Adopted by a witch [yuyuumyn&Royal]

    • „Damals war er noch nicht so... schwierig.“, gab die Hexe mit einem tiefen Seufzen von sich, die Arme vor der Brust verschränkt und sie wirkte für einen Moment wirklich, als würde sie ihre Entscheidungen in der Vergangenheit bereuen – zumindest jene, die diesen Namen vor ihr betrafen.
      Anarxia zuckte nur mit den Schultern, als der Drachenjunge ihn fragend betrachtete – zumindest der Stoff um Xylas Schultern hoben sich wie durch Zauberhand leicht.
      „Schau mich nicht so an, ich kann dir auch nicht sagen, ob das stimmt. Damals gab es mich noch nicht. Soweit ich weiß, war der Kerl schon immer so.“
      „Hört auf über mich zu reden, als wäre ich gar nicht hier!“, mischte sich Hokrux letztendlich wütend in das Gespräch ein, ehe er die Arme vor der Brust verschränkte, sich leicht weg drehte und schmollte.
      „Dabei wollte ich dich doch nur nach einer Ewigkeit mal wieder besuchen... aber wenn meine Präsenz hier nicht gewünscht wird, sollte ich vielleicht einfach wieder gehen.“
      „Gute Entscheidung. Du weißt ja, wo es hier raus geht.“, drehte sich die Hexe daraufhin auch ohne ein weiteres Wort mit einem Lächeln um, Ryuki an der Hand haltend. Selbst Anarxia widmete ihm kein einziges seiner Augen.
      „Moment mal! So war das doch gar nicht gemeint!“, änderte der Vampir jedoch recht schnell seine Meinung und rannte der kleinen Gruppe hinterher, „Eigentlich wollte ich dir erzählen, was in der Welt da draußen vor sich geht. Du bist doch sonst den ganzen Tag in diesem verdammten Wald eingesperrt! Ich wette du weiß noch gar nicht, dass eine Organisation der Menschen Jagd auf magische Wesen macht!“
      „Das weiß ich bereits.“, erwiderte Xyla nur, ohne zu stoppen, während Hokrux nebenher ging.
      „... hah? Woher...“
      „Der Orden der Silbernen Ketten, nicht wahr? Ich bin nicht ganz so ausgeschlossen von der Außenwelt, wie du es immer klingen lässt, Hokrux.“, erwiderte sie lächelnd und verschwieg dabei absichtlich, dass auch sie erst vor kurzem durch Ryuki, also durch einen puren Zufall, von diesem Orden erfuhr.
      „Das....“, lief der Vampir plötzlich etwas langsamer, als hätte sie ihm den Wind aus den Segeln genommen, ehe er den Kopf schüttelte und seine Schritte wieder schneller wurden, neuen Mut gefasst.
      „Wie auch immer. Ich kann dich doch nicht einfach mit einem Balg alleine lassen! Wette du weißt nicht mal, wie man ein Kind groß zieht?“
      „Weißt du es etwa?“
      „Woher sollte ich das denn wissen? Komm schon Xyla... lass uns diesen Orden aus der Welt schaffen! Wie in alten Zeiten, wie wärs?“, erntete Hokrux nur ein müdes Seufzen.
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    • Ryuki warf dem Vampiren über seine Schulter noch einen bösen Blick zu und streckte ihm zum Abschied seine Zunge entgegen. Doch leider entschied sich der Blutsauger dann doch dazu, der kleinen Gruppe zu folgen, was den jungen Drachen leicht mit den Augen rollen ließ und er noch etwas dichter an Xylas Seite lief.

      Er entschied sich dazu den Vampiren zu ignorieren, was auch gut funktionierte. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem "Der Orden der Silbernen Ketten" zum Thema wurde.
      Yuki weitete seine blauen Augen und ohne es selbst zu merken, klammerte er sich nun ein wenig fester an Xylas Hand, die ihm so viel Sicherheit gab.
      Er unterdrückte seine Erinnerungen an den schrecklichen Tag, der sein Leben für immer verändert hatte. Er war jetzt in Sicherheit und wollte keine Schwäche mehr zeigen. Vor allem nicht vor dieser blöden Fledermaus.

      Als mal wieder das Wort "Balg" fiel, warf er Hokrux einen bösen Blick zu.
      "Na warte... ich werde dir zeigen wer hier ein Balg ist, alter Mann.", dachte Ryuki. Mal wieder komplett untypisch für seine sonst so sanfte und liebevolle Art.
      Doch dann sprach der Vampir davon, dass er den Orden aus der Welt schaffen wollte. Die Augen des jungen Drachen wurden wieder weit und er blickte zwischen ihm und Xyla hin und her. "Wie in alten Zeiten? Habt ihr sowas schon mal gemacht, Xyla? Darf ich dieses Mal mitmachen? Ich möchte helfen!", fragte er, warf Hokrux wieder einen giftigen Blick zu und hob als stumme Drohung das Amulett in seiner Hand leicht an.
    • Der alte Vampir ignorierte gekonnt den frechen Jungen, am liebsten würde er so tun, als würde der Knirps gar nicht erst existieren, wie konnte er es wagen so an seiner Xyla zu hängen?! Sie war doch noch viel zu jung für Kinder!
      Außerdem hatte er viel wichtigeres zu tun: Xyla dazu zu bringen ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

      Der Hexe entging nicht, wie die Hand des Jungen sich fester um die seine legte und erwiderte den Händedruck instinktiv, nicht sicher, ob sie ihn damit beruhigen konnte.
      "... hin und wieder. Aber das ist schon lange her und es kam noch nie etwas gutes dabei.", erwiderte Xyla und ihr war anzuhören, wie sehr sie sich gegen den Vorschlag des Vampiren sträubte.
      "Außerdem bist du noch zu jung, um böse Organisationen aus dem Weg zu schaffen. Was willst du schon tun? Diese Leute mit dem Amulett blenden? Das funktioniert nur bei dem alten Blutsauger.", fügte der Mantel mit einem Schnaufen hinzu.
      "Ganz genau, das funktioniert nur... hey!", wollte Hokrux dem Mantel zunächst zustimmen, ehe ihm auffiel, dass dessen Worte auch gegen ihn gingen. Was hatte er diesem verdammten Mantel eigentlich getan?!
      ... achja. Hatte er nicht mal versucht ihn zu verbrennen oder so? Egal. Ewig her. Wahrscheinlich.
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    • Ryukis Augen wanderten von zwischen Xyla und dem Mantel hin und her. "Aber... aber Anarxiaaa. Ich bin doch noch immer ein Drache!", sagte er und deutete mit seiner Hand demonstrativ auf seine spitzen Reißzähne, ohne mit der anderen Hand die von Xyla auch nur für den Bruchteil eines Moments loszulassen.

      "Und bald werde ich es auch schaffen richtiges Feuer zu speien! Und ich kann fliegen! Gegen meine Flügel kommen niemand an! Dann werde ich diesen dummen Jägern ihre dicken, fetten-!", Ryuki plusterte sich mit seinen eigenen Worten immer wieder auf. Wie ein junger Pfau, der versuchte sein gegenüber mit all seiner Kraft zu beeindrucken.
      Doch stoppte er sich schließlich selbst und sah mit erröteten Wangen zu Xyla hoch.
      "I-ich meine, ich ähm...", murmelte, kaute sich dann nachdenklichen einen Moment auf seiner Unterlippe rum, bis er schließlich mit einem Seufzen leise nuschelte: "Ich werde warten, bis ich älter bin..."

      Sein Blick huschte wieder zu dem Vampir und er konnte nicht anders, als leicht seine Augenbrauen zusammenzuziehen. "Warum verfolgt der uns eigentlich?"
    • Der Mantel mit den vielen Augen plusterte sich überrascht auf, als er seinen Namen so langgezogen aus dem Mund des Kindes hörte. Alle seine Augen waren geweitet und auf Ryuki gerichtet. Sie blinzelten einmal. Zweimal. Er konnte nicht recht glauben jemals so von einem Kind angesprochen zu werden.
      Dennoch legte er sich schnell wieder um Xyla's Schultern und räusperte sich, um sein Verhalten zu überspielen.
      „Nicht mal eine Horde erwachsener Drachen hatte sie aufhalten können...“, murmelte Anarxia, wagte es jedoch nicht, diese Worte lauter auszusprechen, so dass nur Xyla sie hören konnte.
      „Beachte ihn gar nicht.“, meinte die Hexe mit einem belustigten Lächeln und folgte ihrem eigenen Rat, indem sie Hokrux keinen einzigen Blick schenkte.
      „Aber sagt mal, Ryuki... ist es das, was du machen willst, wenn du erwachsen bist? Den Orden der silbernen Ketten auslöschen?“, wandte sie ihren Blick dem Jungen zu und betrachtete ihn eindringlich, als würde seine Zukunft von der Antwort auf diese Frage abhängen.

      „... ernsthaft? Nimmt mich hier denn keiner mehr ernst? Hallo?! Hey, verdammter Mantel, du hast doch so viele Augen, wirf doch wenigstens mal eins davon auf mich! Mh? Mh? Nein?! Verdammt... dieser Knirps nimmt mir die ganze Aufmerksamkeit weg...“, knabberte Hokrux frustriert an seinem Fingernagel und begann bereits Pläne zu schmieden, wie er den Jungen wohl los werden könnte, ohne, dass Xyla merkte, dass er Schuld daran war.
      „Vielleicht sollte ich ihn einfach leer saugen...“, murmelte er, zuckte jedoch zusammen, als Anarxia plötzlich doch ein Auge auf ihn warf. Er hätte schwören können, dass das niemand gehört hatte.
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    • Der junge Drache zögerte, als er die plötzliche Frage der Hexe hörte. Er blickte zu ihr auf und ganz unwillkürlich klammerte er sich noch ein kleines bisschen mehr an ihre Hand. "Ich...", begann er, schien aber nicht die richtige Antwort auf ihre Frage zu wissen.
      Seine innerliche Zerrissenheit war deutlich in seinem jungen Gesicht abzulesen. "Ich...", begann er erneut und kaute sich wieder auf seiner Unterlippe herum.
      Natürlich hatte er eine gewisse Abneigung gegen den Orden der silbernen Ketten... aber rechtfertigte es, genau das selbe zu tun? Leben auszulöschen... zu töten?

      "Diese Jäger...", sprach er schließlich leise und mit einer zierlichen Stimme. "... sie haben auch Familien... nicht wahr?", fragte er und seine blauen Augen wanderten zwischen Xyla und Anarxia hin und her.
      "Wenn ich sie... töten würde... würden die Kinder dieser Jäger, sich dann auch in der selben Situation befinden, in der ich mich befinde...? Und wenn ist, wenn sie dann niemanden haben, der ihnen hilft...?"
      Wieder kaute er eine Moment auf seiner Lippe herum und dachte angestrengt über seine nächsten Worte nach. "Es wäre... unrecht. Wenn ich mich auf diese Art rächen würde... dann würde dieser Kreislauf aus Mord und Hass niemals enden..."

      Seine Hand klammerte sich noch fester an die von Xyla - suchte Sicherheit in ihrer Nähe. Ein zittriger Atemzug folgte, bevor er schließlich leicht seinen Kopf schüttelte. "Nein... ich will den Clan nicht auslöschen... aber ich will sie aufhalten... und ich will das sie zur Rechenschaft für ihre Taten gezogen werden. Kein Blut vergießen mehr..."

      Und den Vampir? Den ignorierte Ryuki genauso, wie Xyla ihm es gesagt hatte. Dem konnte er später auch noch genug Streiche für seine Worte spielen...
    • "Oh wow, wie rührend. Ekelhaft. Pah. Wen interessieren schon die Familien dieser Leute?! Lass sie doch sterben, wenn niemand ihnen hilft! Du hättest auch einfach krepieren sollen...", murmelte Hokurx den letzten Satz zu sich selbst, deutlich leiser als den letzten, als hätte er Angst, dass der verdammte Mantel ihn wieder hört.

      Xyla dagegen sah das ganz anders. Überrascht über die Worte des jungen Drachen weiteten sich ihre Augen und sie griff seine Hand fester, als dieser offensichtlich nach Halt suchte.
      "... Du bist sehr weise für dein Alter, Ryuki.", nickte sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
      "Deutlich erwachsener als der verdammte Vampir.", fügte Anarxia mit einem Schnauben hinzu.
      "Du hast recht. Womöglich öffnest du dadurch nur einen weiteren Kreislauf von Hass und Mord... aber es ist ebenfalls dein Recht zu verlangen, dass sie für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Du musst nicht sofort entscheiden, was du tun willst. Du hast noch Zeit. Werde erstmal erwachsen, okay?"
      "Hah! Selbst wenn der Knirps aufwächst wäre er doch viel zu schwach für sowas!", grummelte der Vampir, der den Dreien immernoch folgte.
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    • Ein schwaches Lächeln zog sich über die Lippen des jungen Drachen, als Xyla ihn als weise bezeichnete.
      „Mein Großvater hat mir viel beigebracht!“, teilte er mit, und bei dem Gedanken an seinen Großvater konnte er nicht anders, als ein wenig mehr zu lächeln – vor Stolz, aber auch, weil er ihn und den Rest seiner Familie so schrecklich vermisste.
      „Er hat meinem großen Bruder und mir viel beigebracht.“, ergänzte er, und seine Augen huschten für einen Moment wieder zurück zu dem viel zu lauten Vampir, der noch immer hinter ihnen herlief.
      „Ich glaube, er hat niemals jemanden gehabt, der ihn geliebt oder ihm etwas beigebracht hat.“, sagte er schließlich, vielleicht ein wenig zu direkt.

      Schließlich kamen sie endlich wieder auf der kleinen Lichtung an, auf der sich das gemütliche Häuschen von Xyla befand. Der Vampir war noch immer da. Scheinbar würden sie ihn wohl doch nicht so einfach loswerden, wie Ryuki gehofft hatte.
      Doch da kam ihm schließlich ein Einfall und seine Augen begangen schelmisch zu Glitzern. Vielleicht musste er einfach ein bisschen nachhelfen...

      Gerade als sie an der Tür ankamen, blickte er wieder zu Xyla hoch und zog leicht an ihrer Hand. "Darf ich unserem Gast einen Tee machen? Vielleicht ist er danach nicht mehr ganz so gereizt?", fragte er und versteckte seine wahren Gedanken hinter einem charmanten Lächeln.
    • Hokrux starrte den Jungen an, blinzelte ein paar Mal, als dieser zu ihm blickte und realisierte nicht recht, was Ryuki mit seinen Worten sagen wollte. Oder ob dieser überhaupt an ihn gerichtet waren.
      "... hah? Meinst du etwa mich?", war ihm die Verwirrung deutlich anzuhören.
      Wofür hielt sich der kleine eigentlich?! Da macht Xyla ihm mal ein Kompliment und schon nimmt er sich was raus!
      Den Rest des Weges grummelte Hokrux weiter vor sich hin, die Arme verschränkt und der Hexe hin und wieder einen Blick zuwerfend, in der Hoffnung sie würde ihn irgendwann ansehen, doch stattdessen ignorierte sie ihn geflissentlich.
      Und dann? Und dann wurde auch noch die Tür direkt vor seiner Nase zugeschlagen!
      "Verdammt... Du musst doch nicht immer so gemein zu mir sein, Xyla.... hab ich mich nicht schon oft genug entschuldigt?", öffnete mir einer - von der Tür - geröteten Nase und leichten Tränen in den Augen, bevor der junge Drache sich zu Wort meldete.
      "... hah?", gab die anderen Drei, samt Mantel, zur selben Zeit von sich, als Ryuki plötzlich vorschlug dem Vampiren einen Tee zuzubereiten.
      "... wer will schon einen Tee von einem Knirps wie dir?", grummelte Hokrux sofort wieder.
      "... klingt nach einer guten Idee. Er kann ja einen Tee trinken und dann wieder gehen.", fügte die Hexe hinzu, ehe sie Anarxia von ihren Schultern nahm und diesen stattdessen auf Ryuki's legte.
      "Passt gut auf unseren Gast auf, ja? Ich muss noch ein paar Tränke vorbereiten."
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    • „Ja, Xyla!“, antwortete Ryuki sofort, und das Lächeln auf seinen Lippen formte sich zu einem breiten Grinsen. Sein Blick wanderte zu Hokrux, während er mit dem Finger auf das kleine Sofa am Kamin im Wohnbereich des Häuschens deutete.
      „Warte dort, ich bringe dir gleich deinen Tee!“, sagte er mit einer vielleicht etwas zu freundlichen, beinahe zuckersüßen Stimme.
      Oh, wenn der arme Vampir nur wüsste, was gleich auf ihn zukam...

      Bevor der Blutsauger antworten konnte, verschwand der junge Drache auch schon – mit Anarxia auf den Schultern – in der Küche.
      „Dem werden wir es zeigen...", murmelte er leise zu dem Mantel und setzte bereits das Wasser auf.
      Während er darauf wartete, dass es zu kochen begann, griff er nach einer Tasse und ging zielstrebig zu dem riesigen Gewürzregal, das in einer Ecke der Küche stand.
      „Chiliflocken… oh, und Pfeffer… und noch ein wenig mehr Chilliflocken...“, murmelte er vor sich hin und gab von beidem eine großzügige Menge in die Tasse.

      Für einen Moment überlegte er, ob er einen Regenwurm aus dem Garten holen sollte… doch wollte er kein unschuldiges Leben für seinen Streich aufs Spiel setzen. Ein wenig Erde würde wohl reichen.
      Entschlossen trat er zu einem nahe stehenden Blumentopf und fügte der Mischung noch eine kleine Handvoll Erde hinzu.

      „Was noch?“, fragte er er nun an Anarxia gerichtet, während sein Blick suchend durch die Küche wanderte.
    • „Hmpf! Ich will doch keinen verdammten Tee von einem Knirps! Xyla, können wir nicht einfach...“, wollte sich Hokrux wieder an die Hexe wenden, doch diese war, ohne ihn eines weiteren Blickes zu würdigen, die Treppe hinauf verschwunden und niedergeschlagen und schmollend ließ sich der Vampir letztendlich doch auf dem Sofa nieder. Zu gerne wäre er der Schwarzhaarigen gefolgt, aber er wusste auch, dass er nur wieder raus geschmissen werden würde, wenn er es übertrieb.
      Trotzdem verstand er nicht so recht, wieso der Kleine ihm plötzlich einen Tee machen wollte... war das seine Art zu sagen, dass er endlich gehen soll?

      Währenddessen in der Küche beobachtete der Mantel mit einer gewissen Mischung aus Neugierde und Stolz, wie der junge Drache den Tee zusammen mischte.
      „Versuch es mal mit Knoblauch. Hab gehört der Kerl hasst das Zeug wie die Pest. Oh, und vergiss nicht genug Teeblätter zu nehmen! Wollen ja nicht, dass der Kerl gleich am Geruch irgendwas merkt. Am besten nimmst du die Minze.“, fügte Anarxia hinzu und verriet ihm auch, wo er in welcher Schublade oder an welcher Stelle die passenden Zutaten fand.
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    • Das teuflische Grinsen auf den Lippen des jungen Drachen wurde nur noch breiter. „Anarxia... du bist ein Genie! Ein geniales Genie!“, kicherte er und fügte dann die angegebenen Zutaten hinzu, genau so, wie der Mantel es ihm verraten hatte.
      Stolz hielt er schließlich die Tasse mit dem frisch gebrühten "Tee" in der Hand und betrachtete sie von allen Seiten. Von außen sah alles ganz normal aus. Auch die Minze verhinderte, dass der verräterische Geruch von Knoblauch und Chiliflocken an die Oberfläche drang.

      Der erste Schritt der Mission – „Fledermaus loswerden.“ – war getan. Nun ging es in Phase zwei über, in der Ryuki wohl eine Glanzleistung in der Schauspielerei hinlegen musste, damit der Vampir nichts von seinem Plan ahnte, bis es zu spät war.
      Seine blauen Augen huschten für einen kurzen Augenblick auf den Mantel herab, fast so, als würde ein Schüler den Rückhalt seines Lehrmeisters suchen. Dann nickte er sich selbst zu und ging mit aufgerichteten Schultern in das kleine Wohnzimmer.

      Er durfte nicht zu nett sein... das wäre definitiv auch zu auffällig. Vielleicht konnte er den "Tee" dem Vampiren auch einfach als eine Art "Friedensangebot" andrehen..? Ganz nach dem Motto: gute Miene zum bösen Tee... oder so ähnlich.

      Mit einem Lächeln, aber einen nicht zu freundlichen Lächeln, kam der junge Drache vor dem Vampir zu stehen und streckte ihn mit beiden Händen die Tasse mit dem - ach so harmlosen Tee - entgegen.
      "Für dich.", sagte er und musste ein Zucken seiner Mundwinkel unterdrücken.
      Nachdem er dem Vampir den Tee überreicht hatte, setzte er sich auf einen Sessel gegenüber des Vampirs und ließ seine Beine etwas baumeln. "Das ist Minztee.", fügte er noch hinzu und griff dann noch nach einem Buch, welches auf dem kleinen Kaffeetisch lag, um den Vampiren nicht zu offensichtlich anzustarren.
    • Anarxia sah so stolz aus, wie ein Mantel der Emotionen nur mit Augen rüber bringen konnte, eben aussehen konnte, als der Junge ihn so lobte. Wahrscheinlich hätte er sich auf diesen Streich gar nicht erst einlassen sollen. Oder zumindest nicht so weit gehen. Aber ganz ehrlich? Er mochte Hokrux genauso wenig wie Yuki ihn in der kurzen Zeit kennen gelernt hatte. Und wenn es bedeutete, dass er aufhören würde Xyla zu besuchen, umso besser.

      Hokrux wartete mit schlechter Laune und den Armen verschränkt auf diesem verdammten Sofa, das mal aufhören soll so bequem zu sein. Das machte seine ganze schlechte Laune kaputt. Er verstand noch immer nicht, warum Xyla dieses Balg hier überhaupt erlaubte. Vor allem er durfte bleiben und Hokrux nicht?! Wie gemein war das denn?!
      Der Vampir war argwöhnisch. Ab der ersten Sekunde als ihm der Tee entgegen gehalten wurde. Eigentlich schon früher, aber egal.
      Er nahm die Tasse entgegen. Warm. Also eindeutig Tee... oder zumindest ein warmes Getränk. Er beuge sich über die Tasse und roch erstmal daran. Minze. Eindeutig. Also... war das wirklich einfach nur Minztee?
      Mit zusammen gezogenen Augenbraue sah Hokrux auf und fasste noch einmal den jungen Drachen ins Auge. Der ihn nicht mal mehr ansah. Auf den Mantel achtete er dabei nicht, sonst hätte er sehen können, wie Anarxia mit einem Augen rollte.
      Wieder blickte er zum Tee. Und auch wenn er Ryuki noch immer nicht traute, überwand er sich und nahm einen Schluck.
      Nur um es sofort zu bereuen.
      Er verschluckt sich an der Schärfe, ließ die Tasse sogleich fallen und konnte mit dem Husten nicht aufhören. Er schmeckte noch etwas anderes. Etwas ekelhaftes von dem er nicht so recht wissen wollte, was es war.
      "Du verdammter-!", sprang er wütend auf und funkelte er an, doch plötzlich erstarrte er. Seine Augen weiteten sich vor Schock und plötzlich wurde er noch blasser als zuvor. Nicht mal Hokrux wusste, dass das möglich war.
      "Du-! Hast du etwa-?! Wie kannst du es wagen!", knurrte er und wollte sich mit rot leuchtenden Augen und ausgefahrenen Krallen auf Ryuki stürzen. Wozu?
      Das werden wir wohl nie erfahren, denn Anarxia reagierte sofort, sein Stoff wuchs und wickelte den Jungen ein wie ein Schild, an dem seine Krallen abprallten.
      "Reiß doch zusammen, verdammter Vampir! Der Junge wollte dir doch nur einen Streich spielen! Kein Grund so zu übertreiben!", schnaubte der Mantel, der die Reaktion des Vampirs vollkommen übertrieben fand.
      "... ein Streich? Das nennst du einen-!", fiel es Hokrux sichtlich schwerer zu atmen. Oder was auch immer Vampire tun mussten, um anständig sprechen zu können.
      Anarxia hob eine Augenbraue, der mit dieser Reaktion nun wirklich nicht gerechnet hatte. Da kam Xyla die Treppe herunter, der der Aufruhr nicht entgangen war.
      "Was ist denn jetzt schon wieder los?", seufzte sie, da sie erwartete wieder einen Streich schlichten zu müssen. Doch als sie sah, wie Hokrux seinen Kragen packte, als hätte er schreckliche Schmerzen und ihren Namen krächzte, während er die Hand nach ihr ausstrecke, wusste sie, dass die Situation ernst war.
      "Was zum-?! Was ist passiert?", brauchte sie nicht lange um mit der kaputten Tasse eins und eins zusammen zu zählen.
      "... was war da drinnen? Anarxia, was habt ihr getan!"
      "Nichts! Wir wollten ihm doch nur einen Streich spielen! Du weißt schon, Chilliflocken, Dreck, Minze... ein bisschen Knoblauch...", verstummte der Mantel sofort, als sich Xylas Blick bei der Erwähnung der Knolle verdüsterte.
      "... wir reden später darüber.", verkündete sie, ehe sich ihre Schattenhände um Hokrux wickelte, um mit ihm in der Küche zu verschwenden. Auch wenn sie Hokrux kaum noch einen Freund nennen konnte, wollte sie ihn nicht sterben sehen.
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    • In dem Moment, als der Vampir den ersten Schluck des Tees nahm, breitete sich ein triumphierendes Grinsen auf dem Gesicht des jungen Drachenwandlers aus.
      "Ha! Reingefallen!", verkündigte er, und schien zunächst den ernst der Lage noch nicht ganz zu verstehen. Doch als Hokrux sich mit rot leuchtenden Augen und ausgefahrenen Krallen wütend auf ihn stürzen wollte, verschwand sein Grinsen so schnell, wie es gekommen war.

      Seine Augen wurden weit und er hielt sich mit einem erschrockenen Aufschrei die Arme schützend vor seinem Gesicht. Als er spürte, wie Anarxia sich wie ein Schild schützend um ihn wickelte, wagte er es, seine Augen langsam wieder zu öffnen.
      Mit so einer Reaktion hatte der Junge wohl nicht gerechnet. Er hatte schon geglaubt, das es den Vampir wütend machen würde... das er vielleicht auch flucht... aber nicht, dass er von ihm deswegen angefriffen werden würde.

      Sein Mut war komplett verschwunden. Er öffnete seinen Mund um etwas zu sagen - um sich zu verteidigen - aber kein Wort wollte hinauskommen. Stattdessen griffen seine Finger ein wenig fester in den Stoff von Anarxia, um Halt zu finden.
      Langsam aber sicher wurde ihm bewusst, dass dieser Streich wohl keine gute Idee gewesen ist. Die Atmung des Vampirs wurde immer schwerer und auch das Sprechen schien nicht mehr richtig zu funktionieren.

      Als in dem Moment Xyla die Treppen hinunter kam und das Chaos sah, dass sich ausgebreitete hatte, öffnete er wieder seinen Mund um etwas zu sagen, und wieder kam kein einziges Wort heraus. Er wollte sich verteidigen, sich rechtfertigen... aber wie konnte man bitte eine solche Situation rechtfertigen?
      Ryukis Ohren brannten vor Scharm und er vermied es direkt in die Augen der Hexe zu schauen. Erst Recht, als sich ihr Blick bei der Erwähnung von Knoblauch verdüsterte. Spätestens jetzt wurde ihm bewusst, der er wirklich Scheiße gebaut hatte.

      Er biss sich auf seine Unterlippe, als sie mit Hokrux und den Worten: "... wir reden später darüber." - in der Küche verschwand.
      Panik stieg in den Jungen auf und er klammerte isch noch fester in den Stoff von Anarxia.
      Er wollte dem Vampiren doch nur einen Streich spielen, weil er zuerst gemein war... das wollte er mit Sicherheit nicht.
      Was würde nun als nächstes passieren?... Xyla ist mit Sicherheit sauer auf ihn... oder noch schlimmer... sie ist enttäuscht.

      "An-... anarxia..., ich-... ich wollte das nicht...", brachte er mit leiser gebrochener Stimme hervor. Seine Augen brannten. Schuld und Angst stiegen in ihm auf. Er wollte kein Mörder sein... egal wie nervig und gemein dieser Vampir auch zu ihm gewesen ist.
      Was ist... wenn Xyla ihn nun wieder auf die Straße setzt? Auch wenn er ganz tief in seinem inneren wusste, das sie dies nicht tun wurde, lief ihm bei dem Gedanken ein Schauer über den Rücken.
      Er wollte das alles nicht... und er will nicht nochmal alleine sein... er wollte Xyla und Anarxia nicht verlassen... er musste das irgendwie wieder gut machen.

      Mit zögerlichen Schritten ging er auf die Küche zu und blickte vorsichtig hinein. "X-Xyla..? I-ich wollte nich-...", begann er stotternd, brach dann aber seinen Satz ab."K-kann ich dir helfen?...i-ich kann Wasser vom Brunnen holen...", bot er ziemlich kleinlaut an.
    • Die Augen des Mantels bewegten sich um den panischen Jungen ins Auge zu fassen und in diesem Moment tat er ihm wirklich Leid.
      "... das ist nicht deine Schuld.", konnte Anarxia kaum glauben, dass er versuchte einen Jungen, den er von Anfang an nicht hier haben wollte, zu trösten, aber so war das nun mal.
      Außerdem hatte er recht, wenn man es genau nahm, dann war es die Schuld des Mantels. Immerhin hatte er den Knoblauch vorgeschlagen, doch genauso wie Ryuki hätte er nicht erwartet, dass es so ernst werden würde.
      Einer seiner Ärmel bewegte sich von selbst und strich dem Jungen tröstend über den Kopf, bis sich dieser erhob und zögerlich in die Küche ging.
      Wo Anarxia sich die Seele aus dem Leib kotzte, während Xyla seine Haare hielt und ihm tröstend auf den Rücken klopfte.
      Eins stand fest: Hokrux würde diesen Tag ganz sicher nicht vergessen.
      Die Hexe blickte auf, als sie Ryukis Stimme hörte, ließ sich diese kurz durch den Kopf gehen und nickte dann.
      "Gute Idee. Und dieses Mal keine Streiche, okay?", fügte sie hinzu, als müsse sie befürchten, dass er wieder etwas ins Wasser mischte.

      Nachdem sie sich um Hokrux gekümmert hatte und dieser sich nun in einem Nebenraum - den es gerade noch noch nicht gegeben hatte - ausruhte, setzte sich Xyla mit Anarxia und Ryuki ins Wohnzimmer. Das Gesicht der Hexe machte deutlich, dass sie nicht gerade erfreut über diese Situation war.
      "Was habt ihr euch nur dabei gedacht?", wollte sie sogleich wissen und bevor Ryuki etwas sagen konnte, mischte sich der Mantel sofort ein.
      "Der Knoblauch war meine Idee. Du hast immer erwähnt, dass er das Zeug nicht mag. Nicht dass es..."
      "... ihn umbringen könnte?", hob Xyla eine Augenbraue.
      "Genau.", seufzte der stolze Anarxia und es war ihm deutlich anzuhören, dass er nur ungerne einen Fehler zugab. Ehrlich gesagt hätte er nicht mal etwas dagegen gehabt, wenn der Vampir verreckt wäre.
      Daraufhin seufzte die Hexe und massierte sich den Nasenrücken.
      "... Ryuki, tu mir den Gefallen und hör nicht nochmal auf Anarxia, okay?"
      "Aber ich-!", plusterte sich der Mantel - der noch immer auf Ryuki's Schultern lag - beleidigt auf, verstummte aufgrund Xyla's strengen Blickes jedoch sofort wieder.
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    • Glücklicherweise hatte der Vampir - nein Hokrux - den missglückten Streich überlebt... zumindest sah Ryuki das so. Ob Anarxia diese Ansicht teilte, konnte der junge Drache nicht mit Sicherheit sagen.
      Doch wenn er heute etwas gelernt hatte?... er würde nie wieder Knoblauch in einen Tee mischen.

      - - -

      Und so vergingen zwei ganze Jahre...

      Zwei Jahre waren vergangen, in denen Ryuki Seite an Seite mit Xyla und Anarxia gelebt und aufgewachsen war. Der junge Drache war längst nicht mehr der kleine, eingeschüchterte Junge von früher. Er war gewachsen, und auch seine Haare waren deutlich länger geworden – so lang, dass sie ihm bis zur Taille reichten und er sie fast immer zu einem geflochtenen Zopf trug.
      Er war selbstbewusster geworden und bewegte sich mit einer gewissen Eleganz, die er offensichtlich von seinem Stamm geerbt hatte. Nichtsdestotrotz sprach er noch immer sanft und nie zu laut. Seine Wissbegier war sogar noch größer geworden, weshalb er sowohl die Hexe als auch ihren Mantel mit Dutzenden von Fragen löcherte, sobald er etwas Neues lernen wollte.

      Auch seine Drachenform nahm er inzwischen regelmäßig an – und das nicht nur in seinem magischen Zimmer, sondern auch im Wald der Hexe. Dennoch achtete er darauf, sich nie zu weit von seinem Zuhause zu entfernen und immer in Sichtweite der Hütte zu bleiben.

      Er hatte nicht vergessen, dass die Menschen aus dem Dorf einst versucht hatten, ihn zu töten...

      Eines morgens begab er sich in den Wald, um neue Kräuter und Wurzeln für Xyla zu sammeln. Mittlerweile überprüfte er oftmals selbstständig ihre Vorräte und machte sich eigenständig auf dem Weg, um diese wieder aufzufüllen.
      Auch heute ging er seine übliche Route ab. Natürlich kannte er den Wald mittlerweile wie seine linke Hosentasche. Und auch die verschiedenen Kräuter und Wurzeln waren ihm nicht mehr fremd.

      Doch dieser Morgen? Dieser Morgen verlief definitiv nicht wie gewohnt. Denn gerade als er sich bückte, um eine Wurzel vom Boden aufzuheben, stürzte sich etwas – nein, jemand – mit hoher Geschwindigkeit auf ihn und riss ihn zu Boden.
      Mit einem dumpfen Aufprall landete Ryuki auf dem Waldboden, und die Luft wurde ihm aus der Lunge gepresst.
      Uff!, keuchte er, als er spürte, wie sich scharfe Krallen durch seine Kleidung bohrten und ihn am Boden festnagelten.

      Er hob den Blick zu seinem Angreifer und traf... die Augen eines anderen Jungen?
      Die Augen des jungen Drachen weiteten sich, als er versuchte, die Situation zu begreifen. Das Wesen über ihm war kein gewöhnlicher Junge. Dessen Augen loderten mit etwas Mystischem und... waren das etwa Fuchsohren? Und ein... Fuchsschwanz?!

      Ryuki öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch der Fremde kam ihm zuvor. Auf den Lippen des Kitsune breitete sich ein freches Grinsen aus, bevor er ihm die Zunge herausstreckte und laut loslachte.
      „Schwach! Schwächling!“, spottete er, sprang von Ryuki herunter und reckte die Nase in die Höhe, als hätte er gerade den größten Sieg seines Lebens errungen.
      „Du hast mich nicht mal bemerkt... du hast mich viel zu lange nicht bemerkt! Wenn ich gewollt hätte, wärst du längst tot!“, sagte er mit einer solchen Leichtigkeit, als wäre es in seiner Welt völlig selbstverständlich, andere zu töten.
      „Mein Name ist Sora. Wie heißt du?“, fragte er und musterte die Hörner des anderen mit zusammengezogenen Augenbrauen. „Bist du eine Ziege?“, fragte er schließlich, riss Ryuki die Wurzel aus der Hand und biss kurzerhand hinein.

      Ryuki blieb reglos auf dem Boden liegen und starrte das fremde Wesen schweigend an. Definitiv zu geschockt und zu verwirrt, um auch nur ein Wort herauszubringen.
    • "... wie es scheint haben wir einen Gast.", gab Xyla mit einem Lächeln von sich, während sie Kräuter zu einer dicken Paste zerdrückte, alleine der Mantel auf ihren Schultern als Zuhörer.
      "... ist dieser Vampir etwa wieder da?", gab Anarxia mit einem schnaufen von sich, woraufhin die Hexe jedoch nur den Kopf schüttelte.
      Hokrux hatte sich in den letzten zwei Jahren kein weiteres Mal blicken lassen. Man könnte zwar denken, dass an den Knoblauch Zwischenfall liegen könnte, aber eigentlich war das gar nicht so unüblich. Immerhin lebte der Vampir in seiner eigenen Zeitlinie, während zwei Jahre für andere sehr viel Zeit war, konnte sich Hokrux Jahre Zeit lassen und so tun als wäre kaum ein Tag vergangen, wenn er doch wieder auftauchte um die Hexe zu nerven.
      Für Xyla war es eigentlich nicht anders. Doch nun gab es etwas in ihrem Leben das nur zu deutlich machte, wie schnell die Zeit eigentlich verging: Ryuki. Es war faszinierend wie viel ein Kind in zwei Jahren wachsen konnte, nicht wahr?

      "Nicht? Wer... was denn dann?", hob der Mantel eine Augenbraue - was im Grunde nur ein gelber Strich über seinen Augen war, der nur auftauchte um diesen Ausdruck zu machen - denn es geschah nicht gerade oft, dass Xyla Besuch bekam. Oder das sich jemand in diesen Wald verlief. Zwei mal in den letzten zwei Jahren? Wie ungewöhnlich.
      "Das werden wir schon noch früh genug herausfinden.", hatte die Hexe jedoch keine Eile. Wer auch immer der Besucher war, er schien in ihren Augen keine Bedrohung zu sein.
      Also beendete sie in Ruhe ihre Arbeit, bevor sie die Hütte verließ.

      Eigentlich hatte Xyla geplant im Verborgenen zu bleiben, Ryuki seine eigenen Erfahrungen sammeln zu lassen, wie sie es bereits das ein oder andere Mal getan hatte, immerhin geschah es nicht oft, dass der Junge Kindern in seinem Alter begegnete. In den letzten zwei Jahren hatte er den Wald kein einziges Mal verlassen.
      Doch als sie diese Worte hörte...
      "...Wenn ich gewollt hätte, wärst du längst tot!"
      ... konnte sie nicht anders als sich zu zeigen. Und sie wirkte alles andere als erfreut. Er mag zwar noch ein Kind sein, aber wie kam er darauf ihren Ryuki bedrohen zu dürfen?
      "... oh? Und wer genau magst du wohl sein, Sora? Hast du dich verlaufen?", hatte ihr Lächeln etwas eisiges an sich.
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    • Sora war gerade noch damit beschäftigt, laut schmatzend auf der Wurzel herumzukauen und die „Ziege“ zu mustern, als plötzlich eine neue Stimme erklang.
      „Hä?“, fragte er mit vollem Mund und drehte den Kopf zu der Fremden. Wieder verzog sich sein Gesicht zu einer nachdenklichen Grimasse, bevor er mit einem anklagenden Finger auf sie zeigte.
      „Woher kennst du meinen Namen? Bist du mir etwa gefolgt?!“, wollte er wissen, schluckte endlich herunter und warf den Rest der angebissenen, vollgesabberten Wurzel achtlos zurück zur Ziege.

      Ryukis Augen wurden nur noch größer, als er zu Xyla blickte. Die Verwirrung stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, bevor sein Blick wieder zu dem fremden Wesen wanderte.
      Du hast uns deinen Namen gerade verraten...“
      Der Kitsune – Sora – stemmte daraufhin nur die Hände in die Hüften und hob mit einem weiteren Grinsen das Kinn.
      „Ganz genau! Das war ein Test! Ihr habt bestanden!“

      Wenn Ryuki vorher verwirrt gewesen war.. dann jetzt erst recht. Hatte dieses Wesen zu viel Sonne abbekommen? Irgendwann schien im Oberstübchen jedenfalls nicht ganz richtig zu laufen...
      „Was ...?“
      „Sora ist mein Name!“
      „Aber das wissen wir doch schon!“

      „Hmpf! Du hast mir aber deinen Namen noch nicht verraten. Du bist sehr unhöflich, Ziegenjunge.“
      Sein Blick huschte zurück zu der Fremden, und wieder zeigte er mit dem Finger auf sie.

      „Und wer bist du überhaupt, häää?! Und was spielst du dich hier so auf, als würde dir der Wald gehören?!“, fragte er und schien kein bisschen von der Hexe eingeschüchtert zu sein.
    • Xyla musterte den fremden Jungen nur weiterhin mit einem Lächeln, es war fast schon süß wie er versuchte sich bloß keine Blöße zu geben.
      "Oh? Und was bekommen wir wohl dafür deinen ausgeklügelten Test bestanden zu haben? Ich hoffe nur es ist etwas gutes.", spielte sie mit einem Lächeln mit, ohne sich eine Blöße zu geben.
      Sollte der Jungen Ryuki ein weiteres Mal bedrohen oder gar wieder angreifen würde sie das wohl kaum zulassen.

      Für ein paar Momente war es einfach nur still, als der Kitsune fragte, warum sie sich so aufspielte, als würde ihr der Wald gehören, bevor sie ihn in etwas einweihte, was alle anderen anwesenden bereits wussten.
      "... das muss wohl daran liegen, dass mir dieser Wald gehört.", wurde ihr Lächeln ein Stückchen breiter und wie um ihr Recht zu geben, begannen sich die Tiere des Waldes um sie herum zu versammeln.
      Vögel landeten auf ihrer Schulter und starrten den Eindringling aus dunklen, schwarzen Augen an, Fuchs und Wolf machten es sich neben ihren Füßen bequem, samt Hasen und Eichhörnchen, ohne von den Raubtieren gestört zu werden.
      "Nun denn... willkommen im Wald der Hexe, Sora. Bist du absichtlich hier?", erkundigte sie sich ein weiteres Mal.
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    • Sora blinzelte langsam – und dann noch einmal, als die Rädchen in seinem Kopf sich endlich zu drehen begannen. Zum ersten Mal schien der Junge tatsächlich nachzudenken.
      Dann jedoch runzelte er die Stirn: „Hä? Wie hast du das gemacht?“
      Seine Augen wanderten zurück zu der Ziege, als würde er nach Antworten suchen.

      Ryuki – der eindeutig keine Ziege war – setzte sich endlich auf und klopfte sich die Erde von seinem inzwischen schmutzigen Gewand. Als er bemerkte, dass das fremde Wesen ihn unverwandt anstarrte, hob er den Blick.
      „Es stimmt.“, bestätigte er knapp und sah anschließend wieder zu Xyla.
      Dieser Junge war eindeutig nicht ganz richtig im Kopf... und bei Xylas Lächeln lief selbst dem jungen Drachen ein leichter Schauer über den Rücken.

      Einen Moment lang herrschte Stille, bevor Sora erneut zu Xyla blickte.
      „Du bist eine Hexe!“, rief er laut, als hätte er diese bahnbrechende Erkenntnis ganz allein gewonnen.
      Ein kleiner Spatz, der sich auf Xylas Kopf niedergelassen hatte, zwitscherte empört. Fast so, als hätte er endgültig genug von dieser endlosen Dummheit.

      Soras Fuchsohren begannen zu zucken, und seine Augen schossen zu dem kleinen Vogel. „Was hast du da gesagt?!“
      Sein buschiger Fuchsschwanz plusterte sich beleidigt auf. Trotzdem wirkte der Junge in diesem Moment eher wie ein verschrecktes Kätzchen. „Sei bloß ruhig, oder ich fress dich!“

      Genau in diesem Moment begann sein Magen laut zu knurren. Mit schmerzverzogenem Gesicht legte er sich eine Hand auf den Bauch.
      Ryuki erstarrte, als er den Ausdruck in Soras Augen sah, erkannte er ihn sofort. Hunger. Ein Gefühl, das er nur allzu gut bis vor zwei Jahren gekannt hatte.
      „Wo sind denn deine Eltern?“, fragte er schließlich vorsichtig.

      Sora warf ihm daraufhin lediglich einen Blick zu, als hätte Ryuki gerade die dümmste Frage der Welt gestellt.