And they were roommates [yuyuumyn & dark.wing]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Wollte er? Rey war sich da nicht so ganz sicher, auch wenn er Archies Angebot schon fast niedlich fand. „Ach, alles gut. So viel gibts da nicht zu erzählen. Wir haben alle nicht genügend Zeit um uns regelmäßig sehen zu können, was echt schade ist, aber ich bin da wohl die letzte Person die sich beschweren darf.“ Da hatte er recht. Rey selbst machte neben dem Training kaum was anderes als zu arbeiten. Selbst an seinen freien Tagen zeichnete er fast ununterbrochen an Designs und egal wo und wann ihm eine Idee für ein neues Tattoo kam schrieb er sie sich auf.

      „Sie hatten eine harte Kindheit und ich versuche einfach nur mein bestes zu geben um mich um sie zu kümmern.“ Er hatte sich absichtlich nicht mit reingenommen. Sie hatten eine harte Kindheit, nicht er. Er hatte im Grunde keine gehabte aber das war okay. Rey hatte sich schon immer gerne um seine kleineren Schwestern gekümmert, um ihnen das ermöglichen zu können was er selbst nicht gehabt hatte. Um ihnen die Kindheit zu schenken, die er zwischen Krankenhausbesuchen und Psychiatrieaufenthalten verloren hatte.
      Danach ließ er das Thema jedoch mehr oder weniger elegant wieder ausschweifen. Im Grunde war es Glück (oder eine glückliche Fügung) das sich Gabe in diesem Moment langsam zu regen begann. „Mit wem telefonierst du?“ kam es verschlafen von dem Boxer. Seine steifen Glieder knacksten leise als er sich wie ein müdes Kätzchen streckte. „Mit Archie.“ - „Mhm…achso.“ es klang fast so, als ob Gabriel an wen anders gedacht hatte, aber er sprach seine Gedanken nicht aus. Und danach war das Telefonat relativ schnell beendet. Rey verabschiedete sich von dem Studenten und legte dann auf.

      Der Tattoowierer hatte Gabe nicht davon erzählt wo Milo war. Er meinte, Archie und Rose sein bei ihm (was nicht gelogen war) und dann war das Thema vorbei. Gabriel war immer noch ein wenig fertig, bei weitem nicht mehr so sehr wie vor seinem Mittagsschlaf, aber von gut war er noch ein wenig entfernt. Das war jedoch nichts, was drei Stücke selbstgemachtes Bananenbrot und einen hervorragenden Nudelauflauf nicht in Ordnung bringen konnte.

      Am nächsten Morgen hatte Gabe schon fast vergessen, dass Milo einfach aus der Wohnung gestürmt war, was aber vielleicht auch daran lag, dass er die Nacht in Rey Wohnung verbracht hatte. Zwischen warmen Laken und entspannter Dämmerbeleuchtung vergaß man einiges recht schnell, vor allem wenn man sich stattdessen mit zwei süßen Katzen beschäftigen konnte. Seine Schmerzen waren über die vergangenen Stunden auch ein wenig besser geworden, jedenfalls so weit, dass er sein übliches Trainingsprogramm wie gewohnt wieder in Angriff nehmen konnte. Im Grunde war Gabriel wie jeder Typ, bei einer typischen Männergrippe, metaphorisch starb er, damit er sich am nächsten Tag benehmen konnte als wäre nie irgendwas gewesen. Wenn Gabe eins während seines Zyklus konnte, dann war es definitiv jammern.
    • Als der nächste Tag anbrach, öffnete Milo langsam seine Augen, nur um die verschwommenen Deckenlampen seines Krankenzimmers zu erblicken. Er war im Krankenhaus? - was ist passiert?
      Verwirrt richtete er sich etwas auf und lies seinen Blick umher wandern. Erst dann erinnerte er sich ganz dunkel an den gestrigen Tag:
      Er ist von zu Hause abgehauen und zum Training geflüchtet... beim Aufwärmen ist er zusammengebrochen und für einen kurzen Moment wieder - in genau diesem Zimmer - aufgewacht.
      Archie und Rosie sind da gewesen... leider auch sein Vater... und Gabe?... er ist nicht da gewesen... aber was sollte er auch anderes erwarten, nachdem er gestern wie ein feiges Kaninchen das Weite gesucht hat?

      Mit einem Seufzen griff der Medizinstudent langsam nach seiner Brille, die noch immer auf dem Beistelltisch lag und setzte sie sich auf. Genau in dem Moment klopfte es an der Tür seines Krankenzimmers.
      Er wusste sofort, dass es sich nicht um seine Vater handeln konnte... sein Vater würde gar nicht erst klopfen und einfach so in sein Zimmer marschieren. Privatsphäre war wohl für ihn - zumindest wenn es auf seinen eigenen Sohn bezogen war - ein vollkommenes Fremdwort.

      "Herein.", sagte er mit einer leicht heiseren Stimme und einen Moment später trat Rose herein. Eine Tüte mit frischen Croissants und zwei Kaffeebechern gefühlt mit heißer Schokolade in den Händen.
      "Guten Morgen, Schlafmütze.", wünschte sie mit einem warmem Lächeln, trat an sein Bett heran und drückte ihm bereits seine heiße Schokolade in die Hände. "Da bist du ja wieder.", sagte sie während sie sich auf dem Stuhl neben seinem Bett setzte.

      Milo blinzelte Rose einen Moment an, ehe er langsam seine Hände um den Becher schloss. "Rosie, was machst du denn hier? Musst du nicht arbeiten?"
      Rose lächelte weiter und schüttelte leicht ihren Kopf. "Nein, mein Dad hat mir frei gegen, als ich ihm erzählt habe, was passiert ist. Er und meine Mutter wünschen dir gute Besserung. Meine Mutter ist gerade auch dabei einen Kuchen für dich zu backen-", sagte sie, hielt inne und kratzte sich verlegen am Hinterkopf. "Das sollte ich dir eigentlich gar nicht erzählen... also tue einfach auf überrascht, ja?", sagte sie leise lachend, wurde dann aber etwas ernster.

      "Milo... was ist gestern passiert? Warum hast du deine Tabletten vergessen?... ich kann nicht noch jemanden verlieren... und ich glaube Valentin kann auch noch darauf warten, uns wieder zu sehen.", sagte sie und blickte ihn durchdringend an. "Bitte...bitte red mit mir."

      Milo kaute noch einen Moment auf seiner Unterlippe herum, begann dann aber Rose leise zu erzählen, was gestern vorgefallen ist... und warum er Gabe einfach so sitzen gelassen hatte...
    • In der gemeinsamen Wohnung war Gabe den Tag kaum. Er hatte am Vorabend zwei Tasche mit Klamotten und Sportsachen gepackt und war mit dieser zu Rey gefahren. Vor dort war er am Morgen - als Rey sich zur Arbeit fertig gemacht hatte - joggen und dann zum Training gegangen. Zu der Uhrzeit fand kein reguläres Training statt, aber er war ja auch kein regulärer Teilnehmer. Toni bereitet ihn nochmal gesondert auf seinen Kampf vor, quälte ihn mit endlos langen Wiederholungen der immer gleichen Kombinationen, scheuchte ihn durch die Halle um seine Ausdauer zutesten oder sie gingen zusammen in den Ring und machten sparing. An Tagen, an denen das Wetter so gut war wie heute, gingen sie häufig auch zusammen auf den nachliegenden Bolzplatz und verlagerten das Training auf draußen. Nicht das es draußen nicht weniger anstrengend wäre. Der Italiener kam grundsätzlich auf kreative Ideen Gabe auf ganz neue Wege an seine Grenzen zu bringen.

      Das Gabriel nach mehreren Stunden Training am ende mit einem leicht bläulichen Wangenknochen und schmerzen in seinem ganzen Körper wieder durch Reys Wohnungstür trat war dem geschuldet, dass er - mal wieder - der Meinung gewesen war, einen von Tonis Schlägen mit seinem Gesicht blocken zu müssen. Nun hatte er ein paar Stunden pause, bevor am Abend wieder das reguläre Training stattfinden würde, Toni meinte jedoch schon.

      Frisch geduscht ließ er sich auf dem Sofa im Wohnzimmer fallen. Direkt kamen Reys beide Katzen zu ihm - sie waren nicht dran gewöhnt, dass jemand zu der Zeit im Haus war, aber sie genossen die zusätzliche Aufmerksamkeit sehr. Halb dösend mit dem Handy in der einen Hand streichelte er immer im Wechsel die beiden Tiere, bis er das Gerät irgendwann auf Seite legte und die Augen schloss.
    • Am nächsten Morgen öffnete Milo seine noch schweren Augenlider. Die Nacht hatte der junge Medizinstudent so gut wie gar nicht geschlafen. Zu frisch waren die Erinnerungen an den gestrigen Tag und alles, was passiert war.
      Unweigerlich schossen ihm die Worte seiner besten Freundin wieder in den Kopf, der er gestern Abend noch alles erzählt hatte.

      "Ihr beide müsst miteinander sprechen, Milouard. Vielleicht ist es einfach nur ein riesiges Missverständnis gewesen!"

      Doch wie konnte Milo jetzt noch einmal mit Gabe reden, nach dieser peinlichen Aktion gestern? Immerhin war er einfach abgehauen und hatte Gabe in seinem Bett liegen lassen! Er hätte nach der Party damals überhaupt nicht mit ihm schlafen dürfen. Dann wäre es vermutlich nicht zu dieser peinlichen Situation gekommen. Aber dennoch… konnte Milo dieses Gefühl in seinem Bauch nicht leugnen, immer wenn er an Gabe dachte.

      Der Tag verging langsam. Mit weiteren, von seinem Vater angeordneten Untersuchungen, um sicherzugehen, dass Milo wirklich fit genug war, das Krankenhaus wieder zu verlassen.
      Abgeholt und nach Hause gebracht wurde er schließlich wieder von Rose, die diesmal nicht ihr Motorrad, sondern das Auto ihres Vaters nahm.

      Als die beiden Freunde in der WG ankamen, fiel sofort auf, wie still es war.
      "Er ist nicht da...", murmelte Milo leise. Einerseits war er erleichtert, sich nicht mit der Situation auseinandersetzen zu müssen, aber andererseits... zog sich sein Magen zusammen.
      Rose seufzte leise und strich Milo über den Rücken. "Komm, setz dich erst mal an den Küchentisch und ich koche was Schnelles, ja? Das Krankenhausessen war sicherlich nicht besonders lecker gewesen.", sagte sie, woraufhin Milo stumm nickte, sein Handy hervorholte und schweigend durch den alten Chatverlauf von Gabe und ihm scrollte.

      Währenddessen schrieb Archie — der von Rose schon wusste, dass Milo wieder zu Hause war — eine kurze Nachricht an Rey.

      "Mi ist wieder zu Hause. Wir sind alle noch einmal mit dem Schrecken davongekommen."

      Dann steckte er sein Handy wieder weg und kümmerte sich weiter um die beiden Frettchen, die in der Auffangstation — in der er gerade sein Praktikum absolvierte — abgegeben wurden.