Adopted by a witch [yuyuumyn&Royal]

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    • Mit einem Lächeln lehnte die Hexe gegen den Türrahmen des Zimmers – wenn man es denn so nennen konnte, versteckte sich doch ein ganzes Stück Natur hinter dieser Tür – und beobachtete den aufgeregten Drachenjungen, während die Augen ihres schwarzen Mantels skeptisch drein blickten.
      „Hast du gerade... eine Taschendimension erschaffen? Für einen Jungen, von dem du nicht einmal weißt, ob er lange bleiben wird?“, konnte Anarxia es kaum glauben und anhand seiner Stimmlage war deutlich zu erkennen, dass er nicht glücklich damit war. Er hielt es für eine Verschwendung. Außerdem gab es dem Jungen nur mehr Grund hier zu bleiben, während es dem Mantel lieber wäre, hier keine Bälger herum laufen zu lassen.
      „Mhm. Sieht man doch. Ach komm schon, als ob dich das schon verblüfft? Du bist schon so lange an meiner Seite, das sollte in deinen Augen doch nichts sein.“, grinste die Hexe mit vor der Brust verschränkten Armen, ihr Blick auf den fliegenden Drachen geheftet, gefolgt von einem amüsierten Lachen, als sie das Brüllen des Jungen hörte.
      Zumindest schien er sich hier wohl zu fühlen.
      „Das ist nicht der Punkt! Willst du wirklich, dass der Knirps hier bleibt?! Das hier ist kein Ort für Kinder!“, grummelte der Mantel weiter, darauf bedacht, dass Ryuki zu beschäftigt war, um ihn zu hören.
      „Das werden wir noch sehen.“, warten die letzten Worte der Hexe zu diesem Thema, bevor sie ein paar Schritte tiefer in das Stück Natur schritt.
      „Freut mich, dass es dir gefällt! Na dann wünsch ich dir eine gute Nacht, Ryuki!“, rief sie zu dem jungen Drachen hinauf, das Grinsen verließ ihre Gesichtszüge keine einzige Sekunde lang.
      „Der Trank war sicher super wertvoll...“, grummelte der Mantel ein letztes Mal mit einem Blick zur Seite.
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    • Ryuki war so sehr in seine neue Umgebung vertieft, dass er das Gespräch zwischen Xyla und Anarxia gar nicht mitbekam. Die Instinkte des jungen Drachenwandlers hatten die Überhand gewonnen.
      Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal so unbeschwert fliegen konnte – den Wind auf seinen Schuppen und in seiner Mähne spürend.
      Er wollte immer höher, immer weiter hinaus. Testen, wie weit sein neues Zimmer es wohl zulassen würde. Wo lagen die Grenzen? Gab es überhaupt welche? Das – und noch so viel mehr – wollte er herausfinden. Wie tief war der Teich? Wie weit konnte er tauchen? Versteckte sich hinter dem Wasserfall vielleicht noch mehr? Eine kleine Höhle? Ein weiterer Rückzugsort?
      Und wo waren die Vögel, die er in den Bäumen hatte zwitschern hören? Waren sie echt gewesen? Könnte er sich vielleicht mit ihnen anfreunden?

      So viele Fragen – und doch übermannte Ryuki langsam, aber sicher die Müdigkeit. So sehr er auch weiter erkunden wollte, sein Körper erinnerte ihn mit jeder Bewegung daran, dass es nach all den letzten harten Wochen endlich an der Zeit war, zur Ruhe zu kommen.

      Xylas rufende Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Seine Augen huschten zu der Hexe, die unten auf der Wiese stand.
      Durch seine Drachenform konnte man es nicht erkennen, aber er errötete, als ihm einfiel, dass er etwas Wichtiges vergessen hatte.
      Ohne weitere Umwege setzte er zur Landung an. Direkt vor der Hexe verwandelte er sich zurück in seine menschliche Form.
      Bevor Xyla reagieren konnte, fiel er ihr auch schon um die Beine und klammerte sich mit einer festen Umarmung an sie.
      „Danke... danke...“, flüsterte er leise, ehe er mit einem breiten Grinsen und kindlichem Glitzern in den Augen zu ihr aufsah. Dann fiel sein Blick auf eines der vielen Augen von Anarxia. „Auch dir danke, oh großer Anarxia.“
    • Die Augen der Hexe weiteten sich überrascht, als der Drachenjunge sie unerwarteterweise umarmte – wann hatte das das letzte Mal jemand bei ihr getan? Es musste Ewigkeiten her sein – bevor sich ein Lächeln auf ihren Zügen breit machte und sie ihre Hände auf die Schultern des Jungen legte.
      „Gengeschehen. Wander nur nicht zu weit, ja? Nicht, dass du dich hier drinnen verirrst.“, zwinkerte die Hexe, welche selber nicht so genau wusste, wie groß diese Taschendimension nun geworden war, Ryuki zu.
      Der Mantel dagegen schnaubte nur und plusterte sich wieder auf, als hätte er tatsächlich etwas zu seinem neuen Zuhause beigetragen.
      „Ich hoffe doch du weißt diesen Ort zu würdigen!“, trug er viel zu dick auf, was Xyla zum Grinsen brachte.
      „Dann schlaf gut. Morgen schauen wir mal, was wir mit dir anstellen können, ja?“, wuschelte die Schwarzhaarige ihm noch einmal durchs Haar, bevor sie sich von Ryuki verabschiedete und wieder zurück in den Gang schritt, der nun den ersten Stock des sonst kleinen Häuschens aus machte.
      Zur Überraschung der Hexe gab es tatsächlich noch ein weiteres Zimmer, das jedoch nicht ganz so leer war und deutlich weniger magisch: zahlreiche, leere Bücherregale reihten sich an den Wänden auf und der Anblick brachte Anarxia zum Lachen.
      „Da will dir wohl jemand sagen, dass du endlich mal aufräumen sollst.“, fügte der schwarze Mantel hinzu, immerhin lagen überall verstreut Bücher über Magie und das Okkulte in dem Haus der Hexe, eines ungefährlicher als das andere und mit einem Kind im Haus war es wohl keine so schlechte Idee, diese weg zu räumen.
      Nur leider mochte Xyla es überhaupt nicht aufzuräumen.
      „Soll das Buch über fantastische Wesen dem Jungen etwa die Finger abbeißen?“, überzeugte Anarxia sie letztendlich doch und die Hexe machte sich mit einem Seufzen an die Arbeit.
      Leider hatte sie viele Bücher. Sehr viele. Zu viele, stellte sie diesen Abend fest.

      Am nächsten Morgen fand man die Hexe wieder in ihrer bescheidenen Küche. Sie hatte gerade einen Tee aufgegossen und lockerte die Schulter, womöglich hatte die ganze Schlepperei gestern einen Muskelkater verursacht. Auch wenn ihre Schattenhände die meiste Arbeit gemacht hatten.
      Xyla beschloss den Jungen nicht aufzuwecken und ihn selber entscheiden zu lassen, wann er aufwachen wollte. Der dürre Junge hatte gewirkt, als hätte er sehr viel Schlaf und noch viel mehr Mahlzeiten nachzuholen.
      Wenn er sie nicht in der Küche antreffen würde, dann wahrscheinlich bei den Hühnern oder im Garten.
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    • Ein sachtes Gähnen entwich den Lippen des jungen Drachenwandlers, als er langsam aus seinem tiefen Schlaf erwachte. Die Sonne schien mit sanften Sonnenstrahlen auf die Lichtung und genau auf das Nest des Jungen, in welchem er noch einen ganzen Moment eingekuschelt liegen blieb.
      In den Bäumen zwitscherten die Vögel ein Lied, als wollten sie Ryuki einen „Guten Morgen“ wünschen. Obwohl sich Yuki selbst noch immer nicht sicher war, ob es sich in den Bäumen um echte Vögel oder nur um eine Illusion des Raumes handelte.

      Ein weiteres, diesmal viel herzhafteres Gähnen entwich seinen Lippen, bevor er schließlich langsam die Augen öffnete und den Blick blinzelnd zu den Baumkronen hob.
      Er konnte sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal so gut und vor allem so sicher geschlafen hatte – zudem auch noch mit einem vollen Magen!

      Apropos...

      In dem Moment, als sich der junge Drachenwandler an das Abendessen erinnerte, begann sein Magen laut zu knurren – als wolle er den Jungen dazu auffordern, bereits seine nächste Mahlzeit einzunehmen.
      Mit einem genüsslichen Strecken richtete sich Ryuki schließlich aus seinem warmen Nest auf und ließ seinen Blick über die so vertraute Lichtung wandern.
      „Zu Hause...“, murmelte er leise zu sich selbst, ehe seine Gedanken dann zu Xyla – und natürlich dem großen Anarxia – wanderten, die das alles hier erst möglich gemacht hatten.

      Wären sie nicht gewesen, würde er noch immer hungrig und frierend die Mülleimer nach Essenresten durchsuchen und vor der Grausamkeit der Menschen fliehen.

      Yuki schauderte bei dem Gedanken, zwang sich dann aber, durch ein leichtes Schütteln seines Kopfes, sich wieder auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Das Erlebte war Vergangenheit. Und er wusste, dass Xyla ihn nicht nochmal auf die Straße setzen würde.

      Er vertraute ihr und hatte die Güte gestern in den Augen der Hexe gesehen. Sie würde nicht zulassen, dass ihm jemals wieder Leid angetan werden würde ...

      ~~~

      Die alten Holzstufen knarrten leise unter Ryukis Füßen, als er sich auf dem Weg von seinem Zimmer in die Küche machte. Am liebsten hätte er es noch weiter erkundet, aber die Chance, vielleicht doch verloren zu gehen, war ihm dann doch zu hoch. Zumindest noch.

      Am Fuß der Treppen angekommen, streckte Yuki als erstes seinen Kopf – mit vom Schlaf noch immer sehr zerzausten Haaren – in die Küche. „Xyla?“, fragte er leise, doch erblickte die Hexe nicht.

      Der junge Drachenwandler blinzelte überrascht und trat ein paar Schritte in die Küche. Seine spitzen Ohren zuckten leicht nervös, als er versuchte, ihren Aufenthaltsort auszumachen.
      Erst, als er das laute Gackern der Hühner im Garten hörte, blickte Ryuki aus dem Fenster und atmete erleichtert auf, als er sie dort erblickte. Für einen kurzen Moment hatte er Angst, dass...

      Wieder schüttelte Yuki den Kopf, um den Gedanken loszuwerden, bevor er dann auch schon durch die Hintertür in den Garten trat und sich mit leisen Schritten näherte.

      „Guten Morgen.“, wünschte er, als er schließlich direkt hinter ihr stand.
    • „... mh? Oh, guten Morgen. Halt das mal, ja?“, begrüßte die Hexe den jungen Drachen mit einem Lächeln und reichte ihm sogleich eine Rübe, die sie gerade mit ihren eigenen Händen – ja, tatsächlich mit ihren eigenen zwei Händen – aus der Erde gegraben hatte, bevor sie in gebückter Haltung einen Schritt weiter zur Seite tat und sich bereits daran machte die nächste Rübe aus dem Boden zu graben.
      „Was meinst du, klingt Rübensuppe oder Rübeneintopf besser zum Frühstück? Vielleicht könnte ich aber auch ein Omelett machen...“, schielte Xyla zu den Hühnern rüber, die sich bereits fröhlich gackernd über ihr eigenes Frühstück machten: Körner und Samen, verstreut vor dem Boden.
      Der große Anarxia gab diesmal keinen Kommentar dazu, tatsächlich trug die Hexe den Mantel nicht über den Schultern. Keine Augen, die Ryuki argwöhnisch betrachteten oder Xyla einen genervten Blick zuwerfen konnte.
      Letztendlich richtete sie sich auf, wischte den Dreck von den Hosen und wartete auf die Antwort des jungen Drachen.
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    • Etwas erstaunt beobachtete der junge Drachenwandler, wie Xyla tatsächlich ihre eigenen Hände dazu verwendete, auch die zweite Rübe aus der Erde zu graben.
      Nachdem sie gestern ihre Schattenhände dazu verwendet hatte, das komplette Abendessen zuzubereiten sowie die Menschen aus dem Dorf aus ihrem Wald zu vertreiben, war dies hier dann doch schon ein außergewöhnliches Bild.

      Als sich Yuki wieder an die Frage der Hexe erinnerte, schüttelte er kurz den Kopf, um sich wieder auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. „Rübensuppe?“, sagte er, obwohl man es wohl auch eher als Frage hätte auffassen können.
      Der Blick des Jungen fiel nun auf die Rübe in seiner Hand, und er betrachtete sie nachdenklich, bevor er wieder zu Xyla blickte und entschlossen nickte. „Ja, Rübensuppe... vielleicht mit dem leckeren Brot von gestern? Ich kann helfen, es zu backen!“, sagte er, bevor ihm dann endlich etwas Wichtiges auffiel.

      „Wo ist denn Anarxia?“
    • "Oh? Haben es dir meine Suppen etwa angetan?", erkundigte sich die Hexe mit einem breiten Lächeln, während sie sich die Erde von den Händen klopft und mit einem schnippsen aus der Hose wieder einen Rock zauberte. Es wäre ein wahrlich erfrischender Gedanke, wenn jemand ihre Kochkunst zu schätzen wüsste, anstatt sich darüber zu beschweren, dass die Suppe zu fade war. Oder überwürzt. Oder... nun, jedenfalls hatte sich schon die ein oder andere Person über ihr Essen beschwert. Nicht, dass sie besonders viel Besuch bekam.
      "Oh? Du kannst backen? Wundervoll, dann ab in die Küche mit uns!", drehte sie den jungen Drachen mit einem Zauber sogleich in die richtige Richtung, damit sie los marschieren konnten.
      "... mh? Ah, der. Anarxia mag es nicht besonders dreckig zu werden, also trage ich ihn nie bei der Gartenarbeit. Er hat es sich über einer Stuhllehne in meinem Zimmer gemütlich gemacht. Am besten lassen wir ihn weiter schlafen, der Mantel kann am Morgen ganz schön mürrisch sein.", zwinkerte Xyla ihm zu.
      In der Küche angekommen zeigt sie dem Jungen sogleich wo das Mehl war und machten sich gemeinsam daran ein Frühstück zuzubereiten. Zumindest schien die Suppe auch heute genießbar zu sein - Xyla würde jetzt sagen, dass man bei Rübensuppe sowieso nichts falsch machen konnte - und das Brot kam frisch aus dem Ofen.
      "Wollen wir doch mal sehen, wie gut dein Brot geworden ist... im übrigen muss ich dir noch etwas erzählen, wenn du vor hast länger hier zu bleiben. Du solltest das Haus nachts nicht verlassen, okay? Manchmal treiben sich Schattengestalten im Wald herum und denen willst du nicht in die Arme laufen.", nutze sie die Zeit Yuki etwas über das Leben in ihrem Wald zu erzählen. Eine der wenigen Ausnahmen wo sie der Meinung war, dass wissen wichtiger war, als erleben.
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    • Ryuki hörte Xyla erstaunt zu, als sie ihm erklärte, das der Mantel am Morgen ganz schön mürrisch sein konnte. „Nur am Morgen?“, fragte der junge Drachenwandler, ohne eine Hand vor den Mund zu nehmen.
      Wenn er sich an den gestrigen Tag zurückerinnerte, war der große Anarxia eigentlich dauerhaft mürrisch. Das war – so vermutete es der junge Drache – wohl nicht wirklich von der Tageszeit abhängig...

      Als dann das Frühstück servierbereit auf dem Tisch stand, knurrte sogleich wieder der Magen des Jungen, und das Wasser lief ihm im Mund zusammen, als er auf die Rübensuppe und das frisch gebackene Brot blickte.
      Er wollte gerade einen großen Löffel der noch recht heißen Suppe in sich hineinschaufeln, als Xyla ihn plötzlich warnte, dass er das Haus in der Nacht nicht verlassen sollte.

      Er hielt inne und ließ den Löffel langsam wieder in die Schüssel sinken. „Schattengestalten?“, wiederholte er, nicht sicher, was genau er sich unter sogenannten Schattengestalten vorstellen sollte.
      „Was... was kann denn passieren, wenn man ihnen in die Arme läuft?“, fragte er vorsichtig nach. Nicht, dass er darauf hinaus war, dies wirklich herauszufinden. Aber konnten sie denn schlimmer als die Menschen aus dem Dorf sein? Wenn Xyla ihn bereits davor warnte, war dies sicherlich der Fall... oder?
    • Die Hexe konnte das amüsierte Lächeln nicht verbergen, als der Junge – offensichtlich ohne darüber nachzudenken – sich erkundigte, ob der Mantel nur am morgen mürrisch war. Das Lachen jedoch konnte sie sich verkneifen.
      „Am Morgen ist er besondersmürrisch.“, fügte sie daher mit einem Zwinkern hinzu, bevor die beiden wieder im Häuschen verschwanden.

      „Genau. Schattengestalten.“, bestätigte Xyla mit einem Nicken, Löffel mit Suppe in der Hand, und nahm einen Schluck, bevor sie weiter sprach, „Auch Wesen der Nacht genannt. Sie tauchen hin und wieder im Wald auf, verstecken sich in den Schatten, in der Dunkelheit und lauern nichts ahnenden, unschuldigen Wesen wie dir auf.“, stupste sie ihn spielerisch in die Brust, um deutlich zu machen, dass auch er in Gefahr war, „Nun.. ohne groß ins Detail zu gehen: sie entziehen dir deine Lebenskraft, ernähren sich davon. Manche klammern sich an einen wie ein Parasit und lässt einen verrückt werden, da sie sich von negativen Emotionen ernähren... andere fressen dich einfach mit Haut und Haar. Aber keine Sorge, solange du dich Nachts nicht hinaus traust, sollte dir nichts passieren. Tagsüber sind diese Wesen fast harmlos...“, wollte die Hexe gerade ihr Frühstück fortsetzen, als ihr bewusst wurde, dass fastbedeutete, dass sie doch noch gefährlich werden konnten.
      Vielleicht nicht für eine mächtige Hexe wie Xyla es war... doch für einen kleinen, ausgehungerten Drachenjungen, der sich nicht einmal gegen Dorfbewohner verteidigen konnte? Die Hexe musterte Ryuki eindringlich, als versuche sie eine Antwort auf diese Frage zu finden.
      „... warte hier.“, schien sie dann letztendlich eine Antwort auf diese Frage gefunden zu haben und ließ den Jungen für eine Weile mit dem Frühstück alleine.
      Es dauerte sicherlich um die zwanzig Minuten und hin und wieder konnte man hören, wie Bücher oder etwas ähnlich schweres auf den Boden fiel, doch dann kehrte Xyla wieder zurück, sogar in Begleitung des mürrischen Mantels.
      „Hier. Solltest du doch mal über eine Schattengestalt stolpern... halte es einfach dieses Amulett entgegen und es wird dich in Ruhe lassen, okay?“, hielt sie ihm ein schwarzes Amulett entgegen, dass aus einem besonders dunklen Stein gefertigt zu sein schien, mit einem runden Kristall in der Mitte.
      In den Händen der Hexe leuchtete der Kristall noch, doch sobald sie diesen in die Hände des Jungen gab, erlosch das helle Licht.
      Für einen Moment überlegte sie, ob sie es Ryuki selber überließ herauszufinden, wie dieser funktionierte, doch bei dem Gedanken, dass er es im entscheidenden Moment doch nicht herausfand, entschied sie sich ausnahmsweise dafür, es ihm einfach zu verraten.
      „Du musst einfach nur wollen, dass das Amulett leuchtet. Versuch es mal.“, ermutigte sie ihn lächelnd.
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    • Wie gefesselt lauschte Ryuki den Worten der Hexe. Schattengestalten, auch Wesen der Nacht genannt, waren nun wirklich keine Wesen, auf die der junge Drache unbedingt treffen wollte.
      Bei dem Gedanken, mit Haut und Haar einfach so verschlungen zu werden, lief ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken (auch wenn er zum aktuellen Zeitpunkt die Dorfbewohner wahrscheinlich noch immer mehr fürchtete).

      Als Xyla nach einer gefühlten halben Ewigkeit wieder zurück in die Küche kam, hob Yuki wieder den Kopf. Sein Frühstück hatte er längst verputzt und sich sogar einen kleinen Nachschlag gegönnt.
      Sein Blick huschte augenblicklich auf das Amulett, das sie ihm entgegenhielt und seine Augen weiteten sich, als er den Kristall betrachtete.
      „Wow... er ist schön...“, sprach er erstaunt unter seinem Atem und streckte dann ganz vorsichtig seine Hand nach dem Amulett aus. Seine Fingerspitzen glitten sachte über die glatte, kalte Oberfläche, bevor er seinen Blick auf Xyla richtete.

      „Ich muss einfach nur wollen, dass das Amulett leuchtet?“, wiederholte er und sah von Xyla auf das Amulett und dann wieder zurück. Wenn man es einfach nur wollen musste, dann klang es ja ziemlich einfach, oder?
      Er hielt es etwas höher, direkt auf Augenhöhe, und blickte es direkt an.
      „Ich möchte, dass du leuchtest... ich möchte, dass du leuchtest...“, dachte er, und dann... passierte genau... nichts.

      Yuki blinzelte einen Moment. Warum hatte es nicht funktioniert? Hatte er etwas falsch gemacht? Er hatte sich doch gewünscht, dass es leuchtet... warum klappte es bei ihm also nicht?

      Etwas niedergeschlagen blickte er wieder zu Xyla und nuschelte ein etwas peinlich berührtes: „Tut mir leid...“, bevor er dann zu dem großen Anarxia blickte. „Uh... guten Morgen, großer Anarxia. Ich hoffe Ihr habt gut geschlafen?“, begrüßte er dann den Mantel und rechnete schon mit einem bissigen Kommentar bezüglich seines Versagens.
    • „Genau.“, erwiderte die Hexe mit einem Nicken und betrachtete den Jungen, ganz gespannt darauf, ob er es so schnell hinbekommen würde oder nicht.
      Die Stille zog sich in die Länge, und doch begann der Kristall schlicht und einfach nicht an zu leuchten, egal wie konzentriert Ryuki diesen auch betrachtete.
      „Hah... deine Anweisungen müsste mal jemand übersetzen. Oder Hinweise hinzufügen. Er soll es einfach wollen? Wie soll ein Kind das bitteschön verstehen?“, schnaufte der Mantel genervt, nachdem er begrüßt wurde, ohne diesen Gruß jedoch zu erwidern und stattdessen die Hexe, die ihn trug, zu kritisieren.
      „Hör zu, du musst dir vorstellenwie es leuchtet! Ja, genau so... nein, warte, du musst dich mehr konzentrieren! Komm schon... denk an die verdammte Sonne!“, begann Anarxia wie ein strenger und genervter Lehrmeister Anweisungen zu verteilen, die dem Drachenjungen jedoch auch nicht zu helfen schienen.
      „Komm schon, lass den Jungen doch erst mal in Ruhe Frühstücken. Er kriegt das sicher später noch hin. Und wenn nicht später, dann morgen. Und wenn nicht morgen, dann eben übermorgen.“, und doch vergingen ganze zwei Wochen, in denen das Amulett nicht einmal leicht schimmerte.
      Der Mantel hatte es bereits aufgegeben, während er anfangs noch immer wieder nachgefragt und Ryuki geradezu dazu gedrängt hatte, weiter zu üben und das verdammte Amulett zum leuchten zu bringen.
      Und Xyla? Die widmete sich einfach weiterhin ihrem Alltag, kümmerte sich um ihren Garten und ihre Hühner, zeigte Ryuki sogar wie man Unkraut jätete oder ließ ihn die Hühner füttern und in der Küche aushelfen, ohne den Drachenjungen zu hetzen oder ein weiteres Wort über das Amulett zu verlieren, wenn sie nicht danach gefragt wurde.
      Sie war sich sicher, dass er es mit der Zeit schon lernen würde. Aber würde er diese Zeit überhaupt haben?
      Während die Hexe dabei war einen neuen Trank zu brauen, fiel ihr auf, dass ihr ein bestimmtes Kraut fehlte, dass sie unbedingt brauchte, doch sie konnte den Kessel nicht einfach unbeaufsichtigt lassen.
      Anarxia würde mit ihr schimpfen, wenn die Küche schon wieder explodierte.
      Also schickte sie stattdessen ihren Schützling mit einer genauen Zeichnung des Krauts. Er würde es schon hinbekommen, da war sie sich sicher, während der Mantel daran zu zweifeln schien und ihr immer und immer wieder damit in den Ohren lag, ob Ryuki das Kraut überhaupt finden, geschweige denn von anderen unterscheiden könnte, während sie nur seelenruhig den Kessel rührte, damit der Trank nicht überlief oder gar explodierte.

      Doch währenddessen hatte sich etwas mächtiges, dunkles in den Wald geschlichen, etwas, das tatsächlich als Wesen der Nacht bezeichnet werden konnte. Es schlich durch die Schatten des Waldes, zerbrach das Laub unter seinen Füßen, war in Begriff sich immer näher an das Häuschen heran zu schleichen, begegnete auf dem Weg jedoch einen kleinen Jungen, der mit dem knackenden Ast unter dessen Füßen darauf aufmerksam werden könnte... um genau zu sein auf ihn, den Vampiren Hokrux.
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    • Zwei ganze Wochen waren mittlerweile vergangen, und Ryuki hatte sich sichtlich gut bei Xyla – und natürlich dem großen Anarxia – eingelebt. An seinem zuvor noch abgemagerten Körper war endlich wieder etwas Fleisch dran, und auch der Junge selbst war nicht mehr so eingeschüchtert und verschreckt.
      Auch sein Zimmer hatte der Junge in den letzten Tagen ein wenig mehr erkundet und festgestellt, dass es noch viel größer war, als er ursprünglich vermutet hatte!

      An jenem Tag begab sich der junge Drache – genauso, wie es Xyla ihm aufgetragen hatte – in den Wald, um nach einem bestimmten Kraut für einen ihrer neuen Tränke zu suchen.
      Konzentriert betrachtete der junge Drache die Zeichnung des Krautes, die er von Xyla erhalten hatte. Diesmal wollte er es – anders als beim Amulett – richtig machen. Wie schwer konnte es schon sein, ein bestimmtes Kraut in einem Wald zu finden, oder?

      Mit einem geflochtenen Korb in der einen und der Zeichnung in der anderen Hand begab er sich immer tiefer in den Wald, inspizierte ab und an ein Kraut, zog dann aber weiter, wenn dieses nicht zur Zeichnung passte.
      Das Amulett baumelte um seinen Hals, während er ganz in Gedanken verloren umherblickte.
      Nie hätte er damit gerechnet, das Amulett zu benötigen, doch dann... ließ ihn ein lautes Knacken eines zerbrochenen Astes innehalten.

      Ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken, und ein ungutes Gefühl breitete sich langsam, aber sicher in ihm aus.
      Vorsichtig prüfte er die Luft und hoffte, dass sein feiner Geruchssinn ihm verraten würde, dass es sich nur um ein Tier handeln würde.
      Aber zu seinem Bedauern war dem nicht so... denn diesen Geruch hatte er noch nie zuvor wahrgenommen. Und was auch immer es war – er wusste bereits: er konnte es kein bisschen leiden.

      „Wer ist da?“, rief er in den Wald und ließ seine Augen über die Schatten huschen. Ob es schlau war, nach der Gefahr zu rufen? Mit Sicherheit nicht.
      Ein leicht zittriger Atemzug entwich seinen Lippen, während er die Zeichnung in den Korb legte und dann mit der freien Hand nach dem Amulett an seinem Hals griff.

      Oh, hätte er doch nur vorher noch mehr geübt, so wie Anarxia es immer gesagt hatte...

      Sorry, Anarxia...
    • Obwohl der Vampir das Rufen und damit die Frage des Jungen eindeutig hörte, antwortete er nicht darauf. Wieso sollte er auch? Er war viel zu sehr damit beschäftigt sich zu fragen, was die Stimme eines Jungen in diesem Wald machte und damit auch der dazugehörige Junge.
      Es dauerte auch nicht lange, bis er Ryuki zwischen dem Gebüsch erspähte, er konnte keine zehn Jahre alt sein, dachte sich Hokrux, aber er lebt auch so lange, dass er das Alter von Kindern kaum einschätzen konnte. Es konnte auch gerade einmal fünf Jahre alt sein. Oder drei. Konnten Kinder da schon gehen? Wahrscheinlich, aber alleine in einem Wald würde man diese doch auch nicht lassen, nicht wahr?
      Vor allem nicht in den Wald einer Hexe. Wahrscheinlich hatte sich der Junge nur verlaufen. Die Alternative gefiel ihm nämlich überhaupt nicht.
      Letztendlich beschloss er einfach den Jungen direkt zu fragen, ging einen Schritt nach dem anderen auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter, um auf sich aufmerksam zu machen.
      Doch er schaffte es nicht mehr den Mund aufzumachen um seine Frage zu stellen.
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    • Ryuki erstarrte, als sich dann plötzlich eine eiskalte Hand auf seine Schulter legte. Erschrocken ließ er den Korb fallen und umfasste dafür das Amulett nur noch fester. Für einen Moment glaubte er, sein Herz würde aussetzen oder er würde jede Sekunde vor Angst ohnmächtig werden. Aber dann übernahmen seine Instinkte.

      Die nächsten Sekunden waren wie ein verwirrender Traum. Sein Körper reagierte, bevor er selbst überhaupt richtig darüber nachdachte.
      Mit erhobenem Amulett drehte er sich um und reckte es dem Vampir entgegen.
      „Verschwinde, verschwinde... VERSCHWINDE!“, schrie er ihm direkt ins Gesicht, und dann geschah genau das, womit der junge Drache wohl am wenigsten gerechnet hätte ... der Kristall begann zu leuchten!

      Wenn Xyla und Anarxia das jetzt nur sehen könnten!
    • „Waaah! Was zum... was soll der Mist?!“, beschwerte sich der Vampir sogleich und schirmte seine Augen mit seinem Arm vor dem hellen Licht ab, das ihn blendete und gar für einen Moment erblinden ließ. Wer hielt einem denn schön plötzlich ein Licht ins Gesicht?!
      Mag sein, dass Hokrux ein Wesen der Nacht war, doch im Gegensatz zu jenen, von denen Xyla erzählt hatte, reicht es nicht ein Licht auf ihn zu werfen, um ihn zu vertreiben. Außerdem sah er eindeutig besser aus als diese Schattengestalten!
      „Nimm das Ding aus meinem Gesicht, Junge! Was machst du hier überhaupt?!“, zischte er und fletschte dabei seine scharfen Zähne, während er ein paar Schritte zurück ging um sich in die Schatten der Bäume in Sicherheit zu bringen.
      Das Licht vertrieb ihn zwar nicht, aber dieses Kribbeln konnte er wirklich nicht ausstehen.
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    • Aber Ryuki dachte gar nicht erst daran, das Licht wieder herunterzunehmen. Nicht wenn so eine scheußliche Gestalt vor ihm stand!
      „Ich denk' gar nicht erst daran!“, fauchte er zurück und hielt das Licht noch etwas höher in die Luft, während er auch seine noch recht kleinen Reißzähne zeigte.
      Noch immer konnte er es selbst nicht ganz fassen, dass er es endlich geschafft hatte, den Kristall zum Leuchten zu bringen. Aber er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Er musste sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren.

      Er trat einen Schritt auf den Fremden zu und wedelte noch etwas mehr mit dem Amulett herum, um ihn auf Abstand zu halten.
      „Wenn du nicht gehst, dann ... dann schrei' ich nach Xyla! Dann verkloppt sie dich mit ihren Schattenhänden! Und der große Anarxia wird dich erst recht vertreiben, hörst du?!“, drohte Yuki und hoffte das es reichte den Eindringling wieder aus dem Wald zu vertreiben.
    • Der Fremdezischte, während er einen Schritt nach dem anderen rückwärts ging, um sich vor dem scheußlichen Licht in Sicherheit zu bringen. Gerade überlegte er noch, ob er es dem Jungen einfach aus der Hand schlagen sollte, doch dann zuckten seine Ohren und er blickte ziemlich verwundert drein.
      Hatte... er das gerade richtig gehört?
      „Hah?! Xyla?! Das soll doch wohl ein Scherz sein! Das hat sie doch mit Absicht gemacht! Sie weiß doch sicher sowieso schon längst, dass ich hier bin! Und was hat bitteschön ein verdammtes Balg mit ihr zu tun?! Hah? Hah?! Und wer um alles in der Welt ist Anarxia?!“, wurde der Vampir plötzlich laut und zeigte vorwurfsvoll auf den Jungen, als dürfte dieser gar nicht hier sein, geschweige denn diesen Namen in den Mund nehmen.
      „Das bin ich, du elender Blutsauger. Merk dir endlich meinen Namen.“, durchbrach das Schnaufen des Mantels die Dunkelheit, gefolgt von einem klatschen, bevor Xyla sich mit einem Lächeln aus den Schatten schälte.
      „Das hast du wirklich toll gemacht, Ryuki! Ich wusste doch, dass du das schaffst.“, lobte sie ihn sogleich, ohne dem Vampir auch nur eine einzige Sekunde an Aufmerksamkeit zu schenken und auch die Augen des Mantels waren auf den Drachenjungen gerichtet, als könnte er sich gar nicht weniger für den Eindringling interessieren.
      „Hat auch lange genug gedauert.“, fügte Anarxia hinzu, wenn man jedoch genauer hinhörte, konnte man gar einen Hauch von Stolz vernehmen.
      „X-x-xyla... was zum... was.... das Balg gehört wirklich zu dir...?“, mischte sich Hokrux in diese rührende Szene mit ein und wirkte, als würde er jeden Moment zu weinen anfangen.
      „Seit wann hast du ein Kind?! Du.... das... wer ist der Vater?! Ich drehe ihm den Hals um!“, fletschte der Vampir die Zähne und sah sich hektisch um, als könnte der Vaterjeden Moment dazu stoßen.
      „Xyla! Ich habe dich ja soooo vermisst!“, rannte Hokrux dann auch schon auf die Hexe zu und wollte sie umarmen, hielt dann aber inne, als das Licht ihn schon wieder blendete und stattdessen entfuhr ihm nur ein weiteres Zischen.
      „Natürlich ist das nicht mein Kind.“, erwiderte die Hexe mit einem Seufzen und einem Kopf schütteln, „Aber er steht unter meinem Schutz, als würdest du ihm bitte keine Angst machen, Hokrux?“, war das Lächeln, dass sie dem Vampiren gab, eindeutig falscher Natur.
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    • Eben noch hatte der junge Drache dem Fremden das Amulett drohend vor der Nase herumgewedelt, da tauchten plötzlich Xyla und Anarxia aus den Schatten des Waldes auf.
      Sofort atmete Ryuki erleichtert auf, als er die Hexe und den Mantel sah, und konnte nicht anders, als stolz zu lächeln, als er das Lob von Xyla (und vor allem auch Anarxia) hörte.
      Doch dann richtete sich seine Aufmerksamkeit wieder auf den Fremden, und er verzog leicht das Gesicht. Glaubte dieser seltsame Mann gerade wirklich, er sei Xylas leiblicher Sohn? Wie kam er denn überhaupt darauf? Wirklich viel Ähnlichkeit bestand nun wirklich nicht zwischen Xyla und ihm... und warum musste er ihn eigentlich die ganze Zeit ein Balg nennen?! Das durfte nur Anarxia!

      Er beobachtete die eigenartige Szene zwischen Xyla und dem Fremden und konnte dann nicht anders, als leicht die Augenbrauen zusammenzuziehen. Hokrux? Was ist das denn für ein komischer Name?“, fragte er ganz unverblümt und ließ das Amulett in seiner Hand langsam wieder sinken, hielt es aber weiterhin drohend bereit.
      „Und außerdem ist mein Name Ryuki, und ich bin ein Drachenwandler! Also hör auf, mich ein Balg zu nennen, oder ich zünd' dich an, du... du... du Fledermaus!“, sagte er, streckte ihm die Zunge raus und hielt sich sicherheitshalber dennoch ganz dicht an Xylas Seite, bevor er fragend zu ihr hochschaute.
      "Woher kennst du so einen eigenartigen Mann?... der hat ziemliche Stimmungsschwankungen...", sagte er bevor, er wieder einen bösen Blick in die Richtung des Vampirs warf.
    • Als der Drachenjunge den Namen des Vampiren als komisch bezeichnete, konnte Xyla dies zwar als ungewöhnlich, aber verständlich abstempeln. Hokrux war nun wirklich ein eigenartiger Name, uralt und vor allem unnötig hochtrabend.
      Aber als Ryuki Hokrux androhte ihn zu verbrennen, musste sie sich doch wundern und legte fragend den Kopf schief, wenn sie das Lächeln auf nicht verlor. Bisher hatte der Weißhaarige immerzu wie ein guter Junge gewirkt, daher schien es nicht so recht zu ihm zu passen, jemandem auf solche Art und Weise zu drohen. Nicht, dass die Hexe es als etwas schlechtes ansah, es schien ihr nur ungewöhnlich.
      Anarxia dagegen? Der Mantel lachte laut und ballte sich auf, als hätte er noch nie im Leben etwas so lustiges gehört.
      „Du hast es gehört, Hokrux! Ich fürchte dein langes Leben hat endlich ein Ende!“, konnte der Mantel nicht anders als den Vampiren zu provozieren, welcher daraufhin seine scharfen Zähne bleckte, als würde er überlegen, ob er zubeißen sollte.
      Nicht, dass es bei einem Stück Stoff viel zu beißen gab. Stattdessen richteten sich seine Augen also auf den Knirps... aber an ihm schien auch nicht viel dran zu sein.
      Abgesehen davon stand dieser ja offenbar unter Xylas Schutz... wie lästig.
      „... mh? Oh... das ist eine lange Geschichte.“, erklärte die Hexe dem Drachenjungen letztendlich und schien nicht weiter darauf eingehen zu wollen, aber der Mantel hatte da offenbar andere Pläne.
      „Er ist ihr Ex.“
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    • Ryuki errötete leicht, als er dann schließlich selbst bemerkte, was er gerade eigentlich alles vom Stapel gelassen hatte.
      "H-huh..", murmelte er unter seinem Atem und blickte mit einem leicht schelmischen Grinsen zu Xyla hinauf. In seinen blauen Augen lag etwas Entschuldigendes, aber auch Stolzes. Als würde ihm seine Aussage nur zur Hälfte leid tun. Oder vermutlich gar nicht leid tun.

      Als die Hexe, dann aber verkündete, dass es eine lange Geschichte sei, legte er neugierig seinen Kopf zur Seite, bevor er dann aber auch schon die Wahrheit von Anarxia erfuhr.
      Der junge Drache brauchte einen kurzen Moment, bevor er die Bedeutung der Worte erst richtig realisierte.
      Ganz langsam weiteten sich seine Augen und er blickte mit einem schockierten Gesichtsausdruck zwischen Xyla und dem Vampiren hin und her.
      "E-ex?", fragte er und blickte noch einmal kurz zu Anarxia, als ob er sich sicher gehen wollte, dass er sich auch wirklich nicht verhört hatte. Doch es bestand kein Zweifel. So wie Xyla und dieser Hokrux miteinander umgingen. So wie dieser Fledermaus eben reagiert hatte... es bestand nun wirklich kein Zweifel an der Aussage.

      Schließlich – nach einer gefühlten Ewigkeit – verzog Ryuki das Gesicht, als hätte er auf etwas sehr Saures gebissen. Dann sah er wieder zu Xyla auf und sagte ganz unverblümt: „Du hast aber keinen guten Geschmack, Xyla.“