Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

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    • "Hm," brummte Cal und starrte die Decke wieder an.
      Instinkt, das war etwas, was er verstehen, nachvollziehen konnte. Wölfe verbrachten ihr ganzes Leben damit, bestimmte Instinkte zu unterdrücken, um sich vor Menschen zu outen oder das Rudel intakt zu halten. Instinkte waren eine Sprache, die Cal verstand. Und genau deswegen glaubte er ihr auch, als er es ihr so erklärte.
      "Okay," meinte er schließlich. "Ich bin ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung, was das hießt. Für dich. Für mich." Für uns... "Es ist dir vielleicht schon aufgefallen, aber ich hab keine Ahnung, wie ihr Vampire funktioniert. Hat mich nie interessierte, musste es auch nicht."
      Er zuckte mit den Schultern, sah sie wieder an, wie sie sich hinter dem Kissen ihres Sofas versteckte. Warum machte sie sich so klein? Schämte sie sich für ihre Natur? Noch sowas, was Cal nicht verstand.
      Er rollte sich auf die Seite, verzog kurz das Gesicht, als ihn seine Flanke daran erinnerte, was er letzte Nacht gemacht hatte, und griff nach ihrer Hand - der, die zu dem frisch angeheilten Arm gehörte. Er wusste nicht, warum er das tat, aber er wollte nicht, dass sie sich versteckte, wenn sie gar keinen Grund dazu hatte. Das war einfach falsch in seinen Augen.


    • Ilya zuckte nicht zusammen, auch wenn seine Berührung ungewohnt auf ihrer Haut war. Die Wärme drang nur vereinzelt zu ihrem Kopf hoch. Ein bisschen wie eine warme Hand, die durch Wasser zu ihr griff. Ohne darüber groß nachzudenken erwiderte sie die Geste und drückte seine Finger ein wenig unbeholfen.
      "Das kann ich dir auch nicht sagen." ihre Augen wanderten zu ihm. Er sah auch nicht viel besser aus. Er sollte sich wirklich mal ausruhen.
      "Ich weiß ja auch nichts über Werwölfe. Zumindest nicht mehr als du über Vampire." Oder das, was Calder über Vampire gewusst hatte, bis sie ihm das hier erzählt hatte.
      "Es wird vermutlich nur so viel werden, wie wir zulassen, Calder." Diesmal sah sie ihm direkt ins Gesicht. Warum sah er auch noch so gut aus? Das perfekte Gesamtpaket. "Ich würde gerne mehr über dich lernen. Über dein Rudel, über dein Territorium. Aber..." ja warum eigentlich aber? Niemand hielt sie direkt davon ab sich besser kennen zu lernen. Zumindest keiner von den Vampiren. Ihre Eltern würden grummeln, der Senat vielleicht etwas sagen, aber am Ende des Tages würde Ilya nach ein paar Jahrzehnten wiederkehren. Die Vampire hatten nichts zu verlieren. Die Wölfe allerdings... das war sein Problem. Und dann war da noch das andere, viel viel größere Problem. Der Feind, der über ihren Köpfen hing wie eine Guillotine. "Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig.."


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    • Die Art, wie sie seinen Namen sagte, stellte etwas mit ihm an, das Cal nicht genauer benennen konnte - oder wollte.
      Er wich ihrem Blick aus, starrte stattdessen ihrer beider Hände an. Seine war vom Wetter gegerbt und ein bisschen rau von der vielen körperlichen Arbeit, die er machte; seine Knöchel hatten hier und da sogar Narben. Ihre war kreidebleich, glatt wie Porzellan und makellos. Sie lebten in zwei vollkommen unterschiedlichen Welten, selbst wenn sie keine Vampirin und er kein Wolf wäre.
      So viel, wie sie zuließen...
      "Ich finde, der Zeitpunkt ist eigentlich ziemlich gut. Wir müssen dafür nicht um irgendwelche Aufpasser herumschleichen, wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, wie das denn aussieht, wenn ein Wolf und eine Vampirin zusammen rumhängen. Wir müssen so oder so zusammenarbeiten und ich kenne lieber die Leute, mit denen ich unterwegs bin. Von sowas kann Leben und Tod abhängen."
      Er zog ihre Hand zu seiner Nase, schloss die Augen und atmete tief ein. Sie hatte ihm verraten, wie sehr sein Geruch sie anzog, da sollte er wohl ehrlich zu ihr sein.
      "Du riechst gut," murmelte gegen ihre kalte Haut. "Da ist Blut von mehreren verschiedenen, menschlichen Quellen, der Rest O-Saft, das Material deiner Couch. Aber zwischen all dem ist dein Geruch, wie ein Leuchtturm. Du hast einen Geruch, den ich nicht vergessen werde. Ich könnte dich immer finden, wenn ich wollte."
      Er nahm noch eine Nase, brummte zufrieden. Dann hob er seinen Blick, begegnete dem ihren.
      "Wölfe gehen immer nach Geruch," flüsterte er.


    • Scheiße, er war gefährlich. Richtig gefährlich. Viel zu gefährlich für jemanden, der gestern Abend noch überstürzt aus ihrer Wohnung geflohen war um sich zu seiner Familie zurück zu ziehen. Ilya spürte, wie sich ihre kleinen Nackenhaare aufstellten. Der Anblick, wie er ihre Hand nahm und zugab, dass sie für ihn auch gut roch, war elektrisierend. Er weckte etwas in ihr, was sie die letzten 24 Stunden zwanghaft versucht hatte zu unterdrücken.
      Er war es doch, der gesagt hatte, dass sie das nicht tun sollten. Das sie Wolf und Vampir waren. Dass sie aus zwei verschiedenen Welten kamen. Das es ihn seinen Kopf kosten konnte. Warum sah er sie dann so an? Seine tiefschwarzen Augen trafen ihre, raubten ihr fast den Atem. Fuck fuck fuck.
      "Calder..." ihre Stimme war leise, fast schon schüchtern. So kannte sie sich ja selber gar nicht. Ilya war zur Eisprinzessin geboren und erzogen worden. Schüchternheit? Zurückhaltung? Sowas sollte es in ihrem Jargon gar nicht geben. Und doch. Mit ihm wusste Ilya nicht, was sie tun sollte.
      "Was machen wir hier?" ihre Frage war so viel Frage wie Hoffnung. Die Hoffnung, dass er das ernst meinte. Dass er nicht wieder zurück ziehen würde. Dass was auch immer da zwischen ihnen war, mehr als nur eine kurze Farce war. Über diese Wohnung und das Chaos da draußen hinaus ging.


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    • Ein wohliger Schauer jagte seine Wirbelsäule hinab, als sie seinen Namen schon wieder sagte. Ihr Stimme war wie Honig - warm, weich, golden.
      "Was machen wir hier?"
      "Keine Ahnung," antwortete er leise, aber ehrlich.
      Er ließ ihre Hand nicht los. Er sah nicht weg.
      "Ich weiß nur, dass ich dir keinen Wunsch ausschlagen kann. Wenn du also mein Blut haben willst, dann ist es deins. Wenn du mehr über mich wissen willst, musst du nur fragen."
      Ihr Geruch vernebelte ihm die Sinne, das musste es sein. Er wusste, auf einer logischen Ebene, dass nichts hier von in Ordnung war. Er sollte nicht, er durfte nicht, er konnte nicht. Aber alles andere in ihm schrie danach, ihr nahe zu sein. Seine Instinkte sagte es ihm. Er konnte wohl kaum ihre Instinkte validieren und seine dabei so geflissentlich ignorieren.
      Er hob den Kopf ein wenig, um einen Kuss auf ihren kalten, perfekten Handrücken zu drücken.


    • Ilya spürte, wie ihr Herz viel zu schnell schlug. Hatte das Gefühl dass ihr Blut auf die gleiche Temperatur wie seine Hand aufheizte. Sollte sie ihre Hand wegziehen? Vermutlich. Sollte sie hier irgendwie noch eine Grenze ziehen? Vermutlich auch.
      Aber wer konnte ihr denn schon verübeln, dass sie mehr über ihn wissen wollte. Dass sie mehr von ihm spüren wollte. Egal ob körperlich oder seelisch. Sie hatte nie über Liebe nachgedacht. Noch nie etwas ähnliches erlebt. Liebe war etwas, was so selten bei Vampiren vorkam, wie ein reinblütiges Kind.
      Natürlich war ihr auch bewusst, dass das hier noch lange keine Liebe war. Es war Interesse. Anziehung. Attraktivität über die rein physische Ebene hinaus. Das konnte man ihr doch nicht nehmen oder?
      "Dann erzähl mir mehr. Über dich. Über dein Leben. Zeig mir, wie du lebst. Ob es schöner ist als der Betonpalast hier. Was du magst und was du in deiner Freizeit machst." Ilya's Stimme war immer noch leise. Nicht mehr flüsternd, aber immer noch unsicher, ob sie sich das hier nur erträumte oder tatsächlich Realität war. Ihre Augen ließen ihn nicht los, als sie sich etwas nach vorne lehnte. Sie wollte mehr über ihn erfahren. Wollte mehr von ihm wissen. Nicht über Hypnose. Nicht weil es sich so gehörte, nicht weil er gut schmeckte. Nein, sie wollte ihn. Calder Ridley. In all seinen Formen und Facetten


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    • Beim Mond, er wollte ihr alles erzählen. Er wollte ihr sein ganzes Leben zu Füßen legen. Was hatte sie bloß mit ihm gemacht?!
      Er erlaubte sich noch einen Atemzug mit ihrem Duft in seiner Nase, dann stand er auf und reichte ihr seine Hand.
      "Dann lass es mich dir zeigen," sagte er. "Ich kann dir versichern, bei mir ist es schöner als hier."
      Er nickte in Richtung der blutigen Küche.
      War es eine dumme Idee, sie mitnehmen zu wollen? Definitiv. Aber er würde sich schon etwas einfallen lassen, um ihre Anwesenheit zu erklären. Wie er gesagt hatte: sie hatten Gründe, ihre Zeit miteinander zu verbringen.
      Er half ihr in einen Mantel, der das meiste Blut, das noch an ihr klebte, verdeckte, dann nahm er sie mit runter zu seinem SUV. Er half ihr auf den Beifahrersitz, bevor er sich hinter das Lenkrad klemmte. Sobald er sich in den Verkehr eingereiht hatte, der um diese Uhrzeit dankenderweise kaum vorhanden war, griff er über die Mittelkonsole nach ihrer Hand, ohne den Blick von der Straße zu nehmen.
      Das hier war so ziemlich die dümmste Idee, die er je gehabt hatte.

      Zwanzig Minuten später parkte er in seiner eigenen Einfahrt. Der Übergang zwischen Vampirgebiet und Rudelterritorium war gravierend. Die Hochhäuser verschwanden, die Grünstreifen am Straßenrand wuchsen. Cals Haus war freistehend, hatte einen hübschen kleinen Vorgarten, der sich an der Seite des Hauses entlang zog und hinter dem Haus zu einer voll ausgewachsenen Grünfläche wurde. Er hatte keinen Zaun, stattdessen hörte sein Grundstück einfach irgendwo auf und das Naturschutzgebiet begann. Ein paar hundert Meter hinter dem Haus begann ein Wald.
      Um diese Uhrzeit waren nur noch die üblichen Patrouillen unterwegs, und die kannten Cals Auto, also waren sie auf dem Weg hier her niemandem begegnet.
      Cal half Ilya aus dem Wagen. Als sie sich dem großen Haus näherten, regte sich etwas hinter den soliden Wänden. Keiner seiner Hunde bellte, aber wenn man genau hinhörte, konnte man aufgeregtes Schnüffeln und Hecheln hören.
      "Bleib besser hinter mir," meine Cal mit einem Lächeln, als er die Schlüssel aus seiner Hosentasche fischte.
      Als er die Tür öffnete, strömte ein kleines Rudel aus Hunden heraus und beschnupperte ihn und Ilya. Cal, der daran gewöhnt war, setzte sich sofort auf den Boden, um mit all seinen Streunern zu kuscheln. Ihm wurde über das Gesicht geleckt, es wurde an seinen Händen geknabbert, einer seiner Streuner kletterte sogar auf seinen Rücken. Die insgesamt zehn Hunde interessierten sich nicht weniger für Ilya. Sie roch anders als die Leute, die sie gewohnt waren - die waren ja alle Wölfe und dieses kleine Rudel hatte noch nie einen Vampir gerochen.
      Cal ließ das ganze Chaos für ungefähr eine Minute zu, dann pfiff er durch die Zähne und scheuchte die Vierbeiner wieder ins Haus.
      "Du wolltest sehen, wo ich lebe," meinte er und schloss die Tür hinter Ilya, bevor er das Licht anmachte. "Willkommen bei mir zu Hause."
      Sie standen im Eingangsbereich, der nahtlos in ein großes Wohnzimmer überging. das eigentliche Wohnzimmer lag zwei Stufen tiefer als der Rest. Eine riesige, alte Ledercouch stand auf einem Meer aus Teppichen, die alle übereinander gestapelt worden waren. Es gab einen großen Kamin, über dem ein Fernseher an der Wand hing. Hinter dem Wohnzimmer gab es keine Wand, die vom Esszimmer trennte, das von einem riesigen Esstisch aus Massivholz regiert wurde. An dem Ding fanden bestimmt zehn Leute Platz, ohne dass es eng wurde. Und dahinter lag direkt eine offen designte Küche. Links von der Eingangstür führte eine breite Treppe nach oben, wo wahrscheinlich die Schlafzimmer lagen. Neben dem Fehlen der meisten Wände stach vor allem eins ins Auge: Alles war mit viel Platz geplant worden. Beinahe so, als habe jemand dieses Haus explizit so designed, dass auch große Wölfe sich ohne Probleme bewegen konnten.
      Von besagten Wölfen fehlte jede Spur. Stattdessen machten es sich ein paar der Hunde auf dem Sofa oder vor dem ausgeschalteten Kamin bequem. Ein paar huschten durch die Hundetür hinten in der Küche nach draußen auf die Veranda oder in den Rest des Gartens. Nur einer der Vierbeiner blieb bei ihnen und betrachtete Ilya aus großen, braunen Augen. Cal ging in die Knie und wuschelte der Hündin durchs Fell.
      "Das ist Mable," erklärte er. "Sie scheint dich zu mögen."


    • Ilya ließ sich von ihm führen. Sie hätte protestieren können, Fragen stellen können, was ihn in gefahren war einen blutigen Vampir mit zu sich nach Hause zu nehmen, doch sie ließ es sein. Sie hatte gefragt und er antwortete. Je länger sie sich im Auto befanden, desto mulmiger wurde ihr im Bauch. Anders als Calder hatte sie ja noch nicht so viel Zeit in fremden Territorium verbracht. Dass sie jetzt von Wesen umgeben war, die sie zerfleischen konnte, war ungewohnt. Fühlte sich Calder auch so auf ihrer Seite der Stadt?
      Es war ungewohnt, aber nicht beängstigend. Zumindest nicht mit ihm an ihrer Seite. Seine Hand ergriff ihre und bestätigte sie noch einmal Wortlos hielt sie an seiner fest, verschränkte letztendlich sogar die Finger mit seinen. Sie wusste vielleicht nicht viel über Wölfe, aber er war ja nicht umsonst der Rudelführer. Daher versuchte sich Ilya zu entspannen und einfach die Fahrt zu genießen. Als die Landschaft von Stadt zu eher urbanem Landgebiet wechselte beobachtete sie aufmerksam, wie die Vorgärten tatsächlich frische grüne Pflanzen hatten. Sah eigentlich ganz schön aus. Nicht so trist und grau. Weniger erdrückend.

      Als sie letztendlich an einem größeren Haus ankamen konnte Ilya es riechen, bevor sie es sah. Sein Geruch hang hier in der Luft wie eine wohlige Decke. Ein bisschen wie der Nebel in den kalten Morgenstunden. Nur Wärmer. Wesentlich wärmer.
      Genauso warm, wie der Anblick von Calder, als er von seinen Hunden abgeschleckt wird. Ilya kannte sich nicht so mit Tieren aus. Sah wenn überhaupt mal eine Straßentaube oder so. Da war die Masse an Fell und wedelnden Schwänzen fast schon überwältigend. Nicht, weil sie Angst hatte oder weil sie Tiere nicht mochte, sondern einfach, weil sie es nicht gewohnt war.
      Calder hatte ihr ja auch gesagt, dass sie besser hinter ihm blieb, also versuchte Ilya sich nicht zu viel zu bewegen und begnügte sich stattdessen mit einem sanften Lächeln zuzusehen. Er hatte seine Haustiere gut unter Kontrolle, da sie mit einem Pfiff sich aus dem Weg machten, sodass die beiden sein Haus betreten konnten.
      "Du wolltest sehen, wo ich lebe. Willkommen bei mir zu Hause."
      Zunächst sagte Ilya nichts. Nicht, weil sie nicht wusste, was sie sagen sollte, auch wenn das wohl auch der Fall war, sondern weil sie überwältigt von den Gerüchen, von der warmen Atmosphäre und dem wohligen Arrangement war. Sein Haus sah so viel wärmer aus, wie ihre Wohnung. Das hatte sie zwar irgendwie erwartet, doch es war wie eine andere Welt.
      Für Vampire waren Häuser ein Mittel zum Zweck. Sie gaben nicht viel auf das Wort Zuhause und wenige von ihnen hielten etwas davon ihr Heim zu dekorieren, wenn sie eh kaum Zeit dort verbrachten und dies meist nur zum Schlafen. Anders als ihre Küche sah seine gut benutzt aus. Ilya stellte sich schmunzelnd vor, wie dort vermutlich seine Familie und er, in Wolfs- und Menschenform zusammen speisten. Etwas, was für sie fast undenkbar war.
      "Das ist Mable," Ilya's Aufmerksamkeit widmete sich der hübschen Hündin, deren braune Augen sie irgendwie an ihren Besitzer erinnerten. "Sie scheint dich zu mögen." Calder wusste vermutlich wovon er sprach, denn Ilya hatte definitiv keine Ahnung, wann ein Hund jemanden mochte und wann nicht. Etwas unsicher zeigte sie der Hündin ihren Handrücken. Nicht den wieder angebrachten, sondern den rechten, der vermutlich weniger nach Blut und Tod stank.
      "Dein Haus passt zu dir." sagte sie schließlich, während sie beobachtete, wie die Hündin an ihr schnupperte. "Vor allem die Menge an Hunden."


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    • Calder beobachtete, wie Mable Ilya in seinem Haus willkommen hieß. Es wärmte ihm das Herz. Mable war gut darin, Leute zu beurteilen und dass ausgerechnet sie direkt zu Ilya fand, das wollte schon was heißen.
      "Es passt zu mir? Seltsames Kompliment," scherzte Cal und zog seine Schuhe aus.
      Barfuß kehrte er zu Ilya zurück und half ihr aus ihrem Mantel, den er an die Garderobe hängte.
      "Ich find's ein bisschen leer, ehrlich gesagt. Die meiste Zeit hänge ich bei meinem Onkel rum, da ist mehr los."
      Er kickte einen Seilknoten tiefer ins Wohnzimmer. Zwei der Streuner sprangen auf und rannten hinterher, dann zerrten sie von zwei unterschiedlichen Seiten daran.
      "Wie wär's mit einer Dusche? Dann können wir reden?" schlug er vor.
      Er nahm Ilya mit nach oben, zeigte ihr das Gästezimmer und das angrenzende Bad, das dazu gehörte. Es war kein auf Hochglanz poliertes Luxusresort wie bei Ilya, aber es erfüllte seinen Nutzen mit einer Dusche, einer großen Badewanne und eben allem anderen, was man so brauchte.
      "Kriegst du's allein hin?" fragte er und deutete auf ihren noch immer zu blassen Arm. "Oder... keine Ahnung... soll ich helfen?"


    • "Für mich ist es voll genug." schmunzelte sie und folgte ihm in das erste Stockwerk. Eine Dusche war echt nicht schlecht. Sie hatte das Gefühl, dass sie in Blut gebadet hatte und für jemanden mit einer so feinen Nase wie Calder war sie vermutlich wirklich wie eine laufende Blutleiche. Sie hatte sich schon gerade etwas zurecht gefunden, als der Mann sie fragte ob sie Hilfe brauchte.
      Sei drehte sich um und betrachtete ihn etwas ungläubig. Unweigerlich gingen ihre Gedanken in Richtungen die sie nicht erwartet hatte. Zumindest nicht direkt. Hilfe? Was wollte er denn tun? Mit ihr duschen? Das klang verlockend. Sehr verlockend sogar. Ihre Augen wanderten unbehelligt über ihn. Seinen nackten Körper nass zu sehen und seine Hände in ihren Haaren und an ihrem Körper...halt Stopp.
      Ilya sah schon fast fluchtartig wo anders hin und ballte die Hände zu Fäusten. Okay, die eine Hand war eher eine lose geballte Hand, aber immerhin reagierte sie. Halt nur nicht so, wie Ilya es geplant hatte. Aber ein Arm weniger war ja jetzt auch nicht so schlimm beim Duschen oder?
      "Ich...denke ich komm schon klar. Aber du kannst trotzdem mitkommen, wenn du willst." Voller Horror schloss sie ihren Mund. Gott, sie verhielt sich wie ein dummer Teenager. Zwanghaft unterdrückte sie den Instinkt, die Hände vor ihr Gesicht zu halten. Konnte sie nicht einmal ihre Klappe halten?


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    • Cal lächelte. Er hatte Ilya genau ansehen können, woran sie gerade gedacht hatte und ihr Blick an seinem Körper entlang war auch vielsagend gewesen.
      "Wie wär's damit: Du duschst, ich such dir was zum Anziehen raus? Und was, damit dein Arm da nicht einfach nur so rumbaumelt. Ich nehm mal an, du brauchst noch ein bisschen, bis das Ding wieder richtig funktioniert. Handtücher sind da drüben im Schrank. Ruf, wenn du was brauchst."
      Und damit ließ Cal sie allein. Musste er sich zwingen, den Raum zu verlassen? Ja, aber das tat hier nichts zur Sache. Was auch immer sie gerade für ein seltsames Abkommen hatten, es war wohl besser für sie beide, wenn sie vorerst ihre Klamotten anbehielten.
      Cal ging automatisch rüber zu seinem Schlafzimmer, bevor er innehielt und die Tür am Ende des Ganges ansah. Das Hauptschlafzimmer. Das Schlafzimmer seiner Mutter. Mit einem Seufzen ging er dorthin, um für Ilya was zum Anziehen zu finden. Seine Mutter war größer gewesen, als Ilya es war, aber ihre Proportionen waren ungefähr die gleichen - minus ein paar Muskeln. Fakt war, die alten Sachen seiner Mutter würden Ilya besser passen, als seine eigenen. Trotzdem würde sich Ilya mit Cargohosen und simplen T-Shirts begnügen müssen. Teure Modestücke vom Laufsteg kamen einem Wolf nur sehr selten ins Haus.
      Cal beeilte sich, den Kleiderschrank seiner Mutter nach etwas zu durchwühlen, das Ilya wenigstens einigermaßen passen würde. Es fühlte sich seltsam an, hier zu sein und durch die Sachen einer Frau zu gehen, die er eigentlich gar nicht kannte. Von allen Wölfen auf der Welt war er wohl derjenige, für den das am Normalsten sein sollte, aber so fühlte sich das einfach nicht an. So viel wie man ihm auch von ihr erzählt hatte, sie war eine Fremde für ihn.
      Er fischte ein paar enge, schwarze Cargohosen und ein schwarzes T-Shirt aus dem Schrank, dann beeilte er sich, den Raum wieder zu verlassen. Er legte beides im Gästezimmer auf das Bett. Maple folgte ihm hinein. Er kraulte sie kurz hinter den Ohren, als sie auf das Bett neben die Klamotten hüpfte, dann ging er wieder runter ins Wohnzimmer. Er spielte ein bisschen mit den anderen Hunden, sodass ihn sein Weg schnell nach draußen führte. Drei seiner Streuner blieben auf der Veranda und versuchten sich an einem Nickerchen, was sechs Hunde übrig ließ, mit denen Cal nun im Garten spielte. Definitiv bessere Ablenkung als an Ilyas Decke zu starren.


    • Ilya hatte sich schnell ihrer blutigen Kleidung entledigt und war unter die Dusche gesprungen. Das warme, aber nicht heiße Wasser spülte nicht nur Blut, sondern auch Gedanken fort. Sie war nicht dumm. Sie hatte gesehen, dass er nur halb meinte, was er gesagt hatte. Die kleine Naht, an der ihr Arm wieder angeheilt war, protestierte ein wenig, doch Ilya ignorierte es. Immerhin behielt einer von ihnen den Verstand.
      Ein bisschen frustriert war sie natürlich trotzdem. Nicht, weil er sie abgewiesen hatte, sondern weil sie ihn wirklich gerne hier mit sich unter der Dusche gehabt hätte....Okay. Es half nicht darüber weiter nachzudenken. Stattdessen nutzte sie das angenehm nach Blüten riechende Shampoo um auch ihre Haare von Blut zu befreien. Hatte Calder öfter Frauen hier? Zumindest roch er selber jetzt nicht nach Magnolien und Pfirsich. Es dauerte eine ganze Weile, bis der ganze getrocknete Rest weggespült war. Vor allem auch, weil sie ihren linken Arm nicht richtig heben konnte und damit ihre Haare vorwiegend mit der rechten Hand alleine waschen musste. Sie hätte seine Hilfe nun wirklich gut gebrauchen können.
      Daher dauerte es fast eine ganze Stunde, bis Ilya schließlich aus der Dusche trat und sich kurz mit einem der Handtücher trocknete. Als sie schließlich aus dem Badezimmer trat lagen dort ein paar einfache Klamotten und...Maple? Die Hündin war anscheinend nicht ihrem Besitzer gefolgt, sondern schien total entspannt neben der Kleidung auf Ilya zu warten. Maple's Kopf hob sich, sobald Ilya durch die Tür schritt.
      "Hey, nicht so für Trubel gemacht?" fragte Vampirin mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie nahm sich schnell die Kleidung und streifte sie sich über. Ein wenig zu groß, aber allgemein besser als Calder's Kleidung. Was ihr sagte, dass dies unmöglich sein T-Shirt und Jogginghose war. Waren dies..? Ilya erinnerte sich an ein Gespräch ihres Vaters mit dem Rat zurück. Damals war Ilya gerade 15 gewesen. Irgendwas wegen der früheren Rudelführerin. Vor Calder. War das seine Mutter gewesen? Dann musste das hier vermutlich die Kleidung ihrer Mutter sein oder? Ilya wusste nicht, ob ihm an den Kleidungsstücken etwas lag, aber sie mahnte sich zur Vorsicht, nicht Blut auf ihnen zu verteilen, wenn es nicht anders ging. Stattdessen setzte sie sich kurz zu Maple.
      Nachdem sie die Hündin nochmal an ihrer Hand schnuppern ließ, kraulte sie sie unterm Kopf, genau so, wie sie es damals schon mit Calder gemacht hatte. Es war überraschend entspannend, da Maple es nicht nur genoss sondern nichts anderes machte als mit dem Schwanz zu wedeln. "Sollen wir langsam mal runter zu Calder?" fragte sie schließlich, wohl wissend, dass sie vermutlich schon mehr als genug Zeit unter der Dusche verbracht hatte.
      "Na komm." Ilya stand auf und ging Richtung Erdgeschoss zu Calder. Maple folgte ihr mit einem kleinen Abstand. "Hey, sorry dass es so lang gedauert hat. Anscheinend hätte ich deine Hilfe tatsächlich gebrauchen können. Ich kann den Arm noch nicht so heben und meine Haare waren voller Blut." erklärte sie und zeigte auf ihre etwas zerzausten, immer noch nassen Haare.


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    • Er roch Ilya, bevor er sie hörte, also nahm er seinen Hunden alle Bälle ab und warf sie so weit er konnte über den Rasen. Die sechs Vierbeiner pesten in voller Geschwindigkeit hinterher. Nur Maple nicht, die sich lieber zu den drei Faulenzern auf der Veranda legte, nachdem sie ein bisschen aus einem der vielen Wassernäpfe geschlabbert hatte.
      "Schon okay. Die Streuner fanden's toll," winkte Cal ab und hüpfte die paar Stufen zur Veranda hinauf.
      Er bedeutete Ilya, auf einem der Gartenstühle Platz zu nehmen. Auf dem Tisch daneben lag eine ordentliche Bürste und etwas, das sich als Armschlinge herausstellte. Er legte Ilya zuerst die Schlinge um und schob ihren Arm vorsichtig hinein.
      "Damit ist er zumindest nicht mehr so im Weg und du kannst ihn ruhig halten, bis da wieder alles funktioniert," kommentierte er schlicht.
      Dann trat er hinter sie und nahm die Bürste in die Hand. Er begann an den Spitzen und arbeitete sich langsam ihre glatten Haare hinauf. Für einen langen Moment ließ er die Stille einfach Stille sein und konzentrierte sich ausschließlich auf seine Arbeit.
      "Und?" fragte er schließlich. "Besser oder schlechter als euer Dschungel aus Stahl und Beton?"


    • Nachdem sie sich gesetzt hatte beobachtete sie die Hunde ein wenig. Ilya musste ein zufriedenes Seufzen unterdrücken, als Calder sich ihren Haaren widmete. Sie hatte nicht erwartet, dass er sich so um sie kümmerte. Die Schlinge war eine super Idee gewesen und jetzt noch die Haare gebürstet bekommen? Wenn er das jeden Tag für sie machte würde sie nicht gehen. Einfach hier bleiben. Hörte sich gut an. Keine Verantwortung, keine Verpflichtungen, niemand, der etwas von ihr erwartete. Für ihn war das anders. Er war immer noch der Rudelführer, der Anführer. Aber Ilya? Ilya konnte einmal richtig durchatmen.
      "Definitiv besser." antwortete sie, die Augen geschlossen. Sie genoss es richtig, einfach nur da zu sitzen. Es roch angenehm nach ihm und Gras. Nicht überwältigend, aber genug um alles andere zu übertönen. Es war warm trotz der späten Uhrzeit, aber nicht erstickend, so wie es oft in der Stadt war.
      "Vielleicht aber auch, weil du mich so verwöhnst."


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    • Cal zuckte mit den Schultern, auch wenn sie es nicht sehen konnte.
      "Im Rudel passt man aufeinander auf. Das ist schwer abzuschalten, auch wenn du kein Wolf bist. Und Fellpflege ist wichtig."
      Er lachte ein bisschen.
      "Ich kann sie dir flechten, dann musst du dich ein paar Tage nicht drum kümmern. Kann aber nicht versprechen, dass es nicht schief wird. Manbun ist das Ende meiner Friseurtalente."
      Mit flinken Fingern beendete Cal seine Arbeit nur ein paar Minuten später und Ilya sah wieder aus wie die Eisprinzessin, und weniger wie einer seiner Streuner vor dem ersten Bad. Cal ließ sich daraufhin auf der obersten Treppenstufe der Veranda nieder und lehnte sich gegen das Geländer. Maple legte sich auf Ilyas Füße, der Rest der Meute hatte genug vom Spielen und legte sich auch an diversen Stellen hin. Ein paar gingen nach drinnen, um sich die Couch unter die Krallen zu reißen.
      "Jetzt weißt du, wie ich lebe," meinte Cal. "Und jetzt weißt du, dass ich Streuner sammle."
      Er sah zu Ilya rüber. Die Nacht auf seiner Veranda stand ihr mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser, als ihr auf Hochglanz polierter Marmor. Und die praktischen Cargohosen und das einfache T-Shirt auch, selbst wenn beides ein bisschen groß war. Gedankenverloren spielte Cal an einem der Verbände um seine Arme während er sie so ansah.


    • Ilya lachte leise, als Maple sich auf ihren Füßen niederließ. Die Hündin war angenehm warm und schien ziemlich zufrieden mit ihrer Platzwahl, sodass sie sich noch ein bisschen mehr in den Stuhl zurück sinken ließ und einfach weiter die Augen schloss. Es war friedlich so. Nicht allzu ruhig, aber wesentlich ruhiger als der Trubel der Stadt.
      Die Seite der Vampire schlief nie. Tagsüber waren genug Menschen unterwegs und davon abgesehen, dass Ilya schnell einen Sonnenbrand bekam, verbrachte sie sowieso die meiste Zeit des Tages in ihrem Bett verdeckt von dicken Vorhängen. Nachts war die Zeit der Vampire und der Menschen, die ein Nachtleben bevorzugten. Jetzt, wo sie so drüber nachdachte, hatte sich ihr Leben noch nie so spannend und gleichzeitig friedlich angefühlt wie gerade. Sie lernte neue Dinge kennen. Neue Einblicke, neue Sichtweisen.
      Ilya hatte nie einen Schritt aus der Stadt getan. Nicht, weil sie es nicht durfte, sondern weil sie nicht wusste wo hin. Nun aber? Sie war froh, dass Calder sie zumindest hier hin mitgenommen hatte. Sie hatte ja alle Zeit der Welt. Wenn sie in ein paar Jahren mal nach draußen wollte? Es würde sie ja doch keiner davon abhalten.
      "Jetzt weißt du, wie ich lebe. Und jetzt weißt du, dass ich Streuner sammle." Sie sah nicht zu ihm herüber, blieb entspannt liegen, aber das Lächeln auf ihren Lippen war ehrlich. Fast schon neckend.
      "Streuner hm? Hunde, Wölfe, vielleicht auch als nächstes ein Vampir?"


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    • "Verloren genug hast du jedenfalls ausgesehen, auf der Dusty's Dachterrasse vor ein paar Wochen," gab Cal zurück.
      Er ließ seinen Blick über seinen Garten schweifen bis hinter zum Waldrand. Jetzt, wo sich seine Hunde hingelegt hatten, herrschte die Stille der Nacht wieder. So still war die eigentlich gar nicht. Ein Haufen Insekten schwirrte umher, machte ihr Ding. Cal konnte das Leben im Wald hören: Kaninchen, ein Reh, Igel, sowas eben. Eine Eule beobachtete ihn, perfekt versteckt in einer Baumkrone.
      "Das hab ich da schon gedacht, übrigens. Dass ich dich mitnehmen sollte, damit du einfach mal atmen kannst. Metaphorisch gesprochen natürlich. Du weißt, was ich meine. Ich glaube, deshalb hab ich dir auch nie meinen Namen gesagt. Nicht, weil ich so viel wie möglich aus dir rausholen wollte oder sowas, sondern einfach weil ich deinen Frieden nicht kaputt machen wollte."
      Er zuckte verloren mit den Schultern.
      "Politik ist nicht mein Ding, also hab ich's gelassen. Hätte am Ende noch einen Krieg verursacht. Und jetzt bist du hier und alles andere geht den Bach runter..."
      In der Ferne heulte ein Wolf. Cal lauschte, identifizierte den Wolf und auch alle anderen, die mit einstimmten. Ein kleines Update, wo alle waren und ob alles in Ordnung war. Das Geräusch verhallte nach einer Minute.


    • ”Ich hatte damals meine Vermutungen. Aber ich wusste ja auch nicht viel über dich und dein Rudel.” Ilya lauschte ebenfalls, nicht weil sie es verstand, sondern weil es familiär klang. Es erinnerte sie ein wenig an Calder, als er in den Tunneln geheult hatte. Ein wenig beneidete sie generell die offene Kommunikation.
      Bei ihr zu Hause war es ein absoluter Albtraum irgendetwas herauszufinden. Entweder wussten die Beteiligten nicht, ob sie etwas preisgeben durften, oder sie weigerten sich schlichtweg die Wahrheit zu sagen. Jeder hielt sich für was Besseres. Nicht selten war es vorgekommen, dass man ihr Altersweißheit vorhielt. Sie hätten mehr Erfahrungen. Ilya wäre doch einfach ein paar Jahrhunderte zu jung. Vermutlich war sie deshalb nicht wirklich in der Politik involviert, außer als Sprecherin zu fungieren.
      “Ein bisschen melancholisch, selbst für dich.” Kommentierte sie seine Aussage. Aber Recht hatte er. “Ich hätte damals darauf bestehen sollen, dass wir direkt zusammen arbeiten. Jetzt sind welche von deinen Leuten getötet worden und auch ich hab Blut an meinen Händen. Letzte Nacht mussten wir vier Vampire umbringen.” Das war etwas, was sie ihm noch nicht gesagt hatte. Es gab bis lang keinen ordentlichen Zeitpunkt dafür. “Sie haben uns direkt überrannt sobald wir das Lager betreten haben. Ohne wären weder Altair, noch Miklas und ich da raus gekommen.”


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    • "Jetzt sind welche von deinen Leuten getötet worden und auch ich hab Blut an meinen Händen."
      Embers Gesicht erschien vor Cals Augen, wie sie an dem Abend, an dem er Ilya kennengelernt hatte, gelacht und gescherzt hatte. Dann verzog sich ihr Gesicht langsam aber sicher zu der Panik, die sie in ihren letzten Moment empfunden haben musste. Auch das Bild wurde ersetzt durch den Anblick, den sie in der Gerichtsmedizin geboten hatte. Wie sie da aufgebahrt auf einem kalten Metalltisch gelegen hatte, ganz blass und leblos, ihr Gesicht vollkommen entstellt wie auch der Rest ihres Körpers.
      Cal hört auf, an seinem Verband herumzuspielen und griff stattdessen nach dem Zahn seiner Mutter, ließ den Daumen über die Kante wandern, wieder und wieder, wie er es schon seit seiner Kindheit tat.
      "Meine Leute sind bisher friedlich. Wir haben keine alte Magie in unserem Revier gerochen und die Leute in unseren Lagern machen auch keinen Aufstand. Die Angriffe auf uns kamen alle von außen. Jemand kommt rein, richtet Chaos an, und verschwindet dann wieder. Wir verfolgen sie immer, so gut wir können, aber alle Spuren führen wie gesagt in eurer Revier. Wer auch immer hier mit uns spielt, kennt uns und unsere Vergangenheit miteinander. Laut meinem Onkel gibt es jetzt schon erste Gerüchte, dass ihr daran Schuld seid. Dass diese ganze Sache mit China erfunden ist und ihr euch dahinter versteckt."
      Er seufzte schwer.
      "Es wäre so viel einfacher, wenn mal irgendwer mit uns reden würde. Was wollen die denn von uns?!"
      Mit einem Grummeln stand Cal auf und lief ein paar Schritte hin und her, überkommen von einem plötzlichen Drang, sich zu bewegen. Was würde seine Mutter in so einer Situation tun?


    • ”Genau das habe ich mich auch schon des Öfteren gefragt.” Ilya hatte immer noch die Augen geschlossen. Gerade versuchte sie die unglückliche Nacht zu vergessen. Aber die Wunden waren noch zu frisch. Die Bisse auf ihrer Haut. Ihr Arm schmerzte wieder mehr, als wolle er sie daran erinnern, wie einer der Vampire ihn abgerissen hatte. Den schockierten Blick von Altair würde sie so schnell nicht vergessen. Genauso wenig wie das knackende Reißen von Knochen und Haut unter ihren Händen als sie einem der Vampire den Kopf abgetrennt hatte. Damals hatte sie keine andere Wahl gesehen. Niemals hätte sie es geschafft in dem Trubel alle ruhig zu stellen. Nicht ohne Waffen und nicht ohne selber noch mehr Verluste hinnehmen zu müssen.
      Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie ein Leben genommen hatte, aber das hieß nicht, dass es einfacher wurde.
      Stattdessen schnaufte sie ein wenig empört. “Wir achten vielleicht nicht so sehr aufeinander wie ihr, aber wenn wir was damit zu tun hätten, dann würden eindeutig mehr von euch drauf gehen als von uns.” Das war keine Drohung. Nur eine Tatsache. “Ich hab es immer noch nicht geschafft brauche Informationen heraus zu bekommen.” Diesmal klang sie frustrierter. Mehr selbst betroffen. “Und der Rest meiner Leute regt sich kaum. Der Senat hält sich komplett raus und der Rat braucht Ewigkeiten um Entscheidungen zu treffen. Für die wird es erst interessant wenn ältere zu Schaden kommen.”


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