And they were roommates [yuyuumyn & dark.wing]

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    • Toni nickte verstehend. Sechs Monate waren nicht viel Zeit, vor allem für jemanden der keinerlei Vorerfahrung hatte, aber wenn Andrew ambitioniert genug war, sollte das mehr oder weniger funktionieren. „Das hängt ganz von ihm ab, wenn er sich reinhängt sollte das klappen, wenn nicht dann nicht. Ich werde auch sofort aufhören ihn zu trainieren, wenn ich merke, dass er keine Interesse zeigt.“ meinte Toni. „Aber ich müsste Sie nun bitten meinen Laden zu verlassen, ich will, dass sich der Junge voll uns ganz aufs Training konzentrieren kann ohne seinen Manager im Nacken zu haben.“ Toni war kein Mann der viel durch die Blume sagte. Seine Worte waren direkt und schmerzfrei. „Ach und ich fasse generell niemanden mit Samthandschuhen an.“ meinte er nochmal, nachdem er sich bereits von Victor weggedreht hatte. Nur weil jetzt ‚eine Berühmtheit‘ bei ihm trainieren ‚durfte‘ hieß das nicht, das sich der Italiener verstellte. Er würde Andrew und seinen Manager genau so behandeln wie er jeden anderen Menschen auch behandelte: mit dem nötigen Respekt aber mit genug Distanz.

      Sein Blick schweifte einmal durch die Menge. „das sieht gut aus Leute.“ lobte er die Trainierenden. Als Andrew aus der Umkleide rauskam, signalisierte er ihm mit einer einfachen Kopfbewegung, dass er sich einfach dazu stellen sollte und genau das tun sollte, was der Rest auch tat. Die Aufwärmung war simpel, eine Mischung aus Seil springen, Liegestütze und Schattenboxen. Nichts wofür man sonderlich viel Vorerfahrung bräuchte.

      „Fünf Minuten selbständiges Dehnen und dann Boxhandschuhe an.“ Nun ging das Getuschel los. Die Aufwärmung war vorbei, die typischen kleinen Grüppchen bildeten sich schnell und natürlich hatten nicht nur Milo und Archie mitbekommen, dass Andrew ein Schauspieler war, vor allem der kurze Gruß von Andrew an Rey war den wenigsten entgangen.

      „Rey, wer ist der Typ?“ Apollo hatte wie fast immer seine Bandagen - anders als Gabe, Rey und Benny - natürlich nicht sauber aufgerollt und hatte nun Schwierigkeiten diese vernünftig zu binden.
      Durch die Streching-Position in der Gabriel sich befand musste er noch ein wenig weiter nach oben schauen als er es sonst eh schon tun musste um seinen Freunden ins Gesicht schauen zu können, was gerade aber eher weniger ein Problem war, da er sowieso während seines Dehnprogramms seine Bandagen wickelte, genau wie Rey es auch tat. „Ein Kunde von mir.“ - „Und warum tuscheln dann alle wegen dem? So heiß ist er jetzt auch nicht…oder ist das wieder so ein ‚nur Weiber und Schwulen‘-Ding?“ der Blonde klang mal wieder wenig begeistert, dazu musst man jedoch sagen, er war grundsätzlich wenig begeistert, wenn ein Neuer zu ihnen kam und direkt über ihn getuschelt wurde. Gabe verdrehte die Augen. Dafür, dass der beste Freund des Blonden Transsexuell und Bi war, konnte er teilweise ganz schon queerfeindliche Sachen von sich geben, aber der Boxer ließ das einfach so stehen, er hatte keine Lust auf Diskussionen. „Ich glaube er ist Schauspieler oder so…“ mischte sich Benny mit ein. Die weißen Bandagen gaben einen krassen Kontrast zu seiner dunklen Hautfarbe. „Schauspieler? Der Typ? Wers glaubt.“ - „Apollo, hält die Fresse. Die Frequenz in der du redest, geht mir auf den Sack.“ zischte Gabe plötzlich schlecht gelaunt. Seine Stimmung hatte sich seitdem er mit der Arbeit fertig geworden war nicht sonderlich gebessert, die war bei der Aufwärmung nur nicht sehr stark zum Vorschein gekommen. Wahrscheinlich war das der Grund warum er von den drei Augenpaaren die um ihn herum standen mehr als nur ein wenig gestockt angeschaut wurde. „Was bist du denn plötzlich so zickig?! Hast du deine Tage oder was?“ es sollte wohl ein Witz sein. Apollo vergaß regelmäßig, dass Gabes Körper tatsächlich- wenn auch nicht sonderlich regelmäßig - einen Zyklus besaß. „Fick dich.“

      „Seid ihr so weit, Ladys und Gentleman? Dann sucht euch einen Partner. Gabe, Apollo! Ihr geht in den Ring. Rey, trainierst du mit Andrew? Ist noch jemand Partnerlos?“ Der Blick des Trainers glitt durch den Raum, beobachtete wie jeder der Sportler sich in zweier Teams zusammen tat bis nur noch - ein zugegebenermaßen etwas verloren wirkender - Benny übrig war. „Rey ihr trainiert zu dritt.“ So wie Gabriel zum Ring ging - oder eher stampfte - konnten selbst die Letzten die in dem Raum standen sehen, dass Apollo heute schlechte Karten hatte, vor allem weil die beiden dem regulären Training nicht ganz zufolge leisteten, zur Vorbereitung auf den nächsten Ringkampf.

      „Wir fangen mit einer einfachen dreier Kombination an. Jab, Punch und dann einen knackigen Haken mit der Linken. Rey.“ der Angesprochene kam ein wenig näher, hielt die Innenseiten seiner Boxhandschuhe so, dass Toni locker in diesen Schlagen konnte und selbst obwohl er ohne Handschuhe schlug, konnte man deutlich die Kraft hinter seinen Schlägen sehen als er die Kombination nochmal vorführte. „wenn ihr das drauf hat, könnt ihr noch einen Schritt weiter gehen. Jab, Punch, Haken, Gegner kommt mit einer Geraden, ihr duckt euch und gibt nochmal einen schönen Milzhaken. Fragen? Nein, dann auf gehts!“ Damit war die Erklärung der ersten Übung abgeschlossen. Jedes Zweierteam suchte sich seinen Platz und begann die Übung selbstständig zu wiederholen. Toni stellte sich zu der Dreiergruppe bestehend aus Rey, Benny und Andrew.

      „Stell dich erstmal vernünftig hin. Sicherer Stand, nicht zu eng nicht zu weit auseinander. Die Führhand…du bist Rechtshänder oder?“ Benny hatte seine Handschuhe schon so hingedreht, dass Andrew theoretisch schlagen könnte, wenn Toni nicht erst seine Stellung korrigieren würde.
    • Milo beobachtete weiterhin Gabe und die anderen beim Training, während er sich nebenbei noch mit Archie unterhielt. Doch als er hörte, was Apollo zu seinem Mitbewohner sagte, stockte er plötzlich – seine Augen weiteten sich erschrocken. - Das hatte Apollo jetzt nicht wirklich gesagt, oder?

      Ungläubig schüttelte Milo den Kopf, dann schlug er sich im nächsten Moment mit der flachen Hand gegen die Stirn. Wie zur Hölle schaffte es der Blonde nur immer wieder, so zielsicher ins Schwarze zu treffen? Gabe ging es ohnehin schon nicht gut – und Apollo? Der musste natürlich noch mal Anlauf nehmen, nur um direkt nachzutreten. Auch wenn es in dem Moment wahrscheinlich eher unabsichtlich gewesen ist.

      Milo bemerkte Archies neugierigen Blick, winkte aber sofort ab. Er hatte keine Lust, das Thema weiter auszutreten. „Nicht so wichtig, Archie.“, sagte er knapp, den Blick schon wieder auf das Geschehen in der Halle gerichtet.
      Er beobachtete, wie sowohl Gabe als auch Apollo in den Ring stiegen. Ein ungutes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus – langsam, fast schleichend. Er versuchte, das ungute Gefühl gleich wieder abzuschütteln und ihm keine weitere Beachtung zu schenken. „Wir haben in den letzten Tagen wirklich zu viel Final Destination geschaut…“, murmelte er und ließ seinen Blick erneut zu Gabe wandern.
      Archie hingegen beobachtete fasziniert Rey, Benny und Andrew. „Kaum zu glauben, dass Rey Riven kennt… Rey ist echt cool!“, flüsterte er Milo zu.
      Doch Milo reagierte kaum. Er wirkte weiterhin angespannt, die Augen fest auf Gabe und Apollo gerichtet – als würde er jeden Moment erwarten, dass etwas passiert.

      „Linkshänder, Sir“, antwortete Andrew ruhig und stellte sich so hin, wie es ihm gezeigt worden war.
      Er setzte die Beine schulterbreit auseinander, das rechte leicht nach vorn versetzt – der Stand fühlte sich ungewohnt an, aber stabil. Sein Gewicht verteilte er gleichmäßig auf beide Beine, die Knie leicht gebeugt, bereit sich jederzeit zu bewegen.
      Die Fäuste hob er auf Kinnhöhe, die linke näher am Körper, die rechte leicht vorgestreckt. Bevor er überhaupt daran dachte, die Übung auszuführen, wartete er erst einmal ab, ob der Coach seine Haltung überhaupt abnickte.

      „Und danke übrigens, dass Sie Victor weggeschickt haben… er… na ja, er nimmt seinen Job manchmal ein bisschen zu ernst.“
    • Gabes ganzer Körper hatte sich schon verspannt bevor er überhaupt im Ring stand und das Apollo ihn siegessicher angrinste machte die Situation nicht gerade besser. Als der erste Gong ertönte war alles noch recht entspannt. Sie sollten noch keine hundert Prozent geben, zwar hatten sich beide schon mal provisorisch Helme und Schienbeinschoner angezogen, aber das hieß nicht, dass sie die ersten paar Runden nicht locker machen sollten. Das wussten die beiden auch. Nach dem zweiten Gong zogen sie das Tempo selbstständig ein wenig an, jedenfalls so lange bis Apollo seinen besten Freund mit dem Zahnschutz zwischen den Zähnen breit angrinste. „Du schlägst wie ein kleines Mädchen. Vielleicht solltest du doch lieber bei den Weibern kämpfen, da wärst du sicher besser aufgehoben.“ eigentlich waren solche Sticheleien zwischen ihnen normal. Sie schenkten sich beide verhältnismäßig wenig und das war in Ordnung. Normalerweise tat Gabriel solche Sprüche mit einem Lachen ab und verpasste Apollo den ein oder anderen guten Haken - normalerweise. Gabriel war nicht gut drauf. Er hatte schon bei der Aufwärmung gemerkt wie sein Unterleib sich immer mal wieder zusammen krampfte und sich ein allgemeines Unwohlsein in ihm ausbreitete. Kurz hatte er überlegt seinen Binder anzulassen, aber das wäre der Tod für ihn gewesen und der Sport-Bh machte seine sowieso schon sehr präsente Body Dysmorphia gerade nicht besser.

      Als hätte man einen Schalter in Gabriels Kopf umgelegt riss er die Offensive an sich. Seine Schläge knallten hart gegen den Blonden und ließen ihm kaum Zeit zu reagieren. Wenn er diese Zeit hatte, reichte sie meistens nur für eins, zwei Schläge die Gabe ohne Probleme blockte und dann direkt wieder zum nächsten Angriff ansetzte. Das was gerade in dem Ring passierte war kein Kampf, das war Krieg und Apollo konnte nichts anderes tun als sich mehr schlecht als recht gegen die Bomben zu schützen die unentwegt auf ihn nieder rasselten. Der Kleinere gab seinem besten Freund keine Möglichkeit aus der Situation auszubrechen, sobald Apollo es schaffte einige Meter Abstand zwischen sich und Gabe zu bringen kam der Student ist harten Kicks. Das Material der Schutzausrüstung hallte laut durch die Halle wieder. Jeder wusste wie die beiden waren. Jeder der Trainierenden musste, dass sich die beiden jungen Männer nichts schenkten, aber sowas bekamen sie selten zu Gesicht. Vor allem als Gabriel, Apollo mit einem harten Kick zu Boden brachte und dann unentwegt auf ihn aufschlug. Dieser Ringkampf hatte nichts mehr mit einem freundschaftlichen Miteinander zu tun. Der Braunhaarige saß in einer mount position Auf seinem Gegner, Apollo versuchte mit seiner Deckung seine wichtigen Organe zu schützen und hatte sonst keine weiteren Handlungsmöglichkeiten. Er war stark, aber gegen die Energie von Gabe kam er nicht an, vor allem nicht wenn er in seinem Tunnel steckte.


      Toni nickte verstehend, schaute sich die Stellung an die Andrew eingenommen hatte. „Du hast echt noch nie was in dem Bereich gemacht? dafür weißt du aber recht gut wie man sich hinzustellen hat.“ lobte er den Neuen, korrigierte jedoch trotzdem minimal seine Beinposition. „Gut, also deine rechte Hand, ist deine Führhand, mit der linken mobilisierst du deine Kraft. Deine Deckung bleibt so lange vor deinem Gesicht bis du schlägst, verstanden?“ erklärte er im rauen Ton. Tonis Konzentration lag primär auf Andrew. Seine anderen Schüler musste er kaum mehr im Auge behalten, die meisten wussten was zu tun waren. Er wurde jedoch etwas hellhörig, als Apollo mit einem lauten Knall auf den Ringboden aufschlug und sich schützend hinter seiner Deckung versteckte. Die meisten der Trainierenden standen wie versteinert an ihrer Position, schauten ungläubig dem Spektakel in dem Ring zu.

      Dann ging alles ganz schnell, Benny zog mit einer fließenden Handbewegung seine Handschuhe aus und stand wenige Sekunden später hinter Gabriel, riss ihn von seinem besten Freund los, welcher schon fast etwas erleichtert aufatmete. Der Riese ließ Gabriel jedoch erschrocken wieder frei, als dessen Ellenbogen ihn urplötzlich am Schlüsselbein traf. Der Student wollte sich schon fast wieder auf Apollo stürzten als Toni ihn mit einem festen Griff davon abhielt. „Raus hier.“ zischte er seinem Schützling wütend entgegen, der schien jedoch kaum wahrzunehmen was sein Couch von ihm wollte. „Raus! Sofort!“ seine Stimme hallte wie ein Tsunami an den Wänden ab. Mit Druck navigierte Toni den Jüngeren aus dem Ring, schubste ihn schon fast zurück auf den Boden der Halle. „An den Sandsack!“ befahl er ihm im direkten Ton und wandte sich dann Apollo zu, welcher sich langsam etwas aufrichtete. Dank der dicken Handschuhe und der Schutzausrüstung schien er sich kaum was getan zu haben - glücklicherweise. Toni kochte vor Wut. Er wusste wie die beiden drauf waren, aber so ein Verhalten kam ihm selten unter die Nase. „Benny du trainierst mit Apollo weiter, und wehe ich sehe sowas noch einmal.“ drohte er dem Blonden an und warf Gabe einen kurzen Blick zu. Die Schläge des Studenten hatte an Intensität nicht abgenommen. Er schlug mit einer enormen Kraft auf den Sandsack ein und versetzte diesen in Bewegung.

      Mit einem kurzen Kopfschütteln signalisierte er Rey - welcher schon drauf und dran war zu Gabe zu gehen - dass er auf seinem Platz bleiben sollte, stattdessen ging er selbst zu dem Jüngeren, nachdem er sich versichert hatte, dass sowohl Apollo als auch Benny keine schweren Verletzungen hatten. Die Nase des Blonden hatte irgendwann im Ring angefangen zu bluten, hatte aber nun auch schon wieder aufgehört.
    • Sowohl Milo als auch Archie rissen erschrocken die Augen auf, als Gabriel plötzlich wie von der Tarantel gestochen auf Apollo losging und im nächsten Moment erbarmungslos auf ihn einprügelte.
      Während Milo sich sofort auf die Beine sprang, blieb Archie wie versteinert auf der Bank sitzen – die Augen weit aufgerissen, den Blick starr auf die Szene gerichtet, wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

      Die Stimme des Coaches donnerte, wie ein Sturm, durch die Trainingshalle – laut, scharf und so durchdringend, dass selbst die härteste Person innerlich zusammenzuckte. Noch ehe jemand etwas sagen konnte, hatte er Gabriel bereits mit einem knappen Befehl zum Sandsack geschickt. Gabriel gehorchte und ließ all seine Wut an dem schweren Leder aus.

      Der Blick des Medizinstudenten fiel auf Apollos Nase, und er verzog leicht das Gesicht. Zwar schien sie nicht mehr zu bluten, doch sie war noch immer blutverschmiert – und der Anblick reichte, um Milo innerlich zusammenzucken zu lassen.
      „Archie… bring Apollo bitte ein paar Taschentücher“, sagte er leise, ohne den Blick von der Szene zu nehmen. Dann wanderten seine Augen zu Gabriel und dem Coach, die sich am Sandsack standen.
      Er ging langsam auf sie zu, hielt jedoch respektvoll Abstand, um ihr Gespräch nicht zu unterbrechen. Trotzdem – er musste mit Gabriel reden. Musste wissen, ob es ihm gut ging. So ein Ausbruch kam nicht einfach aus dem Nichts.

      Archie zögerte kurz, seufzte dann aber leise. Schließlich stand er auf, schnappte sich eine Packung Taschentücher und machte sich auf den Weg zum Ring. Unterwegs schweifte sein Blick erneut zu Rey und Andrew – doch er sagte nichts. Stattdessen richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Aufgabe, die ihm übertragen worden war.Er kletterte in den Ring, ging auf Benny und Apollo zu und blieb einen Moment zögernd vor ihnen stehen. Dann reichte er Apollo die Taschentücher. „Hier. Für deine Nase. Du bist komplett blutverschmiert.“, sagte er leise.

      Andrew stand nun ein wenig verloren neben Rey. So hatte er sich seinen ersten Trainingstag nun wirklich nicht vorgestellt gehabt. Sein Blick wanderte von Apollo zu Gabriel rüber. Er wollte Rey fragen, ob es ihm gut ginge, doch da dies offensichtlich nicht der Fall war, schenkte er sich die Frage.
      Seine Deckung hatte er schon längst wieder runter genommen. Vielleicht hätten sie doch einen Privattrainer engagieren sollen, so wie Victor es vorgeschlagen hatte. Aber hier, in dieser echten Trainingshalle – mit Schweiß in der Luft, dumpfen Schlägen und echtem Druck – konnte er sich allein durch die Atmosphäre viel besser auf seine Rolle vorbereiten.

      Er beobachtete kurz, wie ein junger Mann mit blondem, beinahe weißem Haar Apollo ein paar Taschentücher reichte, bevor sein Blick wieder zu Rey zurückwanderte.
      „Ich nehme an, dass das hier nicht der übliche Ablauf ist?“, fragte er mit einem schiefen Lächeln – ein Versuch, die angespannte Stimmung ein wenig aufzulockern.
    • Apollo schien sich zwar objektiv ganz gut von dem Schock erholt zu haben, fertig sah er jedoch trotzdem aus und obwohl er ruhig und gelassen weiter trainierte, schweifte sein Blick immer mal wieder zu seinem besten Freund, welcher mit einer Kraft auf den Sandsack einprügelte, die viele Leute wohl nicht Mals aufbringen konnten. Er wollte sich gar nicht vorstellen, wie das gerade bei ihnen beiden ausgesehen hatte. Er wusste was Gabriel für eine Energie aufbringen konnte, er hatte schon immer Respekt vor ihm gehabt, nicht zuletzt weil die beiden Freunde geworden waren nachdem Gabriel eine Gruppe von halb starker Jungs verprügelt hatte, die Apollo schon viel zu lange gemobbt hatten. Gabriel war wohl einer der wenigen Person vor denen der Blonde überhaupt so einen Respekt hatte, er wusste dass sein Freund ihm niemals ernsthaft verletzen würde, sie hatten Schutzausrüstung an gehabt und trotzdem wollte sich Apollo nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn sie diese nicht angehabt hätten.

      Als Archie etwas umständlich in den Ring kletterte hielten Benny und Apollo in ihrer Bewegung inne. Der Blonde schaute erst Archie etwas verwirrt an, dann die Taschentücher in dessen Hand bevor er den Klettverschluss seines rechten Handschuhs aufmachte und ihm die Taschentücher ab nahm. „Danke.“ Der Ton seiner Stimme klang nicht ängstlich, der Blonde war auch nicht halb erstarrt oder wusste nicht was er tun sollte, er trainierte einfach weiter. Später würde er sich bei Gabriel für die Provokation entschuldigen, dann würden die beiden sich die Hand geben und das ganze Thema war vergessen. Sie hatten sich schon öfters mal geprügelt, meistens waren die Chancen dann jedoch aber recht ausgeglichen. Heute hatte Gabriel ihn echt ein wenig kalt erwischt und bei einer Sache war sich Apollo sicher, er würde niemals freiwillig als Gabriels Gegner in einen offiziellen Ringfight gehen.

      Statt die Wucht mit der Gabriel den Sandsack bearbeitete zu verringern, zog er die Intensität eher nochmal mehr an. Mittlerweile trainierte keiner der anderen mehr ernsthaft, einige, wenige ‚undercover’ Schläge teilte der ein oder andere noch aus, aber auch nur um nicht von Toni ermahnt zu werden. Toni seufzte leise. „Weil ja hier eh keine mehr am trainieren ist, machen wir Schluss für heute.“ entschied er kurzerhand. Es hatte jetzt sowieso keinen Sinn mehr, er musste sich erst einmal um sein Problemkind kümmern. „Rey, Andrew ihr bleibt noch hier. Rey zeig ihm bitte die Basics.“ Bis auf das Geräusch der Boxschuhe der anderen sagte keiner ein Wort. Die Stimmung war generell schon zum zerreißen gespannt, da brauchte man es nicht noch schlimmer machen. Innerhalb weniger Augenblicke hatten die anderen Schüler ihre Taschen genommen und waren in den Umkleiden verschwunden. „Gabriel, geh in den Ring.“ Tonis Stimme klang deutlich härter wenn er mit dem Studenten redete, das war nicht regulär der Fall, aber besonders nach so einer Situation fruchtete meistens nur dieser Ton.

      Während Gabe wieder in den Ring stieg zog sich Toni zwei Handpratzen an. Die Kombinationen gingen fließend in einander über, Gabriel wusste genau was sein Trainer von ihm wollte und führte jeden Schlag und jeden Tritt flüssig aus. Jedes mal wenn der Jüngere seine Deckung fallen ließ bekam er einen Gegenangriff der ihn dazu brauchte seinen Deckung wieder zu schließen und so ging das Spiel endlos lange Minuten. Parallel dazu erklärte Rey dem Schauspieler die Boxbasics und ließ diese von Apollo und Benny vorführen, jedenfalls so lange bis der Tattoowierer entschied, dass Andrew nun selbst ein wenig ausprobieren sollte. Er setzte sich zu Archie auf die Bank, beobachtete halb seinen Freund im Ring und halb die drei jungen Männer beim trainieren. Nach der Prügelei war Apollo nur halb so vorlaut wie sonst und korrigierte Andrews Schläge in einem mehr oder weniger ruhigen Ton und Benny hielt die Pratzen, als ob er in seinem Leben noch nie was anders gemacht hatte.
    • Bevor Milo auch nur die Chance dazu hatte, sich mit Gabe zu unterhalten, wurde dieser von seinem Coach auch schon wieder in den Ring geschickt. Mit einem Seufzen strich sich der Medizinstudent durch sein braunes Haar und begab sich wieder zu der Bank, auf welcher Archie und Rey saßen.
      Er setzte sich auf Archies andere Seite und beobachtete angespannt das Geschehen im Ring. Bei jedem Gegenangriff zuckte Milo innerlich ein wenig zusammen. Es wurde ziemlich deutlich, dass sein Coach seinen Schützling eine Lektion erteilen oder ihn sich zumindest richtig auspowern lassen wollte.
      Doch lange hielt er es nicht aus. Er konnte oder besser gesagt wollte hier sich einfach weiter rumsitzen. Also stand er wieder auf und ging auf den Ring zu, um das Geschehen aus der Nähe zu beobachten.

      Archie, der mittlerweile auch wieder auf der Bank saß, blickte zu Rey, als sich dieser neben ihn setzte. "Kaum zu glauben, dass du Riven kennst.", flüsterte er ihm noch immer ziemlich aufgeregt zu. "Hast du Hollow gesehen? Das ist voll die krasse Dark Fantasy-Serie mit Vampiren und Werwöfen. Und Riven-", sagte er, blickte kurz zu Andrew, welcher mit Apollo und Benny trainierte, bevor er wieder zu Rey sah. "Riven ist ein Werwolf. Er ist aber kein netter Werwolf. Er ist arrogant und berechnend. Und die letzte Folge ist mit einem riesigen Cliffhanger geendet. Alle sind schon extrem gespannt darauf, wie es weiter geht! Meinst du es wäre unhöflich, wenn ich ihn einfach frage? Ich würde es auch niemanden weiter verraten! Ich-", plapperte er weiter, hielt dann aber inne, als er selbst merkte, wie sehr er Rey gerade die Ohren abkaute. Genau diese Art und Weise hatte Isaac immer zur Weißglut gebracht. Und wenn Archie etwas nicht wollte, dann war es Rey zu Weißglut zu bringen. Auch wenn dies bei Reys ruhigem Charakter ziemlich unrealistisch zu sein schien.
      Scheinbar hatte die Beziehung zu Isaac mehr Narben hinterlassen, als die Student jemals selbst zugeben würde.

      Andrew führte währenddessen die Übung gemeinsam mit Apollo und Benny aus. Er achtete auf seine Deckung und nahm die Korrektur an. Doch er hielt sich mit der Intensität seiner Schläge noch ziemlich stark zurück. Obwohl er sicher war, dass Benny, der so groß wie ein Bär war, allem problemlos standhalten sollte.
      Bereits jetzt bedauerte Andrew es ein wenig, dass er nur sechs Monate hier sein würde. Das Training war der perfekte Ausgleich zu seinem üblichen Tagesablauf am Set oder in Interviews.
      Sechs Monate erschienen ihm plötzlich viel zu kurz. Gerade jetzt, wo er sich zum ersten Mal seit Langem wieder wie ein echter Mensch fühlte – und nicht wie eine Rolle, die andere ihm zuschrieben.
    • Sobald Gabriel auch nur ansatzweise am Schwächeln war trizte sein Trainer ihn wieder etwas mehr, sog ihm wie ein blutdurstiger Vampir ohne Rücksicht auf Verluste jegliche Energie aus. „Hab ich gesagt du darfst aufhören?!“ seine Stimme klang immer noch hart und unnahbar. „Runter. Ich will zehn schöne Liegestütze sehen.“ Am Anfang hatte Gabriel immer mal wieder leise vor sich her geflucht, nach den ersten fünf Minuten hatte er damit jedoch komplett aufgehört, er war mit anderen Dingen beschäftigt, mit atmen zum Beispiel.

      Wie ihm befohlen wurde arbeitete er die Liegestütze ab, sprang dann wieder auf die Beine und bearbeitete die Pratzen weiter. Er hatte keine Chance, sobald er auch nur eine minimale Pause machte, kam sein Couch mit harten Gegenangriffen die er irgendwie ausweichen und decken musste. Dieses endlos lange Spiel ging so lange, dass sogar Apollo die Trainingseinheit mit Andrew und Benny beendete und den beiden im Ring einfach nur noch zu sah. Am Ende hatte Gabe - trotz seiner regulären Fitness und seiner Ausdauer - das Gefühl er würde vor Anstrengung zusammen klappen, das war der Moment als sein Trainer von ihm ab ließ. Der Student ließ sich erst in die Hocke sinken und dann auf den Boden fallen während er versuchte seine schnelle Atmung zu regulieren. Toni kniete sich grinsend zu Gabriel. „Magst du mir jetzt erzählen was los war oder müssen wir noch eine zweite Runde hinten dran hängen?“ Dass dieses ‚Spiel‘ in Tonis Augen erst die ‚erste Runde‘ war, war schwer vor zu stellen. Gabriels Muskulatur zitterte vor Überanstrengung. Gabe schüttelte leicht den Kopf, er wurde sich heute wohl nicht mehr bewegen können. „Gut, dann reden wir gleich, wenn ich die anderen rausgeworfen haben.“ beschloss er, fuhr Gabriel väterlich mit der Hand durch die verschwitzen Haare und verließ dann den Ring. Sobald der junge Mann so weit war, würde er seinem Trainer folgen, aber für den Moment wollte er einfach nur hier sitzen bleiben.


      „River?“ fragte Rey den Jüngeren verwirrt.“Du meinst Andrew? Ich hab die Serie tatsächlich nie gesehen. Ist das nicht so ein Teenager-Dark Fantasy-Serie? So ein bisschen im Stil von Twilight?“ fragte er vorsichtig nach. Rey hatte keine Ahnung von solchen Serien. Allgemein schaute er recht wenig Fernsehe und wenn doch fokussierte er sich eher auf französische Klassiker oder blutige Krimiserien. Vor allem alles was in die New Age-Richtung ging, kannte er nicht und ließ auch eher allgemein die Finger von. Viele seiner jüngeren Kunden empfiehlten ihm schon einiges an ‚guten‘ Serien, aber entweder hatte er keine Zeit oder keine Lust sich diese jemals anzuschauen, also ließ er es einfach. Und trotzdem hörte Rey dem Studenten ruhig zu, nickte an den richtigen Stellen und lächelte sanft. „ich glaube selbst wenn er dir was verraten wollen würde, dürfte er das nicht.“ meinte er leise lachend, als Archie sich plötzlich selbst stoppte.
    • Endlich endete die scheinbar endlos lange Folter für Gabriel. Milo hatte die ganze Zeit über nichts tun können, außer angespannt zuzusehen. Niemand – absolut niemand – hätte in diesem Moment mit Gabe tauschen wollen.
      Kaum war der Trainer außer Sichtweite, kletterte Milo auch schon in den Ring und ging mit schnellen Schritten auf seinen Mitbewohner zu.
      Bei ihm angekommen, ging er sofort in die Hocke und musterte ihn besorgt.
      "Putain de merde...", fluchte Milo leise auf französisch. Er zögerte kurz, streckte dann aber seine Hand aus und legte sie ihm besorgt auf seine Schulter. Ein stiller Support, der nicht viele Worte brauchte.
      "Kann ich dir irgendwas bringen?", fragte er und drückte seine Schulter ein wenig. "Willst du Wasser oder ein Handtuch?", fragte er und ließ seine Augen erneut über Gabriels erschöpfte Form wanden.
      "Was hat er zu dir gesagt", fragte er nun etwas direkter nach, auch wenn er sich ziemlich sicher war, dass es nichts Gutes gewesen sein konnte.

      Archie zögerte diesmal mit seiner Antwort, begann dann aber wieder etwas zurückhaltender zu lächeln. "Fast richtig. Riven. Nicht River, wie der Fluss.", sagte er und blickte kurz in Anderws Richtung, welcher sich wieder zu den Umkleiden begab.
      "Es ist echt schade, dass du die Serie noch nie gesehen hast. Sie ist wirklich gut, wenn man Dark Fantasy und Drama mag. Aber ja, du hast Recht...die meisten Fans sind eher Teenager.", sagte er und lehnte sich ein wenig zurück. "Und damit hast du wahrscheinlich auch recht. Hast du den Mann gesehen, mit dem er vorhin gekommen ist? Er sah extrem streng aus."
      Er änderte seine Position, sodass er nun im Schneidersitz auf der Bank saß. Sein Blick haftete nun für einen Moment auf Gabriel und Milo, bevor er wieder zu Rey blickte. "Weißt du eigentlich schon, ob du einen Tag frei nehmen kannst? Für den Ausflug an den Stand, meine ich."
    • Gabriel realisierte erst relativ spät, dass Milo plötzlich vor ihm stand, er hatte gerade definitiv andere Probleme. „Du könntest mir gleich erstmal wieder aufhelfen.“ meinte er mit einem schwachen Grinsen. Toni hatte ihn echt bis auf letzte bisschen Energie fertig gemacht - verdienterweise, aber assi war die Methode trotzdem. „Aber gib mir noch zwei Minuten…ich glaub ich kann noch nicht aufstehen.“ Wie ein kleiner Käfer ließ er sich von der sitzenden Position auf den Rücken plumpsen und schaute - als ob er auf eine göttliche Erscheinung warten würde - die Decke an. Ihm gegenüber, in einigen Metern Höhe leitete ihm eine der Lampen entgegen. „Ich hab Hunger.“ murmelte er leise. Was jedoch ein gutes Zeichen war, wenn er jetzt an Essen denken konnte, schien es ihm auch eigentlich gar nicht so schlecht zu gehen.

      Als Milo ihn dann fragte, was Toni von ihm gewollte hatte, schaute er seinen Mitbewohner etwas umständlich von seiner Position aus an. „Er wollte nur später noch mal mit mir reden, alles gut.“ winkte er ab und hielt Milo dann seine Hände hin, die immer noch in den Boxhandschuhen steckten. Eigentlich könnte er sie alleine ausziehen, wenn Toni den Klettverschluss nicht nach der Aufwärmung mit Tabe zugeklebt hätte, damit diese bei dem Training nicht versehentlich wieder aufgingen. „Hilfst du mir?“


      „Wie gesagt, du kannst dich bestimmt mal mit ihm unterhalten. Andrew ist echt nett.“ schlug er Archie vor, auch wenn er ein wenig Angst hatte, dass der Jüngere dann komplett in sein Fanboy-Verhalten fallen würde und Andrew das unangenehm war. Rey war sich sicher, dass der Schauspieler damals extrem froh darüber gewesen war, dass er noch nie was von der Serie gehört hatte und seinen Kunden auch nicht wirklich zuordnen konnte. Bei der nächsten Frage nickte Rey. „Ich hab mir schon Urlaub genommen. Das Auto ist auch schon organisiert, also soweit steht alles.“ meinte er lächelnd.
    • Milo beobachte Gabriel mit einem schwachen Schmunzeln dabei, wie er sich auf den Rücken plumpsen ließ. Als sein Mitbewohner dann sagte, dass er Hunger hatte, formte sich sein Schmunzeln in ein Grinsen. "Wir haben noch was von deinem Mittagessen in der Mikrowelle. Wenn du willst, kann ich dir das nochmal warm machen, sobald wir zu Hause sind. Oder möchtest du lieber etwas anders?", fragte er, als Gabriel ihn dann bereits seine Hände hin hielt, welche noch immer in den Boxhandschuhen steckten.

      "Klar.", antwortete er und setzte sich kurzerhand neben ihn auf den Boden. Etwas umständlich machte er sich daran das Tabe vom Klettverschluss zu entfernen und zog ihm kurz darauf schon die Boxhandschuhe von seinen Händen.
      "Besser?", fragte und strich ihm ihm sachte ein paar seiner nassen Strähnen aus der Stirn.

      Archie zuckte nur ein wenig unsicher mit den Schultern, als Rey vorschlug, dass er sich doch mal mit Andrew unterhalten könnte. Vielleicht ergab sich das ja wirklich irgendwann einmal. Doch der Student war sich sicher: Wenn es tatsächlich so weit käme, wüsste er bestimmt nicht mehr, was er überhaupt fragen sollte.
      Als Rey dann erwähnte, dass er sich Urlaub genommen und auch schon das Auto organisiert ist, begann er wieder ein wenig mehr zu Lächeln. "Ich kann es kaum erwarten. Ich war länger nicht mehr am Strand. Wie sieht es bei dir aus?", sagte er und ließ seine Stimme etwas leiser werden. "Ich würde trotzdem nicht zu weit raus schwimmen...du weißt schon...Haie und so."
    • „Hauptsache Essen.“ meinte er. Gabriel war es im Grunde - fast - egal was er gerade aß, Hauptsache er bekam in den nächsten paar Minuten irgendwas zu essen…obwohl ein Proteinshake würde ihn für den Moment auch erstmal zufrieden stellen…und eine heiße Dusche.

      Als Milo ihm seine Handschuhe auszog, zog dieser ihm dabei fast die Bandagen mit ab, da diese aber sowohl voll geschwitzt als auch nicht mehr ganz hundertprozentig an ihrem Platz waren, war das kaum ein Problem, immerhin würde er die Bandagen so oder so gleich ausziehen. „Ich kann jetzt auf jeden fall meine Finger wieder bewegen.“ grinste er, auch wenn das nicht ganz richtig war. Seine Finger taten trotz der dicken Handschuhe weh von den festen Schlägen und das würde sich in den nächsten Minuten sicher nicht so schnell ändern, aber daran war er schließlich selbst schuld.


      Archie hatte eine sehr energiegeladenen Art an sich, etwas womit Rey - vor allem nach dem Training - nicht so wirklich gut zurecht kam. Gabe und Apollo hatten manchmal eine ähnliche Art, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt, jedoch hatten beide auch ihre ruhigen Phasen. Vor allem Gabriel konnte ein unglaublich ruhiger Mensch sein, wenn er nicht gerade mit Apollo zusammen Chaos verursachte. „Ich war letztes Jahr an der französischen Küste für ein paar Wochen.“ erzählte er ruhig. Sein letzter Urlaub in Frankreich war wirklich unfassbar entspannend gewesen. Er hatte sich ein kleines Bungalow in der Nähe der Küste gemietet, jedoch etwas abseits der typischen Touristenpunkte, war morgens zum Sonnenaufgang am Strand spazieren gewesen und abends hatte er die gute französische Küche genossen. Einmal keine ständigen Terminanfragen die er beantworten musste, keine Anrufe, keine Mails, nur Ruhe und Sonne. „An der englischen Küste gib es keine Haie.“ erinnerte er Archie nochmals mit einem leichten Grinsen.
    • Milo lachte leise und schüttelte dann leicht seinen Kopf. "Ich mach es dir direkt warm, sobald wir zu Hause sind.", sagte er doch dann wurde sein Blick ein wenig ernster. "Du hast Apollo kann schön zugerichtet vorhin...", begann er und strich wieder ein paar weitere Strähnen aus Gabriels Gesicht. "...was hat er zu dir gesagt?", fragte er nun vorsichtig, ohne seinen Blick von seinem Mitbewohner abzuwenden. "Also nur, wenn du auch wirklich mit mir darüber sprechen willst. Du musst aber natürlich nicht. Ich...hab mir Sorgen um dich gemacht, als du plötzlich so...na ja...auf ihn losgegangen bist.", gestand er dann ehrlich und mit leiserer Stimme, damit nur Gabriel ihn hören konnte.


      Archie blickte Rey überrascht an, als dieser erzählte, dass er letzes Jahr für ein paar Wochen an der französischen Küste gewesen ist. "An der französischen Küste? Das klingt entspannt. Was hast du da alles gemacht?", fragte er ehrlich interessiert und kratzte sich dann verlegen am Hinterkopf, als er von Rey daran erinnert wurde, dass es an der englischen Küste keine Haie gab. "Ja, ich weiß...aber was ist wenn sich ein Hai verschwimmt und an unserer Küste endet?", fragte er und schauderte bei dem Gedanken nicht genau zu wissen, was alles in den dunklen Gewässern lauern konnte. Der Student hatte eindeutig zu viele Filme gesehen.
    • Gabe nickte leicht. Das er Apollo gut erwischt hatte zeigte nicht nur das angetrocknete Blut an seinen Handschuhen sondern auch die einzelnen Spuren die sich noch in dem zweiten Ring auf dem Boden befanden. Als sein Mitbewohner ihn fragte, was der Blonde ihm denn genau gesagt hatte, schüttelte er nur kurz den Kopf. Das war ein Thema für wann anders…Oder nie. „Nicht so wichtig. War nicht das erste Mal, dass wir uns so heftig geprügelt haben, alles gut. Normalerweise landet er aber selbst den ein oder anderen Treffer.“ meinte Gabriel mit einem schiefen Grinsen. Er hatte heute tatsächlich kaum was abgekommen und die, die er abgekommen hatte, waren kaum der Rede wert gewesen.

      „Tatsächlich echt nicht viel, ich hab einfach die Ruhe genossen. Eigentlich ist es mir hier manchmal viel zu turbulent, ich reise aber generell sehr viel und gerne. Frankreich gibt mir immer das Gefühl, als wäre ich zuhause. Eigentlich möchte ich dieses Jahr nochmal in die französischen Alpen fahren, aber schauen wir mal wie gut das funktioniert.“ meinte Rey lächelnd, wandte sich dann jedoch von Archie ab als Toni sich zu Wort meldete. „Wir machen Schluss. Geht euch umziehen.“ dann ging der Trainer wieder auf Gabe zu, welcher immer noch im Ring lag. „Lässt du uns einen Moment alleine?“ der Satz war eigentlich keine Frage, das war keine Bitte an Milo sondern eine verstecke Aufforderung den Ring zu verlassen damit er kurz mit Gabe alleine sein konnte.
    • Milo beobachtete Gabriel besorgt, doch er akzeptierte mit einem stummen Nicken, dass dieser nicht darüber sprechen wollte.
      Er würde nicht weiter nachfragen, sondern stattdessen würde er einfach für ihn da sein. So, wie Gabriel ihn vielleicht brauchte, auch wenn er es nicht sagte.
      Er öffnete gerade den Mund, um etwas zu sagen, als in diesem Moment Toni zu ihnen in den Ring trat.
      „Oh…ja, natürlich.“, antwortete Milo rasch, warf Gabriel noch einen letzten Blick zu, bevor er aufstand und den Ring verließ.

      Er kehrte zurück zur Bank, auf der Archie und Rey saßen und ließ sich wieder neben Archie nieder. Archie, der eben noch aufmerksam Rey zugehört hatte, wandte nun den Kopf zu Milo. „Geht es Gabe gut?“, fragte er leise, ein Hauch Besorgnis in der Stimme.
      Milo nickte nur leicht. „Ja…soweit geht’s ihm gut“, antwortete er ruhig, auch wenn sein Blick kurz in die Ferne glitt – als würde er selbst noch nicht ganz daran glauben.
      Archie nickte leicht, entschloss sich dann aber dazu das Thema zu wechseln. "Rey war letztes Jahr an der französischen Küste. Haben deine Eltern dort nicht auch ein Anwesen?", fragte er woraufhin Milo wieder überrascht zu den beiden blickte und leicht nickte.
      "Ja, haben sie.", sagte er und blickte dann zu Rey. "Du warst an der französischen Küste?", fragte er nochmal nach, bevor er dann auf französisch weiter sprach. "Tu parles français?"
    • Als Milo zu Archie und Rey auf die Bank kam, war der Schwarzhaarige schon darauf von dieser aufzustehen und den beiden zu signalisieren, dass sie ihm folgen sollten. Bei Milos Frage hielt er jedoch kurz inne und nickte dann leicht. „Je ne parle pas seulement le français, je suis né en France et j'y ai vécu les premières années.“ antwortete er direkt auf französisch. Seine Stimme klang anders wenn er seine Muttersprache sprach, nicht weil sie weicher klang, sondern weil die Sprache besser zu ihm zu passen schien.

      Als alle die Trainingsfläche verlassen hatten richtete Toni seine gesamte Aufmerksamkeit wieder auf Gabriel. „Also, was ist los?“ Gabe hatte angefangen mit seinen Bandagen zu spielen, die primär nur noch locker an seinen Händen anlagen und kaum mehr den Zweck erfüllten, den sie ursprünglich erfüllten sollten. „…PMS…“ nuschelte er leise. Eigentlich würde er alles tun um dieses Gespräch nicht führen zu müssen. Der Blick seines Trainers wurde ein wenig weicher. „Ouh…geht das überhaupt? Ich dachte immer, der Zyklus wird gehemmt, wenn man Hormone einnimmt…“ Toni hatte genau so wenig Ahnung von dem weiblichen Zyklus wie viele andere Männer auch, zwar hatte er durch Gabriels Situation in den letzten Jahren einiges dazu gelernt, aber er war noch lange nicht auf so einem Stand, dass er direkt wusste was zu tun war. „Das scheint wohl relativ normal zu sein, im Internet steht jedenfalls, dass das gar nicht mal so selten passiert…“ Es war nicht so, dass Gabe dieses Thema unangenehm war, er hatte schon eine Menge verschiedener Gespräche mit seinem Couch geführt und trotzdem hasste er es, egal mit wem Gespräche zu führen, die darauf schließen ließen, dass er zeitweise eben doch ‚typisch weibliche‘ Probleme hatte, weil er eben nicht als Mann geborgen wurde.
      Toni nickte leicht. „Okay. Und was hat Apollo zu dir gesagt, damit du auf ihn los gehst?“ - „Er hat mich gefragt ob ich meine Tage habe, weil ich ja ‚so zickig sei‘ und, dass ich besser bei den Frauen aufgehoben wäre, weil ich schlage wie ein kleines Mädchen…“ Gabe versuchte gar nicht erst um den heißen Brei zu reden, das hatte bei Toni sowieso keinen Sinn und er war gelinde gesagt auch zu fertig um jetzt nochmal Stress zu machen. „Was ein Idiot.“ Kam seufzend von dem Trainer ehe er wieder aufstand, Gabe seine Hand hinhielt ihn den Jüngeren dann auf die Beine zog. Gabriel grinste bei dem Kommentar leicht. „Vertragt euch wieder und dann geht nachhause.“

      Gabes Beine zitterten immer noch leicht als er aus dem Ring kletterte, er war schon auf dem halben Weg als Toni nochmal seinen Namen rief. „Mach dir einen entspannten Abend und nimm den Proteinshake mit, den ich dir auf den Tresen gestellt habe.“ Der Student lächelte seinen Trainer nochmal dankbar an, schnappte sich dann im Vorbei gehen den Shaker und verschwand ebenfalls mit seiner Tasche in der Umkleide.
    • Milo blickte Rey überrascht an und nickte verstehend. "Pareil pour moi. Je suis né(e) à Paris et mes parents ont déménagé avec moi en Angleterre quand j'avais huit ans.", antwortete er und blickte dann zu Archie, welcher schweigend zwischen ihm und Rey hin und her blickte. Es war offensichtlich, dass er kein einziges Wort verstand.
      „Ich hab ihm nur erzählt, dass ich auch in Frankreich geboren wurde und meine Eltern mit mir nach England gezogen sind, als ich acht war. Aber das weißt du ja schon.“
      Archie nickte und grinste leicht. „Ja, du bist dann auf die Grundschule gekommen, auf der ich auch war. Und Rosie kam erst später, in der High School, dazu.“

      Nachdem sich Gabriel und Rey schließlich umgezogen hatten, fuhr letzterer sie noch mit dem Auto nach Hause.
      Zuerst setzten sie Archie vor dem kleinen Haus seiner Großmutter ab, bevor sie schließlich am Studentenwohnheim ankamen, in dem Gabriel und Milo wohnten.
      Milo war derjenige der zuerst ausstieg, zum Kofferraum ging und Gabriels Sporttasche raus holte. Er schwang sich diese über die Schulter und blickte nochmal zu Rey. "Danke fürs nach Hause fahren. Wir sind dir was schuldig.", sagte er und blickte dann zu Gabe. "Wie geht es deinen Beinen? Kannst du laufen oder muss ich dich tragen?", fragte er und konnte sich dabei ein leichtes Grinsen nicht verkneifen, während er seinem Mitbewohner bereits seine Hand helfend entgegen hielt.
    • „ach alles gut. Macht euch noch einen schönen Abend.“ meinte Rey lächelnd und beobachtete dir beiden im Rückspiegel. „wenn du mich tragen willst sag ich nicht nein.“ kam grinsend von Gabriel, welcher jedoch schon ohne Hilfe aus dem Auto ausstieg. „Ich will erstmal eine heiße Dusche und dann was essen…und dann schlafen.“ meinte er als er die Tür des Wagens zu machte, winkte er Rey noch ein Mal zu und folgte Milo in ihre Wohnung.

      In der Wohnung angekommen atmete er einfach tief durch und griff direkt nach der Klinke Badezimmertür. „Falls du mich suchst, ich hab ein heißes Date mit unserer Dusche. Wird wohl länger dauern.“ grinste Gabe, stellte noch den leeren Shaker auf die Kommode im Flur und verschwand dann auch schon hinter der Tür.

      Der Student hatte nicht gelogen. Weder mit den ‚heißen Date‘ noch mit dem ‚könnte länger dauern‘, dafür dass er eben noch so einen Hunger hatte ließ er sich extrem viel Zeit und als er dann noch gefühlten Stunden endlich aus dem Bad kam, folgte ihm eine dicke Dampfwolke. Wie er bei den Temperaturen nicht verbrühte grenzte an ein Wunder.
      Nur mit einem Handtuch bekleidet - weil er natürlich nicht warten konnte und sich Fische Klamotten mit genommen hatte - huschte er vom Flur aus in sein Zimmer. „Machst du schon mal das Essen warm?“ rief er aus seiner halb geöffneten Zimmertür Milo zu.
    • In der Wohnung verdrehte Milo leicht seine Augen, als er sah wie Gabe den leeren Shaker achtlos auf die Kommode stellte und dann bereits im Badezimmer verschwand.
      "Du hättest wenigstens noch deinen Shaker in die Spülmaschine stellen können.", grummelte der Medizinstudent unter seinem Atem und schüttelte leicht seinen Kopf. Wie sehr Milo Unordnung hasste, ließ sich nicht in Worte fassen.
      Mit einem leicht genervten Seufzen, griff er nach dem Shaker und stellte ihn dann selbstständig in die Spülmaschine, bevor er den Tisch für das Abendessen eindeckte.

      Als Gabe dann schließlich, endlich, wieder aus dem Badezimmer kam, war er schon dabei das heute gekochte Essen nochmal aufzuwärmen. Er weitete seine Augen, als der die dicke Dampfwolke sah, die Gabe aus dem Badezimmer folgte.
      "Wie heiß hast du denn bitte geduscht?!", fragte er ungläubig, griff nach einem Geschirrtuch und versuchte, etwas erbärmlich, die Dampfwolke weg zu wedeln. "Du löst noch den Feuermelder aus! Und wie kann es sein, dass bei den Temperaturen noch deine Haut dran ist?! Das grenzt schon fast an Lava!", meckerte Milo weiter und hoffte inständig, dass der Feuermelder nicht auslöste.

      Als der Dampf dann endlich verschwand, seufzte Milo wieder leise und rief in die Richtung von Gabes Zimmer. "Bin schon dabei! Beeil dich oder ich fange ohne dich an zu essen!", rief er mit einer gewissen Ungeduld in der Stimme und verschwand auch schon wieder in der Küche.
    • Gabriel bekam gar nicht mehr mit was Milo ihm hinterher rief, so schnell war er in dem Badezimmer verschwunden. Das er den Shaker im Flur stehengelassen hatte, war ihm gar nicht wirklich aufgefallen, er hatte das schon immer so gemacht und entweder nahm er ihn auf dem Weg zur Küche mit oder dann wenn es ihm auffiel. So war das schon immer gewesen, meistens störten Gabriel solche Kleinigkeiten dann irgendwann und spätestens dann räumte er sie weg, oder er merkte nach ein paar Tagen, dass all seine Shaker - oder was auch immer er wo stehen gelassen hatte - weg waren und spätestens dann begab er sich auf die Suche nach diesen Sachen.

      „Jetzt mach doch nicht so einen Stress, der Melden wird schon nicht ausgelöst werden.“ Reif Gabe aus seinem Zimmer grinsend zurück, als Milo ihn - schon wieder - anmeckerte. Der Medizinstudent schien nicht so gute Laune zu haben, was vielleicht an Gabes ‚kleinen‘ Gefühlsausbruch liegen könnte, oder er hatte einfach Hunger. Hunger war hier jedoch das richtige Stichwort, wen, Gabe Magen konnte man wortwörtlich fast bis zur Küche hören.

      „ich bin doch schon hier. Stress doch nicht so rum.“ Tatsächlich stand der Boxer wenige Augenblicke später, in einem lockeren Shirt und einer Shorts in der Küchentür. „Hast du schlechte Laune oder was?“ fragte er ihn grinsend und ließ sich auf seinen Platz fallen.
    • Milo blickte auf als Gabe dann endlich in die Küche kam. Er schnaubte leise und grummelte wieder etwas unter seinem Atmen was verdächtig nach: "Ich gebe dir gleich schlechte Laune." klang und dann zusätzlich leise etwas auf französisch fluchte.
      Und ob der Medizinstudent hungrig war. Und wie! Er war heute so viel herumgerannt und hatte – abgesehen von seinem Frühstück und dem Kuchen im Café – nichts weiter gegessen.

      Aus dem Augenwinkel blickte er wieder zu Gabe, musterte seine lockere Kleidung bevor er seinen Blick schnell wieder abwendete, um seinen Mitbewohner nicht zu lange anzustarren. Müde strich er sich über sein Gesicht, um die Gedanken schnell wieder los zu werden.
      ...verdammt, reiß dich zusammen, du Idiot...
      "Lass uns einfach endlich zu Abend essen.", sagte er schließlich, bevor er auch schon zwei Teller auf den Esstisch stellte und sich auch auf seinen Platz setzte. "Guten Appetit."

      Er zog seinen Teller dicht zu sich heran und begann schweigend zu essen. Nichtsdestotrotz konnte er sich selbst nicht helfen und warf Gabe ab und an ein paar heimliche Blicke zu. Natürlich super unauffällig, sodass Gabe es "niemals" mitbekommen würde.
      "Schläfst du heute wieder in meinen Bett?", platzte es plötzlich viel zu schnell und viel zu unüberlegt aus ihm heraus. Erschrocken weitete Milo seine Augen. "Ich äh...du musst natürlich nicht! Ich äh...vergiss es einfach...", winkte er hektisch ab und aß schnell weiter.
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