Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Wenn meine Verletzungen verheilt sind? Ich hab heute auf dich Rücksicht genommen!" gab Cal zurück, grinste aber mit Ilya.
      Als sie ihm ihr Bein entzog, legte er seinen Arm stattdessen wieder auf den Wannenrand. Er ließ sich ein bisschen tiefer in das Wasser sinken, sodass er seinen Kopf auch bequem auf den Wannenrand legen konnte. Und trotzdem hatten sie noch Platz in diesem Miniaturpool.
      "Allpfotenantrieb, wenn ich bitten darf. Ich verursache kein bisschen CO2!" scherzte er. "Aber die Idee ist toll. Rennen ist... ich weiß nicht. Wenn Menschen von ihrem Läuferhoch reden, dann kommt das, glaube ich, gut hin. Aber es ist nochmal was anderes, wenn du den Wind deiner eigenen Geschwindigkeit im Fell spüren kannst, weißt du? Wenn du's richtig anstellst, fühlt es sich fast wie fliegen an. Naja, zumindest stelle ich mir vor, dass es wie fliegen ist. Bin noch nie geflogen. Dafür musst du dich aber gut festhalten. Wenn ich erstmal losrenne, dann ist bremsen nicht mehr so einfach. Wir können aber auch gern zusammen rennen. Ich muss nicht immer gleich lospreschen. Ich kann mich dir anpassen und wir rasen zusammen durch die Gegend. Und auf zwei Beinen bist du mir garantiert überlegen."
      Wölfe mochten stärker und schneller sein als Vampire, aber letzteres galt nur in ihrer Wolfsform. Ihre Schnelligkeit kam nun einmal davon, dass sie vier Beine hatten und einen ganzen Körper, der auf Hetzjagten ausgelegt war.
      Aber die Vorstellung, mit Ilya zusammen zu laufen, die gefiel Cal ungemein. Wie zusammen spielen, zusammen schlafen und zusammen jagen war auch zusammen zu laufen etwas, das Wölfe einfach gern taten, weil es ihre Bindung zueinander stärkte.
      Da drängte sich ihm ein Gedanke auf und er grinste verschlagen.
      "Schonmal mit einem riesigen Wolf gekuschelt?"


    • Ilya lachte laut auf, als er sie scherzend korrigierte. “Ja gut, Allpfotenantrieb. Ich Merks mir falls ich das irgendwann nochmal brauchen sollte.” Was vermutlich nicht der Fall war, aber man wusste ja nie. Der Gedanke, mit ihm zu laufen gefiel ihr mehr und mehr. Die Erinnerungen von Ash waren nicht nur interessant gewesen, sondern hatten auch eine gewisse Neugier geweckt. Ilya war schon oft an ihre Grenzen im Kampf gegangen. Aber einfach frei laufen? So schnell sie konnte? So weit sie wollte? Das hatte sie definitiv noch nicht versucht. Wo denn auch?
      Als er sich ihr zuwandte verschluckte Ilya sich fast an ihrer eigenen Spucke. Anscheinend hatte Calder nun entgültig entschlossen, alle Grenzen und Vorsicht über Bord zu werfen.
      “Bietest du mir gerade an mit dir zu kuscheln?” Sie lehnte sich wieder näher an ihn, ihr Körper immer noch wesentlich kühler als seiner trotz des warmen Bades. “Klingt auf jeden Fall sehr verlockend. Dein Fell ist immer so weich.”


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    • "Es gibt nichts, was uns davon abhält, oder? Warum also nicht?"
      Cal zuckte mit den Schultern.
      Es gab nichts besseres, als sich nach einem langen Tag zusammen in einen Haufen mit anderen zu werfen, wo sich alle dicht an dicht drängten, bevor sie sich zusammenrollten und ein wohlverdientes Nickerchen machten. Cal liebte diese Art der Nähe zwischen Wölfen besonders, weil er sich dabei nicht wie ein Außenseiter fühlen musste. Bei allem anderen ließ man ihm den Vortritt, aber beim wenn alle in nur wenigen Minuten sowieso nur noch schnarchten, dann war es vollkommen egal, wer wo lag. Als Kind hatten er und Flint sich immer zusammengelegt, später waren dann die Zwillinge mit dazu gekommen. Dann, als Jungwolf, hatte Cal friedlich mit allen anderen seiner Altersstufe gekuschelt und niemand hatte ein Wort darüber verloren, dass er vorsichtig sein musste oder hatte ihn beiseite genommen, weil er etwas anderes hatte lernen müssen. Er hatte einfach mal Wolf sein dürfen.
      "Du magst es doch, wenn ich dich warmhalte. Stell dir mal vor, wie gut das geht wenn ich größer bin und dann noch richtig gut isolierendes Fell hab."
      Cal grinste. Ja, das war eine gute Idee gewesen. Er würde sich heute Nacht definitiv um Ilya herum zusammenrollen, bevor er ins Bett ging.
      "Du darfst das mit dem Kinn gern auch nochmal tun," fügte er dann etwas kleinlauter hinzu.
      Normalerweise waren Wölfe nicht so der Fan davon, wenn andere sie einfach so streichelten oder kraulten. Das war eine Sache, wenn das die Familie machte, aber eine völlig andere, wenn es darüber hinaus ging. Selbst innerhalb des Rudels konnte man nicht einfach jeden hinter den Ohren kraulen. Das war einfach etwas persönlicheres, etwas intimeres. Aber als Ilya das einfach so in den Tunneln gemacht hatte... Nun ja, Cal konnte nicht behaupten, dass er es nicht genossen hätte.


    • Wie immer hatte Calder Recht. Niemand hielt sie davon ab einfach das zu machen, was sie gerade wollten. Aufgebrachte Vampire an der Grenze zum Wolfsrevier würde es wohl nur geben, wenn Ilya noch ein paar Tage mehr fehlte oder sich nicht meldete. Von Calders Seite würde man ihn wohl kaum stören, außer es war etwas wirklich wichtiges.
      Daher hatte sie kein Problem, mit dem Plan fortzufahren. Außerdem wurde das Wasser langsam eh kalt.
      “Ich bekomm fellige Wärme und darf noch zusätzlich dich streicheln? Deal.” Lächelte sie und erhaschte noch einen Kuss von seinen Lippen bevor sie vorsichtig aufstand um nicht in der Wanne auszurutschen.
      Nachdem sie schnell ihre Haare ausgewrungen und sich zumindest mit einem Handtuch abgetrocknet hatte wandte sie sich ihm wieder zu. Jetzt, wo ihre Haut nicht mehr total durchnässt war und auch die Umgebung angenehm warm war, fühlte sie sich viel besser.
      “Ausserdem läufst du dann nicht Gefahr, dass ich dich noch in der Nacht versuchen zu vernaschen.” War die Aussage total mehrdeutig? Auf jeden Fall. Würde sie das weiter eingrenzen? Garantiert nicht.


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    • "Wie, du stehst nicht auf einen Mund voller Haare?" gab Cal grinsend zurück.
      Er streckte sich noch einmal in der Wanne, dann ließ er das Wasser ab und stieg selbst heraus. Besonders viel Mühe machte er sich nicht dabei, seine Nacktheit zu verbergen. Mittlerweile sollte Ilya ja wohl daran gewöhnt sein, dass Kleidung für ihn nur eine Option von vielen war. Er trocknete sich schnell ab, dann nahm er sein Haargummi raus und legte es beiseite. Da er seine Haare in der Wanne nicht offen getragen hatte, waren sie noch trocken - was im Umkehrschluss hieß: kein nasser Wolf.
      Entspannt schlenderte Cal rüber ins Gästezimmer. Er streckte die Arme noch einmal über den Kopf, ließ seinen Nacken knacken, dann ließ er die Verwandlung zu. Seine braunen Augen wurden dunkler, bis sie vom Schwarz des Wolfes eingenommen wurden. Seine Muskeln zerrissen, seine Knochen brachen, alles in ihm verschob sich und wob sich neu zusammen. Einen Moment später stand da ein großer, matschbrauner Wolf, anstelle des Mannes.
      Cal schüttelte sich einmal von Kopf bis Fuß, dann streckte er sich. Erst die Vorderläufe, dann den einen Hinterlauf, gefolgt von dem anderen, und zum Abschluss ein herzhaftes Gähnen. Jap, alles war da, wo es hin sollte.
      Er wandte sich um zu Ilya und setzte sich. Selbst auf diese Weise überragte er sie noch. Seine Schulterhöhe als Wolf war die gleiche wie als Mensch, aber seine Form war um einiges massiver, so auch sein Kopf.
      Maple stupste in diesem Moment die Tür mit ihrer Schnauze auf und trottete herein. Sie schien an Calders Form nichts auszusetzen zu haben; sie schnupperte lediglich an seinem Oberschenkel. Cal beugte sich zu ihr hinab und stupste sie mit seiner Nase an. Sie schnupperte nochmal an ihm, das war aber auch schon alles. Also wandte sich Cal wieder Ilya zu und stupste nun sie mit seiner Schnauze an.


    • Sie war ihm schweigend ins Gästezimmer gefolgt, nachdem sie ein Handtuch um ihren Körper gewickelt hatte. Wechselkleidung hatte sie ja nicht. Weder von sich zu Hause mitgenommen, noch von Calder ins Bad getragen. Mittlerweile störte sie es aber auch recht wenig.
      Calder lief sowieso die Hälfte der Zeit nackt rum, wobei sie sich an den Anblick von seinem hübschen Arsch wohl nie gewöhnen würde. Aber er hatte sie jetzt auch zu genüge gesehen und so lange niemand Anderes auf die glorreiche Idee kam in sein Haus einzufallen, begnügte sie sich ebenfalls ihren Geburtsanzug zu tragen.
      Wie immer war sie fasziniert, als Calder sich verwandelte. Die Transformation war flüssig und hörte sich gleichzeitig schmerzhaft an. Für ihn war es vermutlich ganz normal.
      Ilya lächelte, als er sie anstupste und begann direkt sein Kinn zu kraulen. Nicht, weil er danach gefragt hatte, sondern weil sie instinktiv ihre Hände in seinem weichen Fell vergraben wollte.
      “Du musst mir wirklich mal deine Fellpflegeroutine zeigen,” kicherte sie als sie ihre Hände wandern ließ.
      “Meine Haare sind so widerspenstig. Wenn ich sie nicht ordentlich föhne dann seh ich aus wie als hätte ich in eine Steckdose gefasst.”


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    • Mit einem sehr zufriedenen Brummen schloss Calder die Augen und lehnte sich gegen Ilyas Hand. Ihre Finger kratzten ihn gerade genau an der Stelle, an die er selbst nie richtig rankam, und wenn er ein Mensch gewesen wäre, hätte er jetzt wahrscheinlich albern gegrinst.
      "Du musst mir wirklich mal deine Fellpflegeroutine zeigen. Meine Haare sind so widerspenstig. Wenn ich sie nicht ordentlich föhne dann seh ich aus wie als hätte ich in eine Steckdose gefasst," meinte Ilya.
      Cal öffnete ein Auge, hob den Kopf etwas und schnaubte leicht, was ihr demonstrativ eine Strähne aus dem Gesicht wirbeln ließ. Sie kitzelte ihn an der Nase. Er zog den Kopf hastig zurück und nieste so kräftig, dass Maple sich erschreckte und leise japste. Mit einem leisen Fiepsen beugte sich Cal zu der Hündin runter und ließ sie noch einmal schnuppern. Alles schien in Ordnung. Maple tapste zum Bett und sprang hinein, um ab jetzt alles aus sicherer Entfernung zu beobachten. Cal sah ihr kurz nach, dann drückte er seinen Kopf wieder gegen Ilyas Hand. Er hätte nie zugegeben, wie sehr er sich darauf gefreut hatte. Darauf, dass sie ja gesagt hatte, als er ihr den Vorschlag gemacht hatte.
      Seine Nase zuckte, als er ihren Duft aufnahm; warmes Wasser, Shampoo, und irgendwo darunter ihr eigener Geruch. Den, den Cal nicht mehr aus der Nase bekam - und es auch eigentlich gar nicht wollte. Er mochte den Geruch.
      Getrieben mehr von Instinkten als von logischen Gedanken, ließ sich Cal ganz auf den Boden sinken, bis er vor Ilya lag. Dann kippte er zur Seite und präsentierte ihr ganz ungeniert seinen Bauch. Er hielt sogar eine seiner Vorderpfoten hoch. Und als er sie ansah, setzte er sogar noch einen drauf, indem er die Ohren spitzte und seine Zunge seitlich aus seinem Maul hingen ließ.


    • Ilya schnaubte, als Calder nur gerade noch sie selbst verfehlte, als er nieste. Gerade wollte sie anfangen zu lachen, doch das blieb ihm ihr quasi im Halse stecken. "Cal-?" Ungläubig beobachtete wie er sich verhielt wie ein verwöhnter Hund. Mehr Hund, als Wolf. Obwohl Hunde am Ende ja auch von Wölfen abstammten.
      "Du bist unmöglich." seufzte sie dann und kniete sich vor ihn um ihm den Bauch zu streicheln. "Machst du das jetzt, um dich über mich lustig zu machen, oder weil du dich wirklich gerne von mir kraulen lässt?" Scheiße war sein Fell weich. Soviel zum Thema Fellpflege. Ilya wusste nicht, warum sie es nicht komisch fand, dass er sich ihr so hingab. War der Bauch zeigen nicht eher unterwürfig? Sollte er das Rudelführer überhaupt machen? Fragen würde sie ihn das natürlich nicht. Es störte sie nicht und sie hatten ihm ja gesagt, dass er sich bei ihr nicht scheuen musste. Ein bisschen überraschend war es allerdings trotzdem.
      Da er so groß war lehnte sich Ilya kurzerhand näher und legte ihren Kopf auf seinen felligen Bauch. Gott, so war er ja auch total warm. "Kann ich dich mit ins Bett nehmen so? Du bist ja wie ein beheiztes großes Kuschelkissen."


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    • Cal ließ den Kopf auf den Boden sinken, als Ilya sich zu ihm kniete und ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, den Bauch kraulte. Sowas machte man eigentlich nur mit Leuten, denen man wirklich vertraute, Leuten, mit denen man sein Leben verbrachte. Wölfe ließen Leute nicht einfach so nah an sich ran, wenn es keinen stabilen Kontext dazu gab. Und doch lag Cal hier und hatte nicht einen Gedanken daran verschwendet, was genau er hier eigentlich tat.
      Er richtete sich ein bisschen auf, als Ilya sich gegen ihn lehnte. Dieser Anblick stellte etwas mit ihm an. Nicht nur fühlte es sich richtig an, es sau auch noch richtig aus. Was sollte das? Warum?!
      Cal lehnte sich vor, rollte sich dadurch ein bisschen um Ilya herum zusammen.
      "Kann ich dich mit ins Bett nehmen so? Du bist ja wie ein beheiztes großes Kuschelkissen."
      In diesem Augenblick erinnerte sich Cal daran, dass Ilya ja mehr oder weniger seine Gedanken hören konnte, wenn er simple und laut dachte. Oder so. Also stupste er ihren Oberschenkel an and dachte: "Bett."
      Sobald sie sich nicht mehr mit ihrem Gesicht gegen ihn drückte, wuchtete Cal seinen massiven Körper zurück auf alle Viere und machte die zwei Schritte zum Bett rüber. Maple warf sich auf den Rücken, schlug spielerisch mit einer Pfote nach ihm. Cal machte mit, drückte seine Schnauze gegen ihren Bauch. So ging das hin und her für einen Augenblick, bevor Maple schließlich genug hatte. Cal schob sie vorsichtig ein bisschen aus dem Weg, bevor er ins Bett stieg. Er musste nicht einmal hüpfen, er konnte einfach drauflaufen. Er schob sich die Decke und die Kissen mit der Nase zurecht, dann legte er sich hin. Das Bett knarzte nicht einmal unter ihm.
      Er hatte sich so platziert, dass er das Headboard vom Bett einnahm. Perfekt also, um Ilya als Kopfkissen zu dienen. Mit großen Augen legte er seinen Kopf auf seine Pfoten, darauf wartend, genau diese Position einnehmen zu dürfen.


    • Er hatte ja schon angekündigt, dass er mit ihr Kuscheln wollte. Oder dass sie mit ihm kuscheln dürfte, also war sie nicht ganz so überrascht, dass er sie bestätigte und zum Bett zog, sobald sie von ihm abgelassen hatte. Es war immer wieder interessant zu sehen, wie ein so großer Wolf sich verhielt und sich in seinem eigenen Körper bewegte. Zwar war das Haus für beide seiner Formen eingerichtet, jedoch hatte sie Schwierigkeiten sich vorzustellen, wie man so als Wolf die meisten Menschlichen Applikationen verwendete.
      "Du weißt schon, dass wenn ich mich einmal an deine Wärme im Bett gewöhne ich für immer leiden werde, wenn du nicht mit mir schläfst, oder?" Ilya stieg zu ihm und kuschelte sich richtig an ihn ran. Dabei legte sie ihren Körper in die Lücke zwischen seinen Vorderbeinen und seinem Bauch und ihren Kopf irgendwo an seiner Schulter. Dann zog sie zusätzlich die Decke über sich und seufzte entspannt. Sie verstand jetzt langsam, warum die Wölfe untereinander viel kuschelten. In Ash's Erinnerungen hatte das schon so interessant und gemütlich ausgesehen. Aber sie hatte kein Fell und war kalt. Ob das so gemütlich für Calder war? Sie wagte es innerlich zu bezweifeln. Aber solang er sich nicht beschwerte..
      "Oder ich muss mir so ne beheizte Decke kaufen."


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    • Sobald Ilya es sich bequem gemacht hatte, kroch auch Maple zu ihnen herüber und legte sich neben die Vampirin, wo sie sich zusammenrollte. Zeitgleich rollte sich Cal ebenfalls ein bisschen zusammen, sodass die beiden von seinem massiven Körper völlig umschlungen waren.
      Auf Ilyas Kommentar über die Heizdecke hin, schnaufte Cal nur und platzierte seinen Kopf auf Ilyas Schoß. Der Satz vorher war der, der sich in Cals Hirn bohrte: "Du weißt schon, dass wenn ich mich einmal an deine Wärme im Bett gewöhne ich für immer leiden werde, wenn du nicht mit mir schläfst, oder?"
      Ihm wurde bewusst, dass er nichts dagegen hätte, Ilya öfter hier zu haben. Ihm wurde ebenfalls bewusst, dass das ein völlig durchgeknallter Gedanke war, den er gar nicht erst haben sollte. Und doch war er da.
      Es war nicht das erste Mal, dass sie ihn aus dem Gleichgewicht brachte. Und vermutlich auch nicht das letzte. Aber in diesem Moment war es nicht nur ihre Art oder ihre Worte – es war die Tatsache, dass sie unter seiner Decke lag, eingekuschelt in seine Brust, ihre Haut kühl, aber nicht unangenehm, und dass er, wie ein verdammter Idiot, keinen einzigen Zentimeter zwischen ihnen wollte.
      Er hatte sich um sie gelegt wie ein Schild, wie eine Festung aus Fell und Muskeln, und irgendwie war es ihm nicht genug. Cal wollte sie noch näher bei sich. Er konnte nicht sagen, wann das passiert war, wann er angefangen hatte, ihre Nähe nicht nur zu ertragen, sondern zu brauchen.
      Er wagte es kaum, sich zu rühren, damit sie nicht wegrutschte. Und wenn sie sich bewegt hätte, hätte er sie vermutlich einfach zurückgezogen. Er wollte diesen Moment für sich behalten. Wenigstens für einen Herzschlag lang. Wenigstens bis zum Morgen. Wenigstens solange sie noch hier war.


    • Ilya konnte schnell eingeschlafen, wenn sie es wollte. Sowas tat man, wenn man Vampir war. Zwar war es ungewöhnlich über Nacht zu schlafen aber auch nicht unerhört. Morgen früh würde sie vermutlich nur Calder nach einer Sonnenbrille fragen müssen, sollte er darauf bestehen mit ihr tagsüber etwas machen zu wollen. Vielleicht bräuchte sie dann auch noch etwas Sonnencreme. Aber die hatte er doch bestimmt irgendwo rumliegen oder? Alternativ konnte sie sich auch endlich mal wieder in ihrem eigenen Territorium blicken lassen. Mit seinem Auto war der Trip bestimmt schnell gemacht und sie konnte sich auch endlich neue Unterwäsche holen.
      Es hatte sie bis lang nicht so sehr gestört, wie man vielleicht meinte, in geliehener Kleidung herum zu laufen. Außerdem lag sie nun auch nackt, eingekuschelt in dichtes weiches Fell. Hungrig war sie auch nicht mehr, nachdem Calder sie gefüttert hatte. Wieder einmal wurde ihr bewusst, dass sie das nicht weggeben wollte. Weder die wohlige Wärme um sie herum, noch das leckere Blut auf ihren Lippen, noch er selbst.
      Sie mochte ihn. Ilya mochte einen Wolf. Toll. Sie mochte ihn sogar so sehr, dass sie ihren gesamten Nachtzyklus für ihn umwarf. Wenn es das war, was ihnen ein bisschen Zeit verschaffte? Etwas Zweisamkeit in all dem Chaos? Dann würde sie auch in Kauf nehmen morgen in die Sonne zu blinzeln und einen Sonnenbrand zu verfluchen.
      Entschlossen kuschelte sie sich noch ein bisschen mehr bei ihm ein und tat das, was Vampire immer taten, wenn sie wollten. Schlafen.


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    • Die Haustür fiel mit einem dumpfen Klack ins Schloss, gefolgt von festen, entschlossenen Schritten auf dem Flur. Linden hatte sich nicht die Mühe gemacht, anzuklopfen - was in den seltensten Fällen nötig war. Vor allem, wenn er wusste, dass sein Neffe morgens dazu neigte, alles um sich herum zu vergessen.
      "Cal?" rief er durch das Haus.
      Keine Antwort. Nur das leise Trappeln von Krallen irgendwo weiter hinten und ein Schnauben von einem der Hunde, der verschlafen aus der Küche trottete.
      Linden seufzte und machte sich auf seine übliche Route. Cal war nicht im Wohnzimmer? Dann eben oben. Er stieg die Treppe hinauf und hielt direkt auf Cals Schlafzimmer zu - was verlassen dalag. Nicht ungewöhnlich, der Junge schlief oft draußen, wenn ihm danach war. Aber gestern Nacht hatte es geschüttet wie blöd, da würde Cal sicher nicht die Nacht im Freien verbringen wollen. Seltsam.
      Linden blickte den Flur hinunter zu der Tür, die ihn jedes Mal kurz innehalten ließ. Das Schlafzimmer seiner verstorbenen Schwester. Er sah immer nach, ob Cal dort drin schlief, auch wenn er ganz genau wusste, dass der Junge sich nur sehr selten überhaupt dazu durchringen konnte, diesen Raum zu betreten. Wahrscheinlich kannte Linden das Zimmer besser als sein Neffe.
      Mit einem Seufzen sah er auch dort nach. Wie erwartet fand er Cal nicht hier. Trotzdem atmete Linden tief ein - der Geruch seiner Schwester schaffte es auch nach drei Jahrzehnten noch in der Luft zu hängen - bevor er sich abwandte. Ein schneller Blick ins Gästezimmer, nur um sicherzugehen, dann würde er wohl doch draußen nachsehen müssen.
      Als er die Tür öffnete, wurde er abrupt aus seinen Gedanken gerissen.
      Sein Blick fiel auf das große Bett. Auf Cal - in seiner Wolfsform, halb eingerollt, ein dunkler Haufen Fell im gedimmten grauen Licht des Morgens der durch die zugezogenen Vorhänge fiel.
      Und auf Ilya Crowley.
      Die Vampirin lag eng an ihn gekuschelt, allem Anschein nach auch noch nackt unter einer Decke, die kaum verhüllte, was Linden lieber nicht gesehen hätte. Ihr Kopf lag an Cals Hals, eine Hand vergraben im dichten Fell an seiner Brust. Cal selbst hob träge den Kopf, seine Ohren zuckten, als er seinen Onkel bemerkte. In den schwarzen Augen blitzte kurz ein Anflug von Trotz auf, bevor sie wieder ruhig wurden.
      Für einen Moment herrschte Stille. Nur das leise Atmen der beiden Wölfe war zu hören, bis Linden ungläubig schnaufte.
      "Ich hoffe, du hast sehr gute Gründe dafür," grummelte Linden schließlich trocken, die Arme vor der Brust verschränkt.
      Er war nicht wütend, was ihn selbst überraschte. Viel eher war er genervt, auf die Du bist mein Neffe und ich will es gar nicht so genau wissen-Weise.
      Cal schnaubte leise und bewegte sich keinen Zentimeter. Stattdessen legte er demonstrativ die Schnauze wieder neben Ilya ab und schloss die Augen, so als könne er das Gespräch dadurch vertagen.
      "Ach, Junge..." seufzte Linden müde.
      Hinter dem Kommentar versteckte sich leise Besorgnis - nicht über den Skandal, sondern darüber, was diese Entwicklung für Cals ohnehin schon überladenen Kopf bedeutete. Und für seine Position im Rudel.
      Linden schüttelte leicht den Kopf, fuhr sich über das Gesicht.
      "Reden wir, wenn du... weniger beschäftigt bist. Sieh zu, dass das bald ist."
      Dann schloss er die Tür wieder.
      "Der Junge macht mich noch wahnsinnig."


    • Ilya hatte gut geschlafen. So, wie Vampire eben schliefen. Wie ein Vorgeschmack auf den ewigen Schlaf, dunkel, ohne Träume und ohne Agenda. Der Körper der Vampirin erholte sich nicht von Schlaf, sondern nur von Blut. Ihr Kopf allerdings? Ihr Gehirn hatte das, nach den ganzen neuen Informationen aus Ashs Erinnerungen eindeutig gebraucht.
      Was sie eindeutig nicht gebraucht hatte war der Blick eines älteren Mannes auf ihrem kaum verdeckten nackten Körper, welcher an Calders geschmiegt war, wie als würde er nirgendwo anders hingehören. Sie war aufgewacht, als dieser den Kopf gehoben hatte, nur um ihn gleich wieder neben sie sinken zu lassen. Auch, wenn sie ihn noch nie gesehen hatte, konnte es nur sein Onkel, das momentane Gesicht des Rudels, Linden, sein, der da im Türbogen stand und nach Worten zu ringen schien. Anscheinend hatten beide genauso wenig Lust auf die Konfrontation, wie sie es hatte.
      Wie es sich für einen Gast, der sein Willkommen schon längst überschritten hatte, gehörte, hielt sie sich aus der wohl halb stumm verlaufenden Konversation einfach raus und blieb ruhig an ihn gekuschelt liegen. Wobei sie nicht wirklich eine andere Möglichkeit hatte, außer sich gleich zu entblößen. Schnell war er wohl wieder gegangen, ob er der Situation gänzlich entfliehen wollte oder einfach der Konsequenzen?
      Ilya seufzte leise und streckte sich ein wenig. Zum ersten Mal seit langem fühlte sie sich nicht an wie eine Leiche. Eher menschlich warm. Fast schon ein bisschen zu warm, jetzt wo sie so drüber nachdachte. Und zu hell. Ihre Augen mochten selbst die wenigen Lichtstrahlen definitiv nicht. Unweigerlich drehte sie sich um und steckte ihren Kopf in sein Fell, blendete alles aus, was da draußen so auf sie wartete.
      "Guten Morgen.." murmelte sie, wohlwissend dass sie keine wörtliche Antwort bekommen würde. "Das war ein sehr...interessanter Wecker."


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    • Calder schnaufte mit geschlossenen Augen. Sein Atem war stark genug, um Ilyas Haare wieder ein bisschen fliegen zu lassen.
      Er hatte gut geschlafen, aber das tat er meistens, das war nichts neues. Was neu war, war die Gesellschaft gewesen; Ilyas Gesellschaft. Normalerweise, wenn Cal mit jemandem zusammen schlief, dann meistens in einem Haufen auf dem Boden, egal in welcher Form. Im Bett zu liegen, während er auf allen Vieren unterwegs war, kam schon selten genug vor, aber dann auch noch mit jemandem, der sich an ihn kuschelte und ihn wie eine Heizung benutzte?
      Cal konnte allerdings nicht behaupten, dass er sich dabei unwohl fühlte. Auch nach einem ausgiebigen Nickerchen fand er noch immer, dass Ilya perfekt an seine Seite passte - und da auch noch gut aussah, selbst mit ihren völlig zerzausten Haaren und der Tatsache, dass sie nichts anhatte.
      Cal wollte nicht aufstehen. Er wollte weder diesen kleinen Frieden hier kaputt machen, noch wollte er sich dem Gespräch mit seinem Onkel stellen. Sicher, es hätte schlimmer sein können - einer der Zwillinge hätte ihn so vorfinden können - aber er wusste ganz genau, dass der Sturm erst noch bevorstand. Linden würde ihm die Hölle heiß machen, sobald er aufstand. Aber Cal wusste auch, dass er diesem Gespräch nicht entkommen konnte. Sein Onkel würde nicht eher aus diesem Haus verschwinden, ehe sie ein paar Worte gewechselt hatten. Oder eher bis er Cal einen Vortrag hatte halten können. Mist.
      Cal hob den Kopf und gähnte. Egal, wie sehr er es hinauszögern wollte, er musste aufstehen. Besser, dass er das Ganze schnell hinter sich brachte, dann konnte er sich direkt wieder auf andere Dinge konzentrieren.
      Mit der Schnauze schob er Ilya von sich runter, damit er aufstehen konnte. Er streckte sich kurz, dann verwandelte er sich zurück. Auf dem Weg zu den Vorhängen ließ er seinen Nacken in beide Richtungen ordentlich knacken. Er zog sie enger zu, sodass nicht einmal mehr ein kleiner Spalt zwischen ihnen lag. Jetzt kam das Licht nur noch indirekt um die Vorhänge herum in den Raum. Trotzdem kehrte Cal zum Bett zurück und schob die Decke ein bisschen nach oben. Er hatte keine Ahnung wie allergisch Vampire gegen die Sonne waren, aber so, wie Ilya das Gesicht verzog, tat er hier das richtige.
      "Ich hol dir was Neues zum Anziehen," murmelte er. "Aber du kannst so lange hier bleiben, wie du willst. Egal, was mein Onkel sagt."
      Er schnappte sich die alten Klamotten seiner Mutter, die er Ilya gestern gegeben hatte und warf sie in einen Wäschekorb im Badezimmer, bevor er ging. Er holte sich ein paar Jogging-Shorts aus seinem Schlafzimmer, bevor er schnell in das alte Schlafzimmer seiner Mutter huschte und dort ein sehr ähnliches Set an Klamotten aus dem Kleiderschrank holte. Er legte beides ans Fußende vom Gästebett.
      "Ich hab keine Ahnung, wie das gleich laufen wird," gab er zu. "Aber es wird besser für dich sein, wenn du einfach hier bleibst, ja? Dir passiert nichts, solange du dich nicht einmischst."


    • Morgens aufwachen war wirklich nicht ihr Ding. Weder die Helligkeit der Sonne, noch die Umstellung von der Nachtaktivität in den Tagesrhythmus von Menschen und Wölfen. Als Calder sich irgendwann regte, musste sich Ilya ein bisschen zurückhalten, um ihn nicht trotzig zurück ins Bett zu ziehen. Wenn es nach ihr gehen dürfte hätte sie auch den ganzen Tag mit ihm weiter geschlafen oder einfach nur die Zweisamkeit genossen. Die Nähe und Intimität zwischen ihnen, abgeschottet vom Rest der Welt.
      Doch ein Teil dieser Welt wartete da unten auf Calder und auf Erklärungen die er wohl genauso wenig geben konnte. Ein anderer Teil der Welt war damit beschäftigt Vampire und Wölfe gegen sich aufzubringen. Stumm beobachtete sie den Mann mit dem sie die Nacht verbracht hatte, wie er kurz aufräumte und sich und ihr ein wenig Kleidung verschaffte. Als würde das was an der Situation ändern. Ilya seufzte leise und nickte, als Calder sie quasi bat im Gästezimmer zu bleiben.
      “Okay. Im Rest des Hauses ist es eh zu hell”, antwortete sie leise und kuschelte sich wieder mehr in die Decke ein. Sodass ihr Kopf kaum unter der Decke hervorschaute. “Wenn irgendwas ist, was ich tun kann, sagst du mir aber Bescheid. Von meinen Leuten ist jetzt niemand wach, aber wenn ich sie kontaktieren soll oder so, kann ich das trotzdem machen.”


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    • Cal kämmte sich mit den Händen die Haare und band sie schließlich in seinen üblichen Bun hoch.
      "Ich glaub nicht, dass wir über irgendwas reden werden, was deinen Einsatz erfordert," meinte er. "Du bist zwar mitten im Revier, umringt von Wölfen, aber du bist hier gerade am sichersten von allen, würd ich behaupten..."
      Es gab kein Entkommen für Cal. Sein Onkel war jemand, dem man sich irgendwann stellen musste, ob man wollte oder nicht.
      Also verließ er das Gästezimmer und ging die Treppe hinunter, barfuß, nur in seinen Shorts. Unten im Haus war es ruhig, nur aus der Küche drangen Geräusche.
      Dort stand Linden am Tresen, die Ärmel des Hemds hochgekrempelt, während er routiniert Fleischstücke, eingeweichtes Trockenfutter und verschiedene Mineralmischungen in die Näpfe der Hunde verteilte. Ohne aufzusehen, bemerkte er Cals Eintreten mit einem kurzen Nicken.
      Cal trat stumm neben ihn und griff nach einem Napf, um ihm zu helfen. Kein Wort fiel zwischen ihnen. Da waren nur die Geräusche von Näpfen, die auf die ein oder andere Art gefüllt wurden, und das aufgeregte Hecheln und Schwanzwedeln von einer hungrigen Meute Streuner. Einer nach dem anderen ließ Cal die Hunde fressen, beobachtete, wie Maple, Acorn und der Rest der Meute sich schwanzwedelnd auf ihr Futter stürzten.
      Schweigend bereitete Linden währenddessen zwei Tassen Kaffee zu. Der Duft von starkem, schwarzen Kaffee zog durch die Küche. Er reichte Cal eine der Tassen und nickte Richtung Veranda. Wortlos folgte Cal ihm hinaus, der Becher wärmte seine Hände in der noch kühlen Luft des Vormittags. Der Himmel war verhangen, aber es regnete nicht mehr.
      Sie setzten sich den kleinen Kaffeetisch, der hier draußen stand und eigentlich nie benutzt wurde. Für einen Moment war nur das leise Schmatzen der Hunde und das Zwitschern der Vögel im Garten zu hören. Dann brach Linden als Erster die Stille.
      "Wie geht’s deiner Flanke?" fragte er ruhig, ohne seinen Blick vom Waldrand abzuwenden.
      Cal schielte zu seiner Seite, wo die jetzt unbehandelten Risse in seiner Haut sichtbar waren. Es spannte noch, aber es war längst nicht mehr so schlimm. Er zuckte mit den Schultern.
      "Heilt. Wird schon."
      Sein Onkel nickte kurz. Dann legte sich die Stille erneut zwischen sie, aber nur für einen Herzschlag.
      Linden schnaubte leise in seinen Kaffee, zog die Brauen zusammen und warf Cal schließlich einen trockenen Seitenblick zu.
      "Und? Willst du mir erklären, warum in aller Seelenruhe eine nackte Vampirin in deinem Gästezimmer schläft?"
      Cal presste die Lippen zusammen. Er atmete tief ein und ließ den Blick über den Garten wandern, die Worte im Kopf sortierend.
      "Sie hilft uns."
      Seine Stimme war leise, aber fest. Sein Onkel war der einzige im Rudel, der nicht nur versuchen konnte, ihm den Arsch zu versohlen - sondern auch ein Recht dazu hatte. Er war der nächste Erbe, sollte Cal es nicht auf die Reihe bekommen, die Blutlinie weiterzuführen. Sein Blut war genauso dick wie Cals, sein Wolf genauso stark.
      "Ohne sie hätten wir keine Ahnung, wonach wir suchen. Und die Nacht... naja, die war halt hart für sie. Ich hab ihr angeboten, hier zu bleiben. Sich auszuruhen."
      Er spürte Lindens Blick im Profil brennen.
      "So sieht das also inzwischen aus."
      Ein weiteres Schnauben, diesmal nicht nur trocken, sondern auch beladen mit dieser Mischung aus Sorge und väterlicher Resignation.
      "Du weißt, dass du dich damit angreifbar machst, oder? Im Rudel. Außerhalb."
      Cal nickte, hielt Lindens Blick aber diesmal stand.
      "Ich weiß. Aber ich kann nicht einfach auf Abstand gehen, wenn sie uns wirklich hilft. Und..." Er brach kurz ab, rang mit den eigenen Gedanken. "Es ist kompliziert."
      Ein langer, prüfender Blick von Linden. Schließlich zog er die Mundwinkel leicht hoch, mehr ein müdes Schmunzeln als echtes Lächeln.
      "Du warst schon immer gut darin, dir die komplizierten Dinge ins Haus zu holen."
      Er nahm einen Schluck Kaffee und lehnte sich zurück.
      "Na gut. Ich halt dir den Rücken frei. Aber pass auf, Cal. Sowas zieht Kreise. Du kannst dir nicht ewig vormachen, dass es keine Konsequenzen gibt."
      Cal senkte den Blick, die Worte wie Blei im Magen.
      "Ich weiß."
      "Sieh zu, dass du sie loswirst. Es ist eine Sache, wenn du in ihrem Revier umherstreifst, aber hier? So gern ich dich habe, aber sie ist viel zu dicht am Rudel dran. Sie mag zwar nicht gefährlich sein, aber der Rest ihrer Sippe ist es. Wir können nicht riskieren, dass irgendwelche hochrangigen Vampire Wind davon bekommen, wie wir operieren."
      "Schon klar. Ich fahr sie nachher wieder rüber. Sie wollte eh Recherche oder sowas betreiben."
      "Recherche?"
      Cal nickte. "Wir haben ein paar Hinweise gefunden auf das, was wir hier jagen. Sie wollte gucken, ob sie was darüber herausfinden kann."
      "Sie wird der Meinung sein, dass du ihr dabei hilfst, weißt du?"
      Cal griff nach dem Zahn seiner Mutter, spielte daran herum.
      "Ich hab ihr gesagt, dass sowas nicht meine Stärke ist."
      "Hast du ihr gesagt, warum?"
      Cal schüttelte den Kopf. Es gab eine Menge Gründe, warum er es Ilya nicht gesagt hatte. Es gab eine Menge Gründe, warum er es generell niemandem sagte. Linden wusste das auch. War er nicht derjenige, der gerade noch gesagt hatte, dass die Vampire nicht erfahren durften, wie da Rudel operierte?!
      "Sie hat eh mehr Zeit als ich für sowas. Sie muss nicht die ganze Nacht rumrennen, um die Geschäfte am Laufen zu halten. Das machen alles ihre Eltern."
      Linden brummte, nickte, nippte an seinem Kaffee.
      "Ich übernehm das heute. Die Wachablöse hab ich eh schon für dich gemacht, du elender Langschläfer. Sieh zu, dass du das hier schnell löst." Linden deutete nach oben, das Gästeschlafzimmer und Ilya darin meinend.
      "Klar. Mach ich," antwortete Cal.
      Linden leerte seinen Kaffee, stellte seine Tasse in die Spüle und ging dann. Cal ließ sich noch ein bisschen Zeit damit, seinen eigenen Kaffee zu trinken, bevor er zu Ilya zurückkehrte. Er ließ sich oben einfach am Bettrand mit dem Gesicht voran neben Ilya in die Laken fallen.


    • Eigentlich hatte sie schlafen wollen. Im Tiefschlaf konnte sie die Konsequenzen, die Verantwortung und die Zukunft einfach ausblenden. Manch ein Vampir machte das mit voller Absicht. Begrub sich irgendwo in einem Sarg und verschlief das nächste Jahrzehnt, nur um sich nicht mit der Gegenwart beschäftigen zu müssen.
      Das wäre sicherlich einfacher gewesen. Es wäre keine direkte Flucht und auch kein direktes Aufgeben gewesen. Nur ein Verschieben, bis sich die Aufgaben von alleine lösten. Ilya hatte sich nur kurz aus der weichen Bettdecke geschält um ihr Telefon vom Nachttisch neben dem Kopfteil zu fischen. Selbst der kurze Wechsel machte klar, wie schnell und wie sehr sie sich an Calders Körperwärme gewöhnt hatte. Ihre Gliedmaßen fühlten sich kalt und starr an, als sie auf den kühl-blauen Bildschirm sah. Immerhin war der Akku noch nicht ganz leer.
      Wie zu erwarten gab es ein paar Nachrichten. Nichts ernstes, nur eine Frage ob sie noch am Leben war oder ob man sie schon auseinander gerissen hatte. Natürlich wussten die wichtigen Vampire in ihrem Leben, wo sie sich befand. Die Meinung dazu konnte sie sich vermutlich noch länger anhören, sobald sie nach Hause kam. Es war frustrierend genau zu wissen was da auf sie zu kam, egal ob sie jetzt schrieb oder heute Abend einfach wieder auftauchte. Noch frustrierender war es allerdings zu wissen, dass nicht nur sie, sondern auch Calder ihren Job machen mussten. Irgendwie. Miteinander oder ohne einander.
      Heute Nacht oder morgen Nacht will ich nochmal einen der Korrumpierten überprüfen. war das Einzige, was sie Richtung Altair schickte bevor sie das Stück Elektronik wieder zurück warf und die Augen schloss.
      Es dauerte noch eine ganze Weile bis Calder wieder zurückkehrte und sich wie ein Schluck Wasser in der Kurve neben sie ins Bett fallen ließ. Es war nicht schwer zu sehen, dass das Gespräch wohl einige schwierige Gedanken und offene Probleme hinterlassen hatte. Probleme und deren Konsequenzen, die sie beide kannten und zumindest bis heute Morgen gut ignoriert hatten. Wie ein Tsunami, dessen Auslöser sie schon vor Tagen gespürt hatten und erst jetzt die Welle über sie hineinbrach.
      “hey..”, murmelte sie sanft. Unsicher, was sie sonst sagen sollte. Statt Worte zu finden die die Situation nicht retten würden ließ sie ihre kalten Fingerspitzen ein wenig durch seine Haare fahren, bedacht darauf den Zopf nicht zu zerstören und mehr seine Kopfhaut zu kraulen.


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪

    • Cal brummte wohlig, als er die kalten Finger in seinen Haaren spürte. Das fühlte sich viel zu gut an, bedachte man die chaotischen Umstände. Er hatte gewusst, dass es falsch war, sie herzubringen. Sie hierzubehalten. Es war falsch, Zeit mit ihr zu verbringen. Es überhaupt erst zu wollen. Aber da waren all diese Instinkte, die ihn zu ihr trieben und brachte man ihnen das nicht schon als Welpen bei? Dass man seinen Instinkten vertrauen sollte? Man, warum war das alles denn nur so kompliziert?! Warum immer er?!
      Cal rollte sich auf die Seite und zog Ilya einfach an sich heran, schlang die Arme fest um sie und presste sein Gesicht in ihre Halsbeuge. Ihr Duft umgab ihn sofort wie eine schützende Wolke, die alles andere vertrieb. Hörte er auf seine Instinkte, dann wäre das hier genau der Ort, den er nie wieder verlassen würde. Aber er war Rudelführer, ob er wollte oder nicht, und als solcher war das hier der letzte Ort, an dem er sein sollte. An dem sie sein sollte. Sie sollte für ihn stinken, sollte ihn abstoßen. Ihre bloße Anwesenheit sollte ihn wütend machen. Cal war auch wütend, aber nicht auf sie, nicht wegen ihr.
      Er nahm einen tiefen Atemzug, inhalierte ihren Geruch. Sie roh nach Frühling. Nach einem kalten Morgen, in der Nacht hatte es geregnet und jetzt hing am frisch wachsenden Gras ein Haufen Morgentau. Der Himmel war von hellgrauen Wolken bedeckt, von denen man wusste, dass sie sich schnell verziehen würden. Es war zu kalt, um lange draußen zu bleiben, aber man stellte sich trotzdem mit einer Tasse Kaffee auf die Veranda, um die Stille zu genießen. Sie noch nach Frieden.
      Cal zog Ilya noch ein bisschen fester an sich, als müsse er sicherstellen, dass nicht ein bisschen Luft zwischen ihnen lag. Sie passte einfach perfekt, wie ein verloren gegangenes Puzzleteil. Sie fügten sich aneinander wie verdammte Freundschaftsanhänger, als hätte man sie zusammen gemacht und dann erst voneinander getrennt.
      Cals Instinkte sagten ihm, dass sie zu ihm gehörte.


    • Auch wenn er kein Wort gesagt hatte konnte sie seine Verzweiflung und seine Überforderung fast schon wie eine Aura sehen. Calder strahlte sie aus in Wellen, wie als wüsste er nicht wo hin mit sich, mit seinen Problemen und mit der Welt. Doch das, was viel überraschender und seltsam schmerzvoll war, dass er sich in ihr vergrub. Als wäre sie sein Ruhepol, sein Rückzug. Ilya sah zu ihm hinab, wie er sich an sie presste und sie gleichzeitig noch zu sich zog, sodass kein Blatt mehr zwischen sie passte. Ihr kaltes Herz machte einen kleinen verwirrten Sprung, als er sie einatmete, wie als wolle er nicht nur ihren Geruch, sondern sie selbst in sich aufnehmen.
      Seine Wärme umhüllte sie wie ein kleine Blase, die nur für sie beide geschaffen war. Wie als wäre gerade der Rest der Welt egal, solange sie einander hatten. Ohne weiter zu hinterfragen, was genau Calder mit seinem Onkel besprochen hatte, fuhren ihre Hände von seinem Haar über seine Schultern. Dann hielt sie sich selbst an ihn fest, drückte ihr Gesicht in sein warmes Haar und schloss wieder die Augen. Wie gerne sie diese Nähe, diese Vertrautheit ein wenig mehr genießen würde. Wie sehr sie das hier nicht vermissen wollte. Vielleicht auch nicht vermissen konnte.
      "Cal.." murmelte sie leise, nachdem eine unbestimmte Zeit vergangen war. Doch was sollte sie noch sagen? Sollte sie fragen worüber er geredet hatte? Warum er sie so fest krallte, dass sie das Gefühl hatte, dass er sie gleich für immer verstoßen würde? Oder vielleicht ein Angebot machen, dass er unmöglich annehmen konnte? Da gab es nichts, was sie ihm abnehmen konnte. Zumindest nichts, was seine Entscheidungen einfacher machen würde. Also ließ sie es bleiben und seufzte ganz leise, der Situation ergeben.


      ♪♫•*¨*•.¸¸사랑햡니다¸¸.•*¨*•♫♪