchs anlocken. Lasst eine nicht-offensichtliche, aber geplante Lücke in eurem Sicherheitsnetz, die wir überwachen. Wenn der Fuchs auftaucht, schlagen wir zu."
      Das war doch jetzt wirklich genug Nachdenken, oder? Er wollte andere Dinge mit seinem Kopf tun.


    • Die Eis Prinzessin erstarrte förmlich, als sein Daumen seinen zerstörerischen Weg über ihre Wange fuhr. Wenn sie es nicht besser wüsste, schien er eine Schneise von brennendem Fleisch zu hinterlassen. Zumindest fühlte es sich so an.
      Machte er das extra? Diese quälende Verführung in Form von leichtester Berührung, während sie eigentlich versuchte hier die Stadt zu retten? Oder zumindest ihrer beider Ärsche? Apropos Arsch. Warum hatte Calder so einen verdammt gut aussehenden Hintern?
      Scheisse, das war wirklich nicht gut. Mit ihm hier zu sein, zu reden, zu denken. Das konnte doch nicht gut gehen. Nur, dass es keinen anderen Wolf, keinen anderen Vampir gab, der sich um das Alles kümmern konnte.
      “Das bekomme ich hin. Aber nicht so schnell wie du es vermutlich möchtest.” Murmelte sie, die Augen immer noch geschlossen. Warum fühlte es sich auch so gut an von ihm berührt zu werden? Wenn er doch nur seine Finger wo anders…
      “Ich muss einige Posten dafür benachrichtigen. Du weißt wie träge wir sind. Wir können frühestens morgen Nacht starten.”


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    • "Ich muss einige Posten dafür benachrichtigen. Du weißt wie träge wir sind. Wir können frühestens morgen Nacht starten."
      "Das reicht mir," gab Cal beinahe schon automatisch zurück.
      Der Zeitpunkt lag vor seinem Duell, das war alles, was wichtig war. Fast alles.
      Er ließ seine Hand von ihrer Wange gleiten, bis sie an ihrem Hals lag. Ihr Puls war so langsam. So schwach. Er konnte ihn kaum spüren. Sie musste so hungrig sein. So Müde. Alles andere schmeckt wie Asche...
      Cal knurrte leise. Er wusste nicht einmal, was er anknurrte. Ilyas Hunger? Ihre Müdigkeit? Die Tatsache, dass sie sich voneinander ferngehalten hatten? Die Gesamtsituation?
      Er ließ Ilyas Hals los und ergriff stattdessen ihre Hand. Er warf viel zu viel Geld für ihre Drinks auf den Bartresen. Sowas wie Wechselgeld war ihm vollkommen egal. Er wollte einfach nur verschwinden. Die Frage war nur: wohin?
      Kurzentschlossen zog er Ilya mit nach hinten in einen Abstellraum. Kaum hatte er die Tür hinter ihnen geschlossen schob er Ilya mit seinem Körper dagegen. Er konnte sich kaum zurückhalten, tat es aber irgendwie trotzdem.
      "Sag mir, dass ich das nicht tun soll," raunte er gegen ihren Hals, den er so unbedingt küssen wollte. "Sag mir, dass du keinen Hunger hast und du meine Adern nicht brauchst."
      Beim Mond sie gehörten ihr. Sein Blut gehörte ihr; sie konnte sich so viel nehmen, wie sie wollte.


    • Sein Knurren machte sie hellhörig. Seine Hand an ihrem Hals ließ sie fast verrückt werden. Als er ihre Hand umschloss, verschränkte sie instinktiv ihre Finger mit seinen. Ihr Herz, das bis lang so langsam und träge vor sich hin gepocht hatte, machte einen kleinen aber bedeutsamen Hüpfer. Calder hatte mit diesen Gesten etwas entbrannt, was sie so schnell nicht wieder löschen konnte. Schon gar nicht wieder zu Eis erstarren lassen konnte.
      Ilya folgte ihm, ließ sich ziehen bis sie in dem dunklen Raum angekommen waren. Fuck. Sobald die Tür ins Schloss gefallen war legte sich auch bei ihr ein Schalter um. Keine Sekunde zu früh, als Calder sie mit seinem wesentlich größeren Körper gegen die Tür drängte. Wie ein Käfig aus Muskeln und viel zu viel Anspannung schloss er sie ein und damit auch ihren Verstand.
      Ihre Hände fanden automatisch zu seinem Hals, zu seinem Nacken, zu seinen Haaren. Gott wie hatte sie das vermisst? Seinen Geruch. Seine Wärme? Ihn?
      Sein heißer Atem auf ihrem Hals jagten einen blitzartigen Schauer ihren Rücken herunter, machten sie schwach.
      Ihm sagen, dass er das nicht tun sollte? Dass die Zeit ohne ihn nicht eine einzige Qual gewesen war? Dass sie nicht lieber für immer schlafen ging als einen weiteren Tag ohne ihn? Dass sie nicht jede Minute an ihn gedacht hatte?
      Wie sollte sie das nur schaffen? Warum sollte sie das nur machen?
      “Cal-“ stöhnte sie leise, während ihre Hände seinen Zopf lösten und sich fest in sein Haar vergriffen.
      “Das hat beim letzten Mal auch nicht geklappt.” Presste sie hervor. Beim letzten Mal hatten sie beide gewusst das es falsch war. Und es hatte sie trotzdem nicht abgehalten. Ilya spürte wie ihre Zähne wuchsen. Wie sie sich nach ihm verzehrte. Sie wollte beißen. Ihn schmecken. Ihn fühlen. Mit letzter Vernunft, oder zumindest etwas was Vernunft versuchte zu sein, zog sie seinen Kopf nach oben zu sich um ihn in einen Kuss zu verwickeln.
      “Ich hab dich vermisst.”


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    • "Das hat beim letzten Mal auch nicht geklappt."
      Cal drückte sich noch enger an Ilya, nahm ihnen beiden die Luft zum Atmen sozusagen. Seine Finger bohrten sich neben ihrem Kopf in das Holz der Tür und hinterließen tiefe Kratzspuren. Viel länger würde er sich nicht zurückhalten können.
      Und gerade als er sich fragte, wie lange sie ihn wohl noch auf die Folter spannen würde, da zog sie ihn an den Haaren und in einen Kuss. Ein weiteres Knurren durchrollte ihn und er schlang einen Arm um ihre Hüften, als er ihren Kuss vertiefte.
      "Ich hab dich vermisst," hauchte Ilya und sprach ihm damit aus der Seele.
      Cal hatte sich selbst so sehr mit Arbeit zugeschüttet, nur nicht an sie denken zu müssen. Aber sie war immer da gewesen. Sobald der Lärm verklang, war sie da gewesen, suchte ihn heim wie ein Geist. Und jetzt war sie hier. Das hier war vielleicht das letzte Mal, dass er sie sah. Das letzte Mal, dass er sie berühren konnte.
      Er hob den Kopf und betrachtete sie, sah sie einfach nur an. Er versuchte, jedes Detail von ihr in sich aufzunehmen, festzuhalten.
      "Wir haben heute Nacht," flüsterte er. "Wenn wir auch sonst nichts haben, ich kann dir heute Nacht geben. Du kannst dir nehmen, was auch immer du brauchst. Was auch immer du willst."


    • Musste er das so sagen? Musste er sie an die begrenzte Zeit ihres Daseins erinnern? Noch nie hatte sie sich so sterblich gefühlt, wie jetzt gerade in seinen Armen. Ilya sah in die dunklen Augem, deren Hunger sie fast zu verschlingen drohten.
      Sie dachte nicht mehr darüber nach, was sie tat als ihre Lippen seine wieder ergriffen. Die Probleme ihrer Stadt, ihrer beiden Clans verschwanden in der Dunkelheit der Nacht, als sie das Blut auf seinen Lippen schmeckte, dort wo ihre Zähne auf seine Haut trafen.
      Er hatte es ihr gesagt. Ihr vor die Füße gelegt wie ein Hund. Dieses Mal? Dieses Mal zögerte Ilya keine Sekunde sich zu nehmen was er ihr anbot.
      Ihre Hände glitten seinen Hals, seinen muskulären Oberkörper hinunter, verschlossen sich hinter seinen Schulterblättern und hielten ihn fest. Nicht so sehr, dass sich Calder nicht selbst befreien konnte, aber mit dem einen Gedanken ihn nicht los zu lassen wenn sie es nicht musste. Währenddessen fand ihr Mund von seinen Lippen hinab zu seinem Kinn, weiter bis zur Basis seines Halses.
      Auch wenn sie sich selbst dafür strecken musste drückte sie sich mehr an ihn ran, bevor sie ohne Vorwarnung, ohne Rücksicht auf Verluste ihre spitzen Zähne in seinem Fleisch versank.


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    • Cal brummte, als er die scharfen Zähne an seiner Lippe spürte. Doch anstatt sich instinktiv zurückzuziehen, vor dem Schmerz davonzulaufen, vertiefte er ihren Kuss, als brauchte er das, um zu atmen. Der metallische Geschmack seines eigenen Blutes war ihm vollkommen egal, solange er nur weiterhin Ilya küssen konnte.
      Sie schlang die Arme um ihn. Es gab keinen Ort, an dem er lieber sein wollte. Keine Hände, die er mehr auf sich spüren wollte. Wölfe mochten es nicht, gefangen zu sein, aber jetzt gerade würde er sich eine Leine, einen Maulkorb und sogar dämliche Schneeschuhe anziehen lassen.
      Als Ilya den Kuss löste, wusste Cal sofort, was als nächstes kommen würde - und er freute sich darauf. Er hob den Kopf, lehnte ihn zur Seite, um Ilya so viel Platz wie möglich zu geben. Er wurde belohnt indem sie ihre Zähne in sein Fleisch schlug. Cal stöhnte auf - halb aus Schmerz, halb aus Erregung. Ein heißer Blitz zuckte von seinem Hals durch den Rest seines Körpers. Seine Hüften pressten sich von ganz allein fester gegen Ilya. Die Kratzspuren an der Tür wurden tiefer.
      Er beugte sich ein bisschen hinunter, um es Ilya leichter zu machen. Wie schaffte es diese Frau bloß, kurz vor Neumond sein Hirn auszuschalten und ihn auf seine Instinkte zu reduzieren? Das sollte eigentlich gar nicht möglich sein. Doch hier war er: nichts weiter als Pudding in ihren Händen.
      Er schob die Hand in ihrem Rücken tiefer, tiefer, tiefer, bis er den Saum ihres Kleides zu fassen bekam. Er hob ihn nicht an, strich nur mit seinen rauen Fingern über Ilyas glatte, kalte Haut, als frage er, ob das in Ordnung war. Er hatte keinen Kopf mehr dafür, Worte zu formen, aber er wollte nichts tun, was sie nicht auch wollte.


    • Ilya trank wie als hätte sie Monatelang in der Wüste umhergeirrt und nun endlich eine Oase gegunfen. Sein Blut schmeckte wie der Himmel auf Erden. Wie der Regen nach jahrelanger Dürre. Ein zufriedenes und gleichzeitig verzweifeltes Wimmern entfuhr ihr. Scheiße, raubte ihm sein Blut ihr den Verstand. Nicht nur sein Blut. Nicht nur sein Geruch. Nicht nur seine Berührungen.
      Sie hatte es nicht wahrhaben wollen und doch war es so offensichtlich, wie sehr sie gelitten hatte, wie sehr sie sich nach ihm gesehnt hatte. Calder war ihre Droge, ihre Sünde und ihr verdammter Untergang.
      Unter ihren Fingern fühlte er sich auf einmal so weich an. Er fügte sich so gehorsam, dass es er weniger einem Wolf und mehr einem dieser treuen Labradore glich. Für Ilya war es ein atemberaubendes Gefühl. Gleichzeitig konnte sie spüren, wie seine Instinkte alles andere überschrieben. Vorsicht. Rücksicht.
      Umso überraschender war es, immer wieder, wie er selbst jetzt noch wartete, den letzten Schritt ihr überließ. Wie als hätte sie schon längst die Leine in der Hand. Ungeduldig wie ein neugeborener Vampir, der auf seine erste Mahlzeit wartete, drückte sie sich an ihn, gegen seine Hände, gegen seine Hüften, schlang eines ihrer Beine um seines, ließ sich von seinem Blut treiben und verführen.
      Ilya keuchte gegen seine Haut, während ihre Finger sich durch sein Shirt in seine Schultern bohrten. Sie wollte mehr spüren. Mehr schmecken.


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