Between Fangs and Claws [Kürbis vs Dämon]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Cal bedankte sich bei der Kellnerin, als sie die ersten drei Teller vor ihm abstellte. Ihm lief das Wasser im Mund zusammen. Er zählte kurz ab, womit er anfangen sollte, dann schob er sich eine halbe Waffel auf einmal in den Mund. Um seinen Magen zu beruhigen. Dann beschäftigte er sich damit, die Beeren über den Waffeln zu verteilen.
      "Das mit dem Silber ist Schwachsinn," meinte er mit vollem Mund. "Wir können Silberallergien haben wie Menschen, aber das ist nur eine Allergie, kein sicherer Weg uns zu töten. Silberkugeln verhalten sich da wie Holzpflöcke ins Herz: das tötet dich, ob du nun Mensch bist oder nicht."
      Er zuckte mit den Schultern und verschlang die zweite Hälfte der Waffel, diesmal mit ein paar Johannisbeeren dazu. Danach wandte er sich dem Omelette zu, bevor es kalt wurde. Wölfe konnten viel und schnell essen und genau das tat Cal gerade. Idealerweise würde er sich danach hinlegen und ein kleines Verdauungsnickerchen machen, aber er hatte Ilya noch was versprochen. Vielleicht sollte er wirklich einfach bei ihr schlafen? Das war wohl der dümmste Gedanke, den er in der gesamten Nacht gehabt hatte.
      "Es hat auf jeden Fall nach dieser alten Magie gerochen. Schwächer als das, was ich bei uns gerochen habe," er konnte nicht sagen wo, konnte nicht sagen wie er auf diesen Duft gestoßen war, die Erinnerung war noch zu frisch, "aber es war definitiv da. Definitiv die gleiche... naja, Geschmacksrichtung ist wohl da richtige Wort.
      Cal hatte schon zwei Teller leer gefuttert, als die nächsten - und letzten - beiden Teller kamen. Ein Stapel Pancakes und eine Portion Rührei mit Bratkartoffeln und Bacon. Perfekt!
      Er drückte der Kellnerin die leeren Teller in die Hand, bevor er sich über das Rührei hermachte und seine Pancakes in Ahornsirup ertränkte.


    • Ilya

      Sie sah ihm nicht dabei zu. Vielleicht waren es auch die ganzen schlechten Erfahrungen mit Essen gewesen, die dafür sorgten, dass sich ihr Magen umdrehte sobald sie jemandem beim Essen zu sah. Also hörte sie ihm einfach zu, versuchte sich auf seine Stimme zu konzentrieren, nicht auf das Geräusch von Schlucken und beißen.
      "Wir wissen ja nicht mal, ob es jedes Mal der selbe Übeltäter war oder nicht." Ilya zuckte mit den Schultern, zwang sich nicht zu tief einzuatmen, nur um prompt den Würgereiz zu unterdrücken. Okay, gar keine gute Idee. Andere Gedanken, anderer Fokus. Sie versuchte sich auf seinen Geruch zu konzentrieren, nicht auf das ekelige, was ihn umhüllte. Das half zumindest ein bisschen.
      "Ich konnte das aus den Erinnerungen nicht ganz aus machen. Wenn ich einen gut gemeinten Rat abgeben würde, dann vermute ich mindestens 5. Irgendwie waren es andere Stimmen und Gesichter. Aber das war alles so verzerrt, da kann ich unmöglich was zumutbares zu sagen.
      Ah endlich. Er war fertig geworden. Ilya schüttelte sich unweigerlich, als sie nahezu aufsprang. Die Rechnung würden sich die Vampire schon bei ihrem Vater abholen. Einfach weg hier. Innerlich machte sie sich eine Randnotiz nie mit Calder wieder Essen zu gehen. Oder mit irgendwem Essen zu gehen.
      "Meine Wohnung ist nicht weit entfernt." murmelte sie schließlich, stieß einen schnelleren Schritt an um endlich aus der gesamten Situation raus zu sein. Sobald sie aus dem Café hinaus waren, wurde das Gefühl von Übelkeit von Hunger verdrängt. Von richtigem Hunger. Und sie wollte jetzt auch nicht wieder in die Situation kommen, wo sie alle Kontrolle verloren hatte.
      Schnell hatte sie die Zugangskarte gezückt und war in den Aufzug gestiegen, der zu einem der Penthäuser führte. Oberste Etage natürlich. Immerhin mit Dachterasse. Die Einrichtung war schlicht und modern, aber nicht so kalt wie die Wohnungen ihrer Eltern. Ilya hatte immer mal wieder ein paar kleinere Souveniers mitgebracht, ein paar Möbel ausgetauscht. Aber es war eben immer noch eine Wohnung, die kaum zu benutzt wurde. Schließlich verbrachte Ilya meist ihre Zeit irgendwo anders oder damit sich im Bett zu verkriechen. "Wenn du willst kannst du auch auf der Couch schlafen. Oder in einem der Gästebetten. Ist vielleicht etwas entspannter als noch zu deinem Revier zurück zu kehren." bot sie schließlich an. Warum bot sie das eigentlich an? Sie hatte nie jemanden hier hoch genommen. Nie überhaupt jemanden hier hinein gelassen und jetzt bot sie ihm eines der Betten an? Alles nur Entschädigung. Alles nur Entschädigung. Das versuchte sie sich zumindest einzureden."


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    • Okay, die Sache mit dem Essen verwirrte Calder jetzt ungemein. Ilya schien sich fast zu übergeben, nur weil ihm ein Teller mit Essen vorgesetzt wurde. Er bemühte sich, so schnell zu essen, wie er nur konnte, ohne sich selbst übergeben zu müssen. Kein Grund, das hier weiter hinauszuzögern. Das Essen war gut, aber es waren eben nicht Tante Coras Waffeln.
      Er stapelte leeren Teller um leeren Teller, bis sie alle einen kleinen Turm am Tischende gebildet hatten. Er fühlte sich gleich viel besser - und um einiges träger. Er kam aber nicht dazu, sich fünf Minuten Entspannung zu gönnen. Ilya schien nichts wie weg von hier zu wollen.
      Mit einem Seufzen stand Cal auf und folgte ihr. Auf dem Weg nach draußen fing er aber noch den Blick der Kellnerin auf und gab ihr mit einer einfachen Geste zu verstehen, dass er das Essen gut gefunden hatte.
      "Meine Wohnung ist nicht weit entfernt," meinte Ilya.
      Calder konnte nur hoffen, dass sie die Wahrheit sagte. Besonders weit wollte er sich eigentlich nicht mehr bewegen, jetzt wo er so vollgefressen war. Tatsächlich nahm Ilya ihn schon bald mit in eines der vielen Hochhäuser. Mittels Zugangskarte und Aufzug fuhren sie bis ganz nach oben.
      Cal trat ein, und es dauerte keine fünf Sekunden, bis sich seine Nackenhaare aufstellten.
      Nicht, weil etwas Bedrohliches in der Luft lag – sondern weil einfach nichts in der Luft lag. Kein vertrauter Duft von aufgebrühtem Tee, kein Leder, das mit den Jahren seinen charakteristischen Geruch angenommen hatte, kein Hauch von nasser Erde oder sonnengewärmtem Holz. Nur Glas, Metall, und eine sterile, moderne Schlichtheit, die sich trotz vereinzelter persönlicher Objekte wie eine leere Bühne anfühlte.
      Er ließ den Blick schweifen. Die Möbel waren sicher teuer, das Arrangement geschmackvoll, aber das Penthouse wirkte auf ihn... leblos. Als hätte jemand versucht, mit ein paar gezielten Farbtupfern eine Maske von Normalität aufzulegen – Souvenirs hier, ein Bücherregal da –, doch die Kälte des Ortes ließ sich nicht vertreiben.
      Cal war anderes gewohnt. Häuser mit Geschichte. Mit knarrenden Dielen, durchgesessenen Sofas und einer Hundedecke in jeder Ecke. Nachbarschaften, in denen Kinder auf den Bürgersteigen mit Kreide malten, und alte Leute sich beim Blumengießen zuprosteten. Hier oben? Beton, Glasfassaden, Straßenlärm aus der Tiefe – und dazwischen diese unwirkliche Stille.
      Es war eine Wohnung, in der niemand lebte. Nicht wirklich. Vielleicht schlief Ilya hier, wenn sie keine bessere Option hatte. Vielleicht trank sie gelegentlich ein Glas Wein - Blut? - auf dem Balkon, um für ein paar Minuten so zu tun, als würde sie sich niederlassen. Aber das hier war kein Zuhause. Nicht so, wie Cal es verstand.
      Er atmete durch. Die Luft war sauber. Zu sauber.
      "Wenn du willst kannst du auch auf der Couch schlafen. Oder in einem der Gästebetten. Ist vielleicht etwas entspannter als noch zu deinem Revier zurück zu kehren."
      "Ich glaube, das Angebot nehme ich an. Nach dem Essen werde ich immer so träge und das Revier ist von hier aus praktisch am anderen Ende der Stadt."
      Wollte er hier bleiben? Jetzt, wo er diese leblose Wohnung sah, eigentlich nicht. Aber er hatte die Wahrheit gesagt: das Revier war weit weg und er war wirklich müde. Nach seiner kleinen Blutspende würde das sicherlich nicht besser werden.
      "Ich nehm das Bett, wenn du eins über hast. Couch macht immer meinen Nacken kaputt."
      Auch wenn die Couch hier groß genug war, um zwei Leute bequem darauf schlafen zu lassen. Das Ding war riesig!
      Cal präsentierte seine Ellenbogen.
      "Kann ich mich erst frisch machen, oder hast du so einen Heißhunger, dass du erstmal zubeißen willst?"
      In seinen Worten schwang weder Spott, noch Hohn mit. Er meinte es so, wie er sagte. Er wusste, dass sie Hunger hatte, und doch hatte sie ihn zuerst etwas essen lassen. Er wäre auch mit to-go zufrieden gewesen, wobei er jetzt wusste, dass das wahrscheinlich nach hinten losgegangen wäre. Seine Arme konnten warten, wenn Ilya was zu essen brauchte. Sie konnte ja nicht einfach so in einen Laden marschieren. Wobei... bei ihrem Status hatte sie wahrscheinlich Butler, die auf Zuruf ihre Venen für sie öffneten. Ach, egal.
      "Mir ist beides recht, solange ich die noch sauber kriege, bevor ich mich hinlege."


    • Ilya

      "Mach es dir ruhig gemütlich. Hier kommt niemand hin der es nicht darf. Im Gästezimmer sollte eigentlich alles sein was du brauchst. Geh ruhig duschen oder so. Ich bring dir gleich paar Salben mit." Ilya nickte ihm zu, zeigte ihm noch einen der Räume, die eigentlich von niemandem richtig bewohnt wurden. Es war hell eingerichtet, die Morgensonne schien durch die großen Panoramafenster hindurch, welche einen Blick über die halbe Stadt boten. Ein großes weiches Bett stand in der Wand, rechts daneben befand sich ein kleines Ankleidezimmer und nach links war eine Tür zu einem angrenzenden Badezimmer. Das war eigentlich immer bestückt mit allem was das Herz begehrte. Handtücher, Pflegeprodukte. Alles, was man brauchte. Wenn man nicht ein Vampir war vielleicht.
      "Ich geh mich selber fertig machen. Pass auf dass du mir nicht in der Wanne oder so einschläfst." neckte sie ihn noch ein bisschen, bevor sie sich in ihrem eigenen Zimmer verkroch. Es war zwar nicht minder luxuriös eingerichtet, aber es war dunkel. Die Scheiben waren abgetönt worden und noch zusätzlich mit schwarzen Vorhängen bedeckt. Hauptsache kein Sonnenlicht. Wenn Ilya doch mal mitten am Tag aufwachte wollte sie nicht direkt mit Kopfschmerzen starten. Außerdem sah sie ja auch so alles.
      Schnell hatte sie sich ihren Klamotten entledigt und war unter die warme Dusche gesprungen. Nach einer halben Stunde stand sie wieder im Lounge Bereich, diesmal nur mit gemütlichen Klamotten. Eine schwarze kurze Hose und ein einfaches rotes T-Shirt. Hier schrieb ihr ja auch keiner vor, was sie tragen sollte. Die Haare hatte sie notbedürftig trocken gerubbelt, der Rest würde einfach an der Luft trocknen. Heute Abend müsste sie die weiße Pracht eh nochmal bändigen müssen.
      Für Calder hatte sie zumindest eine weitere graue Jogginghose gefunden, die ihm notgedrungen passen würde. Vielleicht müsste er unten die Beine ein wenig abreißen, damit der Bund ihm nicht in die Haut stach, aber sie war groß genug. War die von Miklas oder so? Vielleicht gehörte sie auch ihrem Vater. Zwischendurch tauchten mal die ein oder anderen Wäscheteile in ihrem großen Schrank auf, die sie gar nicht so richtig zuordnen konnte. Ein T-Shirt hatte sie allerdings nicht gefunden. Zumindest keines, wo sein muskulärer Oberkörper reinpassen würde. Naja. Dann hatte sie halt mehr zu gucken.


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    • Cal schloss die Badezimmertür hinter sich – und blieb stehen.
      Es war, als wäre er in ein Hochglanzmagazin gefallen. Marmorplatten in hellem Grau zogen sich über Boden und Wände, unterbrochen von schwarzem Stein, der in matt gebürstetem Finish fast zu glimmen schien. Über dem Waschbecken hing ein riesiger Spiegel, rahmenlos, als wäre er direkt aus der Wand gewachsen. Die Armaturen glänzten wie frisch geschmiedetes Silber, und die Dusche... war keine Dusche, sondern ein verdammtes Regenwald-Erlebnis. Eine Glasbox mit einer Decke, aus der scheinbar der Himmel selbst regnen konnte.
      Cal runzelte die Stirn.
      "Also gut", murmelte er zu sich selbst. "Wie schwer kann’s sein, Wasser zu finden?"
      Die Antwort: schwer genug.
      Zuerst fand er den Knopf nicht. Dann kam nur Licht. Dann kam Dampf - was war er? Ein Dumpling?! Er fluchte, leise, aber ausdauernd, bis schließlich ein sensorisches Bedienfeld aufleuchtete, das so aussah, als könne man damit auch einen Satelliten starten. Nach einigem Herumtippen rauschte endlich warmes Wasser aus der Decke.
      Er zog sich aus, ließ seine Kleider achtlos auf den Boden fallen - der selbstverständlich beheizt war, warum auch nicht? In der Dusche dauerte es nicht lange, bis er sich seufzend gegen die kühle Wand lehnte. Nicht wegen der Temperatur – die war perfekt. Sondern wegen seiner Ellenbogen. Das Bisschen, was von seiner Haut noch übrig war, spannte, war schon halb getrocknet. Die Ränder waren noch blutig, und alles war staubverkrustet und vernachlässigt. Cora würde ihm ein Liedchen singen, wenn er sich da jetzt nicht zumindest ein bisschen drum kümmerte.
      Vorsichtig drehte er den linken Arm nach außen, hielt ihn unter den warmen Wasserstrahl. Es brannte, und er knurrte leise, biss die Zähne zusammen. Er rieb nicht, tupfte nur, ganz langsam, bis der Dreck sich löste und das Wasser klar wurde. Dann der rechte. Gleiches Spiel, etwas tiefer, aber genauso nervig. Erst, als die Wunden sauber waren, wusch den Rest von sich – flüchtig und effizient; er war kein Mann für lange Schaumbäder.
      Nachdem er das Wasser abgestellt hatte - dankenderweise musste er dafür nur den Knopf drücken, der das Wasser auch angestellt hatte - griff er nach einem der Handtücher. Auch das war reinster Luxus: dick, grau, weich wie das Fell eines Wolfswelpen. Er rubbelte sich damit trocken, spürte, wie die Wärme seine Muskeln beruhigte. Vor dem Spiegel hielt er inne, beugte sich leicht vor, betrachtete seine Ellenbogen. Die Haut war offen, aber sauber. Nichts, was ihn aus dem Rennen warf, aber eben auch nichts, was man ignorieren sollte.
      Mit dem Handtuch in den Haaren trat er ins angrenzende Gästezimmer. Es war hell, was ihn ein bisschen überraschte, ordentlich, mit klaren Linien und einem Bett, das garantiert noch nie benutzt worden war. Auf der Kommode lag ein ordentlich gefaltetes Kleidungsstück: eine graue Jogginghose, schlicht, aber hochwertig. Cal zog sie ohne Zögern an. Keine Unterwäsche – war ihm egal, trug er ja sowie so nur selten. Kein T-Shirt... okay. Nicht ideal, aber okay.
      Er trat nach draußen in den Flur, während er die Spitzen seiner langen Haare noch mit dem Handtuch bearbeitete. Ilya hatte was von Salben für seine Ellenbogen gesagt.


    • Ilya

      “Hey Calder.” Grüßte sie ihn als er aus dem Zimmer kam. “Sorry, ich hab kein T-Shirt für dich gefunden.” Dafür reichte sie ihm aber gleich einen ganzen Verbandskasten. Da drin war nicht nur Desinfektionsmittel, sondern auch allerhand Salben und Pflaster. Vampire heilten schnell und effizient, aber bei Trainingskämpfen konnte doch schon mal was kaputt gehen. Und mit Salben gab’s weniger Narben und weniger Probleme.
      “Hoffe das reicht. Willst du was zu trinken haben?” Sie bewegte sich schon Richtung offene Küche in der noch nie ein einziges Gericht gekocht wurde. Ohne zu zögern öffnete sie die Kühlschranktür. Warum sie einen French-Door Kühlschrank hatte? Absehbar. Die linke Hälfte war belegt mit Blutkonserven, die rechte mit Bier, einer halben Flasche Weißwein und ein paar Softdrinks.
      Als sie die Blutkonserven erblickte seufzte sie. Die würden sie wohl nicht mehr richtig nähren.
      Irgendwann als Jugendliche hatte sie mal gehört, dass Vampire manchmal jemanden fanden, der ihren Hunger viel besser stillte als irgendwer anders. Nicht selten wurden diese später sogar zu Gefährten. Ilya hatte da nur mit halbem Ohr zu gehört. Hatte nicht gedacht, dass sie jemals so jemanden finden würde. Und jetzt war sie sich auch nicht sicher, ob sie es nicht bereuen würde. Schliesslich würde Calder sie nicht ewig saugen lassen. Vermutlich war es besser heute nochmal einen Schluck zu nehmen und dann aufzuhören. Sie hatte zwar schon den Himmel geschmeckt, aber sie musste irgendwann zurück zum Boden der Tatsachen zurück kehren. Wohl oder übel.


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    • Mit einer Hand fing Cal den Verbandskasten auf, die andere steckte noch mitsamt Handtuch in seinen Haaren.
      "Ob ich was trinken will? Ich dachte, das ist dein Ding?"
      Er folgte Ilya in die Küche und stellte den kleinen Kasten auf der Marmorplatte der Kücheninsel ab. Er setzte sich und legte das Handtuch beiseite. Wofür brauchten Vampire denn bitte Verbandskästen? Aber na gut, passte ihm ja eigentlich gut in den Kram.
      "Wasser, wenn du hast. Ich bin da pflegeleicht."
      Er suchte sich raus, was er brauchte: Desinfektionsspray, eine Salbe, die die Haut feucht halten würde, und Verbandsmaterial. Das Desinfektionsmittel log, natürlich, darüber, dass es nicht brannte wie Höllenfeuer, wenn man es auf eine offene Wunde anwandte. Cal biss sich auf die Zunge. Ihm war das halbe Gesicht aufgerissen worden und es hatte nicht so wehgetan wie Desinfektionsmittel auf einer Schürfwunde. Teufelszeug.
      Die Salbe tupfte er vorsichtig über die gesamte Fläche. Nicht unbedingt angenehm, aber einfacher zu verkraften als der Schritt davor. Und dann kam das Bandagieren. Es war umständlich, das mit jeweils nur einer Hand machen zu müssen.


    • Ilya

      “Wenn es nicht 7 Uhr morgens wäre, hätte ich dir auch ein Bier angeboten.” Schmunzelte Ilya und überging geflissentlich seinen Kommentar. Schnell hatte sie ihm ein Glas mit kaltem Leitungswasser gefüllt. Er wirkte nicht wie jemand, der Sprudelwasser bevorzugte. Aber was wusste sie auch schon darüber? Sie sah schließlich auch keinem Vampir an, welche Blutgruppe er bevorzugte.
      Nachdem sie sich auf einen der Barhocker gesetzt hatte sah sie ihm noch eine Weile beim Wunden versorgen zu. Der Geruch von Desinfektionsmittel überlagerte den seines Blutes zwar gut, aber nicht komplett. Aber diesmal hatte Ilya sich zumindest ein bisschen mehr unter Kontrolle, auch wenn ihre Fangzähne mal wieder drohten unter ihren Lippen hindurch zu brechen.
      “Wenn du fertig bist…würd ich gern.” Normalerweise war sie doch nicht so schüchtern! Innerlich verfluchte sie sich selber, dass sie nicht wie eine erwachsene gestandene Vampirin nachfragte. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, Calder nach seinem Blut zu fragen. Nicht, weil sie es nicht wollte, sondern weil es etwas komisches in ihr auslöste. Sie wusste ja auch nicht, ob es ihm weh tat. Oh Gott, was wenn es ihm weh tat? “Ich geb mir Mühe vorsichtig zu sein.” Schob sie nahezu kleinlaut hinterher. Immerhin hatte er ihr etwas angeboten, was sie niemals zu schmecken vermocht hatte.
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    • "Warte, du warst beim letzten Mal nicht vorsichtig?"
      Wie fühlte es sich dann an, wenn sie vorsichtig war? Würde er überhaupt etwas spüren?
      Er angelte nach Ilyas Hand und legte sie auf das Ende des Verbands, den er sich gerade um seinen linken Arm gewickelt hatte. Auf die Art hatte er die andere Hand frei, um nach ein bisschen Tape zu angeln, mit dem er das ganze befestigen konnte.
      "Wenn vorhin unvorsichtig war, dann kannst du gern wieder unvorsichtig sein. Hab das kaum gespürt. Du hast ein paar echt scharfe Beißerchen da in deinem Mund."
      Er wickelte seinen anderen Arm ein und wiederholte das Spielchen. Und schon waren seine Ellenbogen versorgt. Da gab es jetzt nur ein Problem: Seine Arme waren beinahe komplett eingewickelt. Wenn Ilya also nicht den halben Mund mit Verbandszeug voll haben wollte... Bockmist.
      Er packte alles ganz brav wieder in den Verbandskasten, klappte das Ding zu und... mehr konnte er nicht tun.
      "Schätze, du musst an meinen Hals, hm?" meinte er.
      Er kämmte sich die noch feuchten Haare aus dem Gesicht. Offen waren sie lang genug, um bis zwischen seine Schulterblätter zu fallen. Er sammelte sie an seinem Hinterkopf und schob sein Haargummi drüber. Mit flinken Fingern band er sich die Haare hoch - und machte damit den Weg zu seinem Hals frei.
      "Ich hab sowas noch nie gemacht, also musst du hier ein bisschen die Führung übernehmen."
      War er verlegen? Warum war er verlegen?! Das hier war nicht der Moment dafür!


    • Ilya

      Etwas elektrisierendes durchströmte ihren Körper als er das Wort Hals auch nur in den Mund nahm. Sie sah kurz zu seinen verbundenen Armen, dann zu seinem Hals. Ah. Hals.
      Scheiße. Natürlich hatte er keine Erfahrung damit, das blöde? Sie auch nicht. Aber das konnte sie ihm nun jetzt schlecht sagen oder? Oder?
      “Ich auch nicht…” Ilya konnte schwören, dass sie jetzt rot anlaufen würde, wenn das Blut in ihrem Körper warm wäre. Zu ihrem Glück war es allerdings kalt und die erwartete Reaktion blieb aus. Stattdessen näherte sie sich ihm vorsichtig.
      “Sag einfach Bescheid wenn’s weh tut okay? Oder wenn irgendwas unangenehm ist.” Er hatte zwar gesagt, dass es beim letzten Mal nicht weh getan hatte, aber am Hals war das noch eine andere Sache.
      Vage und dunkel erinnerte sie sich daran, dass irgendwer mal sagte, dass es je nachdem eigentlich gar nicht weh tat, sondern sich eher gut und erregend anfühlte. Aber der Typ war eh ein totaler Exzentrist gewesen.
      Als sie schließlich vor ihm angekommen war musste sie mal wieder feststellen, dass er wesentlich größer war als sie selber. So kam sie doch gar nicht an ihn ran man. “Warum bist du auch so groß? Komm mal runter zu mir.” Murmelte sie, sich halb beschwerend, aber schon auf die Halsschlagader konzentriert. Letztendlich hob sie allerdings einfach selber die Hände und zwang ihn zu sich runter.
      Fuck, Roch er gut. Ilya konnte ein leises Knurren nicht unterdrücken als ihre Zähne zu ihrer vollen Größe anwuchsen und sie ohne große Vorwarnung irgendwo in die Nähe seines Halses biss. Nicht in die Halsschlagader aber so gerade daneben. Knapp über seiner Schulter, an der Basis seines Halses. Sie versank in ihm, verschmolz mit ihm, sowohl seiner Haut als auch seinem Körper. Gott tat das gut. Wie konnte man so gut schmecken? Sobald sein Blut ihre Zunge benetzte entkam ihr ein zufriedener Seufzer. Es floss langsam, stetig, dick, Süß und absolut benebelnd. Unbewusst hielt sie ihn genau da fest. Ihre Hände verschwanden in seinen gerade erst zusammen gebundenen Haaren. Fuck fühlte sich das gut an.


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    • Cal war überrascht. Nicht etwa, weil Ilya ihm so nahe kam – das hatte er erwartet. Auch nicht, weil sie geradewegs an seinen Hals wollte – das hatte er sogar vorgeschlagen. Aber dass sie nicht wusste, was sie tat? Das saß. Eine reinblütige Vampirin und sie hatte keine Ahnung, wie man richtig trank? Er wollte gerade etwas sagen, eine halb spöttische Bemerkung vielleicht, aber da hatte sie ihn auch schon zu sich gezogen.
      Zwei winzige Punkte, kalt wie Eis, dann ein Stechen. Wie Nadelspitzen, die gerade so die Haut durchbrachen. Es war seltsam. Genausp wie vorhin, aber irgendwie... anders.
      Im nächsten Moment wurde es warm – nicht auf seiner Haut, sondern in ihm. Als würde sein Herz plötzlich wissen, dass es gebraucht wurde. Nicht im romantischen Sinn, sondern rein auf biologischer Ebene. Dass sein Blut nicht mehr nur für ihn da war.
      Dann trank sie. Nicht zaghaft, nicht vorsichtig – sondern mit einem Rhythmus, der etwas in ihm zum Vibrieren brachte. Etwas Tieferes, das er nicht benennen konnte.
      Seine Finger fanden automatisch ihren Weg zu Ilyas Hüften, krallten sich leicht in den Stoff ihres Shirts. Er saß noch immer auf dem Barhocker, leicht nach vorne gelehnt, während Ilya zwischen seinen Beinen stand – klein, zierlich, aber mit einer Präsenz, die ihn in den Bann zog. Das Kribbeln, das durch seinen Körper raste, war kein Schmerz. Es war... ein seltsames, flirrendes Wohlgefühl. Fast, als würde ein Strom warmer Luft in seinen Nervenbahnen zirkulieren. Er konnte spüren, wie sein Blut floss. Nicht nur aus seinem Körper heraus – sondern zu ihr hin. Als würde ein Teil von ihm freiwillig loslassen.
      Er blinzelte. Was zur Hölle?
      "Ilya...", murmelte er, nicht ganz sicher, ob er sie überhaupt ansprechen wollte.
      Seine Stimme war belegt, tiefer als sonst. Beinahe... benommen.
      Das hier war besser als das, was sie vorhin gemacht hatte. Anders, tiefer, irgendwie... verbundener. Und er spürte nicht nur, dass sie trank – er spürte sie. Spürte, wie sie sich an ihn klammerte, wie ihre Hände sich in seinen Haaren vergruben. Wie sehr sie es genoss.
      Er atmete langsam aus, ließ seinen Kopf ein Stück mehr zur Seite sinken, machte es ihr leichter. Irgendwo in ihm sagte ein kleines, vernünftiges Stimmchen, dass das hier zu viel war. Dass das hier gefährlich war, er es sofort unterbinden sollte. Aber das Kribbeln übertönte es und er sagte nichts. Weil es sich verdammt nochmal gut anfühlte.


    • Ilya

      Sie verlor sich in ihm. In seinen Haaren, in seiner Wärme, in den Händen die sich an ihre Hüften klammerten. Er lehnte den Kopf ein bisschen zur Seite, gab ihr mehr Platz und Ilya…konnte nicht gerade denken als sie sich an ihn drückte. Fuck fuck fuck. Ihr wurde heiß. Viel heißer als sie es je für möglich gehalten hatte. Seit wann konnte Vampiren überhaupt heiß werden?
      Sein Blut vernebelte ihre Sinne, betäubte und berauschte sie zugleich, als sie zufrieden seufzte. Eigentlich hatte sie genug. War gesättigt, aber alleine die Nähe zu ihm, dieses kribbelnde Gefühl unter ihrer Haut, dort wo er sie berührte, sorgte dafür, dass sie verweilte.
      Da war nicht mehr viel, was sie unter Kontrolle hatte, als sie sich weiter an ihn presste, ihn noch näher an sich haben wollte. Sie brannte, innerlich. Wollte ihn um sich herum spüren. Spürte, wie sein Blut in ihren Rachen herunter lief wie hypnotisierender Sirup. Scheiße, Calder. Wie sollte sie dieses Gefühl vergessen? Wie sollte sie hier loslassen? Wie sollte sie das hier nicht jede Sekunde ihres Lebens wollen und vermissen? Ihre Finger griffen noch stärker zu. Sie wollte ihn nicht loslassen. Konnte es nicht.


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    • Cal wurde schwindelig. Es war wie ein sanftes Taumeln, ein Nachgeben in einen Zustand, der sich anfühlte wie halber Schlaf und ganze Hitze. Vielleicht war es der Blutverlust. Vielleicht war es der Rausch, der sich in ihm ausbreitete, je länger Ilya an ihm trank. Oder vielleicht war es einfach sie.
      Er spürte ihren Körper an seinem, spürte ihre Lippen, ihre Zähne, das Ziehen an seinem Hals. Ihre Finger in seinem Haar. Und plötzlich bemerkte er etwas, das er bisher erfolgreich ignoriert hatte: wie verdammt attraktiv sie war. Nicht nur hübsch – wirklich attraktiv. Auf eine Art, die ihm unter die Haut kroch. Warum hatte er sich diese Gedanken bisher nicht erlaubt? Weil sie ein Vampir war? Weil sie gefährlich war? Oder weil es leichter gewesen war, sie in eine Schublade zu stecken – Eisprinzessin, Vampir, Feind.
      Jetzt war sie einfach nur... sie. Und verdammt noch mal: Sie war schön. Und sie sog gerade sein Blut aus ihm, als wäre es der letzte Tropfen Wasser in der Wüste.
      Er schluckte.
      Falsch.
      Richtig.
      Er wusste es nicht.
      Dann kam der Wolf. Nicht laut, nicht brüllend, nicht mit roher Gewalt, sondern zielgerichtet, geradezu besitzergreifend. Instinkt. Reaktion.
      Mit einem leisen Knurren packte Cal Ilyas Haare und riss sie von seinem Hals. Nicht brutal, aber mit Nachdruck. Sein Mund fand ihren. Hart. Heiß. Keine Vorbereitung. Kein Zögern. Ein Kuss, roh und stürmisch, eher ein Aufeinandertreffen als ein sanftes Suchen. Etwas in ihm drängte nach Kontrolle, nach Nähe, nach... mehr.
      Er rutschte vom Barhocker, der mit einem dumpfen Geräusch zur Seite kippte, und schob Ilya rückwärts, bis ihr Rücken gegen die kalte Marmorplatte der Kücheninsel stieß. Der Kontrast zwischen seiner warmen Haut und dem Stein ließ ihn kurz innehalten, aber sein Körper reagierte schneller als sein Kopf. Er presste sich an sie, seine Hände hielten sie weiterhin fest, als müsste er sie daran hindern, zu verschwinden.
      Und dann hatte er einen einzigen, klaren Gedanken: Was zur Hölle tust du da?
      Cal brach den Kuss, keuchte, starrte Ilya an, als habe er keine Ahnung, wo er sei und was gerade passiert war. Aber seine Hände lagen noch immer an ihrer Taille und er konnte sich nicht dazu bringen, mehr Abstand zwischen sie beide zu bringen. Er sah sie an, zu nah, viel zu nah, aber weggehen war einfach keine Option.
      "Scheiße," flüsterte er.
      Er wusste nicht, ob er sich dafür entschuldigen sollte. Oder ob er es gleich nochmal tun wollte.


    • Ilya

      Ihr Blut brodelte. Wie als wäre gerade zum ersten Mal ihr Körper tatsächlich gesättigt. Als wäre alles davor nur eine Farce gewesen. Der Vorgeschmack auf das, was ihr eigentlich gebührte. Ihr eigentlich gehörte. Ilya spürte seine Hände in ihren Haaren, hatte kaum Zeit zu reagieren, als sie von sich riss, ihren Kopf nach hinten zog, bevor sie seine Lippen auf den ihren Spürte.
      Fuck.
      Immer noch benommen stieß sie gegen die Kücheninsel, gefangen zwischen ihm und dem Stück Marmor. Der kurze Kontakt ließ sie aufatmen, doch er war immer noch auf ihren Lippen, nahm sie ein wie als würde er sie nicht weggeben wollen. Ihre Augen waren groß, voller Rausch als er sich schließlich löste. Sein Atem war heiß auf ihren Lippen, als er nur leise flüsterte.
      "Scheiße."
      Ja scheiße. Scheiße verdammt. Es war falsch. Er war ein verdammter Wolf und sie ein Vampir. Sie hatten so viel gemeinsam wie Feuer mit Eis. Und doch. Seine tiefschwarzen Augen war alles, was sie jetzt brauchte. Ihre Hände, immer noch in seinen Haaren, griffen fester. Scheiße man. Das würde nicht gut enden.
      Ilya gab ihm keine Antwort. Zumindest keine ausgesprochene, denn anstatt zu warten zog sie ihn zu sich, ergriff Besitz von seinen Lippen. Ihre Fangzähne waren noch nicht ganz wieder zurück gebildet und die Quittung kam direkt, als sie sein Blut schmeckte. Kaum hatte sie die Wunden zugeleckt, verwickelte sie ihn in einen Zungenkuss. Versuchte die Dominanz zu erhalten als sie sich an ihn presste. Sie würde ihn hier nicht los lassen. Was auch immer das hier war, was das zwischen ihnen war, es war zu spät hier zu stoppen.


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    • Cal stöhnte leise in den Kuss, als Ilya sich ihn wieder nahm – und diesmal war es nicht nur hitzig, sondern fordernd, gierig. Ihre Fangzähne ritzten seine Lippe, und statt Schmerz kam Lust. Eine geradezu perverse Reaktion. Er sollte zurückweichen, sich von ihr lösen, aber stattdessen vertiefte er den Kuss, ließ seine Zunge gegen ihre gleiten, als wolle er gegen sie kämpfen. Als müsste er beweisen, dass er die Kontrolle hatte, obwohl er sie längst verloren hatte.
      Sein Herz schlug wie wild in seiner Brust. Er spürte ihre Finger noch immer in seinem Haar, spürte ihre Hitze – oder war es seine eigene? Der Wolf in ihm wollte mehr.
      Doch irgendwas in ihm schrie auch nach Luft. Nach Verstand. Sekunde... nein, er musste Luft holen!
      Dann kam der Geruch von Blut. Seines Blutes, das seinen Hals hinunterlief, warm und klebrig. Es kitzelte über seine Haut, und das war zu viel.
      Zu real.
      Zu intensiv.
      Mit einem scharfen Atemzug riss er sich von ihr los, suchte den Abstand, den er so dringend brauchte. Der Raum war zu eng geworden, zu heiß. Seine Hände gingen nach oben, wie zur Abwehr, wie zur Verteidigung. Er machte einen, zwei Schritte rückwärts, einer wankender als der andere. Sein Blick war wild, verwirrt, als müsste er sich selbst erst wieder zusammensetzen.
      "Wir sollten das nicht tun," warnte er sie beide.
      Aber seine Stimme verriet ihn. Und noch mehr verriet ihn der Blick, den er ihr zuwarf: unentschlossen, hungrig. Er atmete schwer und es war unmöglich zu sagen ob es davon kam, dass er sich gerade den Atem aus der Brust geküsst hatte, oder von der schieren körperlichen Anstrengung, der es bedurfte, um ihn einen Meter von Ilya fernzuhalten. Er rührte sich nicht, stand da wie ein Tier, das jederzeit entweder wegspringen oder wieder zuschlagen könnte.
      "Ilya..." sagte er leise, und ihr Name fühlte sich viel zu richtig auf seinen Lippen an. "Wir können das hier nicht tun..."
      Er wusste nicht, ob er sich selbst davon überzeugen wollte, zu gehen oder sie. Aber das Zittern in seinen Fingern verriet, wie knapp er davor war, sich selbst zu widersprechen und sich ihr zu Füßen zu werfen.


    • Ilya

      Er riss sich von ihr los, wie als hätte sie ihn verbrannt. Ilya stockte der Atem als die Wärme, die Hitze, auf einmal weg war. Ihre Hände waren noch halb gehoben, als er sich entfernte. Zu abrupt, zu schnell war er weg. Sie sehnte sich jetzt schon wieder nach ihm. Nach seinen Lippen auf ihren, nach seinen Händen auf ihrem Körper.
      Aber da war noch was anderes. Vernunft. Kalt, beißend. Nicht willkommen und doch da, irgendwo in der hinteren Ecke ihres Verstandes als sie ihn ansah. Frustriert biss sie sich selbst auf die Lippe, ihre Zähne schnitten auch durch ihr Fleisch wie Butter, als sie ihre Hände langsam sinken ließ.
      "Ilya..." fuck fuck fuck. Er sollte ihren Namen nicht so sagen. Nicht in seinen Mund nehmen, wenn er nicht wieder her kommen würde. Fast schon beleidigt atmete sie scharf aus, als er letztendlich sagte, dass sie das hier nicht tun könnten. War das eine Meinung? Oder ein Fakt? Er sah auf jeden Fall nicht so aus, als wäre er überzeugt von dem, was er da sagte. Naja. Sie war ebenso wenig überzeugt.
      Natürlich sollten sie das nicht tun. Was auch immer da zwischen ihnen brodelte wie Magma, war viel zu heiß und gefährlich. Das würde nicht gut enden. Weder auf kurze, noch auf lange Sicht. Aber für jemanden wie Ilya, die ihr ganzes Leben in Disziplin und Rückhaltung trainiert wurde? Für sie war das hier so frustrierend wie nichts zuvor. Wie als hätte man ihr den Himmel gezeigt und sie in die Hölle gestoßen. Ihr Atem war immer noch flach, als sie ihn von oben bis unten musterte. Die Wunden an seinem Hals, die sie noch nicht verschlossen hatte, das Blut, welches langsam seinen wohlgeformten Körper hinunterfloss.
      Fuck. War das hot.
      "Und was ist...wenn ich es trotzdem will?" fragte sie schließlich, genauso leise.


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    • Cal knurrte leise, kaum hörbar, aber tief aus der Brust. Er ballte die Hände, ließ sie dann wieder sinken, als wäre jede Bewegung zu viel.
      "Verdammt, Ilya," murmelte er heiser, drehte sich halb weg und fuhr sich mit einer zitternden Hand durch die Haare.
      Seine Finger verfingen sich kurz in dem Haargummi, lösten es. Die dunklen Strähnen fielen ihm ins Gesicht, schirmten ihn ab, aber es reichte nicht. Er fing an, sich zu bewegen. Langsam zuerst, dann schneller. Die Bewegungen eines Raubtiers, das im Käfig die Wände testet. Hin und her, zwischen den Fliesen der klinisch sauberen Küche, seine nackten Füße kaum hörbar, aber voller Spannung. In einer Hand drehte er den Anhänger seiner Kette, den Fangzahn seiner Mutter, als wäre er ein Talisman gegen den Sturm in ihm. Sie hätte sich garantiert nicht auf das hier eingelassen. Sie war eine kluge, starke Frau gewesen. Und Cal? Der konnte ja nicht einmal sein eigenes Rudel beschützen. Und jetzt das hier...
      "Zwischen uns… darf nichts sein."
      Die Worte klangen fast geübt. Wie etwas, das er sich selbst einzureden versuchte.
      "Du bist... du bist ein Vampir. Und ich bin ein Wolf. Ich sollte dich nicht mal mögen."
      Er machte einen Schritt auf sie zu, und dann noch einen. Sein Körper hatte seine eigene Sprache, und der widersprach gerade allem, was sein Mund sagte. Wölfe kommunizierten beinahe ausschließlich über Körpersprache.
      "Ich weiß nicht, was richtig ist," gab er flüsternd zu. "Ich bin kein Politiker. Kein Diplomat. Ich bin einfach nur ein Typ, der den halben Tag mit den Händen im Dreck steckt und die andere Hälfte lang Leute vermöbelt."
      Er blieb vor ihr stehen. Nah genug, dass sie seinen Herzschlag hören konnte, selbst wenn sie kein Vampir wäre. Sein Blick wanderte zu ihrem Mund. Dann zu ihrer Kehle. Wieder hoch.


    • Ilya

      Sie hatte versucht ihren eigenen Herzschlag unter Kontrolle zu bringen. Hatte wirklich versucht zumindest irgendetwas von ihrem Verstand aus ihrem Kopf wieder hervor zurufen, als Calder begann wie ein Wolf ohne Ziel hin und her zu pirschen. Doch während andere Vampire vielleicht von diesem Instinkt abgeschreckt waren, war Ilya nur eines. Hoffnungslos dem Rausch verfallen ihn wieder zu spüren.
      War es dumm? Auf jeden Fall.
      War es gegen all ihre Instinkte? Vielleicht, denn Ilya's Instinkt sagte ihr gerade, den Mann festzuhalten und unter sich zu begraben. Sich selber in seinem Geruch zu suhlen, bis sie nichts anderes mehr roch. Ilya zwang ihre Hände dazu, sich an der Marmorplatte festzuhalten. Wenn sie nich aufpasste würde sie diese noch zerbrechen. Vampire hatten vielleicht nicht so viel Kraft, aber dennoch genug. Vor allem, bei der Krampfhaftigkeit, die sie gerade verspürte.
      Hätte sie es gekonnt, wäre sie jetzt einen Schritt zurück gewichen. Es war sowieso schon viel zu schwierig, sich zurück zu halten und dass er jetzt wieder auf sie zu kam machte es auf jeden Fall nicht einfacher. Ilya wagte es kaum, zu atmen, geschweige denn ihren Blick von seinen Augen zu nehmen. Nicht, wenn das Blut immer noch langsam seinen Hals hinunter tropfte und sie darum bat es aufzulecken.
      "Zwischen uns… darf nichts sein." Achja. Da war ja was. Natürlich. Wenn das hier raus kam? Ja was dann eigentlich? Was wollten ihre Leute denn bitte machen? Sie in der Sonne aufhängen? Sie verstoßen?
      "Du bist... du bist ein Vampir. Und ich bin ein Wolf. Ich sollte dich nicht mal mögen." Ja gut. Sie sollte die Wölfe auch nicht unbedingt mögen. Aber man hatte sie nicht dazu erzogen, andere zu Hassen. Man hatte sie nur dazu erzogen zu gehorchen und das beste für die Vampire zu tun.
      "Ich weiß nicht, was richtig ist. Ich bin kein Politiker. Kein Diplomat. Ich bin einfach nur ein Typ, der den halben Tag mit den Händen im Dreck steckt und die andere Hälfte lang Leute vermöbelt."
      War es richtig? War es falsch? Gab es da überhaupt einen Unterschied? Sie war doch auch keine Politikerin, keine Diplomatin. Man hatte einen aus ihr machen sollen, aber das konnte sie in 150 Jahren immer noch. Ilya knurrte leise, als er so nah stand, dass sie unmöglich von ihm entweichen konnte, selbst wenn sie es gewollt hätte. Und Ilya wollte nicht von ihm weg. Ganz im Gegenteil.
      "...Calder." Ihre Stimme brach ein wenig, als sie versuchte nicht zu tief einzuatmen. Sich nicht direkt seinem Geruch hinzugeben. "...ich hab noch nie etwas gewollt in meinem Leben. Bis jetzt." Rosane Augen bohrten sich in seine. Wer gesagt hatte, dass Vampire gut lügen konnten? Sie konnte es auf jeden Fall nicht. Denn alles, was sie jetzt gerade dachte, sagte, fühlte, stimmte überein.
      "Ich weiß doch auch nicht was richtig ist. Aber ich weiß, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas will. Dass ich dich will."


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    • Cal knurrte wieder, leise diesmal, fast nur ein Vibrieren in seiner Kehle. Seine Selbstkontrolle war praktisch nicht mehr existent. Sie hing nur noch wie ein dünner Faden über einem Abgrund, und jedes Wort von ihr sägte daran.
      Mit einem letzten Schritt verringerte er die ohnehin kaum vorhandene Distanz zwischen ihnen. Ihre Körper berührten sich beinahe, seine Wärme gegen ihre Kälte. Sein Blick brannte sich in ihren, tief und schwarz, die Augen eines Wolfes.
      "Scheiße, Ilya," murmelte er, rau und ehrlich.
      Für einen Moment schloss er die Augen, zwang sich zur Ruhe, aber das Bild in seinem Kopf wurde nur klarer: Der Abend auf dem Dach, damals. Wie sie da gestanden hatte, diese unerreichbare Frau mit unendlich müden Augen. Wie er sie eingeladen hatte, einfach nur zu atmen. Keine Masken, kein Titel. Nur sie.
      Nur sie – und jetzt stand sie wieder vor ihm. Kein Glanz, kein Spott, nur eine Stimme, die zum ersten Mal etwas wollte. Ihn.
      Er öffnete die Augen wieder. Seine Finger zuckten, als würden sie von selbst zu ihr greifen wollen, aber er hielt sich noch zurück. Gerade so.
      "Sag es mir," sagte er leise, fast bittend. "Sag mir, was du willst. Ich kann dir nicht widerstehen, Ilya. Nicht, wenn du mich bittest. Nicht, wenn du's ehrlich meinst."
      Er hob eine Hand, zögernd, legte sie schließlich vorsichtig an ihre Taille. Seine Finger lagen auf dem Stoff wie auf etwas Zerbrechlichem, obwohl er genau wusste, dass sie seinen Verstand in tausend Stücke sprengen konnte, wenn sie nur wollte.
      "Sag mir, dass du mich willst. Sag mir, dass ich nicht aufhören soll."
      Es war kein Befehl, keine Kontrolle. Nur ein Angebot, weil er ihr immer irgendwelche Angebote machte.


    • Ilya

      Sie schluckte schwer, spürte immer noch den süßen Geschmack seines Blutes auf ihrer Zunge als er mit seinen tiefschwarzen Augen ansah. In ihnen konnte sie sich verlieren. Einfach dahin schweben. Dann hörte sie seine Stimme. Hörte, wie der dünne Faden an Kontrolle zu reißen schien, als er seine warme Hand an ihre Taille legte.
      Alleine diese kleine Berührung reichte aus, um ihr den Atem komplett zu rauben, um alle Vernunft über Bord zu schmeißen. Die Hitze seiner Haut drohte durch den dünnen Stoff ihres Shirts hindurch zu brennen. Sie sehnte sich nach mehr. Nach mehr Berührung. Nach ihm auf ihr, nach ihm über ihr.
      "Fuck Calder." keuchte sie, letztendlich. Was auch immer da war? Sie würde es nicht los lassen. Nicht heute. Vielleicht niemals. Ilya ließ es sich nicht nehmen, ihre Hände an seine warmen Wangen zu bewegen. Noch zog sie ihn nicht heran. Aber auch das würde folgen.
      "Ich will dich. Scheiße, hör nicht auf. Bitte."


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